Los 1013

Itinerarium seu peregrinatio
Die Wallfahrt oder Pilgerung unser lieben Frauen. Hain 9325. GW 15414.

Zuschlag
32.000€ (US$ 31,373)

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Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1013, Auction  120, Itinerarium seu peregrinatio, Die Wallfahrt oder Pilgerung unser lieben Frauen. Hain 9325. GW 15414.

Von William Morris an Emery Walker

Kein Exemplar in der British Library,
der Biblithèque Nationale, der Library of Congress

Itinerarium seu peregrinatio beatae Mariae virginis. Die Wallfahrt oder Pilgerung unser lieben Frauen. 49 nn. Bl. (ohne das le. w.). 32 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 14,6 x 9,4 cm. Format: 20,1 x 14,4 cm. Mit 10 jeweils 9-zeiligen Maiblumen-Initialen und 19 ganzseitigen Textholzschnitten, durchgehend rot regliertes und rubriziertes Exemplar mit roter Linienkolorierung der Initialen und Kapitalstrichelung. Flexibles Pergament vom Ende des 19. Jahrhunderts mit spanischen Kanten und RTitel in moderner beigefarbener Halbmaroquin-Kassette mit Leinenbezug und goldgeprägtem RTitel sowie Innenausstattung in schwarzem Filz. Ulm, Johann Reger, 16.II.1487.
Hain 9325. GW 15414. Goff I-221. Schreiber 4586. Schramm VII, 14. 165-184. Proctor 2582. Amelung 148. Bodleian I-049. Sack Freiburg 2177. Schäfer 175. BSB-Ink I-654. ISTC ii00221000. – Erste Ausgabe dieses der privaten Marienandacht gewidmeten Büchleins "Die walfart oder bylgerung vnser lieben frawen", mit einem Text zur Verehrung der Muttergottes, wie er im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts in Südwestdeutschland sehr beliebt war, besonders in der Gegend um Ulm. Während der vorliegende Text, Wallfahrt oder Pilgerung der seligen Jungfrau Maria, die Übersetzung eines lateinischen Textes ist, handelt es sich hier um die erste veröffentlichte Ausgabe.

Der Drucker Johann Reger ist von 1486 bis 1499 in Ulm nachgewiesen. Er begann seine Tätigkeit in Ulm mit dem Nachdruck von Lienhart Holls berühmtem Ptolemäus im Auftrag von Justus de Albano, der das gesamte Druckmaterial aus der Werkstatt von Lienhart Holl erworben hatte, der der Ulm verlassen musste, als er die Schulden seines Unternehmens nicht mehr bezahlen konnte. Reger kaufte später die Werkstatt und druckte von da an selbständig, wobei er mehrere wichtige Inkunabeln veröffentlichte. So war er auch für das lateinische Original unter dem Titel "Itinerarium seu peregrinatio beatae Mariae virginis" verantwortlich, das wenig später erschien. Weitere Ausgaben des Textes sind 1489 in einer deutsche Ausgabe von Johann Schobser in Augsburg gedruckt worden, ebenso wie zwei Fassungen in Deutsch und Latein, die Lienhart Ysenhut in Basel veröffentlichte.

Die bemerkenswert schönen Holzschnitt-Illustrationen sind charakteristisch für die Ulmer Schule dieser Zeit. So beginnt das Werk auf Blatt 1verso mit einem ganzseitigen Holzschnitt, der die Mater Omnium oder Schutzmantelmadonna darstellt:
Maria, die ihren Mantel über die Personifikationen der klerikalen und weltlichen Orden ausbreitet, eine ikonografische Form, die von den Mendikantenorden maßgeblich weitergegeben wurde. Die anmutige Figur der Jungfrau mit ihrem elegant schattierten Faltenwurf richtet ihren Blick nach oben auf eine Versammlung um
Gott im Himmel, mit Engeln und weiteren biblischen Figuren wie dem gehörnten Moses, der auf seine Gesetzestafeln weist, und dem heiligen Petrus, der ein Buch und einen großen Schlüssel hält. Die übrigen achtzehn Holzschnitte sind horizontal in drei Fächer unterteilt und zeigen Szenen aus dem Leben
der Jungfrau und Christi. – Die beiden Blätter a8 und b1 am Falz im Bug alt verstärkt, von den ledernen Schnitt-Handmarken sind zwei an den Blättern c2 und c7 ausgerissen. Wenige Knicke bzw. unwesentliche Dünnungen durch die starke Reglierung, vereinzelt minimal angestaubt, jedoch kaum fingerfleckig, insgeamt außergewöhnlich gut erhaltenes, bis auf das weiße Blatt vollständiges Exemplar.

Die vorliegende deutsche Erstausgabe ist von allergrößter Seltenheit, viel seltener als die lateinische. Der ISTC führt lediglich inklusive des unsrigen 13 Exemplare auf, und auf dem Auktionsmarkt ist seit 1975 keines je gehandelt worden. Es fehlt in der British Library, in der Bibliothèque Nationale, in der Library of Congress etc.

Provenienz:
Die Verwendung zeitgenössischen Pergaments für den Einband, aber auch die (etwas oxidierte) Goldprägung des Rückentitels lassen auf die Binderei der Doves Press von Thomas James Cobden-Sanderson schließen, was auch die Provenienz schlüssig erscheinen lässt. Demnach schied das Exemplar als Dublette der Staatsbibliothek München aus (Vorsatz mit Eintrag: "Inc. Dupl. 5647") und gehörte dann dem Architekten der Arts and Crafts Bewegung Philip Speakman Webb (1831-1915) in Oxford/London, ein Freund von William Morris, von dem er das Exemplar erhalten hatte. Vgl. dazu den Eintrag auf dem fliegenden Vorsatz: "Philip Webb from W. M." Webb gab das Exemplar an den bedeutender englischer Drucker, Typografen und Fotografen Emery Walker (1851-1933), Mitbegründer der Doves Press und Freund des Thomas James Cobden-Sanderson. Mit Eintrag: "Emery Walker from P. W. 1915". Aus dieser noblen Provenienz ging unser Exemplar an Otto Schäfer (1912-2000), Schweinfurt (OS 1042), der es im Juli 1974 von Martin Breslauer (1871-1940) erwerben konnte.

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