Cicero, Marcus Tullius und Bologna, Guidotto da
Rhetorica ad C. Herennium, Rhetorica nova Il Fiore di rettorica. Venedig, Gabriele di Pietro, um 1472-1473. Erste Ausgabe
Los 701
Schätzung
2.500€ (US$ 2,604)
Cicero, Marcus Tullius und Guidotto da Bologna. Rhetorica ad C. Herennium, Rhetorica nova Il Fiore di rettorica. 50 nn. Bl. 24 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum: 13 x 8,5 cm. Format: 19,5 x 14 cm. Grüner Pappband des 19. Jahrhunderts (stärker berieben und bestoßen). Venedig, Gabriele di Pietro, um 1472-1473.
ISTC ic00686000. Hain-R. 5092 = 5093 (nicht in Copinger). GW 11843. Goff C 686. Proctor 4203. Pellechet 3658. IGI 2976. BMC V, 203. CIBN C-474. IGI 2976. Pr 4203. BMC V 203. BSB-Ink G-220.050. – Erste Ausgabe. Der Dominikanermönch Guidotto da Bologna (geb. um 1278) lehrte in Bologna und zwischen 1278 und 1282 Rhetorik im Studio von Siena. Sein Werk "Fiore di rettorica" ist am bekanntesten und eine Verkürzung der pseudo-ciceronischen "Rhetorica nova" ("Ad Herennium") in der Volkssprache. Die handschriftliche Fassung befindet sich im Cod. Marc. It. Cl. X 21.
Von uns konnten elf Exemplare in europäischen und eines in einer amerikanischen Bibliothek nachgewiesen werden, davon ein Exemplar in Deutschland in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.
Das Buch setzt sich aus folgenden Lagen zusammen: a8(von10), b10, c10, d10, e8(von10), f4(von8). – Es fehlen acht Blätter, davon das erste und die letzten zwei Weiß: a1 (weiß), a10, e1, e10, f1-2, f7, f8 (weiß). Teils stärker finger-, braun- und feuchtfleckig, mit mehreren hs. Notizen am Rand und vereinzelt im Text sowie letztes Blatt mit restaurierter Fehlstelle.
Voragine, Jacobus de
Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Augsburg, Günther Zainer, 1472. - Wohl aus der ersten Ausgabe
Los 702
Schätzung
300€ (US$ 313)
Voragine, Jacobus de. Einzelblatt aus "Der Heiligen Leben. Band 2, Sommerteil". Mit koloriertem Holzschnitt. Got. Typ. 51 Zeilen. Schriftraum: 29 x 18 cm. Format: 32,5 x 23,5 cm. Mit Passepartout. Augsburg, Günther Zainer, 1472.
Hain-Copinger 9968. GW M11402. Goff J156. ISTC ij00156000. – Einzelblatt aus der wohl ersten Ausgabe "Der Heiligen Leben" aus der Offizin Günther Zainer aus Augsburg. Der Holzschnitt zeigt Antonius den Großen (angeblich 251-356) als Eremit. – Etwas stock- und fingerfleckig, sonst wohlerhaltenes Exemplar.
Biblia germanica
Daraus 1 Blatt (Seite127) mit koloriertem Holzstich. Nürnberg, A. Koberger, 17.II.1483
Los 703
Schätzung
180€ (US$ 188)
Biblia germanica. Daraus 1 Blatt (Seite127) mit koloriertem Holzstich. 32 Zeilen bzw. verso 51 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 32 x 18,5 cm. Format: 38,5 x 25,5 cm. Nürnberg, A. Koberger, 17.II.1483.
GW 4303. Hain 3137. – Einzelnes Blatt aus "Biblia germanica" aus der Offizin A. Koberger (1440-1513). Der kolorierte Holzschnitt zeigt Eli, dem der Tod seiner Söhne verkündet wird; im Hintergrund tragen die Philister die Bundeslade fort. – Leicht stockfleckig mit winziger Fehlstelle am Außensteg (Text nicht betroffen), sonst sehr gutes einzelnes Blatt mit hübsch koloriertem Holzstich.
Humbertus de Romanis
Auslegung über Sankt Augustins Regel, deutsch
Los 704
Schätzung
2.400€ (US$ 2,500)
Humbertus de Romanis. Auslegung über Sankt Augustins Regel, deutsch. 205 (statt 206) Bl. 33-34 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 19,8 x 12,2 cm. Format: 26,6 x 19,2 cm. Mit zahlreichen 2-12-zeiligen Lombarden in Rot, teils mit Federwerk-Ausläufen. Dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. (stark beschabt und abgerieben, kleines Teil vom oberen Kapital fehlt, mit Einrissen und wenigen offenen Stellen) über kantigen Holzdeckeln mit reicher Blindgprägung und 3 (von 4) Schließbeschlägen (ohne die Bügel). Ulm, Konrad Dinckmut, um 1488.
Hain-Copinger 9030. GW 13649. Goff H-550. Proctor 2579. Pellechet 6177. Amelung 119. Brinkhus 1108-09. Collijn 545. Deckert 379. Günther 3030. Madsen 2053. Sack 1920. Walsh 918. BMC II, 536. BSB-Ink H-440. CIBN H-331. CBS 2009. ISTC ih00550000. – Erste Ausgabe der seltenen Exegese der Augustiner-Regel in deutscher Sprache, die einzige Ausgabe des 15. Jahrhunderts. Autor ist der französische Dominikanermönch Humbertus (Humbert de Romans; 1190-1277), der aus Romans-sur-Isère (im heutigen Departement Drôme in Südostfrankreich) stammt und als fünfter Generalmeister des Predigerordens von 1254 bis 1263 wirkte. Für seinen Orden verfasste er einen umfangreichen Kommentar zur Augustinerregel, die 1220 von den Dominikanern seines Ordens adaptiert worden war und die forthin als wichtigste Grundlage des Zusammenlebens der meisten Ordensgemeinschaften dienen sollte.
Daraus erklärt sich auch die Übersetzung ins Deutsche, die möglicherweise von dem Dominikaner Georg Falder-Pistoris (gest 29.12.1452) oder von Johannes Meyer (gest. 20.12.1485) stammt (vgl. Verfasserlexikon des MA² VI, 474-489 und XI, 1003-1004), die das Werk Humperts für die deutschen Ordensgemeinschaften übernehmen wollten. Der Text beginnt mit der "vorred": "Hie hebt sich an die auszlegung Humberti desz hohen lerers, der etwen ain gemainer maister gewesen ist über den gantzen prediger orden über sant Augustins regel, die er geschriben hat den closterfrawen mit etlicher eingetraner ler und anweisung der lerer nach vordrung der materi zu mer verstentnusz". – Es fehlt das letzte Blatt "Das ccii Blatt", Lagenformel 14a-z8A8B1-9. Ein Blatt kii mit Tintenfleck, eine Lage minimal ausgebunden, ganz vereinzelte zeitgenössische, wenige spätere Marginalien, nur selten unwesentlich fleckig, meist sehr sauber und sehr schön erhalten im Block, bemerkenswert breitrandig. Der einst bemerkenswert schöne zeitgenössische Einband ist mit mehreren Dreifachfileten in konzentrische Register geteilt, in der Mitte ein Losangeraster, außen eine florale Guilloche-Bordüre, verso eine Bordüre aus überlagernden Halbrundbögen, Vorderdeckel mit geprägter Gotica "AUGUSTINUS".
Farina, Domenico
Epigrammata elegiae et genethliacum urbis Romae. Venedig, Giovanni Battista Sessa, 1498. - Zweite Ausgabe
Los 705
Schätzung
2.500€ (US$ 2,604)
Farina, Domenico. Epigrammata elegiae et genethliacum urbis Romae. 40 nn. Bl. 30 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum: 16,5 x 8,5 cm. Format: 21 x 14 cm. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und am Schluss, mit 5 teils kolorierten Holzschnitt-Initialien über 3 bis 6-Zeilen und Initialspatie über zwei Zeilen. Holzdeckel d. Z. (berieben und bekratzt, ohne die Leder-Messing-Schließe) mit Halbleder (mit größeren restaurierten Fehlstellen). Venedig, Giovanni Battista Sessa, 1498.
ISTC ip00012000. HC 12278. GW M29126. BMC V 480, 547. IGI 7147. Goff P12. Pell Ms 8944 (8803). CIBN P-7. Hillard 1509. IDL 3484. IBE 4281. IBP 4107. Madsen 3003. Šimáková-Vrchotka 1439. Voull (Trier) 2191. Voull (B) 4325. Hubay (Augsburg) 1552. Oates 2147. Rhodes(Oxford Colleges) 1298. Bod-inc P-003. Sheppard 4585. Pr 5591. BMC V 480, 547. BSB-Ink P-7. GW M29126. – Zweite Ausgabe des poetischen Werks von Domenico Farina aus Sora (1460-1528), das seinem Freund und Gönner Marcantonio Sabellico gewidmet ist. Farina trat 1478 in die von Pomponio Leto gegründete römische Akademie (Accademia Romana) ein und nahm den Beinamen Domenico Palladio Sorano an. Seine Epigramme wurden aufgrund ihrer Eleganz im römischen Milieu hoch gelobt, und Farina war auch für das Epitaph auf Letos Grab verantwortlich. Die erste Ausgabe der Epigramme erschien am 4. September in Venedig und ist nur in einem Exemplar in der Bibliothèque Mazarine in Paris (GW M29128) erhalten. Die vorliegende Ausgabe ist von größter Seltenheit, nur drei Exemplare sind in institutionellen Bibliotheken der USA verzeichnet. – Vorsatz stärker lädiert. Ersten sechs Blätter braun- und fingerfleckig, Blatt acht mit winzigem Einriss am Kopfsteg (Text nicht betroffen) und teils mit kleinem Wurmloch und leicht stockfleckig. Mit mehreren hs. Notizen der Zeit in brauner Tinte am Rand. – Beigebunden: Mantuanus Baptista. Adolescentia in decem æglogas divisa. 6 nn., 79 num. (recte 80), 2 nn. Bl. Straßburg, Johannes Prüss Ciuis Argentinus, 1506. - Seltene Ausgabe der zehn Ecloghe des Mantuaners Battista Spagnoli (1447-1516), der sie komponierte, bevor er in den Karmeliterorden eintrat. Die erste Ausgabe wurde 1498 in Mantua unter dem Titel Adolescentia gedruckt. - Etwas braun- und fingerfleckig und mit mehreren hs. Notizen d. Z in brauner Tinte am Rand.
Petrus, Frater
Legenda Sanctae Catharinae. Straßburg, Johann Grüninger, 2.VII.1500. - Erste deutsche Ausgabe
Los 706
Schätzung
9.000€ (US$ 9,375)
(Petrus, Frater). Legenda Sanctae Catharinae, deutsch. Das ist ein nüwe seltzeme und lüstige legend gemacht uß andern sechs legenden. 77 (statt 78) Bl. 29 Zeilen. Rom. Type. Schriftraum: 14,6 x 9,3 cm. Format: 20 x 13,5 cm. Mit Titelholzschnitt, 17 halbseitigen Textholzschnitten vom Terenz-Meister und zahlreichen, teils gelb ankolorierten Holzschnittinitialen. Neuerer Pergamentband mit hs. Rücken- und Deckeltitel. Straßburg, Johann Grüninger, 2.VII.1500.
Hain 12851. GW M31822. Goff P-428. BMC I 115. ISTC ip00428000. BSB-Ink P-371. CIBN P-202. ISTC ip00428000. – Erste deutsche Ausgabe der Katharinenlegende, der lateinische Erstdruck erschien kurz zuvor im selben Jahr. Prachtvolle Straßburger Holzschnittinkunabel. Die heilige Katharina von Alexandrien wird in der katholischen und orthodoxen Kirche als Märtyrerin verehrt und galt im Mittelalter als die nach Maria ranghöchste Heilige. Sie gehört zu den vier Hauptjungfrauen und zählt seit dem 14. Jahrhundert auch zur Gruppe der heiligen 14 Nothelfer. – Es fehlt Bl. M5 (durch fachmännische Kopie auf altem Papier ergänzt). Titel fleckig, mit weißem Blattabschnitt (etwa 1/3) sowie mehreren kleinen hs. ergänzten Fehlstellen, komplett hinterlegt und mit Annotation im rechten Seitenrand. Blatt Aii ebenfalls mit einigen kleinen hinterlegten Fehlstellen im Rand sowie auch im Satzspiegel (geringer Buchstabenverlust hs. ergänzt). Anfangs mit kleiner Wurmspur, Blatt Bv mit zwei kleinen Löchern im Satzspiegel, Blatt Lv bis M iv mit kleiner Wurmspur in der unteren weißen Ecke, drei Blatt am Schluss mit alt restauriertem Randeinriss (geringer Buchstabenverlust), das Schlussblatt mit einigen hinterlegten kleinen Wurmlöchern und Randläsuren. Durchgehend mal mehr, mal weniger fleckig oder gebräunt und mit verblassten Feuchtigkeitsrändern.
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