Los 1006

Antiphonale de Langres
Lateinische Handschrift auf Pergament.

Zuschlag
22.000€ (US$ 25,287)

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Aus dem Katalog
Sonderkatalog „Apokalypse“
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 1006, Auction  117, Antiphonale de Langres, Lateinische Handschrift auf Pergament.

Antiphonale de Langres. Lateinische Handschrift auf Pergament. 47 nn. Bl. 2 Spalten. 27 Zeilen. Schriftraum 24 x 16 cm. Format 35,4 x 24,4 cm. Gotica textualis in Schwarz und teils in Rot, romanischer Quadratnotation auf vierlinigem System, Rubrizierung mit zahlreichen roten und blauen Lombarden sowie größeren Initialen in schwarzer Gotica auf gelbem Grund, teils mit grotesken Köpfen, 9 große Blattgold-Initialen auf blauem oder rotem Grund, 3 Pinselgold-Initialen, 1 große Zierseite mit umfassender, vierteiliger Bordüre in Gold und Farben mit Früchten, Pflanzen, Blüten, Grotesken und Wappen, 8 Bordüren am rechten Rand mit Blüten und Früchten und Akanthus in Gold und Farben sowie Wappen und 4 Miniaturen. Reich blindgeprägtes braunes Kalbsleder d. Z. (mit sorgsam fachmännisch restaurierten kleinen Bezugsfehlern und Ausrissen, Fehlstellen am Rücken, doch nur unwesentlichen Beschabungen und Bereibungen) über schweren Holzdeckeln mit 2 schlichten (etwas späteren) Messingschließen. Langres, Chapelle Saint-Jérome, 1517.
Reich illuminiertes Antiphonale mit großer Schmuckseite am Anfang und acht weiteren mit hübschen Randbordüren und Miniaturen ausgezeichneten Seiten. Auf der ersten Seite (1r) sind im unteren Bordüre-Balken zwei Wappen eingemalt mit der Devise "Recte vivendo neminem timeas". Die Blasonik finden wir im Wappenverzeichnis von Riestab beschrieben. Dort heißt es: "de gueules au chevron diminué d'argent, accompagné de trois étoiles d'or, 2 et 1, et soutenant une fasce en divise aussi d'or, surmonté de trois étoiles du même rangées en chef": "zwei Tressenstäbe in Gold und Silber, mit sechs goldenen Sternen auf roten Grund. Das zweite Wappen als auf der Spitze stehendes blaues Quadrat mit drei liegenden Halbmonden mit je einem Stern in Gold.

Auf Seite 3v findet sich in der Bordüre ein weiteres Wappen mit Andreaskreuz in Rot auf blauem Schild mit der goldenen Lilie. Es ist dieses das Wappen des französischen Bistums Langres, zugeschrieben den beiden legendären Klostergründern, den Bischöfen Hariolf und Erlolft (noch heute bewahrt die deutsche Stadt Ellwangen das Bischofswappen als Stadtwappen). Die Handschrift kann also der Chapelle Saint-Jérome de Langres (Barrois) zugeordnet werden. Auf dem vorderen festen Pergament-Vorsatz findet sich ein hs. Eintrag des Jahre 1575 mit dem hübschen Motto: "In domino confido non in hominibus - Foys huius capellanus 1575 de lamentia natus".

Das Antiphonale gliedert sich, wie folgt:
Fol. 1r-15v Psalmen
für die Vesperzeit " dominicis diebus ad vesperum antiphona", Zierseite mit großer Goldinitiale "D", vierseitiger Bordüre und Mittelsteg-Groteske sowie den oben beschrieben zwei Wappen.
Fol. 3v Beginn des Psalms 114 "Dilexi quoniam exaudiet Dominus vocem orationis meae" (Das ist mir lieb, dass der Herr meine Stimme und mein Flehen hört) mit Goldinitiale "D" und Bordüre lilks mit Akanthus, Blumen, Erdbeeren und dem Bischofswappen in Rot-Blau mit goldenen Lilien.
Fol. 6r Beginn Psalm 126 "Nisi Dominus ædificaverit domum" (Wenn nicht der Herr das Haus baut ...).
Fol. 6v Bordüre links mit Akanthus, Blumen und einer Miniatur König David in weiter Landschafte, gekleidet in blauen Rock und mit rotem Hermelinmantel, auf dem Kopf die goldene Krone, zu seiner Rechten die goldene Harfe, oben links erscheint ihm Gottvater in einer Gloriole im Himmel (8,6 x 3,2 cm).
Fol. 10r Beginn des Responsoriums "Confiteor tibi domine in toto corde meo" (Ich will dich preisen, Herr, von ganzem Herzen).
Fol. 12v Beginn der Antiphona "Voce mea ad Dominum clamavi, et exaudivit me de monte sancto suo" (Mit meiner Stimme schrie ich zum Herrn, und er erhörte mich von seinem heiligen Berg).
Fol. 13 Beginn des Benedictus "Dominus Deus meus qui docet manus meas ad proelium" (Gelobet sei der Herr, mein Hort, der meine Hände lehrt streiten). Bordüre links mit Akanthus, Blumen und einer Miniatur Heiliger Christophorus, der das immer schwerer werdenden Christuskind in grünenRock und goldener Weltkugel auf seinen Schultern über den Jordan trägt (8,6 x 3,2 cm).
Fol. 15v Totenoffizium für den Gebrauch von Langres: "Officium defunctorum ad vesperas antiphona". Mit Goldinitiale "D". Hier erscheint links in der Bordüre wiederum das bischöfliche Wappen mit dem Motto im blauen, umlaufenden Schriftband mit Goldlettern: "Neminem timeas recte vivendo".
Fol. 22v Credo. Dominus illuminatio mea et salus mea quem timebo (Der Herr ist mein Licht und mein Heil: wen sollte ich fürchten?). Links eine Bordüre mit Akanthus, Erdbeeren, Blüten und einer Miniatur Verkündigung Mariae im Gehäuse (8,6 x 3,2 cm).
Fol. 28r Responsorium Redemptor meus vivit et in novissimo me renovabis renovantur denuo ossa mea et in carne mea videbo Dominum Deum (Mein Erlöser lebt, und am Jüngsten Tag wirst du mich neu schaffen. Von neuem werden meine Gebeine erneuert werden, und in meinem Fleisch werde ich den Herrn, Gott, schauen). Als Notentext unter vierzeiliger Quadratnotation auf vierlinigem System. Links auf Fol 28v eine Bordüre mit Akanthus, einem großen Erdbeerstrauch sowie aubergine-violetten Nelken.
Fol. 30v Antiphona "In iniquitatibus conceptus sum. Et in peccatis concepit me mater mea" (Ich wurde nämlich in Ungerechtigkeit empfangen. Und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen). Mit Bordüre mit dem zweiten Bischofswappen im blauen Quadrat mit goldenen Halbmonden und Sternen, mit dem Motto im roten, umlaufenden Schriftband mit Goldlettern: "Capellae Fundatrix".
Fol. 38v Ad Missam introitus "Deus qui ecclesiam tuam egregii doctoris hieronimi doctrinis et exemplis mirifice decorasti" (Gott, der Du Deine Kirche mit den Lehr- und Glaubenssätzen des Heiligen Hieronymus schmückst). Mit großer Goldinitiale "I". Links eine Bordüre mit Akanthus, Blumen und einer Miniatur Heiliger Hieronymus in der Wüste als Eremit, das Kreuz mit dem Heiland anbetend, auf dem Sockel ein Totenkopf, vor dem der Löwe lagert (8,6 x 3,2 cm).
Fol. 44r "Requiem eternam dona eis domine et lux perpetua luceat eis" (Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und ewiges Licht leuchte ihnen). Mit besonders schöner, großer Blattgolditinale "R".
Fol. 47r Schlusschoral: "Lux perpetua luceat eis domine cum sanctus tuis in eternum quia pius es" (Das ewige Licht leuchte ihnen und bei deinen Heiligen in Ewigkeit: denn du bist gut).

Hinterer fester Vorsatz mit zeitgenössischem Dedikationsvermerk in roter Tinte, von dem sich die exakte Datierung in das Jahr "1517" und noch einmal der Ort Langres (gallice: Lingons oder Lingonis) und Barrois (gallice: Insula barrensi, in der heutigen Region Grand Est) ableiten lässt: "Nobilis Prudentius de Recourt Lingoneß ... Canonicus Cantor et officinalis et post xxx Barrensis de demum Thesaurarius Quinique ... Hieronymus Capellanus hunc librum ad honorem et ...um ipsius xii doctoris freci fecit et cappelle dicans Anno 1517". Darunter wohl eine Empfangsbestätigung des Kapellans, ebenfalls datiert "1517" und mit beglaubigender Unterschrift "Testimonio". – Auf überaus festem Pergament geschrieben, kaum fleckig, kaum Gebrauchsspuren, durchgehend frisch, die Miniaturen, wenige Pinselgold-Initialen und Bordüren teils etwas retouschiert und überarbeitet. Auch der zeitgenössische Einband ist bemerkenswert: in einer umlaufenden Bordüre mit einer floral-ornamentalen Rolle sind elf weitere vertikale Rollen abgedrückt mit Kreuzblumen und Rautenranken.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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