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Lot 6300, Auction  127, Lorch, Melchior, Ein blutsverwandter des Propheten

Lorch, Melchior
Ein blutsverwandter des Propheten
Los 6300

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Ein Blutsverwandter des Propheten.
Holzschnitt. 22,2 x 10,2 cm. (1582). B. aus 4, Hollstein aus 59.

Aus der Publikation von Eberhard Werner Happe "Thesaurus exoticorum" (1688), verso mit dem Text und dem Holzschnitt "Ein persischer Priester" (B. aus 4). Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Einfassung. Etwas stockfleckig und angestaubt, sonst schön. Beigegeben von Melchior Lorch zwei weitere Holzschnitte aus derselben Serie.

Lot 6301, Auction  127, Lorch, Melchior, Qadi, ein muslimischer Richter

Lorch, Melchior
Qadi, ein muslimischer Richter
Los 6301

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Qadi, ein muslimischer Richter.
Holzschnitt. 21,3 x 15,8 cm. (1581). B. aus 4, Hollstein aus 59.

Im Gefolge einer kaiserlichen Gesandtschaft reiste Melchior Lorch zwischen 1555 und 1559 nach Konstantinopel. Die unmittelbaren Eindrücke dieser Jahre bildeten die Grundlage für eine zwischen 1570 und 1583 entstandene Folge von insgesamt 127 Holzschnitten, die Militärangehörige, Würdenträger, Alltagsszenen und charakteristische Trachten des Osmanischen Reiches zeigen. Die Blätter waren vermutlich als Illustrationen für eine geplante antiquarisch-topographische Publikation gedacht. Erst postum erschienen sie 1626 in Hamburg unter dem Titel "Des Weitberühmten, Kunstreichen … Melchior Lorichs … Wolgerissene Figuren" und machten Lorchs detaillierte Beobachtungen einem breiteren europäischen Publikum zugänglich.
Mit großer Präzision und ethnographischem Interesse verbinden die Darstellungen künstlerischen Anspruch mit dokumentarischem Wert. Sie zählen zu den frühesten und differenziertesten Bildzeugnissen des osmanischen Lebensraums aus der Perspektive eines nordeuropäischen Künstlers.
Die heute gebräuchlichen Titel der einzelnen Blätter gehen auf Hans Harbeck zurück (1911), der sie auf Grundlage von Inschriften auf Lorchs vorbereitenden Zeichnungen formulierte. - Aus der Publikation von Eberhard Werner Happe "Thesaurus exoticorum" (1688), verso mit dem Text. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug mit Rändchen um die Einfassung. Schwach angestaubt und nur geringfügig fingerfleckig, unten kleines dunkles Fleckchen, sonst sehr schön. Beigegeben von demselben zwei weitere Holzschnitte aus der Serie "Pferd, an einen Baum gebunden" und "Türkischer Fußsoldat".

Lot 6302, Auction  127, Dürer, Albrecht, Der Orientale und sein Weib (Die Türkenfamilie)

Dürer, Albrecht
Der Orientale und sein Weib (Die Türkenfamilie)
Los 6302

Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)

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Der Orientale und sein Weib (Die Türkenfamilie).
Kupferstich. 10,8 x 7,9 cm. Um 1496. B. 85, Meder 80 wohl b (von d).

Das unaufhaltsame Vordringen der osmanischen Heere schürte Ende des 15. Jahrhunderts nicht nur die Angst vor der sogenannten "Türkengefahr", sondern steigerte auch das Interesse an den orientalischen Ländern in der Ferne. Traditionell als "Türkenfamilie" betitelt, zweifelten bereits Lehrs und Panofsky an dieser Bezeichnung. Mag die männliche Figur der Darstellung eines Türken gemahnen, so entspricht die Kleidung, samt entblößter Brust, sowie das Habit der weiblichen Figur nicht mohammedanischer Tradition. Vielmehr handelt es sich wohl um die Darstellung einer Familie der Sinti und Roma. Dürer folgt hier einem Genre, das beispielhaft ein Kaltnadelblatt des Hausbuchmeisters illustriert, dessen Darstellung fälschlicherweise wiederum lange "Landstreicher" hieß. Die Interpretation Dürers ist weniger ironisch und zeigt großen Ernst. Scheinbar war um 1500 ein Markt für derlei Darstellungen entstanden, wie auch weitere Motive beim Hausbuchmeister, dem Meister bxg und Wenzel Olmütz zeigen; Dürer wollte, wie so häufig, am florierenden Markt partizipieren (vgl. Schoch/Mende/Scherbaum, S. 53).
Vor den Wischspuren auf der Mannesschulter und wohl auch an der Mitte des rechten Randes. Ganz ausgezeichneter, prägnanter Druck mit Spuren eines Rändchens um die Einfassungslinie, oben knapp innerhalb dieser geschnitten. Nur sehr schwach fleckig, in den Ecken und vereinzelt entlang der äußeren Kanten kleine unauffällig ausgebesserte Randschäden, in der Bodenpartie am linken Rand partielle Federergänzung, schwache Alters- und Gebrauchsspuren, sonst jedoch sehr schön, und die Darstellung der Figuren selbst unversehrt erhalten.

Lot 6303, Auction  127, Nordeuropäisch, wohl 16. Jh. Studienblatt mit Meerkatze

Nordeuropäisch
wohl 16. Jh. Studienblatt mit Meerkatze
Los 6303

Schätzung
600€ (US$ 682)

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wohl 16. Jh. Studienblatt mit Meerkatze.
Feder in Schwarz auf Bütten. 11,2 x 12,8 cm.

Im 16. Jahrhundert fand die Meerkatze Eingang in die Kunst vor allem in Reiseberichten und naturkundlichen Illustrationen. Als exotische Tiere, die aus Afrika, Asien und anderen Teilen der Welt stammten, spiegeln sie die Neugier auf ferne Länder wider. Neben naturgetreuen Darstellungen steht der Affe oft auch sinnbildlich für die Nachahmung, die Torheit oder die ungezügelten Triebe des Menschen.

Lot 6304, Auction  127, Besler, Basilius, Corona Imperialis Polyanthos

Besler, Basilius
Corona Imperialis Polyanthos
Los 6304

Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)

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Corona Imperialis Polyanthos (Kaiserkrone).
Kupferstich mit zeitgenössischem Kolorit. 49,6 x 38,6 cm. Um 1613. Wz. Schlange am Stab.

Die "Kaiserkrone", ursprünglich aus Vorderasien stammend und seit dem späten 16. Jahrhundert auch in Mitteleuropa beheimatet, ist ein Blatt aus dem berühmten „Hortus Eystettensis“, in dem Basilius Besler gewissermaßen die Schönheit der Schöpfung in Gestalt von Pflanzen feiert.
Ganz ausgezeichneter Druck mit reichem Kolorit, mit schmalem Rand um die Plattenkante. Geringe Gebrauchsspuren, unten hinterlegter horizontaler Einriss nahe der Plattenkante, recto jedoch kaum wahrnehmbar, minimale Randläsuren, verso umlaufend braunes Klebeband, sonst sehr gut erhalten.

Lot 6305, Auction  127, Kokosnusspokal, Barocker Kokosnussdeckelpokal

Kokosnusspokal
Barocker Kokosnussdeckelpokal
Los 6305

Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)

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Barocker Kokosnussdeckelpokal.
Kokosnuss, rauh belassen, gehalten von drei Spangen mit weiblichen Hermen, steiler hoher Lippenrand und Fuß mit einfachen gravierten Ornamenten, Schaft als hohe Vase mit drei Griffen und Maskaronverzierung, Kupfer, feuervergoldet. Höhe ca. 29,5 cm. Süddeutsch, 17. Jh.

Als seltene Naturalien fanden Kokosnüsse häufig Eingang in die Kunst- und Wunderkammern der Renaissance und des Barock. Sie waren in erster Linie Schaustücke; aufgrund ihrer Exotik wurde ihnen außerdem, wie allen tropischen Nüssen, auch eine magische Wirkung nachgesagt. Die verarbeiteten Naturalien wurden vor allem im 17. Jahrhundert in Augsburg oder Nürnberg mit kostbaren Fassungen versehen und so zu Tafelaufsätzen und Stücken einer fürstlichen Kredenz.

Literatur: Vgl. Rolf Fritz: Die Gefässe aus Kokosnuss in Mitteleuropa 1250-1800, Mainz 1983, Kat. 165 mit Abb. Tafel 90.

Lot 6306, Auction  127, Delacroix, Eugène, Orientale mit Turban

Delacroix, Eugène
Orientale mit Turban
Los 6306

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Orientale mit Turban.
Grauer Stift auf Velin. 5 x 4 cm.



Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dem roten Monogrammstempel Lugt 838a).
Dessen Nachlassauktion im Hôtel Drouot, Paris, 17.-27. Februar 1864.
Deutsche Privatsammlung.
Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre im Kunsthandel erworben.
Seitdem in Familienbesitz.

Lot 6307, Auction  127, Kontinentaleuropa, Mitte 19. Jh. Portrait eines türkischen Offiziers mit Fes und rotem Umhang über der weißen Uniformjacke

Kontinentaleuropa
Mitte 19. Jh. Portrait eines türkischen Offiziers mit Fes und rotem Umhang über der weißen Uniformjacke
Los 6307

Schätzung
350€ (US$ 398)

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Mitte 19. Jh. Portrait eines türkischen Offiziers mit Fes und rotem Umhang über der weißen Uniformjacke.
Aquarell auf Porzellan, die Ecken angeschrägt. 3,3 x 4,2 cm.


Lot 6308, Auction  127, Hollar, Wenzel, Der Türke mit geblümter Weste

Hollar, Wenzel
Der Türke mit geblümter Weste
Los 6308

Schätzung
400€ (US$ 455)

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Der Türke mit geblümter Weste.
Radierung. 7,9 x 6,1 cm. 1645. Pennington 2010, Turner (New Hollstein) 817 IV.

Bildnis eines türkischen Mannes mit bestickter Weste und großem Turban, den Wenzel Hollar 1637 in London porträtierte und einige Jahre später in Kupfer stach. Ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit feinem Rändchen um die Facette. Minimal angestaubt, sonst in tadelloser Erhaltung.

Deutsch
um 1860. Salon im Stil eines orientalischen Zeltes
Los 6309

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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um 1860. Salon im Stil eines osmanischen Zeltes.
Aquarell und Gouache, punktuell montiert. 21,8 x 22,8 cm (oben halbrund). Verso auf dem Untersatz ein Stempel "Kowy & Iwinger / Hof-Tapezierer / Wien".


Lot 6310, Auction  127, Fossati, Gaspare - zugeschrieben, Ansicht des Mausoleums (Türbe) von Mahmut II. in Istanbul

Fossati, Gaspare - zugeschrieben
Ansicht des Mausoleums (Türbe) von Mahmut II. in Istanbul
Los 6310

Schätzung
2.500€ (US$ 2,841)

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zugeschrieben. Ansicht des Mausoleums (Türbe) von Mahmud II. in Istanbul.
Gouache auf Velin. 43,6 x 65 cm. Zwischen 1840-1860.

Das elegante Mausoleum Mahmuds II. (1785-1839) ist eines der wenigen Bauwerke Istanbuls des osmanischen Spätklassizismus. Die Architektur, die an dem breiten Boulevard Divanyolu im Stadtteil Fatih liegt, wurde 1840 von Mahmuds Nachfolger Abdulmejid I. eingeweiht. 1860/62 entstand an dieser Straße ein weiteres Gebäude für die Presse, das auf dieser Darstellung noch nicht zu sehen ist, so dass die Gouache zwischen 1840 und etwa 1860 zu datieren ist. Gaspare Fossati kam gemeinsam mit seinem Bruder Giuseppe Anfang der 1840er Jahre nach Istanbul und baute als Architekt die dortige russische Botschaft. Von Sultan Abdulaziz erhielten die beiden Brüder den Auftrag die Hagia Sophia zu renovieren, ein Projekt, das 1848 beendet wurde. Gaspare hat zahlreiche Zeichnungen von der Hagia Sophia von Innen und Außen angefertigt, die er mit Staffagefiguren in osmanischer Tracht bereicherte. Einige von diesen erscheinen als Lithographien und machten die bedeutenden Bauwerke Istanbuls auch im Rest Europas bekannt.

Lot 6311, Auction  127, Dauzats, Adrien, Studienblatt mit der Figur eines stehenden Arabers mit Burnus und Turban

Dauzats, Adrien
Studienblatt mit der Figur eines stehenden Arabers mit Burnus und Turban
Los 6311

Schätzung
800€ (US$ 909)

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Studien eines stehenden Arabers mit Burnus und Turban.
Bleistift, quadriert in Bleistift. 31,2 x 45,4 cm.

Ein weiteres Blatt mit Studien desselben Mannes verwahrt das Musée Magnin in Dijon (Inv. 1938 DF 226). In dem Online-Katalog des Museums ist vermerkt, dass die Zeichnung im Zusammenhang mit einer Reise Dauzats' nach Jaffa 1830 entstanden sein könnte. Dauzats war damals mit Baron Taylor nach Ägypten aufgebrochen, um in Luxor einen Obelisken zu erwerben. Die Reise führte weiter nach Syrien und Palästina, wo sie sich im Juli und August desselben Jahres aufhielten. Ganz offensichtlich interessierte sich Dauzats bei dieser Studie vor allem für die Kleidung des Dargestellten, wobei er dem Faltenwurf des weiten Mantels und der kunstvollen Drapierung des Turbans besondere Aufmerksamkeit schenkte.

Provenienz: Nachlassauktion des Künstlers, Paris, vom 1.-4. Februar 1869 (Lugt 653).

Lot 6312, Auction  127, Deutsch, um 1820. Kirazli Bent im Belgrader Wald bei Istanbul

Deutsch
um 1820. Kirazli Bent im Belgrader Wald bei Istanbul
Los 6312

Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)

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um 1820. Die Kirazli Bent (Talsperre) im Belgrader Wald bei Istanbul.
Aquarell auf Velin. 38,8 x 68,8 cm.

Die unter Sultan Mahmud II. im Jahr 1818 erbaute Kirazli Talsperre ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie war Teil der bedeutenden Kirkcesme-Leitung, einer der drei großen Systeme, die Istanbul mit Wasser versorgten. Ihren Namen verdankte die Wasserleitung dem Stadtviertel Kirkcesme, das zwischen dem Valens-Aquädukt und dem Pantokrator Kloster lag. 12600 Kubikmeter Wasser flossen täglich in die niedriger gelegenen Stadtviertel am Goldenen Horn und an der Marmara-Küste.

Lot 6313, Auction  127, Deutsch, Anfang 19. Jh. Die Platane des Hippokrates auf Kos

Deutsch
Anfang 19. Jh. Die Platane des Hippokrates auf Kos
Los 6313

Schätzung
400€ (US$ 455)

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Anfang 19. Jh. Die Platane des Hippokrates auf Kos.
Schwarze Feder, grau laviert, grün aquarelliert, auf Büttenpapier aufgelegt. 21 x 30 cm. Bezeichnet in Feder unter der Darstellung "Ahorn auf Kos" sowie auf dem Untersatzpapier alt bezeichnet "Dieser Platanus auf der Insel Puthmos ist wegen seiner Größe berühmt, der Stamm hat 34 Fuß im Umfange, die Ausbreitung seiner Aeste 199 Fuß im Durchmesser. Sie beschattet das Grab eines türkischen Heiligen, einen Brunnen (?) und ein Kaffeehaus.", verso in Bleistift "Platane des Hippokrates".

Auf Kos soll der bekannte Arzt Hippokrates geboren sein, dessen Eid die Mediziner noch heute abgeben, bevor sie in ihren Berufsstand eintreten. Die Platane, unter der sich Hippokrates regelmäßig ausgeruht haben soll, befindet sich noch heute in der Stadt und zählt zu den besonderen Sehenswürdigkeiten. Ihre ausladenden Äste spenden einem osmanischen Brunnenhaus und einer Teestube Schatten, im Hintergrund erkennt man das Minarett einer Moschee und osmanische Holzhäuser. All dies spiegelt die Anwesenheit der Osmanen wieder, welche von 1523 bis 1911 auf der Insel residierten.

Lot 6314, Auction  127, Paoletti, Rudolf, Der Friedhof in Ejub bei Konstantinopel

Paoletti, Rudolf
Der Friedhof in Ejub bei Konstantinopel
Los 6314 [*]

Schätzung
750€ (US$ 852)

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Der Friedhof in Ejub bei Konstantinopel.
Aquarell über Bleistift, aufgezogen und in ein Passepartout montiert. 19,8 x 27,8 cm. Unten rechts bezeichnet, datiert und signiert "Constantinopel / [1]910 / RPaoletti".

Die vorliegende Ansicht zeigt den Friedhof von Ejub (heute Eyüp) am Goldenen Horn in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Der Ort zählt zu den bedeutendsten islamischen Begräbnisstätten der osmanischen Metropole. Um die Eyüp-Sultan-Moschee gelegen, entwickelte sich das Areal seit dem 15. Jahrhundert zu einem bevorzugten Bestattungsplatz für Würdenträger, Gelehrte und Angehörige der städtischen Elite.
Die Darstellung lenkt den Blick auf die charakteristischen osmanischen Grabsteine: hoch aufragende Stelen mit kalligrafischen Inschriften und symbolischen Kopfbedeckungen, die Rang, Beruf oder Geschlecht der Verstorbenen anzeigen. Turban- oder Fesformen verweisen auf männliche Amtsträger, florale Ornamente auf weibliche Gräber. Die Grabmale stehen dicht zwischen Bäumen, eingebettet in eine parkähnliche Landschaft - ein Hinweis auf das osmanische Verständnis des Friedhofs als durchlässigen, lebendigen Erinnerungsraum. Die anwesenden, trauernden Frauen betonen die soziale Funktion des Ortes als Raum des Gedenkens, des Gebets und der Gemeinschaft.
Im Islam wird der Friedhof als "Maqbara" bezeichnet. Er ist primär ein Ort der Besinnung auf die Vergänglichkeit des Lebens und der Erwartung der Auferstehung am Jüngsten Tag. Die Gräber sind traditionell schlicht angelegt; Prunk und figürliche Darstellungen sind im sunnitischen Kontext weitgehend vermieden. Stattdessen prägen Inschriften aus dem Koran, Segenswünsche und Angaben zur Person des Verstorbenen die Grabsteine.

Foote, Edward Kilbourne
Orientalische Szene mit einem Lautespieler und zwei Zuhörern
Los 6315

Schätzung
2.800€ (US$ 3,182)

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Orientalische Szene mit einem Lautenspieler.
Aquarell. 25 x 34 cm. Rechts unten signiert und datiert "E. Kilbourne Foote / 1904".


Lot 6316, Auction  127, Breling, Heinrich, Innenansicht des Marokkanischen Hauses im Park von Schloss Linderhof

Breling, Heinrich
Innenansicht des Marokkanischen Hauses im Park von Schloss Linderhof
Los 6316

Schätzung
18.000€ (US$ 20,455)

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Innenansicht des Marokkanischen Hauses im Park von Schloss Linderhof.
Aquarell und Gouache über Bleistift auf Velin. 35 x 40,2 cm. Unten links signiert "HBreling".

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfasste ganz Europa eine ausgeprägte Orientbegeisterung. Zur Begegnung mit den fremden Kulturen trugen maßgeblich auch die Weltausstellungen bei. Diejenige in Wien 1873 mit seinem Orientalischen Viertel und den entsprechenden Bauten, regte u.a. auch den Maler Leopold Carl Müller an, mehrfach Ägypten zu bereisen und die Orientmalerei als Geldquelle zu entdecken. Beim bayerischen König Ludwig II. war diese Begeisterung besonders ausgeprägt. Spätestens nach den traumatischen Erfahrungen der zu erfüllenden bayerischen Bündnispflichten im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 zieht sich Ludwig zunehmend zurück. Er selbst spricht vom "geistigem Herausleben aus der unerträglichen Gegenwart". Auf der Suche seine geträumten Sehnsuchtsorte Wirklichkeit werden zu lassen, lässt er u.a. in der Nähe und im Park von Schloss Linderhof im Graswangtal und im Wettersteingebirge drei Bauten im orientalischen Stil errichten. Zunächst entsteht seit 1869 im Werdenfelser Land am Schachen ein auf 1866 m Höhe gelegenes Berghaus. Äußerlich und im Erdgeschoss folgt es dem Typus eines "Schweizerhauses" aus Holz, im Obergeschoss dagegen herrscht im 'Türkischen Saal' orientalische Pracht: einem historischen Saal des 18. Jahrhunderts im Palast von Eyüp nachempfunden, mit plätscherndem Springbrunnen, reich ornamentierten vergoldeten Wänden, großen, bunten Glasfenstern, einem kostbaren Teppich und üppig verzierten Accessoires. Wasserpfeife rauchende und Tee trinkende Diener in orientalischer Kleidung vervollkommneten - wohl abgesehen vom bayerischen Dialekt - das "Lebende Bild".
1876 erwirbt Ludwig aus der Konkursmasse eines böhmischen Eisenbahnbauunternehmers einen bereits auf der Pariser Weltausstellung von 1867 als offizieller Beitrag Preußens gezeigten Bau, den 'Maurischen Kiosk'. Der Kiosk wurde von dem Architekten Carl von Diebitsch entworfen, seine Eisenteile wurden in Lauchhammer gegossen. Aufstellen ließ der König den Kiosk mit seiner goldenen Mittelkuppel und den ebenfalls goldschimmernden kleinen Minarettürmen in der Nähe der zur gleichen Zeit gebauten Venusgrotte. Die Ausstattung war Ludwig allerdings zu schlicht und so bestellte er neue Beleuchtungskörper, einen Marmorbrunnen und einen luxuriösen, in Paris hergestellten Pfauenthron, welcher in einer Thronnische aufgestellt wurde. Ende 1877 waren Aufbau und Ausstattung abgeschlossen. Im folgenden Jahr 1878 dann beauftragte er seinen Architekten Georg von Dollmann, auf der Weltausstellung in Paris das „schönste orientalische Gebäude von den ausgestellten“ auszusuchen und zu erwerben. Das sogenannte 'Marokkanische Haus' wurde im November desselben Jahres in Einzelteilen angeliefert und im Dezember in der Nähe der seine enge Freundschaft mit Richard Wagner ausdrückenden Hundinghütte, nicht weit von der österreichischen Grenze aufgestellt. Der Ausstellungspavillon, der als Verkaufsstand für marokkanisches Kunsthandwerk diente, ist in der Reihe der orientalischen Bauten Ludwig II. im übrigen das einzige, das tatsächlich im Orient erschaffen wurde, während die anderen Interpretationen der orientalischen Kunst durch europäische Architekten darstellen. Ausgestattet mit reichen Stoffen und prunkvollenTeppichen und zuvor in Paris erworbenen Einrichtungsgegenständen, arrangierte der König den Innenraum zu einem orientalischen Stilmix.
Etwa zur selben Zeit muss Ludwig auf Ausstellungen an der Münchner Kunstakademie auf den bei Wilhelm Diez studierenden Heinrich Breling aufmerksam geworden sein. Dessen detailreicher Malstil, der dem König gefiel, brachte ihm ab 1878 erste kleinere Aufträge ein, die der junge Künstler offenbar zur vollen Zufriedenheit erfüllen konnte. Von da an war Heinrich Breling bis zum Tod des Monarchen 1886 mit der Anfertigung von fotorealistischen Aquarellansichten von Schlössern und Interieurs des Königs im Dauereinsatz beschäftigt. Besonders im Schlossareal Linderhof arbeitete Breling ab 1881 monatelang und lebte deshalb oft auch mit seiner Familie vor Ort. Für die sehr kalte Winterzeit stellte Ludwig dem Maler extra ein „kleines [fahrbares] Malhäuserl [mit] einem winzigen Ofen“ zur Verfügung. Die Ansichten von Schloss Linderhof und seinem Park fanden als Fotografien weite Verbreitung und verhalfen Breling zu großer Popularität. Von Ende September bis Ende Oktober 1881 arbeitete er mit Unterbrechungen an zwei Aquarellen vom Marokkanischen Haus - einer Außen- und einer Innenansicht, die beide im Besitz Ludwigs verblieben (Petzet 1968, op.cit., Kat. 877; Wittelsbacher Ausgleichsfonds, WAF Inv. 307). Das Aquarell mit der Innenansicht des ‚Marokkanischen Hauses‘ ist signiert und kann in das Jahr 1881 datiert werden, da Breling mit einer Summe von 2.230 Mark für eine Sammlung von Ansichten der ‚Rosa Grotte und das Marokkanische Haus‘ aus Linderhof bezahlt wurde.
Den Erfolg der Aquarelle spiegelt auch die Tatsache wider, dass Breling von der Innenansicht des Marokkanischen Hauses eine in allen Details entsprechende zweite, hier angebotene Fassung anfertigte. Wie zufrieden Ludwig II. mit seinem Maler war zeigt auch, dass er ihn im Jahr 1883 zum königlichen Professor und 1884 zum Hofmaler ernannt hat. Nach dem Tod des Königs 1886 sank langsam auch Brelings Stern. Im Frühjahr 1892 zog er mit der Familie zurück in den Norden. Das 'Marokkanische Haus' wurde nach Oberammergau an den Privatmann Johannes Diemer verkauft, wo es, nach dessen Tod 1896, in einem Garten langsam verfiel. Im Jahr 1980 wurde das Haus von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung zurückerworben und sorgfältig, unter Zuhilfenahme von Brelings Aquarellen, restauriert. Die Wiederaufstellung erfolgte 1998 an einem näher am Schloss gelegenen Standort.

Provenienz: Aus der Sammlung König Ludwigs II. von Bayern.
Stiftung Wolfgang Ratjen, Vaduz.
Privatsammlung, Deutschland.
Privatsammlung, Oberpfalz.

Literatur: Vgl. Michael Petzet (Hrsg.): König Ludwig II. und die Kunst, Ausst.-Kat. Residenz München, München 1968, S. 222-223, Nr. 877, Abb. S. 141.
Michael Petzet: Gebaute Träume. Die Schlösser Ludwigs II. von Bayern, München 1995, S. 165 mit Abb.
Matthias Staschull: "Marokkanisches Haus im Schloßpark Linderhof: Konzept für eine gesamtheitliche Restaurierung", in: Restauro, 105 (1999), S. 510-516, hier S. 512, Abb. 5.

Lot 6317, Auction  127, Zenoi, Domenico, Bildnis Sultan Selim II.

Zenoi, Domenico
Bildnis Sultan Selim II.
Los 6317

Schätzung
750€ (US$ 852)

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Bildnis Sultan Selim II. im manieristischen Beschlagwerkrahmen.
Kupferstich aus den Imagines quorundam principum et illustrium virorum. 17,6 x 13,3 cm. (1569). Le Blanc 8.

Selim II. (1524-1574) war Sultan des Osmanischen Reiches von 1566 bis zu seinem Tod. Als erster der osmanischen Sultane kümmerte er sich nicht aktiv um Politik und Kriegsführung, sondern schloss bereits zu Beginn seiner Regierungszeit Friedensverträge mit allen Nachbarstaaten ab. Er genoss vielmehr das Leben im Topkapi-Palast, wo er rauschende Feste und Weingelage feierte, was ihm auch den Beinamen Sarhoş Selim, „Selim der Trunkenbold“ eintrug. Ganz ausgezeichneter, leicht toniger Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Alt aufgezogen, geringfügig fleckig, sonst schönes Exemplar.

Lot 6318, Auction  127, Bry, Theodor de, Icones Sultanorum

Bry, Theodor de
Icones Sultanorum
Los 6318

Schätzung
400€ (US$ 455)

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Türkische Sultane.
5 Kupferstiche. Je ca. 15,7 x 12,5-13,7 cm. (1596). Nagler, Monogrammisten III, aus 1, Hollstein, aus 207-254.

Aus der Folge "Vitae et Icones Sultanorum Turcicorum". Ausgezeichnete Drucke mit der Einfassung, gelegentlich minimal knapp. Schwache Alters- und Gebrauchsspuren, links punktuell montiert, sonst in schöner Erhaltung.

Lot 6319, Auction  127, Französisch, 19. Jh. . Sultan mit Fes  und Feder geschmücktem Turban

Französisch
19. Jh. . Sultan mit Fes und Feder geschmücktem Turban
Los 6319

Schätzung
2.500€ (US$ 2,841)

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19. Jh. Sultan mit Fes und Feder geschmücktem Turban.
Gouache auf graublau gestrichenem Bütten, teils verso gouachiert, aufwendig und detailliert gestanzt. Ca. 50 x 50 cm (lichtes Maß).

Der Tarbusch, auch als Fes bekannt, ist eine traditionelle, meist rote Kopfbedeckung in Form eines Kegelstumpfes mit flachem Deckel, oft verziert mit einer schwarzen Quaste. Die Kopfbedeckung wurde nach der marokkanischen Stadt Fès benannt und war im Osmanischen Reich und dem Balkan weit verbreitet. Im 19. Jahrhundert galt der Fes als modisches und sogar intellektuelles Symbol.

Provenienz: Aus der Sammlung Graf von Rechteren-Limpurg, Schloss Sommerhausen bei Würzburg (laut Auskunft des Vorbesitzers).

Lot 6320, Auction  127, Französisch, 19. Jh. . Sultanin

Französisch
19. Jh. . Sultanin
Los 6320

Schätzung
2.500€ (US$ 2,841)

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19. Jh. Sultanin mit Fes und Feder auf reich verziertem Turban.
Gouache auf graublau gestrichenem Bütten, teils verso nochmals gouachiert, aufwendig und detailliert gestanzt. Ca. 50 x 50 cm (lichtes Maß).



Provenienz: Aus der Sammlung Graf von Rechteren-Limpurg, Schloss Sommerhausen bei Würzburg (laut Auskunft des Vorbesitzers).

Lot 6321, Auction  127, Maskowski, Marceli, "Mein Teppichhändler in Smyrna"

Maskowski, Marceli
"Mein Teppichhändler in Smyrna"
Los 6321

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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"Mein Teppichhändler in Smyrna".
Bleistift auf mit Kreidegrund präpariertem Papier, teils geritzt. 18,2 x 17,7 cm. Verso in schwarzer Feder bez. "Teppichhändler in Smyrna Grtl. 1859 pag 745". (1859).

Die Zeichnung bereitet die Illustration zu dem Artikel "In einem türkischen Laden" in Die Gartenlaube (Heft 51, 1859, S. 744-747, Ill. auf S. 745) vor, in dem ein Reisender eindrücklich von seinem Besuch bei einem Teppichhändler in Smyrna berichtet: "Am besten ist der türkische Kaufmann. ... Er sitzt in olympischer Ruhe auf seiner Matte beim Schibuk und spielt keinerlei Rolle, thut sich keine Gewalt an, trägt keine Maske, sondern gibt sich unverhüllt, wie er ist" und noch genauer dann: "Der Türke saß oben auf seiner Matte, ich unten auf dem Stuhl, und kaum war ich seiner Einladung gefolgt, als er auch schon die Pfeife aus dem Munde nahm und mir darbot. Das ist die erste Höflichkeit, welche der gute Ton gegen einen geehrten Gast vorschreibt". Der Verfasser des Artikels beschreibt ausführlich das umständliche Handelsgespräch, das seinen Abschluss naturgemäß im Kauf eines Teppichs findet. Das unvergleichliche Geschick der türkischen Teppichhändler ist auch heute noch legendär.

Lot 6322, Auction  127, Israel, Daniel, Im Harem

Israel, Daniel
Im Harem
Los 6322

Schätzung
7.500€ (US$ 8,523)

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Im Harem.
Öl auf Holz. 16 x 25 cm. Links auf dem Teppich signiert "Israel München".

Daniel Israel studierte von 1878-1882 zunächst Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien, bevor er seine Studien von 1882-1885 an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München bei Johann Caspar Herterich und Otto Seitz fortsetzte. Eine Orientreise im Jahr 1885 führte ihn über den Balkan und die Türkei nach Palästina und Ägypten, wo er zahlreiche Studien vor Ort anfertigte, die ihm später in seinem Münchner Atelier als Repertoire für seine Bilder mit orientalischen Motiven dienten. Neben Straßenszenen im Orient, faszinierte Israel besonders das zurückgezogene Leben der Kurtisanen im Harem. Diese stellte er in prachtvolle farbige Gewänder gekleidet in den Palastinterieurs dar, die der Maler um zahlreiche Gegenstände bereichert detailreich und wirklichkeitsnah wiedergibt. Durch Künstler wie Daniel Israel, der seine Werke zwischen 1893 und 1900 auch in Wien und Budapest ausstellte, fand das Motiv der Harems- und Orienterotik Eingang in die zeitgleiche österreichische Orientmalerei. Die letzten beiden Lebensjahre verbrachte der Künstler geisteskrank in einem Wiener Sanatorium.

Provenienz: Sammlung Dr. Sorge, Dresden (mit dessen Stempel verso).

Lot 6323, Auction  127, Beauvarlet, Jacques Firmin, Die Sultanin

Beauvarlet, Jacques Firmin
Die Sultanin
Los 6323

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Die Sultanin.
Radierung und Kupferstich nach Carle van Loo. 47,5 x 36,5 cm. IFF 79, Dairaine 42, Le Blanc 68 II.

Van Loo stellt einen zentralen Moment der osmanischen Kultur dar, der bis heute Wichtigkeit behält. Die Kaffeezeremonie wurde in speziellen Kaffeehäusern in Konstantinopel (heute: Istanbul) und im Palast der Sultane zelebriert. Häufig wurde dabei, wie im Bild gezeigt, der Genuss der Pfeife mit dem aromatischen Heißgetränk kombiniert.

Prachtvoller, harmonischer Druck mit dem vollen Rand. Geringfügige Altersspuren, sonst tadelloses Exemplar.

Lot 6324, Auction  127, Custos, Dominicus, Bildnis des Cigalazade Yusuf Sinan Pasha

Custos, Dominicus
Bildnis des Cigalazade Yusuf Sinan Pasha
Los 6324

Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)

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Bildnis des Cigalazade Yusuf Sinan Pasha.
Kupferstich. 20,2 x 15,7 cm. Diefenbacher (New Hollstein) 932 I (von II). Wz. Kreuz im Kreis.

Prachtvoller, gratiger Frühdruck mit gleichmäßigem Rand, vor der Verkleinerung der Platte. Minimal angestaubt, geringfügige Erhaltungsmängel, sonst sehr gutes Exemplar. Das Porträt ist in diesem Druckzustand selten: Diefenbacher verzeichnet drei Exemplare in Coburg, Prag und Wolfegg.

Dufaux, Gabriel
Bildnis Salih Münir, türkischer Botschafter in Paris
Los 6325

Schätzung
2.800€ (US$ 3,182)

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Bildnis eines osmanischen Würdenträgers, wohl Salih Münir Pascha, türkischer Botschafter in Paris.
Email auf Metall. 13,5 x 10,5 cm. Verso signiert und bez. "Gabriel Dufaux / 10 Rue de la Paix 10 / Paris".

Gabriel Dufaux entstammte einer berühmten Schweizer Familie von Emaillemalern. Er erlernte die Technik in Genf an der École des Arts Industrieles bei Henri Le Grand-Roy, 1910 ließ er sich in Paris nieder, wo er sich mit Raoul Hideux in der eleganten Rue de la Paix ein Atelier teilte.

Nahl, Karl (Charles) Christian
Tête-à-Tête im Serail
Los 6326

Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)

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Tête-à-Tête im Serail.
Öl auf Metall. 38 x 30,7 cm. Unten rechts signiert und datiert "Carl Nahl / 1843".

Bekannt wurde Karl Nahl, der sich seit seinem Studium in Paris Charles nannte, als einer der erfolgreichsten Künstler Kaliforniens in den 1860er und 1870er Jahren. Er war 1849 auf der Suche nach neuen Möglichkeiten nach New York ausgewandert, wo er bald dem Goldrausch erlag und gegen Westen zog. Mehr Glück als die Goldsuche brachte ihm die Eröffnung eines Ateliers in San Francisco, mit dem er in der Region zu einem gefragten Künstler avancierte. Vorliegendes Gemälde stammt noch aus der Frühzeit des Künstlers im heimatlichen Kassel. Die Faszination für die Fremde, die sich hier als imaginierte Orientvision äußert, tritt schon deutlich zutage. Dabei gelingt ihm durch die gekonnte Behandlung des diffusen, weichen Lichtes von Mond und indirektem Leuchtmittel eine besonders sinnliche, taktile Wiedergabe der glitzernden Edelsteine und golddurchwirkten Stoffe.

Lot 6327, Auction  127, Bridgman, Frederic Arthur, Morgen auf dem Bosporus

Bridgman, Frederic Arthur
Morgen auf dem Bosporus
Los 6327

Schätzung
15.000€ (US$ 17,045)

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Morgen auf dem Bosporus.
Öl auf einer Malerpalette. 52 x ca. 34 cm. Unterhalb der Darstellung mit ligiertem Monogramm in Rot "FB".

Das auf einer Malerpalette ausgeführte Gemälde zeigt eine Bootspartie auf dem Bosporus. Das Morgenlicht taucht den Himmel in ein zartes Rosa, vor dem sich die Silhouette einer Moschee mit ihren Minaretten am Ufer erhebt. In dem Boot befinden sich neben den Ruderern vier bunt gekleidete Haremsdamen, die sich den Klängen der Oud hingeben. Eine alte Amme und ein Knabe begleiten die Gesellschaft. Bei dem Werk handelt es sich um eine kleinere Version von Bridgmans Gemälde "Morgen auf dem Bosporus" im Flagler College in St. Augustine in Florida. Dass Bridgman ein Faible für diese Bildidee hatte, belegt eine weitere ins Jahr 1892 datierte Fassung (Kunsthandel USA). Sie zeigt das Boot am Schilfufer des Bosporus mit nur einer Haremsdame, wie sie ihre Hand durchs Wasser gleiten lässt.

Warnia-Zarzecki, Joseph
Mädchen vom Bosporus
Los 6328

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Mädchen vom Bosporus.
Öl auf Malkarton. 45,2 x 33 cm. Unten rechts signiert "Warnia".

Joseph Warnia-Zarzecki wurde als Spross einer polnischen Familie in Frankreich geboren und absolvierte sein Studium an den Akademien in Warschau und München. Die große Wendung in Warnia-Zarzeckis Laufbahn erfolgte 1883 mit dem Umzug nach Istanbul. Er wurde Zeichenlehrer an der im Vorjahr gegründeten Sanayi-i Nefise Schule, der ersten Kunstakademie nach westlichem Vorbild im Osmanischen Reich. Seine "orientalischen" Motive erfreuten sich in der gehobenen osmanischen Gesellschaft größter Nachfrage.

Lot 6329, Auction  127, Bergen, Claus, Platz in Asyut mit Araberschimmel

Bergen, Claus
Platz in Asyut mit Araberschimmel
Los 6329

Schätzung
750€ (US$ 852)

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Platz in Asyut, Mittelägypten, mit Araberschimmel: "Ja, das war ein echter vollblütiger Araber!".
Deckfarben in Weiß, Grau und Schwarz auf graubraunem Karton, original auf chamoisfarbenen Trägerkarton montiert. 20 x 30,7 cm. Am Unterrand signiert und datiert "Claus Bergen [19]09".

Vorzeichnung zu der Illustration "Im Lande des Mahdi I" (Karl Mays Gesammelte Werke, Bd. XIV, S. 197).

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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