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Lot 2541, Auction  127, Stammbuch-Kassette, eines jungen Herrn Zehme aus Kreypau bei Leuna. 1806-1819

Stammbuch-Kassette
eines jungen Herrn Zehme aus Kreypau bei Leuna. 1806-1819
Los 2541

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Stammbuch-Kassette eines jungen Herrn Zehme aus Kreypau bei Leuna. 26 lose Bl. mit Goldschnitt, davon 31 S. beschrieben oder illustriert. Mit 3 Blumenstickereien und 2 Kupferstich-Ansichten. Quer-gr. 8vo. Braune Leder-Kassette d. Z (Rücken und Kanten beschabt) mit goldgepr. Amphoren-Darstellungen auf beiden Deckeln sowie imitiertem Grünschnitt. Mit marmoriertem Papp-Schuber (dieser defekt). 1806-1819.
Die Beiträge von Verwandten, Freunden und Freundinnen in Kreypau, Leipzig, Merseburg, Schandau und Bautzen, meist im Jahr 1819. Die beiden gestochenen Ansichten zeigen in und bei Merseburg das Schloß und "Beyers Caffeehaus".

Lot 2542, Auction  127, Thiess, Frank, 170 Briefe an ihn. 1923-1928

Thiess, Frank
170 Briefe an ihn. 1923-1928
Los 2542

Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)

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Thiess, Frank, Schriftsteller, Publizist, Dramaturg, Regisseur, Kritiker und Literaturhistoriker, Mitglied zahlr. literar. Gesellschaften, Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und anderer Auszeichnungen, prägte den Begriff "Innere Emigration" (1890-1977). Sammlung von mehr als 170 Briefen und Postkarten an Frank Thiess. Großenteils mit den Umschlägen. 1923-1928.
Große Sammlung literarischer Schreiben deutschsprachiger Autorinnen und Autoren an den ungemein fruchtbaren und vielseitigen, in vielen Bereichen engagierten Frank Thiess; meist umfangreiche eigenhändige Briefe. Darunter: Vicki Baum, Walter Bloem (3), Bernhard Diebold, Otto Flake (14), Georg von der Gabelentz, Paul Gurk, Friedrich Holthaus, Arno Holz, Klabund, Rolf Lauckner (11), Elfriede Lauckner-Thum (Lauckners Ehefrau, Malerin, 7), Florence Losey (Thiess' Ehefrau, Opernsängerin, 62), Walter von Molo (2), Thassilo von Scheffer (3), Otto Wirz (28), Arnold Zweig. - Ferner ca. 35 Briefe und Karten weiterer Personen, großenteils zu Thiess' und eigener literarischer Tätigkeit, darunter Autoren aus Skandinavien und dem Baltikum. Dazu eine Anzahl teils gedruckter Schriftstücke zu verschiedenen Themen. - Reiches Material, mit vielen Einblicken in den deutschen Literaturbetrieb der 1920er Jahre - eine wichtige Ergänzung zu Thiess' Nachlass, der in der Hessischen Landesbibliothek Darmstadt aufbewahrt wird.

Tucholsky, Mary
36 Briefe und Karten an Claus und Katharina Clauberg. 1960-1982
Los 2543

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Tucholsky, Mary (geb. Gerold), Kurt Tucholskys zweite Ehefrau und Nachlaß-Verwalterin, Gründerin des Kurt Tucholsky-Archivs in Rottach-Egern, Herausgeberin zahlreicher Einzelwerke, Briefe und Tagebücher Tucholskys sowie der 10bändigen Ausgabe Gesammelter Werke (1898-1987). Sammlung von 36 Briefen und Brief-Karten m. U. "Mary Tucholsky" sowie 29 Briefumschlägen und mehreren Beilagen. Rottach-Egern 1960-1982.
Reichhaltige Sammlung von masch. Briefen und Brief-Karten (davon 4 handschriftlich) an den Komponisten Claus Clauberg (1890-1963) und seine Witwe, die Sängerin Katharina Witt. Clauberg hatte eine Reihe von Texten Kurt Tucholskys bereits zu dessen Lebzeiten vertont und war trotz sozialistischer Gesinnung nach 1933 in Deutschland sowie nach 1945 mit seiner Ehefrau in der DDR verblieben. Die Briefe (und 5 Durchschriften von Gegenbriefen der Adressatin) handeln von den Tucholsky-Kompositionen Claubergs und von Veranstaltungen mit Texten Tucholskys in der DDR sowie ausführlich von den unermüdlichen Bemühungen Katharina Witt-Claubergs, das Andenken an ihren Mann zu beleben, seine Kompositionen im Rundfunk und auf Veranstaltungen unterzubringen sowie Tantiemen und andere Erlöse zu erwirken. Mary Tucholsky hilft ihr nach Möglichkeit und läßt ihr auch kleine DM-Spenden zukommen. Ihre Äußerungen über das Tucholsky-Archiv geben auch Aufschlüsse über die Entwicklung des Archivs im Verlauf der 22 Jahre.

Lot 2544, Auction  127, Verne, Jules, Billet an einen Herrn in Neuchâtel (Schweiz). 1885

Verne, Jules
Billet an einen Herrn in Neuchâtel (Schweiz). 1885
Los 2544

Schätzung
600€ (US$ 682)

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Verne, Jules, franz. Schriftsteller, weltberühmter Verfasser utopischer Romane (1828-1905). Eigh. Brief (Billet) m. U. "Jules Verne". 1/2 S. Doppelblatt. Mit eigh. Umschlag. Kl. 8vo. O. O. 17.V. 1885.
An einen Herrn in Neuchâtel (Schweiz). "... Je ne pas trouve rien de mieux a vous transmettre en une phrase que mes remerciments pour votre aimable lettre et l'avarance de toute ma consideration ...". - Mit eigenhändigem Umschlag, bei dem leider der Name des Adressaten überstempelt ist und später auch die Briefmarke ausgeschnitten wurde.

Lot 2545, Auction  127, Vesper, Guntram, Signiertes Manuskript einer Gedichtsammlung. 1959

Vesper, Guntram
Signiertes Manuskript einer Gedichtsammlung. 1959
Los 2545

Schätzung
180€ (US$ 205)

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Vesper, Guntram, Lyriker und Erzähler (1941-2020). Eigh. Manuskript einer Gedichtsammlung mit Unterschrift "Guntram Vesper" am Schluß. 18 Bl., davon 19 S. beschrieben. Bräunliches, büttenartiges Papier mit Fadenheftung. 8vo. O. O. 1959.
"Die Erinnerung an die Erinnerung. Documentagedichte 1959." Kurze Einleitung über Vespers Documenta-Besuch in Kassel, dann 15 Gedichte, jeweils eines pro Blatt, dann ein zweiseitiger, von Vesper kommentierter Bericht aus der Bild-Zeitung über einen Mann, der aus Mordlust nachts auf die Weiden ging und Rinder schlachtete. - An mehreren Stellen Wörter oder Sätze geändert oder getilgt.

Lot 2546, Auction  127, Viebig, Clara, Eigh. Postkarte und handschr. Visitenkarte. 1919-1925

Viebig, Clara
Eigh. Postkarte und handschr. Visitenkarte. 1919-1925
Los 2546

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Viebig, Clara, Schriftstellerin, bedeutende Erzählerin (1860-1952). Eigh. Postkarte und eigh. Visitenkarte m. U. "Clara Viebig". Zus. 3 S. Berlin-Zehlendorf 11.VII. 1925 bzw. 1.I.1919.
An den Schauspieler, Regisseur, Intendant und Schriftsteller Curt Elwenspoek in Stuttgart, der sie nach einer Handschrift des berühmten "Schinderhannes" gefragt hatte, weil sie dessen Prozess-Akten eingesehen hatte. "... Ich kann Ihnen leider nicht bestimmt sagen, ob ich die erwähnte Handschrift - das Original - in den Akten zum Schinderh.-Prozeß gesehen habe, oder ob ich mir das Scherz halber erlaubt habe. Ich weiß es nicht mehr; feststellen kann ich das erst, wenn ich im Herbst wieder in jene Gegend komme. Jedenfalls steht in der Reiterles-Kapelle, die berüchtigt war durch die Ueberfälle, keine Inschrift von des Räubers Hand mehr, und ich habe auch dort keine mehr gesehen. Die Kapelle ist innen restauriert ...". - Von Elwenspoek erschien in demselben Jahr das Buch "Schinderhannes. Der rheinische Rebell. Erste kritische Darstellung nach Akten, Dokumenten und Überlieferungen". - Die Visitenkarte ist sozusagen als Albumblatt gedacht: "Wer eine Hoffnung hat ist reich - hoffen ist an sich schon ein Glück! Clara Viebig."

Lot 2547, Auction  127, Voltaire, Fr.-M. Arouet, gen., Brief an den Buchhändler Lambert über mehrere seiner Werke. Wohl um 1770

Voltaire, Fr.-M. Arouet, gen.
Brief an den Buchhändler Lambert über mehrere seiner Werke. Wohl um 1770
Los 2547

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4.500€ (US$ 5,114)

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Voltaire, François-Marie Arouet, gen., Schriftsteller und Philosoph, der führende franz. Aufklärer des 18. Jhdts, von europaweitem Einfluß (1694-1778). Eigh. Brief m. U. "V". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 4to. O. O. 8.XI. (um 1770?).
Wichtiger, umfangreicher Brief an den Buchhändler Lambert in Paris, "à coté de la Comédie Française", über mehrere von Voltaires Werken. Dieser bedankt sich für Lamberts Brief und teilt mit: "... monsieur dargental a pour vous un exemplaire corrigé de l'orphelin de la Chine". - Das höchst erfolgreiche Stück erschien 1755 im Druck. - Dann verlangt Voltaire ausgedehnte Änderungen an seiner Tragödie "Semiramis": "il y a une grande faute dans Sémiramis au second acte dans la scene entre assur et cédar, voyez comme il faut restituer cet endroit ...". Es folgen 20 Zeilen geänderter Text der 1749 im Druck erschienenen Tragödie; dazu Voltaires Kommentar: "... presque tout est changé dans ces pièces et dans plusieurs autres." Auch weitere Werke kommen zur Sprache: "... les melanges de litterature ont dix sept chapitres nouvaux et je travaille au 18ième. - les elements de neuton [Newton] ont été imprimez d'une manière absurde. les figures expriment souvent le contraire de ce quelles doivent exprimer. d'ailleurs cet ouvrage est refondu. les préfaces des comédies de molière ne sont pas de moy ... l'histoire generale qui est en quelque façon l'histoire de l'esprit humain est ce que m'occupe le plus: et peut-être cest de tous mes ouvrages celuy que se vendra le moins male ...". - Bedeutender Brief, in dem Voltaire gleich zu mehreren seiner Werke Stellung bezieht.

Lot 2548, Auction  127, Voss, Luise Gräfin von, Brief an den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué. 1816

Voss, Luise Gräfin von
Brief an den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué. 1816
Los 2548

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Voss, Luise Gräfin von, geb. von Berg, Berliner Salonnière ab 1808, Mitglied des Tugendbundes, stand in Kontakt mit zahlreichen Schriftstellern und Politikern, u. a. mit Jean Paul und Königin Luise befreundet, deren Biographie sie auch schrieb (1780-1865). Eigh. Brief m. U. "Luise Vos". 21/4 S. auf 2 Bl. mit Adresse. 4to. (Berlin 1816).
Ausführlich an den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué in Nennhausen. Entschuldigt sich für die Seltenheit ihrer Briefe. "... Sie wissen ja nun einmahl wie es mit mir steht in puncto des Schreibens, daß nur eine besondere Veranlassung oder ein querelliger Harnisch mich dazu bringen kann - u. doch würde ich geschrieben haben um für Ihren freundlichen Brief zu danken, wenn ich nicht an jedem Maytag erwartet hätte daß er uns den Dichter zuführen würde. Da nun aber heute der letzte Tag des Mays ist u. Sie noch nicht da sind, so ergreife ich die Feder, um schriftlich um die Absolution zu bitten, die ich mündlich zu erlangen hoffte ... Von hier weiß ich Ihnen wenig zu sagen, ausser daß Ihr Freund Segemund besser ist u. ich ihn gestern in der Justinianischen Gallerie an seinem ersten Ausgang begrüßt habe. Diese Gallerie wäre allein eine Reise hieher wehrt - sie mus aber ordentlich gründlich studirt werden, wenn man den vollen Genuß daran haben will; auch das herliche Danziger Bild ist izt noch dabey. Neuigkeiten schreibt Theodor u. wird bald erzählen - ich frage also nur nach, wie es mit der Sängerliebe steht, soll denn der Frühling vergehen ehe Sie sie uns mittheilen? - Ich erbitte sie mir ganz eigens als Begleitung in die öde Unterwelt wohin ich nun in Kurzem abgehe. Adieu lieber Fouqué - schreiben Sie mir nur immer bisweilen, auch nach Schoenfeldt, wohin die Briefe mir eine wahre Wohlthat sind ... Wissen Sie denn daß izt ein französischer Gesandter hier ist, ein Marquis de Bonay der die Undine u. einen Theil des Zauberringes übersetzt hat ...". - Charles François, Marquis de Bonnay, französischer General und hoch dekorierter Staatsmann unter der Revolutionsregierung und unter Ludwig XVIII., war ab 2. März 1816 Sondergesandter in Berlin (1750-1825). - Mit der "Justinianischen Gallerie" ist die berühmte Sammlung Giustiniani gemeint, die ein Teil des Grundstocks der Berliner Gemäldegalerie wurde. - Leicht gebräunt; ein Blatt mit 2 Eck-Abrissen, ein Ausriss am Adressblatt alt restauriert, mit Fouqués [?] Anmerkung: "Das Siegel habe ich selbst so zerrissen." - Sehr selten.

Lot 2549, Auction  127, Wright, Thomas, 2 Briefe an Stephan Ladislaus Endlicher. 1836-1838

Wright, Thomas
2 Briefe an Stephan Ladislaus Endlicher. 1836-1838
Los 2549

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Wright, Thomas, englischer Schriftsteller, Gelehrter und Altertumsforscher, Herausgeber zahlreicher mittelalterlicher Texte und Mitbegründer der British Archaeological Association (1810-1877). 2 eigh. Briefe m. U. in englischer Sprache. 5 S. auf Doppelblättern, eng beschrieben. 8vo. Paris, 28.VII.1836 und London, 30.V.1838.
Zwei Schreiben an den Wiener Botaniker, Sinologen und Philologen Stephan Ladislaus Endlicher (1804-1849). Inhaltlich dichte Briefe über altenglische und mittelalterliche Literatur, mit vielen fachlichen Anspielungen und Literaturhinweisen. Thematisiert wird u. a. die anonyme Komödie Babio, ein in 484 Versen verfasstes Elegiendrama des 12. Jahrhunderts, wobei Wright Endlicher um dessen Einschätzung bittet: "... I should like to know what you think about the Babio, and who do you think is likely to be the author of it? Do you not think that the form about the Norfolk People, and the Rhyming songs are curious? ...". Darüber hinaus berichtet Wright von seinen Arbeiten an einem Vorwort sowie seinen Studien zur Komödie Geta des Vitalis von Blois, einer der frühesten bekannten Bearbeitungen des Amphitruo von Plautus, und behandelt weitere fachliche wie persönliche Angelegenheiten, darunter den Tod seines Vaters. Namentlich erwähnt wird auch mehrfach der gemeinsame Freund Ferdinand Wolf (1796-1866), österreichischer Romanist, Bibliothekar an der Wiener Hofbibliothek und Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften in Wien. – Mit Falt- und leichten Eckknickspuren.

Lot 2550, Auction  127, Adamović, Lujo, 6 Briefe an einen Fachkollegen. 1888-1889

Adamović, Lujo
6 Briefe an einen Fachkollegen. 1888-1889
Los 2550

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Adamović, Lujo, österreich-ungarischer und jugoslawischer Botaniker, Spezialist für die Vegetation der Balkanhalbinsel und der Dinariden, Direktor des Botanischen Gartens Belgrad "Jevremovac" und Privatdozent in Wien (1864-1935). 6 eigh. Briefe m. U. In deutscher Sprache. 15 S. Kl.-8vo, teils Doppelblätter. Ragusa (Dubrovnik) und Plitvice, 17.VI.1888 - 8.I.1889.
Umfangreiche Korrespondenz an einen namentlich nicht genannten Fachkollegen, vermutlich tätig im Landesmuseum, mit wissenschaftlichen und persönlichen Mitteilungen. Adamović übersendet seinem Korrespondenten neben den Briefen mehrfach gepresste Pflanzenexemplare auf Bögen. In einem Schreiben entschuldigt er sich für die mangelhafte Auswahl der Belege: "Tief gekränkt, dass Sie mit den Pflanzen nicht zufriedengestellt wurden, beeile ich mich, Sie um Verzeihung zu bitten. Ich habe es selbst vorausgesehen, dass die Pflanzen nicht passend sind, wollte aber Ihrem Wunsche baldigst entsprechen." Die Briefe behandeln neben botanischen Fragen u. a. das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina), auch persönliche Themen. So erwähnt Adamović eine Erkrankung, die ihn "für 20 Tage nicht die Feder in die Hand greifen" ließ, sowie den Tod seines Bruders, der ihn tief erschütterte: "Ich hätte es bedeutend früher getan, kam aber leider nicht dazu wegen einer kleinen Geistesstörung infolge der, durch den Tod meines inniggeliebten Bruders, hervorgerufenen Verzweiflung." Darüber hinaus äußert er sich zu Buchpreisen und zu seiner Übersetzungstätigkeit ins Serbische sowie zu Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Publikationen. Mehrfach bittet er seinen Korrespondenten um finanzielle Unterstützung bzw. die Begleichung offener Forderungen: "Was Preis anbelangt, werde ich mit jedem Preis, was Sie mir setzen, zufrieden und vollkommen einverstanden sein. Nur möchte ich Sie höflich bitten, so gütig zu sein, mir sobald als tunlich das Geld anzuweisen wollen ... Da Ihnen meine Verhältnisse ganz genau bekannt sind, werden Sie auch diese Frechheit entschuldigen, indem Sie sich des ital. Sprichwortes ogni goccia bagna erinnern können / ein jedes Tröpfchen macht nass". – Papierbedingt gebräunt, kaum stockfleckig.

Lot 2551, Auction  127, Baer, Karl Ernst von, Brief an einen Professor wegen einer Buchauktion. Um 1870

Baer, Karl Ernst von
Brief an einen Professor wegen einer Buchauktion. Um 1870
Los 2551

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Baer, Karl Ernst von, Mediziner und Naturforscher, Embryologe, Zoologe, Anthropologe, Geograph und Forschungsreisender, Professor in Königsberg und St. Petersburg (1792-1876). Eigh. Brief m. U. "Dr v Baer". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. O. O. 4.IX. (wohl um 1870).
An einen Professor, den er bittet, bei einer Buch-Auktion auf Verschiedenes, darunter die "Zeitschrift für Wissenschaftliche Zoologie", für sich (v. Baer) zu bieten. "... Haben Sie die Güte, bis 7 Rtl zu gehen, weiter möchte ich nicht. - Unter den kleinen Flugschriften sind auch einige, die ich zwar nicht kenne, aber kennen lernen möchte. Auf 3 derselben bitte ich für mich bis zu der mir auf dem Beiblatt notirten Höhe freundlichst zu bieten ...".

Lot 2552, Auction  127, Becker, Alexander, 4 Briefe und Karte an Fachkollegen. 1884-1897

Becker, Alexander
4 Briefe und Karte an Fachkollegen. 1884-1897
Los 2552

Schätzung
280€ (US$ 318)

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Becker, Alexander, russlanddeutscher Organist, Entomologe und Botaniker, tätig im Gebiet des Kaukasus und der unteren Wolga (1818-1901). 4 eigh. Briefe und 1 Karte m. U. Zus. 9 S., eng beschrieben. Sarepta, 16.XII.1884 - 25.IV.1897.
An verschiedene Fachkollegen, darunter die österreichischen Botaniker Richard Wettstein (1863-1931) und Eugen von Halácsy (1842-1913). Fachkorrespondenz über botanische Präparate, Pflanzensendungen und Artenbestimmungen, Preisverhandlungen sowie den Austausch wissenschaftlicher Materialien. Mit Mitteilungen "von der Flora der Sarepta", Danksagungen für Ertragsauszahlungen und Hinweisen auf den Verkauf und Weiterverkauf seiner Pflanzenpräparate und weiteres mehr. – Ein Brief von 1884 papierbedingt etwas stärker gebräunt und mit Faltspur am Rand.

Lot 2553, Auction  127, Bernoulli, Carl Gustav, Brief an Eugen v. Halacsy. Guatemala 1869.

Bernoulli, Carl Gustav
Brief an Eugen v. Halacsy. Guatemala 1869.
Los 2553

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Bernoulli, Carl Gustav, Schweizer Arzt, Botaniker und Forschungsreisender sowie Mitglied der Basler Gelehrtenfamilie Bernoulli, bekannt durch seine botanischen und archäologischen Forschungen in Mittelamerika (1834-1878). Eigh. Brief m. U. 2 S. 8vo. Mazatenango (Guatemala), 11.IV.1869.
An an den Wiener Botaniker Eugen von Halacsy (1842-1913). Bernoulli schreibt aus Mazatango (Guatemala) und berichtet: "... Seit vorigem Dezember bin ich wieder in meiner amerikanischen Heimath zurück", er habe sich jedoch erst jetzt melden können, "weil es mir bisher unmöglich gewesen ist, mich mit Botanik zu beschäftigen". Seine "Arbeiten in meiner Hacienda" und die "medizinische Praxis" hätten "alle meine Zeit in Anspruch genommen". Er teilt mit, dass er nach einer Reise in die Hauptstadt "nun wieder etwas mehr Ruhe" habe und sich "ein wenig aufs Beobachten und Sammeln legen" könne. Eine neue botanische Sendung nach Europa stellt er in Aussicht, merkt jedoch an, dass "Orchideen ... wahrscheinlich auch nicht sehr viele dabei sein" würden, "da die Hauptblüthezeit für diese Familie" gerade vorüber sei. Überdies schildert Bernoulli einen dramatischen Zwischenfall auf der Reise: "... Auf meiner Reise hierher habe ich an der Küste von Cuba Schiffbruch gelitten und [bin] nur mit Noth mit dem Leben davongekommen." Dabei habe er sein "sämtliches Gepäck verloren, damit auch alle meine geographischen und botanischen Notizen", einschließlich jener Aufzeichnungen, "die Sie mir mitgetheilt hatten". Trotz dieses Rückschlags hofft er, "sobald ich eine Sendung nach Europa machen kann", wieder schreiben zu können. – An den Ecken leicht angeschmutzt, gefalzt und mit geringen Gebrauchsspuren.

Lot 2554, Auction  127, Bernoulli, Johann III, Brief an den Bibliotheks-Sekretär F. W. Strieder in Kassel. 1781

Bernoulli, Johann III
Brief an den Bibliotheks-Sekretär F. W. Strieder in Kassel. 1781
Los 2554

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Bernoulli, Johann III., aus der Schweiz stammender Mathematiker und Kgl. preußischer Astronom, Leiter der Berliner Sternwarte, Mitglied der Berliner Akademie, Ehrenmitglied der russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, besuchte Kant in Königsberg, wurde in Köpenick beerdigt (1744-1807). Eigh. Brief m. U. "Bernoulli". In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 4to. Berlin 9.I.1781.
An den Bibliotheks-Sekretär Friedrich Wilhelm Strieder in Kassel. Begleitschreiben zu einer bestellten Büchersendung, nämlich dem 1. Band von Bernoullis "Sammlung kurzer Reisebeschreibungen" (18 Bde, Berlin 1781-1786). Sendet "die drey von Ihnen gütigst bestellte Exemplare meines ersten Bandes, als 2 andere für Cassel, und drey nach Coblenz, Giessen u. Frankfurth bestimmte, welche ich bitte mit der fahrenden Post, unfrankirt wenn es nicht unmöglich ist, abgehen zu lassen. In eines der Ihrigen lege ich ein Zweyguldenstück Conv. Münze wovon die Hälfte meine Prenumeration auf den 1ten Band der Hess. Gel. Gesch. liquidirt; die andere bestimmt ist, die Ausgaben dieses Transports zu bestreiten ...". Beklagt sich, dass Buchhändler sich weigern, solche Sendungen zu organisieren, und leitet die Nachricht eines Herrn Dohm weiter. - Friedrich Wilhelm Strieders "Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte. Seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten" erschien in 37 Bänden von 1781 bis 1819 in Kassel und Göttingen.

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Lot 2555, Auction  127, Billroth, Theodor, Signiertes Rezept mit 3 Beilagen. 1879

Billroth, Theodor
Signiertes Rezept mit 3 Beilagen. 1879
Los 2555

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Billroth, Theodor, Wiener Chirurg, musikhistorisch durch seine Freundschaft mit Johannes Brahms bekannt (1829-1894). Eigh. Rezept m. U. "Th Billroth". 1 S. Schmal-8vo (17 x 7 cm). Wien 7.VII.1879.
Mit der arzt-üblichen schlechten Schrift stellt Billroth ein Rezept aus, das u. a. Penicillin enthält. - Beiliegend 3 eigenhändig beschriftete Visiten-Karten von gleichfalls berühmten Medizin-Professoren: Emil du Bois-Reymond, Ernst Schweninger und Franz von Soxhlet.

Lot 2556, Auction  127, Bötticher, Adolf, Brief an Rosa von Gerold.1883

Bötticher, Adolf
Brief an Rosa von Gerold.1883
Los 2556

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Bötticher, Adolf, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger (1842-1901), technischer Leiter der deutschen Ausgrabungen in Olympia, später Provinzialkonservator für Ost- und Westpreußen. Eigh. Brief m. U. 2 S. auf Doppelblatt. 8vo. Berlin 7.VII.1883.
An die Wiener Schriftstellerin und Salonnière Rosa von Gerold (1829-1907) gerichtet. Bötticher äußert seine Freude über deren Reiseerfahrungen in Griechenland ("... daß auch Ihnen ein freilich nur kurzer Aufenthalt in Athen und Corfu vollen Genuß bereitet hat") und berichtet von seiner angeschlagenen Gesundheit, da er sich "nur langsam von meinem Schlaganfalle erhole, der mich im verflossenen Dezember ereilt hat" und ihn derzeit "nur Krakelfüße machen" lasse. Er hoffe, bald wieder "von Athen und speziell von seiner Burg erzählen" zu können, und erwähnt die geplante Überarbeitung seines 1883 bei Julius Springer in Berlin erschienenen Werkes Olympia. Das Fest und seine Stätte. Nach den Berichten der Alten und den Ergebnissen der Deutschen Ausgrabungen, das "bald einer neuen Auflage bedürfen wird" und "überarbeitet und etwas besser ausgestattet" erscheinen solle. – Mit zwei Faltspuren, zweite Vacat-Seite an der Falz mit kl. Einriss.

Borzì, Antonino
3 Briefe und eine Karte an Eugen von Halácsy. 1876-1880
Los 2557

Schätzung
180€ (US$ 205)

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Borzì, Antonino, italienischer Botaniker, Professor für Botanik an den Universitäten von Messina und Palermo, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Palermo (1852-1921). 4 eigh. Briefe m. U. (darunter 2 Doppelblätter und 1 Briefkarte). Zusammen 8 S. Kl.-8vo. 3 Briefe in deutscher, einer in italienischer Sprache. Messina, 9.XII.1876 - 18.VI.1880.
An Eugen von Halácsy (1842-1913), Wiener Botaniker und Arzt ungarischer Herkunft. Vorwiegend fachliche Korrespondenz über den Austausch botanischer Präparate, insbesondere sizilianischer Pflanzen. Borzì entschuldigt sich in einem Schreiben für seine unzulängliche deutsche Sprache und berichtet von seinen durch ungünstige Witterung erschwerten Sammelarbeiten in Messina. In den weiteren Briefen erörtert er den Versand eines Pflanzenpakets über Triest, verweist auf logistische Schwierigkeiten und erwähnt die Vorbereitung von rund hundert sizilianischen Exemplaren, darunter mehrere seltene Arten ("Linaria triphylla, Linaria reflexa, Euphorbia spinosa" u. a.). Ferner kündigt er eine Reise in die Toskana und nach Oberitalien an. – Papierbedingt gebräunt und leicht fleckig.

Lot 2558, Auction  127, Botaniker, Konvolut von 22  Briefen und 5 Briefkarten.Ca 1832-1905

Botaniker
Konvolut von 22 Briefen und 5 Briefkarten.Ca 1832-1905
Los 2558

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Botaniker. - Sammlung von 22 eigenhändigen Briefen und 5 Briefkarten. Ca. 1832-1905.
Briefe und Postkarten von Botanikern und Naturforschern aus Deutschland, der Schweiz, Belgien und Australien, meist von regem wissenschaftlichem und fachbezogenem Inhalt.

Vorhanden: I. Paul Ernst Emil Sintenis, Botaniker und Reiseschriftsteller (1847-1907). 4 eigenh. Briefe. Kupferberg und Çukurova (Südtürkei) 2. II.1874 bis 4. X. 1902. - II. Hans Schinz, Schweizer Forschungsreisender und Botaniker (1858-1941). 1 eigenh. Brief und 1 Karte. Zürich 1892-1889. - III. Max Koch, Botaniker, deutsch-australischer Kaufmann, Seemann, Farmer und Pflanzensammler (1854-1925). 4 Briefe. Lyndhurst 1899-1900. - IV. Alexandre Louis Simon Lejeune, belgischer Arzt und Botaniker (1779-1858). 3 Briefe. 1832-1835. - V. Emilio Levier, Schweizer Botaniker und Mediziner (1838-1911). 5 Briefe und 1 Karte. Florenz 28. XII. 1870 - 31. VII. 1903. - VI. Franz Buchenau, Botaniker und Lehrer (1831-1906). 5 Briefe und 3 Karten. Bremen 1885-1905. - Unterschiedlich erhalten; teils mit altersbedingten Gebrauchsspuren, vereinzelt Knickspuren.

Lot 2559, Auction  127, Dohi, Keizo, Brief und Karte an Rosa von Gerold. 1901

Dohi, Keizo
Brief und Karte an Rosa von Gerold. 1901
Los 2559

Schätzung
300€ (US$ 341)

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"....an einem Orte, wo die Götter in jener reizenden Homer'schen Mythologie ihre Scene gespielt haben!"
Dohi, Keizo, japanischer Mediziner, Begründer der modernen japanischen Dermatologie, Schüler von Moriz Kaposi und Vertreter der "Wiener Schule der Dermatologie" (1866-1931). Eigh. Brief m. U. 3 S. auf Doppelblatt. Kl.-8vo. Und 1 Visitenkarte mit gedrucktem Namenszug und einer 6-zeiligen eigh. Geburtstagswidmung m. U. Beide Stücke in deutscher Sprache. Tokio, 29.XI.1901.
An die Wiener Schriftstellerin und Salonnière Rosa von Gerold (1829-1907), bekannt durch ihre Reiseliteratur und als Gastgeberin eines literarischen Salons. Dohi erinnert sich an die angenehmen Gesellschaftsabende während seines studienbedingten Aufenthalts in Wien, wo er sich unter Moriz Kaposi (1837-1902) an der dermatologischen Klinik fortbildete. Er empfiehlt ihr zudem seinen Freund, den japanischen Gesandtschaftssekretär D. Hida, Schwiegersohn des bekannten Staatsmannes Graf Inoue Kaoru (1836-1915), mehrfacher japanischen Außenminister der Meiji-Zeit. Beiliegend lässt er ihr zwei kleine Präsent-"Schächtelchen" überreichen. Dohi nimmt am Schluss Bezug auf einen früheren Brief der Adressatin aus Korfu, wo sie sich auf einer ihrer Reisen befand, und schreibt: "Es ist sehr schön von Ihnen, gnädige Frau, daß Sie auch in einer fernen Reise an mich gedacht haben, und gerade an einem Orte, wo die Götter in jener reizenden Homer'schen Mythologie ihre Scene gespielt haben!" - Beiliegend seine Visitenkarte mit gedrucktem Namenszug und Geburtstagsglückwünschen. – Zweifach gefalzt und etwas braun- und stockfleckig. – Beigegeben: H. Watanabe, wohl japanischer Diplomat oder Gelehrter. Eigh. Brief m. U. in englischer Sprache. Doppelblatt. 8vo. (Wien) 30. XII. 1891. - Ebenfalls an Rosa von Gerold adressiert. Einladungsschreiben zum Neujahrsdinner am 5. Januar 1892 bei Familie Watanabe in Wien. Er bittet die Adressatin, gemeinsam mit ihrer Bekannten, einer gewissen Martha Righter, an einem geselligen Abend mit japanischen Gästen teilzunehmen - "For this party all japanese only assemble together to amuse themselves for new year who are all acquainted with you ...".

Lot 2560, Auction  127, Edison, Thomas Alva, Signierte Visitenkarte. Wohl um 1900

Edison, Thomas Alva
Signierte Visitenkarte. Wohl um 1900
Los 2560

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Edison, Thomas Alva, amerik. Ingenieur und Erfinder (1847-1931). Visiten-Karte mit eigh. Signatur "Thomas A Edison". 5,5 x 9,5 cm. O. O. (wohl um 1900).
Leichte Gebrauchsspuren.

Lot 2561, Auction  127, Faraday, Michael, Brief an einen Wissenschaftler. 1853

Faraday, Michael
Brief an einen Wissenschaftler. 1853
Los 2561

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Faraday, Michael, engl. Naturforscher, einer bedeutendsten Experimentalphysiker, entdeckte zahlreiche physikalische und chemische Gesetze, Namensgeber des "Faradayschen Käfigs" (1791-1867). Eigh. Brief m. U. "M Faraday". 11/2 S. Doppelblatt. 8vo. (London), Royal Institution, 19.XII.1853.
An einen Wissenschaftler, der sich mit einer Bewerbung an ihn gewandt hatte. "... Though I am not familiar with the department of practical knowledges all important as it is, to which they relate yet I can respect ... its matters ...". Erörtert die ihn erwartenden Ansprüche und Probleme. "... How much healthy, mental pleasure must have been added to that portion of engagement which you would desire for the beauty of the country itself ...".

Lot 2562, Auction  127, Faraday, Michael, Brief an einen Mr. Irving. 1856

Faraday, Michael
Brief an einen Mr. Irving. 1856
Los 2562

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Faraday, Michael (1791-1867). Eigh. Brief m. U. "M Faraday". 1 S. Doppelblatt. 8vo. (London) Royal Institution, 19.III.1856.
An einen Mr. Irving. Über den Fund eines alten Papiers mit der Beschreibung eines Messgerätes, von Faraday auf das Jahr 1836 datiert. "... I would not at all remember it."

Lot 2563, Auction  127, Freud, Sigmund, Eigenhändiges Diagramm über "Sexualerlebnisse unter Affekt". 1926

Freud, Sigmund
Eigenhändiges Diagramm über "Sexualerlebnisse unter Affekt". 1926
Los 2563

Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)

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Freud, Sigmund, österr. Arzt, Begründer der Psychoanalyse (1856-1939). Eigh. Diagramm über Sexualverhalten in Altersstufen. 1 S. Mit einem Umschlag. Quer-gr. 8vo. (Wien, Januar 1926?).
"Sexualerlebnisse, die unter Affekt (Sexdifferenz) erweckt werden, wobei Denkhemmung entsteht". Tabelle mit Freuds Eintragungen von menschlichen Altersstufen mit Zuordnung von Sexualverhalten und dessen Erklärung. Rückseitig 2 Notizen: "Der Freiheit letzter Schluss! (vor-)?". - "Vorsicht! Nicht stürzen!" - Beiliegend ein Briefumschlag, gestempelt Wien 29.I.1926 und adressiert an ein "Fräulein" in Berlin. Ob der Umschlag zu dieser Tabelle gehört, ist nicht ganz sicher.

Gagern, Hans Christoph von
Brief an den Verleger Wilmans. 1808
Los 2564

Schätzung
120€ (US$ 136)

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Gagern, Hans Christoph Freiherr von, Staatsmann und Historiker, oberster Gerichtspräsident und leitender Minister des Fürstentums Nassau, Vater des Politikers Heinrich von Gagern, ab 1813 in preußischen Diensten unter dem Freiherrn vom Stein, dessen Briefe er auch herausgab (1766-1852). Eigh. Brief m. U. "v Gagern". 11/2 S. 4to. Wiesbaden 10.II.1808.
An den Verleger Wilmans in Frankfurt a. M., dem er das Manuskript zu seinem Buch "Die Resultate der Sittengeschichte. Bd I: Die Fürsten" übersendet und Bedingungen nennt, da das Buch nicht ohne politische Brisanz ist. "... Es wird wohl leserlich seyn. Ob auch lesbar, das ist eine andere Frage. Ich habe so viel Vertrauen auf Ihre Redlichkeit und Rechtlichkeit als auf Ihren Kunstfleiß. Daher genehmige ich ohne Discussion alles was Sie schreiben. Bestimmen Sie den Vorschuß den ich leisten soll ... Sie wählen also gute Setzer und Correctoren. - 1. Es hängt von Ihnen ab auf das Titelblatt den Nahmen des Druckortes und Verlages zu setzen. - 2. Meine Initial-Buchstaben sind so deutlich, daß sich niemand irren wird und das Incognito ist auch nicht mein Zweck. ... 5. Sonst habe ich alles, Dedication, Inhalt etc. so schreiben lassen, wie ich auch wünsche, daß es in der Naehe gedruckt werde ...". - Auf Gagerns "Resultate der Sittengeschichte", die in 9 Teilen bis 1847 erschienen, folgte ab 1813 eine vierbändige "Nationalgeschichte der Deutschen", während Gagern sich zugleich weiterhin bis an sein Lebensende intensiv politisch betätigte.

Lot 2565, Auction  127, Gruson, Johann Philipp, Brief an den Verleger Franke. 1793

Gruson, Johann Philipp
Brief an den Verleger Franke. 1793
Los 2565

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Gruson, Johann Philipp (urspr. Jean-Philippe), Berliner Mathematiker und vielseitiger Schriftsteller hugenott. Herkunft, Professor am Kadettenkorps, an der Bauakademie und an der Friedrich-Wilhelms-Universität, Erfinder einer Rechenmaschine, veröffentlichte zahlr. Werke zur Mathematik, reformierte den Mathematik-Unterricht, war Träger des Roten Adler-Ordens und ordentl. Mitglied der Preuß. Akademie der Wissenschaften (1768-1857). Eigh. Brief m. U. "Gruson" sowie Adresse und Siegel. 3 S. Doppelblatt. 8vo. Berlin 12.II.1793.
An den Verleger Franke, dem er zwei Manuskripte schickt und etliche weitere anbietet. "... 1. Von der Eitelkeit mehr zu verlangen als nöthig ist. Aus dem englischen übersetzt. Die Abh. ist zwar nur einen Bogen stark, aber sehr gut ausgeführt, u. wenn ich nicht irre, so verlegen die Herren Buchhändler lieber kleine als weitläuftige oder große Werke. 2. Des griechischen Weltweisen Sallust, Abhandlung von den Göttern u. der Welt, mit kurzen Anmerkungen. Ich denke ich habe bey dieser vortreflichen Schrift als Übersetzer meine Pflicht gethan, sie enthält 5 Bogen, u. ist Sr Excellenz von Wöllner gewidmet. Ich denke daß Sie es gewiß billig finden werden wenn ich für jeden dieser Bogen nur ein Friedrichsdor verlange. - Da ich noch nicht lange von Magdeburg hier bin, so ist diese meine erste Schrift die ich hier verlegen laße, sonst habe ich immer außerhalb vorzüglich in Halle bey Hendel alles in Verlag gegeben. Allein ich fänge an, die Schwierigkeit u. das unangenehme zu empfinden, welches ein von dem Verfasser weit entlegener Druckort ist ... u. frage zugleich an ob EE. ausser diesen 6 Bogen, auch ähnliche kleine Abhandlungen, die ich fertig liegen habe, bis zur Oster-Messe liefern können u. wollen ... Ausserdem habe ich eine sehr gute Sammlung ebenfalls von 50 bis 60 B. von Kinderschauspielen gesammlet, meisten Theils aus dem englischen u französischen uebersetzt ... Es ist billig daß Sie den Mann näher kennen mit den [!] Sie in solche Unterhandlungen treten sollen. Ich bin durch einige mathem. u. physikal.-physophische [!] Schriften, u. Romane bekannt, neuerlich erst durch eine erfundene Rechenmaschine, u. durch eine Sammlung algebraischer Aufgaben, nebst Einleitung in die Buchstabenrechenkunst u. Algebra, wovon der erste Theil bey Hr. Hendel in Halle erschienen ist, u. jede Messe fortgesetzt wird, auch wird zu Michaelis bey Hr. Oemigke dem jüngern eine Anleitung zur Buchstabenrechenkunst erscheinen ...". Erbittet für "morgen Nachmittag" den Besuch des Verlegers. - Die genannte "Excellenz von Wöllner" war der umstrittene Theologe, Landwirt, Minister, Freimaurer und Rosenkreuzer Johann Christoph von Woellner (1732-1800), der bekanntlich großen Einfluss auf König Friedrich Wilhelm II. von Preußen ausübte.

Lot 2566, Auction  127, Herschel, Sir John F. W., 2 Briefe an Fachkollegen. 1839-1864

Herschel, Sir John F. W.
2 Briefe an Fachkollegen. 1839-1864
Los 2566

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Herschel, Sir John F. W., engl. Astronom, Entdecker zahlreicher Sternnebel und Sternhaufen, Pionier der Stellarphotographie, führte die Bezeichnungen "Negativ" und "Positiv" in die Photographie ein (1792-1871). Eigh. Brief m. U. "J. F. W. Herschel". 4 S. Doppelbl. mit Adresse. Slough 23.VI.1839.
An den Astronomen Kreil am Observatorium in Mailand. Umfangreicher Brief über wissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter eine Übersetzung von Gauß' Aufsatz über Magnetismus. Auch diesem Brief fügte er (hier nicht mehr vorhandene) "papers" bei, mit denen er bestimmte Ansichten widerlegte. "... I am not sorry on the whole that it was so as an opportunity now offers to accompany this letter with some papers which cannot fail to interest you. - You will see by them, that the British Govt. and the East Indian Company have taken of the subject of terrestrial magnetism on a scale worthy of the subject and of our nation and we may justly hope therefore that in every country in Europe there will be found observers ready to avail themselves of so important an opportunity for extending corresponding their nations on the system of the German Magnetic Association, and communicating their results to the Royal Society ...". Geht dann noch weiter auf dieses und auf meteorologische Themen ein. - Beiliegend ein weiterer eigh. Brief Herschels (22/3 S. 8vo. Colingwood 1864) an einen anderen Adressaten; gleichfalls über fachliche Angelegenheiten.

Liebig, Justus von
Eigenhändiges Manuskript-Fragment zu seinem Werk "Die Tier-Chemie". 1846
Los 2567

Schätzung
8.000€ (US$ 9,091)

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Liebig, Justus von, der große Chemiker (1803-1873). Eigenhändiges Manuskript (Rohfassungt). 60 Bl., meist einseitig eng beschrieben und oftmals aus mehreren Teilen zusammengesetzt oder ergänzt. Gr. 8vo, 4to und folio (gefaltet). Lose Bl., einzeln eingelegt jeweils zwischen Büttenblätter in einer modernen Ledermappe, diese wiederum in einer modernen Leinen-Kassette. O. O. (ca. 1846-1847).
Umfangreiches, stark korrigiertes und vielfach durch montierte Textstreifen gebildetes oder ergänztes Rohmanuskript zu Liebigs Werk "Die Thierchemie, oder die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologe und Pathologie", zuerst 1842 in Braunschweig erschienen. Bei unserem Manuskript handelt es sich wohl um einen Teil der 3., veränderten Auflage von 1847 (Paoloni 494). Liebig hat seine "Organische Chemie" für die 3. Auflage erstmals umgearbeitet, vor allem den 2. Teil, und dazu seinen mehr allgemeinen Betrachtungen der 1. und 2. Auflage nun wissenschaftliche Untersuchungen zugrunde gelegt. Bei Vergleich unseres Manuskripts mit dem Druck zeigt sich, dass das Manuskript einen Großteil der Kapitel 18-22 sowie den nahezu kompletten 2. Teil, "Die Metamorphosen der Gebilde" - "Die Methode", umfaßt. Allerdings enthält unser Manuskript wesentlich mehr Text, vor allem für den 2. Teil, während sich in den Kapiteln 18-22 hauptsächlich Wort- und Satzänderungen zeigen. Ein Blatt enthält rückseitig das Datum "Gießen 11 Febr. 1846", was auch auf benutztes Konzeptpapier hindeuten kann, jedoch immerhin einen Terminus post quem bietet. - Wertvolles Zeugnis der Arbeitsweise und Präsentation unbekannter Texte des großen Gelehrten. - Wissenschaftliche Manuskripte Justus von Liebigs, insbesondere von solchem Umfang, sind von größter Seltenheit.

Lot 2568, Auction  127, Martius, Carl Friedrich Philipp von, Brief an den Berliner Kartographen Heinrich Kiepert. 1856

Martius, Carl Friedrich Philipp von
Brief an den Berliner Kartographen Heinrich Kiepert. 1856
Los 2568

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Martius, Carl Friedrich Philipp von, bayerischer Naturforscher, Botaniker und Ethnograph, bereiste 3 Jahre Brasilien mit dem Amazonasgebiet (1794-1858). Eigh. Brief m. U. "Martius". 3 S. auf 2 Bl. Gr. 8vo. Schlehdorf bei Murnau 21.IX.1856.
Umfangreicher Brief an den Berliner Geographen, Kartographen und Universitätsprofessor Heinrich Kiepert (1818-1899), dessen Besuch aus Österreich er "mit größter Freude" erwarte. Gibt ausführliche Empfehlungen zu verschiedenen Reiserouten nach Murnau, einschließlich eines Treffens mit seinem Bruder, dem Pharmakologie-Professor Theodor Martius, der sich zur Kur in Bad Reichenhall aufhalte. Zeigt sich interessiert an Kieperts Eindrücken von der Alpenwelt und hofft, ihm "dann auch noch einige Punkte in unserem schönen Gebirg, favente coruscante Phoebo, zeigen zu können".

Lot 2569, Auction  127, Moleschott, Jacob, Brief an einen Kollegen. 1885

Moleschott, Jacob
Brief an einen Kollegen. 1885
Los 2569

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Moleschott, Jacob, niederländ. Physiologe, studierte in Deutschland, Professor für Physiologie in Rom (1822-1893). Eigh. Brief m. U. "Jac. Moleschott". In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Rom 12.VIII.1885.
An einen Kollegen. "... am 23. August begeht die Stadt Pistoja eine Feier zu Ehren Pacini's. Ich selbst habe versprochen bei der Gelegenheit dort zu reden. - Ich werde Ihnen außerordentlich verbunden sein, wenn Sie mir rechtzeitig einige Zeilen schicken wollen, in denen Sie erklären, daß Sie im Geiste der Feier beiwohnen. Ich wünsche die betreffenden Briefe berühmter Verehrer Pacini's der Stadt Pistoja als Andenken zu überlassen ...". - Der Anatom Filippo Pacini (1812-1883) gilt u. a. als der Entdecker des Cholera-Erregers.

Lot 2570, Auction  127, Palibin, Iwan Wladimirowitsch, 4 Briefe an einen Fachkollegen. St. Petersburg 1909-1912

Palibin, Iwan Wladimirowitsch
4 Briefe an einen Fachkollegen. St. Petersburg 1909-1912
Los 2570

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Palibin, Iwan Wladimirowitsch, russischer Botaniker und Paläobotaniker, Professor, Direktor mehrerer Botanischer Gärten (u. a. Batumi, Leningrad), Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (1872-1949). 4 eigh. Briefe m. U. In deutscher Sprache. Zus. 9 S. 8vo bis Folio. St. Petersburg 28.III.1909 - 6.XI.1912.
Wissenschaftliche Korrespondenz über Flechtensammlungen aus Nordrussland, der Küste des Stillen Ozeans, der nördlichen Mongolei und Transbaikalien. Palibin übersendet mehrfach Sammlungen ("eine kleine Sammlung von Flechten aus nordrussischem Gebiet, etwas nach Süden von der Mündung des Flusses Amur") und bittet um deren Bearbeitung, Bestimmung und gemeinsame Publikation in deutscher Sprache. Er behandelt sowohl "Phanerogamen" als auch "Cryptogamen" und erwähnt den russischen Reisenden, Offizier W. K. Arsenjew, dessen Material er gemeinsam mit dem finnischen Botaniker Viktor F. Brotherus (1849-1929) und dem Adressaten auswerten un publizieren möchte. Außerdem weist er auf einen weiteren Gelehrten hin, der die Bearbeitung der Meeresalgen der Ozeanküste übernehmen müsste, und fragt: "Kennen Sie nicht vielleicht, Herr Doctor, einen Gelehrten für diese Arbeit?" Die Publikation schlägt er in den "Annalen" des Adressaten oder in einer Ausgabe der "Kaiserl. Akad. der Wissenschaften zu St. Petersburg" vor. In weiteren Schreiben erkundigt er sich nach dem Erhalt der Sendungen, berichtet von neuen Sammlungen aus dem östlichen Transbaikalien, beschreibt Standorte und klimatische Bedingungen ("die Gegend ist sehr interessant in floristischer Hinsicht, da sie noch bis jetzt sehr wenig bekannt ist") und schildert ein Missverständnis im Botanischen Museum, bei dem ein Kasten seiner Flechten versehentlich fehlgeleitet wurde.

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