Ambeer, Levinus von
Sachsen-Lauen-Burgischer Streitiger Landes-Anfall
Los 486
Schätzung
200€ (US$ 230)
RECHT, STAAT UND WIRTSCHAFT
Ambeer, Levinus von (d. i. Immanuel Weber). Sachsen-Lauen-Burgischer Streitiger Landes-Anfall, Worinnen Die Fundamenta Derer... Praetendenten Zu den erledigten Sachsen-Lauen-Burgischen Hertzogthum und zugehörigen Landen... Kürtzlich vorgestellet worden. 181 S., 9 Bl. 20 x 16 cm. Modernes Halbleinen (berieben, Ecken bestoßen, mit 2 Bibliotheksschildern am Rücken). Hamburg, ohne Dr., 1690.
Zweite der beiden von Weber verfassten Schriften zu den Erbstreitigkeiten, die nach dem Tod des letzten askanischen Herzogs Julius Franz (1689) um das verbliebene Herzogtum Sachsen-Lauenburg ausbrachen. Der Streit zwischen den welfischen Ansprüchen und dem dänischen König führte letztlich zum Erfolg des Herzogs von Lüneburg (Hannover). – Mit montiertem Exlibris auf dem Innenspiegel. Wenige Unterstreichungen.
Augsburger Bauernkalender
1627. Fragment eines Einblattdrucks
Los 487
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Augsburger Bauernkalender für 1627. Fragment eines Einblattdrucks. Kolorierter Holzschnitt auf Papier. Ca. 18 x 31 cm. (Augsburg, Georg Willer für Michael Stör, [1626]).
Vollständige linke Seite eines Augsburger Bauernkalenders für das Jahr 1627 (= kompletter Druck des linken Holzschnitts mit kolorierten Bordüreleisten oben und links): "Diser Calender ist einem jegklichen wol zuverstehn, ob er schon nit lesen kan: Merck nur auff der Zaichen bedeutdung". Ober der Spruch und die Jahreszahl "M.DC.XXVII. Jar", darunter vier szenische Darstellungen und die zwölf Tierkreiszeichen "Planeten Zaichen" in Schwarz. Dargestellt sind ein Aderlassmännchen unter einer Säulenädikula sowie zwei biblische Szenen: Verkündigung an die Hierten und Geburt Christi, daneben das Augsburger Stadtwappen mit der Zirbelnuss, darüber "Auf alle Bistumbrecht."
Links die Monatsdarstellungen mit Tierkreiszeichen, Angaben zu Sonnenständen etc. "Merckh auff der Zaichens Bedeutung - Jenner. Hornung. Mertz. Apprill. Maij". In der Mitte dann das symbolische, auch ohne Schriftkenntnisse "lesbare" Kalendarium mit Wochenlängen, Feier- und Festtagen, kleinen Holztschnittvignetten der Hauptheiligen und oben einer Legende der Zeiten für den Aderlass. – Aus Einbandmakulatur ausgelöst mit entsprechenden Bräunungen und Gebrauchsspuren, ungerade beschnitten, unten ein etwas größeres Wurmloch (nur minimaler Bildverlust), die zeitgenössische Kolorierung in den Farben Blau und Rot. Das Blatt weist eine interessante Provenienz auf. Das Blatt stammt aus dem Münchner Antiquariat von Julius Halle, das ab dessen Tod von Tochter Ida geführt wurde. Siehe dessen Katalog von Adolf Dresler, J. Halle. Katalog 70, Newe Zeitungen. Relationen, Flugschriften, Flugblätter, Einblattdrucke von 1470 bis 1820 (München, J. Halle Antiquariat, 1929, Nummer 1043). Dort wurden noch beide Hälften angeboten. Ida Halle war als jüdische Händlerin nach 1933 enteignet worden, worauf die vorliegende Blatthälfte als Depositum ins "Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik" überging, von dem es den Erben Ida Halles restituiert werden konnte.
Bachofen, Johann Jakob
De romanorum judiciis civilibus de legis actionibus de formulis et de condictione.
Los 488
Schätzung
450€ (US$ 517)
Bachofen, Johann Jakob. De romanorum judiciis civilibus de legis actionibus de formulis et de condictione. Dissertatio historico-dogmatica. 346 S., 1 Bl. 21 x 12,5 cm. Grüne Interimskartonage d. Zeit (leicht fleckig, Rückenbezug etwas spröde und eingerissen). Göttingen, Dieterich, 1840.
NDB I, 502. – Erste Ausgabe seiner romanistischen Dissertation, mit der er 1839 promovierte. Gewidmet ist die Dissertation zur römischen Rechtsgeschichte dem Philologen, Juristen und Bibliothekar Agathon Wunderlich und dem von Bachofen hochverehrten Basler Dekan der juristischen Fakultät Johannes Schnell. Bachofen, später berühmt für sein "Mutterrecht", studierte Jura und Altertumswissenschaften in Göttingen und Berlin, wurde 1841 Professor des römischen Rechts in Basel und war dort 1842-61 ehrenamtlich Richter am Kriminalgericht und später am Appellationsgericht in Strafsachen. Er veröffentlichte zunächst Schriften zum öffentlichen Recht. – Gebräunt und stockfleckig.
Beck, Johann Jodocus
Kayser Carl des Fünften und des Heil. Röm. Reichs Peinliche Halßgerichts-Ordnung
Los 489
Schätzung
300€ (US$ 345)
Beck, Johann Jodocus. Kayser Carl des Fünften und des Heil. Röm. Reichs Peinliche Halßgerichts-Ordnung, wie solche auf den Reichs-Tägen zu Augspurg und Regenspurg 1530 und 1532 kund gemacht worden. Durch und durch mit denen gemeinen Rechten verglichen und mit practischen Anmerkungen erläutert. Gestochenes Frontispiz, 8 Bl., 256 S., 16 Bl. 16,5 x 9,5 cm. Pergament d. Zeit mit goldgeprägtem RTitel (etwas aufgebogen und verstaubt, vorderes Innengelenk gebrochen). Nürnberg, Göpner, 1747.
Leicht gebräunt und vereinzelt etwas fleckig. Erste Lage lose, Titel seitlich knapp beschnitten. – Beigebunden: (J. A. FROMMANN). Der flüchtige und abwesende, jedoch mit dem Tode bestrafte Delinquent, oder die Execution an Bildnissen. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzt von Justinianus Aulicojenus (i.e. J. A. Frommann). 5 Bl., 128 (recte 228) S. O.O. und Verlag 1709. Etwas gebräunt.
Behr, Wilhelm Joseph
Die Lehre von der Wirthschaft des Staats
Los 490
Schätzung
180€ (US$ 207)
Behr, Wilhelm Joseph. Die Lehre von der Wirthschaft des Staats oder Pragmatische Theorie der Finanzgesetzgebung und Finanzverwaltung. Mit Rücksicht auf den Gebrauch bei akademischen Vorlesungen. XXIV, 294 S., 2 Bl. Mit gestochenem Portrait. 20 x 12 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (schwach berieben) mit goldgeprägtem RSchild. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1822.
Erste Ausgabe der wirtschaftstheoretischen Schrift des Würzburger Staatsrechtslehrers und frühliberalen Politikers Wilhelm Joseph Behr (1775-1851), der in seinen Werken für ein durch Kant und Fichte geprägtes idealistisches Staatsrecht einstand. – Stockfleckig, sonst wohlerhalten.
bisherige Guetherhandel und seine traurigen Folgen, Der
Ein Versuch
Los 491
Schätzung
180€ (US$ 207)
Der bisherige Guetherhandel und seine traurigen Folgen. Ein Versuch. LXIII S., 3 Bl., 468 S. Mit typographischer Falttafel. 16 x 10,5 cm. Pappband d. Z. (etwas berieben, VDeckelbezug mit schwacher Schabspur) mit goldgeprägtem RSchild. Dresden, Walther, 1810.
Nicht bei Holzmann-Bohatta. – Seltener einziger Druck der anonym verfassten wirtschaftstheoretischen Abhandlung. Die Falttafel zeigt die Getreidepreise der Jahre 1734 bis 1809. – Ausgesprochen schönes Exemplar aus der "Bibliothek Sugenheim" mit entsprechendem Wappenstempel und gestochenem Exlibris auf dem Vorsatz.
Bohn, Gottfried Christian
Wohlerfahrener Kaufmann, oder umständliche Nachricht, mit was für Waaren, Münze, Maaße und Gewichte die vornehmsten Städte ... verkehren...
Los 492
Schätzung
300€ (US$ 345)
Bohn, Gottfried Christian. Wohlerfahrener Kaufmann, oder umständliche Nachricht, mit was für Waaren, Münze, Maaße und Gewichte die vornehmsten Städte ... verkehren...Viel vermehrte und verbesserte Ausgabe. 3 Bl., 884 S., 4 Bl.
Mit doppelblattgroßem gestochenen Frontispiz. 21,5 x 13,5 cm. Leder d. Zeit mit blauen Kleisterpapiervorsätzen (beschabt, Ecken bestoßen, Rückenbezug brüchig und mit Abplatzungen, an Kopf und Fuß mit kl. Wurmgang). Hamburg, J. C. Bohn, 1762.
Goldsmiths 9762. Higgs 2782. Hausdorfer 30. vgl. Kress B.1540 und Historical Accounting Lit. 28. – In vielen Auflagen verbreitetes Handbuch zur Handelskunde und zur nationalen und internationalen Handelsgeographie. S. 594-742 behandeln die Buchhaltung, S. 743-884 den kaufmännischen Briefwechsel. Unter den beschriebenen Handelsstädten Augsburg, Bremen, Breslau, Danzig, Frankfurt, Hamburg, Königsberg, Leipzig, Lübeck und Nürnberg. Das schöne Frontispiz zeigt Rathaus, Börse und Commercien-Bibliothek in Hamburg. – Etwas gebräunt, stellenweise braunfleckig.
Boulainvilliers, Henri de. Etat de la France, dans lequel on voit tout ce qui regarde le gouvernement ecclesiastique, le militaire, la justice, les finances, le commerce, les manufactures, le nombre des habitans, & en general tout ce qui peut faire connoitre à fond cette Monarchie. 3 Bände. Mit 2 Holzschnittdruckermarken auf dem Titel und einer gefalteten Kupferstichkarte. 34,5 x 22 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen mit wenigen Fehlstellen und Kapitale teils mit Einrissen) mit goldgeprägtem RSchild, RVergoldung und goldgeprägten Innenkanten. London, T. Wood & S. Palmer, 1727-1728.
Kress 3677. Goldsmiths 6496. INED 713 (BD. 1-2). – Erste Ausgabe. "He was an admirer of Feudalism, and would have liked to restore 'feudal liberty', the decay of which seemed to him the cause of the miseries of the people" (Palgrave I, 170). – Vereinzelt mit Einrissen, teils leicht stockfleckig und etwas gewellt sonst gutes Exemplar.
Brisson, Barnabas. De formulis, et sollemnibus populi Romani libri VIII. Omnibus politioris literaturae, cumprimis Iurisprudentiae studiosis utiles & necessarii. In quibus varii bonorum auctorum loci emendantur, supplentur, illustrantur. Opus magno labore ab auctore congestum: nunc vero diligenter recognitum. 4 Bl., 750 S. (recte: 760), 42 Bl. (Index). Titel in Schwarz und Rot. Mit Holzschnitt-Druckermarke und Wappenholzschnitt. 23 x 17,5 cm. Pergament d. Z. (berieben, stärker fleckig und nachgedunkelt, Rücken am unteren Gelenk eingerissen). Mainz und Frankfurt, Nicolaus Heil für Philipp Jakob Fischer, 1649.
VD17 1:012185Q. – Späterer Druck der zuerst 1583 erschienenen Kompilation römischer Rechtsterminologie. Der Jurist Barnabé Brisson (1531-1591) war Staatsrat Heinrichs III. in Paris. – Titel mit Fehlstelle unterhalb des Impressums. Mit alten Besitzeinträgen auf Innenspiegel und Titel. Ohne das vordere fl. Vorsatz. Insgesamt nur gering fleckig.
Burgermeister, Johann Stephan
Codex Diplomaticus Equestris
Los 495
Schätzung
400€ (US$ 460)
Burgermeister, Johann Stephan. Codex Diplomaticus Equestris cum continuatione Oder Reichs-Ritter-Archiv. 2 Bände. 3 Bl. 1464 S., 36 Bl.; 2 Bl., 1672 S., 44 S. Mit 2 wdhl. gestochenen Wappenfrontispizen, die Doppeltitel in Rot und Schwarz. 20,5 x 16,5 cm. Sprenkelmarmoriertes geglättetes Leder d. Z. (Gelenke und Kapitale minimal brüchig, gering bestoßen, leichte Gebrauchsspuren, nur winzige Fehlstellen) mit (etwas abgeriebener) RVergoldung und 2 RSchildern. Ulm, Daniel Süß, 1721.
Pütter I, 317, 11. Kat. des Kammergerichts Berlin 1249. ADB III, 601. – Die maßgebliche, überarbeitete, erweiterte und unter abweichendem Titel erschienene zweite Ausgabe des erstmals 1707 erschienenen historischen Grundlagenwerks. Burgermeister (1663-1722) war Syndikus der schwäbischen freien Reichsritterschaft und später kaiserl. Rat in Ulm. "Er war der eifrigste Vertheidiger der Privilegien der freien Reichsritterschaft. Diesen Gegenstand betreffen fast alle seine, deutsch abgefaßten Schriften. Obgleich ohne Plan und Kritik ... enthalten dieselben doch schätzbares Material für die Geschichte der Reichsritterschaft" (ADB). – Unwesentlich gebräunt oder fleckig, ganz wenige vereinzelte Gebrauchsspuren (wie unbedeutender Tintenfleck), insgesamt in bemerkenswert guter Gesamterhaltung. - Selten so vollständiges Werk in zwei Bänden und mit beidne Frontispizen - eine der wichtigsten Referenzen zum Reichs-Rittertum und den Adelsverbindungen.
Coûtume de Péronne
Montdidier et Roye. Französische Handschrift auf Papier
Los 496
Schätzung
350€ (US$ 402)
"Coûtume de Péronne, Montdidier et Roye avec l’analise de chaque article de celle de Paris y relatif, et note de celle d'Orléans. Französische Handschrift auf Papier. 2 nn. Bl., 306 S. 1 (wenige weiß). 5 x 9,5 cm. Marmoriertes Leder d. Z. (bestoßen, beschabt, an Kanten und Rücken teils etwas abgeschabt, Gelenke brüchig). (Paris) 1780.
Les coutumes du gouvernement de Péronne, Montdidier et Roye ont été rédigées en 1567 à la suite de l'édit de Moulins de 1566. Applicable dans le ressort picard, ce corps de droit coutumier unifié régissait les successions, les fiefs et la justice seigneuriale. Il a fait l'objet de célèbres commentaires juridiques aux XVIIe et XVIIIe siècles. – Handschriftliches Kompendium des Gewohnheitsrechts, das für die meisten Regionen Frankreichs als verbindlich anerkannt wurde und erstmals am 15. September 1567 endgültig beschlossen und verschriftlicht wurde unter dem Titel "Coûtume de Péronne, Montdidier et Roye", hier noch mit dem Zusatz, dass auch Orléans mit einbezogen wird. Es handelt sich ursprünglich um eine offizielle Sammlung von Rechtsvorschriften aus der Picardie in Nordfrankreich, die als Teil einer großen Reformwelle im 16. Jahrhundert kodifiziert wurde, nachdem die Krone die regionalen, mündlich überlieferten Rechte gesammelt und vereinheitlicht hatte. Bedeutende Anpassungen wurden dann im 17. und 18. Jahrhundert vorgenommen, die hier enthalten sind. Das Büchlein in hübscher, gut lesbarer Handschrift ist durch ein Inhaltsverzeichnis und ein umfangreiches Register erschlossen. – Vorne einmontiert 2 weitere kleine hs. Zettel, Titel mit neuerer Beischrift (Übersetzung), nur leicht gebräunt oder stockfleckig, Gebrauchsspuren.
Euler, Martin
Neues Handlungs-Lexikon in deutschen, französischen und italienischen Rubriken, für junge Kaufleute und Contoristen
Los 497
Schätzung
400€ (US$ 460)
Euler, Martin (Johann). Neues Handlungs-Lexikon in deutschen, französischen und italienischen Rubriken, für junge Kaufleute und Contoristen. In zween Theilen. 1; 4 Bl., XVI, 206 S. 2; Titel, 519, (1 S. Errata). 19,5 x 12 cm. Grüner marmorierter Pappband d. Z. (gering bestoßen), mit rotem goldgeprägtem RSchild und dreiseitgem Rotschnitt. Karlsruhe, Rastatt, J. W. Dorners, 1790.
VD18 90624890 und 90624904. Zischka 185. – Erste Ausgabe des umfangreichen Lexikons. Teil 1 enthält eine systematische Lehre für den Kaufmann: Vorschriften von mittleren Scripturen, Abhandlung von Waaren-Calculationen, "Ausführliche theoretische und praktische Abhandlung der doppelten Buchhaltung" (S. 42-163) sowie alphabetische Tabellen von Gewichten und Maßen aus Europa und Übersee. Teil 2 "beinhaltet eine Reihe kaufmännischer deutsch-, englisch- und französischsprachiger Ausdrücke und bringt weiters Einträge aus den Gebieten der Geographie (wichtige Handelsorte), der Botanik und der Zoologie (Handelswaren betreffend) ... Martin Euler (1728- vor 1802) erwarb sich seinen Ruhm als Verfasser einer Reihe weiterer kaufmännischer Lehrbücher" (Seemann 192). Interessant ist auch die Liste der Pränumeranten, meist aus Deutschland aber auch der Schweiz mit 626 Namen. Herwood Libr. 479: "Not in Historical Accounting Literature; not in Goldsmiths." – Gering stockfleckig, sonst sehr schönes Exemplar der seltenen ersten Ausgabe.
Fischer, G(otthelf) A(ndreas). Das Kopfrechnen, auf physikalische, militairische, merkantilische und ökonomische Gegenstände angewandt. Ein Handbuch zum Unterricht im Kopfrechnen. VIII, 1 Bl., 207 S. 18 x 10,5 cm. Pappband d. Zt. (leicht bestoßen und berieben) mit Rückenschild. Dresden, Arnold, 1808.
Vgl. Enslin, 30 (2. Ausgabe). Weichold, Schubert, 24f. und 31ff. – Erste Ausgabe. Gotthelf Andreas (auch: Gotthelf August oder Georg August; 1763-1832) Fischer war seinerzeit als Mathematiklehrer am Kgl. Sächs. Pagen-Institut (auch: Kadettenkorps) tätig. Später lehrte er an der 1828 gegründeten "Technischen Bildungsanstalt", der heutigen TU Dresden. Der bedeutende sächsische Ingenieur Johann Andreas Schubert (1808-1870) gehört zu seinen bekanntesten Schülern und wurde sein Nachfolger. Nach der Einleitung folgen 584 Aufgaben inklusive Lösungen, abschließend verschiedene Tabellen. Eine zweite, "wohlfeile Ausgabe" von 1812 ist unverändert erschienen. – Titel verso mit altem polnischem Bibliotheksstempel. Gutes Exemplar.
Gavarelle, F.Aloys de
Abhandlung über die Schiffbarmachung der Lahn
Los 499
Schätzung
400€ (US$ 460)
Gavarelle, F. A(loys) de. Abhandlung über die Schiffbarmachung der Lahn, Nahe, Mosel, Saar und anderer mittlerer und kleinerer Flüsse. Ein Beitrag zu einer wirklichen Handlungs-Verbesserung. 128 Seiten, mit einer gefalteten teilkolorisierten Karte des Lahnflusses. 19x11,1 cm. Neuer Halblederband (Rücken ausgeblichen und Vorderdeckel leicht Lichtrandig). Koblenz, Lassaulx'sche Buchdruckerei, 1806.
Eckoldt: Flüsse und Kanäle S. 91. – Der Verfasser, ehemals Trierer Hofrat u. Chaussee-Direktor, beschreibt die Schiffbarmachung der Lahn, gibt "Aufklärung über die Lage der Handlung des Rheins, der Mosel, Saar, Nahe und Lahngegegenden im Allgemeinen", es folgt ein Abschnitt über Handel u. Produkte der Region, weiter über den Handel mit Bremen auf Fulda, Werra u. Weser sowie eine Beschreibung der eingesetzten Schiffe u. abschließend über die verschiedenen Wasserfrachten unterschiedlicher Regionen. Zur Lahnkarte gibt es eine Einteilung der verschiedenen an der Lahn gelegenen Herrschaften u. der zwischen Ober-Lahnstein u. Marburg vorhandenen Mühlen. "Die zweite Schiffbarmachung (der Lahn) wurde mit der Neugliederung der Rheinlande durch die Rheinbundakte von 1806 ermöglicht: Das vergrößerte Herzogtum Nassau konnte jetzt die Lahn aufwärts bis zu der Hauptstadt Weilburg schiffbar machen. 1810 wurde die Schiffahrt feierlich eröffnet." – Etwas stockfleckig, vereinzelt leicht gebräunt. Die Karte auf leicht bläulichem Papier mit kleinem Einriss. Titelbl. und ein weiteres Bl. im Äußersten oberen Rand mit hinterlegtem Transparentklebestreifen.
Gerhardt, Balthasar
Allgemeiner Contorist oder Neueste und gegenwärtiger Zeiten gewöhnliche Münz- Maß- und Gewichtserfassung
Los 500
Schätzung
450€ (US$ 517)
Gerhardt, M(arcus) R(udolph) B(althasar). Allgemeiner Contorist oder Neueste und gegenwärtiger Zeiten gewöhnliche Münz- Maaß- und Gewichtsverfassung aller Länder und Handelsstädte. Nach den neuesten und zuverlässigsten Nachrichten bearbeitet. 2 Teile in 1 Band. XXXII, 420 S.; 1 Bl., VIII, 324 S. 24,5 x 20cm. Halbleder d. Z. (Rücken lädiert; Deckel modern restauriert) mit goldgeprägten RSchild. Berlin, A. Wever, 1791-1792.
Humpert 5320. Kat. Commerzbibliothek (1864) Sp. 481. Poggendorff I, Sp. 881 (nicht dieses Werk). – Erste Ausgabe. Gerhardt (1735-1805) war Haupt-Banco-Buchhalter in Berlin und hatte 1788 ein "Handbuch der teutschen Münz-, Maaß- und Gewichtskunde" publiziert. Gegenüber diesem Werk ist das vorliegende um die nicht deutschsprachigen Gebiete Europas in Teil 1 und die überseeischen Gebiete in Teil 2 erweitert worden. Die historischen Anmerkungen wurden dagegen wohl gekürzt. Der zweite Teil enthält ab S. 125 außerdem einen umfangreichen Tabellenteil.- – Teilweise schwach gebräunt und mit braunen Feuchtigkeitsspuren. Letzte Blatt braunfleckig am oberen Rand. Vorsatz mit zeitgenössichen Eintrag.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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