Billroth, Theodor
Brief an einen Kollegen über ein Ehrengeschenk an einen Musiker. 1875
Los 2508
Schätzung
180€ (US$ 207)
Billroth, Theodor, Wiener Chirurg, musikhistorisch durch seine Freundschaft mit Johannes Brahms bekannt (1829-1894). Eigh. Brief m. U. "Th. Billroth". 2/3 S. Gr. 8vo. Wien 18.3.1875.
An einen Kollegen. "... Von dem Damen-Comité, welche sich dieser Angelegenheit thätig annimmt, ist mir der Auftrag ertheilt, Sie zu ersuchen, dem Herrn Baron v. Sina Kenntniss von diesem Ehrengeschenk zu geben, der auch als Abonnent in der Liste der philharmonischen Concerte aufgeführt ist. Vielleicht trägt er auch etwas bei ...". - Beiliegend ein gedrucktes Porträtfoto aus der "Galerie hervorragender Ärzte und Naturforscher".
Dietrichstein, Moriz Fürst von
Brief nach Dresden über Autographen-Tausch. 1832
Los 2509
Schätzung
450€ (US$ 517)
"meine Autographen-Sammlung ist allerdings bedeutend"
Dietrichstein, Moriz Fürst von, österr. Offizier und Komponist, großer Freund von Literatur, Musik und Theater, Förderer Beethovens, Leiter der Hofmusik, der Hoftheater und der Hofbibliothek in Wien, für die er kostbare Musikautographen beschaffte; später ebenso verdienstvoll als Direktor des Münz- und Antikenkabinetts (1775-1864). Eigh. Brief m. U. "M Dietrichstein". 2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Goldschnitt. 4to. Wien 24.V.1832.
An einen Bibliothekar in Dresden. Wertvoller Brief über bibliothekarischen Austausch zwischen Wien und Dresden, auch Autographen betreffend, besonders durch Kontakte zu Karl August Böttiger (1760-1835) und Dresdens Bibliotheksdirektor Friedrich Adolf Ebert (1791-1834). Zunächst über den erfolgreichen Besuch eines Herrn Weigel (vermutlich des Dresdener Buchhändlers Adolf Weigel) in Wien und dessen Hofbibliothek. "... Obschon ich Herrn Weigel nur selten sehen konnte, weiß ich doch, daß ihm von Seite des kaiserl. Institutes, dem ich vorzustehen die Ehre habe, jene Bereitwilligkeit und warme Anerkennung zu Theil wurde, die jeder Gelehrte genießt, welcher die Bibliotheca Palatina durch seinen Besuch erfreut, und die Herr Weigel ganz besonders in Anspruch zu nehmen berechtiget ist. - Euer Wohlgeboren erinnern mich an einen Gegenstand, den ich nicht vergessen habe, da er Ihnen, gleich mir, ein lebhaftes Interesse einflößt und bereits von Ihnen mit so großem Erfolge behandelt wurde. Meine Autographen-Sammlung ist allerdings bedeutend, sie zählt aber noch äußerst wenige Doubletten. Seyn Sie jedoch versichert, daß ich Ihre Wünsche eifrig berücksichtigen werde. Leider konnte ich aus gleichem Grunde eine alte Schuld an Herrn Hofrath von Böttiger noch nicht abtragen und erscheine nun, obgleich schuldlos, als undankbar gegen einen von mir so hochverehrten Mann! - In dieser beengten Lage muß ich es mir versagen, Ihnen meine Desiderata mitzutheilen, die Sie so zuvorkommend von mir begehren, und es dem Zeitpunkte vorbehalten, wo meine erste Sendung von Autographen meine Zusage bekräftigen wird. - Unauslöschliche Erinnerungen fesseln mich an Dresden! - Darum die angelegentliche Bitte: mich den verehrungswerthen Gelehrten zu nennen, deren Wohlwollen mich beglückte. - Von Hrn. Hofrath von Ebert's Gefälligkeit erwarte ich noch stets höchst belehrende Mittheilungen. Möchte doch sein Handbuch für Bibliothekare, 2 Bände, im nächsten Meßkataloge unter den schon erschienenen Werken enthalten seyn! Sein bibliographisches Lexikon ist der trefflichste Leitfaden, große Bibliotheken zu bereichern ... Meine und meiner wackern Gehülfen Thätigkeit, und mein ausgebreiteter Briefwechsel werden diesen wichtigen Gegenstand mächtig fördern. - Empfehlen Sie mich gütigst den Herren Hofräthen von Böttiger und von Tieck und H. Director v. Frenzel ...". - Seit 1826 Direktor der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien, hatte Dietrichstein 1829 der Bibliothek Haydns Hymne "Gott erhalte Franz den Kaiser" geschenkt; 1838 erwarb er die Partitur von Mozarts "Requiem". - 2 Fleckchen am Rand.
Hensel, Wilhelm
An einen Freund über den musikalischen Nachlass Fanny Hensels. 1847
Los 2510
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
"Fanny's Lieblingsfest"
Hensel, Fanny. - Wilhelm Hensel, Berliner Maler, Porträtist, Hofmaler, Ehemann der hervorragenden Pianistin und Komponistin Fanny, geb. Mendelssohn, Felix Mendelssohns Schwester (1794-1861). 3 S, Doppelblatt. Gr. 8vo. (Berlin) 15.XII.1847.
An einen Freund, dem er, rund ein halbes Jahr nach Fannys Tod, für dessen Bemühungen um die Veröffentlichung von Fannys Kompositionen bei Breitkopf & Härtel dankt, vor allem "für den antheilvollen Eifer, noch einige Hefte von den nachgelassenen Werken meiner Frau vor Weihnacht zur Erscheinung zu bringen. Es liegt eine große Genugthuung für mich darin, an diesem mir so werth gewordenen Feste, das Fanny's Lieblingsfest war, viele an sie erinnert zu wissen. - Was die Titel betrifft, so schließe ich mich den Vorschlägen an, nur wünsche ich, daß bei den 6 Liedern ohne Worte das ohne Worte wegbliebe, und so wie sie es selbst gehalten, blos: '6 Lieder für das Pianoforte' stände. Für die Liederhefte, ganz nach Vorschlag: '6 Lieder für eine Singstimme, mit Begleitung des Pianoforte. Unten bei allen, wie bei Felix, op: - No - der nachgelassenenWerke.' - Es würde mit op: 8, No 1. der nachgelassenen Werke zu beginnen seyn - 7 Hefte von ihr sind beim Leben erschienen. - Was die Ausstattung betrifft, möchte ich daß dieselbe ganz einfach, aber recht gediegen ist, ihrem Wesen gemäß. Keine Züge und Schnörkel, soll eine Verzierung des Titels seyn, nur eine ernste, bescheidene. Die Steinschrift massenhaft und markig. - In all dem kann ich ja dieser Firma vollkommen vertrauen, wo Geschmack, Anstand, und Antheil verbunden sind ... Gern hätte ich natürlich eine Anzahl von Exemplaren der erscheinenden Hefte so lang als möglich vor Weihnachten, mich aber auch bescheidend, wenn sonst die Gediegenheit litte. Das betreffende Arrangement überlasse ich ganz ...". - Ferner über eines seiner Gemälde. - Schöner Brief, der zeigt, mit welch rührender Liebe der Witwer die künstlerischen Intentionen der Verstorbenen genau zu verwirklichen und ihrer Persönlichkeit damit ein würdiges Denkmal zu setzen bemüht ist.
Soden, Julius Reichsgraf von
Brief aus Bamberg an den Musikverlag Hoffmeister. 1802
Los 2511
Schätzung
300€ (US$ 345)
Hoffmann-Umkreis. - Soden, Julius Reichsgraf von, Theaterleiter in Bamberg mit E.T.A. Hoffmann, extrem fruchtbarer Bühnenautor, ferner Nationalökonom Philosoph, Theologe, Diplomat und Geheimer Rat (1754-1831). Brief m. U. "Julius Graf Soden". 2/3 S. Mit Adresse und Siegelrest. 4to. Bamberg 11.IX.1802.
Als Leiter des kurz zuvor von ihm gegründeten Bamberger Theaters an den Leipziger Musikverlag Hoffmeister und Kühnel zwecks Aufbau eines Opernrepertoires in Bamberg. "... 1.) haben Sie die Güte das Verzeichniß aller der Opern Partituren die Sie besizen oder verschaffen können, mir zu senden, und zugleich die Preiße beyzufügen. - 2.) den Betrag derjenigen, die bestellt werden, weiße ich Ihnen dann bey meinem Banquier Hrn. E. H. Löhr und Sohn alldort an, und können Sie darüber ganz ruhig seyn. - Da jezt erst die Oper zu Stande gekommen ist, so ist dieß auch Ursache, warum Ihr Schreiben erst jezt zur Beantwortung kam ...". - sieben Jahre später berief Graf Soden den Juristen, Schriftsteller und Komponisten E. T. A. Hoffmann als Mitdirektor an das Bamberger Theater. - Rand-Ausriss vom Öffnen der Versiegelung.
Schreyvogel, Josef, Dramaturg und künstlerischer Leiter des Wiener Burgtheaters, Dramatiker, Übersetzer und Publizist, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unter den Theaterleitern des 19. Jhdts, begründete den europäischen Ruhm des Burgtheaters (1768-1832). . Brief (Billet) m. U. "Schreyvogel". 1 S. Kl. 4to. (Wien) 29.II.1832.
An einen Dramatiker, dem er ein abgelehntes Bühnenstück zurücksendet. "... Da das Schauspiel: Wilhelm v. Schäufenburg zur Darstellung auf dem Hofburgtheater nicht geeignet befunden worden, so folgt dasselbe, mit dem Danke der Direction für die gefällige Mittheilung, im Anschlusse zurück ...". - Ein Ausriss mit Siegelrest alt repariert.
Schubert-Umkreis. - Schober, Franz von, österr. Dichter, Librettist, Lithograph, Schauspieler sowie Legationsrat in Weimar, in Wien mit Franz Schubert befreundet, der viele seiner Gedichte vertonte (1798-1882). Eigh. Brief m. U. "F v Schober". 1 S. 8vo. O. O. 16.IV. (nach 1857).
An einen Professor. "... Soeben erhalte ich die leider durch Krankheit desselben verspätete Antwort Kalckreuths. Wenn Sie Ihren Geschäften ein halbes Stündchen abmüßigen können, so bitte ich Sie mich mit Ihrem freundlichen Besuche zu beehren, damit wir über die Sache sprechen können. Kalckreuth hat den größten Wunsch Ihr Bild in Weimar auszustellen ...". - Der Maler Stanislaus Graf von Kalckreuth (1820-1894) war Mitbegründer und ab 1858 erster Direktor der Großherzogl. Kunstschule in Weimar.
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