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Lot 2091, Auction  125, Dumisch, Johann Georg, Mehrfarbiges, kalligraphisches  Manuskript aus der Oberlausitz. 1776 - 1777

Dumisch, Johann Georg
Mehrfarbiges, kalligraphisches Manuskript aus der Oberlausitz. 1776 - 1777
Los 2091

Schätzung
600€ (US$ 625)

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Dumisch, Johann Georg, aus Großhänchen am Taucher (sächsische Oberlausitz). Teilweise kalligraphisches Manuskript-Fragment in Schwarz, Rot und Sepia. 130 S. Quer-4to. Teilweise gelöste Fadenheftung; ohne Umschlag. Großhänchen 26.XII.1776 - 9.XII.1777.
Kuriose Textsammlung in der Art einer Zeitung, die vielleicht einem Geistlichen als Predigt-Thema und zugleich als kalligraphische Übung gedient haben könnte. Für jeden Tag des Jahres schreibt Dumisch mindestens eine christliche, moralische, chronikalische oder anekdotische Betrachtung, Nachricht oder Erzählung auf, die jedes Mal datiert und am Schluss mit seinem Namen signiert ist, häufig auch mit Zusätzen wie: "aus Großhänichen am Taucher Walde". Aus der Bibel sowie offenbar auch aus vielen Zeitschriften und Büchern wird zitiert, die teilweise als Quellen genannt sind. Während anfangs vorwiegend ein christlicher Predigt-Ton (auch in einem Gedicht) vorherrscht, geht Dumisch bald mehr und mehr zu moralischen Erzählungen, Anekdoten und denkwürdigen historisch-politischen Geschehnissen über, vielfach aus deutschen Städten und Ortschaften, auch aus seiner Umgebung; stets mit farbigen Anfangszeilen, deren Größe und reich verschnörkelte Initialen sich ständig ändern, wie auch die Gestaltung von Dumischs Namen jeweils am Schluss eines jeden Tages. - Es fehlen Anfang und Schluss des Manuskripts, so dass man nicht weiss, wie lange Dumisch diese "Zeitschrift" geführt hat. - Stellenweise fleckig; insgesamt aber ordentlich erhalten. - Kulturgeschichtlich interessantes Beispiel eines geistig und künstlerisch interessierten Dorfbewohners aus dem 18. Jahrhundert in Sachsen.

Lot 2092, Auction  125, Friedrich II., der Große, Brief an General von Bülow

Friedrich II., der Große
Brief an General von Bülow
Los 2092

Schätzung
500€ (US$ 521)

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Friedrich II., der Große, König von Preußen (1712-1786). Brief m. U. "Fch". 1 S. 4to. Breslau 17.IV.1764.
An den Generalmajor v. Bülow, betreffend die Werbung von Soldaten in Süddeutschland. Ihm sei aus Nürnberg berichtet worden, "daß der Banquier Feuerlein zu Nürrenberg diejenigen Gelder, welche die in Franken, Schwaben, und Bayern auf Werbung stehende Officiers zum Behuff der Werbung gebrauchen, auf eine profitable Arth ihnen auszuzahlen erböthig ist; Als habet Ihr in Ansehung der Gelder, so Ihr der Orthen zur Werbung zu remittiren haben möchtet, Euch eygentlicher nach den Nutzen so dabey seyn möchte zu erkundigen ...". - Kleine Fleckchen und ein leichter Faltenriss am rechten Rand.

Lot 2093, Auction  125, Friedrich II., der Große, Brief über Mißstände in Bötzow, Köpenick und der Altmark

Friedrich II., der Große
Brief über Mißstände in Bötzow, Köpenick und der Altmark
Los 2093

Schätzung
1.800€ (US$ 1,875)

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Mißstände in Bötzow, Köpenick und der Altmark
Friedrich II., der Große (1712-1786). Brief m. U. "Fch" und eigenhändiger Nachschrift. 21/3 S. Doppelblatt. 4to. Potsdam 28.VI.1771.
An die kurmärkische Kriegs- und Domänenkammer mit der Nachricht, dass die sich in Bötzow aufhaltenden beurlaubten Soldaten nicht mit "Mehl aus dem Magazin in Spandau" versorgt werden können, weil "dasige Vorräthe dergleichen zu diesem Behuf zu fourniren nicht im Stande sind". Ferner soll das Gesuch des Woll-Zeugmachers Bruckert in Köpenick, der für seinen Hausbau um "Theilnehmung an denen Bau-Freyheits-Geldern" ersucht hatte, abgelehnt werden. Er solle "mit seinem Gesuch um so mehr abgewiesen werden da er solches mit dem falschen Vorgeben einer Fabrique von 20 Stühlen zu motiviren sich erdreistet hat". Der König fügt eigenhändig hinzu: "bei Seehaussen in der alte Mark Sol durch der überschwemmung der Elbe ein brodt Mangel Seindt Warum wirdt mihr das nicht So fort berichtet?" Von den zuständigen Beamten sofort am nächsten Tag (29.VI.) auf den folgenden Seiten bearbeitet und kommentiert.

Lot 2094, Auction  125, Friedrich II., der Große, Verfügung an die Geheime Kriegs-Kanzlei

Friedrich II., der Große
Verfügung an die Geheime Kriegs-Kanzlei
Los 2094

Schätzung
350€ (US$ 365)

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Friedrich II., der Große, König von Preußen (1712-1786). Verfügung m. U. "Frch". 5 Zeilen. 4to. Potsdam 26.VII.1781.
An die "Geheimte Kriegs-Cantzley". "Da der Major von Mauderade Hollmannschen Regiments, mit Todt abgegangen, als befehlen Seine Königl. May. von Preußen p. Unser Allergnädigster Herr, dero Geheimten Kriegs-Canzley, auf die von deßen Majors-Patent, zu entrichtende Chargen-Stempel- und Cantzley-Gebühren gäntzlich Verzicht zu thun und solche seiner hinterlaßenen Wittbe, sämmtlich zu erlaßen ...". - Beiliegend ein Blatt mit der eigh. Signatur des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, des späteren Kaisers Friedrich III. (Potsdam 7.XII.1854). - Ferner beiliegend eine Postkarte mit Foto des Friedrichs-Denkmals Unter den Linden.

Lot 2095, Auction  125, Friedrich II., der Große, Brief an den Obristen von Brünning

Friedrich II., der Große
Brief an den Obristen von Brünning
Los 2095

Schätzung
900€ (US$ 938)

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Urlaub für unsere Ehemänner!
Friedrich II., der Große (1712-1786). Brief m. U. "Frch". 1/2 S. 4to. Neisse 24.VIII.1781.
An den Obristen Wilhelm Magnus v. Brünning in Potsdam. Die Ehefrauen von zwei Grenadieren des Dritten Battaillons Garde aus Reinschdorf im Neisser Kreis hätten um Urlaub für ihre Männer gebeten, weil diese zur Aufrechterhaltung ihrer heimischen Existenz benötigt würden. "... So habe ich für gut gefunden, zuvor, dem Land Rath dieses Creises, dem Baron v. Arnold, aufzugeben, die Umbstände, der beyden Leute, und ihrer Wirthschaft, ob sie dabey nöthig, und auch sicher sind, genauer, zu untersuchen: Wenn denn, dem so ist, so bin Ich wohl davon zufrieden, daß sie beurlaubet werden: Jedoch muß sodann, das Regiment, das am nächsten, die Quartiere hatt, auf diese Leute, mit acht haben, und sie visitiren ...". - Wilhelm von Brünning, der an den Schlachten bei Leuthen und Torgau teilgenommen hatte und mit hohen Orden ausgezeichnet wurde, erhielt 1790 die Beförderung zum Generalleutnant. - Kleiner Faltenriss.

Lot 2096, Auction  125, Friedrich Wilhelm I., König von Preußen, Brief an seinen Sohn, Kronprinz Friedrich

Friedrich Wilhelm I., König von Preußen
Brief an seinen Sohn, Kronprinz Friedrich
Los 2096

Schätzung
2.800€ (US$ 2,917)

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"auch schöne Recruten"
Friedrich Wilhelm I., König von Preussen, der "Soldatenkönig" (1688-1740). Brief m. U. "Fr Wilh" (Paraphe) und eigenhändiger Nachschrift. 1 S. 4to. Berlin 24.II.1736.
An seinen Sohn, den Kronprinzen Friedrich, später König Friedrich II., den er im Vorjahr zum Generalmajor befördert hatte. Nach der Versöhnung in ungewohnt freundlichem, ja liebevollem Ton. "Mein lieber Sohn. Ich habe Euer Schreiben ... erhalten, und ist mir daraus erfreulich zu vernehmen gewesen, daß Ihr bei Eurer Ankunft das Regiment und alles dabey wohl und in gutem Stande gefunden, auch schöne Recruten erhalten habet. Es wird mir nichts liebers seyn alß wenn alles nach Eurem Wunsch gehet, und bin ich mit beständiger Liebe Mein lieber Sohn Euer Sehr wohl affectionirter und getreuer Vater". Eigenhändig fügt er hinzu: "wegen die Leutte habe alles besorget / ich überschike auch die Predicht". - Leicht gebräunt.

Lot 2097, Auction  125, Friedrich Wilhelm I., König von Preußen, Begleitschreiben zu einem "Ökonomie-Reglement"

Friedrich Wilhelm I., König von Preußen
Begleitschreiben zu einem "Ökonomie-Reglement"
Los 2097

Schätzung
300€ (US$ 313)

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Friedrich Wilhelm I., König von Preußen (1688-1740). Begleitschreiben zu einem "Ökonomie-Reglement" m. U. "Fr Wilh" und Siegelrest. 1/2 S. Folio. Potsdam 2.IV.1736.
"Seine Königliche Mayestät in Preußen ... approbiren und confirmiren vorstehendes Oekonomie-Reglement vor das Dönhoffsche Regiment hierdurch in Gnaden, und befehlen zugleich den Chef und Commandeur gedachten Regiments alles Ernstes, sich nach solchen in allen und jeden Puncten, auf das allergenaueste und eigentlichste zu achten, und in keinen Stück davon abzugehen ...". - Dekorativ unter Passepartout montiert.

Lot 2098, Auction  125, Friedrich Wilhelm II., König von Preußen, Brief an den Obristlieutenant v. Boulet

Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an den Obristlieutenant v. Boulet
Los 2098

Schätzung
150€ (US$ 156)

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Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. (Paraphe). 4 Zeilen. Doppelblatt. 4to. Berlin 2.XII.1787.
An den Oberstleutnant v. Boulet, dem er drei Abhandlungen über Sittlichkeits- und Wirtschaftsfragen übersendet, die der König "sehr gut geschrieben" findet. "... Ihr werdet Euch davon, bey deren Durchlesung, überzeugen ...". - Kleiner Tintenfleck, sonst ordentlich erhalten.

Lot 2099, Auction  125, Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, Beförderung zum Generalmajor

Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
Beförderung zum Generalmajor
Los 2099

Schätzung
300€ (US$ 313)

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Friedrich Wilhelm III., König von Preußen (1770-1840). Urkunde m. U. "Friedrich Wilhelm". 21/3 S. Doppelblatt mit Siegelspur. Folio. Dekorativ unter Passepartou montiert. Berlin 20.V.1805.
Beförderung des Obersten und Chef des sog. Schwarzen Husaren-Regiments "von Glaser", Friedrich von Usedom (1756-1824), zum Generalmajor der Kavallerie. Mit drei Vierteln der ersten Seite einnehmender Aufzählung der Titel und Würden des Königs in prächtiger Kalligraphie. - Usedoms mehrfaches Ersuchen um Wiederverwendung bei Beginn der Befreiungskriege wurde vom König wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Generals abgelehnt. - Rote Siegelspur auf der dritten Seite; sonst sehr dekorative Urkunde.

Lot 2100, Auction  125, Gneist, Rudolf von, 4 Briefe m. U. 1865 - 1888

Gneist, Rudolf von
4 Briefe m. U. 1865 - 1888
Los 2100

Schätzung
450€ (US$ 469)

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Gneist, Rudolf von, preuss. Jurist und Politiker, Ordinarius an der Berliner Universität, Mitglied des Preuss. Landtags und des Reichstags (1816-1895. 4 Briefe m. U. "Rud. Gneist" bzw. "R Gneist", der letzte ganz eigenhändig. Zus. 121/2 S., eng beschrieben. Gr. 8vo. Berlin 1865-1888.
Umfang- und inhaltsreiche Briefe an seinen Kollegen, den Staatsrechtler und Rechtshistoriker Hermann von Schulze-Gävernitz (1824-1888). Jeweils ausführlich über hauptsächlich drei Themen: die aktuelle Literatur zum Staatsrecht, die politische Entwicklung und die beiderseitige akademische Situation und Tätigkeit. - Wertvolle Quellen zur Zeitgeschichte und zur Entwicklung des Staatsrechts in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. - In Berlin-Schöneberg befindet sich Gneists Ehrengrab der Stadt Berlin. "Bekannt ist er bis heute vor allem als führender Verfechter einer unabhängigen und eigenständigen Verwaltungsgerichtsbarkeit" (Wikip.) - Kleine Lochungen von ehemaliger Heftung.

Lot 2101, Auction  125, Hardenberg, Karl August Fürst von, Eigenhändiger Brief mit einer Abrechnung. 1805

Hardenberg, Karl August Fürst von
Eigenhändiger Brief mit einer Abrechnung. 1805
Los 2101

Schätzung
120€ (US$ 125)

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Hardenberg, Karl August Fürst von, der preußische Staatskanzler und bedeutende Reformer (1750-1822). Eigh. Brief m. U. "Hardenberg". 1 S. 4to. Berlin 16.VII.1805.
An einen Herrn, über die Begleichung von Rechnungen unter Beteiligung des Kreisdirektors von Schütz.

Lot 2102, Auction  125, Herero-Aufstand, Verleihung einer Südafrika-Gedenkmünze

Herero-Aufstand
Verleihung einer Südafrika-Gedenkmünze
Los 2102

Schätzung
600€ (US$ 625)

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Herero-Aufstand. - Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1859-1941). Verleihung einer Gedenkmünze an den General Adolf von Deines anläßlich der Bekämpfung des Herero-Aufstandes in in Deutsch-Südwestafrika. Stählerne Gedenkmünze am schwarz-weiß-roten Band, montiert an eine farbige Fotografie der Orig.-Urkunde (21 x 29 cm), Durchmesser der Medaille: 3,2 cm. Kassel-Wilhelmshöhe 13.VIII.1907.
Text auf dem Foto der Urkunde: "Ich verleihe Hierdurch Meinem Generaladjutanten, dem General der Kavallerie zur Disposition Adolf von Deines, früher Kommandirender General des VIII. Armeekrps, à la suite des Husaren-Regiments König Wilhelm I. (1. Rheinischen) Nr. 7 in Anerkennung seiner Verdienste anläßlich des Aufstandes in Südwestafrika die von Mir gestiftete Denkmünze aus Stahl ...". - Die farbig illustrierte Urkunde liegt hier nicht im Original vor, sondern ist in verkleinerter Form und einschl. der Unterschrift "Wilhelm I. R." fotografisch reproduziert. Die Münze mit ihrem Band jedoch Original und gut erhalten. - Beiligend 8 Bl. einer ausführlichen Biographie des Generals (1845-1911), in der dessen Tätigkeit in Afrika mit keinem Wort erwähnt wird.

Lot 2103, Auction  125, Hindenburg, Paul von, Signiertes Porträtfoto mit eigh. Namenszug. Wohl um 1915

Hindenburg, Paul von
Signiertes Porträtfoto mit eigh. Namenszug. Wohl um 1915
Los 2103

Schätzung
300€ (US$ 313)

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Hindenburg, Paul von Beneckendorf und von, Reichspräsident, Generalfeldmarschall, Sieger bei Tannenberg (1847-1934). Große Porträt-Photographie mit eigh. Namenszug "von Hindenburg". Auf Karton gewalzt. 17 x 22,5 cm. O. O. (wohl um 1915).
Die Aufnahme, oben links signiert, zeigt den Feldmarschall in ordensgeschmückter Uniform, am Schreibtisch sitzend, den Blick zum Betrachter gewendet; die rechte Hand mit einem Zirkel auf einer Landkarte ruhend. - Gutes, charakteristisches Bildnis. - 1 gedruckte Beilage.

Lot 2104, Auction  125, Hindenburg, Paul von, Signierte Verordnung. 1934

Hindenburg, Paul von
Signierte Verordnung. 1934
Los 2104

Schätzung
200€ (US$ 208)

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Hindenburg, Paul von Beneckendorf und von (1847-1934). Masch. Schriftstück m. U. "von Hindenburg". Mit unterzeichnet vom Reichsverkehrsminister Paul Freiherr von Eltz-Rübenach (1875-1943). 1 S. Mit Reichsadler als Blindstempel. Gr. 4to. Berlin 22.V.1934.
Wohl eine der letzten Verordnungen des Reichspräsidenten, der am 2. August des Jahres verstarb. "Auf Grund des Art 97 Abs. 5 der Reichsverfassung ... wird für die zur Verbesserung der Oderwasserstraße unterhalb Breslau erforderliche Freimachung und Abgrabung des rechten Oderufers gegenüber dem Weißen Berge von km 442,4 bis 443,1 die Enteignung für zulässig erklärt." - Am oberen Rand minimal fleckig. - 3 kleine Beilagen.

Lot 2105, Auction  125, Hohenlohe-Schillingsfürst, Chlodwig zu, Eigh. Brief an Hermann von Schulze-Gävernitz. 1886

Hohenlohe-Schillingsfürst, Chlodwig zu
Eigh. Brief an Hermann von Schulze-Gävernitz. 1886
Los 2105

Schätzung
150€ (US$ 156)

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Hohenlohe-Schillingsfürst, Chlodwig Fürst zu, dt. Staatsmann, bayer. und preuß. Ministerpräsident, Bismarcks Nachfolger als Reichskanzler (1819-1901). Eigh. Brief m. U. "C Hohenlohe". 11/2 S. Gr. 4to. Straßburg 23.VIII.1886.
Hier noch als Statthalter des Reiches in Elsaß-Lothringen an den Staatsrechtler und Rechtshistoriker Hermann von Schultze-Gävernitz (1824-1888), der ihm sein Buch über den Politiker Robert von Mohl übersandt hatte. Es habe ihm große Freude bereitet, "und ich will nicht länger zögern, dafür, wie für die freundlichen Worte ... meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Die mir seitens einer so hervorragenden Autorität zutheil werdende Anerkennung meiner bisherigen Thätigkeit in Elsaß-Lothringen ist mir Ermunterung und Förderung bei der schwierigen Aufgabe, die mir zu lösen obliegt. Daß es mir nicht vergönnt war, der erhebenden Feier in Heidelberg beizuwohnen, ist mir sehr schmerzlich gewesen. Zudem bin ich durch mein Fernbleiben der Freude beraubt worden, Sie persönlich zu begrüßen ...". - 8 Jahre später wurde der Fürst überraschend zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten ernannt. - Kleine Lochung von ehemaliger Heftung.

Lot 2106, Auction  125, Kiel.- Rantzau, Christian Detlev Karl zu, Brief über Leibeigenschaft in Holstein

Kiel.- Rantzau, Christian Detlev Karl zu
Brief über Leibeigenschaft in Holstein
Los 2106

Schätzung
180€ (US$ 188)

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Kiel. - Rantzau, Christian Detlev Karl zu, Oberpräsident von Kiel und Kurator der dortigen Universität, hoher Regierungsbeamter in dänischen Diensten, trat für Aufhebung der Leibeigenschaft ein (1772-1812). Eigh. Brief m. U. "Rantzau". In franz. Sprache. 1 S. Doppelblatt. 4to. Kopenhagen 11.IX.1798.
An einen Herrn, über Verhandlungen zur Aufhebung der Leibeigenschaft der Bauern in Holstein. Er antworte verspätet, "pour pouvoir en même tems vous adresser l'imprimé des transactions rélatives à l'abolition de la servitude des paysans en Holstein ...". Er bitte um Nachsicht gegenüber der Unzulänglichkeit der Antworten auf die betreffenden politischen Anfragen. "... Comme ce n'est que depuis peu d'années que l'attention publique est tournée du coté de la culture des terres, les notions qu'on a des détails ne peuvent qu'être vagues ...".

Lot 2107, Auction  125, Konstanz., Abschied und Zeugnis für einen Kanzlisten

Konstanz.
Abschied und Zeugnis für einen Kanzlisten
Los 2107

Schätzung
300€ (US$ 313)

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Konstanz. - Johann Franz I. von Praßberg, Bischof von Konstanz (reg. 1645-1689). Urkunde m. U. "Franziscus Johann Bischoff zur Constanz mpp". Deutsche Handschrift auf Pergament. 1 S. Mit kalligraphischer Kopfzeile. Quer-folio, gefaltet. Marburg 21.VIII.1681.
Abschied und Zeugnis für seinen Kanzlisten Hans Jakob Hemmer aus Augsburg, der sechseinhalb Jahre in der bischöflichen Hofkanzlei gearbeitet und nun um seine Entlassung gebeten hat. Der Bischof bescheinigt ihm Fleiß und gute Arbeit und unterzeichnet eigenhändig. - Ohne das angehängte Siegel; sonst gut erhaltene Pergament-Urkunde.

Maria Theresia, röm.-dt. Kaiserin
Brief an den Baron Bruckenthal
Los 2108

Schätzung
300€ (US$ 313)

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Maria Theresia, röm.-dt. Kaiserin (1717-1780). Brief m. U. "Maria Theresia". 11/3 S. Doppelblatt mit Trauerrand. 4to. (Wien) 24.VI.1769.
An den Baron Bruckenthal, der sich für eine Sitzung des Staatsrates unter Vorsitz des Fürsten Starhemberg in siebenbürgisch-sächsischen Finanz-Angelegenheiten vorbereiten soll. "Mir sind von der Cammer verschiedene Vorträge über einige von dem Siebenbürgischen Thesaurariat eingelangte Berichte erstattet worden, mittelst welchen die von der sächsischen Nation erschwäret werdende Cameral-Administration der dortigen Fiscal Zehenden, deren von gedachter Nation verweigerte Resignation, und Zurückgabe der diesfälligen Acten, dann die von derselben nur perfunctorisch beschehene Übergabe der Fiscal Zehenden ...Da Ich nun hierwegen befunden habe, daß diese Anliegenheiten in einer Zusammentrettung des Staats Raths mit der Siebenbürgischen Kanzley und Cammer unter Praesidio des Fürsten Starhemberg reiflich überleget werden sollen", so soll Baron Bruckenthal an der Sitzung teilnehmen und sich vorher entsprechend mit der Materie vertraut machen.

Lot 2109, Auction  125, Marie, Prinzessin von Preußen, Teilnachlass der Briefe an ihren Vater

Marie, Prinzessin von Preußen
Teilnachlass der Briefe an ihren Vater
Los 2109

Schätzung
1.500€ (US$ 1,563)

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Marie, Prinzessin von Preußen, gehörte dem Hause Hohenzollern an, durch Heirat Prinzessin der Niederlande, später Prinzessin von Sachsen-Altenburg (1855-1888). Teilnachlass der Briefe an ihren Vater Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen (1828-1885) in insgesamt 66 eigenh. Briefen m. U. Zusammen ca. 250 S. sowie zwei Telegramme. Meist Kl-8o, einzelne auf kleineren Karten, einige mit verschiedenen geprägten Monogrammen am Kopfsteg, vereinzelt eigenhändige Kuverts beiliegend. Berlin, Berchtesgaden, Den Haag, Glienicke (Jagdschloss), Oldenburg, Rippoldsau (Kurbad), Walferdingen (Luxemburg) u.a. 1868-1885.
Die Korrespondenz bietet ein überaus umfangreiches und inhaltsreiches Zeugnis des Lebens der Prinzessin, beginnend im Alter von 13 Jahren und endend drei Jahre vor ihrem frühen Tod im Jahre 1888. Die Briefe richten sich ausschließlich an ihren Vater, zu dem sie zeitlebens ein inniges Verhältnis pflegte, wie die vertraulichen Schilderungen persönlicher Angelegenheiten und die Anrede "Mein lieber Papa" belegen.
Die Korrespondenz gliedert sich in zwei Hauptphasen: 15 Briefe aus der Zeit als Prinzessin von Preußen (15. September 1868 bis 19. Juli 1878) und 12 Briefe aus der Zeit als Prinzessin der Niederlande (17. Oktober 1878 bis 22. April 1885). Ein weiterer Brief datiert vom 26. Mai 1885, kurz nach ihrer Wiederverheiratung mit Prinz Albert von Sachsen-Altenburg. Ergänzt wird der Nachlass durch zwei Telegramme anlässlich ihrer Wiederverheiratung im Jahr 1885, die ebenfalls an ihren Vater gerichtet sind. Die Korrespondenz endet im Jahr 1885, kurz vor dem Tod ihres Vaters.
Inhaltlich bieten die Briefe Einblicke in Maries persönliches Leben, ihre Sorgen, Freuden und Alltagserlebnisse. Besonders hervorzuheben sind die Schilderungen aus der Verlobungszeit, ihrer ersten Ehe mit Heinrich von Oranien-Nassau (August 1878 bis Januar 1879) sowie ihrer Witwenzeit (1879-1885). Allein 19 Briefe stammen aus dem Jahr 1878, dem Jahr ihrer ersten Hochzeit. In den späteren Briefen thematisiert sie unter anderem Differenzen um das Schloss Soestdijk, die komplexe Erbschaftsregelung nach dem Tod ihres ersten Ehemanns sowie die Juwelen des Hauses Oranien. Am 7. April 1885 berichtet sie von ihrem Abschied aus den Niederlanden.
Eine gewisse Distanz zu ihren höfischen Pflichten lässt sich aus einem Brief vom 3./4. November 1878 herauslesen, in dem sie sich über die Anstrengungen eines Empfangstages wie folgt äußert:
"Recht herzlich froh bin ich, daß der Empfangstag vorüber ist; es war mir entsetzlich mit all den Menschen sprechen zu müssen. Ich kann mich an so etwas nicht gewöhnen. Ich hoffe, das war nun das letzte Mal in meinem Leben so eine Massenvorstellung."
Darüber hinaus erwähnt Marie zahlreiche Mitglieder des europäischen Hochadels, darunter König Wilhelm III. der Niederlande, Königin Sophie, Kronprinzessin Louise von Dänemark und Prinz Leopold von England. Bemerkenswert sind auch ihre Schilderungen der Taufe der späteren Königin Wilhelmina der Niederlande im Jahr 1880 sowie ihre Beobachtungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen, wie der Kritik an der Luxemburgischen Gesellschaft (November 1878), einem Konzert mit Werken von Brahms (Februar 1881) und antisemitischen Ausschreitungen in Berlin (Januar 1880). – Leichte Gebrauchsspuren wie Knicke, Randeinrisse und Stauchungen, insgesamt wohlerhalten.

Lot 2110, Auction  125, Moltke, Helmuth Graf von, Schreiben an einen Berliner Stadtrat

Moltke, Helmuth Graf von
Schreiben an einen Berliner Stadtrat
Los 2110

Schätzung
200€ (US$ 208)

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Moltkes letzte Unterschrift?
Moltke, Helmuth Graf von, preuß. Generalfeldmarschall, Chef des Generalstabs, Träger beider Klassen des Ordens pour le Mérite sowie weiterer 43 internationaler Orden; auch Schriftsteller, als genialer Stratege maßgeblich am Erfolg der drei deutschen Einigungskriege beteiligt (1800-1891). Schriftstück m. U. "Gr Moltke". 1 S. Doppelblatt. Gr. 4to. (Berlin 23.IV.1891).
"An das Curatorium der Kaiser Wilhelm und Augusta Stiftung, zu Händen des Herrn Stadtrath Haack". Teilt dem Kuratorium der Altersversorgungsanstalt mit, "daß ich vorläufig den beiden nachgenannten Personen, und zwar 1. der verwittweten Frau Wilhelmine Reuter ... und 2. dem Johann Friedrich Karl Zieschau ... eine der von mir zu besetzenden Stellen des genannten Stiftes verliehen habe. Die betreffenden Personen sind angewiesen worden, sich dem Herrn Vorsitzenden des Curatoriums vor zu stellen und die weiteren Anordnungen desselben entgegen zu nehmen. Der General Feldmarschall Gr Moltke". Mit Stempel "Armen-Verwaltung 24. Apr. 91. Plenum". - Das Schreiben ist in doppelter Hinsicht interessant: erstens, dass der Generalfeldmarschall noch in hohem Alter karitative Tätigkeiten ausübt, und zweitens, dass er das Schreiben einen Tag vor seinem Tod unterzeichnet hat. Moltke starb am Abend des 24. April 1891. - Das leere Respektblatt beschnitten.

Lot 2111, Auction  125, Ohyama, Tsunakai, 5 Briefe an Rosa von Gerold. 1893

Ohyama, Tsunakai
5 Briefe an Rosa von Gerold. 1893
Los 2111

Schätzung
450€ (US$ 469)

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Ohyama, Tsunakai, Botschafter des Kaiserreichs Japan in Wien (dort tätig 1892-1895). 5 eigh. Briefe m. U. "T. Ohyama". In franz Sprache. Zus. 7 S. Mit Briefkopf "Légation du Japan à Vienne". Gr. 8vo. (Wien) März - 8. Nov.1893.
An die Wiener Salonnière Rosa von Gerold. Sehr freundliche Briefe über deren Einladungen, über die Geburt seines Sohnes und andere Nachrichten, Erwähnt im August die herrschende Cholera-Epidemie.

Lot 2112, Auction  125, Pückler, Erdmann August Graf, Stammbuchblatt aus Braunschweig. 1814

Pückler, Erdmann August Graf
Stammbuchblatt aus Braunschweig. 1814
Los 2112

Schätzung
100€ (US$ 104)

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Pückler, Erdmann August Sylvius Graf, Erbherr auf Tannhausen bei Militsch in Schlesien, kgl. preuß. Kammerherr (1788-1826). Eigh. Albumblatt m. U. "Erdmann Graf Pückler Königl. Preuß. Kammerherr und Rittmeister von der Armee". 1 S. Goldschnitt. Quer-8vo. Braunschweig 27.VI.1814.
"Unter den angenehmsten Ereignissen im Leben gehört es auch, die Bekanntschaft von achtbaren Männern zu machen; überzeigen Sie sich, daß ich es gewiß dazu rechne, die Ihrige gemacht zu haben ...". - Der Aufenthalt in Braunschweig wohl als Angehöriger preußischer Truppen während der Befreiungskriege. - Rückseitig eine Eintragung ebenfalls aus Braunschweig (24.VI.1814) von einem Offizier namens Carpe, "Königl. Preuß. Lieutenant der Cavallerie und Ritter vom Orden des eisernen Kreuzes" - einer der frühen Träger des Eisernen Kreuzes, das König Friedrich Wilhelm III. 1813 gestiftet hatte.

Lot 2113, Auction  125, Weimar.- Carl Alexander, Großherzog, Eigenhänd. Brief an H. von Schulze-Gävernitz. 1857 + Beilage

Weimar.- Carl Alexander, Großherzog
Eigenhänd. Brief an H. von Schulze-Gävernitz. 1857 + Beilage
Los 2113

Schätzung
200€ (US$ 208)

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Weimar. - Carl Alexander, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (1818-1901). Eigh. Brief m. U. "Carl Alexander". 2 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Weimar 30.X.1857.
Eigenhändiges herzliches Kondolenzschreiben an den Jenaer Nationalökonomen, Professor und Agrarwissenschaftler Friedrich Gottlob Schulze (1795-1860), dessen Gemahlin Bertha, geb. Sturm, verstorben war. - Dabei: Karl von Beaulieu-Marconnay, Diplomat, Schriftsteller, Kulturhistoriker und Theaterleiter am Hof von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811-1889). Brief m. U. "Beaulieu-Marconnay". 1 S. Gr. 4to. Weimar 30.X.1857. - Gleichfalls an F. G. Schulze, mit einem ausführlichen Kondolenzschreiben im Auftrag der Großherzogin Sophie, Carl Alexanders Gemahlin, zu Bertha Schulzes Ableben. - Beaulieu-Marconnay war Hofmeister der Großherzogin. - Bei diesem Brief kleine Randläsuren.

Lot 2114, Auction  125, Wien.- Hohendorff, Georg Wilhelm von, Brief als Vertrauter des Prinzen Eugen von Savoyen

Wien.- Hohendorff, Georg Wilhelm von
Brief als Vertrauter des Prinzen Eugen von Savoyen
Los 2114

Schätzung
180€ (US$ 188)

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Hohendorffs Bibliothek bildet einen wichtigen Bestandteil der Wiener Nationalbibliothek.
Wien. - Hohendorff, Georg Wilhelm von, aus Brandenburg stammender Offizier in Diensten des Prinzen Eugen von Savoyen, von diesem mit zahlreichen wichtigen diplomatischen Missionen beauftragt, enger Vertrauter Eugens auch als bedeutender Bücher- und Handschriftensammler (1670-1719). Eigh. Brief m. U. "GWB Hohendorff". In franz. Sprache. 4 S. 4to. Wien 24.II.1711 [?].
An eine Dame ("Altesse"), Nichte der "Tante Wallenstein", mit diversen Nachrichten über die Maßnahmen zur Verfolgung ihrer Interessen in einem Prozess. "... Les derniers plaisirs du Carneval, ont retardées de huit jours, les miens qui seront devouées pour le reste de mes jours, a tout ce que pouvoit par mes soins contribuer à vos Intererets. Le Prince [d. i Prinz Eugen], et le Comte de Wratislaw font tout ce qu'ils peuvent pour mettre la Justice de votre Coté, mais ny l'un ny l'autre vous veuillent conseiller d'entreprendre un Voyage par lequelle votre sancté pouvoit souffrir sans que cela soit absolument nécessaire au affaires qui regardent votre proces. Les Commissaires qui doivent le juger promettent le gain de votre Cause, se plaignants toute fois un peu de la negligence de vos Agents ... Mr Briniza fut hier chez le Prince, qui luy a parlé au long sur vos Interets. Enfin il me paroit que mon Zèle dans vos Sattisfactions est soutenu par des Espérances très legitimes. Votre Tante Wallenstein me fait dire en ce moment qu'elle est en désespoir de ne vous pouvoir écrire avec cet ordinaire Accablée par une foule Ennuyante, mais la poste qui vint vous aurez de ses lettres. Cette Dame souhaitte de vous voir ... vous offrant sa maison Table et son Carosse, mais je crois qu'elle se laisse seduire par la passion de voir la plus aimable nièce du Monde ...". - Die Bibliothek Hohendorffs, durch Kaiser Karl VI. von dessen Witwe erworben, bildet einen wichtigen Bestandteil der Wiener Nationalbibliothek.

Lot 2115, Auction  125, Wien., Ihr Testament und Verfügungen

Wien.
Ihr Testament und Verfügungen
Los 2115

Schätzung
2.800€ (US$ 2,917)

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Wilhelmine Amalie, röm.-dt. Kaiserin, Gemahlin Kaiser Josephs I., geb. Prinzessin von Braunschweig-Calenberg (1673-1742). Ihr Testament und 7 weitere Schriftstücke, ihre letztwilligen Verfügungen betreffend; davon 2 wohl mit eigh. U. "Amalia" bzw. "Amalie"; das Testament und andere Schriftstücke in offizieller, besiegelter Abschrift des Wiener Hofrats und Kabinettssekretärs Franz Joseph Cristiani. Mehrere Faszikel. Zus. 32 S. Folio. Wien 1742.
In dem von Wilhelmine Amalie gegründeten Kloster der Salesianerinnen am Wiener Rennsteig verfasste Schriftstücke mit letztwilligen Verfügungen der Kaiserin, die sich nach elf Witwenjahren 1722 dorthin zurückgezogen hatte. Vorhanden sind: I. Das Testament der Kaiserin. 11 S. Einen Tag nach ihrem Tod kopiert und gesiegelt vom Kabinettssekretär Franz Joseph Cristiani, 11.IV.1742. - II. Von der Kaiserin verfasstes "Verzeichnuß Meiner Capitalien, und der Pensionen, welche auf solche nach meinem Tod angewiesen, und von deren Interessen jährlich sollen bezahlet werden, wie es in meinem hiebeyliegenden Testament bemerkt ist". 8 S. Mit Aufzählung von mehr als 100 Personen mit ihren vorgesehenen Pensionen (der ganze Hofstaat, einschl. Küchenpersonal, Musiker, Edelknaben, Hofdamen etc.). Einen Tag nach ihrem Tod kopiert und gesiegelt vom Kabinettssekretär Franz Joseph Cristiani, 11.IV.1742. - III. Von der Kaiserin verfasstes "Verzeichnuß Meiner Hofbedienten, welchen ich, wie aus meinem ehedessen gemachten Testament beyliegend[er] Lista zuersehen, Pensionen zugedacht habe ...". 4 S. Mit Aufzählung von mehr als 70 Personen. Am Schluss vermutlich eigenhändig unterzeichnet "Amalia". - IV. Von der Kaiserin verfasster französischer Brief an ihre Tochter. 31/2 S. Am Schluss vermutlich eigenhändig unterzeichnet "Amalie". "Dans mon Convent ce 27. Mars 1742." - V. Eine handschriftliche Aufstellung: "Keyserin Amalia May. Verlassenschaft betr. - Activum oder Vermögen - Passivum od. Obliegenheit." 1 S. Doppelblatt. Quer-folio. o. J. - VI. Abschrift eines Briefes von Kaiser Carl VI. an Wilhelmine Amalie. In ital. Sprache. 2 S. Laxenburg 17.III.1738. - Kopiert und besiegelt vom Kabinettssekretär Franz Joseph Cristiani, Wien 10.IV.1742. - VII. Eigenhändiges Billet des Kaisers Carl VI.: "Diß approbir völlig, komt auch mein Brief an die Kayserin hiebey, welcher von morgen datiret, und das Schreiben selber der Kayserin geben könt. Carl". - Darunter die Notiz vom Kabinettssekretär Joseph Cristiani: "Eine gleichlautende Abschrift ist bey dem Brief Ihro Excell. H. Grafen v. Sinzendorf ... gefunden worden. Wien den 10. April 1742. FJoseph Cristiani". 1 S. - VIII. Abschrift eines Briefes des Hofkanzlers Graf Ludwig von Sinzendorf an die Kaiserin Wilhelmine Amalie. 21/2 S. Laxenburg 18.V.1738. - Darunter der mit Siegel und Unterschrift versehene Vermerk vom Kabinettssekretär Franz Joseph Cristiani: "Collationiret, und ist diese Abschrift dem Original ganz gleichlautend. Wien den 10. Aprilis 1742." - Höchst interessantes, aufschlußreiches Material mit detaillierten Informationen über die Vermögensverhältnisse und die gesamte Hofhaltung der Kaiserinwitwe Wilhelmine Amalie in Wien zur Zeit ihres Ablebens.

Lot 2116, Auction  125, Wilhelm I., Deutscher Kaiser, Beförderung des Schlosshauptmanns von Rheinsberg

Wilhelm I., Deutscher Kaiser
Beförderung des Schlosshauptmanns von Rheinsberg
Los 2116

Schätzung
250€ (US$ 260)

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Der Schloßhauptmann von Rheinsberg
Wilhelm I., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1798-1888). Beförderungsschreiben m. U. "Wilhelm". 1/2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Düsseldorf 9.X.1861.
An den Major a. D. Grafen von Koenigsmarck, Schloßhauptmann von Rheinsberg. "Nachdem Ich beschlossen habe, Sie an Stelle der von Ihnen bisher an Meinem Hofe bekleideten Würde eines Schloßhauptmanns von Rheinsberg zu Meinem Vice-Ober-Schloßhauptmann zu ernennen, setze Ich Sie hiervon gern in Kenntniß." - Etwas fleckig; kleine Randläsuren.

Lot 2117, Auction  125, Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen, Ordensverleihung an den Bürgermeister von Erfurt. 1891

Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen
Ordensverleihung an den Bürgermeister von Erfurt. 1891
Los 2117

Schätzung
180€ (US$ 188)

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Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1859-1941). Urkunde m. U. "Wilhelm R.". 1 S. Mit Majestätssiegel in Blindprägung. Doppelblatt. Folio. (Potsdam) Neues Palais 31.VIII.1891.
Verleihung des Königl. Kronen-Ordens III. Kl. an den Zweiten Bürgermeister von Erfurt, Max Kirchhoff. - Knickfalte am unteren Rand; sonst ordentlich erhalten.

Lot 2118, Auction  125, Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen, Ordensverleihung an Bogdan Krieger

Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen
Ordensverleihung an Bogdan Krieger
Los 2118

Schätzung
180€ (US$ 188)

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Wilhelm II. (1859-1941). Urkunde m. U. "Wilhelm R.". 1 S. Mit dem Majestätswappen in Blindprägung. Doppelblatt. Folio. Berlin 27.II.1906.
"Wir Wilhelm ... haben dem Bibliothekar der Königlichen Haus-Bibliothek Dr. Bogdan Krieger hierselbst das von Uns zu Unserer silbernen Hochzeit gestiftete Erinnerungszeichen verliehen und ertheilen demselben über den rechtmäßigen Besitz dieser Auszeichnung das gegenwärtige Beglaubigungs-Schreiben ...". - Der Historiker und Bibliothekar Bogdan Krieger (1863-1931), der mehrere Hohenzollern-Bibliotheken leitete, ist heute noch durch seine verschiedenen Werke zur Geschichte Berlins und der Hohenzollern (u. a. Berlin im Wandel der Zeiten, Das königliche Schloß Bellevue bei Berlin) bekannt. - Dekorative Urkunde.

Lot 2119, Auction  125, Zunftordnungen, 2 Zimmerhandwerks-Zunftbücher. Wohl 1720 und 1795

Zunftordnungen
2 Zimmerhandwerks-Zunftbücher. Wohl 1720 und 1795
Los 2119

Schätzung
550€ (US$ 573)

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Zunftordnungen. 2 frühe Abschriften von Zimmerhandwerks-Zunftbüchern, eine betitelt "Ordnung des Zimmer-Handwerk zu Hof". Zusammen 49 S. Folio. 8. XII. 1795 und um 1720.
Zwei Abschriften von Zunftordnungen des 18. Jahrhunderts für das Zimmerhandwerk, abgefasst in Sepiatinte auf Papier. Die spätere der beiden, datiert auf das Jahr 1795, umfasst 16 Paragraphen ("Articulos") und beginnt: "Wir Friedrich Wilhelm von Gottes Gnaden König von Preußen, Markgraf zu Brandenburg… Nachdem Wir den von dem Zunftrichteramte zu Hof gefertigten und von unserer Kriegs- und Domainen Kammer zu Bayreuth regidirten (sic) hier nachfolgenden Entwurf einer Handwerksordnung für die Zimmergesellen zu Hof des Inhalts: [14 Artikel aufgeführt] zu bestätigen aller untertänigst angegangen wurden, Wir auch diesem angebrachten Gesuche, nach geprüfter Sache, zu willfahren allergnädigst beschlossen haben…". Am Schluss des Schriftstücks wird als Unterzeichner des Original-Dokuments, um dessen Abschrift es sich hier handelt, "Auf seiner königlichen Maiestät allergnädigsten Spezial Befehl - Hardenberg" aufgeführt, womit Karl August von Hardenberg (1750-1822), der preußische Staatskanzler und bedeutende Reformer, gemeint ist.
- Die zweite Abschrift, deren Schluss fehlt, gibt wohl einen Text des frühen 18. Jahrhunderts wieder. Sie ist etwas umfangreicher und enthält 49 Artikel.
Inhaltlich regeln die Ordnungen unter anderem Beitragszahlungen, Strafgebühren, Zahlfristen sowie Kündigungsfristen, Rechte und Pflichten von Gesellen und Meistern und geben damit Einblick in die administrativen und rechtlichen Strukturen des Zunftwesens jener Zeit. – Stellenweise stock- und braunfleckig, das Titelblatt der Ordnung von 1795 mit Schwarzfleck. Stellenweise Marginalien und Berechnungen von alter Hand in Sepiatinte und Bleistift. Bei der zweiten Ordnung das letzte Blatt lose (der Schluss fehlt); das Titelblatt stärker fleckig.

Lot 2120, Auction  125, Achenbach, Andreas, Brief an einen Freund. 1861

Achenbach, Andreas
Brief an einen Freund. 1861
Los 2120

Schätzung
200€ (US$ 208)

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Achenbach, Andreas, Maler der Düsseldorfer Schule (1815-1910). Eigh. Brief m. U. "A. Achenbach". 1 S. Gr. 8vo. Düsseldorf 21.X.1861.
An einen Kunden, der ein Bild Achenbachs zur Ansicht erhalten hat, aber den Preis zu hoch findet. "... obschon ich fest überzeugt bin, daß es ein guter Preis und Du mir eine Ehrenvolle Anerkennung verschaffen wirst ist mir das Opfer v. 1000 fl. doch zu groß d. h. gerade bei diesem Bild. Noch nie habe ich ein solches so lange und mit dieser Ausdauer unter Händen gehabt und sollte nicht mehr dafür bekommen wie eine Marine welche nicht den vierten Theil Mühe macht. Nein lieber Karl das geht nicht, ich werde es für meine Kinder aufheben, später wird doch ... ein anderer Preis dafür bezahlt, wenigstens 4000 Thl. Mit dem Zurückschicken hat es noch Zeit, aber gut verpackt und ohne Kosten, dafür könnt Ihrs noch etwas ansehen ...".

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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