Sand, George
Brief an den Pariser Publizisten Louis Jourdan. 1849
Los 2408
Schätzung
300€ (US$ 345)
Sand, George, (d. i. Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil), französ. Schriftstellerin, befreundet mit vielen großen Musikern und Schriftstellern (1804-1876). Eigh. Brief m. U. "G Sand". 1 S. Doppelblatt mit Adresse. Kl. 8vo. Nohant 15.I.1849.
An den Pariser Journalisten und Verleger Louis Jourdan (1810-1881), Mitarbeiter zahlreicher Zeitschriften. Bittet um Rückgabe eines Manuskripts. "... Je vous prie de vouloir laisser remettre à Mr Eugène Bosie qui vous remettra cette lettre, le manuscrit de la petite Fadette, que mon fils recommande obstiniément. Je regrette d'être si fervent, mais j'ai donné ma parole à Monsieur de ne plus donner de Manuscrits. Je n'ai pas le tems de vous écrire ...". - George Sands höchst erfolgreicher, vielfach übersetzter und bearbeiteter Roman "La petite Fadette" erschien in diesem Jahr im Druck. - Jourdans Sohn Prosper widmete George Sand eine seiner Novellen. - Beiligend ein frankierter Umschlag eines Briefes an den Wiener Advokaten Leopold von Mayer; dieser hat auf der Rückseite vermerkt: "Autograf der Mme. Georges [!] Sand", was aber nicht zutrifft. - Ferner das lithographierte Faksimile eines Briefes von George Sand sowie eine weitere Beilage.
Schack, Adolf Friedrich Graf von
2 Briefe mit Beilagen. 1862 und 1889
Los 2409
Schätzung
180€ (US$ 207)
Schack, Adolf Friedrich Graf von, Dichter, Literatur- und Kunsthistoriker, Diplomat, bedeutender Kunstsammler und Mäzen, Gründer der nach ihm benannten Galerie in München (1815-1894). Eigh. Brief m. U. "A. v. Schack". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. München 25.VIII.1862.
An eine Dame. "... Auf die Gefahr hin, Ihr Reisegepäck allzu sehr zu beschweren, erlaube ich mir, Ihnen die beifolgenden zwei Bände des Firdusi sowie die 'Stimmen vom Ganges' zu Füßen zu legen und die Bitte hinzuzufügen, daß Sie sich durch den ersten Eindruck der Fremdartigkeit nicht von der Lectüre zurückschrecken lassen möchten ...". - Dabei: Derselbe. Brief m. U. "A F Gf v Schack". 1 S. Doppelblatt. 8vo. Florenz 4.XI.1889. - An einen Redakteur, den er bittet, die für ihn bestimmten Freiexemplare der "Pandora" an seine Münchener Adresse in der Brienner Straße zu senden. - Beiliegend 1 Stahlstich- und 1 Holzstich-Porträt des Grafen sowie ein Katalogzettel des Autographensammlers v. Röslerstamm.
Scheffel, Joseph Victor von
2 Briefe an verschiedene Personen + Beilagen. 1861-1863
Los 2410
Schätzung
180€ (US$ 207)
Scheffel, Joseph Victor von, badischer Dichter historischer Versepen von großer Verbreitung und Popularität (1826-1886). 2 Briefe m. U. "Dr. J. Vict. Scheffel" bzw. "Jos. Scheffel". Zus. 3 S. Gr. 8vo und quer-gr. 8vo. Rippoldsau 17.XI.1861 bzw. Pinzenau 7.VI.1863.
Das erste Schreiben ein Billet an einen nicht genannten Empfänger, dem er eine unerwünschte Sendung zurückschicken lässt. - Der zweite Brief an einen Freund, der Scheffel für dessen neue Wohnung eine Haushälterin vermitteln wollte, was aber auf Schwierigkeiten stieß. "... Unter diesen Umständen war es erst heute möglich, in Miesbach Schritte zu thun. Glücklicherweise hat sich auch eine Frau vom betreffenden kanonischen Alter gefunden, die Erfahrung u. guten Willen genug zu besitzen scheint; sie ist bereits installirt; Küche u. Keller sind auch schon in leidlicher Ausrüstung u. so darf ich mit Beruhigung der nächsten Zeit entgegensehen. - Ich danke Ihnen auf das Verbindlichste für die Güte u. Umsicht, mit der Sie mich im freundlichen Tusculum heimisch machten, sowie für die Sendung, die mir Steub gestern mitbrachte ... Die Einrichtung wird bald ganz behaglich sein ...". - Beiligend 3 Holzstich-Porträts Scheffels sowie zwei gedruckte Fotos von Scheffel-Denkmälern.
Gleichen-Rußwurm, Emilie von
Brief an einen Oberstleutnant in Nürnberg.1863
Los 2411
Schätzung
150€ (US$ 172)
Schiller-Umkreis. - Gleichen-Rußwurm, Emilie von, Friedrich Schillers jüngste Tochter, veröffentlichte viele Schiller-Dokumente (1804-1872). Eigh. Brief m. U. "Emilie von Gleichen-Rußwurm, geb. von Schiller". 2 S. Doppelblatt. Mit der aus dem Umschlag ausgeschnittenen Adresse des Empfängers. Gr. 8vo. Nürnberg 24.V.1863.
An einen Oberstleutnant in Nürnberg. "... Empfangen Sie meinen herzlichsten Dank für die Mittheilung über die Zeiten, welche Sie in Freundschaft mit meinem theuren Bruder Ernst verbanden. Seine lieben Schriftzüge wieder zu sehen, sein Andenken von Ihnen wachzuhalten, thut mir sehr wohl, u. obgleich in tiefer Wehmut bin ich immer glücklich, solche ... der vergangenen Tage wieder vor Augen zu haben ...".
Schink, Johann Friedrich, sehr fruchtbarer Bühnenschriftsteller, Publizist, angestellter Theaterdichter und Bibliothekar (1755-1835). Eigh. Brief m. U. "Schink". 1 S. 8vo. Ratzeburg 3.XII.1807.
An einen Freund mit der Bitte, bei einem Versand nach Leipzig ein Päckchen Schinks an einen dortigen Verleger mitzuschicken. "... Wie leben Sie denn in dieser traurigen Witterung? Ich vergesse sie über das Gewerbe, das ich mir für die Bühne mache. Mit dem neuen Jahre öfnet sich mir endlich eine Aussicht, meine Arbeit auch an den Mann zu zu bringen ...".
Schlegel, August Wilhelm von
Brief an den Bildhauer Friedrich Tieck, mit Empfehlung für Giovanni Berchet. 1833
Los 2413
Schätzung
600€ (US$ 690)
Schlegel, August Wilhelm von, Dichter, Übersetzer, Philologe und Literaturhistoriker, zentrale Figur der dt. Frühromantik (1767-1845). Brief m. U. "A W v Schlegel". 1 S. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 8vo. Bonn 28.X.1833.
An den Bildhauer Christian Friedrich Tieck, Professor an der Berliner Kunstakademie, Bruder Ludwig Tiecks. Empfehlungsschreiben für den italienischen Dichter und Schriftsteller Giovanni Berchet (1783-1851), den Schlegel in Bonn kennengelernt hatte, "ein geistreicher und gebildeter Italiänischer Gelehrter ... Er kommt jetzt von Brüssel mit dem Marchese Arconati und dessen Gemahlin, und gedenkt den Winter in Berlin zuzubringen. Du wirst mich verbinden, wenn Du ihn mit Deinen berühmten künstlerischen Freunden Rauch, Schinkel und Wach bekannt machen und ihm den Zutritt zu den Berlinischen Kunstschätzen öffnen willst ...". - Berchet gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der italienischen Romantik. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt Schlegels.
Schlichtegroll, Friedrich von
Brief an einen "geliebten Freund". Gotha 1798
Los 2414
Schätzung
450€ (US$ 517)
Schlichtegroll, Friedrich von, erster Biograph Mozarts, Philologe, Numismatiker, Archäologe, Bibliothekar und Generalsekretär der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wirkte in Gotha und München, wo er unter vielen Aufgaben auch die Verwaltung der höfischen Münzkabinette leitete (1765-1822). Eigh. Brief m. U. "Fr Schlichtegroll". 2 S. 8vo. (Gotha) 9.II.1798.
An einen "geliebten Freund". Bedauert, wegen stockenden Briefwechsels den Freund mit Nachfragen bedrängt zu haben, z. B. "daß ich nun ängstlich auf Ihr Mspt warte. Es thut mir in der Seele weh, wenn ich denke, daß Sie vielleicht unter dem Drucke der täglichen Geschäfte manches Nachtstündchen dazu haben nehmen müssen, um gerade jetzt das Monument für Ihre Freundin zu arbeiten; aber ich bin nichts als ein corpus intermedium, das da drängt, weil es wieder gedrängt wird ...". Berichtet von Verlobungen und Hochzeiten mehrerer Mädchen, die der Adressat kennengelernt habe. "... Es giebt doch nun einmahl kein größeres Gut auf der Welt als eine brave Ehefrau. - Sollte es Ihnen unmöglich fallen, mir die Biographie der edlen Marianne vor dem 5-10ten Merz, auf das längste, zu schicken, so muß ich sie bis auf einen künftigen Nachtrag aufheben. Aber ich fürchte das nicht; Sie machen es gewiß noch möglich. - Was wird denn der Rastädter [sic] Friede Ihnen u. uns für Schicksale mitbringen? ...". Erwähnt Friedrich Christoph Perthes, den Verleger von Schlichtegrolls jährlich erschienenem "Nekrolog".
Schlözer, August Ludwig von, Universalgelehrter der Aufklärung, Historiker, Staatsrechtler, Schriftsteller, Publizist, Philologe, Pädagoge und Statistiker, Professor in Göttingen (1735-1809). Eigh. Brief m. U. "Schlözer". 1 S. Quer-8vo. (Göttingen) 19.VI.1797.
An einen Herrn. "... Schon in einem Briefe vom 7 May an meine Frau, tat Mad. Michaelis sehr ängstlich, daß sie so lange keine Antwort von Euer Wohlgeb. bekommen hatte, u. daher fürchtete, Sie unwissend beleidigt zu haben. Auch fragte sie nach den Neuen Schriften, die Paulus edire p. - Wollen Euer Wohlgeb. sie beruhigen? Ein paar offene Zeilen reichen hin. Meine Frau schreibt heute an sie nach Braunschweig (nächstens geht sie nach Harburg), u. würde solche mit Vergnügen einschließen ...". - Beiligend ein Umrißstich mit Schlözers Porträt, von "Lastic." nach 1808 gestochen und mit dem Faksimile einer Signatur Schlözers von 1776 versehen.
Schmidt, Klamer
Eigenhänd. Manuskript "Abschieds-Heroide an Lina". 1774
Los 2416
Schätzung
450€ (US$ 517)
Schmidt, Klamer E. K., Dichter und Jurist, Mitglied des Halberstädter Dichterkreises unter Gleim und der dortigen Literarischen Gesellschaft, Hofpoet des Grafen zu Stolberg-Wernigerode (1746-1824). Eigh. Manuskript. 51/4 S. 8vo. O. O. (wohl um 1774).
"Abschieds-Heroide. An Lina". Eigenhändiges, mehr als fünfseitiges Manuskript, das von zeitgenössischer Hand stark bearbeitet und auf S. 1 mit neuem Titel versehen wurde: "Julius an Lina von Klamer Schmidt, gedruckt im Leipziger Musen-Almanach von 1774. (ni fallor)". Mit zahlreichen Streichungen und Text-Änderungen von der Hand des Bearbeiters. - Beiliegend eine interessante Liste (22/3 S. 8vo) von Klamer Schmidts Autographen-Nachlaß, wohl verfasst um 1825 und betitelt "Autographen-Sammlung aus Klamer Schmidts, Kriegssecretair zu Halberstadt + 1824, Nachlasse." Die Liste enthält 52 Nummern, von denen die meisten jeweils pauschal und ungezählt Briefe oder Gedicht-Manuskripte eines Autors verzeichnen, z. B. "mehrere" oder "verschiedene" Briefe von Klopstock, Bürger, Heinse, Gleim, der Karschin und vielen anderen Zeitgenossen, wobei Herder wohl der prominenteste ist, während Goethe und Schiller fehlen. Es handelt sich offenbar um Klamers Korrespondenz mit den namhaften Schriftstellern seiner Zeit.
Schnitzler, Arthur
Briefkarte an Hermine Claar-Delia über sein Drama "Liebelei". 1895
Los 2417
Schätzung
250€ (US$ 287)
Schnitzler, Arthur, österr. Dramatiker und Erzähler (1862-1931). Eigh. Briefkarte m. U. "Dr. Arthur Schnitzler". 2 S. Quer-kl. 8vo. (Wien) 1.X.1895.
An die (nicht genannte) Schauspielerin Hermine Claar-Delia. "... Herr von Sonnenthal sagt mir, daß Sie ein Exemplar meiner 'Liebelei' wünschen. Leider habe ich keines zur Verfügung, da mein letztes eben an Entsch abgegangen ist. Selbstverständlich wird sofort nach der Drucklegung ein Buch an den Herrn Intendanten nach Frankfurt gesandt werden ...". Dankt für ihr "schmeichelhaftes Interesse" an dem Stück. - Der Frankfurter Intendant war Emil Claar, der Ehemann der Schauspielerin Hermine Delia. Mit "Entsch" ist der namhafte Bühnenvertrieb Theodor Entsch gemeint. - Aus der Sammlung Röslerstamm.
Schoppe, Amalie
Brief an Theodor Hell (Winkler) in Dresden. 1826
Los 2418
Schätzung
300€ (US$ 345)
Schoppe, Amalie, Hamburger Schriftstellerin, enorm produktive Erzählerin, Kinder- und Jugendbuch-Autorin, Mäzenin des jungen Friedrich Hebbel, Herausgeberin zweier Zeitschriften, Leiterin einer Erziehungsanstalt für Mädchen, starb in den USA (1791-1858). Eigh. Brief m. U. "Amalie Schoppe, geb. Weise" sowie mit Adresse und Siegel. 1 S., sehr eng beschrieben. Gr. 4to. Winterhude 30.IV.1826.
Umfangreicher Brief an den Dresdener Schriftsteller, Hoftheater-Sekretär und Herausgeber der Dresdener "Abendzeitung" K. G. Th. Winkler (Pseud. Theodor Hell). Empfiehlt wärmstens den Überbringer des Briefes, einen Julius Lübbers, der nach seiner Rückkehr in Hamburg eine Sortimentsbuchhandlung eröffnen wolle. Sie selbst habe ihre Hamburger Stadtwohnung aufgegeben und sei ganz nach Winterhude übergesiedelt. Äußert sich dann über Winklers Schwiegersohn und kommt schließlich auf eigene schriftstellerische Arbeit zu sprechen: "... Noch konnte ich nicht Zeit gewinnen, versprochenermaßen für Ihre Abendzeitung eine Geschichte zu schreiben; mein ländliches Stilleben aber wird mir mehr Muße geben, und dann denke ich zuerst an die holde Waszentina ... Ihre liebe Abendzeitung hat kein Wort über meine 'Schicksalswege' enthalten - haben Sie sie vergessen, mein theurer Freund? Meyer sandte sie Ihnen ganz gewiß, wie ich weiß: Sie würden mich sehr glüklich machen, wenn Sie noch jetzt etwas darüber sagten, weil der gute Meyer dies aus Ihrer freundlichen Feder so sehnlichst wünscht; er schrieb mir noch in diesen Tagen darüber. Gedenken Sie dieser Bitte einer alten Freundin und erfüllen sie baldmöglichst!" - Mit dem "guten Meyer" ist wahrscheinlich der vielseitige Schriftsteller Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer (1758-1840) in Bramstedt gemeint, der auch als erster Biograph Friedrich Ludwig Schröders bekannt geblieben ist.
Schriftsteller und Journalisten des 18. und 19. Jahrhunderts
95 Autographen. 1808-1921
Los 2419
Schätzung
800€ (US$ 920)
Schriftsteller und Journalisten des deutschen Sprachraums aus dem 18. und 19. Jahrhundert. (I). Circa 95 Autographen. 1808-1921. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Meist eigenhändige Briefe und Karten. Wenn hinter den Lebensdaten keine Zahl steht, handelt es sich jeweils um 1 Stück. Vorhanden: Johann August Apel (1771-1816; interessantes Manuskript in Briefform), Bernhard Abeken (1826-1901), A. Albini (d. i. Albin J. B. von Meddlhammer, 1777-1838), Paul Alexander (d. i. Paul Alexander Kleimann, geb. 1863), August Josef Altenhöfer (1803-1876), Ludwig von Alvensleben (1800-1868), Gerhard von Amyntor (d. i. Dagobert von Gerhardt, 1831-1910), Kurt Aram (1869-1934), Wilhelm Arent (1864- nach 1913), Armand (d. i. F. A Strubberg, 1806-1889), Karl Otto Ludwig von Arnim (1779-1861), Emil Arter (1838-1909), Saul Ascher (1767-1822), Berthold Auerbach (1812-1882), Franz Bacherl (1808-1869), Adolf Bacmeister (1827-1873), Friedrich von Baerenbach (1856-1914), Hermann Bagusche (1884-1969), Felix Bamberg (1820-1893), Otto Alexander Banck (1824-1916), Adolf Bartels (1862-1945), Gustav Emil Barthel (1835-1906), Rudolf Baumbach (1840-1905), August Becker (1828-1891), Johann Lorenz Benzler (1747-1817), Hans Benzmann (1869-1926), Hermann Alexander von Berlepsch (1814-1883), Maximilian Bern (1849-1923), Carl Gustav von Berneck (Pseud. Bernd von Guseck, 1803-1871), Aaron Bernstein (1812-1884), Max Bernstein (1854-1925), Karl Bernth (1802-1879), Hans Bethge (1876-1946), Franz Adam Beyerlein (1871-1949), Ludwig Dill (1812-1887; signiertes Gedicht "Zu Straßburg auf der Schanze"), Franz von Dingelstedt (1814-1881, 2), Georg Ebers (1837-1898), Gustav Eberty (1806-1887), Ernst Eckstein (1845-1900), Franz Eckstein (Vater des Vorigen), Ferdinand Baron von Eckstein (1790-1861), Edmund Edel (1863-1934), Moritz von Egidy (1847-1898), Ludwig Eichrodt (1827-1892), Ernst Eilers (1865-), Rudolf Elcho (1839-1923), Franz von Elsholtz (1791-1872, 2), Bernhard Endrulat (1824-1886), Fritz Engel (1867-1935, 2), Otto Ernst (d. i. O. E. Schmidt, 1862-1926), Karl Ettlinger (1882-1939), Gustav Falke (1853-1916, 4), Johannes Fastenrath (1839-1908), Friedrich Fiedler (1859-1917), Johannes Matthies Firmenich (1808-1889), Christoph August Fischer (Pseud. Chr. Althing, 1771-1829, 2), Eugen Fischer-Baling (1881-1964, 2), Hans W. Fischer (1876-1945), Johann Georg von Fischer (1816-1897), Cäsar Flaischlen (1864-1920), Max von Flotow (1853-), Friedrich Förster (1791-1868), Albert Fränkel (1824-), Hans Franck (1879-1964), Ida Freiligrath (Ehefrau des Dichters, Brief von 1842), Gustav Frenssen (1863-1945, 2), Karl Frenzel (1827-1914, 2), Gustav Freytag 1816-1895), Eduard Friedberg (1837-1911), Alfred Friedmann (1845-1923), Fritz Friedmann-Frederich (1883-1934), Friedrich Friedrich (1828-1890), Fürchtegott Christian Fulda (1768-1854), Karl Theodor Gaedertz, Carlos von Gagern, Philipp Galen (d. i. Ernst Ph. Lange), Albert Geiger, Otto Franz Gensichen, Carl Nikolaus von Gerbel-Embach, Karl Gerok, Ludwig von Giesebrecht, Robert Giseke, Adolf Glaser, Carl Görlitz. - Teilweise mit Beilagen, darunter seltene gestochene Porträts. - Restitutions-Exemplare, daher einige Stücke mit ungültigem Bibl.-Stempel.
Schriftsteller und Journalisten des deutschen Sprachraums
Circa 68 Autographen
Los 2420
Schätzung
750€ (US$ 862)
Schriftsteller und Journalisten des deutschen Sprachraums aus dem 18. und 19. Jahrhundert (II). Circa 68 Autographen. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Meist eigenhändige Briefe, Karten oder Gedichte, teilweise an andere namhafte Autoren, Redakteure oder Buchhändler. Wo keine Anzahl angegeben ist, handelt es sich jeweils um 1 Schriftstück. - Vorhanden: Franz von Löher (1818-1892, 2), J. Loewenthal (1827-), Julius Lohmeyer (1835-1904), Ferdinand Lotheissen (1833-1887), Georg Wilhelm von Lüdemann (1796-1863), Ludwig Lüders (1778-1822), Friedrich Adolf Maercker (1804-1889, 2, einer an Arnold Ruge), Otto Frhr von Malsburg (1786-1824), Karl Heinrich Gottlob von Malten (d. i. Müller, 1795-1856), Gotthard Oswald Marbach (1810-1890, 2), Hermann Marggraff (1809-1864, 2), Wilhelm von Marsano (1797-1871), Karl Mayer (1786-1870), Richard von Meerheimb (1825-1896), Johannes Friedrich Meissner (1847-1918), Franz Theodor Friedrich Metsch (1835-), Dominicus Mettenleiter (1822-1860), Johann Meyer (1829-1904), Georg Meyer von Kronau (1804-1858), Gustav Frhr von Meyern-Hohenberg (1820-1878), Melchior Meyr (1810-1871), Paul Michaelis (1863-1934), Stephan Milow (1836-1915), Johannes Minckwitz (1812-1885), Robert Misch (1860-1929), Max Möller (1844-), Albert Möser (1825-1900), Peter Gall Morel (1803-1872), Julius Mosen (1803-1867), Friedrich Mosengeil (1773-1839), Gustav von Moser (1825-1903), Alexander Moszkowski (1851-1934), Karl Müchler (1763-1857), Gustav Adolf Mühl (1819-1880), Julius Mühlfeld (al. Robert Roesler, 1840-1881), Otto Müller (1816-1894), Carl Müller-Rastatt (1861-1931), Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873), Friedrich Konrad Müller von der Werra (1823-1881), Theodor Mügge (1808-1861), Theodor Mundt (1808-1861), Murad Effendi (d. i. Franz von Werner, 1836-1881), Valerius Wilhelm Neubeck (1765-1850), Otto Neumann-Hofer (1857-1941), Karl Wilhelm Günther Nicol (1806-1858), Gustav Nicolai (1795- nach 1843), Johann Christian Ludwig Niemeyer (al. Tristan Rosenplüt, 1772-1857), Carl Nissel (1817-1900), Heinrich Noë (1835-1896), Max Nordau (d. i. Südfeld, 1849-1923), Friedrich Notter (1801-1884), Jakob Nover (1845-1928), Joseph Emil Nürnberger (1779-1848), Woldemar Nürnberger (al. M. Solitaire, 1818-1869), Richard Oberländer (1832-), Theodor Oelsner (1822-1875), Georg Baron von Oertzen (1829-1910), Anton Ohorn (1846-1924), Georg Frhr von Ompteda (1863-1931), Ludwig Frhr von Ompteda (1828-1899), Leopold von Orlich (1804-1860), Friedrich Heinrich Oser (1820-1891), Karl Wilhelm Osterwald (1820-1887), Fritz von Ostini (1861-1927). - Einige Beilagen, darunter Bildnisse. - Beiliegend je 1 Brief des schwedischen Schriftstellers Gustaf af Geijerstam und des französischen Bühnenautors Philippe Gille.
Schriftsteller und Journalisten des deutschen Sprachraums
59 Autographen
Los 2421
Schätzung
600€ (US$ 690)
Schriftsteller und Journalisten des deutschen Sprachraums aus dem 18. und 19. Jahrhundert (III). Ca. 59 Autographen. 1804-1918. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten teils stärker beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Meist eigenhändige Briefe, Postkarten und Manuskripte. - Vorhanden: Arthur Sakheim (1884-1931), Hermann Salingré (1833-1879), Gregor Samarow (d. i. Oskar Meding, 1828-1903), Christian Levin Sander (1756-1819), Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858), Friedrich Alexander Sass (1817-1851), Carl Marquard Sauer (1827-1896), Franz Josef Schaffer (1811-1880), Julius Schanz (1828-1902, 2), Ludwig Scharf (1864-1939), Georg Schaz (1763-1795), Leopold Schefer (1784-1860), Ernst Scherenberg (1839-1905), Georg Scherer (1828-1909), Johannes Schlaf (1862-1941), Emil Schlagintweit (1835-1904), Martin Schleich (1827-1881), Max Schlesinger (1822-), Karl Arnold Schloenbach (1817-1866, 2), Hermann von Schmid (1815-1880), Ferdinand Schmidt (1816-1890), Richard Schmidt-Cabanis (1838-1903, 2), Georg Friedrich Schmidt von Lübeck (1766-1849), Gustav Schneider (1857-), August Schnezler (1809-1853), Emil Prinz zu Schönaich-Carolath (1852-1908), Bernhard Scholz (1831-1871), Hugo Schramm-MacDonald (1837-1914), Josef Schrattenholz (1847-1909), Walter Schulte vom Brühl (1858-1921), Carl Schultes (1822-1904), Carl Friedrich Schulz-Euler (Pseud. Wolfgang Rath, 1880-1934), Friedrich August Laun (eigentlich Fr. A. Schulze, 1770-1849), Robert Schweichel (1821-1907, 2), Alfred Frhr von Seckendorff (1796-1876), Gustav Anton Frhr von Seckendorff (1775-1823), Gustav vom See (eigentl. G. von Struensee, 1803-1875), Heinrich Seidel (1842-1906), Franz Xaver Seidl (1845-1892), Karl Seifart (1821-), Adolf Friedrich Seubert (1819-1880), Carl Siebel (1836-1868), Siegmey (d. i. Siegfried Meyer, 1840-1883), August Sieghardt (1887-1961), Adolf Silberstein (1845-1899), Heinrich Smidt (1798-1867), Anton Sommer (1816-1888), Ludwig Spannuth-Bodenstedt (1880-1930), Edgar Spiegel (1839-), Friedrich Spielhagen (1829-1911, mit 6 Bildnissen), Karl Spielmann (1828-, 2), Samuel Heinrich Spiker (1786-1858), Karl Spindler (1796-1855), Robert Springer (1816-1885). - Mit vielen Beilagen, darunter auch seltene Bildnisse.
Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts
Mehr als 90 Briefe und Karten
Los 2422
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. Mehr als 90 Briefe, Karten und Manuskripte von deutschen, österreichischen, französischen und englischen Autorinnen. 1819-1918. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten teils stärker beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Größtenteils eigenhändige Briefe, teilweise umfangreich. Die Zahlen hinter den Namen geben die Anzahl der Schriftstücke an. Wo keine Zahl genannt ist, handelt es sich jeweils um 1 Schriftstück. - Vorhanden: Elisabeth Cleghorn Gaskell (2), Sophie Gay, Jeanne-Marie von Gayette-Georgens (2), Emeline Greiner, Julie Florentine von Grossmann, Thekla von Gumpert, Margarethe Halm (d. i. Alberta Maytner), Auguste Hauschner, Ludovika Hesekiel, Jenny Hirsch, Elise Freiin von Hohenhausen, Auguste Hyrtl, Anna Brownell Jameson, Sophie Junghans, Hans von Kahlenberg (d. i. Helene Kessler), Eufemia von Kudriaffsky, Emma Klingenfeld, Paul Maria Lacroma (d. i. Marie von Egger-Schmitzhausen), Marie Louise Victoire de la Rochejacquelin, Anne Charlotte Leffler, Alma Leschivo, Marie Lipsius (Pseud. La Mara), Auguste von Littrow-Bischoff, Minna von Mädler (Ehefrau des Astronomen), Ada Baronin Maltzahn, Luise Marezoll, E. Marlitt (d. i. Eugenie John), Emil Marriot (d. i. Emilie Mataja; 2), Anna Maul (Pseud. M. Gerhardt), George May (d. i. Friederike Hertzka), Eulalie Merx, Rahel Meyer, Elinor von Monsterberg, Louise Mühlbach (d. i. Clara Mundt), Elfriede von Mühlenfels, Marie von Najmájer, Emma Niendorf, Charlotte Niese, Ouida (d. i. Louisa de la Ramée), Anna Pappritz, Athenaea Passow, Jenny Piotkowska, Hedwig von Radics, Moritz von Reichenbach (d. i. Valeska Gräfin Bethusy-Huc), Lina Reinhardt, Adelheid von Rothenburg, Anna Rothpletz (Pseud. Rosalie Müller), Edela Rüst, Aurora von Sacher-Masoch (Pseud. Wanda von Dunajew), J. Satori (d. i. Johanna Neumann), Frida Schanz (verh. Soyaux), Charlotte Edle von Schickh (2), Aline von Schlichtkrull, Ottilie von Schöler, Ossip Schubin (d. i. Lola Kürschner; 3), Marie Sophie Schwartz, Jeannette Schwerin, Mary Martha Sherwood, Doris Freiin von Spättgen, Max Stein (d. i. Marie Saphir), Minna von Strantz, Julie Thenen (2), Marie von Thurnberg, Irma von Troll-Borostyany (Pseud. Leo Bergen), Marceline Valmore, Adelina Gräfin Vay-Wurmbrand, Emma Vely, Helene Vesque von Püttlingen (2), Max von Weißenthurn (d. i. Maximiliane Franul von Weißenthurn), E. Werner (d. i. Elisabeth Bürstenbinder), Wilhelmine Gräfin von Wickenburg, Ottilie Wildermuth, H. Willfried (d. i. Hermine Villinger), Olga Wohlbrück, Anna Julia Wolff, Johanna Wolff (2), Anny Wothe (2), Betty Young, Regine Ziegler (2), Helene Zimmern, Kathinka Zitz. - Gelegentlich mit beiliegenden seltenen Bildnissen in Stahlstich, Holzstich oder Photographie.
Schubart, Christian Friedrich Daniel
Brief als Gefangener auf dem Hohenasperg an seine Frau. 1786
Los 2423
Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)
Schubart, Christian Friedrich Daniel, Dichter, kritischer Publizist, Organist und Komponist, nach Kritik an den Zuständen in Württemberg vom Herzog Carl Eugen zehn Jahre lang ohne Prozeß in der Festung Hohenasperg eingekerkert (1739-1791). Eigh. Brief m. U. "Schubart". 23/4 S. Doppelblatt. 8vo. Hohenasperg 24.XI.1786.
Aus der Gefangenschaft auf dem Hohenasperg an seine Frau. "... Nur in ganz kurzen Säzen vermag ich Dir dißmal zu schreiben. Ich bin schwermüthig und gar nicht wohl". In 10 nummerierten Meldungen trägt er ihr die neuesten Nachrichten vor, beginnend mit seinem Sohn Ludwig, und kommt bei Nr. 3 auf seine Tochter Juliane ("Julchen") zu sprechen, die eine Laufbahn als Sängerin begonnen hatte: "... Dem Julchen glükwünsche zu ihren 8 Carlin's. Weder ich, noch Ludwig verlangen einen Antheil dran. Doch freut mich ihr Anerbieten. Es ärgert mich aber, daß man in allen Fällen das Julchen ja merklich geringer taxirt, als die Babetti. - 4. Die Hoheit in Mömpelgard hat mir einen höflichen und - leeren Brief geschrieben. Er kostete mich 8 Kr. Porto. - 5. In Potsdam hat ein muhtiger Staabsoffizier sich sehr scharf bei einem Offizier in Heilbronn nach mir und dem Ludwig erkundigt, mit dem Zusaze: 'Der König hätte Absichten mit uns'. ... 7. Das Geld für das Hochzeitsgedicht hab ich noch nicht. Soll aber die andre Woche folgen. ... 9. Gestern ist Beurlin mit Sak und Pak von hier weggezogen. Welchen Schritt wagt der ... Mann!! - 10. Deinem Herrn Vater schrieb ich kürzlich durch einen Soldaten, der in Urlaub gieng ... Gott erhalte Deine Gesundheit und gebe Dir Freude!" - Im Mai des folgenden Jahres erhielt Schubart seine Freiheit wieder. Die im Brief berichtete Fürsprache aus Potsdam war erfolgreich: Ludwig erhielt eine Stelle im diplomatischen Dienst Preußens. - Kleiner Braunfleck im Mittelfalz. - Dabei: Ludwig Albrecht Schubart, Sohn des Dichters, preußischer Legationssekretär, Schriftsteller und Übersetzer sowie Biograph seines Vaters (1765-1811). Eigh. Brief m. U. "L Schubart". 3 S. Doppelblatt. 4to. Stuttgart 29.IV.1806. - Umfangreicher Brief an den Verleger Göschen in Leipzig, in dem er sich ausführlich über seine literarischen Arbeiten und den Mangel an Kontakt und Informationen durch Göschen äußert. - Briefe von Christian Daniel Schubart aus der Haft auf dem Hohenasperg sind von großer Seltenheit.
Schücking, Levin, Schriftsteller und Journalist, mit Annette von Droste-Hülshoff befreundet (1814-1883). Eigh. Brief m. U. "Schücking". 2 S. Gr. 8vo. Sassenburg (Westf.) 3.VI.1878.
An einen Herrn [Adolph?] Bachmann, dessen "Belustigungen" er mit großem Vergnügen gelesen habe und dessen Angebot von "Erquickungen" er gern annehme. "... Ich bitte also um die Sendung des Faßes mit 80 fl. - Cela suffit pour le Moment - und zwar so, daß ich Ihnen von hier aus den Betrag von 26 fl. zusendete ...". Er wolle nicht beim Spediteur bezahlen, weil das nur Scherereien gebe. Bestellt Grüße und teilt mit, dass sein Sohn im Begriff ist, sich in Bad Harzburg als Badearzt niederzulassen. "... Wir zwei sitzen dann ganz allein in stillster Stille - und weinen nicht, wenn wir an Sie gedenken, sondern freuen uns der lieben Erinnerungen an Wien! ...".
Schütz, Wilhelm von
Brief an den Verleger Reimer wg seiner "Romantischen Wälder". 1807
Los 2425
Schätzung
180€ (US$ 207)
Schütz, Wilhelm von, vielseitiger Schriftsteller und Publizist, eng verbunden den Berliner und Dresdener Romantiker-Kreisen um Schlegel und Tieck, Herausgeber der ersten deutschen Ausgabe der Casanova-Memoiren (1776-1847). Eigh. Brief m. U. "Schütz". 21/2 S. 8vo. Cummerow (Mark Brandenburg) 8.IX.1807.
An (den nicht genannten) Georg Andreas Reimer, Inhaber der Realschul-Buchhandlung in Berlin, dem er die erste Manuskript-Lieferung für seine Anthologie "Romantische Wälder" sendet, "unter der ich mich wie unter den beiden Gleichen als Verfaßer des Lacrimas (wie bei der Niobe) angegeben wünsche. Sollten Sie dem Buch eine Vignette zugedacht haben, so wäre mein Wunsch auf folgendes gerichtet. Durch einen Zufall konnte Bayer [?], wegen eines zur Zeit seines Aufenthalts in Rom behufs einer Reparatur in der Kapelle des Sixtus angebrachten Gerüstes einen göttlich schönen Kopf der Sibille von Michael Angelo copiren, und er sowie der Maler Genelli, die eine Zeichnung davon besitzen, würden uns den Gefallen erzeigen, einen Umriß davon zu machen ...". - Im übrigen entschuldigt sich Schütz, dass er noch nicht das gesamte Manuskript übersende, aber es fehle in seiner ländlichen Gegend an einem geeigneten Kopisten.
Schulze, Ernst
Brief an einen Philosophie-Studenten. Celle 1809
Los 2426
Schätzung
800€ (US$ 920)
Schulze, Ernst, aus Celle stammender, früh verstorbener Dichter der Romantik, berühmt durch die Versdichtung "Die verzauberte Rose", Privatdozent an der Universität Göttingen (1789-1817). Eigh. Brief m. U. "E Schulze". 2 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. Celle 7.IV.1809.
Als 20jähriger an den ihm befreundeten Philosophie-Studenten Ferchau im Kloster Wennigsen bei Hannover. Erörtert zunächst ausführlich die Möglichkeiten eines Besuchs Ferchaus in Schulzes Wohnung in Celle und berichtet dann von seinem finanziell knappen, aber sonst vergnügten Leben, von seinen Zukunftsaussichten (möglicher Abgang von Göttingen) und von seinen amourösen Affären. "... Meine Zeit ist mir, wie gewöhnlich, hier sehr angenehm hingeflossen. Ich lebe gänzlich ohne Sorgen, habe das nothdürftige Geld um zuweilen zu kneipen, und theile meine Zeit zwischen fleißigem Studiren und dem Umgange mit einigen sehr liebenswürdigen Freunden und Freundinnen. Meine schöne Schülerin ist vor einigen Tagen nach Celle zurückgekommen, meine ungeliebte Braut [durch Tintenfleck schwer leserlich] reißt übermorgen nach Leipzig, und meine vorigen Amouretten, sind noch mit einigen neuen auf einem vor kurzem veranstalteten Balle vermehrt ... Ich habe jetzt eine kleine Oper von einem Act in Arbeit, die wahrscheinlich in ein paar Tagen fertig seyn wird. Bouterwek wird sich sehr wundern, daß ich mich so plötzlich in ein ganz anderes Fach werfe. Ich glaube aber nicht, daß diese Umwandlung von Bestand seyn wird. - Meine Feder schreibt gar zu schlecht und da ich kein Federmesser bey der Hand habe, muß ich schließen ...". - Reizender, sehr seltener Brief des Studenten und Dichters Ernst Schulze aus seiner Heimatstadt Celle.
Kritik an Wilhelm Waiblinger
Schwab, Gustav, Lyriker, Übersetzer, Herausgeber und Rezensent des schwäbischen Dichterkreises, verkehrte mit Uhland, Kerner, Chamisso (1792-1850). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "G. S." sowie eigh. Brief m. U. "G. Schwab". Zus. 5 S. Gr. 8vo und 4to. (Stuttgart) 5. und 12.XI.1821 bzw. 24.IX.1823.
I. Unbetiteltes Gedicht von insgesamt 16 Strophen, pro Seite zweimal 4 und zweimal 3 Strophen, auf der ersten und der letzten Seite "G. S." monogrammiert und datiert "5 Nov. 1821" bzw. "12 Nov." Laut einer Bleistift-Notiz von anderer Hand sind die polemischen Verse an Wilhelm Waiblinger (1804-1830) gerichtet. "Daß Du bei Sinnenglut, und Witzesgaben, / Und Phantasie, in fremder Form Gewand, / Entbehren glaubst zu können den Verstand, / Und Geist, Bethörter! wähnest schon zu haben: - Daran wird sich mein Hohn fürwahr nicht laben, / Mich dauert's, wenn ein anvertrautes Pfand / Verschleudert wird in Uebermuth und Tand, / Und wenn ein junges Roß zu Tod will traben ...". - Heftige Kritik an Verhalten und Lebensweise des "jungen Wilden" (zu dessen Förderern Schwab gehörte), der als hoch begabter Schriftsteller im Alter von 25 Jahren in Rom verstarb. - II. Eigh. Brief m. U. "G. Schwab". 1 S. (Stuttgart) 24.IX.1823. - An einen Freund, "im Begriff eine Reise von einigen Wochen in den Schwarzwald anzutreten". Er sendet "die 2 versprochnenen Beurtheilungen, die ich Sie zu geben bitte, ehe die recensirten Schriften zu alt werden. Falls Ihnen aber schon andre Recensionen derselben vorlägen, bitte ich sie mir, dieselben durch die Metzler'sche Buchhandlung sogleich Retour zu schicken; ich möchte die ... entwickelten Ansichten gern in jedem Fall der Publicität übergeben ...". - Beiliegend ein von C. Kneller in Stuttgart gestochenes Porträt Schwabs (24 x 17 cm) sowie ein gedrucktes Foto des Stuttgarter Schwab-Denkmals.
Schwab, Christoph Theodor
Brief an Dr. Wüstemann in München. 1880
Los 2428
Schätzung
150€ (US$ 172)
Schwab, Christoph Theodor, Sohn Gustav Schwabs, Literaturhistoriker, Hölderlin-Biograph, Publizist, Gymnasial-Professor in Stuttgart (1821-1883). Eigh. Brief m. U. "C. T. Schwab". 1 S. Doppelblatt. Mit frankiertem Umschlag. Gr. 8vo. Stuttgart 11.II.1880.
An den Autographensammler Dr. Wüstemann in München, betreffend einen interessanten Autographen-Tausch: "... Für die Ueberlassung des Gedichtes zu Danneckers silberner Hochzeit sage ich Ihnen meinen besten Dank. Anbei folgt ein Brief Hölderlins an seine Schwester, die verw. Professorin Breunlin, derselbe ist zwar ohne Datum, jedenfalls aus der Zeit des Wahnsinns, aber mit Unterschrift versehen ...". - 1846 hatte Christoph Schwab die erste Gesamtausgabe der Werke Hölderlins herausgegeben.
Spazier, Carl, Schriftsteller, Sänger, Hofmeister, Lehrer am Philanthropin in Dessau, Professor, Hofrat, Liedkomponist und Publizist (1761-1805) Eigh. Brief m. U. "Spazier". 32/3 S. Doppelblatt. 8vo. Leipzig 26.VIII.1804.
An einen Bekannten in Leipzig, bei dem er sich für ein Fehlen wegen Unpässlichkeit entschuldigt. Erörtert dann ausführlich drohende Misshelligkeiten wegen "etwas frey ausgesprochener Äußerungen" und spricht von dem "liberalen Geist der Liter. Zeitung". "... Sachen von solcher Wichtigkeit, zumal H. Niederer zu mancher Discussion die Voraussetzung gab, die strenges Zusammennehmen fordern, wollen nicht aus dem Hause gepeitscht seyn." Erwartet von dem Adressaten eine baldige Zuschrift in dem behandelten Presse-Konflikt.
Spyri, Johanna
Brief an den Verleger Zernin in Darmstadt. Zürich 1895
Los 2430
Schätzung
450€ (US$ 517)
Spyri, Johanna, Schweizer Schriftstellerin, weltberühmt durch ihre "Heidi"-Romane (1827-1901). Eigh. Brief m. U. "Johanna Spyri". 1 S. Doppelblatt. Mit dem eigh. Umschlag. Gr. 8vo. Zürich 30.VI.1895.
An den Verleger Eduard Zernin in Darmstadt, der sie auf einen Artikel in der "Nationalzeitung" aufmerksam gemacht hatte. "... Den Professor, Herrn von Donohr, kenne ich persönlich, er war auch so freundlich, mir das Blatt zuzusenden. - Daß Sie sich unseres ersten kurzen Verkehrs freundlich erinnern, freut mich, sollte ich wieder etwas herauszugeben haben, so wird wohl Perthes von einem anderen Verlag nichts wissen wollen ...".
Staël-Holstein, Germaine Baronne de
Brief 1813 aus Genf an Charles de Pougens. 1813
Los 2431
Schätzung
350€ (US$ 402)
Staël-Holstein, Germaine Baronne de, aus Genf stammende französ. Schriftstellerin von großem Einfluss, Literatursoziologin, Gegnerin Napoleons (1766-1817). Eigh. Brief m. U. "Stael Holstein". 1 S. 8vo. Genf 8.II.1813.
An den (nicht genannten) französischen Autor, Romanisten und Lexikographen Charles de Pougens (1755-1833). "je ne sais pourquoi vous avez choisi Monsieur le parti qui me prive du plaisir de vous voir ...". Spricht von "lettres" und "catalogues" und beteuert am Schluß noch einmal: "... je récitère l'expression de mes regrets pour cette occasion de m'entretenir avec un homme aussi éclairé que vous ...". - Am oberen Rand von fremder Hand der Vermerk: "(à Pougens)". - Aus der Sammlung Wilhelm Künzel. - Beiliegend 3 Schriftstücke des Ehemannes der Germaine de Staël, des schwedischen Diplomaten Erik Magnus Staël von Holstein (1749-1802).
Tarnow, Fanny
Brief an den Buchhändler Enslin über ihr Reisebuch. 1818
Los 2432
Schätzung
300€ (US$ 345)
Tarnow, Fanny, Schriftstellerin und Übersetzerin aus Güstrow (1779-1862). Eigh. Brief m. U. "Fanny Tarnow". 2 S. Doppelblatt mit Adresse. 16mo. Lübeck 14.VI.1818.
Winziger Brief in winziger Schrift an den Buchhändler Enslin in Berlin. Zunächst über Honorar-Fragen. "Freund Rhen hat die auf ihn angewiesenen 10 Louisd'or richtig gezahlt und da die Auszahlung der andern Hälfte des Honorars an den [Herrn] Criminalrath Hitzig nicht mehr erforderlich ist, so bitte ich Sie, mir nach Abzug der für mich gemachten Auslagen auf einem andern Wege zuzusenden. Auch erlaube ich mir noch die Bitte, ob Sie nicht, nach Vollendung des Druckes, in meinem Namen ein Exemplar der Briefe an den Baron Fouqué, 1 an den Doctor Franz Horn u. eins an den Criminalrath Hitzig senden wollen? - Durch [Herrn] v. Rhede habe ich die 'Gaben der Milde' richtig erhalten. Lassen Sie mich gelegentlich erfahren, ob ich eine Niete gezogen habe, wie ich erwarte, dass es der Fall seyn wird, da Frau Fortuna gemeinhin in dergleichen Dingen, ganz so unfreundlich wie ein bös gelauntes Dämchen, sich gegen mich zu zeigen pflegt ...". - Auf der Adressenseite Julius Hitzigs Vermerk: "Ich brauche jezt die 12 Ducaten nicht mehr, indem ich von Fr. Tarnow auf andre Weise befriedigt bin. Hitzig" - 2 Rand-Ausrisse alt restauriert. - Bei den genannten "Briefen", ihrem Druck und dem Honorar handelt es sich um Fanny Tarnows "Briefe auf einer Reise nach Petersburg an Freunde geschrieben", die 1819 bei Enslin in Berlin erschienen. - Sehr selten.
Thorsteinsson, Steingrimur
Deutscher Brief aus Reykjavik an einen Freund. 1882
Los 2433
Schätzung
300€ (US$ 345)
Thorsteinsson, Steingrimur, isländischer Dichter, Übersetzer und Pädagoge (1831-1913). Eigh. Brief m. U. "St.Thorsteinsson". In deutscher Sprache. 11/4 S. Gr. 8vo. Reykjavik 23.XI.1882.
An einen Freund. "... Mit einem nach Leith abgehenden Dampfer schicke ich Ihnen diese kurze Schreibung indem ich doch noch nicht Ihren werthen Brief v. 2 v. M. völlig beantworten kann ... Ich schicke Ihnen diesmal ein anderes und besseres (zwar 10 Jahre älteres, und in Kopenhagen genommenes) Photographie-Potrait, eine Anmeldung von meinen Gedichten in einer schwedischen Zeitung, und einige Proben ...". Kündigt noch eine Sendung durch einen Buchhändler an und bemerkt als Postskriptum: "der Winter ist bis zu heutigem Tage sehr milde gewesen, und wiewohl die Aussichten an vielen Orten sehr bedenklich sind, ist es doch zu hoffen, dass Island, besonders durch die reichlich, menschenfreundliche Hülfe durch diese Krise - eine von den schwersten in den letzten Jahrhunderten geholfen wird! Das Gerücht, dasz die Schilderungen von der Noth auf dem Nord- und Westland übertrieben seien, ist falsch und von übelwollenden Personen ausgesonnen (u. A. Gudbr. Vigfusson)." - Selten.
Wolfskehl, Karl, Schriftsteller und Übersetzer, George-Schüler (1869-1948). Eigh. Brief m. U. "Karl Wolfskehl". 3/4 S. Gr. 4to. Rom, Via Lombardia 40, 3.VI. o. J. (1934?).
An einen Herrn. "... Ich bin durch die großenteils unerwartete Anwesenheit vieler Bekannter so sehr in Anspruch genommen worden, daß ich jeden Tag besetzt hatte und erst heute Sie bitten kann, mir für die kommende Woche wieder einen Besuch zu erlauben. Im Falle Sie mich nicht anders bescheiden, werde ich mir erlauben, Montag, den 5.VI. gegen 4 Uhr bei Ihnen anzukommen ...". - Wolfskehl war 1933 zunächst in die Schweiz emigriert und hielt sich 1934 vorübergehend in Rom auf.
Woltmann, Karoline von
Brief über Lieferung der "Deutschen Blätter". 1813
Los 2435
Schätzung
150€ (US$ 172)
Woltmann, Karoline von, Ehefrau des Schriftstellers Karl Ludwig von Woltmann, vielseitige Berliner Schriftstellerin und Publizistin (1782-1847). Eigh. Brief m. U. "v. Woltmann". 1 S. 8vo. (Wohl Prag) 5.III.1813.
An einen Kunden. "Euer Wohlgebohren, benachrichtige ich, daß ich Ihnen nicht morgen, sondern in der künftigen Woche das vierte Stück vom Februar der Deutschen Blätter liefern werde. Herr Hayn hat mir einen ähnlichen Streich gespielt, wie der schon erwähnte bei Anfang des Kontractes. Sie leisten ihm nun keine Zahlung mehr, und der Druck geht in einer andern Druckerei fort. Ich bin wieder kränker geworden ...". Bittet um seinen Besuch. - Die von 1813-1815 erschienenen "Deutschen Blätter" wurden von Karl Ludwig von Woltmann redigiert.
Althof, Ludwig Christoph
Brief an den Verleger Dieterich in Göttingen. 1794
Los 2436
Schätzung
250€ (US$ 287)
Althof, Ludwig Christoph, Arzt, Dozent in Göttingen, Hausarzt und Biograph Gottfried August Bürgers, ab 1801 Hofrat in Dresden, Leibarzt des Königs von Sachsen und Hausarzt Ludwig Tiecks (1758-1832). Eigh. Brief m. U. "Althof". 3/4 S. Folio. Göttingen 14.VI.1794.
An den Verleger Johann Christian Dieterich in Göttingen, den er um einen Vorschuß für eine Publikation bittet. "... Sie würden mir ... einen sehr großen Gefallen erzeigen, wenn Sie mir zugleich auf die Uebersetzung (deren Abdruck in einigen Wochen vollendet seyn kann) welche aufs allerwenigste zwischen 45 und 50 Bogen betragen wird, wenigstens 130 Rthl. vorschießen wollten. Ich brauche diese Summe nothwendig zur Ergänzung eines Kapitales, welches ich in diesen Tagen abzusichern unbesonnener Weise versprochen habe, und ich habe so sehr auf Ihren geneigten und freundschaftlichen Willen gerechnet, daß es mich in der That in große Verlegenheit setzen würde, wenn Sie mir diese Gefälligkeit abschlügen. Sobald die Uebersetzung vollends abgedruckt seyn wird, wollen wir uns sofort wegen des etwaigen Ueberschusses berechnen ...". - In diesem Jahr wurde Althof außerordentlicher Professor der Medizin an der Universität Göttingen. - Stockfleckig.
Altphilologen und Archäologen. Ca. 37 Autographen. Ca. 1780-1913.
Meist eigenhändige Vorlesungs-Ankündigungen, Briefe oder Karten. - Vorhanden: Alexander Ferdinand von Quast, Siegfried Reiter, Friedrich Alexander Riese, Friedrich Wilhelm Ritschl, Maximilian Rooses, Ludwig Ross, Eduard Frhr von Sacken, Hermann Sauppe, Martin Schanz, Joseph von Scheiger, Karl Schenkl, Leonhard Spengel, Karl Bernhard Stark, Wilhelm Friedrich Adolf Studemund, Gottlieb Lukas Friedrich Tafel (2), Karl Traugott Thieme (Manuskript-Fragment, ca. 1780), Friedrich Thiersch, Georg Thilo, Georg Martin Thomas (2), Ernst Heinrich Toelken, Gustav Uhlig, Heinrich Voss, Curt Wachsmuth, Christoph Heinrich Friedrich Walther (Dankschreiben an Hermann Kiewy für Siegel-Spenden), Ernst Christian Friedrich Walz, Friedrich Gottlieb Welcker (aus Slg. Künzel), Rudolf Westphal, Jean François Willems, Karl Friedrich Wilhelm Zangemeister, Karl Zell und andere. - Das Schreiben von Heinrich Voss (1811) defekt und tintenfleckig.
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