Los 6302
Dürer, Albrecht
(1471-1528, Nürnberg)Der Orientale und sein Weib (Die Türkenfamilie)
Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Horizonte – Zauber ferner Welten
Auktionsdatum 4.6.2026


Der Orientale und sein Weib (Die Türkenfamilie).
Kupferstich. 10,8 x 7,9 cm. Um 1496. B. 85, Meder 80 wohl b (von d).
Das unaufhaltsame Vordringen der osmanischen Heere schürte Ende des 15. Jahrhunderts nicht nur die Angst vor der sogenannten "Türkengefahr", sondern steigerte auch das Interesse an den orientalischen Ländern in der Ferne. Traditionell als "Türkenfamilie" betitelt, zweifelten bereits Lehrs und Panofsky an dieser Bezeichnung. Mag die männliche Figur der Darstellung eines Türken gemahnen, so entspricht die Kleidung, samt entblößter Brust, sowie das Habit der weiblichen Figur nicht mohammedanischer Tradition. Vielmehr handelt es sich wohl um die Darstellung einer Familie der Sinti und Roma. Dürer folgt hier einem Genre, das beispielhaft ein Kaltnadelblatt des Hausbuchmeisters illustriert, dessen Darstellung fälschlicherweise wiederum lange "Landstreicher" hieß. Die Interpretation Dürers ist weniger ironisch und zeigt großen Ernst. Scheinbar war um 1500 ein Markt für derlei Darstellungen entstanden, wie auch weitere Motive beim Hausbuchmeister, dem Meister bxg und Wenzel Olmütz zeigen; Dürer wollte, wie so häufig, am florierenden Markt partizipieren (vgl. Schoch/Mende/Scherbaum, S. 53).
Vor den Wischspuren auf der Mannesschulter und wohl auch an der Mitte des rechten Randes. Ganz ausgezeichneter, prägnanter Druck mit Spuren eines Rändchens um die Einfassungslinie, oben knapp innerhalb dieser geschnitten. Nur sehr schwach fleckig, in den Ecken und vereinzelt entlang der äußeren Kanten kleine unauffällig ausgebesserte Randschäden, in der Bodenpartie am linken Rand partielle Federergänzung, schwache Alters- und Gebrauchsspuren, sonst jedoch sehr schön, und die Darstellung der Figuren selbst unversehrt erhalten.
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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