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Lot 412, Auction  128, Reiger, Johann Friedrich, Die ausgeleschte Chur-Pfaltz-Simmersche Stamms-Linie + Beiband

Reiger, Johann Friedrich
Die ausgeleschte Chur-Pfaltz-Simmersche Stamms-Linie + Beiband
Los 412

Schätzung
240€ (US$ 276)

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(Johann Friedrich Reiger). Die ausgeleschte Chur-Pfaltz-Simmersche Stamms-Linie, mittelst weil. beyder in den Jahren 1680. und 1685. abgestorbener Durchl. Churfürsten zu Pfaltz Carl Ludwigen und Carls, Vater und Sohn, worinnen derselben Lebens-Lauff begriffen, und was sich unter beyder Regierung sowol in public- als privat Sachen zugetragen, erzehlet wird; Zur Erläuterung der Pfältzisch- und Zweybrückischen Successions-Sache, aufs neue übersehen, und mit verschiedenen Anmerckungen heraus gegeben. 8 Bl., 304 S. 16,5 x 10 cm. Halbpergament d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Saarlouis, Claudie Messange, 1732.
VD18 14550563. – Eine von zwei im selben Jahr erschienenen Druckvarianten der genealogischen Schrift über die Familiengeschichte der Fürsten von Simmern. Früher an der Saar erschienener Druck, hergestellt in der "Teutschen Buchdruckerey" von Claudine Messange in Saarlouis. – Titel mit verblassten Wischern, mit schmalem Feuchtigkeitsrand, sonst wohlerhalten. – Vorgebunden: Historischer Schau-Platz aller Rechts-Ansprüche auf Jülich, Cleve, Berg, Marck, Ravensberg, Ravenstein, Winnenthal und Breskesand. 8 Bl., 306 S., 248 S., 4 Bl. Mit 5 typographischen Falttabellen. Frankfurt und Leipzig 1738. - VD18 11573570. - Einzige Ausgabe der unfirmierten und anonym zusammengestellten Darstellung. "Mit 5. vollständigen genealogischen Tabellen erläutert und einer geographischen Beschreibung dieser sämtlichen Lande auch darzu nöthigen Uhrkunden" (Untertitel). - Etwas fleckig.

Seibertz, Johann Suibert
Stammbuch der Familie Seibertz zu Wildenberg und Brunsrappel
Los 413

Schätzung
300€ (US$ 345)

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(Seibertz, Johann Suibert). Stammbuch der Familie Seibertz zu Wildenberg und Brunsrappel. 136 S. Mit lithographischem Frontispiz, lithographischem Titel, 4 lithographischen Wappentafeln mit je 8 Darstellungen und 12 typographischen gefalteten Stammtafeln. 25 x 19,5 cm. (Arnsberg, Stein) 1847.
Einzige Ausgabe der in kleiner, ausschließlich als Gabe für die Familienmitglieder gedruckten genealogischen Schrift. Das Frontispiz zeigt das "Stammhaus der Familie Seibertz zu Mayen". – Titel und Frontispiz schwach stockfleckig, einige der Stammtafeln mit Quetschfalten.

Lot 414, Auction  128, Siebmacher, Johann, New Wapenbuch

Siebmacher, Johann
New Wapenbuch
Los 414

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Siebmacher, Johann. New Wapenbuch: Darinnen deß H. Röm. Reichs Teutscher Nation hoher Potentaten, Fürsten, Herren, und Adelspersonen, auch anderer Ständt und Stätte Wapen [und:]     
Newen Wapenbuchs [und:] Deß neuen Teutschen Wappenbuchs. Teil I, II und III (von 5) in 2 Bänden. Mit 3 Kupfertiteln und 587 (von 590) Kupfertafeln. 15 x 19 cm. Leder d. Z. (berieben, datiert: "1624"; Rücken erneuert) mit Blindprägung auf den Deckeln bzw. Pergament d. Z. (stärker berieben, Kapital erneuert) mit spanischen kanten. Nürnberg, Abraham Wagenmann und Paulus Fürst, 1612-1656.
Bernd 2296. Berchem I, 573. Lipperheide Rc 10. Vgl. Graesse VI/1, 400. – Posthum erschienene Auflagen (erster und zweiter Teil 1612 gedruckt) des berühmten Wappenbuchs des Radierers und Verlegers Johann Ambrosius Siebmacher (1561-1611) mit über 5000 Wappendarstellungen. Angesichts seiner Wichtigkeit für die Heraldik erfuhr Siebmachers Hauptwerk im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Neuauflagen, Verbesserungen und Erweiterungen. "Von Silbermacher selbst nur die beiden ersten Bände. Nach seinem Tode gingen alle Platten an Paulus Fürst über, der sie wiederholt zu neuen Ausgaben benutzte und später das Wappenbuch um vier weitere teile vermehrte" (Lipperheide). – In Teil II fehlen die Tafeln 40, 92 und 93. Teil III mit Bibliotheksstempel und rasiertem Besitzvermerk auf dem Titel. Etwas finger- und braunfleckig, sonst gut erhalten.

Siegelsammlung
von ca. 1000 ausgeschnittenen und auf Papier montierten Lacksiegeln. 18.-19. Jahrhundert
Los 415

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Siegelsammlung von ca. 1000 ausgeschnittenen und auf Papier montierten Lacksiegeln, verso zumeist alt beschriftet. Meist in Rot oder Schwarz. Durchmesser: 1 bis 6 cm. Lose im modernem Pappkarton. Zumeist 18.-19. Jahrhundert.
Wenige gebrochen und mit kleinen bis größeren Gebrauchsspuren.

Lot 416, Auction  128, Tyroff, J. A., Wappenbuch der Preußischen Monarchie

Tyroff, J. A.
Wappenbuch der Preußischen Monarchie
Los 416

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Tyroff, J. A. Wappenbuch der Preußischen Monarchie. Teil I-IV (von 5) in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Titeln und 375 (von 400) Kupfertaf. Modernes Leinen mit goldgeprägtem RSchild. Nürnberg 1828-1837.
Graesse VI/2, 220. Bernd 2569 (nur Band 1). – Erste Ausgabe. Die zahlreichen Wappen von Fürsten, Grafen, Freiherren sowie der Adeligen alphabetisch sortiert. Der bei Graesse genannte fünfte Band ist vermutlich ein Nachtrag. – Die ersten 25 Kupfer von Band II fehlen. Innenspiegel mit Exlibris. Papierbedingt gebräuntes, sonst gut erhaltenes Exemplar. Aus der Bibliothek des Prinzen August von Preußen (1779-1843).

Lot 417, Auction  128, Ficoroni, Francesco de, I piombi antichi

Ficoroni, Francesco de
I piombi antichi
Los 417

Schätzung
450€ (US$ 517)

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NUMISMATIK
Ficoroni, Francesco de. I piombi antichi. Dedicata alla santità di nostro signore Papa Benedetto XIV. 6 Bl., 168 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette und 64 Kupfertafeln. 26,5 x 20 cm. Pergament d. Z. (gering fleckig, berieben und bestoßen) mit hs. RTitel. Rom, Girolamo Mainardi, 1740.
Graesse II, 576. – Erste Ausgabe der umfangreich illustrierten antiken Münzkunde durch den Archäologen und Experten für die römische Antike Francesco de’ Ficoroni (1664-1747). Eine lateinische Ausgabe erschien 1750. – Etwas stockfleckig, vorderes Innengelenk angeplatzt, Vorsätze stark braunfleckig. Innenspiegel mit dem Wappenexlibris von Giuseppe Capece-Latro (1744-1836), Erzbischof von Tarent und einflussreicher italienischer Staatsmann.

Lot 418, Auction  128, Havercamp, Sigebert, Medailles de grand et moyen bronze du cabinet de la Reine Christine

Havercamp, Sigebert
Medailles de grand et moyen bronze du cabinet de la Reine Christine
Los 418

Schätzung
750€ (US$ 862)

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Havercamp, Sigebert. Medailles de grand et moyen bronze du cabinet de la Reine Christine. Nummophylacium Reginae Christinae, quod comprehendit numismata aerea imperatorum romanorum, latina, graeca, atque in coloniis cusa, quondam a Petro Santes Bartolo. 6 Bl. 464 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 wiederholten gestochenen Titelvignetten, gestochener Textvignette und 63 Kupfertafeln. 39 x 25,5 cm. Kalbleder d. Z. (berieben und bestoßen, Gelenke teils angeplatzt, vor allem der Rückdeckel mit Schabspuren) mit ornamentaler RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Den Haag, Pierre de Hondt, 1742.
Brunet III, 62. Ebert 9328. Hoefer XXIII, 619f. Lipsius 178. – Einzige Ausgabe. Reich illustrierter Katalog der römischen Kaisermünzen aus der Sammlung der dänischen Königin Christine. Mit lateinisch-französischem Paralelltext. – Etwas gebräunt und braun- oder stockfleckig, teils mit schmalen Feuchtigkeitsrändern, eine Lage in der unteren rechten etwas gestaucht, wenige Tafeln gestempelt. Sonst wohlerhalten.

Lot 419, Auction  128, Medaillen und Plaketten, seit dem XV. Jahrhundert

Medaillen und Plaketten
seit dem XV. Jahrhundert
Los 419

Schätzung
100€ (US$ 115)

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Medaillen und Plaketten seit dem XV. Jahrhundert. 3 Bl. Mit losen 54 auf kräftigen dunkelgrauen Karton montierte Tafeln. 34 x 25 cm. OHalbleinenmappe (fleckig, Rücken etwas lose) mit goldgeprägtem Titel auf dem Vorderdeckel. Elberfeld, Schöpp & Vorsteher, (1911).
Die ersten Abbildungen zeigen Medaillen von Vittore Pisano, Benvenuto Cellini, Hanibal Fontana sowie weiteren tlw. nicht bekannten italienischen und französischen Künstlern. Unter den frühen deutschen Künstlern sind nennenswert: Peter Flötner, Mathäus Walbaum, Ferdinand von St. Urbain. Aus dem 19. Jahrhundert vertreten sind u.a. Christian Rauch, J. C. Chaplain, O. Rotty, Herman Hahn, Hugo Kauffmann. Ab Tafel 38 folgen meist deutsche Künstler des 20. Jahrhunderts: R. Bosselt, M. Dasio, L. Chr. Lauer, K. Goetz u.a. – Textblätter und Tafeln nahezu sauber.

Lot 420, Auction  128, Josephus, Flavius, Sämmtliche Werke

Josephus, Flavius
Sämmtliche Werke
Los 420

Schätzung
240€ (US$ 276)

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JUDAICA
Josephus, Flavius. Sämmtliche Wercke, als zwantzig Bücher von den alten Jüdischen Geschichten ... Mit vielen Anmerkungen, wie auch accuraten Registern versehen und ausgefertiget von Johann Friedrich Cotta. 3 (statt 4) Bl., 735 S.; 212 S.; 178 S.; 34 S. Titel in Schwarz und Rot. Mit Kupfertitel, 8 (1 gefaltet) Kupfertafeln und gefalteter Kupferstichkarte. 35 x 24 cm. Leder d. Z. (stark berieben) mit schlichter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1736.
Graesse III, 482. – Erste von dem Tübinger Theologen Johann Friedrich Cotta (1701-1779) herausgegebene Ausgabe. – Es fehlt der Vortitel. Die Faltkarte mit verso überklebtem Randeinriss. Leicht fleckig.

Lot 421, Auction  128, Lund, Johann, Die alten Jüdischen Heiligthümer, Gottesdienste und Gewohnheiten

Lund, Johann
Die alten Jüdischen Heiligthümer, Gottesdienste und Gewohnheiten
Los 421

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Lund, Johann. Die alten jüdischen Heiligthümer, Gottesdienste und Gewohnheiten, für Augen gestellet, in einer ausführlichen Beschreibung des gantzen Levitischen Priesterthums. Mit gestochenem Portrait, gestochenem Frontispiz, 24 (von 29) teils gefalteten Kupfertafeln von Johann Wilhelm Michaelis und mehrere Textholzschnitten. 18 Bl., 1090 S., 71 Bl. 34 x 19,5 cm. Titel in Schwarz und Rot. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Hamburg, Johann W. Fickweiler, 1711.
VD18 11134836. Fürst I, 274. Lipperheide I, 130. – Spätere Ausgabe; die erste Ausgabe erschien 1704. Enthält: "I. Von der Stiffts-Hütten. II. Von dem Tempel. III. Von den Hohen- und andern Priestern. IV. Von den Leviten, deren Ursprung. V. Von dem täglichen Gottesdienst der alten Hebräer" (Untertitel). – Vorsätze erneuert, Frontispiz, Porträt und Vortitel am Innensteg verstärkt; Titel und erstes Blatt am Innensteg teils locker und offen. Papierbedingt stärker gebräunt, mit Randläsuren, teils hinterlegten Einrissen und kleinen Fehlstellen, knickspurig, stock- und fingerfleckig.

Mahzôr
’im lešôn aškenaz. Offenbach, Zebi Hirsch, (1811). + Beilage
Los 422

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Mahzôr. ’im lešôn aškenaz we-hadarat qôdeš ke-minhag aškenaz û-š’ar qehillôt qedôšôt û-mevû’ār bi-vē'ûr maspîq (hebraice: "Mahzor. In aschkenasischer Sprache und in heiliger Pracht, gemäß dem Brauch der Aschkenasim und anderer heiliger Gemeinden, und in ausreichender Klarheit erläutert."). Band VII (von 9). 88, 8 num. Bl. 19,6 x 12 cm. Halbleder d. Z. (etwas gedunkelt, gering berieben) mit rotem RSchild und (gedunkelter) RVergoldung. Offenbach, Zebi Hirsch, (1811).
Ashkenasisch-jüdisches Gebetbuch "Machsor" aus dem jüdischen Jahr 5557, was auf den Zeitraum um 1797 datiert, gedruckt in der bekannten Druckerei des Zebi Hirsch in Offenbach. Zebi Hirsch (auch Zvi Hirsch Segal Spitz aus Pressburg) war ein bedeutender jüdischer Buchdrucker, der ab 1767 den hebräischen Buchdruck in Offenbach am Main nach einer jahrelangen Pause wiederbelebte. Seine Offenbacher Offizin druckte zahlreiche klassische Werke wie Haggadot und Gebetbücher. Vorhanden aus der Reihe der Gebetbücher ist hier Band VII "Le-yôm rîšôn we-šēnî šel Pesah" von insgesamt neun zwischen 1797 und 1827 erschienenen Bänden. Der Band enthält die Festtagsgebete und liturgischen Dichtungen (Pijjutim) für Pessach mit einem leicht verständlichen hebräischen Kommentar sowie Erklärungen in jiddischer Sprache (im Text als "Leschon Aschkenas" bezeichnet), damit die Betenden den tieferen Sinn der Gebete auch unter Zeitdruck direkt verstehen können. – Nur vereinzelt etwas fleckig und mit kleinen Gebrauchsspuren, insgesamt sehr gut erhaltenes Exemplar. – Beiliegt: Slichoth mikal ha-shana (hebraice: "Bußgebete für das ganze Jahr"). 113 num. Bl. 18,5 x 11,3 cm. Stark lädierte Pappe über lädierten Holzdeckeln. Wien, Anton Edler von Schmid, 1838. - Die Bußgebete nach dem Ritus der jüdischen Gemeinden in Böhmen, vor allem in Prag, in Mähren, Ungarn und Schlesien. - Stärker lädiert und mit einigen heftigeren Gebrauchsspuren, Fingerflecken, Rissen, Anschmutzungen etc., wohl aber komplett.

Lot 423, Auction  128, Brinckmann, Johann Peter, Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme

Brinckmann, Johann Peter
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Los 423

Schätzung
300€ (US$ 345)

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KULTUR- UND SITTENGESCHICHTE
Brinckmann, Johann Peter. Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme. 570 S., 1 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Leder d. Zeit mit RSchild (leicht berieben und mit wenigen Wurmstichen, Rückenschild mit kl. Abplatzungen). Dessau und Leipzig, Buchhandlung der Gelehrten, 1784.
Erste Ausgabe. Pädagogisches Hauptwerk des großen Arztes und Philanthropen. Brinckmann (1746-1785) zeigt, daß die antike Pädagogik in den humanistischen Bildungsvorstellungen seiner Zeit höchst einseitig und in einer der menschlichen Natur wenig entsprechenden Weise mißverstanden worden sei. Die Schrift wurde "von den beiden kühnen Neuerern auf dem Gebiete der Pädagogik, Basedow und Campe, mit freudigem Beifall begrüßt. Campe trug Brinckmann sofort die Mitarbeiterschaft an seinem großen pädagogischen Sammelwerke (der Allgemeinen Revision) an, das damals gerade in Vorbereitung war" (ADB XLVII, 236). Ähnlich wie Basedow war Brinckmann ein Vertreter des eudämonistischen Prinzips und bestimmte als oberstes Erziehungsziel die Glückseligkeit, die in einer glücklichen und möglichst allseitigen Entwicklung aller Anlagen des Zöglings liege. "Allenthalben offenbart sich der denkende Arzt, der neben vielem andern die große Bedeutung der lange fast vergessenen Gymnastik eingehend hervorhob - hier wie in vielen andern Dingen seiner Zeit um Jahrzehnte in der Erkenntnis vorauseilend" (ADB). – Gering stockfleckig.

Lot 424, Auction  128, Hermann, Johann Gottlieb, Der Mystagog oder vom Ursprung und Entstehung aller Mysterien

Hermann, Johann Gottlieb
Der Mystagog oder vom Ursprung und Entstehung aller Mysterien
Los 424

Schätzung
220€ (US$ 253)

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(Hermann, Johann Gottlieb). Der Mystagog oder vom Ursprung und Entstehung aller Mysterien und Hieroglyphen der Alten welche auf die Freymaurerey Bezug haben aus den ältesten Quellen hergeleitet und aufgesucht von einem ächten Freymaurer. 4 Bl., 319 S. 20 x 11,5 cm. Pappband d. Z. (etwas lädiert, beschabt, bestoßen, lichtrandig, leicht geöffnete Gelenke und Fehlstellen) mit goldgeprägtem RSchild. Osnabrück und Hamm, Philipp Heinrich Perrenon, 1789.
Wolfstieg 4868. – Einzige Ausgabe dieser Geschichte der Mysterien. Behandelt werden in 16 Kapiteln u. a. "Ursache der Abgötterey", "Von der Entstehung der Hieroglyphen", ferner über Ursprung, Geschichte, Untergang und Einweihungsrituale der ägyptischen Mysterien, die Lehren des Pythagoras und die griechischen Mysterien. Am Schluss mit dem "Beweis, daß der Freymaurerorden die Forstsetzung der alten Mysterien unter veränderter Gestalt sey". – Mit hs. Bestizvermerk auf dem Vorsatz und dem Titel "Gutjahr". Etwas stockfleckig und mit kleiner Fehlstelle am fliegenden Blatt. Vorderes Innengelenk offen.

Lot 425, Auction  128, Holwell, John Zephaniah, Événemens historiques intéressans

Holwell, John Zephaniah
Événemens historiques intéressans
Los 425

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Holwell, John Zephaniah. Événemens historiques intéressans. Traduit de l'Anglois. 2 Bände. XXVIII S., 2 Bl., 208 S.; 2 Bl., 184 S. Mit 9 gefalteten Kupfertafeln. 20 x 10,5 cm. Halbleder d. Zeit mit RSchildern und floraler RVergoldung (berieben, Rückgelenk von Bd. 1 mit kleiner Wurmspur, Ecken sorgfältig restauriert). Amsterdam, Arkstee und Merkus und Paris, de Hansy le Jeune, 1768.
Cox I, 297. – Erste französische Ausgabe. Die Originalausgabe erschien 1766-67 (Bd. I und II; ein dritter Band erschien erst 1771 und wurde wohl nicht mehr übersetzt). Holwell (1711-78) arbeitete nach seiner Ankunft in Bengalen zunächst als Chirurg, später in der Verwaltung, wo er für kurze Zeit sogar zum Gouverneur Bengalens aufstieg. Bekannt wurde Holwell durch sein Buch über die Ereignisse im Schwarzen Loch von Kalkutta 1756. Als einziger Bericht eines Beteiligten galt es lange Zeit als authentisches Zeugnis; später stellte sich heraus, daß Holwell die Fakten stark zum Nachteil der indischen Beteiligten verändert hatte. Die vorliegende Arbeit bietet zum einen eine Geschichte Bengalens, seiner Menschen und ihrer Glaubenswelt, zum anderen ist es die erste Untersuchung eines Europäers über die bengalischen Altertümer (einige abgebildet auf den 5 Tafeln in Band 2). Holwell hatte zwar Hindi gelernt, verfügte aber nicht über Sanskrit-Kenntnisse, sodass für spätere Forscher einige Irrtümer bezüglich der indischen Mythologie zu berichtigen blieben. Die Karten in Bd. I zeigen u.a. den Lauf des Jumna-Flusses mit den daran liegenden Städten und Ortschaften. – Gering gebräunt und stockfleckig, S. 145-160 sowie Tafeln in der unteren Ecke wasserrandig. Beide Titel verso mit Stempel des Joachimsthalschen Gymnasiums (Nachlaß (F. W. von) Thulemeier), darüber "Ausgeschieden" Stempel.

Lot 426, Auction  128, Meisner, Ernst, Ein Hundert Drey-unddreyssig Gotteslästerliche

Meisner, Ernst
Ein Hundert Drey-unddreyssig Gotteslästerliche
Los 426

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Meisner, Ernst. Ein Hundert Drey-unddreyssig Gotteslästerliche, gottlose, schändliche und schädliche, auch unanständige, und theils falsche teutsche Sprüch-Wörter. 8 Bl., 143 S. 16,5 x 9 cm. Moderner Halbpergamentband (etwas berieben und bestoßen, Gelenke mit kleinen Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel. Jena, Johann Bielcke, 1705.
Sehr seltenes Werk, das sich kritisch mit umstrittenen oder als unmoralisch empfundenen Redewendungen des frühen 18. Jahrhunderts befasst. Ernst Meisner widerlegt ebenso einige der theologischen bzw. moralischen Sprichwörter. Von uns konnte kein weiteres Buch ausfindig gemacht werden, nur zwei Mikrofich-Versionen in zwei Bibliotheken. – Papierbedingt gebräunt, sonst gutes Exemplar.

Lot 427, Auction  128, Pancirolli, Guido, Rerum memorabilium

Pancirolli, Guido
Rerum memorabilium
Los 427

Schätzung
240€ (US$ 276)

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Pancirolli, Guido. Rerum memorabilium sive Deperditarum commentariis illustrata, et loci prope innumeris postremum aucta ab Henrico Salmuth. 2 Teile in 1 Band. 3 Bl., 349 S., 10 Bl.; 313 S., 9 Bl. Mit Kupfertitel. 20,5 x 17 cm. Pergament d. Z. mit hs. RTitel. Frankfurt, Erben Johann Gottfried Schönwetter, 1660.
Graesse V, 117. Katalog Rosenthal 8744. Dorbon-Aine 3452 (Ausgabe 1631). – Eine von mehreren Druckvarianten der Ausgabe, die 1660 in Frankfurt erschien. Interessantes Sammelwerk des italienischen Juristen Guido Pancirolli (1523-1599) über naturwissenschaftliche, geographische und kulturhistorische Errungenschaften. Behandelt Porzellan, Uhren, Typographie, Papier, Musik, Alchemie, Getränke, Bibliotheken, antikes Schiffswesen, Geheimschriften u. a. Mit einer ausführlichen Beschreibung Amerikas auf 64 Seiten (vgl. Sabin XIV, 58412). Der Kupfertitel mit einer allegorischen Darstellung der Alten und der Neuen Welt, sowie dem Inneren einer Druckerwerkstatt. Der Erstdruck erschien 1599 bis 1602 posthum in Frankfurt und Amberg. – Schwach braunfleckig, sonst wohlerhalten.

Lot 428, Auction  128, Praetorius, Johann, Daemonologia Rubinzalii Silesii

Praetorius, Johann
Daemonologia Rubinzalii Silesii
Los 428

Schätzung
2.500€ (US$ 2,874)

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Praetorius, Johann (d. i. Hans Schultze). Daemonologia Rubinzalii Silesii. Das ist, Ein ausführlicher Bericht, von den wunderbarlichen, sehr alten, und weitbeschrienen Gespensts dem Rübezahl; welches sich, auff den Gebürgen in Schlesien und Böhmen erzeiget. 3 Teile in 1 Band. 10 Bl., 292 S.; 1 Bl., 232 S., 3 w. Bl.; 12 Bl., 264 S. (ohne Register). 13 x 7 cm. Leder d. Z. (stärker berieben, Ecken etwas bestoßen, Rückenbezug am unteren Kapitale mit Fehlstelle, mit einigen Wurmlöchern, mit hs. RSchild) mit goldgeprägter Rücken- und Deckelfilete. Arnstadt bzw. Rudolstadt und Leipzig, Caspar Freyschmied für Johann Barthol Oehler, 1662-1665.
Dünnhaupt V, 3155, 10.I.2., 10.II.2. und 10.III.1. Faber du Faur II, 745d. Graesse, Bibliotheca Magica 22. Hayn, Praetorius 84. Jantz II, 2021. ADB XXVI, 524, 5. Vgl. Goedeke III, 238, 9. – Mischauflage der in verschiedenen Drucken überlieferten ersten umfassenden literarischen Gestaltung des Rübezahlstoffes, Hauptwerk des unter zahlreichen Pseudonymen schreibenden Polyhistors Johannes Praetorius (1630-1680). Der Teil I liegt in der leicht gekürzten späteren von zwei bekannten Fassungen mit dem Druckjahr 1662 vor (vgl. Dünnhaupt). Enthält eine Sammlung von über 250 teils nacherzählten, teils frei von ihm erfundenen Rübezahlgeschichten. "Es handelt sich hier um das erste große Rübezahlbuch, auf dem alle späteren Fassungen - auch die anderer Herausgeber - beruhen" (Dünnhaupt). "In spite of the halting German, Praetorius in this book has created the most vivid ghostly apparition of the century, a phantom which has persisted to the present time. One fearful story follows another. Rübezahl can take on any form and haunts everyone everywhere; but on the whole he remains just a humorous 'Poltergeist' and at times even turns benevolent. He is undoubtedly the most amusing of all ghosts" (Faber du Faur). – Es fehlen das weiße Schlussblatt in Teil I und das Gesamtregister am Schluss von Band III. Papierbedingt etwas gebräunt und braunfleckig, anfangs auch mit kleinerem Feuchtigkeitsrand. Ohne das vord. fl. Vorsatz. Exemplar mit allen drei Teilen.

Lot 429, Auction  128, Theilhaber, Felix A., Blutwunder und Liebeswahn

Theilhaber, Felix A.
Blutwunder und Liebeswahn
Los 429

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Theilhaber, Felix A. Blutwunder und Liebeswahn. 24 S. 23 x 15,5 cm. Illustrierte OBroschur (Titel mit altem Ziffernstempel). Berlin, Asy-Verlag, (1929).
Beiträge zum Sexualproblem, Heft 17. Seltene, später beschlagnahmte Erstausgabe mit der Titelgraphik von Will Faber: "Das Muckertum greift an! Am 7. Juni [1930, C.K.] wurde in den Geschäftsräumen des uns befreundeten Asy-Verlages G.m.b.H. Berlin, die Broschüre Blutwunder und Liebeswahn von Dr. F. A. Theilhaber beschlagnahmt. Das Amtsgericht Berlin-Mitte, gez. Dr. Masur, begründete diesen Beschluß wie folgt: Das Titelblatt unterliegt als unzüchtige Abbildung der Einziehung. Die Abbildung der Frau am Phallusbaum und besonders des Christus am Kreuze mit seiner für christliche Leser äußerst abstoßenden und verletzenden Hervorhebung des Geschlechtlichen sind geeignet, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl zu verletzen. Gegen den bekannten Grafiker Will Faber, Berlin, und den Geschäftsführer des Asy-Verlages, Willi Jadau, wurde das Verfahren eröffnet. [...] Unseren Gildenmitgliedern sollte dieser Vorstoß des Muckertums ein Anlaß sein, die Schrift in Massen zu verbreiten. Sie ist jetzt mit einem etwas korrigierten Umschlag neu erschienen und kostet einzeln 40 Pfennig." (Besinnung und Aufbruch Nr.6/1930, S. 94, zitiert nach Corinna Kaiser, Der Kater-Konzern, siehe www.anarchismus.at). – Etwas gebräunt; einige Anstreichungen; insgesamt wohlerhalten.

Lot 430, Auction  128, Weigel, Christoph, Berufe. Abbildung der Gemein-Nützlichen Haupt-Stände von denen Regenten und ihren ... Bedienten an.

Weigel, Christoph
Berufe. Abbildung der Gemein-Nützlichen Haupt-Stände von denen Regenten und ihren ... Bedienten an.
Los 430

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450€ (US$ 517)

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(Weigel, Christoph). Berufe. Sammlung von 25 (7 doppelt) losen Kupferstichen. 15,3 x 20 cm (Blattgröße). (Regensburg 1698).
Vgl. Lipperheide Pe 11. Landwehr 637. Praz S. 93. Hiler S. 895. Graesse VII 430. – Diese Kupferstiche stammen aus Christoph Weigels (1654-1725) Werk "Abbildung Der Gemein-Nützlichen Haupt-Stände Von denen Regenten Und ihren So in Friedens- als Kriegs-Zeiten zugeordneten Bedienten an, biß auf alle Künstler Und Handwercker" und verbildlichen die Arbeit die hinter. Dargestellt sind verschiedene Berufe wie zum Beispiel: "De Trompetter", "De Bykorf het Kanon", "De Konstapel en Vuurwerker", "De Bykorf het Wapenhuis", "De Koperslaager", "De Klok-en Geschut-Gieter", "De Loopemaker", "De Zwaardueger", "De Harnaschmaker en Pantziermaker", "De Soldaat", "De Koperslager", "De Geelgieter", "De Tinnegieter", "De Klok-en Geschut-Gieter", "De Kaarsemaaker", "De Roermaaker", "De Soldaat". Mit sieben doppelten – Obere rechte Ecke verso meist verstärkt, mit minimalen Wurmspuren, finger- sowie fleckig, gebräunt, Darstellung jedoch kaum betroffen. Breitrandige, schöne Exemplare. – Dabei: I. Jost Amman. Adumbrator. Der Reisser. Holzschnitt. 7,5 x 6 cm (Darstellung) bzw. 14 x 8,5 cm. (Blatt). 1568. - II.
Derselbe.
Dux exercitus. Der Führer der Landsknecht. Holzschnitt. 7,5 x 6 cm (Darstellung) bzw. 14 x 8,5 cm. (Blatt). 1568. III. A. Gabler. Der Huff u Waffenschmidt. Kolorierter Kupferstich. 15 x 9 cm (Plattenrand). 1791.

Lot 431, Auction  128, Anderson, Jacob, Neues Constitutionen-Buch der alten ehrwürdigen Brüderschaft der Frey-Maurer

Anderson, Jacob
Neues Constitutionen-Buch der alten ehrwürdigen Brüderschaft der Frey-Maurer
Los 431

Schätzung
120€ (US$ 138)

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MASONICA
Anderson, Jacob. Neues Constitutionen-Buch der alten ehrwürdigen Brüderschaft der Frey-Maurer. Dritte vermehrte Auflage. [Und:] Anhang zum Constitutionen-Buch der Frey-Maurer. 448 S.; 188 S.Mit gestochenem Frontispiz, 1 gefalteten Kupfertafel und 6 gefalteten Tabellen. Frankfurt, Andreä, 1762.
Wolfstieg 20416 – Leicht papierbedingt gebräunt und stockfleckig.

Lot 432, Auction  128, Beyerlé, Jean-Pierre-Louis, Abhandlung über die allgemeine Zusammenkunft der Freymaurer

Beyerlé, Jean-Pierre-Louis
Abhandlung über die allgemeine Zusammenkunft der Freymaurer
Los 432

Schätzung
450€ (US$ 517)

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(Beyerlé, Jean-Pierre-Louis). Abhandlung über die allgemeine Zusammenkunft der Freymaurer, bey dem Gesundbrunnen in Wilhelmsbad, ohnweit Hanau. Ins Teutsche übersetzt, mit Anmerkungen und Erläuterungen, von R(itter) v(on) S(chwan; d. i. Adolph von Knigge). 276 S. 17 x 10 cm. Pappband d. Z. (etwas fleckig und berieben; zeitgenössische Remboitage). O. O. u. Dr. (Frankfurt, Erben Heinrich Ludwig Brönner), 1784.     
VD18 1115148X. Fromm I, 3226. Wolfstieg 38605. – Erste deutsche Ausgabe des Berichts vom Freimauerkongress in Wilhelmsbad, der 1782 nach heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Freimaurer einberufen worden war. Als Ziel der Freimaurerei wurde dort die moralische Vervollkommnung auf der Basis der christlichen Religion festgelegt. Die über 80 teils umfangreichen Anmerkungen Knigges zeigen, dass es sich hier um weit mehr als eine Brotarbeit, wie zuweilen behauptet wird, handelt. – Titel gestempelt. Nur gering fleckig, ohne das hintere fl. Vorsatz.

Lot 433, Auction  128, Einige Originalschriften des Illuminatenordens,, welche bey dem gewesenen Regierungsrath Zwack vorgefunden worden

Einige Originalschriften des Illuminatenordens,
welche bey dem gewesenen Regierungsrath Zwack vorgefunden worden
Los 433

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Einige Originalschriften des Illuminatenordens, welche bey dem gewesenen Regierungsrath Zwack durch vorgenommene Hausvisitation zu Landshut den 11. und 12. Oktob. 1786 vorgefunden worden. 4 Bl., 407 S. Mit 3 gefalteten Tabellen. 19,5 x 12 cm. Broschur d. Z. (etwas fleckig). München, Lentner, 1787.
Wolfstieg 42770. Pfister 503. – Die Veröffentlichung der Briefe und Dokumente des Illuminatenordens sollte dessen 1784 in Bayern verfügtes Verbot vorbereiten und dessen Gründer Weishaupt in Misskredit bringen. – Titel etwas fleckig und mit Besitzvermerk. Unbeschnittenes Exemplar.

Lot 434, Auction  128, Haugwitz, Christian Heinrich Curt von, Ueber den Rosenorden

Haugwitz, Christian Heinrich Curt von
Ueber den Rosenorden
Los 434

Schätzung
250€ (US$ 287)

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(Haugwitz, Christian Heinrich Curt von). Ueber den Rosenorden. Ein Blättchen an Schlesische und andere Damen, die diesen Orden nicht kennen. 4 Bl., 44 S. 17 x 10 cm. Türkisblauer Pappband d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit goldgeprägter Freimaurer-Vignette auf em VDeckel. Breslau, Brieg und Leipzig, Christian Friedrich Gutsch, 1786.
VD18 11595132. Wolfstieg 43307. – Einziger Druck der anonym erschienenen kleinen Freimaurerschrift, das VD18 schreibt die Verfasserschaft dem preußischen Staatsmann und Diplomaten Christian August Heinrich Curt von Haugwitz (1752-1832). Kuriose Werbeschrift für den 1784 von dem berüchtigten Hochstapler und Abenteurer Franz Rudolph von Grossing gegründeten Adoptionsorden, in dem auch Frauen Mitglieder werden durften und in die geheimen Rituale eingeführt wurden. Möglicherweise gilt Grossing auch als Verfasser der Schrift. – Etwas gebräunt und braunfleckig. Titel verso mit geschwärztem Stempel, Innenspiegel mit kleiner Tintensignatur.

Lot 435, Auction  128, Vom pythagoräischen Bunde, Altenburg, Karl Heinrich Richter, 1797

Vom pythagoräischen Bunde
Altenburg, Karl Heinrich Richter, 1797
Los 435

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Vom pythagoräischen Bunde. VI, 46 S., 1 w. Bl. 16,5 x 10 cm. Preußischblauer Pappband d. Z. (etwas fleckig und berieben, mit Schabspuren und Papierschildchen). Altenburg, Karl Heinrich Richter, 1797.
VD18 13025120. Wolfstieg 5030. – Einziger Druck der kleinen geheimbündlerischen Abhandlung über den spätantiken Philosoph Pythagoras und die von ihm gegründete mysterienumwobende Lebensgemeinschaft, laut etwas schmeichelhafter Vorrede nicht mehr als ein "nicht ganz unwillkommener" Auszug der entsprechenden Kapitel aus der wenige Jahre zuvor erschienenen Geschichte des Ursprungs, Fortgangs und Verfalls der Wissenschaften in Griechenland und Rom des Göttinger Professors Christoph Meiners. – Titel etwas fleckig. Exemplar aus der Bibliothek der 1776 gegründeten Leipziger Johannisloge Balduin zur Linde, mit entsprechendem Stempel auf dem Titel und Eignerschildchen auf dem Innenspiegel.

Lot 436, Auction  128, Gadendam, Johann Wilhelm, Historia Academiae Fridericianae Erlangensis

Gadendam, Johann Wilhelm
Historia Academiae Fridericianae Erlangensis
Los 436

Schätzung
750€ (US$ 862)

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STUDENTICA
Gadendam, Johann Wilhelm. Historia Academiae Fridericianae Erlangensis qua praeter eius originem solemnia dedicationis sacra eventusqve proxime secuti referuntur. Addita sunt scripta tam publica quam privata academiae causa concepta. 2 Teile in 1 Band. 3 Bl., 54 S.; 2 Bl., 217 (recte: 221) S., 1 Bl. Mit gestochenem gefaltetem Frontispiz, gefaltetem Portrait in Schabkunstmanier, 3 gefalteten Kupfertafeln, Portraitkupfer, Medaillonkupfer, großem Wappenkupfer im Text sowie einigen Textkupfern. 32,5 x 19,5 cm. Pappband d. Z. (stärker berieben). Erlangen, Typographia Academica, 1744.
VD18 10417524. Erman-Horn II, 2984. – Einziger Druck der prächtig ausgestatteten Festschrift zur Eröffnung der Universität Erlangen. Komplett mit allen Kupfertafeln: Szenische Barockkartusche als Frontispiz, Portrait Friedrichs in Schabkunstmanier, Stadtplan von Erlangen, Feierlicher Einzug der Stifter, Universitätsgebäude, Portrait des ersten Direktors Daniel de Superville sowie dem Medaillonkupfer; die Textkupfer zeigen Wappen und Münzen. – Das Portrait in Schabkunstmanier mit größerem Einriss. Titel mit rasierten Bibliotheksstempeln. Wenige Blatt gebräunt, etwas fleckig.

Lot 437, Auction  128, Huber, Victor Aimé, Die englischen Universitäten

Huber, Victor Aimé
Die englischen Universitäten
Los 437

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Huber, Victor Aimé. Die englischen Universitäten. Eine Vorarbeit zur englischen Literaturgeschichte. 2 Bände. XVII, 450 S., 1 Bl.; VII, 580 S. 21,5 x 13,5 cm. Etwas spätere Halbleder mit RVergoldung und je 2 farbigen RSchildern. Kassel, Krieger, 1839-40.
ADB 13, 252. vgl. Allibone II, 1412 (unter Newman). – Erste Ausgabe. In England damals vielzitiertes Werk, das auch in den Diskussionen zwischen Konservativen und Reformern um die Frage einer Reform der englischen Universitäten eine Rolle gespielt hat und von Francis W. Newman ins Englische übersetzt wurde. – Gebräunt und stockfleckig. Dekorativ gebundenes Exemplar.

Art Déco
8 Modebilder in Hinterglasmalerei
Los 438

Schätzung
600€ (US$ 690)

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MODEN UND KOSTÜME
Art Déco. - 8 Modebilder in Hinterglasmalerei. Kolorierte Schwarze Konturzeichnung. Je 30 x 24 cm. Deutschland 1920er Jahre.
Bildzyklus mit acht Szenen aus der mondänen Frauenwelt der 1920er Jahre. Vier Darstellungen vor hellem Grund zeigen eine Dame am Kaffeetisch mit Sonnenschirm, daneben einen Herrn, der zum Gruß den Hut lüftet; eine Dame beim Spaziergang mit Hund; eine Badende; eine Reisende mit Koffer sowie zwei Damen beim Ankleiden in Unterkleidern.

Die weiteren Bilder vor schwarzem Grund zeigen Motive aus dem Zirkus- und Varietémilieu: schwebende und tanzende Figuren, Akrobatinnen und Tänzerinnen in knappen Kostümen, mit Seidenstrümpfen, teils in dynamischen Bewegungs- und Luftakrobatikposen. Schließlich eine Darstellung des Sterntalers mit einem Mädchen im Nachtkleid, das den vom Himmel fallenden Sternenregen auffängt. – Zwei Bilder mit Scheibenbruch und Einrissen. Alle mit leichten Bereibungen, Bestoßungen und Randschäden. Insgesamt von guter Erhaltung.

Lot 439, Auction  128, Gazette du bon ton, Art, mode et frivolités

Gazette du bon ton
Art, mode et frivolités
Los 439

Schätzung
750€ (US$ 862)

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Gazette du bon ton. Art, mode et frivolités. Teil I und II in 1 Band, insg. 2 Bände Text- und Tafelband. 2 Bl., VI, 1 Bl., 191 S.; 2 Bl., Seite 193-382, 2 Bl. Mit 91 nummerierten, Pochoir kolorierten Tafel-Abbildungen, 21 farbigen, ganzseitigen Lithographien und zahlreichen, meist kolorierten Text-Abbildungen. 24,5 x 19,5 cm bis 30,5 x 24,5 cm. Rotes Leinen d. Z. (berieben, fleckig, hinteres RGelenk offen) mit Rück- und DTitel. Paris, Emile Lévy bzw. Berlin, Paul Cassierer, 1912-1913.
Colas 1202. Hiler 356-57. Lipperheide Zb 290. Carteret IV, 18.Feilchenfeldt-Brandis K1. – Eines der wichtigsten Modemagazine, hier aus dem Jahre 1921, mit Illustrationen im Stil des Art Déco. "Le plus important et le plus interessant pour les modes contemporaines. Il est illustre... par les artistes modernes les plus notoires, tels que Raoul Dufy, Pierre Brissaud, Simeon, Martin etc." (Carteret). Die hübsch kolorierten Darstellungen zeigen extravagante Mode für allerlei Anlässe, wie Dinner, Spaziergänge, Opern besuche, Hochzeiten, Jagd, Soireen, Kostüme, etc. – Unbeschnitten, papierbedingt leicht an en Rändern gebräunt, teils mit offenen Innenstegen, minimal fleckig.
Genauere Kollation: Pochoir kolorierte Tafeln: 1 I, II, IV-VI, X; 2 I, III, V-VIII, X; 3 II- IV, X; 4 I-III, V, VII-X; 5 II- III, VI-VII, X; 6 I-IV, VI, VIII; 7 I-IV, VI, 8 I-VII, IX, X; 9 I-V,VII, IX; 10 I-X; 11 I, II, VI-X; 12 I- IV, VI-X.

Lot 440, Auction  128, Grasset de Saint-Sauveur, Jacques, Tableau des principaux peuples de l'Europe

Grasset de Saint-Sauveur, Jacques
Tableau des principaux peuples de l'Europe
Los 440

Schätzung
750€ (US$ 862)

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Grasset de Saint-Sauveur, Jacques. Tableau des principaux peuples de l'Europe. Kolorierter Kupferstich. 51,5 x 64 cm (Plattenrand). Paris, Bance, 1795.
Dargestellt sind verschiedene Trachten und Personengruppen des Kontinents Europa von Jacques Grasset de Saint-Sauveur (1757-1810). Der Maler fertigte verschiedene Tafeln an mit idealisierten Darstellungen verschiedener Völkergruppen geordnet nach Kontinenten. – Papierbedingt gebräunt, leicht stock- und braunfleckig, mit Randläsuren.

Hamdy Bey, Osman
Les costumes populaires de la Turquie en 1873.
Los 441

Schätzung
15.000€ (US$ 17,241)

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Hamdy Bey, (Osman). Les costumes populaires de la Turquie en 1873. Ouvrage publié sous le patronage de la Commision Impériale Ottomane pour l'Exposition Universelle de Vienne. 319, VII S. Mit goldgedrucktem Widmungskarton und 74 Tafeln in Heliogravur nach Fotografien. 37,5x 28,5 cm. Kalbslederband d. Z. (Gelenke etwas schwach, teils leicht offen, sonst nur an Stehkanten unwesentlich berieben). Konstaninopel, Levant Times & Shipping Gazette, 1873.
Prunkband mit frühen Fotografien der türkischen Modetrachten, die auf der Wiener Weltausstellung von 1873 präsentiert wurden, auf der der bedeutende osmanische Archäologe, Maler und Museumsgründer Osman Hamdi Bey (1842-1910) persönlich anwesend war, wo er wohl das vorliegende Exemplar zusammen mit seiner Frau und Mitautorin Marie de Launay dem Erzherzog Rainier d'Autriche (1827-1913) persönlich überreichte. Der Erzherzog, mit vollem Namen Rainer Ferdinand Maria Johann Evangelist Franz Ignaz von Österreich verkehrte als Förderer von Kunst und Wissenschaft in den allerhöchsten Kreisen. Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften und Protektor des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie hatte er die Präsidentschaft der Wiener Weltausstellung von 1873 übernommen.

Das Exemplar trägt auf einem in goldenen Lettern lithographierten Widmungsblatt die Zugeignung "A Son Altesse Impériale et Royale Monseigneur l'Archiduc Régnier. Les auteurs: O. Hamdy, Marie de Launay". Das Exemplar ließ Hamdi Bey in einer türkischen Meisterbuchbinderei in dunkelgrünes Halbmaroquin binden, mit prächtiger Rückenvergoldung. Besondere Aufmerksamkeit widmete der Binder jedoch den fantastischen Reliefdeckeln:

Der sicherlich aus Istanbul stammende Buchbinder (Mücellid) folgte dabei der Tradition der osmanischen Prunkeinbände, indem er auf eine mit reliefiertem Leder in unterschiedlichen Farben und reicher Flächenvergoldung eine weitere erhabene Schablonenschicht auflegte, die hier mit dem zartesten glatten, üblicherweise marokkanischen Ziegenleder (Saffian) bezogen und dann mit goldgeprägten Riefeln, Guillochen, Stempelfleurons und Wellenkonturen mit Goldpunkten und Pendentifs (Cevahir) versehen wurde.

Den äußeren Rahmen bildet eine Guilloche-Bordüre, die mit 14 Medaillons mit der inneren Bordüre verklammert ist. Die untere Lage zeigt eine reiche Goldbordüre mit roten Lederreliefs, die Schlangenmäander mit Dornen und Blüten ausbildet. Die floralen Elemente des Bodens steigern sich in ihrer Raffinesse zur Mitte des Einbandes: vier halbe Mandelformen (Shamsa, Semsen) ragen von oben und unten in den Mittelspiegel, sie sind gefüllt mit braunen Ranken, die große und in sich wieder reliefierte Blätter auf flächig gehämmerten Goldgrund ausbilden. Weitere sechs Semsen, diesmal mit nachblauen Ranken und Blättern, umgeben als radiale Strahlenelemente das große hochrechteckige Mittelfeld, auf dessen Goldgrundspiegel eine noch gewagteres noch feineres noch fantasievolleres und noch prächtigeres Flechtwerk-Labyrinth in braunem Reliefleder erscheint, das mit Margeriten, Lilien, Butterblumen und anderen Blüten, Blattwerk und Dornen durchwirkt ist - und so die allerhöchste Ornamentkunst des osmanischen Zeit in einer letzten großen Blüte repräsentiert.

Die mit geglättetem hellgrünen Saffianleder ausgelegten Innendeckel beprägte der Mücellid bemerkenswerter Weise mit breiten floralen Bordüren, die aus dem europäischen Formenvokabular entnommen wurden: mit Weinlaub, Weintrauben und Blattranken. Ein innerer Goldfiletenrahmen bildet gar typische Rokoko-Elemente der westlichen Einbandkunst aus, während das Mittelmedaillon sich aus zahlreichen Einzelstempeln mit zwei größeren Abhängern (Cevahir) zusammensetzt. Es folgen die mit hellgrüner Seide bezogenen fliegenden Vorsätze, bevor dann das Innere des Buches anhebt mit der Widmung an den Erzherzog und dem Titel.

Eine kleine Volte bildete die Wiener Weltausstellung für den Autor Osman Hamdi Bey - ebenso wie dessen Frau und Mitautorin - da dieser dort das erst 17-jährige französische Mädchen Marie kennenlernte, die als "Naile" seine zweite Frau und Mutter seiner drei Kinder werden sollte. – Durchgehend sauberes, sehr breitrandiges, sehr schönes und unbeschnittenes Exemplar.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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