Los 2423

Schubart, Christian Friedrich Daniel
(1739-1791)Brief als Gefangener auf dem Hohenasperg an seine Frau. 1786

Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 2423 - Schubart, Christian Friedrich Daniel - Brief als Gefangener auf dem Hohenasperg an seine Frau. 1786 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2423, Auction  128, Schubart, Christian Friedrich Daniel, Brief als Gefangener auf dem Hohenasperg an seine Frau. 1786

Schubart, Christian Friedrich Daniel, Dichter, kritischer Publizist, Organist und Komponist, nach Kritik an den Zuständen in Württemberg vom Herzog Carl Eugen zehn Jahre lang ohne Prozeß in der Festung Hohenasperg eingekerkert (1739-1791). Eigh. Brief m. U. "Schubart". 23/4 S. Doppelblatt. 8vo. Hohenasperg 24.XI.1786.
Aus der Gefangenschaft auf dem Hohenasperg an seine Frau. "... Nur in ganz kurzen Säzen vermag ich Dir dißmal zu schreiben. Ich bin schwermüthig und gar nicht wohl". In 10 nummerierten Meldungen trägt er ihr die neuesten Nachrichten vor, beginnend mit seinem Sohn Ludwig, und kommt bei Nr. 3 auf seine Tochter Juliane ("Julchen") zu sprechen, die eine Laufbahn als Sängerin begonnen hatte: "... Dem Julchen glükwünsche zu ihren 8 Carlin's. Weder ich, noch Ludwig verlangen einen Antheil dran. Doch freut mich ihr Anerbieten. Es ärgert mich aber, daß man in allen Fällen das Julchen ja merklich geringer taxirt, als die Babetti. - 4. Die Hoheit in Mömpelgard hat mir einen höflichen und - leeren Brief geschrieben. Er kostete mich 8 Kr. Porto. - 5. In Potsdam hat ein muhtiger Staabsoffizier sich sehr scharf bei einem Offizier in Heilbronn nach mir und dem Ludwig erkundigt, mit dem Zusaze: 'Der König hätte Absichten mit uns'. ... 7. Das Geld für das Hochzeitsgedicht hab ich noch nicht. Soll aber die andre Woche folgen. ... 9. Gestern ist Beurlin mit Sak und Pak von hier weggezogen. Welchen Schritt wagt der ... Mann!! - 10. Deinem Herrn Vater schrieb ich kürzlich durch einen Soldaten, der in Urlaub gieng ... Gott erhalte Deine Gesundheit und gebe Dir Freude!" - Im Mai des folgenden Jahres erhielt Schubart seine Freiheit wieder. Die im Brief berichtete Fürsprache aus Potsdam war erfolgreich: Ludwig erhielt eine Stelle im diplomatischen Dienst Preußens. - Kleiner Braunfleck im Mittelfalz. - Dabei: Ludwig Albrecht Schubart, Sohn des Dichters, preußischer Legationssekretär, Schriftsteller und Übersetzer sowie Biograph seines Vaters (1765-1811). Eigh. Brief m. U. "L Schubart". 3 S. Doppelblatt. 4to. Stuttgart 29.IV.1806. - Umfangreicher Brief an den Verleger Göschen in Leipzig, in dem er sich ausführlich über seine literarischen Arbeiten und den Mangel an Kontakt und Informationen durch Göschen äußert. - Briefe von Christian Daniel Schubart aus der Haft auf dem Hohenasperg sind von großer Seltenheit.


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