Los 1012

Johannes de Paltz
(1445-1511)Quaestio determinata de revelatione antichristi

Schätzung
3.200€ (US$ 3,368)

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Los 1012 - Johannes de Paltz - Quaestio determinata de revelatione antichristi - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1012, Auction  120, Johannes de Paltz, Quaestio determinata de revelatione antichristi

Seltene Erstausgabe über die Ankunft des Antichrist vom Lehrer Luthers
Johannes de Paltz. Quaestio determinata de revelatione antichristi. 43 (statt 44) nn. Bl. 32 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 14,1 x 11 cm. Format: 19,4 x 13,5 cm. Mit durchgehender Rubrizierung. Modernes Pergament unter Verwendung eines Blattes einer liturgischen Handschrift um 1400 mit romantischer Quadratnotation auf vierlinigem roten System (teils etwas abgewischt, berieben). Erfurt, Drucker des Bollanus, nach dem 24.VIII.1486.
Hain 1154. GW 14435. Goff A-771. Proctor 3112A. Ernst I/1 29. Günther 1014. Madsen 3428. BMC II, 590. BSB-Ink I-497. IBP 4640. VB 1133. ISTC ia00771000. – Erste Ausgabe der "Quaestio determinata de revelatione antichristi" von dem Theologen und Augustiner-Eremiten Johannes von Paltz (auch Johannes Jeuser, Geuser oder Johannes Greffenstein genannt; 1445-1511). Er stammt aus Pfalzel bei Trier, war Augustiner-Eremit und zählt zu den wichtigsten Intellektuellen Erfurts um 1500. "Am Studium der Erfurter Augustiner bekleidete er das Amt des 'Magister regens' und war als solcher 1505/06 Lehrer Luthers ... Als Peraudi in Erfurt weilte, besorgte Johannes de Paltz dem Erfurter Augustinerkonvent erhebliche Ablässe, die u. a. 2 Jahre darauf dem Bau der Klosterbibliothek zugute kamen.

Seit 1507 war Johannes, der sich als Visitator um die Reform der deutschen Provinz der Augustinereremiten verdient gemacht hat, Prior des Konvents von Mülheim (heute Ehrenbreitstein), wo er schon vorher wiederholt geweilt hatte. Er war ein wegen seiner volkstümlichen Beredsamkeit und Gelehrsamkeit geschätzter Prediger. Aus seinen Ablaßpredigten entstand die dem Kurfürst Friedrich dem Weisen gewidmete 'Himmlische Fundgrube' ... Anläßlich des Jubeljahres 1500 erweiterte Johannes de Paltz die lat. Ausgabe dieses Werkes. Im Mittelpunkt seiner Prediger- und Lehrtätigkeit stehen neben Fragen, die die Ablaßlehre betreffen, die Verteidigung der unbefleckten Empfängnis Marias sowie das Bußsakrament, dem er bereits die Funktion der 'contritio imperfecta' zubilligt. Außerdem setzt er sich für stetigen Empfang des Altarsakraments und für ständige Bibellektüre ein" (NDB X, 565 f.).

In der "Quaestio determinata de revelatione antichristi" wendet sich Johannes de Paltz gegen die Lehre und Rechtgläubigkeit von Annius' "De futuris Christianorum triumphis", wobei er den Propheten Mohammed mit dem Antichrist vergleicht und Berechnungen anstellt, um dessen Ankunft auf Erden zu determinieren.

Der Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW) weist diesem Druck die Erstausgabe zu, was Angesichts der Typographie, der Fehler etc. auch sofort evident wird, auch wenn der sehr viel häufigere Memminger Folgedruck (bei Albrecht Kunne; GW 14438; Hain 1155; Goff A-772) oft als gleichzeitige Parallelausgabe angeboten wird. Bei diesem kann die Datierung nach dem 24.VIII.1486 und jedenfalls nicht nach 1492 eingegrenzt werden, wogegen der uns vorliegende Erstdruck zwar ebenfalls nach dem 24.VIII.1486, nicht aber nach 1488 erschienen ist. In der Lagensignatur unterscheidet sich unser Exemplar allerdings gegenüber dem BMC, hier a10b6c8d6e8f6, dort a-d8ef6. – Es fehlt das erste Blatt a1, vereinzelt gering fleckig und leicht gebräunt, insgesamt jedoch bemerkenswert sauberer, wohlerhaltener, auffallend breitrandiger Frühdruck der vierten Dekade, der 80er Jahre, der außergewöhnlich selten ist. Weltweit sind nur wenige, teils inkomplette Exemplare erhalten, im Handel ist dieser Druck seit Jahrzehnten nicht nachweisbar.


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