Los 584
Tushanwan-Holzfiguren
Set von 32 chinesischen Miniatur-Holzfiguren und Modellszenen aus der Holzwerkstatt des Jesuiten-Waisenhauses Tushanwan
Schätzung
600€ (US$ 690)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Tushanwan-Holzfiguren. Set von 32 handgeschnitzten Miniatur-Holzfiguren und Modellszenen. Holz, vereinzelt mit Faden- und Stoffelementen sowie farbigen Akzenten. Jeweils auf eigener Holzplinthe montiert. Verschiedene Größen. Von ca. 4 x 2 x 4 cm bis 15 x 5 x 4,5 cm. In 3 schlichten Pappkartons. China, Shanghai, Holzwerkstatt des Jesuiten-Waisenhauses Tushanwan, 20. Jahrhundert.
32-teiliges Ensemble kleiner Miniaturfiguren zum chinesischen Alltagsleben aus der letzten Produktionsphase der Holzwerkstatt des Jesuiten-Waisenhauses Tushanwan in Shanghai. Seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden dort vor allem für den Export sowie für internationale Gewerbeausstellungen gefertigte Modelle, die Szenen des täglichen Lebens mit Motiven verbanden, die dem europäischen Geschmack entgegenkamen, gelegentlich auch Vorurteile europäischer Rezipienten bedienten. In den gleichen Werkstätten wurden auch verschiedene Architekturmodelle (Pagoden) hergestellt.
Das vorliegende Konvolut vereint Darstellungen aus Transport und Landwirtschaft - Rikscha, Einradkarren, Tragestangenträger, Göpel mit Ochse, Bauer mit Wasserbüffel -, Handwerksszenen wie Weberin am Webstuhl, Spinnrad, Schreiber sowie Woll- und Baumwollverarbeitung, ferner Motive der Fischerei und Schifffahrt mit Kormoranfischer sowie Segel- und Drachenbooten, dazu Architektur- und Alltagsszenen wie ein Ehrenportal (Pailou), Brettspieler und Kinder. Gegenüber früheren Erzeugnissen der Werkstatt fallen die Figuren kleiner aus, die Gesichter sind nur noch schemenhaft gestaltet.
Besonders bemerkenswert ist die Beweglichkeit der Modelle: Fast alle Räder sind drehbar, Wippen beweglich, und auch die landwirtschaftlichen Geräte verfügen über funktionierende mechanische Elemente. Vereinzelt sind Bauteile auch lose gearbeitet worden.
Die vorliegende Sammlung stammt, nach Angaben des Einlieferers, aus dem Besitz der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt (1893-1983) und dürfte als persönliches Souvenir erworben worden sein. Brandt hielt sich von Oktober 1953 bis März 1954 in China auf, wo sie die offizielle Ausstellung Deutsche Angewandte Kunst der DDR in Peking und Shanghai kuratierte und mitgestaltete.
Größere Bestände befinden sich international u. a. im Hearst Museum (UC Berkeley), Burke Museum (Seattle) und Brooklyn Children’s Museum sowie im MARKK (Hamburg). Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besitzen ebenfalls Exemplare. – Altersgemäß sehr gut erhaltener Gesamtzustand mit leichten, werkstatt- und alterstypischen Gebrauchsspuren. Keine ersichtichen Fehlstellen. – Beiliegend 10 Haäser
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