Los 461
Marcello, Benedetto
(1686-1739)12 Kammerkantaten. Musikhandschrift in brauner Kalligraphie
Schätzung
8.000€ (US$ 9,195)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Prachthandschrift mit 12 Cantate Secolari des Benedetto Marcello
Marcello, Benedetto. 12 Kammerkantaten. Italienische Handschrift und Notenhandschrift auf Papier. 1 liniertes, 48 nn. Bl. Mit jeweils 8 Systemen zu 5 Linien in brauner Sepiatinte. Reglierter Spiegel 19 x 25,6 cm. Format 21,8 x 30,4 cm: Saubere Notenreinschrift und Texte in kursiver, beides in braunschwarzer Tinte. Mit 12 großen Schmuckinitialen in Recheckrahmen aus Pinselgold, umspielt mit vielfarbigen Blatt-, Blumen- und Blütenwerk (jeweils ca. 9 x 11,5 cm). Querfolio. Sprenkelmarmorierter Kalbslederband (Gelenke am Rücken mit kleinen Fehlstellen, stärker beschabt und bestoßen, mit Kratzern und Abrieb) über 4 Bünden (etwas verblasster, abgeriebener) RVergoldung und Marmorpapier-Innenspiegeln, KGoldschnitt. Venedig 1713.
Prachtvolle Reinschrift einer kleinen Kantatensammlug des bedeutenden italienischen Barockkomponisten Benedetto Giacomo Marcello (1686-1739). Wie sein großer Zeitgenosse, Antonion Vivaldi (1678-1741) wurde auch Marcello in Venedig geboren, schlug zunächst eine Juristen- und Advokatenlaufbahn ein, wandte sich aber dann seiner Leidenschaft, der Musik zu und studierte bei Francesco Gasparini (1668-1727) und Antonio Lotti (1667-1740). "Er nennt sich auf seinen Werken stets nur einen Dilettante und hat, trotzdem er zahlreiche Werke aller Gattung schrieb, Musik nur nebenbei betrieben." (Eitner VI, 310f.). Er begründete allerdings "seinen Ruhm zu Lebzeiten", so dass man ihn "überschwänglich principe della musica nannte (MGG VIII, 1617ff.).
Die hübsch illuminierte Handschrift enthält zwölf weltliche Kammerkantaten ("Cantate secolari" oder "Cantate profane"), für Sopran und Alt, jeweils mit Begleitung durch den Basso Continuo. Sie gehören zu den seltenen Kantaten des Maestro, die alle nicht mit den zahlreichen bei Eitner verzeichneten übereinstimmen. Es handelt sich daher um eine wohl bis dato in dieser Form und Zusammenstellung nicht bekannte Sammlung, die Marcello hier in Reinschrift von einem geschickten Notenkopisten abschreiben ließ. Jede der Kantaten wurde dabei am Anfang mit dem genauen Datum der Komposition versehen und mit einer goldschimmernden und mit bunten Blumen durchwirkten Prunkinitiale geziert.
Vorhanden sind:
1) "Valli ripieni ogn'or de miei lamenti ... ", datiert 3. April 1713. 5 Bl. (= 9 Seiten).
2) "Io stesso il credo appeno ... ", datiert 12. April 1713. 4 Bl.
3) "Non so que sia la vita d'allor ... ", datiert 20. April 1713. 4 Bl.
4) "Immortalita della ROSA." ",Non per far torto all'Apollinea fronda ... ", datiert
29. April 1713. 4 Bl.
5) "Pur un giorno vi miro amenissimi colli ... ", datiert 6. Mai 1713. 4 Bl.
6) "Dal di, ch'arsi per voi, dal di ... ", datiert 10. Mai 1713. 4 Bl.
7) "A torto vi dolete voi ... ", datiert 20. Mai 1713. 4 Bl.
8) "Mi costa tante lagrime ... ", datiert 28. Mail 1713. 4 Bl.
9) "Perche lusingarmi con tanta speranza ... ", datiert 8. Juni 1713. 4 Bl.
10) "Non v'e sasso nel monte, o tronco in selva ... ", datiert 17. Juni 1713. 4 Bl.
11 ) "Ti chiamo e non rispondi, ti cerco ... ", datiert 22 . Juni 1713. 4 Bl.
12) "Stravaganze d'Amore, e perche mai ... ", datiert 29. Juni 1713. 3 Bl. – Kaum Gebrauchsspuren, Fingerfleckchen oder Bräunungen, eine sehr schöne Musikhandschrift aus Schweizer Privatbesitz mit gutlesbaren, kraftvoll auf das System gesetzten Notenköpfen und sauberer Textandschrift, die es leicht möglich machte, auch aus dieser Prachthandschrift zu musizieren.
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