Los 487
Augsburger Bauernkalender
1627. Fragment eines Einblattdrucks
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Augsburger Bauernkalender für 1627. Fragment eines Einblattdrucks. Kolorierter Holzschnitt auf Papier. Ca. 18 x 31 cm. (Augsburg, Georg Willer für Michael Stör, [1626]).
Vollständige linke Seite eines Augsburger Bauernkalenders für das Jahr 1627 (= kompletter Druck des linken Holzschnitts mit kolorierten Bordüreleisten oben und links): "Diser Calender ist einem jegklichen wol zuverstehn, ob er schon nit lesen kan: Merck nur auff der Zaichen bedeutdung". Ober der Spruch und die Jahreszahl "M.DC.XXVII. Jar", darunter vier szenische Darstellungen und die zwölf Tierkreiszeichen "Planeten Zaichen" in Schwarz. Dargestellt sind ein Aderlassmännchen unter einer Säulenädikula sowie zwei biblische Szenen: Verkündigung an die Hierten und Geburt Christi, daneben das Augsburger Stadtwappen mit der Zirbelnuss, darüber "Auf alle Bistumbrecht."
Links die Monatsdarstellungen mit Tierkreiszeichen, Angaben zu Sonnenständen etc. "Merckh auff der Zaichens Bedeutung - Jenner. Hornung. Mertz. Apprill. Maij". In der Mitte dann das symbolische, auch ohne Schriftkenntnisse "lesbare" Kalendarium mit Wochenlängen, Feier- und Festtagen, kleinen Holztschnittvignetten der Hauptheiligen und oben einer Legende der Zeiten für den Aderlass. – Aus Einbandmakulatur ausgelöst mit entsprechenden Bräunungen und Gebrauchsspuren, ungerade beschnitten, unten ein etwas größeres Wurmloch (nur minimaler Bildverlust), die zeitgenössische Kolorierung in den Farben Blau und Rot. Das Blatt weist eine interessante Provenienz auf. Das Blatt stammt aus dem Münchner Antiquariat von Julius Halle, das ab dessen Tod von Tochter Ida geführt wurde. Siehe dessen Katalog von Adolf Dresler, J. Halle. Katalog 70, Newe Zeitungen. Relationen, Flugschriften, Flugblätter, Einblattdrucke von 1470 bis 1820 (München, J. Halle Antiquariat, 1929, Nummer 1043). Dort wurden noch beide Hälften angeboten. Ida Halle war als jüdische Händlerin nach 1933 enteignet worden, worauf die vorliegende Blatthälfte als Depositum ins "Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik" überging, von dem es den Erben Ida Halles restituiert werden konnte.
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