Los 2496
Achenbach, Oswald
(1827-1905)Brief an den Kunsthändler Lepke. 1861
Schätzung
250€ (US$ 287)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Über seine Maltechniken
Achenbach, Oswald, Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule (1827-1905). Eigh. Brief m. U. "Osw. Achenbach". 4 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Düsseldorf 19.I.1861.
Umfangreicher Brief an den Berliner Kunsthändler Rudolph Lepke. In launigem Tonfall ausführlich über sein zwei Tage zuvor fertiggestelltes "Capribild", wohl eine Auftragsarbeit von Lepke, und seine Probleme beim Entwerfen und Ausführen seiner Gemälde. "... Daß Sie kein Bild für das große Publicum zu erwarten haben, wissen Sie wohl selbst, aber einiges von der Stimmung (wo die brillanten Farben schlafen gehen, und der Maler sich von des Tages Last und Hitze ausruht, vom Thau gestärkt an seine Heimath denkt und Capri zum Teufel wünscht) ist doch darin ... (bei Einbruch der Nacht auf Capri) wäre vielleicht der Titel. Sollten Sie mit diesem meinem letzten Kinde so viele Mühe haben es zu verkaufen als es mir gekostet es zu machen so - bedaure ich Sie - werde aber später doch meine Theilnahme nicht fehlen lassen, indem ich Ihnen nur wohlerzogne brav-heitere blühende Jungfrauen mit etwas Vermögen sogar (welche Sie leichter verheirathen können) zuschicken werde ... Fay hat sein Bild fertig und wird es Mittwoch oder Donnerstag abschicken, weil es noch trocknen muß. Ihr Capri trocknet auch so langsam; sollte vielleicht die feuchtig-kühle Stimmung welche ich hineingemalt Schuld daran sein? aber jedenfalls ist das Bild durch die allgemeine Landestrauer [wohl wegen des Todes von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen] noch ernster geworden als nöthig ist.
Ich habe verschiedene Gegenstände untermalt, freilich sehr flott Stück für Stück in 2 Tagen, nur so die Hauptidee, und die Figuren dazu des Abends aus- und aufgezeichnet. Eines davon, welches Sie wahrscheinlich gesehen haben (Gewittersturm mit Wallfahrer bei Civitta Castellana) habe ich halb übermalt und werde ich dasselbe Ende dieser Woche fertig bekommen; ich habe es für Gupil in Paris gemacht, und möchte es gerne mit einem andern Bilde, wo ich jetzt des Abends dran zeichnen und tuschen werde, auf die Pariser Ausstellung bringen. Es soll dies eine Wiederholung des Leichenzuges in Palestina sein, ich meine der Stoff wäre gut für Paris. Ich werde mir alle mögliche Mühe geben, genau zu denken, d. h. vorher eh ich male, um Nichts verändern zu müssen. Denn das hält am längsten auf, auch die Gegenstände, einer schöner, besser wie die andern bestürmen mich! Das ist so recht mein Element, dies Untermalen, meine Bilder werden beim Übermalen selten besser, bloß etwas mehr gekrückelt ... Ich habe vergessen den Moment zu erwähnen, in welchem Sie mir eine goldne Medaille vorhersagten. Dank für Ihren Beistand ...".
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