Los 1066

Marquard von Lindau
Das Buch der zehn Gebote. Text in Rot und Schwarz gedruckt, mit 12 großen Schwarzgrund-Initialen

Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Aus dem Katalog
Alte Drucke und Handschriften
Auktionsdatum 14.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026

Lot 1066, Auction  127, Marquard von Lindau, Das Buch der zehn Gebote. Text in Rot und Schwarz gedruckt, mit 12 großen Schwarzgrund-Initialen

INKUNABELN
Marquard von Lindau. Das Buch der zehn Gebote. Mit den Sprüchen der Lehrer [und:] Heinrich Seuse. Klage eines sterbenden Menschen. 4 nn., LXXVIII num. Bl. 45-46 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21 x 13,2 cm. Format: 30,5 x 20,5 cm. Mit zwölf 5-, 7- unmd 12-zeiligen Schwarzgrund-Initialen mit Schlingwerk-Dekor ("Litterae florentes"), die erste Textseite in Rot und Schwarz gedruckt. Eichenholzdeckelband d. Z. (mit wenigen winzigen Wurmlöchlein) mit breitem blindgeprägtem Kalbslederrücken (Rückenleder brüchig, über den Bünden und Kapitale abgerieben, größere Fehlstellen auf dem VDeckel; ohne Schließe und Schließbeschlag, ohne feste Vorsätze). Venedig, Erhard Ratdolt, 1483.
Hain 4034. GW 21095. Goff M-261. Proctor 4391. Pellechet V, 288. Bodleian M-093. IDL 3098. VB 3787. BMC V, 288. Borm 1782. Günther 3603. Hubay 1366. Madsen 2653. Sack 2353. BSB-Ink M-181. ISTC im00261000. Nicht in der Bibliothèque Nationale de France, nicht bei Proktor etc. – Marquard von Lindau wurde um 1320/30 wohl in Lindau geboren (N. F. Palmer. Marquard von Lindau OFM. In: Verf. Lex. 2. Aufl. VI, Sp. 81-126), trat dem Franziskaner Orden bei und war 1373 wahrscheinlich Lekor am "Studium generale" der oberdeutschen Frankziskanerprovinz in Straßburg. Von 1389-1392 war er Provinzial der oberdeutschen Provinz. Er starb 1392 in Konzstanz. Seine Dekalogexegese "Buch der Zehn Gebote" gehört nach Palmer zu den "wirkungsmächtigsten deutschen religiösen Prosatexten des Spätmittelalters, wurde der Text doch in deutscher Sprache verfasst und überliefert.
Meist wird darin untersucht, ob es sich bei einer Übertretung eines der Zehn Gebote um eine leichte oder schwere Sünde handelt, z. B. "sündet einer mer der einen kristen oder einen iuden oder sonst einen unglawbigen menschen töttet?", "Warumb es sünder sey das ain muter ir ungetawftes kint tötet", "Wie man gleich sündet ann vater und an muter wer sie laydiget odre töttet", "Warumb es den guten menschen als gut und nütz sey das die bößen bey in wonen ist anders das sie sich gedultiglichenn leyden".

Der ferner enthaltene Traktat des Dominikaner-Mystikers Heinrich Seuse (1297-1366) ist ein Auszug aus dem 21. Kapitel seines "Bücheleins der ewigen Weisheit". Zu Erhard Ratdolt von Augsburg, der von 1476 bis 1486 eine florierende Druckerei in Venedig betrieb, bevor er in seine Heimat zurückkehrte, siehe Christoph Reske, Druckgeschichte und Wissenschaft, 2. Aufl., S. 29.
Die Qualität seiner Drucke und die Neuerungen, die er schuf, machte die anfangs im Kollektiv betriebene Offizin zu einer der bedeutendsten venezianischen Druckereien des 15. Jahrhunderts, aus der u. a. die berühmteste Schilderung eines Jerusalempilgers, Bernhard von Breydenbachs "Pereginatio in terram sanctam" (1486) hervorgegangen war. – Vereinzelt etwas braun- und sprenkelfleckig, minimal gebräunt am rechten Rand, dort auch fingerfleckig, sonst aber meist sehr sauber und frisch, gedruckt auf bemerkenswert festem, sehr schönem und außergewöhnlich breitrandigem Papier. Erste Textseite und das vorgeschaltete Register vorne mit jeweils einem alten hs. Besitzvermerk "In usum Monasterij Steinach Maria", also aus dem ehemaligen Besitz der aufgelösten Klosterbibliothek von Maria Steinach in Algund, Südtirol.


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