Los 1007

Breviarium latinum-germanicum
Miniatur-Gebetbuch. Lateinische und deutsche Handschrift in schwarzbrauner und roter Tinte auf Papier

Zuschlag
3.400€ (US$ 3,908)

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Aus dem Katalog
Sonderkatalog „Apokalypse“
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 1007, Auction  117, Breviarium latinum-germanicum, Miniatur-Gebetbuch. Lateinische und deutsche Handschrift in schwarzbrauner und roter Tinte auf Papier

Vademecum eines Priesters mit Anleitungen zum Abhalten der Messe
Breviarium latinum-germanicum. Miniatur-Gebetbuch. Lateinische und deutsche Handschrift in schwarzbrauner und roter Tinte auf Papier. 233 num. Bl. Schriftspiegel 5 x 4,3 cm. Format 8,8 x 6,8 cm. Mit zahlreichen roten Initialen, schwarzer Hufnagel-Notation auf System zu 4 Linien, Text in Schwarz und Rot. Und mit 47 eingebundenen Bl. eines typographischen Gebetbuchs mit zahlreichen in Rot eingedruckten Initialen, mit vierteiliger Metallschnitt-Bordüre und 9 Textholzschnitten sowie einmontierter Kupferstich als Frontispiz. Schwarzes Leder d. Z. (Gelenke brüchig, Rücken mit Fehlstellen, stärker beschabt und berieben) über Holzdeckeln mit 2 intakten Messingschließen. Deutschland um 1680.
Interessantes handschriftliches Taschengebetbuch mit den Texten für die Messe, für die private Andacht, aber auch mit 40 Seiten Gesängen zu den kirchlichen Festtagen in hübscher Hufnagelnotation. Diese hatte sich direkt aus Neumennotation im Vierliniensystem mit quadratischen oder rautenförmigen Notenköpfen entwickelt und ist bis ins 18. Jahrhundert in liturgischen Gesangsbüchern nachweisbar.

Das Büchlein beginnt mit einem gestochenen Frontispiz der Maria Immaculata im Strahlenkranz und einem Gebet "Nativitas tua dei genitrix virgo gaudium annuntiavit universo mundo ex te enim ortus est..." Es folgen weitere Gebete und Hymnen, durchsetzt von Blättern eines lateinischen Brevier-Drucks, vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Darin finden sich neun szenische Holzschnitte zum Neuen Testament, Heimsuchung, Geburt Christi, Wurzel Jesse, Flucht nach Ägypten, Krönung Mariae etc.

Mit Seite 154v beginnt der deutsche Text mit ganz konkreten Anweisungen zum Gottesdienst, die hier auch in sauberer gotischer Schrift von einem Priester zum praktischen Gebrauch aufgezeichnet wurden. Dort wird die Reihenfolge der zu verlesenden Texte angezeigt, aber auch auf spezielle Bedürfnisse der Gemeinde eingegangen. Wenn beispielsweise viele Leute in der Kirche sind, werden bestimmte Passagen übersprungen und Änderungen der Gottesdienstordnung angewandt: "Wie man änderen muß in den Commendatios" "vor viel leuth ändert man also. Und dan auch vor Alle glaubige Seelen", "vor alle Glaubige Seelen Die Vigilien Die erste soll Fidelium und da für Miserere, zum Endt der vigilien Animabus, danach schlag man die uber."

"Daß Gebett Respice zu teutschen pr[esbyter] n[iede]r kn[i]end den ps[alm] eus deus meus respice [Fol.] 40 stehent den psalmen:; kn[i]end. O Herr Jesu xpe [Christe] empfange diesen psalmen zu lob und ehr deines H[eiligen] Nahmens, und umb die klag so du zum vatter getahn erlöse die Seel deiner dienerin".

Auch für die Exequien wurde der Ablauf der Messe aufgezeichnet: "Requiescant in pace. Amen. Wan die leich einer auß unserere verscheidener geistlicher schwester zu Capellen soll getragen werden ehe sie von der plahen getragen so betten wir den Ps. Miserere. Requiem". "Gleich hiernach wird die leich zur Capellen getragen, die krancke warderin gehet aller nechst hinder der leich, tragent den leuchter mit brennender kertzen fewr psengen und weyrrauch under werendem tragen singt mit niederer stimmen den Reim Libera me domine" etc. – Teils etwas gebräunt, fleckig und angeschmutzt, einige Textblätter mit hs. Text überklebt, Holzschnitte teils ankoloriert, fleckig, etwas unfrisch und mit üblichen Gebrauchsspuren. - Ein interessantes Beispiel deutscher Volksfrömmigkeit und Beispiel für die Individualisierung des Kultes.

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