Deutsche und andere europäische Staatsmänner
42 Autographen
Los 2468
Schätzung
600€ (US$ 690)
Deutsche und andere europäische Staatsmänner, Politiker und Militärs. Ca. 42 Autographen.
Großenteils eigenhändige Briefe, Karten und andere Schriftstücke. - Vorhanden: Charles Baudin (franz. Admiral), Johann Ad. Graf von Bentheim-Tecklenburg-Rheda, Pierre Louis Bertin de Veaux (franz. Staatsmann), Christian Ernst K. Graf von Bentzel-Sternau (Staatsmann und Schriftsteller), Karl Blind (Politiker und Schriftsteller), Konrad Daniel Graf von Blücher-Altona (Oberpräsident von Altona), Giuseppe Graf Forni (ital. Aussenminister), Carl Fürst von Loewenstein, August Orts (belg. Staatsmann), Henry John Temple Viscount Palmerston (engl. Staatsmann), Alphonse van den Peereboom (belg. Staatsmann), Armand Jules M. H. Duc de Polignac (franz. Staatsmann), Auguste Baron Portalis (franz. Politiker), Franz und Therese Pulszky (ungar. Politiker und seine Gemahlin), Claude Philibert Barthelot, Comte de Rambuteau (franz. Staatsmann), Karl Friedrich L. Samwer (Schleswig-Holst. Staatsmann), F. C. Scheller (Parlamentsmitglied 1848), Jules Simon (franz. Staatsmann und Philosoph), Leopold Sonnemann (Politiker und Journalist), Friedrich Julius Stahl (Politiker und Staatsrechtslehrer), Eduard Stephani (sächs. Politiker), Eduard Sturm (Politiker), Isidor Severin Baron de Taylor (franz. Diplomat und Schriftsteller), Friedrich Carl Frhr von Tettenborn (General in russ. Diensten), Adolphe Thiers (franz. Staatsmann und Historiker), Leo Graf Thun-Hohenstein (Politiker), Johann Frhr von Türckheim (bad. Staatsmann; nur abgeschnittene Signatur), Friedrich Gottlob Karl Frhr von Varnbüler (württemb. Staatsmann), Eduard von Wietersheim (sächs. Kultusminister), Johann Georg August Wirth (polit. Schriftsteller), Heinrich Anton von Zeschau (sächs. Staatsmann) und 6 weitere Politiker, davon 4 aus Hamburg.
Questenberg, Gerhard Freiherr von
Brief an Hermann von Questenberg
Los 2469
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300€ (US$ 345)
Dreißigjähriger Krieg. - Questenberg, Gerhard Frhr von, österr. Diplomat und Staatsmann, Kaiserl. Geh. Rat und Vizepräsident des Hofkriegsrates, Verhandlungsführer zwischen Kaiser und Wallenstein, mit dem er sympathisierte (ca. 1586-1646). Möglicherweise eigenhändiger Brief m. U. "Questenberg". 11/2 S. Mit etlichen Textteilen in Juristen-Latein. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Neustädtel 20.XI.1632.
An seinen Bruder Hermann von Questenberg, Reichshofrat in Wien. Über eine familiäre Immobilien-Angelegenheit, betreffend Gerhard von Questenbergs Frau, Maria Unterholzer von Kranichberg. "... In werender Zeit sol sy alle schulden bezallen, Kranichberg gar frey illorum annorum proventibus an sich lösen, u. alsdann Ihr aigenthumb sol zuestehn und darmit zue disponieren macht haben ...". - Gleichmäßig gebräunt. - Aus der Sammlung Wilhelm Künzel.
Ebert, Friedrich, sozialdemokrat. Politiker, erster Reichspräsident der Weimarer Republik (1871-1925). Eigh. Brief m. U. "Fr. Ebert". 1 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Der Reichspräsident". Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 19.II.1920.
An einen Parteigenossen. "... Gern wäre ich bereit, Ihrem Wunsche zu entsprechen. Habe ich doch selbst das dringende Bedürfnis wieder einmal frei und offen öffentlich reden zu können. Meine amtliche Stellung zwingt mir aber größte Zurückhaltung auf. Ich muß Sie deshalb auf späterhin vertrösten ...".
Ferdinand, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg
Brief im Siebenjährigen Krieg an einen Befehlshaber. Dresden 1756
Los 2471
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200€ (US$ 230)
Ferdinand, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel, Schwager Friedrichs des Großen, preußischer Generalfeldmarschall (1721-1792). Brief m. U. "Ferdinand HZBLL". 1 S. Doppelblatt. 4to. Dresden 27.XI.1756.
Zu Beginn des Siebenjährigen Krieges, als Ferdinand eine der drei in Sachsen einrückenden Heersäulen befehligte. "... Ewd. Durchl. und Liebden haben bey der Blocquirung der Sächsischen armée 5erley Dispositionen parat gehalten, wenn die Sächsische armée entrepreniren würde, auf eine oder die andre Art suchen durchzubrechen. Wollen also dieselbe von der ausnehmenden Güte seyn, mir selbige geneigt zu communiciren - so würden dieselbe mich dadurch zum höchsten verpflichten. Ich werde es mit dem größten Dank erkennen ...". - Im ganzen Verlauf des Krieges errang Ferdinand eine Reihe von Siegen und gehörte zu den erfolgreichsten Heerführern Friedrichs des Großen.
Finckenstein, Carl Wilhelm Graf Finck von
Brief an den Herzog von Braunschweig-Bevern + Beigabe. 1767
Los 2472
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300€ (US$ 345)
"Cartel mit der Crone Schweden"
Finckenstein, Carl Wilhelm Graf Finck von, preuß. Staats, Kabinetts- und Außenminister, enger Vertrauter Friedrichs des Großen und seiner Nachfolger (1714-1800). Brief m. U. "CW Gr. v. Finckenstein". 2 S. Gr. 4to. Berlin 13.VI.1767.
An den Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715-1781), General der Infanterie und Gouverneur von Stettin. "... Es ist an dem, wie der Herr Geheime-Rath v. Brenckenhoff Ew. Durchl. hinterbracht, daß Se. Königl. Mayest. Uns aufgetragen, eine Unterhandlung mit der Crone Schweden zu Errichtung eines Cartels zu entamiren, weßhalb Wir auch bereits an den Königl. Gesandten zu Stockholm geschrieben haben. Da aber Höchstdieselbe in der solcherhalb an Uns erlaßenen Cabinets-Ordre nur von mutueller Auslieferung der Unterthanen und besonders Enrollisten Erwähnung thun; so werden Wir nach Einlangung der Antwort aus Schweden bey Sr. Königl. Mayest. annoch anfragen müssen: ob Höchstderoselben Intention sey, dieses Cartel auch auf würkliche Soldaten, so desertiren, extendiren zu laßen? ...". Weist darauf hin, dass diese Kabinettsordre nicht rückwirkend zu verstehen sei "und also auch nicht auf diejenigen Schwedischen Unterthanen gezogen werden könne, welche sich anjetzo schon würklich in Königl. Militair Diensten befinden ...". - Mitunterzeichnet vom zweiten Staats- und Kabinettsminister Ewald Friedrich von Herzberg (1725-1795). - Dabei: Albrecht Conrad Reichsgraf Finck von Finckenstein, preuß. Generalfeldmarschall und Prinzenerzieher (1660-1735). Eigh. Signatur "AC G v Finckenstein" unter einer Lohnkosten-Aufstellung für Schanzarbeiten an der Festung Penamünde. 1 S. Doppelbl. Folio. Penamünde 28.VI.1719. - "Außzug von dem Arbeitsgeldte so das Lohnungs Comando vom 13ten biß dem 28ten Juny 1719 bey der Schantzarbeit Penamünde betrug."
Gentz, Friedrich von, dt.-österr. Politiker und Publizist, Staatstheoretiker, Berater Metternichs (1764-1832). Eigh. Brief m. U. "Gentz". In franz. Sprache. 1 S. 4to. O. O. 16.I.1830.
An eine "Hoheit", betreffend die Beförderung eines Capitaines namens Bauer. . "Le Prince de Metternich m'a dit hier qu'il n'avoit rien reçu du Prince de Hohenzollern relativement à l'avancement du Capitaine Bauer. S'il en est ainsi, Votre Altesse trouvera bien l'occasion de rappeler l'affaire au Prince de Hohenzollern. S'il en étoit autrement, c. a. d. si celui-ci avoit déjà écrit, je tâcherai d'obtenir une réponse plus satisfaisante ...". - An den 4 Ecken jeweils geringfügig beschnitten.
Ernst Landgraf von Hessen-Rheinfels
Brief an Johann Coccejus in Leiden. 1658
Los 2474
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200€ (US$ 230)
Hessen-Rheinfels. - Ernst, Landgraf von Hessen-Rheinfels-Rotenfels (1623-1693). Eigh. Brief m. U. "Ernst Landgrave zu Hessen mpp". 2 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. Kl. 4to. "Auff der Rückraise nach Hauß den 6 Octob. 1658".
Eigenhändig an den protestantisch-reformierten Theologen Johannes Coccejus (1603-1669) in Leiden. Über theologische "Tractätlein" und deren Bezahlung. "... dass der Jenige so da mitt Ihm letztliche geordert hatt kein andrer gewesen als ich selbsten, der auch author des jenigen kleinen Teutschen Tractätleins von Israel undt Babel bin, gegen welches er sein Lateinisch tractätlein lasen ausgehen, welches ... auffs längste gegen künfftige Ostermes wiederumb beantwortet sein solle, nicht auß Zancksucht, sondern allein die ... Warheit zu vertheidigen ...". - Landgraf Ernst war 1652 zum römisch-katholichen Glauben konvertiert. - Das Adressblatt mit Einrissen vom Öffnen des Briefes.
Christian Albrecht, Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
Brief an den Grafen Nils von Bielke, Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern. 1691
Los 2475
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300€ (US$ 345)
Holstein-Gottorf. - Christian Albrecht, Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, Gründer der Universität Kiel (1641-1694). Brief m. U. "Christian Albrecht". 2 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 4to. Reinbek (?) 18.XI.1691.
An den schwedischen Generalfeldmarschall Nils Reichsgraf von Bielke (1644-1716), Gouverneur von Schwedisch-Pommern, in Stettin. Kündigt an, daß seine Gemahlin Friederike Amalie der Einladung der Königin Ulrike Eleonore von Schweden folgen werde und in Kürze zusammen mit ihrem Sohn Friedrich die Reise nach Stockholm antreten werde, wobei sie der Weg durch Pommern führen werde. Er bitte daher, für die angemessene Bequemlichkeit ("einige commoditäten") des hohen Paares auf der Strecke zu sorgen und vor allem geeignete Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Er erinnert dabei an die langjährige Verbindung mit Schweden in den immer wieder aufflammenden Kriegen gegen Dänemark. Erst zwei Jahre zuvor hatte Christian Albrecht aus seinem Hamburger Exil nach Gottorf zurückkehren können.
Kolb von Wartenberg, Johann Casimir
2 Briefe. 1693 und 1698
Los 2476
Schätzung
450€ (US$ 517)
Kolb von Wartenberg, Johann Casimir Graf, preuß. Premierminister unter Friedrich I., führender Kopf des "Drei-Grafen-Kabinetts", geschickter, intriganter Karrierist von großem politischen Einfluß (1643-1712). 2 Briefe m. U. "Caßimir Kolb Herr von Wartenberg" bzw. "Cas K v wartenberg". Zus. 3 S., der zweite Brief mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Berlin 23.IV.1693 und 6.XII.1698.
Der erste Brief an einen Prälaten, dem er mitteilt, daß es ihm in seinem Streben, allen Ständen zu dienen, gelungen sei, den Deputierten eine Audienz beim Kurfürsten zu verschaffen. - Der zweite Brief an die Stände des Herzogtums Hinterpommern und des Fürstentums Cammin. Auf das Schreiben des Landrats von Wedel und des Syndicus Corswandt teilt er mit, dass er immer bestrebt sei, ihnen dienlich zu sein: "... So will auch bey gegenwärtiger Vorfallenheit gern alles was zu Ihrer Vergnügung gereichen kan beytragen helffen, ich zweiffle auch nicht es werden Se. Churfürstl. Durchlaucht vorgedachte Herrn Deputirten mit einer solchen gnädigsten Resolution versehen laßen, daß ... hochgeehrte Herren Bey derselben Zurückkunfft damit vergnügt zu seyn Uhrsach haben werden ...". - Dieser Brief mit 2 alt reparierten Einrissen, aber auch mit gut erhaltenem Siegel.
Kossuth, Lajos, ungarischer Nationalheld, Rechtsanwalt und freiheitlicher Politiker, Kämpfer für die Unabhängigkeit Ungarns von Österreich (1802-1894). Brief m. U. "L. Kossuth" und eigenhänd. Zusätzen. In englischer Sprache. 1 S. 4to. New York 23.VI.1852.
Im amerikanischen Exil verfasstes und nach Manchester adressiertes ausführliches Empfehlungsschreiben für den ungarischen Offizier E. A. de Kozlay, ehemals Capitaine in der II. Armee des ungarischen Freiheitskampfes. Kozlay sei erfahrener Finanz-Spezialist und möchte die vornehmsten Banken in England kennenlernen. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt Kossuths.
Lassalle, Ferdinand
Brief an einen Herrn über neue politische Broschüren. Wohl um 1855.
Los 2478
Schätzung
300€ (US$ 345)
Lassalle, Ferdinand, sozialdemokratischer Politiker, hervorragender Vordenker der Arbeiterbewegung, starb im Duell (1825-1864). Eigh. Brief m. U. "F Lassalle". 1 S. Gr. 8vo. O. O. u. J.
An einen Herrn über Veröffentlichungen. "... Ihren Vorschlag bezüglich der Rüstowschen Broschüre acceptire ich für denselben vorbehaltlich seiner Ratification, da allerdings ein nicht unerheblicher Unterschied zwischen seinem und Ihrem Vorschlag stattfindet. Ich habe ihm heut telegraphirt, die Arbeit sofort zu beginnen. Morgen berichte ich ihm ausführlich und hoffe, seine Ratification zu erlangen. - Die durch den vorstehenden Anlaß eingetretene Beziehung veranlaßt mich übrigens, Ihnen ein literarisches Opusculum von mir anzubieten, welches sonst Mitte nächster Woche an seine anderweitige Bestimmung abgehen würde ...". - Wessen Broschüre des sehr produktiven Militärhistorikers Wilhelm Rüstow (1821-1878) hier gemeint ist, bleibt wegen fehlender Datierung ebenso unklar wie die erwähnte Broschüre Lassalles.
Mazarin, Jules Kardinal
Eigenhändiger Brief an den Abbé Fouquet. 1658
Los 2479
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Mazarin, Jules Kardinal, franz. Staatsmann, Kardinal, Herzog von Nevers, Erzieher Ludwigs XIV., als Nachfolger Kardinal Richelieus 20 Jahre lang regierender Minister Frankreichs (1602-1661). Eigh. Brief m. U. "Le Card Mazarin". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 8vo. O. O. 29.VI.1658.
Eigenhändig an den Abbé Fouquet in Paris. "Au-paravent que vous fussiez arrivé à Paris Joinville avait depeché un courrier pour donner advis de la guerison de Mr. le Procureur ...".
Georg, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz
Brief an den Landgrafen Philipp von Hessen-Homburg. 1839
Los 2480
Schätzung
120€ (US$ 138)
Mecklenburg-Strelitz. - Georg, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz (1779-1860). Brief m. U. "dienstwilliger Vetter Georg H z M". 1 S. Doppelblatt mit einmontierter Adresse vom Umschlag. Folio. Neustrelitz 27.X.1839.
An den Landgrafen Philipp von Hessen-Homburg. Bedankt sich für dessen Anzeige der Vermählung seiner Nichte, der Prinzessin Caroline Amalie Elisabeth, mit dem regierenden Fürsten Heinrich XX. Reuß in Greiz, und sendet Glückwünsche.
Friedrich Wilhelm Adolph, Fürst von Nassau-Siegen
2 Briefe an den Geheimen Rat des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg. 1711
Los 2481
Schätzung
300€ (US$ 345)
"schwehre Religions Drangsale"
Nassau-Siegen. - Friedrich Wilhelm Adolph, Fürst von Nassau-Siegen (1680-1722). 2 Briefe m. U. (Paraphe). Zus. 61/2 S. Ein Brief mit Goldschnitt. Mit den gesiegelten Umschlägen. Folio. Siegen 4. und 25.II.1711.
An Herrn von Speyermann, Staatsrat des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, in Köln. Sehr ausführlich über Religions-Streitigkeiten. Speyermann habe ihm berichtet, "daß das daselbstige Dohmb Capitul nicht allein dero begehrte Erklährung über die an daßelbe beschehene Vorstellung wegen der schwehren Religions Drangsalen, noch nicht gegeben, sondern die Sache an Dero Subdelegirte und diese hinwieder an die nachgesetzte administrations Cantzley verwiesen; Gleichwie nun eben dieses der allgemeine modus et praxis Catholicorum ist: daß man alle suchende Friedens Schlußmäßige Restitutiones in causis Ecclesiasticis durch nur erdenkliche Weitläuftigkeiten und Hindernüße auff ewige Zeiten hinauszuspielen suchet ...". - Erörtert sehr eingehend die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten über beanspruchte Besitztümer. - Der zweite Brief und dessen Umschlag etwas wasserfleckig am unteren Rand.
Österreichische Staatsmänner, Politiker und Militärs
19 Autographen
Los 2482
Schätzung
450€ (US$ 517)
Österreichische Staatsmänner, Politiker und Militärs. 19 Autographen.
Meist eigenhändige Briefe. - Vorhanden: Alexander Prinz von Hessen (österr. General der Kavallerie, Bruder der Kaiserin von Russland, Vater des Fürsten Alexander I. von Bulgarien), Alfred Julius Becher (Politiker, Komponist, Musikkritiker, einer der Anführer des Wiener Oktoberaufstands 1848, im November standrechtlich erschossen), Johann Nepomuk Berger (linksgerichteter Politiker, Minister; sign. Gedichtmanuskript), Friedrich Ferdinand Graf von Beust (österr. Reichskanzler), Gustav Graf von Blome (Politiker, Diplomat in österr. Diensten), Franz Graf von Coronini-Cromberg (liberaler Politiker), Georg Fürst Czartoryski (Reichstagsabgeordneter, Präsident der Ges. der Musikfreunde), Johann Christian Fürst von Eggenberg, Herzog zu Krumau (1641-1710; Brief Wien 1705), Julius Graf Falkenhagen (Minister für Ackerbau), Cajetan Frhr von Felder (Bürgermeister von Wien), Alois Fischer (Revolutionspolitiker, Statthalter von Salzburg), Josef Wenzel Graf Radetzky (Feldmarschall; nur abgeschnittene Unterschrift), Adolph Frhr von Pratobevera-Wiesborn (Politiker), Anton Ritter von Schmerling (Minister), Georg Graf von Schönerer (Politiker), Stefan Graf von Szechenyi (Ungarn-Politiker), Ernst von Teschenberg (Minister), Simon Frhr von Winterstein (Mitglied des Herrenhauses, Präsident der Handelskammer), Rudolf Graf von Wrbna-Freudenthal (Staatsmann, Spezialist für Bergbau und Wirtschaft).
Preußische Politiker und Militärs
60 Autographen. 1617-1900
Los 2483
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Preußische Politiker und Militärs. Ca. 60 Autographen. 1617-1900. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten teils stärker beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Meist eigenhändige Briefe oder Karten. Wo keine Zahl in der Klammer steht, handelt es sich jeweils um 1 Stück. - Vorhanden: Albrecht, Prinz von Preußen (Generalfeldmarschall; frankierter Briefumschlag an den Grafen Roon), Julius Berends (demokrat. Politiker), Wilhelm Sebastian von Belling (Husaren-General unter Friedrich II., Ritter des Ordens Pour le Mérite), Moritz August von Bethmann-Hollweg (Staatsmann, Kultusminister), Peter Christian Beuth (der große Förderer des Gewerbewesens in Preußen, 2), Karl von Bodelschwingh (Finanzminister), Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst (Reichskanzler), Karl Anton Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen, 2), Alexander von Pape (Generaloberst, Gouverneur von Berlin), Victor A. Th. von Podbielski (Generalleutnant, Staats- und Landwirtschaftsminister), Ernst von Prittwitz und Gaffron (Generalleutnant, Ehrenbürger von Wyk auf Föhr), Moritz Karl von Prittwitz und Gaffron (General der Infanterie), Friedrich Pruckmann (kurbrandenburgischer Kanzler unter dem Kurfürsten Johann Sigismund; Brief von 1617), Samuel Pullet (Generalmajor im Ingenieurskorps, Ritter des Ordens Pour le Mérite), Robert von Puttkamer (Kultusminister), Joseph-Maria von Radowitz (Generalleutnant Diplomat und Politiker, Wilhelm Fürst von Radziwill (General der Infanterie und Gründungspräsident der Berliner Numismatischen Gesellschaft, 2), Victor Herzog von Ratibor (Präsident des Preuss. Herrenhauses), Gustav von Rauch (Kriegsminister, 2), Karl Otto von Raumer (Kultusminister), Georg Frhr von Reibnitz (Generalleutnant), Ludwig von Reiche (General der Infanterie), Ernst von Rüchel (General der Infanterie), Wilhelm Ludwig Georg Fürst von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (Minister des kgl. Hauses und Polizeiminister, Staatsmann und Diplomat), Wilhelm von Scharnhorst (General, Sohn des berühmten Gerhard von S.), Alexander Graf von Schleinitz (Minister, Intimfeind Bismarcks), Hans Eduard Frhr von Schleinitz (Staatsmann, Präsident der Provinz Schlesien), Heinrich Theodor von Schön (Minister, Oberpräsident der Provinz Preussen, befreundet mit Eichendorff, 2), Gebhard Reichsgraf von der Schulenburg-Wolfsburg (Geh. Staats- und Kriegsminister unter Friedrich II.), Friedrich Wilhelm Reichsgraf von der Schulenburg-Kehnert (General der Kavallerie, Minister, 2), Johannes Schulze (Leiter des Höheren Unterrichtswesens), Kurt Christoph Graf von Schwerin (Generalfeldmarschall, nur Fragment mit Unterschrift), Maximilian Graf von Schwerin-Putzar (liberaler Parlamentarier), Ernst Senfft von Pilsach (vielseitiger Staatsmann), Ludwig Simons (Justizminister, 2), Konrad Studt (Staatsminister), Bogislav Friedrich Emanuel Graf von Tauentzien (General der Infanterie, Sohn des berühmteren Friedrich Bogislav v. T., 2), Georg Wilhelm Frhr von Valentini (General), Friedrich Ludwig W. Ph. Frhr von Vincke (Staatsmann), Hermann Wagener (Publizist und konservativer Politiker, 2), Franz Heinrich Graf von Waldersee (General der Kavallerie), Friedrich Graf von Waldersee (Kriegsminister, 2), Karl August Graf von Werder (General der Infanterie), Georg Freiherr von Werthern (Diplomat in preuß. Diensten), Ferdinand Otto Wilhelm von Westphalen (Innenminister), Wilhelm Fürst zu Wied (Präsident des Preuß. Herrenhauses), Job von Witzleben Kriegsminister), Friedrich Heinrich Ernst Graf von Wrangel (Generalfeldmarschall), Hans Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (Sohn des berühmten Feldherrn, Mitglied des Preuß. Herrenhauses), Gustav Graf zu Ysenburg und Büdingen (Mitglied des Preuß. Herrenhauses), Constantin Frhr von Zedlitz-Neukirch (preuß. Staatsmann).
Prielmeyer von Priel, Corbinian Reichsfreiherr
Brief aus der Statthalterschaft in Brüssel. 1694
Los 2484
Schätzung
300€ (US$ 345)
Prielmeyer von Priel, Corbinian Reichsfreiherr, bayerischer Staatsmann, u. a. Hofkammerpräsident der bayerischen Statthalterschaft in Brüssel (1643-1707). Brief m. U. "Prielmeyer" (vermutlich zeitgenöss. Abschrift einschl. der Unterschrift). In latein. Sprache. 11/2 S. Doppelblatt festen Büttenpapiers mit Wasserzeichen "Anker im Kreis mit Stern und F". Gr. 4to. Brüssel 16.IV.1694.
Politischer Brief mit Nachrichten zu verschiedenen Themen, eine Bischofswahl, den Kölner Kur-Erzbischof und anderes.
Richter, Eugen, bedeutender freisinniger dt. Politiker, wichtigster Gegner Bismarcks, galt als bester Rhetoriker im preuss. Abgeordnetenhaus und im Reichstag (1838-1906). Eigh. Brief m. U. "E. Richter". 11/2 S. Mit Briefkopf der "Deutschen Fortschrittspartei". Gr. 8vo. Berlin 7.VI.1877.
An einen Parteigenossen, den er bittet, an einer Versammlung in Moabit teilzunehmen, weil dort ein anderer Politiker nicht das Format habe, sich durchzusetzen. "... Nach Rücksprache mit Ludwig Löwe glaube ich auch, daß Sie der Wahl ... einen großen Dienst leisten würden, wenn Sie im Stande wären morgen Freitag Abend der Versammlung in Moabit ... beizuwohnen. Es war vielleicht ein Fehler, daß man Hasenklever Rolf eingeladen hat ... bei aller Gewandtheit in der Dialektik fehlt Löwe die spezielle Sachkenntniß in der Gesetzgebung und in wirtschaftlichen Fragen. Er bedarf einer Unterstützung ... in der Debatte ... Es würde aber falsch sein, wenn ich dorthin ginge. Nachdem ich die übrigen Herausforderungen der Sozialdemokraten ignorirt, würde ich Löwe und mir selbst schaden, wenn ich dort mich einfinden wollte - Löwe ist derselben Meinung, legte aber großen Werth darauf, wenn Sie hinkommen könnten ...". - Der Fabrikant und Politiker Ludwig Loewe (eigentlich Louis Levy, 1837-1886) war in diesem Jahr Mitglied des preuss. Abgeordnetenhauses geworden; 1878 wurde er auch Mitglied des Reichstags. - Mit gedrucktem Briefkopf "Geschäftsführender Ausschuss des Central-Wahlcomité's der Deutschen Fortschrittspartei." - Kleiner Faltenriss.
Riesser, Gabriel, Hamburger Jurist, Publizist und liberaler Politiker, Abgeordneter des Frankfurter Parlaments, als Obergerichtsrat in Hamburg der erste jüdische Richter in Deutschland (1806-1863). Eigh. Brief m. U. "G. Riesser". 2/3 S. Doppelblatt. 8vo. (Hamburg) 18.VI.(1862).
An einen Freund. "... da ich es vorziehe, mit Ihnen und den übrigen Freunden in meiner Wohnung zusammen zu sein, so bitte ich Sie, sich um 1 Uhr bei mir ... einzufinden. Wenn Ihre holsteinischen Freunde, wie ich hoffe, angekommen sind, so wird es meine Freude wesentlich erhöhen, wenn Sie die Freundlichkeit haben wollen, dieselben zu bewegen, Sie zu mir zu begleiten ...".
Friedrich II., Herzog von Sachsen-Gotha
Brief an Henning Möller, Bergrat in Nordhausen. 1696
Los 2487
Schätzung
150€ (US$ 172)
Sachsen-Gotha. - Friedrich II. Herzog von Sachsen-Gotha (1676-1732). Brief m. U. "Friederich H z Sachsen mpp". 1 S. Doppelblatt mit Adresse. Schloß Friedenstein 23.IV. 1696.
An Henning Möller, Bergrat und Collectur.-Amtmann in Nordhausen. Wegen dessen Vorschlägen zu "der von Hohnstein praetendirten Huldigung". "... Weil der von Berlin anhero geschehenen und hierbey liegenden Communication nach von des Churfürstens zu Brandenburg Lbd. befehl ergangen, dero vorige Verordnung auf einige Wochen zu suspendiren, diese Inhibition auch nunmehro ohne Zweifel wird seyn insinuirt worden", soll erst eine geplante Konferenz abgewartet werden, ehe man sich an die Halberstädtische Regierung wende.
Staatsmänner und Diplomaten
50 Autographen. 1693-1898
Los 2488
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Staatsmänner, Diplomaten und Militärs. Ca. 50 Briefe, Karten und andere Schriftstücke. 1693-1898. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten teils stärker beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Großenteils eigenhändige Briefe und andere Schriftstücke, darunter vieles von prominenten preußischen Persönlichkeiten. Vorhanden: Amadeus August Abendroth (Hamburger Bürgermeister. Sign. Schriftstück 1797), Karl Frhr von Stein zum Altenstein (preuß. Kultusminister. Brief 1830), Adolf Heinrich Graf von Arnim (preuß. Staatsminister. 2 Briefe, einer 1844), Harry Graf von Arnim (Diplomat, verdarb es mit Bismarck. Brief 1864), Johann Friedrich von Balbi (preuß. Ingenieur-Oberst. Quittung zu Fortifikationsarbeiten, 1729), Karl Ferdinand Batsch (Admiral. Postkarte 1890), Franz Joseph Prinz von Battenberg (Bruder des Fürsten Alexander von Bulgarien. Ausgeschnittene Signatur 1877), Bernhard Herzog von Sachsen-Weimar (Brief 1854), Otto Böckel (Reichstags-Abgeordneter. Sign. Paket-Abschnitt), Leopold Hermannn Ludwig von Boyen (preuß. Kriegsminister. 2 Briefe, 1816, 1844), Friedrich Wilhelm Graf von Brandenburg (3 sign. Schriftstücke. 1818, 1846, 1850), Heinrich von Brandt (preuß. General. Brief 1862), Oreste Brizi (ital. Staatsmann. 2 Briefe an Charles Witte in Breslau und Halle. 1857 oder 1859), Andrew Buchanan (engl. Diplomat. Sign. Briefumschlag), Friedrich Wilhelm von Bülow, Graf von Dennewitz (preuß. General. 2 Schriftstücke), Heinrich Frhr von Bülow (preuß. Staatsminister. Brief 1844), Carl von Bunsen (Diplomat. Brief aus Turin), Christian Karl Josias Frhr von Bunsen (Diplomat und Gelehrter. Brief aus Rom 1829), Guillaume Antoine Baron Capelle (franz. Staatsmann. Brief 1823), Michel Conte Claparède (franz. General. Brief 1830), Edmund-M. Fürst von Clary-Aldringen (böhm. Landtagsabgeordneter. Brief ca. 1840), Carl von Decker (preuß. General. Brief-Fragment 1825), Berthold Karl Adolf von Deimling (General. Postkarte 1898), Friedrich Heinrich Wilhelm Demuth (Diplomat. Sehr umfangreicher Brief, Leipzig 1829), Friedrich Reichsgraf von Dönhoff (kurbrandenburg. Staatsmann. Abgeschnittene Signatur 1693), Wilhelm von Doenniges (Diplomat und Staatsrechtslehrer. Aushangzettel mit Vorlesungsankündigung), Wilhelm Heinrich Graf von Dohna-Schlobitten (preuß. Staatsmann. Brief 1827), Moritz Ellstätter (badischer Finanzminister. Brief 1892), Friedrich Albert Graf zu Eulenburg (preuß. Innenminister. Brief 1864), Johann Nepomuk von Fäustle (bayer. Justizminister. Brief 1871), Adalbert Falk (preuß. Kultusminister. 2 Briefe 1874, 1884), Jules Favre (franz. Politiker. Brief o. D.), Fischer (preuß. Generalmajor. Brief Koblenz 1855), Adolf Fischhof (Politiker. Brief 1887), Michael Flürscheim (Bodenreformer, Gründer des Eisenwerks Gaggenau. Brief 1880), Richard Foregger (Politiker. Brief 1879), Hubert J. W. Frère-Orban (belg. Staatsmann. 2 Schriftstücke, eines 1848), Heinrich von Friedberg (preuss. Justizminiser. Billet 1888), Friedrich Karl, Prinz von Preussen (Brief 1867), Friedrich Ernst W. Frhr O'Byrn (Obersthofmeister der Königin von Sachsen. Brief Dresden 1855), Heinrich Carl Reichsgraf zu Schönaich, Fürst zu Carolath-Beuthen (preuß. General der Kavallerie. Brief mit illustriertem Briefkopf, Salzbrunn 1832). - Dabei: Thekla Fürstin von Schönburg-Waldenburg, geb. Prinzessin von Schwarzburg-Rudolstadt (Brief Waldenburg 1839). - Einige Beilagen, darunter gestochene Porträts.
Talleyrand, Charles Maurice de
Brief an die Kommission der Zivil-Hospiz-Verwaltung von Paris. 1801
Los 2489
Schätzung
250€ (US$ 287)
Talleyrand, Charles Maurice de, Fürst von Benevent, Herzog von Dino, französ. Staatsmann (1754-1838). Brief m. U. "ch. maur. talleyrand". 1 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Le Ministre des Relations extérieures" und der Holzschnitt-Vignette "Republique Française. Liberté. Égalité". 4to. Paris (8.I.1801).
An die Kommission der Verwaltung der zivilen Hospize in Paris. Talleyrand setzt sich ausführlich für einen Bürger ein, der um Aufnahme in ein Hospiz ersucht hatte. "... j'ai recommandé au Ministre de l'Intérieur le cit. Theremin qui demande d'être admis à l'hospice des vieillards. Cet homme a perdu aux armées deux fils qui étaient les seuls soutiens de sa vieillesse. maintenant anablé d'infournites et absolument sans d'Etat de travailler ... il est même prêt de succomber sous le poids de ses maux si le gouvernement ne vient à son secours ...". - Versehen mit einer Anweisung von anderer Hand: "Réponse honnête".
Tausenau, Carl
Politisches Manuskript mit Unterschrift. Wohl 1848
Los 2490
Schätzung
450€ (US$ 517)
Tausenau, Carl, österr.-ungar. Revolutionspolitiker und Journalist, nach intensiver Agitation Ende des Jahres 1848 steckbrieflich gesucht und 1849 in Abwesenheit wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, emigrierte nach England (1813-1873). Eigh. Manuskript m. U. "Tausenau". 5 S. 4to. Wien 14.IX. (wohl 1848).
Offenbar als Zeitungsartikel oder Flugblatt gedachter Text mit zahlreichen Streichungen und Änderungen: "Der Reichstag. - Brettel's Antrag, dem Kleinhandel und Kleingewerbe Wien's durch für das erste Halbjahr unverzinsliche, mittelst Nationalbankcredits herbeyzuschaffende und Behufs der Ausführungs- und Rückzahlungsmodalitäten dem Ministerium anvertraute Vorschüsse im Gesammtbetrage von zwei Millionen Gulden aufzuhelfen, wurde heute von der Kammer einstimmig angenommen ...". Ein Alexander Bach wird in direkter Anrade heftig attackiert, und zum Schluß heißt es: "... So aber stehst Du da, grinsend und geknickt, ein näselndes Männlein, ein constitutioneller Bajazzo, und forderst - Dein Jahrhundert in die Schranken!" Am Schluß signiert "Tausenau"; darunter von anderer Hand: "bestätigend Frankl". - Beiliegend der von der Wiener Stadthauptmannschaft am 31. Dezember 1848 verbreitete, gedruckte Original-Steckbrief "zur Verfolgung des, des Verbrechens des Hochverrathes rechtlich beinzichtigten Carl Tausenau", mit genauer Personenbeschreibung: "... Sein ganzes Gesicht soll Aehnlichkeit mit Napoleons Physiognomie haben. Er trug gewöhnliche Augengläser und zieht im Gehen den Kopf stark zwischen die Schultern ein. Er spricht deutsch, lateinisch, böhmisch, italienisch, französisch, englisch und vielleicht auch ungarisch ...". - Sehr selten.
Waldersee, Alfred Graf von
Eigenhänd. Brief an den Herzogl Kammerpräsidenten Griepenkerl in Braunschweig. 1883
Los 2491
Schätzung
180€ (US$ 207)
Waldersee, Alfred Graf von, preuß. Generalfeldmarschall, Generalquartiermeister, Chef des Großen Generalstabs, Oberbefehlshaber des multinationalen Truppenkontingents zur Niederschlagung des Boxeraufstands in China (1832-1904). Eigh. Brief m. U. "Waldersee". 4 S. Doppelblatt. 8vo. Mit dem Umschlag. Berlin 7.I.1883.
Eigenhändig an den Herzogl. Kammerpräsidenten Erich Emanuel Griepenkerl in Braunschweig. "... Zuerst das Geschäft! Ihr Neffe ist mir, obwohl er es selbst vielleicht nicht weiß, recht gut bekannt und freute es mich sehr vor einigen Monaten aus seinem Abgangszeugnis von der Akademie zu ersehen, wie gut er dort abgeschnitten hat. Ob er nun am 1sten Mai zum Generalstab wird einberufen werden können, bin ich jetzt mit Sicherheit zu sagen noch nicht im Stande. Es hängt ... auch von der Zahl der Konkurrenten ab und sind ... eine ansehnliche Zahl vom vorigen Jahrgang noch übrig geblieben, die Anwartschaft haben ...". Er habe sich m Vorjahr von allen Einflüssen losgesagt, wolle Griepenkerl aber auf dem Laufenden halten. Berichtet dann kurz von seinem Urlaub in Salzburg, von Aufenthalten in Hessen und Schlesien sowie von Jagd in Polen und geht auf seine berufliche Tätigkeit ein: "... ich habe tüchtig zu thun, was mir gut bekommt, da mein Amt mir bisher nur Freude gebracht hat; einen ganz besonderen Reiz hat es, in regem Verkehr mit dem Feldmarschall Moltke zu sein, den uns der liebe Gott hoffentlich noch recht lange erhält. Daß er es mit uns gut meint, sieht man wirklich deutlich daran, daß 3 der gefährlichsten Feinde in kaum 8 Monaten uns genommen sind. - Ihren Glückwunsch zum Großkreuz acceptire ich gern. Es hat mich dieser Gnadenbeweis des Herzogs ebenso überrascht als in der That hoch erfreut ...". - Mehrere Beilagen: eine beschriftete Visitenkarte mit Umschlag, ein Brieffragment mit Unterschrift, je eine gedruckte Postkarte mit Waldersees Porträtfoto und mit Foto des großen Leichenzugs bei Waldersees Begräbnis, hierzu ein Zeitungsausschnitt.
Wartensleben, Alexander Hermann Graf von
Eigenhändiger Brief an einen Direktor des Geheimen Rates. 1703
Los 2492
Schätzung
450€ (US$ 517)
Wartensleben, Alexander Hermann Graf von, preuß. Generalfeldmarschall von europäischem Ruhm, unter Friedrich I. Mitglied des "3-Grafen-Kabinetts" und langjähriger Gouverneur von Berlin (1650-1734). Eigh. Brief m. U. "A H G. v. Wartensleben". 3 S. Doppelbl. Kl. 4to. Berlin 4.IX.1703.
An den Direktor des Geheimen Rats, den er mit Warnungen über "fingirte Dinge" informiert. "...Indeßen ist praecaution zu nehmen daß man sich nicht vergebens in Gefahr setzet ... H. Commissarius Kreisel ist hier, undt siehet die Sache wunderlich ... Ich will nach aller möglichkeit sehn ob der Zweck in der Güthe zu erhalten, undt da solches nicht erfolgen solte, so geschiehet es doch zu keiner praejudiz. Was dißfalls hier mit gegentheil tractiret wirdt, Es ist eine üble Sache worauß Ihre Hochfürstl. Durchl. wohl wünschen möchte, Ich werde nicht ermangeln alles auß devotion vor Ihre hochfürstl. Dhl. zu thun ...". - Wartensleben war der Großvater Hans Hermann von Kattes, den der "Soldatenkönig" wegen seiner Hilfe beim Fluchtversuch des Kronprinzen Friedrich in Küstrin hinrichten ließ. - Selten.
Wedell, Carl Heinrich von
3 Briefe an verschiedene Adressaten. 1762-1769
Los 2493
Schätzung
300€ (US$ 345)
Wedell (auch: Wedel), Carl Heinrich von, preuß. Generalleutnant und Kriegsminister unter Friedrich dem Großen (1712-1782). 3 Briefe m. U. "C H v Wedell" bzw. "v Wedell". Zus. 21/2 S. Folio. Berlin 1762-1769.
Als Kriegsminister mit vielerlei Aufgaben betraut, an verschiedene Adressaten: I. Brief m. U. und Empfehlung. 1 S. Folio. Berlin 29.III.1762. - An den Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Bevern, Gouverneur von Stettin (1715-1781). Über die Entschädigung der Bürger Stettins, deren Immobilien der Fortifikation der Stadt zum Opfer gefallen waren. Die Beträge brauchen nicht aus der "Fortifications-Casse" bezahlt zu werden, sondern werden durch die "Ober-Steuer-Casse ad Militaria" vergütet. - II. Gedruckter Zoll- und Schleusen-Pass mit handschriftlichen Zusätzen, darunter die Bestätigung und Unterschrift Wedells. 1 S. Mit rotem Lacksiegel. Folio. Berlin 4.XI.1763. - Begleitschreiben zum Transport von 50 Wispeln Hafer aus Stettin zur Versorgung der Garnison in Schwedt. - Rand- und Wurmschäden. - III. Brief m. U. "v Wedell" 1/2 S. Folio. Berlin 29.III.1769. - Als Chef des "Königl. Preuß. General-Ober-Finantz-Krieges- und Domainen-Directoriums" an die Ober-Rechnungs-Kammer des Stettiner Gouvernements über die Rechnung zum "Stettinischen Fortifications-Bau." - Beiliegend ein Manuskript vom Beginn des 19. Jhdts mit Wedells Lebenslauf. - In neueren Lexika, auch Wikipedia, wird der Name des Generals fälschlich "Wedel" geschrieben, obwohl er selbst immer "Wedell" unterschreibt, auf dem Zoll-Pass als "Etat-Ministre von Wedell" bezeichnet wird und auch in Schönings Lexikon "Die Generale der Chur-Brandenburgischen und Königlich Preußischen Armee" (1840) als "Carl Heinrich von Wedell" geführt wird.
Wellington, Arthur Wellesley Herzog von
Brief an einen Baron. London 1819
Los 2494
Schätzung
250€ (US$ 287)
Wellington, Arthur Wellesley, Herzog von, englischer Feldmarschall und Staatsmann, Premierminister und Oberbefehlshaber der britischen Armee, neben Blücher Sieger bei Waterloo (1769-1852). Eigh. Brief m. U. "Wellington". In franz. Sprache. 11/4 S. Doppelblatt. 8vo. London 25.XI.1819.
An den Baron C. de Cases, dem er für ein Schreiben dankt. "... Il me fait grand plaisir de savoir que Mons. Le Marquis ... ne s'est pas refusé de tenir Sa Majesté dans le Poste honorable et distingué mais difficile car Sa Majesté l'a recemment appellé ...".
Achenbach, Andreas
Brief an den Kunsthändler Lepke. Düsseldorf 1868
Los 2495
Schätzung
150€ (US$ 172)
Achenbach, Andreas, Maler der Düsseldorfer Schule (1815-1910). Eigh. Brief m. U. "A. Achenbach". 1 S. Gr. 8vo. Düsseldorf 11.X.1868.
An den Berliner Kunsthändler Lepke. "... Es kommt ja nicht so darauf an, ob ich gleich antworte, wenn Sie wissen, daß ich etwas für Sie anfange. Dieses ist geschehen; ich acceptire f. 4000 für die Marine aber die Landschaft kann ich nicht für den Preis lassen; ich brauche noch mehr wie noch einmal so viel Zeit dazu. Wasserfall, Wald und Felsen sind Luxus Gegenstände, woran sich wenige wagen; ich beanspruche 6000 f., vielleicht kommen Sie mal hierher und sehen sichs näher an ...". - Beiliegend ein Farbfoto des Gemäldes einer romantischen Wassermühle sowie 3 Zeitungsartikel über Achenbach.
Über seine Maltechniken
Achenbach, Oswald, Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule (1827-1905). Eigh. Brief m. U. "Osw. Achenbach". 4 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Düsseldorf 19.I.1861.
Umfangreicher Brief an den Berliner Kunsthändler Rudolph Lepke. In launigem Tonfall ausführlich über sein zwei Tage zuvor fertiggestelltes "Capribild", wohl eine Auftragsarbeit von Lepke, und seine Probleme beim Entwerfen und Ausführen seiner Gemälde. "... Daß Sie kein Bild für das große Publicum zu erwarten haben, wissen Sie wohl selbst, aber einiges von der Stimmung (wo die brillanten Farben schlafen gehen, und der Maler sich von des Tages Last und Hitze ausruht, vom Thau gestärkt an seine Heimath denkt und Capri zum Teufel wünscht) ist doch darin ... (bei Einbruch der Nacht auf Capri) wäre vielleicht der Titel. Sollten Sie mit diesem meinem letzten Kinde so viele Mühe haben es zu verkaufen als es mir gekostet es zu machen so - bedaure ich Sie - werde aber später doch meine Theilnahme nicht fehlen lassen, indem ich Ihnen nur wohlerzogne brav-heitere blühende Jungfrauen mit etwas Vermögen sogar (welche Sie leichter verheirathen können) zuschicken werde ... Fay hat sein Bild fertig und wird es Mittwoch oder Donnerstag abschicken, weil es noch trocknen muß. Ihr Capri trocknet auch so langsam; sollte vielleicht die feuchtig-kühle Stimmung welche ich hineingemalt Schuld daran sein? aber jedenfalls ist das Bild durch die allgemeine Landestrauer [wohl wegen des Todes von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen] noch ernster geworden als nöthig ist.
Ich habe verschiedene Gegenstände untermalt, freilich sehr flott Stück für Stück in 2 Tagen, nur so die Hauptidee, und die Figuren dazu des Abends aus- und aufgezeichnet. Eines davon, welches Sie wahrscheinlich gesehen haben (Gewittersturm mit Wallfahrer bei Civitta Castellana) habe ich halb übermalt und werde ich dasselbe Ende dieser Woche fertig bekommen; ich habe es für Gupil in Paris gemacht, und möchte es gerne mit einem andern Bilde, wo ich jetzt des Abends dran zeichnen und tuschen werde, auf die Pariser Ausstellung bringen. Es soll dies eine Wiederholung des Leichenzuges in Palestina sein, ich meine der Stoff wäre gut für Paris. Ich werde mir alle mögliche Mühe geben, genau zu denken, d. h. vorher eh ich male, um Nichts verändern zu müssen. Denn das hält am längsten auf, auch die Gegenstände, einer schöner, besser wie die andern bestürmen mich! Das ist so recht mein Element, dies Untermalen, meine Bilder werden beim Übermalen selten besser, bloß etwas mehr gekrückelt ... Ich habe vergessen den Moment zu erwähnen, in welchem Sie mir eine goldne Medaille vorhersagten. Dank für Ihren Beistand ...".
Bendemann, Eduard
Brief an einen Verwandten. Dresden 1849
Los 2497
Schätzung
250€ (US$ 287)
Bendemann, Eduard, Maler und Illustrator, hervorragender Porträtist und Historienmaler, Professor der Akademien in Dresden und Düsseldorf, Träger des Ordens Pour le Mérite (1811-1889). Eigh. Brief m. U. "E Bendemann". 31/2 S. , eng beschrieben. Doppelbl. Gr. 8vo. Dresden 28.XII.1849.
An einen "Freund und Vetter", dem er neben vielerlei Familiennachrichten ein Paket mit diversem Inhalt schickt: "... Hierbei erfolgt die Quittung an Hanfstaengls. Sie werden gewiß denken Ihr Fünfziger ist gar nicht hergelangt, so spät schicke ich die Quittung. Ferner sende ich zu dem Kohlrausch, den Ihr so bewundertet, den fehlenden dritten Theil. Ferner ein kleines Reliefchen nach Rietschel von einem gewissen Vogt, für Elise. Ferner ein kleines Büchelchen, 'Hymnen für Kinder von L. Richter illustrirt'. Dies wird freilich für Hugo selbst noch zu hoch sein, dennoch schicke ich es weil Ihr Großen an den Bildern gewiß Freude haben werdet. Ein AbcBuch welches hier einige Freunde zusammen gemacht haben, hätte ich auch geschickt, wenn ich nicht angenommen hätte, daß Ihr es aus Berlin erhalten habt. ... Von meiner Mama liegen auch noch ein paar Kleinigkeiten bei ...". Über die Dresdener Kunstszene berichtet er: "... In der Kunst d. h. in der hiesigen Künstlerwelt gibt es mancherlei Unruhe: Messer, Dolch u. Gift sind aber noch nicht an der Tagesordnung, obgleich manche Blätter fast dergl. muthmaßen lassen. Wir haben hier viele Antipoden. Mich haben sie aus dem Kunstvereinsdirectorium hinausgestimmt ... Ich habe keinen Nachtheil davon u. und andre glaube ich auch nicht, also ists mir nicht ungelegen ... Von Staatsangelegenheiten ist hier natürlich viel die Rede ... Gott gebe, daß wir Deutschen den mäßigen, besonnenen Character bewahren möchten ...". Schließlich kommt auch noch das Weihnachtswetter im Harz zur Sprache: "... Wie mögt Ihr nun schon im Schnee stecken; der alte Herr Brocken ist wohl ganz unsichtbar; mich sehnt's doch nicht danach, das liebliche Ilsethal so im Schnee stecken zu sehen ...". - Beiliegend ein (leider mit Querfalte versehenes) Porträt Bendemanns (29 x 22 cm), lithographiert von C. Eppelin nach dem Gemälde von Metz.
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