Hosei, Shunsen
Makie Daizen. Kompendinum der Maki-e. Band I (von 5).
Los 562
Schätzung
120€ (US$ 138)
Hosei, Shunsen. Makie Daizen (japonice: Kompendinum der Maki-e). Band I (von 5). 20 Bl. Mit 37 Abbildungen verschiedener Lackarbeiten in Holzschnitt. Format Hanshibon 24,5 x 18 cm. Orangefarbige OBroschur (Farbflecken auf dem Einband) mit grüner Fadenheftung. 1868.
Abbildungen von japanischen Lackwaren Inro, Lackkästchen, Teebrettern, Schreibutensilien, Schwertegriffen und anderen Objekten. – Kaum flecking, unwesentlich gebräunt. Kontrastreiche Abbildungen.
Hu Chêng-yen. Shih-chu-chai chien-p'u. (japonice: Sammlung verzierten Briefpapiers aus der Zehnbambushalle). 4 Blockbücher mit geschnittenen Textseiten und zahlreichen originalen Farbholzschnitten, Holzschnitten und Reliefprägungen. 31 x 18 cm. Blockbuchbindung mit brauner Seidenkordel und Original-Broschurdeckeln mit Blattgoldsprenkelung und montierten Titelschildern in dreifacher Klappmappe mit Brokatseidenbezug mit montiertem Deckelschild sowie 2 beinernen Schließen (Deckelschild etwas gebräunt, Kanten leicht berieben). Peking, Jung Pao-Chai, 1952.
Das Original wurde am Ende der Ming-Zeit in Nanking 1644-1645 von Hu Chêng-yen, einem berühmten Verleger, in einem besonderen Farbendruckverfahren, das Reproduktion von Farbschattierungen erlaubte, herausgegeben. Der erste Teil wurde erstmals 1935 vom Holzschnittmeister und Schriftsteller Lu Hsün nachgedruckt, sodann vom Historiker Chêng Chên-to zusammen mit dem restlichen Werk 1940 in Shanghai veröffentlicht. Die Hefte enthalten die Briefpapiere, deren Motive nach Themen geordnet, teils mehrfarbig und mit Prägung von Stöcken gedruckt sind. "Die Neudrucke gehören genau wie das Original zu den größten Meisterwerken der Druckkunst. Sie sind bewundernswert genau nachgeschnitten, in genau derselben Technik wie das Original auf das herrlichste Papier gedruckt und ersetzen wie schwerlich ein anderer Neudruck eines alten Werkes das einzige Originalexemplar auf das vollkommendste" (J. Tschichold in "Die Bildersammlung der Zehnbambushalle" Zürich 1970, S. 30-35).
Vorliegt hier der Band mit den schönen Reliefprägungen mit Darstellungen von verschiedenen Ocha-Teeservicen, aber auch Landschaften, Menschen und mehrere Blumen. – Nahezu ohne jegliche Gebrauchsspuren, durchgehend sehr frisch und in überaus leuchtender Farbigkeit gedruckt und in der allerfeinsten Relieftechnik geprägt.
Hu Zhengyan. - Shizhuzhai jianpu (sinice: Sammlung verzierten Briefpapiers aus der Zehnbambushalle). 4 Blockbücher. Mit zahlreichen, ca. 250 blattgroßen, meist farbigen Holzschnitten und Reliefdrucken. 31,5 x 19,5 cm. Hellbraune OBroschurdeckel mit Goldflocken besprenkelt, gebunden mit brauner Seidenkordel, zusammen und in dreifacher OBrokatseidendecke (leicht fleckig, etwas berieben und angestaubt) mit reicher Ornamentstickerei und 2 beinernen Stiftschließen sowie montierten, alles zusammen in moderner schlichter blauen Leinenkassette. Beijing, Rongbaozhai-Verlag, 1952.
Nachschnitt des berühmten chinesischen Malereihandbuch Schriften und Bilder aus der Zehnbambushalle von dem Künstler, Drucker und Verleger Hu Zhengyan (auch Hu Yuecong 1584-1674), der in der späten Ming-Dynastie und frühen Qing-Dynastie herrliche Bilderwelten schuf.
Als Vorlage diente die Ausgabe von 1644 des Hu Zhengyan mit "ungefähr hundertachtzig großenteils mehrfarbigen Bilddrucken - das überhaupt erste Buch mit Buntdrucken nicht-illustrativen Charakters und wohl das schönste je in Farben gedruckte Buch .. ist eingebettet in eine Geschichte des chinesischen Holztafel- und Farbendruckes von den Anfängen bis zur Gegenwart, die gedrängt aber umfassend ist" (Tschichold). Ein umfangreiches chinesisches Lehrbuch zur Malerei, das eine Sammlung kunstvoller Briefpapiere präsentiert. Einige der Illustrationen wurden in der traditionellen chinesischen Prägetechnik des "Gonghua" ausgeführt. Es enthält fein ausgearbeitete Darstellungen von Blumen, Felsen, Antiquitäten, malerischen Landschaften, Bronzen, mythologischen Tieren und Schmetterlingen. – In sehr guter Erhaltung. Schönes Exemplar.
Katsukawa, Shuncho. Shunga. Ukiyo-e Farbholzschnitt. Format ôban tate-e. Edo (Tokio) um 1780.
Erotische Szene von dem Künstler und Begründer der Katsukawa-Schule Shuncho Katsukawa (1726-1793). – Minimal berieben, mit kleinen Wurmlöchern, sonst gutes Exemplar. Dekorativ.
Kinder- und Gelehrtenszene
Zwei chinesische Textilarbeiten nach klassischen Vorlagen von Su Hanchen und Tang Yin
Los 566
Schätzung
300€ (US$ 345)
(Kinder- und Gelehrtenszene). Zwei chinesische Textilarbeiten mit figürlichen Darstellungen nach klassischen Vorlagen von Su Hanchen und Tang Yin. Polychrome Stickarbeiten mit KalIigraphie und Siegelmarken. 55 x 28 cm bzw. 54 x 26 cm (Darstellung). Mit Passepartout unter Glas in goldlackierter Holzprofilleiste. China 20. Jahrhundert.
Das eine mit Darstellung zweier Kinder beim Spielen in idealisierter Gartenlandschaft mit Felsen und blühendem Rosenstrauch nach einem Bildtypus des Malers Su Hanchen (1101-1161). Das andere mit Gelehrtem und zwei weiblichen Figuren in architektonischem Interieur mit Garten nach Tang Yin (1470-1524). – Wohlerhalten (nicht ausgerahmt).
Konobu I., Utagawa
A Train at Ikuta-Machi: One of the Sights of Kōbe. Japanischer Farbholzschnitt
Los 567
Schätzung
150€ (US$ 172)
Konobu I., Utagawa. "A Train at Ikuta-Machi: One of the Sights of Kōbe". Japanischer Farbholzschnitt. 16,5 x 36,5 cm. Unter Glas in Holzleiste (diese berieben). Kobe, Meiji-Zeit, um 1910.
Der Holzschnitt zeigt einen Dampfzug vor bewaldeten Bergen unter rotem Abendhimmel. Die erste Eisenbahnlinie Kobes - die Minoo Arima Eisenbahn - nahm 1910 ihren Betrieb auf. Das Stadtviertel Ikuta-machi im Westen Kobes, bekannt durch den gleichnamigen Shinto-Schrein, galt bei der ausländischen Gemeinde als beliebtes Ausflugsziel. Das Motiv ist ein Zeugnis der raschen Verwestlichung Kobes, das 1868 als einer der ersten japanischen Häfen für den Auslandshandel geöffnet worden war. – Papierbedingt leicht gebräunt.
Kubota, Beisen
Ejima no kasumi aoi (japonice: Der Nebel über der Insel Ejima).
Los 568
Schätzung
150€ (US$ 172)
Kubota, Beisen. Ejima no kasumi aoi (japonice: Der Nebel über der Insel Ejima). Kompendinum der Kriegerbilder. 28 Bl. Mit 50 Abbildungen von Kriegs- bzw. Alltagsszenen in Farbholzschnitt. Format Hanshibon 24,5 x 16,4 cm. Chamoisfarbene OBroschur (leicht abgenutzt und angestaubt) mit lila Fadenheftung. Kyoto, Tanaka Jihe,1887.
Detaillierte Jagd- und Schlachtendarstellungen, teilweise mit komplexem Hintergrund und mit japanischen Überschriften. Beisen Kubota (1852-1906) hat bei Suzuki Hyakunen Shijo-Malerei studiert. – Minimale Gebrauchsspuren. Kontrastreiche farbige Abbildungen.
Kunisada II., Utagawa
Totsuka an der Tokaido-Straße. Farbholzschnitt
Los 569
Schätzung
120€ (US$ 138)
Utagawa Kunisada II. Totsuka an der Tokaido-Straße. Farbholzschnitt. Format ôban tate-e. Japan ca.1863.
In einem prächtigen Interieur steht eine zentral dargestellte Figur in aufwendig gestaltetem Gewand, die Hand am Griff eines Kurzschwerts. Um sie gruppieren sich mehrere demütig niederkniende Samurai. – Im Randbereich mit wenigen winzigen Einstichlöchlein, wohl Spuren einer früheren Bindung; ein weiterer Einstich in der Kartusche. Die Darstellung selbst sonst nicht betroffen. Insgesamt in guter Erhaltung und farbkräftig.
Kunisada, Utagawa
3 farbige Ukiyo-e Holzschnitte mit Theaterszenen
Los 570
Schätzung
600€ (US$ 690)
Kunisada, Utagawa. 3 farbige Ukiyo-e Holzschnitte mit Theaterszenen auf Japan aufgezogen. Format ôban tate-e. Je 35,5 x 24 cm. Mit Passepartout. Edo (Tokio) 1856-1860.
Vorhanden sind: I. Die Silbe Mu. Ukiyo-e Holzschnitt aus der Serie "Sieben kalligraphische Vorlagen für jedes Zeichen im Kana-Silbenalphabet" (japonice: Seisho nanatsu iroha). - II. Die Zahl 10.000. Ukiyo-e Holzschnitt aus der Serie "Sieben kalligraphische Vorlagen für jedes Zeichen im Kana-Silbenalphabet" (japonice: Seisho nanatsu iroha). - III. Die Silbe Re für Renrinosaku. Ukiyo-e Holzschnitt aus der Serie "Sieben kalligraphische Vorlagen für jedes Zeichen im Kana-Silbenalphabet" (japonice: Seisho nanatsu iroha). – Mit kleineren Gebrauchsspuren, insgesamt gut erhalten. – Dabei: I. Frühlingssonne. 3 doppelblattgroße, kolorierte Holzschnitte auf je 2 Blättern aus dem Werk "Berühmte Gedichte". Format: 18,5 x 27 cm. Mit Passepartout. Um 1760. II. Huang Gongwang. Smaragdströme und grüne Klippen. Kolorierter Holzschnitt. Format: 26,5 x 30 cm. China um 1700.
Kuniyoshi, Utagawa. Shirabyoshi-Tänzerin (Ensei). Farbholzschnitt aus der Serie Fuzoku Onna Suikoden (japonice: Modische Frauen aus dem Shuihuzhuan). 21 x 18 cm (Blattgröße). Unter Glas gerahmt 35 x 29 cm. Japan um 1829.
Darstellung der Shirabyoshi-Tänzerin Ensei in einem aufwengigem orangefarbenen Kimono mit Kopfbedeckung und Fächer in tänzerischer Pose. – Ecken minimal angeschmutzt, kleine Stauchstelle an einer Ecke, sonst in schönem Erhaltungszustand. Versand ohne Rahmen.
Meiji-Chronik. Shinsen Nendaiki Zen (japonice: Zusammengestellte Chronik). Japanisches Leporelloalbum zur Geschichte der Meiji-Zeit. mit 66 Textblättern in Holzschnittdruck und 16 kleinen Textholzschnitten (je ca. 3 x 4 cm). 18,5 x 7,5 cm. Blaue Pappdeckel d. Z. (berieben) mit Titelschild (japonice:) "Japan, China und der Westen nebeneinandergestellt". Japan, Aoki Kazando, um 1900.
Illustrierte Chronik der japanischen Geschichte mit Fokus auf die Meiji-Zeit. Die Textseiten werden teils von kleinen szenischen Holzschnittillustrationen begleitet. – Leporello in zwei Teilen getrennt erhalten. Mit deutlichen altersbedingten Gebrauchsspuren.
Naturdarstellungen und Qi Baishi
40 Farbholzschnitte nach Qi Baishi und anderen chinesischen Meistern
Los 573
Schätzung
700€ (US$ 805)
Chinesische Naturdarstellungen. - Farbholzschnitte nach Qi Baishi und anderen chinesischen Meistern. Sammlung von 40 Farbholzschnitten nach Malereien von Qi Baishi, Shen Zhou u. a. Lose Blätter in 3 OUmschlägen (diese lädiert und mit starken Einrissen). sowie 1 gerahmtes Einzelblatt im Textilpassepartout unter Glas. 44 x 34 cm. Beijing, Rongbaozhai, 1953.
Folge von 40 Farbholzschnitten nach chinesischen Malereien, überwiegend nach Qi Baishi (1864-1957), daneben nach Shen Zhou und weiteren Meistern; 35 großformatige Blätter (ca. 31,5 x 43 cm), 5 schmale Formate (ca. 35,5 x 16 cm). Dargestellt sind vor allem florale Motive, Insekten und Kleintiere, bei Shen Zhou zusätzlich Landschaften.
Qi Baishi zählt zu den vier bedeutendsten Malern der chinesischen Moderne (neben Zhang Daqian, Wu Changshi, Xu Beihong) und wurde vor allem für seine reduzierten, der Tuschmalerei verpflichteten Darstellungen von Vögeln, Insekten, Blumen und Kleintieren bekannt, oft mit eigenen Gedichten versehen.
Dem Konvolut sind ferner einige chinesische Textblätter mit Schriftzeichen beigegeben, darunter auch Übersetzungen von Gedichten des Dichters Li Bai (701-762).
Die vorliegende Sammlung befand sich (nach Angaben des Einlieferers) im Besitz der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt und geht wohl auf ihren China-Aufenthalt von Oktober 1953 bis März 1954 zurück. Während dieser Reise verantwortete sie die Konzeption und Gestaltung der offiziellen Ausstellung Deutsche Angewandte Kunst der DDR in Peking und Shanghai. Die kleine Sammlung dürfte als persönliches Souvenir von diesem Aufenthalt mitgebracht worden sein. – Insgesamt gut erhalten. Die Farbholzschnitte farbfrisch und wohlerhalten, mit nur geringfügigen alters- und lagerungsbedingten Gebrauchsspuren. – Beigegeben: Naturdarstellungen. 8 farbige Reproduktionen nach chinesischen Malereien (Berglandschaften, Tier- und Naturdarstellungen). 39 x 27 cm. Lose Blätter in OBroschurenflügelmappe mit TSchild. Shanghai, Huadong Renmin Meishu Chubanshe, ca. 1954.
- Und: Folge von 3 Blättern chinesischer Kalligraphie auf feinem Chinabütten. Je 39 x 27 cm. Lose in moderner schwarzer Mappe mit modernem hs. TSchild.
Ohara, Koson
Album mit 12 Farbholzschnitten mit Darstellungen von Flora und Fauna (vorwiegend Vögel)
Los 574
Schätzung
400€ (US$ 460)
Ohara, Koson. Album mit 12 Farbholzschnitten mit Darstellungen von Flora und Fauna (vorwiegend Vögel). Format 36,5 x 24 cm. Broschur d. Z. (deutlich fleckig und berieben, Vorderdeckel gestempelt) in Blockbuchbindung mit leerem Titelschild und gelber Fadenbindung, Vorsätze goldgesprenkelt. Japan um 1920.
Ohara Koson (1877-1945) gehört zu den Vertretern der modernen Shin-hanga-Strömung und ist insbesondere für Naturdarstellungen im Genre Blumen und Vögel bekannt. Das Album umfasst Darstellungen von Vögeln (u. a. Krähe im Schnee, Fasan, Sperlinge), Säugetieren (Hirsch, Hase) und Insekten (Zikade, Biene) mit Flora (u.a. Pfingstrosen, Weide, Kiefer). – Der erste und der letzte Holzschnitt mit Abklatsch der Goldbesprenkelung des Vorsatzes. Die Blätter am oberen Rand durchgehend numerisch gestempelt (1-12). Im Randbereich papierbedingt gebräunt. Insgesamt sehr farbfrisch und in gutem Zustand.
Ornamententwürfe
4 japanische Farbholzschnitte mit Designmotiven und Mustervorlagen
Los 575
Schätzung
160€ (US$ 184)
Ornamententwürfe. 4 japanische Farbholzschnitte aus einem Ehon mit Designmotiven und Mustervorlagen für Textilien und dekorative Anwendungen. Je ca. 18 x 13 cm (Darstellung). Unter Passepartout mit mehrfarbigen Fileten. Kyoto um 1900.
Die Folge umfasst stilisierte Ornament- und Entwurfsblätter in bemerkenswert modernem Duktus und stammt aus einem Ehon. Ein flächiges Muster mit Päonien und Vögeln dürfte als Textilentwurf gedient haben. Auch eine weitere Darstellung mit zwei dekorativen Uchiwa-Fächern, versehen mit geometrischen und floralen Mustern vor dunklem Grund, ist wohl in diesem Kontext zu verstehen.
Ergänzend findet sich ein Blatt mit einem mythischen Phönix-Vogel in ornamental gefasstem Rahmen mit Flechtmuster sowie eine Darstellung eines stilisierten Kranichs auf Sockel neben Buchrollen mit kalligraphischen Beischriften. – Wohlerhalten.
Pustaha-Leporello
Illuminierte faltbares Zauber- und Weissagungsbuch der Batak-Schamanen
Los 576
Schätzung
500€ (US$ 575)
Illustriertes Borkenbuch des Alim-Baumes aus Indonesien
Pustaha-Leporello. Faltbares Zauber- und Weissagungsbuch der Batak-Schamanen. Surat Batak-Schrift auf Rinde des Alim-Baumes. 12 beidseitige Doppelfaltblätter mit 48 Seiten Schrift. Mit Textanfangsrubrizierung (rot Buchstabenumkreisung) und 13 Textfluss-Miniaturen mit zoomorphen und anthropomorphen Figuren und Ornamenten in roter und schwarzer Tinte. 25 x 13,6 cm. Sumatra, Indonesien um 1920.
Von einem europäischen Reisenden vorne datiertes Borkenbuch "12. November 1920" aus dem indonesischen Sumatra. Es handelt sich um ein traditionelles faltbares Zauber- und Weissagungsbuch der Batak-Schamanen (Pustaha) aus Sumatra, das handschriftlich mit schwarzer Tinte auf gefalteter Baumrinde in der sog. Surat Batak-Schrift verfasst wurde. Schreibgrundlage war die Rinde des Alim-Baumes (Aquilaria malaccensis), für die Tinte mischte man Ruß mit Pflanzensaft. Enthalten sind üblicherweise heilkundliche Texte, magische Beschwörungsformeln, medizinische Rezepte, Divinationsregeln und astrologische Berechnungen der Datu, der Batak-Priester.
Besonders hübsch ist das Buch durch die kreisförmigen Auszeichnungen der Buchstaben ganz im Sinne einer Rubrikation der Kapitelanfäng - und wegen der zahlreichen, teils sehr großen, in schwarzer eingemalten und rot kolorierten Miniaturen, die verschiedene Art von Tieren, wie Schlangen, Eidechsen, Frösche, Drachen und ähnliches zeigen.
Mit etwas Fantasie kann man die gehörnte, drachenähnliche Schlange Naga Padoha erkennen, die den Herrscher der Unterwelt repräsentiert und in den Schöpfungs- und Kosmologiemythen der Batak eine wichtige Rolle spielt. Eidechsen und Geckos repräsentieren die Darstellungen von Boraspati ni Tano, die schützende Erdgottheit. Der Priester-Magier Datu wird wiederum durch anthropomorphe menschliche Figuren symbolisierte, die den Schamanen selbst darstellen, häufig mit traditioneller, unverwechselbarer Kopfbedeckung, beim Halten von Ritualstäben (tunggal panaluan) oder bei der Aufführung von Ritualtänzen mit speziellen Instrumenten. Wahrsagediagramme, astrologische und Kalenderdiagramme, geometrische Markierungszeichen (Bindu Matoga) und Anleitungen zur Darstellung günstiger Tage, Positionierung für magische Schnüre oder Opferrituale. – Von den üblicherweise geschwärzten oder mit Kautschuk eingeriebenen Deckeln ist nur der vordere vorhanden (stärker beschabt, mit Fehlstellen, Rissen), der hintere fragmentarisch. Die letzen beiden Blätter sind oben versehrt mit entsprechendem Textverlust. Sonst ist die Handschrift jedoch vollständig, an Rändern wie meist stärker schwarz angelaufen, gebräung, wellig und hier und da mit Faserausbrüchen und Abrieb. Wie üblich nimmt das Format gegen Ende etwas ab.
Pustaha-Manuskript
Faltbares Zauber- und Weissagungsbuch der Batak-Schamanen
Los 577
Schätzung
450€ (US$ 517)
Miniatur-Zauberbuch auf Rinde des Alim-Baumes
Pustaha-Manuskript. Faltbares Zauber- und Weissagungsbuch der Batak-Schamanen. Surat Batak-Schrift auf Rinde des Alim-Baumes. 19 beidseitige Doppelfaltblätter mit 76 Seiten Schrift. Mit etwas Buchschmuck, ornamentalen Bändern und Leisten. Ca. 6,5 x 6 cm. Leporellofaltung mit 2 Holzdeckeln (etwas beschabt, bestoßen, fleckig, mit Rasurspuren) mit rundgeschliffenen Kanten. Sumatra, Indonesien wohl Anfang 19. Jahrhundert.
Buchkuriosum aus dem indonesischen Sumatra. Es handelt sich um ein traditionelles faltbares Zauber- und Weissagungsbuch der Batak-Schamanen (Pustaha) aus Sumatra, das handschriftlich mit schwarzer Tinte auf gefalteter Baumrinde in der sog. Surat Batak-Schrift verfasst wurde. Schreibgrundlage war die Rinde des Alim-Baumes (Aquilaria malaccensis), für die Tinte mischte man Ruß mit Pflanzensaft. Enthalten sind üblicherweise heilkundliche Texte, magische Beschwörungsformeln, medizinische Rezepte, Divinationsregeln und astrologische Berechnungen der Datu, der Batak-Priester. Das bemerkenswert kleine Format deutet auf ein Miniatur-Zauberbuch hin, das von den Schamanen oft als reisende Taschen-Ratgeber oder persönliche Schutzamulette genutzt wurde. Wie üblich nimmt das Format gegen Ende etwas ab. – Falze teils etwas schwächer, wenige offen, nur einer gelöst (mit wenigen überhängenden Rindenfetzen, doch kaum Textverlust), verhältnismäßig übersichtliche Gebrauchsspuren, wie üblich etwas stärker nachgebräunt und gedunkelt, insgesamt in gutem Gesamtzustand, Format zum Ende etwas abnehmend. Ältere Pustaha-Manuskripte, die wie das vorliegende in Gebrauch eines Zauberers waren, sind verhältnismäßig selten gegenüber den oft in größerer Zahl für den Tourismusmarkt hergestellten späteren Exemplaren.
Qi Baishi
Briefpapier-Sammlung. Pei-ch'ing Yung-pao-ch'ai shih-chien-p'u
Los 578
Schätzung
800€ (US$ 920)
Qi Baishi hua ji (Pei-ch'ing Yung-pao-ch'ai shih-chien-p'u). Briefpapier-Sammlung von 120 Wasserfarbdrucken. 2 Bände. 3, 2 Bl. mit geschnittenem Text und zus. ca. 120 Bl. in Farbholzschnitt. 31 x 21 cm. Nachtblaue OUmschläge mit Blattgoldsprenkelung in goldfarbener Seidenkordelblockbuchbindung mit montierten Titelschildern in dreifachen Brokatseidendeckeln (minimal beschabt und fleckig) mit montiertem Titelschild und 2 beinernen Schließen. Peking, (Rong bao ziai xin ji, 1951).
Die beiden Bände der sogenannten "großen Ausgabe" (mit je 60 Farbholzschnittafeln in Wasserfarbdrucktechnik; die "kleine" hat nur jeweils 40) enthalten neben einer großen Anzahl von Briefpapieren des Qi Baishi auch solche von anderen Künstlern. Hierzu vgl. Bilderhefte der Staatlichen Museen, Ostasiatische Holzschnitte II, in dem einige der Arbeiten S. 46ff. abgebildet und beschrieben sind.
Qi Baishi (1864-1957), ein bedeutender, wenn nicht der bedeutendste chinesische Maler der Moderne, übernahm zwar noch Elemente der traditionellen Gelehrtenmalerei, entwickelte die Technik aber erheblich weiter. Seine im Xieyi-Stil gehaltenen Bilder zeichnen sich durch einfache Strukturen und schnelle, gekonnte Pinselstriche aus. Zu Qis bevorzugten Sujets gehören Darstellungen von Kleintieren wie Krabben, Krebsen und Kaulquappen, Mäusen, Vögeln und Insekten sowie von Pflanzen wie Päonien, Lotos, Kürbissen und Bananen. Menschliche Figuren wirken auf seinen Bildern indes häufig etwas unbeholfen und naiv gestaltet. Manche Bilder tragen auch humoristische Züge. – Nur vereinzelt ein unwesentlicher minimaler Durchschlag bzw. Feuchtabklatsch der leuchtenden Farben, insgesamt in guter Erhaltung. Die Deckelbezüge der Mappe aus kostbarem Seidenbrokat mit bunten Reihern.
Qi Baishi. Rong Bao zhai xin ji shi jian pu. 2 chinesische Blockbücher mit Pflanzen-, Tier und Menschendarstellungen in farbigen Holzschnitt-Bildern und kalligraphischen Gedichten. Mit zusammen 80 Farbholzschnitten. 31,5 x 20 cm. Blaue OBroschur (am Rücken mit sehr kleinem Einriss, dieser mit kl. Stück Klebestreifen fixiert) mit Goldflocken, weißer Seidenfadenbindung und blattgoldbesprenkelten Titelschildern "Bei jing róng bao zhai xin jì shi jiàn pu lao rén tí jiu suì Bai shi", in dreifacher Klappdecke mit floral-ornamentalem Seidenbrokatbezug, TSchild und 2 beinernen Schließen. Wohl Peking, Rongbaozhai, 1953-1955.
Die Farbholzschnitte nach Qi Baishi (1864-1957), einem der wichtigsten Maler der chinesischen Moderne. Bekannt wurde er besonders für Darstellungen von Vögeln, Insekten, Blumen und Kleintieren. Sein Stil verbindet expressive Reduktion mit klar geführtem, ökonomischem Pinselduktus. Neben seiner malerischen Tätigkeit widmete er sich der Dichtung, die er häufig als Ergänzung oder Kommentar seinen Bildern beigab. – Gelegentlich mit Durschlag der Stempel, und leicht fleckig. Insgesamt sehr sauber.
Seidenmalerei mit erotischen Darstellungen
Serie von 13 polychromen Malereien
Los 580
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Sinnliche Szenen auf Seide
Seidenmalerei mit erotischen Darstellungen (Chungong-tu). Serie von 13 polychromen Malereien in Aquarell und Tusche auf Seide. Je ca. 15,5 x 14 cm. China, späte Qing-Dynastie, ca. 1850-1900.
Die Blätter zeigen phantasievolle, intime und mitunter sehr explizite Szenen junger Paare und Dreierkonstellationen in häuslichen Interieurs und Gartenszenerien.
Innerhalb der Serie hervorzuheben ist eine Szene mit zwei Frauen auf einer grün gepolsterten Liege vor rosafarbenen Vorhängen. Die Darstellung zeigt die Verwendung eines Olisbos, der mittels eines roten Gürteltuchs um die Taille befestigt ist.
Die Frauen sind mit kunstvollen Frisuren, gebundenen Füßen und roten Seidenschuhen (Lianzu) dargestellt. Wiederkehrende Bildmotive sind reich ausgestattete Schlafgemächer mit Lackbetten und Paravents sowie idealisierte Gartenlandschaften mit Bambus.
Solche Chūngōng-tú ("Frühlingspalast-Bilder") erfüllten im spätkaiserzeitlichen China mehrere Funktionen: Sie dienten als sexualpädagogische Bildwerke, wurden als Aussteuergeschenke an junge Paare überreicht und galten als glücksverheißende Talismane. – Durchgängig braunfleckig. Ränder leicht ausgefranst, wohl infolge der Ablösung aus einer ursprünglichen Montierung.
Shunga - Frühlingsbild auf Seide
Shunga. Japanische erotische Malerei in Farben auf Seide. Bildgröße ca. 18,5 x 23,5 cm. Mit Goldpassepartout unter Glas in teilvergoldeter Holzprofilleiste gerahmt 42 X 46 cm. Japan um 1900.
Sehr feine Seidenmalerei mit dem Motiv eines sog. "Frühlingsbildes", einer explizit erotischen Szene, die eine ruhig hingekauerte junge Frau in kostbaren Kimono-Gewändern zeigt, die Augen geschlossen, den rechten Ellenbogen auf einem Stapelchen japanischer Blockbücher. Das Lesen unterbrechend gibt sie sich dem sinnlichen Genuss eines jungen Edelmannes in weitem türkisfarbenen Habit hin, der sie mit geröteten Wangen sanft und liebevoll penetriert und ejakuliert. – Etwas stärker gedunkelt und gebräunt, wohl leicht feuchtfleckig, mit Knickspuren. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen. - Auf dem Karton Verso ein eigenhändiger Widmungsvermerk der Jutta Prinzessin von Preußen (geb. 1943), einstige Gattin des Prinzen Michael von Hohenzollern, der wiederum Sohn des Louis Ferdinand von Preußen und Enkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. war. Sie schreibt: "Es waren zwei schöne Tage mit Ihnen. Ich hoffe es waren nicht die einzigen. Ihre Jutta Prinzessin von Preußen", datiert "14.10.1981". Honi soit qui mal y pense.
Teelauben. - Jurui Shinsha Architektur. 3 Bände. Mit 150 losen Fotoabbilungen. 19 x 13 cm. OPappband (etwas berieben und mit Einrissen an den Kapitalen) mit Rück- und DTitel. (Tokio um 1920).
Architekturhefte über das Interior verschiedener Teestuben in Tokio der späten 20er Jahre. – Papierbedingt gebräunt vereinzelt minimal fleckig, sonst gutes Exemplar. Sehr selten. – Dabei: Tokonoma. Teil II (von 2). Mit 50 losen Fotoabbildungen. 19 x 13 cm. OPappband (etwas berieben und mit Einrissen an den Kapitalen) mit Rück- und DTitel. (Tokio um 1918).
Toyokuni II., Utagawa
(Umeno-kata, Segawa Kikujuro). Farbholzschnitt, signiert "Toyokuni ga"
Los 583
Schätzung
130€ (US$ 149)
Toyokuni II, Utagawa. (Bijin beim Frisieren). "Umeno-kata, Segawa Kikujuro". Farbholzschnitt, signiert "Toyokuni ga". Format ôban tate-e. 38 x 26 cm. Edo (Tokio), um 1800.
Darstellung von Segawa Kikujuro V. in der Rolle der Umeno-kata in aufwendig gemustertem Kimono beim Ordnen ihrer Hochsteckfrisur, ein Tuch zwischen den Lippen haltend. Im Hintergrund der Fuji vor rosablühenden Pflaumenbäumen. – Farben leicht verblasst. An den beiden oberen Ecken auf dem Trägerkarton montiert.
Tushanwan-Holzfiguren
Set von 32 chinesischen Miniatur-Holzfiguren und Modellszenen aus der Holzwerkstatt des Jesuiten-Waisenhauses Tushanwan
Los 584
Schätzung
600€ (US$ 690)
Tushanwan-Holzfiguren. Set von 32 handgeschnitzten Miniatur-Holzfiguren und Modellszenen. Holz, vereinzelt mit Faden- und Stoffelementen sowie farbigen Akzenten. Jeweils auf eigener Holzplinthe montiert. Verschiedene Größen. Von ca. 4 x 2 x 4 cm bis 15 x 5 x 4,5 cm. In 3 schlichten Pappkartons. China, Shanghai, Holzwerkstatt des Jesuiten-Waisenhauses Tushanwan, 20. Jahrhundert.
32-teiliges Ensemble kleiner Miniaturfiguren zum chinesischen Alltagsleben aus der letzten Produktionsphase der Holzwerkstatt des Jesuiten-Waisenhauses Tushanwan in Shanghai. Seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden dort vor allem für den Export sowie für internationale Gewerbeausstellungen gefertigte Modelle, die Szenen des täglichen Lebens mit Motiven verbanden, die dem europäischen Geschmack entgegenkamen, gelegentlich auch Vorurteile europäischer Rezipienten bedienten. In den gleichen Werkstätten wurden auch verschiedene Architekturmodelle (Pagoden) hergestellt.
Das vorliegende Konvolut vereint Darstellungen aus Transport und Landwirtschaft - Rikscha, Einradkarren, Tragestangenträger, Göpel mit Ochse, Bauer mit Wasserbüffel -, Handwerksszenen wie Weberin am Webstuhl, Spinnrad, Schreiber sowie Woll- und Baumwollverarbeitung, ferner Motive der Fischerei und Schifffahrt mit Kormoranfischer sowie Segel- und Drachenbooten, dazu Architektur- und Alltagsszenen wie ein Ehrenportal (Pailou), Brettspieler und Kinder. Gegenüber früheren Erzeugnissen der Werkstatt fallen die Figuren kleiner aus, die Gesichter sind nur noch schemenhaft gestaltet.
Besonders bemerkenswert ist die Beweglichkeit der Modelle: Fast alle Räder sind drehbar, Wippen beweglich, und auch die landwirtschaftlichen Geräte verfügen über funktionierende mechanische Elemente. Vereinzelt sind Bauteile auch lose gearbeitet worden.
Die vorliegende Sammlung stammt, nach Angaben des Einlieferers, aus dem Besitz der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt (1893-1983) und dürfte als persönliches Souvenir erworben worden sein. Brandt hielt sich von Oktober 1953 bis März 1954 in China auf, wo sie die offizielle Ausstellung Deutsche Angewandte Kunst der DDR in Peking und Shanghai kuratierte und mitgestaltete.
Größere Bestände befinden sich international u. a. im Hearst Museum (UC Berkeley), Burke Museum (Seattle) und Brooklyn Children’s Museum sowie im MARKK (Hamburg). Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besitzen ebenfalls Exemplare. – Altersgemäß sehr gut erhaltener Gesamtzustand mit leichten, werkstatt- und alterstypischen Gebrauchsspuren. Keine ersichtichen Fehlstellen. – Beiliegend 10 Haäser
Ukiyo-e. - Konvolut von 8 japanischen Farbholzschnitten verschiedener Künstler, darunter Utagawa Kunisada (Toyokuni III) und Utagawa Kuniyoshi. Verschiedene Formate, meist ôban tate-e. Darstellungen von Hofdamen und Dichtern, Kabuki-Schauspielern, Samurai und Helden sowie eine Szene aus einer Tōkaidō-Serie. Edo- und Meiji-Zeit, Japan, 19. Jahrhundert.
Enthalten sind u. a. Blätter mit Kabuki-Szenen, Darstellungen von Hofdamen und Dichtern sowie von Samurai und Helden, darunter eine Darstellung aus einer Tōkaidō-Serie. Unter den Künstlern Utagawa Kunisada (Toyokuni III) und Utagawa Kuniyoshi u. a. – Verschiedene Erhaltungen, überwiegend gut.
Ukiyo-e Blockbuch
Privat kompiliertes Album mit 43 japanischen Farbholzschnitten verschiedener Künstler und Schulen
Los 586
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Ukiyo-e Blockbuch. Privat kompiliertes Album mit 43 japanischen Farbholzschnitten verschiedener Künstler und Schulen mit vielfältigen Motiven (Bijin-ga, Yakusha-e, Landschaften, Tier- und Pflanzenmotive). 45 x 29 cm. Broschur der Zeit mit kalligraphischem Titelschild. Japan spätes 19.-frühes 20. Jahrhundert.
Das Album vereint qualitätvolle Drucke wichtiger Vertreter der Ukiyo-e Tradition, darunter Utagawa Hiroshige, Suzuki Harunobu, Isoda Korinsai, Toshusai Sharaku, Ohara Shotei, Ohara Koson, Kitagawa Utamaro, Torii Kiyonaga, Hosoda Eishi, Katsukawa Shunsho sowie Watanabe Seitei.
Vertreten sind zentrale Gattungen wie Bijin-ga, Yakusha-e, Landschaftsdarstellungen sowie Kacho-ga (Vogel- und Blumenmotive).
Das Spektrum reicht von atmosphärischen Landschaften und poetischen Winterszenen bei Schnee über Naturbeobachtungen bis hin zu Schauspielerporträts und eleganten Frauenbildnissen.
Ukiyo-e Blockbuch
Privat kompiliertes Sammelalbum mit 37 japanischen Farbholzschnitten
Los 587
Schätzung
500€ (US$ 575)
Ukiyo-e Leporello. Privat kompiliertes Sammelalbum mit 37 japanischen Farbholzschnitten verschiedener Künstler, darunter Werke der Utagawa-Schule, nach Katsushika Hokusai. 37 x 25,5 cm. Goldgesprenkelte Broschur d. Z. (an den Ecken stärker lädiert, Hinterdeckel lose). Japan 1830-1870.
Teils spätere Abzüge bzw. Nachdrucke. Das Album vereint eine Auswahl der bekanntesten Motive des japanischen Farbholzschnitts. Vertreten sind unter anderem Blätter nach Katsushika Hokusais (1760-1849) berühmter Folge "36 Ansichten des Berges Fuji" (Fugaku Sanjurokkei), darunter "Die große Welle vor Kanagawa", "Heiterer Tag bei Südwind (Der rote Fuji)" sowie "Der Fuji vom Kajikazawa in der Provinz Kai".
Daneben enthält das Album weitere Landschaftsdarstellungen (Meisho-e), Schauspielerporträts des Kabuki-Theaters (Yakusha-e), Genreszenen sowie Einzeldarstellungen schöner Frauen (Bijinga). – Stark papierbedingt gebräunt, stockfleckig und teils wasserrandig, stellenweise die Darstellungen betreffend. Mit Knicken, Randläsuren, vereinzelten Einstichen im Randbereich und weiteren Gebrauchsspuren. Papier stellenweise knittrig. Leporello in zwei Teile getrennt (8 bzw. 29 Holzschnitte), jeweils mit einem Deckel verbunden.
Utamaro, Kitagawa. 2 Shunga-Bücher. 2 Bände. 11 Bl.; 5 Bl. 19 (16 doppelseitige) Holzschnitte. 18,5 x 12,5 cm bis 21 x 14,5 cm. Blockbuchbindung mit OBroschurdeckel (stark lädiert) in modernen Pappumschlägen mit einfacher Fadenheftung un montierten DSchildern. (Edo)Tokio um 1860.
Zwei anschauliche erotische Werke von dem Künstler Kitagawa Utamaro (1753-1806). – Teils sehr stockfleckig, knickspurig, mit Wurmgängen und Randläsuren.
Utamaro, Kitagawa
Die Kurtisane Konosumi. Teilkolorierter Farbholzschnitt aus der Serie 'Schönheiten des Südens'
Los 589
Schätzung
160€ (US$ 184)
Utamaro, Kitagawa. Die Kurtisane Konosumi. Teilkolorierter Farbholzschnitt aus der Serie Nangoku bijin awase (japonice: "Schönheiten des Südens"). Format ôban tate-e 40 x 27 cm. Japan 19. Jahrhundert.
Früher Nachdruck. Brustbildnis der Kurtisane Konosumi, nach links gewandt. In den Händen hält sie einen Uchiwa-Rundfächer mit einem Gedicht des edozeitlichen Literaten Shikatsube no Magao (1753-1829):
"Wie die Gäste,
so auch die Sommerbrisen.
Immer wiederkehrend,
kommen nach Sodegaura,
Ort himmlischer Kühle." – Verso komplett auf starkem Papier aufgezogen, die Ränder mit Japan überklebt.
Xiancheng, Peng
Galoppierende Reiter. Guohua-Malerei in farbigem Aquarell auf Schöpfpapier. Format 45 x 132 cm
Los 590
Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)
Masterpiece of the boneless painting style
Xiancheng, Peng. Galoppierende Reiterinnen. Guohua-Malerei in farbigem Aquarell auf Schöpfpapier. Format 45 x 132 cm. Mit montiertem weißem Brokatseidenrahmen in einfacher schwarzer Profilleiste 54,5 x 154 cm. Chengdu (China) Ende 20. Jahrhundert.
Meisterwerk des für seine Pferdedarstellungen bedeutenden zeitgenössischen Künstlers Peng Xiancheng (geb. 1941), aus Chengdu in der chinesischen Provinz Sichuan. Vorbilder für seine Malerei sind die Guohua-Darstellungen von reitenden Damen der Tang-Dynastie bekannt ist, die er virtuos mit konturverlaufenden Wasserfarben auf feuchtes Papier setzt, um damit eine flirrende Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Reiterinnen wie Schemen bewegen. Sein Stil wird als "knochenlos" ("boneless painting") bezeichnet, da den Darstellungen keine Zeichnungen unterliegen. Auf dem internationalen Markt werden seine Malereien hoch gehandelt. – Einst als Rollbild mit entsprechenden kleineren Rollspuren, eine etwas größerer Knickfalte, sonst kaum fleckig oder gebräunt, sehr farbenfroh und frisch.
Yoshitoshi, Tsukioka und Eisen, Keisai
2 Ukiyo-e Farbholzschnitte
Los 591
Schätzung
200€ (US$ 230)
Yoshitoshi und Keisai Eisen. 2 Farbholzschnitte. Formate ôban, tate-e. Unter Passepartout. Ca. 37,5 x 25,5 cm. Japan, Edo- und Meiji-Zeit, um 1835 und 1890.
Zwei Farbholzschnitte mit einer eleganten Frauendarstellung (Bijin-ga) und einer Kriegerdarstellung nach einer Legende. Enthalten sind ein Blatt aus Yoshitoshis (1839-1892) Serie Tsuki hyakushi (japonice: Hundert Ansichten des Mondes) sowie ein Bijin-ga von Keisai Eisen (1779-1848) aus der Serie Tosei gonin onna (japonice: Moderne Fassungen der fünf Frauen). – Bijin-ga mit leicht verblassten Farben, kleiner Fehlstelle am oberen linken Rand sowie zwei winzigen Stellen mit Oberflächenabrieb. Yoshitoshi mit kräftigem Druck und guter Farbigkeit, insgesamt gut erhalten, lediglich minimal fleckig.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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