153050

Lose pro Seite


Lot 1061, Auction  127, Parabaik, 3 birmanische (burmesische) Leporellos mit Illustrationen in Federzeichnung und Text

Parabaik
3 birmanische (burmesische) Leporellos mit Illustrationen in Federzeichnung und Text
Los 1061

Schätzung
800€ (US$ 909)

Details

Los merken

Parabaik. 3 birmanische (burmesische) Leporellos mit Illustrationen in Federzeichnung und Text auf Khoi Papier. Zwischen 12 x 37 und 17,5 x 40,5 cm. Birma (auch Burma, heute Myanmar) Ende 19. bis Anfang 20. Jahrhundert.
Parabaik-Leporellos auf Khoi Papier, einer Art Rinde, die dem Maulbeerbaum-Papier vergleichbar ist. . Vorhanden sind zwei schwarze und ein weißes Parabaik. Die beiden schwarzen, kleineren enthalten meist naturwissenschafrtlich-technische oder lexikalische Texte, die weißen hingegen zeigen die Welt der Götter oder das Leben am Hofe.

1) Schwarzes Parabaik, wohl ein astronomisches Parabaik. 20 Kompartimente 12 x 37 cm. Ausgefaltet 240 x 37 cm. Birmanische Abugida in Schwarz, Rot und Violett. Mit figurativen und geometrischen Tabellen, Zeichnungen in Feder, mit Rot und grauem Bleistift gehöht, Kämpfer und Tierkreiszeichen darstellend. Schwarz-dunkelbraune Khoi-Deckel.

2) Schwarzes Parabaik, wohl mit enigmatischen Weissagungen und religiösen Prophezeihungen. 12 Kompartimente. 17 x 39 cm. Ausgefaltet 204 x 39 cm. Birmanische Abugida in Schwarz, Rot und Bleistift. Mit zentralem Schlangegeflecht-Symbol und 10 figürlichen Darstellungen sowie Tabellen und kalligraphisch umschriebenen Symbolfiguren. Teils in Feder, Bleistift mit Rot gehöht. Schwarz-dunkelbraune Khoi-Deckel.

3) Großes weißes Parabaik, mit Darstellungen der göttlichen Sphären, Schöpfungsgeschichte nach dem Theravada-Buddhismus. 18 Kompartimente. 17,5 x 40,5 cm. Ausgefaltet 315 x 40,5 cm. Birmanische Abugida in schwarzer Feder und ca. 40 Federzeichnungen in schwarzer Tinte: Menschen im Paradies und der Hölle (mit drastischen Darstellungen der Folter im Naraka und der Wiederausferstehung im Nat-pyi), alles in bemerkenswert feinen, überaus phantasievollen Zeichnungen. Besonders reizvoll sind hier sicherlich die verschiedenen Nga-ye-Sphären der 16 Höllenbereichen, die sich in acht kalte Orte (ein Teufel stürzt eine Frau den Berg hinunter oder ersäuft sie im kalten Wasser, ein Jüngling wird gekreuzigt, oder ihm kopfüber die Glieder gebrochen) und acht heiße Orte teilt (Teufel kochen die Seelen in den Kesseln und verbrennen die Menschen im Höllenfeuer). Weiße gestrichene Khoi-Deckel mit schwarzer Lackverzierung in Rahmenform.

Indische Berufe
7 farbige Originalzeichnungen
Los 1062

Schätzung
120€ (US$ 136)

Details

Los merken

Indische Berufe. 7 farbige Originalzeichnungen. Aquarelle und Gouache über Federzeichnung auf Bütten, unten teils betitelt. Je 38,5 x 24 cm. Indopersischer Raum 19. Jahrhundert.
Dargestellt sind Männer und Frauen in traditionellen Gewändern, jeweils als Vertreter verschiedener Berufe. – Leicht stockfleckig. Ecken bestoßen.

Ibn al-Dschazari
Persisches Gebetbuch mit Texten aus Ibn-al-Gazans
Los 1063

Schätzung
2.500€ (US$ 2,841)

Details

Los merken

Ibn al-Dschazari (auch: Ibn al-Jazari bzw. Ibn-al-Gazari, Muhammad Ibn-Muhammad). Kitab al-hisn al-hasin min kalam saiyid al-mursalin (arabice: Abhandlung über Zeiten und Gelegenheiten zum Gebet für den Propheten Muhammad, zusammengestellt nach Traditionswerken). Persische Handschrift mit prachtvoller Illumination auf gelatiniertem Büttenpapier. 298 nn. Bl. 9 Zeilen mit den Versen in schwarzer Naskhi-Schrift und interlinearer Farsi-Übersetzung in Nastaliq-Duktus. Jede Seite mit breitem Goldrahmen in vielfachem schwarzen und blauem Lineament, Zeilentrennern in goldgefülltem Doppellineament, Auszeichnungen in roter Tinte und 7 besonders reich vergoldeten Doppelzierseiten Sar-lauh im Stil der typischen Carpet Pages in Lapislazuli-Blau mit breiter Rahmenornamentik in Blattgold, Lapisblau und teils mit Goldblumen und floralen Elementen in Hellblau, Rot, Orange und Grün. Schriftraum: 13,2 x 6,5 cm. Format: 19 x 12,5 cm. Schlichter schwarzbrauner Lederband des 19. Jahrhunderts (stärker berieben und beschabt, teils überarbeitet bzw. alt restauriert) mit goldgeprägten Deckelfileten (diese ebenfalls berieben). Persien (Shiraz, Isfahan?) 18. Jahrhundert.
Besonders schöne, kostbar illuminierte Handschrift mit sieben doppelblattgroßen Zierseiten "Sar-lauh", sogenannten "Carpet Pages", die den Text mit besonders üppigen, breiten Bordüren einfassen. Es handelt sich um das Hauptwerk des Korangelehrten Ibn al-Dschazari (1350-1429), eine Zusammenstellung aus den bedeutendsten Koranrezitatoren bis zum 15. Jahrhundert mit mystischen Gebeten und Erbauungstexten. Ibn al-Dschazari schrieb über die Auslegung von Hadithen und Fiqh, islamische Rechtswissenschaft, Geschichte und die arabische Sprache, aber eben auch über die Deutungsmöglichkeiten des Koran.
Während der mystisch-heiligen Urtexte in hoher aufrecht gezogener, minimal nach links kippender schwarzen Kalligraphie im Naskhi-Duktus und mit Auszeichnungen in Rot, etwa für den Gottesnamen "Allah", "Der Mächtigste", "Der Allerbarmer" etc., geschrieben wurde, sind in den schmaleren Zeilen dazwischen - jeweils unter dem arabischen Urtext - Übersetzungen in Farsi im Nastaliq-Duktus. Die Textanlage mit den interlinearen Übersetzungen ist typisch für die Koranschulen und Schreiberwerkstätten in Isfahan oder Shiraz, teils auch in Teheran, in der Übergangszeit vom späten Safawiden- zum Qajar-Reich (18. und 19. Jahrhundert). Die Künstler der Kitabkhana (Werkstätten bzw. Schreiberateliers) zeichneten sich nicht nur durch eine Rückbesinnung auf klassische Stile, sondern auch durch neue, phantasievolle Ornamente aus, die ganz besonders minutiös und nuanciert ausgearbeitet waren, so daß Koran- und Gebetshandschriften entstanden, die für die reiche Mittel- und Oberschicht, den Hof und wohlhabende Händler gedacht waren. – Nur leichte Handhabungsspuren, der erste Ziertitel mit kleinen Knitterspuren und sauberer Randansetzung, sonst kaum Randläsuren, gelegentlich etwas stock- und braunfleckig. Vorsätze mit arabischen Annotationen von alter Hand. Vereinzelt auch im Textblock Randkommentare in Rot. Mit wenigen hinterlegten Randläsuren und kleinen Randausbrüchen. Insgesamt altersgemäß in herausragend gutem Zustand.

Lot 1064, Auction  127, Kani, Mustafa, Talhis rasa’il ar-rumat (arabice: Über das Bogenschießen).

Kani, Mustafa
Talhis rasa’il ar-rumat (arabice: Über das Bogenschießen).
Los 1064

Schätzung
500€ (US$ 568)

Details

Los merken

Kani, Mustafa. Talhis rasa’il ar-rumat (arabice: Über das Bogenschießen). 2 Bl., 272 S. 5 (1 mehrfach gefaltete) Tafeln mit 7 Holzschnitt-Darstellungen. 21,6 x 14,6 cm. Pappband d. Z. mit glänzendem Lackpapierbezug (kleine Abplatzungen an Gelenken und Kanten, winzige Fehlstelle) mit reich Reliefprägung und Barockvergoldung mit floralen Bordüren, Eckfleuronstempeln und zentraler Losange. (Istanbul, Amira, higra 1263; d. i. 1847).
Erste Ausgabe des mit Holzstichtafeln herausgegebenen vollständigen Texts des "Talhis rasa’il ar-rumat" des berühmten Traktats über das Bogenhandwerk und den Bogensport bei den Osmanen. Der Autor, Mustafa Kani, diente am Hofe des osmanischen Sultans Mahmud II. (1785-1839), der ihn bat, die seit den goldenen Zeiten des Reiches im 16. Jahrhundert in Vergessenheit geratene hohe Kunst des Bogenschießens aufzuzeichnen und als Buch zu veröffentlichen. So beschreibt Kani in seinem, englisch als "Sacred Archery: the Forty Prophetic Traditions" bekannten Buche die Terminologie, Anwendung, Konstruktion, Meisterschaften und einzelnen ausgefeilten Techniken, die schon in der berühmten Schlacht von Lepanto im Jahre 1571 zur Anwendung gekommen waren. Die Tafeln zeigen zahlreiche Illustrationen zu Bogenbau, Bogenformen und sonstigen Techniken. Am Anfang ein ausführliches Register. – Geringe Gebrauchsspuren wie kleine Fleckchen, Tafeln teils etwas stärker betroffen, die Falttafel mit Einriss, wenige blasse Feuchtränder, sonst kaum gebräunt und sehr sauber, odor fumi frigidi tabaci. Selten.

Qur’an Mushaf al-Dhahab
Reich vergoldeter osmanischer Taschenkoran
Los 1065

Schätzung
5.000€ (US$ 5,682)

Details

Los merken

Qur’an Mushaf al-Dhahab. Reich vergoldeter osmanischer Taschenkoran 3 Doppelzierseiten. Arabische Handschrift auf gelatiniertem Walzpapier. 310 nn. Bl. 15 Zeilen. Schriftraum 8 x 4,5 cm. Format 14,4 x 9,6 cm. Schrift im Naskhi-Duktus in schwarzer Tinte und Auszeichnungen in Rot. Mit weißen Surenüberschriften Goldrahmenkästen, bunten, abwechslungsreichen Aya-Markern (Rosettenweisern), Tausenden von Goldpunkten zur Verstrennung, 22 florale Buchschmuckbordüren für 12 Überschriften in Gold und Farben für die 12 der letzten, kürzeren Suren (dschuz’amma), Doppelzierseite am Anfang und Schluss in flächigem Gold und Farben sowie Doppelzierseite wohl zum Beginn der An-Naba Sure 78. Klappenband d. Z. aus weinrotem geglätteten Kalbsleder mit reichen goldgeprägten und intarsiert aufgebrachten Ornamenten auf Vorder- und Rückdeckel sowie der Klappe, Schnittdeckel teils mit (schwarz oxidierter) Silberprägung sowie dreiseitiger Schnittmalerei in Gold und Farben. Osmanisches Reich (wohl Istanbul a.h. "1284", d.i.) 1867.
Überaus reich geschmückter Goldkoran in seinem originalen, ebenfalls reich verzierten Klappenband mit drei goldüberzogenen, Doppelzierseiten mit Ornamenten in teils punziertem Gold und Farben, in Indigoblau, in Karmesinrot, in Grün, in Orange und Violett, teils mit Weißhöhungen und -verläufen, datiert auf das Jahr "1284" Anno Hegirae, nach der Hidschra. Die Handschrift beginn mit einer besonders feinen, auf flächigem Goldgrund mit reicher Farbigkeit und Ornamentik geschmückten Doppelzierseite (Serlevha), auf der in feinster schwarzer Miniaturschrift im Nastaliq-Duktus die erste Sure (al-Fatiha) und der Anfang der zweiten Sure (al-Baqara) in je einer Kartusche stehen, die mit zahlreichen bunten Blumen umgeben sind. Um den mit viel blau und roten Palmetten verzierten Kasten ist eine breite Bordüre mit zehn Schildern gelegt, die wiederum mit entzückenden bunten Blumen bemalt sind. Blaue und rote Zinnen strahlen radial von der Bordüre aus.

Unverkennbar erscheinen hier Stilelemente, die seit dem frühen 19. Jahrhundert aus der westlichen Ornamentik in die orientalische Buchillumination (Tezhip) übernommen wurden: Barockkartuschen, Schildformen, Ovalformen, Blumenspiegel, aber auch Tabulae oder auf der Schlusszierseite ein veritables Blumenbouquet in einem Bastkorb. Einen ganz besonderen Effekt erzeugen die zahlreichen Punktpunzierungen in den Palmetten oder den Rahmen der Losange- oder Ovalkartuschen. Auch diese wurden aus dem barocken Formenvokabular Westeuropas übernommen, sie geben der Flächenvergoldung eine gewisse dreidimensionale Tiefe und glitzern im Licht.

Die aufwendige Goldprägung des Einbandes folgt dem traditionellen Muster mit zwei Riefelbordüren (Zencirek) in Goldfiletenrahmen, zentraler, leicht mandelförmiger "Sonne" (Shemse), den Sonnenanhängern (Salbek) und den vier geschwungenen, reich mit floralen Binnenmustern gefüllten Eckstücken (Köshebent). Die Klappe (Mikleb) schützt die mit bunten und goldenen Blumen geschmückte Schnittkante, sie ist mit einer weiteren Shemse geschmückt. Die Innenklappe und Deckel sind mit buntem Marmorpapier ausgestattet, die Schnittschutzklappe mit bunten Blumen bemalt.

Marquard von Lindau
Das Buch der zehn Gebote. Text in Rot und Schwarz gedruckt, mit 12 großen Schwarzgrund-Initialen
Los 1066

Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)

Details

Los merken

INKUNABELN
Marquard von Lindau. Das Buch der zehn Gebote. Mit den Sprüchen der Lehrer [und:] Heinrich Seuse. Klage eines sterbenden Menschen. 4 nn., LXXVIII num. Bl. 45-46 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21 x 13,2 cm. Format: 30,5 x 20,5 cm. Mit zwölf 5-, 7- unmd 12-zeiligen Schwarzgrund-Initialen mit Schlingwerk-Dekor ("Litterae florentes"), die erste Textseite in Rot und Schwarz gedruckt. Eichenholzdeckelband d. Z. (mit wenigen winzigen Wurmlöchlein) mit breitem blindgeprägtem Kalbslederrücken (Rückenleder brüchig, über den Bünden und Kapitale abgerieben, größere Fehlstellen auf dem VDeckel; ohne Schließe und Schließbeschlag, ohne feste Vorsätze). Venedig, Erhard Ratdolt, 1483.
Hain 4034. GW 21095. Goff M-261. Proctor 4391. Pellechet V, 288. Bodleian M-093. IDL 3098. VB 3787. BMC V, 288. Borm 1782. Günther 3603. Hubay 1366. Madsen 2653. Sack 2353. BSB-Ink M-181. ISTC im00261000. Nicht in der Bibliothèque Nationale de France, nicht bei Proktor etc. – Marquard von Lindau wurde um 1320/30 wohl in Lindau geboren (N. F. Palmer. Marquard von Lindau OFM. In: Verf. Lex. 2. Aufl. VI, Sp. 81-126), trat dem Franziskaner Orden bei und war 1373 wahrscheinlich Lekor am "Studium generale" der oberdeutschen Frankziskanerprovinz in Straßburg. Von 1389-1392 war er Provinzial der oberdeutschen Provinz. Er starb 1392 in Konzstanz. Seine Dekalogexegese "Buch der Zehn Gebote" gehört nach Palmer zu den "wirkungsmächtigsten deutschen religiösen Prosatexten des Spätmittelalters, wurde der Text doch in deutscher Sprache verfasst und überliefert.
Meist wird darin untersucht, ob es sich bei einer Übertretung eines der Zehn Gebote um eine leichte oder schwere Sünde handelt, z. B. "sündet einer mer der einen kristen oder einen iuden oder sonst einen unglawbigen menschen töttet?", "Warumb es sünder sey das ain muter ir ungetawftes kint tötet", "Wie man gleich sündet ann vater und an muter wer sie laydiget odre töttet", "Warumb es den guten menschen als gut und nütz sey das die bößen bey in wonen ist anders das sie sich gedultiglichenn leyden".

Der ferner enthaltene Traktat des Dominikaner-Mystikers Heinrich Seuse (1297-1366) ist ein Auszug aus dem 21. Kapitel seines "Bücheleins der ewigen Weisheit". Zu Erhard Ratdolt von Augsburg, der von 1476 bis 1486 eine florierende Druckerei in Venedig betrieb, bevor er in seine Heimat zurückkehrte, siehe Christoph Reske, Druckgeschichte und Wissenschaft, 2. Aufl., S. 29.
Die Qualität seiner Drucke und die Neuerungen, die er schuf, machte die anfangs im Kollektiv betriebene Offizin zu einer der bedeutendsten venezianischen Druckereien des 15. Jahrhunderts, aus der u. a. die berühmteste Schilderung eines Jerusalempilgers, Bernhard von Breydenbachs "Pereginatio in terram sanctam" (1486) hervorgegangen war. – Vereinzelt etwas braun- und sprenkelfleckig, minimal gebräunt am rechten Rand, dort auch fingerfleckig, sonst aber meist sehr sauber und frisch, gedruckt auf bemerkenswert festem, sehr schönem und außergewöhnlich breitrandigem Papier. Erste Textseite und das vorgeschaltete Register vorne mit jeweils einem alten hs. Besitzvermerk "In usum Monasterij Steinach Maria", also aus dem ehemaligen Besitz der aufgelösten Klosterbibliothek von Maria Steinach in Algund, Südtirol.

Fridolin, Stephan
Schatzbehalter. Nürnberg, Koberger, 1491
Los 1067

Schätzung
80.000€ (US$ 90,909)

Details

Los merken

Aus den Bibliotheken von J. P. Morgan und Renate König
Fridolin, Stephan. Schatzbehalter oder Schrein der wahren Reichtümer des Heils und ewiger Seligkeit. 353 (statt 354) nn. Bl. (ohne das letzte weiße). 2 Spalten. 40-43 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 33,3 x 23,3 cm. Format: 31,5 x 21,8 cm. Mit 96 (5 wdhl.) ganzseitigen Textholzschnitten von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff. Dunkelbraues Maroquin um 1880 (nur leichte Bestoßungen und Bereibungen, wenige Kratzer und Druckstellen, Gelenke etwas brüchig) über 5 Zierbünden mit goldgeprägtem RTitel und reicher RVergoldung, doppelten Deckelgoldfileten mit Dentelles und Eckfleurons, Stehkantenpunktierung und reicher Innenkantenvergoldung sowie Vorsätzen aus türkischem Marmorpapier, dreiseitiger Goldschnitt, in modernem Schuber aus dunkelbraunem Kalbsleder. Nürnberg, Anton Koberger, 18. XI. 1491.
Hain 6236. Hain-Copinger 14507. GW 10329. Goff S-306. Proctor 2070. Pellechet 10350. Polain 1521. BMC II, 434. BSB-Ink F-263. IDL 1868. IBE 2517. IGI 9165. Schramm XVII, Abb. 315-406. Schreiber 5202. Schäfer 134. Madsen 3786. Oates 1018. 1019. Ohly-Sack 1162. Walsh 715. 716. Fairfax-Murray 392. ISTC is00306000. Erste und einzige Ausgabe eines der prachtvollsten und bedeutendsten Drucke der Inkunabelzeit: der erste Nürnberger Druck mit Original-Illustrationen und eines der Hauptwerke der Wolgemut-Werkstatt, das in nur 150 Exemplaren gedruckt wurde.

"Auf Bitten der Schwestern des Nürnberger Klarenklosters und seiner Äbtissin Caritas Pirckheimer faßte der Franziskanerpater Stephan Fridolin seine erweiterten, bildhaften Predigten zu dem auch für Laien bestimmten Erbauungsbuch … zusammen; der Inhalt des Textes und die ihn veranschaulichenden blattgroßen Holzschnitte gehören eng zusammen. Wenn auch die Schlußschrift nicht wie bei der Weltchronik die Reißern nennt, so sind es doch eindeutig die gleichen wie dort.
Gegenüber der ruhigen Ausgewogenheit, ja Nüchternheit bei Wohlgemuth läßt Pleydenwurff dramatisierende Kraft des Ausdruckes und eine verlebendigende Anteilnahme spüren. Zwar können nur einige der Holzschnitte eindeutig für den einen oder anderen festgelegt werden, bei mehreren erkannte R. Bellm Wohlgemuths Hand im Entwurf und Pleydenwurffs bei der Übertragung auf den Stock, bei weiteren die Mitarbeit von Gesellen. Ungeachtet der Inanspruchnahme zahlreicher Exemplare und mancher Entlehnung von dem Baseler Heilsspiegel des Bernhard Richel von 1476 über Kupferstiche Schongauers oder die von Wolfgang Stammler und Richard Bellm benannte Bamberger Bildertafel … hat diese Holzschnittfolge mit ihrer bis dahin unbekannten Größe zukunftsweisende Bedeutung. Mit ihrer Fülle des bildhaft Dargebotenen bildet sie Vorstufe und Ausgang zu Dürers monumentalen Holzschnitten" (Katalog der Dürer Ausstellung, Nürnberg 1971, Nr. 115).

"Ein so reich illustriertes, mit so großen, sorgfältig durchgearbeiteten Holzschnitten versehenes Buch war bis dahin unerhört. Hatte Nürnberg seine Illustrationen seither größtenteils von auswärts her entlehnt, so liefert es hier ein Buch, das sich den Besten anderswo erschienenen würdig an die Seite setzt" (Muther 58).

Neben der szenischen Bedeutung der Illustrationen verdienen die Holzschnitte besondere Aufmerksamkeit wegen ihres unendlichen Detailreichtums bei der Darstellung von Kostümen, Waffen, Interieur, Landschaftsveduten, Sitten und Gebräuchen bis hin zu den Verkehrsmitteln im 15. Jahrhundert. – Kapitalspatien leer mit Hilfslettern, einige zeitgenössische und wenige spätere Marginalien in sepiafarbener Tinte sowie saubere Nummerierung, ein verblasster Eintrag auf aii, ganz vereinzelte Bräunungen oder Fleckchen (k6 l1-2) nahezu ohne Feuchtigkeitsspuren oder Fingerflecke oder Randläsuren, nahezu durchgehend außergewöhnlich frisch und sauber und in allerbester Erhaltung. Da unterschiedliche Papierchargen benutzt wurden, weicht die Schöpflinienbreite teils ab. Besonders bemerkenswert bei dem Druck ist nicht zuletzt die hohe Papierqualität, die bei verhältnismäßig dünnen Blättern dennoch weder bei Text noch Holzschnitten, kaum Durchschlag von den Versoseiten zeigen. Die Holzschnitte sind bis auf ganz wenige Ausnahmen fast durchgehend in kontrastreichem, kraftvollen und scharfem, gratigen Abdruck. Sie bilden bis heute ein interessantes Spektrum der spätmittelalterlichen Lebenswelt - ein nahezu unerschöpfliches Studienmaterial für die zeitgenössische Architektur, die Innenausstattung, das Meublement, die Mode bis hin zu den zahlreichen dargestellten Akzessoirs.

Großartiges Exemplar und das letzte wohl noch im Handel befindliche aus exzellenter Provenienz: Der "Fridolin" stammt aus der Sammlung des Bibliophilen amerikanischer Unternehmers und bedeutendsten Privatbankiers seiner Zeit, John Pierpont Morgan (1837-1913), mit dessen goldgeprägtem Lederexlibris auf dem Vorsatz oben. Auf dem ersten weißen Blatt verso ein umrissbeschnittenes Holzschnitt-Wappen, wohl das Bücherzeichen des Wilhelm von Zell, der um oder nach 1500 nachweisbar ist mit einer Schenkung von Büchern an die Kartause Buxheim. Auf dem Vorsatz unten dann ein weiteres Exlibris der Kunstsammlerin und Mäzenin Renate König (1928-2024).

Jacobus Philippus Foresti de Bergamo
De claris selectisque mulieribus
Los 1068

Schätzung
4.400€ (US$ 5,000)

Details

Los merken

Erste und einzige Inkunabelausgabe eines der faszinierendsten illustrierten Bücher der italienischen Renaissance
Jacobus Philippus Foresti de Bergamo. De claris selectisque mulieribus. Hrsg. Albertus de Placentia und Augustinus de Casali. 173 (statt 176) Bl., Bl. 7-176 nummeriert Folio III-CLXX (CLIX, CXXII doppelt gezählt). 45 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 24,5 x 14,5 cm. Format: 31,6 x 21,4 cm. (Holzschnitt-Titel und Frontispiz-Holzschnitt in Kopie auf Bütten beigebunden). Mit 1 (von 2) ganzseitigen und 52 (statt 54) kleineren Textholzschnitten. Flexibler Pergamentband im Stil des 16. Jahrhunderts mit typographischem RTitel (leicht angestaubt). Ferrara, Laurentius de Rubeis, 29.IV.1497.
Hain-Copinger 2813. GW 14125. Goff J-204. Proctor 5762. Pellechet 2069. Sander 915. Abbott 119. Borm 1486. Chiodi, Bergamo, 644. Collijn 558. Günther 1053. Madsen 2132. Oates 2246. 2247. Schlechter-Ries 666. Sheehan 44. BMC VI, 613. BSB-Ink I-120. CIBN J-140. CBB 1497. CBS 2144. CIH 1872. CIR J-28. IBE 3140. IBP 2967. IDL 2608. IGI 5071. ISTC ij00204000. – Erste Ausgabe. Jacobus Philippus, auch unter seinem Familiennamen Foresti de Bergamo (oder Forestus Bergomensis) bekannt, war ein Augustiner-Eremit, Autor eines Confessionales (Confessionale seu interrogatorium, Venedig, Alessandro Bindoni, 1520.) und einer vielfach nachgedruckte Weltchronik (Supplementum Chronicarum, Venedig, Bernardino Benali, 1483).

Die Widmung seiner "Abhandlung über berühmte Frauen" (De claris selectisque mulieribus) an Beatrice von Aragon, der Witwe des Matthias Corvinus von Ungarn, lässt vermuten, dass das Werk möglicherweise aus einem früheren Manuskript gedruckt wurde, da Beatrice 1491 verstorben war. Eine mögliche Bestätigung dieser Theorie liefert der Holzschnittrahmen aus dem Jahr 1493, der wie alle anderen Holzschnitte hier zum ersten Mal erscheint; dies deutet darauf hin, dass der Drucker Rossi das Werk möglicherweise schon mehrere Jahre zuvor geplant hatte.

Zu den porträtierten Frauen gehören zahlreiche Heilige und historische Persönlichkeiten, darunter Jeanne d'Arc, Margarete von Anjou und Maria Stuart, sowie einige italienische Zeitgenossinnen des Autors. Der Urheber der feinen Holzschnitte ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich haben mehrere Künstler zu den Illustrationen beigetragen. Man kann einen gewissen Kontrast zwischen dem Stil der Frauenporträts mit den feineren Konturen der Umrandungsschnitte feststellen, wobei letztere einen deutlichen venezianischen Einfluss zeigen. Fünf der sieben Porträts können identifiziert werden: Bianca Maria Sforza, Catherina Sforza (Gräfin von Forli und Imola), Leonora von Aragon (Ehefrau von Ercole d'Este), Danisella Trivulzia und Cassandra Fidelis. Sander bezeichnete diese eindrucksvollen Porträts als "precieux comme premières tentatives dans les arts graphiques de faire des portraits d'après nature".

Der Textbeginn (a1v) mit dem großen, ganzseitigen, von zwei Stöcken gedruckten Holzschnitt, der das Leben Mariae in acht besonders feinteiligen Szenen - und in bestem Abdruck - zeigt, in einer beschonders schönen, architektonisch-perspektivischen und reich mit figürlichen Szenen geschmückten Bordüre. Der Text ist üppig illustriert mit 56 verschiedenen Holzschnitten, von denen einige wiederholt werden, insgesamt 172 Porträts berühmter Frauen. – Es fehlen Blätter 1 und 3 (A1,3) mit dem Holzschnitt-Titel und der ganzseitigen Holzschnitt-Dedikation sowie Fol. CXXXIII mit 2 kleinen Textholzschnitten (alle drei in Faksimile auf Büttenpapier eingebunden). Das letzte Blatt mit dem Kolophon ist vorhanden, aber in der untere Ecke abgerissen und restauriert, die Holzschnitt-Druckermarke wurde als Faksimile ersetzt, Blätter XXXII und XXXXI-XXXXVI sorgfältig neu beschnitten, CXXXII mit kürzeren Rändern, alle aus einem anderen Exemplar. Sonst nur vereinzelte kleinere Gebrauchsspuren, selten etwas fleckig, insgesamt sauber und frisch und bemerkenswert breitrandig.

Lot 1069, Auction  127, Bruni, Leonardo, Epistolarum familiarium libri IX. Hrsg. Johannes Honorius de Cubito.

Bruni, Leonardo
Epistolarum familiarium libri IX. Hrsg. Johannes Honorius de Cubito.
Los 1069

Schätzung
800€ (US$ 909)

Details

Los merken

Bruni, Leonardo. Epistolarum familiarium libri IX. Hrsg. Johannes Honorius de Cubito. 106 (statt 108) nn. Bl., 35 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 15,4 x 8,7 cm. Format: 20,5 x 14,8 cm. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke in Schwarzdruck und durchgehend eingemalten roten Lombarden über den Hilfslettern. Dunkelblauer Pappband vom Ende des 19. Jahrhunderts(leicht berieben). Leipzig, Jakob Thanner, [nach dem 27.X.] 1499.
Hain-Copinger 1568 . GW 5609. Goff B-1244. Proctor 3076. Pellechet .Borm IG 637. Günther 1578. Madsen 935. Stewing 28. BMC III, 657. IA 12262. CIH 841. IBP 1312. VB 1427. UBL-Ink B-426. B-427. B-428. ISTC ib01244000. – Erste Inkunabelausgabe der Briefe des italienischen Humanisten und Florentiner Staatskanzler Leonardo Bruni (1369-1444), latinisiert Leonardus Brunus Aretinos, bei dem aus Würzburg stammenden Drucker Jakob Thanner, der von 1498-1529 nachweisbar ist (Benzing, Drucker, 262). So lautet das Kolophon: "Impressum ex hoc opus epistolarum Lipzk p. Jacobij Thanner Herbipolensem Anno salutatis 1.4.9.9." Herausgegeben ist die Ausgabe von dem Humanisten, Philologen, Orator, Dichter und Theologen Johannes Honorius de Cubito (um 1450-1504), der an der Leipziger Universität Poetik und Rhetorik lehrte.
Leonardo Brunis Briefe gelten als bedeutende Quelle für den Humanismus und die Renaissance, die sich von Italien in Europa ausbreitete. Die "Epistolarum libri VIII" wurden meistens in Latein verfasst und umfassen sowohl die eigenen Schriften Brunis wie als auch Briefe, die an ihn gerichtet waren, wie u. a. der berühmte Brief des Poggio Bracciolini über die Hinrichtung von Hieronymus von Prag.
Bemerkenswert seltener Druck, die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt beispielsweise nur ein Fragment. – Es fehlt ein Textblatt "s2" sowie das letzte weiße Blatt am Schluss .Titel etwas fleckig und abgerieben, vereinzelt winzige kleinen (teils alt hinterlegte) Randausbrüche (u.a. durch Entfernung von Grifflitzen), einige späte Blei- und Buntstiftmarginalien, nur minimal fleckig, kaum gebräunt, schönes Exemplar dieser besonders schön gedruckten Ausgabe mit der Gotica-Type des Jakob Thanner, hier in einem bemerkenswert breitrandigen, sehr frischen Exemplar mit hübschen, rot eingemalten Initiallettern.

Lot 1070, Auction  127, Afflitto, Matteo de, In utriusque Siciliæ, Neapoliq. sanctiones, & constitutiones novissima prælectio. Prima pars super primum librum

Afflitto, Matteo de
In utriusque Siciliæ, Neapoliq. sanctiones, & constitutiones novissima prælectio. Prima pars super primum librum
Los 1070

Schätzung
600€ (US$ 682)

Details

Los merken

ALTE DRUCKE VOR 1600
Afflitto, Matteo de. In utriusque Siciliæ, Neapoliq. sanctiones, & constitutiones novissima prælectio. Prima pars super primum librum [und:] Secunda super secundum, Tertium Librum. 2 Teile in 1 Band. 2 Bl., 302 S.; 2 Bl., 222 S., 50 (2 l. w.) Bl. Mit 2 Holzschnitt-Vignetten auf dem Titel. 32 x 21,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (stark lädiert, vom Block gelöst, fleckig, mit Einrissen und ohne die Verschlussbändchen) mit hs. RTitel. Venedig, Johann Varisco,1562.
Vgl. Adams, I. 11 (aus dem Jahr 1588). STC 10 (aus dem Jahr 1580). – Wohl erste Ausgabe. Matteo d'Afflitto (1447-1523) war ein neapolitanischer Jurist und konzentrierte sich auf das Feudalrecht, auf das Ius Patrium und das indigene neapolitanische Gesetz. Zu seinen Hauptwerken gehören: "Tractatus celeberrimus de iure sive diure congrui", "Commentaria super primo (-tertio) fehherum libro" oder "S.R. Consilii Neapolitanien".
Von uns konnte kein weiteres Exemplar in einer deutschen Bibliothek (nur mehrere in italienischen Bibliotheken) ausfindig gemacht werden. – Stock-, braun- und fingerfleckig, knickspurig und teils feuchtrandig. Sehr selten.

Lot 1071, Auction  127, Agricola, Rudolf, De inventione dialectica Libri omnes integri et recogniti

Agricola, Rudolf
De inventione dialectica Libri omnes integri et recogniti
Los 1071

Schätzung
300€ (US$ 341)

Details

Los merken

Agricola, Rudolf. De inventione dialectica Libri omnes integri et recogniti. 15 Bl., 496 S., Seite 511-567. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und mehreren Holzschnittinitialien. 14,5 x 9,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, fleckig ohne die Verschlussbändchen) mit hs. RSchild und Monogramm auf dem VDeckel "C. S. 1563". Köln, Walther Fabritius, 1563.
VD16 A 1106. Adams A 365. Vgl. STC 10. – Erste Ausgabe aus der Offizin von Walther Fabritius. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1533 in der Offizin Johann von Aich. – Es fehlen die Seiten 497-510. Titel mit hs. Besitzvermerk der Zeit und mit Bibliothekstempel "Franziskanerkloster Detelbach". Insgesamt papierbedingt leicht gebräunt. Titel und ersten vier Blätter mit kleinem Wurmgang, etwas braunfleckig, teilweise feuchtrandig und mit Knickpsuren.

Lot 1072, Auction  127, Apuleius, Metamorphoseos, sive De asino aureo libri undecim

Apuleius
Metamorphoseos, sive De asino aureo libri undecim
Los 1072

Schätzung
500€ (US$ 568)

Details

Los merken

Apuleius. Metamorphoseos, sive De asino aureo libri undecim, cum praefatione, & argumentis Philippi Beroaldi in singulos libros, & authoris vita. His accessit in calce difficilium quorunque verborum interpretatio, quae brevis commentarii vice esse poterit. 8 nn., 159 num., 25 nn. Bl. 15 x 10 cm. Halbleder des 18. Jahrhunderts (berieben) mit RVergoldung, goldgeprägtem RSchild und hs. Bibliotheksschildchen. Paris, Simon de Colines, 1536.
Adamas A 1377. STC 21. Schweiger II/1, 11. – Taschenausgabe von Apuleius Goldenem Esel in einem typographisch anspruchsvollen Druck, hergestellt in der für ihre hochwertigen Klassikerausgaben berühmten Pariser Offizin von Simon de Colines, der 1520 die Druckerei von Henri Estienne übernahm und bis 1546 weiterführte. Mit den seinerzeit philologisch Maßstäbe setzenden Kommentaren von Filippo Beroaldo d. Ä. (1453-1505). – Etwas gebräunt und feuchtrandig, das Schlussblatt mit Rasurstelle und kleinen Löchern im weißen Seitenrand. Mit zahlreichen Anstreichungen in Sepia.

Lot 1073, Auction  127, Ariosto, Lodovico, Comedia intitolata Cassaria

Ariosto, Lodovico
Comedia intitolata Cassaria
Los 1073

Schätzung
160€ (US$ 182)

Details

Los merken

Ariosto, Lodovico. Comedia intitolata Cassaria. LIX fol. Bl. (von 60). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 15, 5 x 10,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (fleckig und berieben). Venedig, Zoppino, 1525.
IA107.327. – Frühe und seltene Ausgabe der ersten von fünf Komödien Lodovico Ariosts (1474-1533) in der Prosafassung. – Es fehlen die Blätter 57 und 60. Deutliche Gebrauchsspuren, stellenweise wasserrandig, gegen Ende vereinzelt wurmspurig. Mit alten Sepiamarginalien zu Beginn, auf dem vorderen Innenspiegel, Titel sowie am Schluss.

Lot 1074, Auction  127, Ariosto, Lodovico, Orlando Furioso

Ariosto, Lodovico
Orlando Furioso
Los 1074

Schätzung
150€ (US$ 170)

Details

Los merken

Ariosto, Ludovico. Orlando Furioso. Con gli Argomenti in ottaua Rima di Lodouico Dolce, et con le Allegorie à ciascun Canto, di Thomaso Porcacci da Castiglione Aretino. 265 S., 5 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 5 Textholzschnitten mit Bordüren. 15,5 x 10,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder (etwas berieben und bestoßen, Schließenhaften auf dem Vorderdeckel unfachmännisch erneuert) mit 3 teils hs. RSchildern (1 davon als Wappen) und Blauschnitt. Venedig, Domenico Imberti, 1600.
EDIT16 CNCE 2841. – Spätere venezianische Ausgabe. – Kaum fleckig. Innenspiegel mit montierter Auktionsnummer.

Lot 1075, Auction  127, Aristoteles, Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes

Aristoteles
Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes
Los 1075

Schätzung
500€ (US$ 568)

Details

Los merken

Aristoteles. Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes, Græcé & Latiné. Iul. Pacius recensuit. 4 Bl., 831 S. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen schematischen Holzschnitt-Illustraionen. 24,5 x 16,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig , berieben und bestoßen; ohne Schließbänder). (Morges), Guillaume de Leymarie, 1584.
Adams A 1866. IA 108.668. Lonchamp 152. – Erster Druck der von dem hoch angesehenen Genfer Rechtsgelehrten Julius Pacius (1550-1635) besorgten und kommentierten Edition der logischen Schriften des Aristoteles, eine zweite Auflage erschien 1597 bei Andreas Wechel in Frankfurt. Mit lateinisch-griechischem Paralleltext. – Durchgehend mit stellenweise stärkerem Braunfleck im oberen Rand, anfangs auch im unteren Rand. Einige Seiten der Analytik mit ausführlicheren Annotationen in einer Miniaturkursive. Dekorativer Schweinslederband, die Mittelplatten mit allegorischen Darstellungen der Justitia mit ihren Attributen Richtschwert und Waage (Vorderdeckel) und der sich erdolchenden Lukretia (Rückdeckel). Mit in Tinte aufgetragenen Eignerinitialen "IPB".

Aristoteles
Tomus Physicus
Los 1076

Schätzung
300€ (US$ 341)

Details

Los merken

Aristoteles. (Opera). Tomus Physicus. 6 Teile in 2 Bänden. Mit 6 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken auf den Titelblättern und vier weiteren am Schluss. 17,5 x 11 cm. Pergament des 18. Jahrhunderts mit späterem hs. RTitel. Frankfurt, Erben Andreas Wechel, 1593.
VD16 A 3286. Vgl. Jöcher Ergänzungsband I, 2444f. Nicht bei Adams und Schweiger. – Alle sechs Teilbände der Physik des Aristoteles, die innerhalb der lateinischen Werkausgabe von 1593 bei den Erben Andreas Wechels in Frankfurt erschienen und von den besten Editoren der Zeit bearbeitet wurde. Exemplar aus dem Besitz des Mediziners Gottfried Heinrich Burghard (1705-1771), mit dessen hs. Besitzeintrag im Innenspiegel des ersten Bandes, datiert auf den 20. September 1729. Burghard war ab 1743 Professor für Mathematik und Physik am Gymnasium in Brieg (heute die Kreisstadt Brzeg im Südwesten Polens). Jeder der sechs Teile mit eigenem Titelblatt und Wechels Druckermarke. – Schönes und wohlerhaltenes Exemplar. Fl. Vorsatz mit zwei weiteren alten Besitzeinträgen.

Lot 1077, Auction  127, Astronomia, Des Himmels Lauffes Wirckung unnd Natürlicher Influentz der Planeten, Gestirn und Zeychen

Astronomia
Des Himmels Lauffes Wirckung unnd Natürlicher Influentz der Planeten, Gestirn und Zeychen
Los 1077

Schätzung
600€ (US$ 682)

Details

Los merken

Astronomia. Des Himmels Lauffes Wirckung unnd Natürlicher Influentz der Planeten, Gestirn und Zeychen. Mit sampt Astronomischer und Mathematischer Instrument, als Astrolabien, Quadranten, Compäst, Sonnuhren und Nocturnal. Mit zahlreichen astronomischen und astrologischen Holzschnitten 8 nn., 108 num. Bl. Mit Titelholzschnitt sowie über 100 teils ganzseitigen (1 doppelseitigen) Holzschnitten im Text. 20,5 x 16 cm. Kalbslederband (der Einband restauriert; Rücken, Gelenke und Stege modern erneuert unter Verwendung der zeitgenössischen Deckel, diese stellenweise brüchig). Frankfurt, Egenolffs Erben 1556.
VD16 A3969. Zinner 2131. Richter 12. Wohl 12. – Mit u. a. Gebrauchsanweisungen für Astrolabium, Quadranten, Kompaß, Sonnenuhren; Anweisungen zur Ordnung in Essen und Trinken; Ausführungen über Planeten und deren Einfluß; Tierkreis-Sternbilder; Aderlaßkalender; Bauernpraktika. – Das Titelblatt sowie die erste Lage (die ersten 4 Blätter) fehlen und wurden hier als Faksimile neu eingebunden. Vorsätze demnach ebenfalls erneuert. Wenige Blätter mit Randausriss. Fester Innenspiegel mit montiertem Exlibris. Teils leicht wasserfleckig. Papierbedingt gebräunt, stellenweise braun- und stockfleckig. Im weißen Rand gelegentlich alte Sepiaeintragungen.

Lot 1078, Auction  127, Augustinus, Aurelius, De civitate Dei

Augustinus, Aurelius
De civitate Dei
Los 1078

Schätzung
200€ (US$ 227)

Details

Los merken

Augustinus, Aurelius. De civitate Dei libri XXII. Teil I (von 2). 739 S., 26 Bl. (Index). Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 17 x 10,5 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. (fleckig und berieben) mit hs. RTitel und Resten von Schließbändern. Lyon, Erben Jacob Giunta, 1560.
Adams 2165. – Band VII (recte: V) der zehnbändigen, bei Honorat und Giunta erschienenen Lyoneser Gesamtausgabe, der allerdings nur die ersten zwölf von insgesamt 22 Büchern von Augustinus' Hauptwerk enthält (der Folgeband der Werkausgabe enthält die weiteren zehn Bücher). Herausgegeben von dem Brügger Humanisten Johannes Lodovicus Vivis (1492-1540) – Mal mehr, mal weniger gebräunt. Die ersten Lagen auch mit großem, schwachem Wasserrand, die ersten Blatt mit kleinerem Wurmgang in der oberen weißen Ecke. Titel mit hs. Korrektur der Bandzahl. Fl. Vorsatz mit montiertem Exlibris.

Bachmann, Paul
Czuerrettung den schwachen Ordens personen
Los 1079

Schätzung
300€ (US$ 341)

Details

Los merken

Bachmann, Paul. Czuerrettung den schwachen Ordens personen ... eyn Trostlich Rede. 51 Bl. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre. 18,5 x 14 cm. Modernes Halbpergament mit goldgeprägtem Deckeltitel und Rotschnitt. (Dresden, Hieronymus Emser), 1524.
VD16 B 29 – Einzige Ausgabe. Der Zisterzienser und Abt Paul Bachmann (zwischen 1465 und 1468-1538) war einer der stärksten Kritiker und Gegner Luthers in Sachsen und veröffentlichte gemeinsam mit Hieronymus Emser (1478-1527) mehrere Streitschriften. In dieser Trostschrift für Konventuale ebenfalls ein Beitrag von Emser. – Rand knapp beschnitten (teils etwas Textverlust der Marginalien). Leicht gebräunt, sehr gut erhalten.

Baïf, Lazare de
Annotationes in L. II de captivis, et postliminio reversis, in quibus tractatur de re navali
Los 1080

Schätzung
450€ (US$ 511)

Details

Los merken

Baïf, Lazare de. Annotationes in L. II de captivis, et postliminio reversis, in quibus tractatur de re navali. Ejusdem Annotationes in tractatum de auro & argento leg. quibus, vestimentorum, & vasculorum genera explicantur. 176 S., 6 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und mit 27 teils ganzseitigen Textholzschnitten. 22 x 16 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen mit kleinen Fehlstellen) mit zierlicher Goldprägung. Paris, Robert Stephan, 1549.
Vgl. STC 39. Adams B 88. – Frühe Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1536. – Mit zwei Exlibris auf dem Vorsatz, etwas braun- und fingerfleckig, mit kleinen Wurmgängen. Selten im Handel.

Lot 1081, Auction  127, Barletta, Gabriel, Sermones fratris Gabrielis Barelete sacre pagine professoris diui Ordinis fratrum Predicatorum

Barletta, Gabriel
Sermones fratris Gabrielis Barelete sacre pagine professoris diui Ordinis fratrum Predicatorum
Los 1081

Schätzung
900€ (US$ 1,023)

Details

Los merken

Barletta, Gabriel. Sermones fratris Gabrielis Barelete sacre pagine professoris divi Ordinis fratrum Predicatorum. 21 (von 23) Bl., CXCIX num. Bl. 22 x 15 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stark lädiert, lose, berieben, mit Fehlstellen und ohne die Messingschließen). Augsburg und Hagenau, Rynman und Gran, 1510.
VD16 G 8. – Frühe Ausgabe der im 16. Jahrhundert weit verbreiteten Fastenpredigten des berühmten italienischen Geistlichen Gabriele da Barletta (gest. nach 1480). – Die ersten beiden Textblatt ("Registrum Sermonum" und "Animadverte diligens") fehlen. Teils stärker mit Randläsuren, feuchtrandig, mit hs. Notizen im Text. Sehr selten.

Lot 1082, Auction  127, Bartholomaeus de Montagnana, Consilia CCCV

Bartholomaeus de Montagnana
Consilia CCCV
Los 1082

Schätzung
240€ (US$ 273)

Details

Los merken

Bartholomaeus de Montagnana. Consilia CCCV. In quibus agitur de universis fere aegritudinibus, humano corpori evenientibus. Post haec accedunt tractatus tres de Balneis Patavinis: hoc est, De situ, aspectu, minera, ac viribus eorundem. Una cum antidotario. 8 nn., 369 num. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 29 x 19,5 cm. Pergament d. Z. (stärkere Gebrauchsspuren) mit hs. RTitel. Venedig, Caspar Bindonus, 1564.
Durling 3236. Hirsch-Hübotter IV, 245. – Spätere venetianische Ausgabe des zuerst 1497 ebenfalls in Venedig erschienenen medizinischen Ratgebers des in Padua wirkenden Mediziners Bartholomaeus Montagnana (gest. 1460). "Er war ein scharfsinniger und erfahrener Arzt, was die von ihm veröffentlichte, 305 Nummern umfassende Sammlung von Consilien documentirt" (H.-H.). – Erste Lage gelöst, stellenweise mit kleinen Wurmspuren im weißen Seitenrand. Im unteren Bug sowie am Schluss im oberen Rand mit etwas kräftigerem Braunfleck, vor allem Anfangs auch etwas feuchtrandig, rechte obere Ecke anfangs auch mit Knickspuren. Zweispaltiger Druck.

Lot 1083, Auction  127, Bartolus de Saxoferrato, In codicem Iustinianeum

Bartolus de Saxoferrato
In codicem Iustinianeum
Los 1083

Schätzung
600€ (US$ 682)

Details

Los merken

Bartolus de Saxoferrato. In codicem Iustinianeum. Marginales adnotationes in finem cuiuslibet legis & paragraphi reiectae sunt. 432 Bl. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke. 41,5 x 26,5 cm. Pergament d. Z. (lädiert, fleckig, größere Ausrisse, hs. Schnitttitel) unter Verwendung einer spätmittelalterlichen Handschrift. Lyon, (Poncetus), 1561.
IA 114.140. Nicht im STC oder bei Adams. – Schöner Druck des Codex Kommentars von Bartolus, dem "größten Rechtsgelehrten des Mittelalters". Er verstarb bereits mit 43 Jahren und genoss bereits zu Lebzeiten großes Ansehen. Trotz seiner kurzen Lebenszeit hinterließ Bartolus ein sehr umfangreiches Werk, das nicht nur Kommentare zu allen Teilen des Corpus Iuris Civilis außer den Institutionen umfasst, sondern auch viele Traktate zu Einzelfragen. Dass man Bartolus zeitweise als den größten Juristen schlechthin ansah, zeigt sich auch darin, dass im italienischen Theater der Name Bartolo für den Typus des (steifen und pedantischen) Juristen (Figur des Dottore in der Commedia dell'Arte) üblich wurde. – Exlibris. Etwas wasserrandig und sporfleckig, Titel fingerfleckig. – Beigebunden: Derselbe. In authentica, et institutiones. Marginales adnotationes in finem cuiuslibet legis paragraphi subiectae sunt. 109 S. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke. Ebenda 1561. - IA 144.141.

Lot 1084, Auction  127, Bayern, Sammelband  zum Bayrischen Landrecht

Bayern
Sammelband zum Bayrischen Landrecht
Los 1084

Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)

Details

Los merken

Bayern. - Sammelband zum Bayrischen Landrecht. 5 Teile in 1 Band. Mit 5 großen Holzschnitt-Vignetten auf dem Titel und doppelblattgroßem Stammbaum-Holzschnitt. Titel in Rot. 30 x 19 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas berieben, fleckig und mit kleinen Wurmlöchern) über Holzdeckel und 4 Bünde mit 2 Messingschließen. München, Andreas Schobser, 1520-1545.
Vorhanden sind: I. Reformacion der bayrisch(e)n Lanndrecht nach Cristi unsers Hailmachers geburde Im Fünftzehenhundert unnd Achtzehendm Jar Aufgericht. 36 nn. Bl. CLXVIIII Bl. (1535). - VD16 B 1008. - II. Das Buech der gemeinen Landwe(?) Landförderung Satzung umd Gebreuch des Fürstenthumbs in Obern umd Nidern Bairn im fünftzehenhundert umd sechtzehendem Jar aufgericht. 12 nn. Bl., LXVII Bl., 1 nn. Bl. (1520). - III. Gerichtsordnung im furstnthumb Obern und Nidern Bayrn Anno 1520 aufgericht. 16 nn. Bl., LXXXVII Bl. 1520. - IV. Die new Erklärung der Landsfreyhait des loblichen Haus und Fürstenthumbs Obern unnd Nidern Bairn. Anno fünfftzehenhundert unnd im Sechtzehenen auf den vierungzwainzigistn tag des Monats Aprilis zu Ingelstat aufgericht. 18 Bl. (1545). - VD16 B 982. - V. Die Ordnung uber gemainer Lanndtschafft in Bayrn auffgerichte Hanndtuesst. Tausentfünfhundert und im sechsehenden jar zu Ingolstat beschlossen. 7 Bl. (1545). - VD16 B 1006. – Vorderes Innengelenk verstärkt. Titel mit hinterlegter Fehlstelle, teilweise etwas fingerfleckig und durchgehend mal stärker mal schwächer feuchtrandig. Sonst gutes Exemplar.

Lot 1085, Auction  127, Bembo, Pietro, Gil Asolani di nuovo diligentissimamente ristampati

Bembo, Pietro
Gil Asolani di nuovo diligentissimamente ristampati
Los 1085

Schätzung
240€ (US$ 273)

Details

Los merken

Bembo, Pietro. Gil Asolani di nuovo diligentissimamente ristampati. 238 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 13,5 x 7 cm. Moderner Pappband unter Verwendung eines Textblatts aus dem 16. Jahrhundert. Venedig, Gabriel Giolito de' Ferrari, 1560.
Nicht bei Adams und im STC. – Taschenausgabe im handlichen Duodezformat von Bembos früher Schrift über die platonische Liebe, die zuerst 1505 bei Aldus Manutius erschien. Wohl der erste Druck in der Textbearbeitung von T. Porcacchi (vgl. Adams B 582 und STC 80). – Stellenweise mit verblasstem schmalem Feuchtigkeitsrand, Titel im oberen Rand etwas angeschmutzt sowie mit kleinem Tintenklecks.

Lot 1086, Auction  127, Beroaldus, Philippus, Varia opuscula

Beroaldus, Philippus
Varia opuscula
Los 1086

Schätzung
600€ (US$ 682)

Details

Los merken

Beroaldus, Philippus. Varia opuscula. 152 (statt 153; das fehlende Schlussblatt mit dem Kolophon durch Kopie ersetzt). 18,5 x 13,5 cm. Etwas späterer Pergamentband (etwas fleckig und berieben, Deckel schwach geworfen). Basel, Gregor Bartholomäus für Wolfgang Lachner, 1509.
VD 16 B 2134. Panzer VI, 185, 75. – Erste Ausgabe der wohl ersten Schriftensammlung des Philologen und neulateinischen Dichters Philippo Beroald d. Ä. (1453-1505). – Es fehlt das Schlussblatt mit dem Kolophon (durch stark gebräuntes modernes Faksimile ergänzt). Titel mit Randläsuren und alten Annotationen, Blatt Dv mit Tintenwischern, stellenweise mit Feuchtigkeitsrändern und Wurmspuren. Etwas fleckig oder gebräunt, anfangs auch mit schmalem Feuchtigkeitsrand.

Bibel germanica
Bibel Teütsch das ist alle Bücher alts und neüws Testaments
Los 1087

Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)

Details

Los merken

Biblia germanica. - Bibel Teütsch das ist alle Bücher alts und neüws Testaments: den ursprünglichen spraachen nach, auffs aller treüwlichest verteütschet; Darzu sind yetzund kommen ein schön und volkommen Register oder Zeiger über die gantzen Bibel. 2 in 1 Band. 26, 288 num; 271 num., 1 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken und 2 Holzschnitt-Kopfvignetten im Text. Titel in Rot und Schwarz. 24 x 16 cm. Blindgeprägtes Leder des 18. Jahrhunderts (berieben, mit Kratzspuren und ohne die Messingschließen). Zürich, Christoph Froschauer, 1560.
VD16 B 2746. Vgl. STC 89. Nicht im Adams. – Seltene frühe Ausgabe aus der Offizin von Christoph Froschauer. Die beiden Holzschnittvignetten zeigen die Szenen: Eva entsteht aus Adams Rippe und ein von der Pest überfallener Mann. Zweitere wohl einer der frühsten Pestdarstellungen. Von uns wurden drei weitere Exemplare ausfindig gemacht: in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, in der Zentralbibliothek Zürich und in der Universitätsbibliothek Basel. – Mit Exlibris auf dem Vorsatz, dieser zudem leimschattig. Papierbedingt gebräunt, durchgehend etwas stock-, braun- und fingerfleckig, teils mit Randläsuren und kleinen bis größeren Fehlstellen. Erstes Blatt mt hs. Notizen der Zeit.

Biblia germanica
Biblia. Das ist: Die gantze heylige Schrifft, Teutsch.
Los 1088

Schätzung
7.500€ (US$ 8,523)

Details

Los merken

Biblia germanica. - Biblia. Das ist: Die gantze heylige Schrifft, Teutsch. D. Mart. Luther. 4 Teile in 1 Band. 20 Bl., 316 num. Bl.; 216 num. Bl.; 370 num. Bl., 2 Bl; 82 Bl. Mit 2 großen Holzschnitt-Titelbordüren, großer Holzschnittvignette und 141 teils später, unfachmännisch ankolorierten Textholzschnitten von J. Bocksperger und J. Amman ohne das Holzschnitt-Porträt. Titel in Rot und Schwarz. 35 x 23,5 cm. Leder d. Z. (berieben, mit kleinen Fehlstellen und Kapitale mit teils hinterlegten Einrissen) über Holzdeckel und 7 Bünden mit 8 Messingbeschlägen und zwei Messingschließen. Frankfurt, (Georg d. Ä. Rab, Erben W. Han und S. Feyerabend), 1569.
VD16 ZV 1505. Heitz Tafel XXXV, Nr. 34. Vgl. Schmidt 245-247. – Frühe seltene Ausgabe aus der Offizin von Georg Rab, W. Han und S. Feyerabend. Erstmals im Jahre 1564 in der Offizin von S. Feyerabend erschienen. Enthält das Alte und Neue Testament, "Die Propheten all deutsch" und "Biblisch Namen und Chronick Buch". Mit den vereinzelt monogrammierten Holzschnitten von J. Bocksperger und Jost Amman (1539-1591). "Die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit dem Text offenbart sich besonders im alten Testament auf Schritt und Tritt. Es ist ein echtes Suchen nach konkreter Vorstellung der heiligen Geschichte, die turmhoch über dem hohlen Pathos der späteren Bibelillustration steht. Die von Jost Ammans Künstlerhand selber geschnittenen Bilder ... gehören zu den besten Bibelillustrationen, die uns der alte Protestantismus hinterlassen hat." (Schmidt). – Titel knapp beschnitten und auf Papier aufgezogen, Porträt und zwei Blätter der Vorrede als moderne Kopie eingebunden. Vereinzelte Seiten verstärkt, insgesamt etwas braun- und fingerfleckig, etwas feuchtrandig, vereinzelt mit kleineren Einrissen und hs. Notizen. Dritter Titel mit größerer Fehlstelle (rechte untere Ecke), Blatt 292 mit größerer Fehlstelle.

Lot 1089, Auction  127, Biblia latina, Biblia, ad vetustissima exemplaria castigata

Biblia latina
Biblia, ad vetustissima exemplaria castigata
Los 1089

Schätzung
450€ (US$ 511)

Details

Los merken

Biblia latina. - Biblia, ad vetustissima exemplaria castigata. Quid in horum Bibliorum castigatione praestitum sit, subsequens praefatio latius indicabit. 2 Teile in 1 Band. 8 nn., 303 num., 1 w. Bl.; 74 num., 5 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16,5 x 11 cm. Leder d. Z. (stärker berieben, beschabt und bestoßen, oberes Kapital lädiert) mit punziertem Goldprägung und neuerem RSchild sowie 2 Messingschließen (davon 1 lose beiliegend). Antwerpen, Plantin, 1569.
Adams B 1077. Voet 685. – Nachdruck der Louvain-Bibel. Zweispaltiger Plantin-Druck, "set in the small nonpareille-type" (Voet). – Schlussblatt lose. Gebräunt und etwas fleckig, wenige Blatt stärker betroffen. Mit einigen Annotationen, Titel und fl. Vorsatz mit alten Besitzeinträgen, Vorsatz mit umfangreicherem Eintrag.

Lot 1090, Auction  127, Bodin, Jean, De republica libri sex

Bodin, Jean
De republica libri sex
Los 1090

Schätzung
300€ (US$ 341)

Details

Los merken

Bodin, Jean. De republica libri sex; Latine ab auctore redditi, multo quam antea locupletiores. Editio altera, priore multo emendatior. 4 Bl., 1221 S., 40 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 18,5 x 11,5 cm. Etwas späterer Pergamentband (gering fleckig) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Frankfurt, Johannes Wechel und Peter Fischer, 1591.
Frankfurter Druck der zuerst 1576 erschienenen Hauptschrift des französischen Staatstheoretikers Jean Bodin (1529-1596), mit der er zum Begründer des modernen Souveränitätsbegriffs wurde. – Etwas gebräunt, Titel und Schlussblatt der Vorstücke verso etwas fleckig, Titel auch mit altem Namenszug. Insgesamt wohlerhalten.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2024 Galerie Gerda Bassenge


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2022 Galerie Gerda Bassenge