Beethoven, Ludwig van
Zwei Bearbeitungen für Klavier zu 4 Händen
Los 455
Schätzung
100€ (US$ 115)
MUSIK UND THEATER
Beethoven, Ludwig van. Zwei Bearbeitungen für Klavier zu 4 Händen. 23,5 x 32,5 cm. Pappband d. Z. (Gebrauchsspuren). Wien bzw. Hamburg (1820-1827).
I. Ouverture d'Egmont. Tragédie de Göthe. Op. 84. Arrangée pour le Pianoforte à quatre mains ... par Charles Steinacker. 15 S. (Titelseite und gestoch. Musiknoten). Wioen, Cappi und Diabelli, (1810). - Plattennr. 345. - II. Grand Septour arrangée pour le Pianoforte à quatre mains par C(arl) Czerny. Op. 20. 45 S. (Titelseite und gestoch. Musiknoten). Hamburg, A. Cranz, (1827). - Angebunden: III. W. A. Mozart. Quatour No. 10, arrangée pour le Piano Forté à quatre mains par C. D. Stegmann. 31 S. (1 Bl. Titel, S. 4-31 gestoch. Musiknoten). Bonn und Köln, N. Simrock (o. J., um 1830). - Plattennummer 1621. – Stockfleckig.
Dalberg, Johann Friedrich Hugo von
Ueber die Musik der Indier
Los 456
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Joseph Haydn gewidmet
Dalberg, Johann Friedrich Hugo von. Ueber die Musik der Indier. Eine Abhandlung von Sir William Jones. Aus dem Englischen übersetzt, mit erläuternden Anmerkungen und Zusätzen begleitet von F. H. Dalberg. Nebst einer Sammlung indischer und anderer Volks-Gesänge. 2 Bl., XVI, 2, Bl., 132 S., 1 Bl. sowie 56 S. Musiknoten in Typendruck. Mit gestochenem Frontispiz und 29 Kupfertafeln auf blauem Papier. 19,5 x 17 cm. Roter Halbpappband d. Z. (etwas berieben und bestoßen, Kapitale mit Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel. Erfurt, bei Beyer und Maring, 1802.
Goedeke VII, 782, 147,9. MGG II, 1871. Eitner V, 302 u. III, 133. – Einzige deutsche Originalausgabe und zugleich eine der frühesten Materialsammlungen zur indischen Musik. "William Jones war der erste Europäer, der sich mit gründlicher Kenntnis der Sanskrit-Sprache in die einheimischen musiktheoretischen Texte vertieft hat. Obwohl er viel mißverstanden hat … war doch sein Ausgangspunkt der richtige. Jones war ein Genie und hat viele Generationen von Forschern angeregt …" (MGG). Diese deutsche Ausgabe erschien erst etwa 10 Jahre nach der englischen.
Dalberg fügte dem englischen Original wesentliche Ergänzungen als Ergebnis "jahrelanger Sammlung von authentischen Nachrichten über die Musik der Inder, Perser, Araber und Chinesen bei" (MGG). Hierzu gehört eine Instrumentenkunde (S. 66-84 mit 3 Kupfern), die Sammlung Indostansicher Volksmelodien nach Hamilton Birds 1789 in Calcutta gestochenen Airs of Hindostan sowie eine Folge von 26 Kupfertafeln nach Rogmalas malerischen Synästhesien indischer Tongebilde. Die hier erstmals veröffentlichten Vorlagen ergielt Dalberg 1798 in London von Richard Johnson, einem ehemaligen Amtskollegen von Jones. Enthält am Schluß Notizen über Musik und Instrumente der Südsee-Insulaner. – Etwas stockfleckig und mit winzigen Gebrauchsspuren sonst gutes Exemplar.
Hanslick, Eduard. Vom Musikalisch-Schönen. Ein Beitrag zur Revision der Aesthetik der Tonkunst. VI, 104 S. 20 x 13,5 cm. Leinen d. Z. mit goldgepr. RTitel. Leipzig, R. Weigel, 1854.
Kosch VII, 299. – Erste Ausgabe dieser Schrift zur Musikästhetik des Wiener Musikkritikers (laut Verdi "il Bismarck della critica musicale"), der Richard Wagner nicht besonders schätzte und dafür von diesem als Merker in den "Meistersingern" eine unsterbliche Personifizierung verpasst bekam. Das schmale Buch ist ein Geniestreich des jungen Hanslick. Es wurde heftig debattiert, die Wiener Universität nahm es sogar als Habilitationsschrift an, und so wurde der promovierte Jurist und Journalist der erste Professor für Musikwissenschaft an der Wiener Universität.
Vorsatz mit mont. Karte mit eigenhändiger Widmung Hanslicks: "Seinem werthen Freunde Wilhelm Emil Wahlberg - treu anhänglich - d. Vf. Wien, den 3. Oktober 1854". – Leicht gebräunt.
Kircher, Athanasius. Musurgia universalis sive ars magna consoni et dissoni in X. libros digesta. 2 Bände. 6 Bl., 690 S.; 5 Bl., 462 S., 19 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln, gestochenem Titel, gestochenem Porträt, 21 Kupfertafeln, zahlreiche (2 ganzseitige) Textholzschnitten und topographischen Notendrucken. 32 x 22,5 cm. Pergament d. Z. (Band I.: VDeckel lose, oberes Kapital fehlt, berieben und fleckig, mit Fehlstellen; Band II.: berieben, fleckig, mit Fehlstellen) mit hs. RTitel. Rom, Haeredes F. Corbelletti, 1650.
Dünnhaupt 2332, 8. Merrill 8. RISM B VI, 449. MGG VII, 938. Eitner V, 369. Fétis V, 35. Gregory-Bartlett I, 135. Wolffheim I, 732. HirschI, 266. – Erste Ausgabe. Umfangreiches und prachtvolles musiktheoretisches Kompendium des deutschen Universalgelehrten Athanasius Kircher (1601-1680). Mit zahlreichen Notendrucken und musiktheoretischen Modellen der Renaissance. – Leicht braun- und fingerfleckig, knickspurig, vereinzelte Blätter lose und leicht gewellt.
(Laborde). Le Cotillon. Album de Danse. Texte, Musique, Dessins. 3 Bl., 19 Text- u. 7 Notens. Mit 15 getönten lithographierten Tafeln. 22,5 x 30 cm. Modernes Halbleder mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. Paris, Ménestrel u. Heugel (ca. 1853).
Derra de Moroda 1567. Magriel 103. – Reizvolle Lithographien mit Erklärungen d. Figuren u. einzelnen Schritten. Der "Cotillon" ist der Abschlusstanz auf Bällen, verbunden mit scherzhaften Arrangements. – Stark stock- und braunfleckig. Papierbedingt gebräunt.
Luython, Carl. 4 Bänden mit typographischen Noten. 15 x 20 bis 16 x 19,5 cm. (2) Blindgeprägtes Leder d. Z. (etwas berieben und bestoßen) und (2) blindgeprägtes weißes Leder d. Z. (berieben, fleckig und mit kleinen Fehlstellen) mit goldgeprägtem Wappen und DTitel auf den Deckeln und mit je 4 Bindebändchen. Prag, Georg Nigrin, 1603.
Vorhanden sind: I. Cantus. 1 Bl., XXIX, 1 Bl. - II. Sextus. 1 Bl., XXIX, 1 Bl. - III. Tenor. 5 Teile in 1 Band. - IV. Quintus. 5 Teile in 1 Band.
Carl Luython (1558-1620) war ein franko-flämischer Komponist und Organist der späten Renaissance, der unter anderem zahlreiche Messen komponierte. – Etwas fingerfleckig, leicht knickspurig mit wenigem Wurmfraß. Band "Sextus" mit offenem vorderem Innengelenk. Sehr selten.
Marcello, Benedetto
12 Kammerkantaten. Musikhandschrift in brauner Kalligraphie
Los 461
Schätzung
8.000€ (US$ 9,195)
Prachthandschrift mit 12 Cantate Secolari des Benedetto Marcello
Marcello, Benedetto. 12 Kammerkantaten. Italienische Handschrift und Notenhandschrift auf Papier. 1 liniertes, 48 nn. Bl. Mit jeweils 8 Systemen zu 5 Linien in brauner Sepiatinte. Reglierter Spiegel 19 x 25,6 cm. Format 21,8 x 30,4 cm: Saubere Notenreinschrift und Texte in kursiver, beides in braunschwarzer Tinte. Mit 12 großen Schmuckinitialen in Recheckrahmen aus Pinselgold, umspielt mit vielfarbigen Blatt-, Blumen- und Blütenwerk (jeweils ca. 9 x 11,5 cm). Querfolio. Sprenkelmarmorierter Kalbslederband (Gelenke am Rücken mit kleinen Fehlstellen, stärker beschabt und bestoßen, mit Kratzern und Abrieb) über 4 Bünden (etwas verblasster, abgeriebener) RVergoldung und Marmorpapier-Innenspiegeln, KGoldschnitt. Venedig 1713.
Prachtvolle Reinschrift einer kleinen Kantatensammlug des bedeutenden italienischen Barockkomponisten Benedetto Giacomo Marcello (1686-1739). Wie sein großer Zeitgenosse, Antonion Vivaldi (1678-1741) wurde auch Marcello in Venedig geboren, schlug zunächst eine Juristen- und Advokatenlaufbahn ein, wandte sich aber dann seiner Leidenschaft, der Musik zu und studierte bei Francesco Gasparini (1668-1727) und Antonio Lotti (1667-1740). "Er nennt sich auf seinen Werken stets nur einen Dilettante und hat, trotzdem er zahlreiche Werke aller Gattung schrieb, Musik nur nebenbei betrieben." (Eitner VI, 310f.). Er begründete allerdings "seinen Ruhm zu Lebzeiten", so dass man ihn "überschwänglich principe della musica nannte (MGG VIII, 1617ff.).
Die hübsch illuminierte Handschrift enthält zwölf weltliche Kammerkantaten ("Cantate secolari" oder "Cantate profane"), für Sopran und Alt, jeweils mit Begleitung durch den Basso Continuo. Sie gehören zu den seltenen Kantaten des Maestro, die alle nicht mit den zahlreichen bei Eitner verzeichneten übereinstimmen. Es handelt sich daher um eine wohl bis dato in dieser Form und Zusammenstellung nicht bekannte Sammlung, die Marcello hier in Reinschrift von einem geschickten Notenkopisten abschreiben ließ. Jede der Kantaten wurde dabei am Anfang mit dem genauen Datum der Komposition versehen und mit einer goldschimmernden und mit bunten Blumen durchwirkten Prunkinitiale geziert.
Vorhanden sind:
1) "Valli ripieni ogn'or de miei lamenti ... ", datiert 3. April 1713. 5 Bl. (= 9 Seiten).
2) "Io stesso il credo appeno ... ", datiert 12. April 1713. 4 Bl.
3) "Non so que sia la vita d'allor ... ", datiert 20. April 1713. 4 Bl.
4) "Immortalita della ROSA." ",Non per far torto all'Apollinea fronda ... ", datiert
29. April 1713. 4 Bl.
5) "Pur un giorno vi miro amenissimi colli ... ", datiert 6. Mai 1713. 4 Bl.
6) "Dal di, ch'arsi per voi, dal di ... ", datiert 10. Mai 1713. 4 Bl.
7) "A torto vi dolete voi ... ", datiert 20. Mai 1713. 4 Bl.
8) "Mi costa tante lagrime ... ", datiert 28. Mail 1713. 4 Bl.
9) "Perche lusingarmi con tanta speranza ... ", datiert 8. Juni 1713. 4 Bl.
10) "Non v'e sasso nel monte, o tronco in selva ... ", datiert 17. Juni 1713. 4 Bl.
11 ) "Ti chiamo e non rispondi, ti cerco ... ", datiert 22 . Juni 1713. 4 Bl.
12) "Stravaganze d'Amore, e perche mai ... ", datiert 29. Juni 1713. 3 Bl. – Kaum Gebrauchsspuren, Fingerfleckchen oder Bräunungen, eine sehr schöne Musikhandschrift aus Schweizer Privatbesitz mit gutlesbaren, kraftvoll auf das System gesetzten Notenköpfen und sauberer Textandschrift, die es leicht möglich machte, auch aus dieser Prachthandschrift zu musizieren.
Nadaud, Gustave. Chansons choisies illustrées par ses amis. [Und:] Chansons légères illustrées par ses amis. 3 Bände. 38 x 27,5 cm. Rotes Halbmaroquin d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel und Kopfgoldschnitt. Paris, Ateliers de reproductions artistiques und Société générale des applications photographiques, 1882-1885.
In kleinen Auflagen erschienen. Der französische Schriftsteller, Juwelier und Sänger Gustave Nadaud (1820-1893) schrieb und vertonte einige Texte. Trotz des großen Erfolgs seiner ca. 300 Werke starb er verarmt in Paris, bis heute werden viele seiner Lieder modern interpretiert. – Papierbedingt gebräunt und leicht fleckig. Alle Bände mit Exlibris des Komponisten und Autographensammlers Henri Bresler. Band I mit mehrzeiliger Widmung des Autors an den Geschäftsmann und Mäzen Edmond Rodier. Band III mit Widmung des Autors.
Neue Passion Tänze mit Figuren und vollständiger Music. 9 Hefte (leicht berieben) mit gestochenen Musiknoten mit je 5 Bl. 9,5 x 15 cm (Plattenrand) bzw. 9,5 x 16,5 cm (Blatt). Zusammen im grünen Pappschuber (berieben und bestoßen mit kleinen Fehlstelle) mit montiertem TSchild. Leipzig um 1822.
Vorhanden sind die No. I-9 für erste Violine, zweite Violine, Bass, erste Flöte, zweite Flöte, erstes Horn, zweites Horn, erste u.zweite Trompete und Pauken. – Leicht gewellt und minimal braunfleckig.
Pollux, Julius. Onomasticum Graece & Latine. Post egregiam illam Wolfgangi Seberi editionem denuo immane quantum emendatum, suppletum, & illustratum. Band I (von 2). 2 Bl., 48, 683 S. Titel in Schwarz und Rot. Mit Kupfertitel und gestochenem Frontispiz. 32 x 20 cm. Leder d. Z. (berieben und bestoßen, Gelenke angeplatzt) mit reicher ornamentaler RVergoldung und 2 goldgeprägten RSchildern. Amsterdam, Wetstein, 1706.
Brunet IV, 786: "Édition la plus belle et peut-être encore la meilleure". Ebert 117655. Hoffmann II, 262: "Bis jetzt die beste Ausgabe". Schweiger I, 270. – Zweite Ausgabe des zuerst 1502 erschienenen, nach Sachgebieten geordneten Wörterbuchs, bearbeitet und herausgegeben von Seber, Jungermann, Kühn, Lederlin und Hemsterhuis, hier allerdings nur der erste von zwei erschienenen Bänden. Bis heute "eine wertvolle Quelle für die Geschichte der Musik des Altertums" (Riemann 1410). Vor allem für die Theater- und Musikgeschichte der älteren attischen Zeit wichtiges Werk. Behandelt u. a. Theatermasken, Musikinstrumente und Harmonielehre, das attische Gerichtswesen, ferner über das Privatleben in der Antike usw. Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Gering fleckiges Exemplar einer historischen Schulbibliothek, entsprechend gestempelt.
Pollux, Julius. Onomasticum Graece & Latine. Post egregiam illam Wolfgangi Seberi editionem denuo immane quantum emendatum, suppletum, & illustratum. 2 Bände. 2 Bl., 48, 683 S.; S. (685)-1388, 8 Bl., 178 S., 5 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit Kupfertitel und doppelblattgroßer Kupfertafel. 31,5 x 20 cm. Blindgeprägte Pergamentbände d. Z. (etwas fleckig und berieben, Gelenke angeplatzt, obere Kapitale etwas lädiert) mit ornamentaler Deckelvignette und hs. RTitel. Amsterdam, Wetstein, 1706.
Brunet IV, 786: "Édition la plus belle et peut-être encore la meilleure". Ebert 117655. Hoffmann II, 262: "Bis jetzt die beste Ausgabe". Schweiger I, 270. – Zweite Ausgabe des zuerst 1502 erschienenen, nach Sachgebieten geordneten Wörterbuchs, bearbeitet und herausgegeben von Seber, Jungermann, Kühn, Lederlin und Hemsterhuis. Bis heute "eine wertvolle Quelle für die Geschichte der Musik des Altertums" (Riemann 1410). Vor allem für die Theater- und Musikgeschichte der älteren attischen Zeit wichtiges Werk. Behandelt u. a. Theatermasken, Musikinstrumente und Harmonielehre, das attische Gerichtswesen, ferner über das Privatleben in der Antike usw. Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Es fehlt das gestochene Frontispiz. Titel und ein Textblatt gestempelt und mit Ziffernsignatur, sonst nur schwach gebräunt.
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