Dioscorides, Pedanius. De medica materia libri sex. 15 Bl., 543 S., 69 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 12 x 7,5 cm. Rötliches Leder des 18. Jahrhunderts (etwas berieben, bestoßen und Kapitale mit kleinen Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel, goldgeprägten Deckelfileten und dreiseitigem Goldschnitt. Lyon, Colonien, 1546.
Seltene Reiseausgabe von Jean Ruels (1474-1537) lateinischer Übersetzung von Dioskurides’ Standardwerk zur Pharmakologie. Dioskurides (ca. 40-90 n. Chr.), ein Grieche im Dienste des Römischen Reiches, trug alles zusammen, was damals über die medizinische Verwendung von Pflanzen, Tieren und Mineralien bekannt war, und ergänzte dies durch Erkenntnisse aus eigener Erfahrung, die er als Begleiter der römischen Armee in Spanien, im Nahen Osten, in Nordafrika und an anderen Orten gewonnen hatte, wo er viele persische, indische und andere exotische Heilmittel kennenlernte. – Innengelenke offen. Papierbedingt leicht gebräunt, Titel mit Wurmfraß, radiertem Stempel und hs. Besitzvermerk. Insgesamt leicht stock- und braunfleckig.
Druckermarken und Textholzschnitte
Konvolut von ca. 180 Textholzschnitten
Los 1077
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Druckermarken und Textholzschnitte. Konvolut von ca. 180 Textholzschnitten unter Passepartout. 7,5 x 14,5 cm bis 13 x 10 cm (Darstellung). Um 1514-1578.
Verschiedene Textholzschnitte und Holzschnitt-Druckermarken auf einzelnen Blätter, die aus zahlreichen Werken des 16. Jahrhunderts stammen. Darunter Holzschnitte von Theodosium Rihel aus "Römische Historien", Jost Amann aus "Kriegsbuch" und Johannes Hartliebe aus "Hystori Eüsby". – Papierbedingt gebräunt, mit Randläsuren, etwas stock- und feuchtfleckig.
Du Pérac, Stefano. I vestigi dell' antichita di Roma raccolti et ritratti in perspettiva con ogni diligentia. Folge von 38 Kupfertafeln. 25,5 x 38 cm. Moderner Pergamentband mit 2 Schließbändern. Rom, Lorenzo della Vaccheria, 1575.
Erste Ausgabe der berühmten Romveduten des französischen Architekten, Malers, Gartenbaumeisters und Topographen Stefano Du Perac (1525-1604). "A key source for the state of the Roman monuments as they existed in the 16th century. It was reprinted in innumerable editions as late as 1773. The etchings of Du Perac represent as no other work does the lively renewal and interest in the monuments of classical antiquity which reached its climax in 16th century Rome" (Builders and Humanists. The renaissance Popes as patrons of the arts, University of St. Thomas, Houston, Texas, 1966, S. 308). – Etwas fingerfleckig, Tafel Nr. 4 mit größerem angestücktem Eckabriss (Bildverlust), durchgehend im Seitenrand etwas beschnitten.
Einbände
Blindgeprägter Schweinslederband mit Kurfürstenportraits in den Mittelplatten
Los 1079
Schätzung
250€ (US$ 287)
Einbände. - Blindgeprägter Schweinslederband mit Kurfürstenportraits in den Mittelplatten. Deutschland um 1580.
Typischer Schweinslederband des späten 16. Jahrhunderts mit reicher ornamentaler Blindprägung. Die Mittelplatten der beiden Deckel zeigen jeweils ein Medaillonportrait, auf dem Vorderdeckel von Kurfürst August von Sachsen (1526-1586) und auf dem Rückdeckel von Markgraf Johann Georg von Brandenburg (1525-1598) - Inhalt: Lateinische Ausgabe der Briefe Ciceros, ohne Titelblatt. 311 S. und ca. 120 Bl. – Etwas fleckig und berieben, Ecken bestoßen.
Eisengrein, Martin
Warer und in Gottes wort gegründter Bericht
Los 1080
Schätzung
500€ (US$ 575)
Eisengrein, Martin. Warer und in Gottes wort gegründter Bericht. Von dem ampt eines getrewen recht Evangelischen und Catholischen Hirten und Seelsorgers [und:] Ein Catholische predigt ob ein Christ anderst nichts, als das im alten oder newen Testament außtruckenlich geschriben, zuglauben schuldig sey. 2 Bl., XX num. Bl; 4 Bl., XX num. Bl. Titel in Schwarz und Rot sowie in Rot und Schwarz. 19,5 x 13,5 cm. Modernes Leinen. Ingolstadt, Alexander und Samuel Weissenhorn, 1565-1566.
VD16 E 830. VD16 E 802. – Erste Ausgaben der Predigten von Martin Eisengrein (1535-1578), der Priester, Kontroverstheologe und Hochschullehrer war. – Braun-, finger- und feuchtfleckig. Mit Randläsuren und kleinen Knickspuren.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Adagiorum chiliades
Los 1081
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Adagiorum chiliades quator cum dimidia ex postrema autoris recognitione. 48 nn. Bl., 1071 S. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 30,5 x 19,5 cm. Kalbsleder d. Z. (stärker berieben, beschabt und bestoßen, Rücken teils defekt). Basel, Froben und Episcopus, 1551.
VD16 E 1947. Bezzel 88. Van der Haeghen I, 5. – Die berühmte Sprichwörtersammlung wurde seit 1539 bei Froben und Episcopus kollationsgleich gedruckt. Die vorliegende Ausgabe enthält jedoch erstmals einen wertvollen vierten Index mit den Quellen der über 4000 Sprichwörter. – Titel mit Quetschfalten und zur Hälfte gelöst, das letzte Blatt der Vorstücke im Seitenrand hinterlegt. Die ersten ca. 150 Seiten mit Feuchtigkeitsfleck im unteren Bug, dort auch mit Wurmspuren. Exemplar aus der historischen Schulbibliothek des Stiftischen Gymnasiums Düren, mit entsprechendem Schenkungseintrag aus dem Jahr 1754 auf dem Vorsatz sowie Besitzeintrag in Tinte auf dem Titel und dem Schlussblatt. Ferner mit großem Wappenkupfer.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Epistolae ad diversos
Los 1082
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Epistolae ad diversos, & aliquot aliorum ad illu(m), per amicos eruditos, ex ingentibus fasciculis schedarum collectæ. 12 S., 668 (recte 670) S., 1 Bl. (ohne die beiden Blatt Errata). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf dem Titel und am Schluss und ganzseitiger architektonischer Holzschnitt-Titeleinfassung, 2 verschiedenen vierteiligen Holzschnitt-Bordürenrahmen, einer Kopfleiste und zahlreichen Schmuckinitialen. 28,5 x 20 cm. Etwas späterer Kalbslederband (berieben, Rücken etwas lädiert, vorderes Gelenk angeplatzt) mit RVergoldung. Basel, Johannes Froben, 1521.
VD 16 E 2925. STC 276. Adams E 852. Hieronymus 1984, 149 (Anm.). KNLL 5, 239 (nennt diese Ausgabe). Lüthi, 50a. Van der Haeghen I, 99. Vgl. Graesse II, 496. – Erste Ausgabe der gesammelten Briefe des Erasmus, 171 davon liegen im Erstdruck vor. Mit einem Vorwort an Beatus Rhenanus. "Es waren Vorbilder eines ausgezeichneten Stils, geschmackvollen Lateins, geistreichen Ausdrucks und eleganter Gelehrsamkeit“ (Huizinga 111). Inhaltlich spiegelt die Sammlung die Auseinandersetzung mit Luther als einen "der kontroversen Höhepunkte in Erasmus' Briefen" ebenso wider wie die mit Ulrich von Hutten; "aus dem englischen Humanistenkreis ragt neben John Colet Thomas Morus heraus" (ebenda); weitere bedeutende Korrespondenzpartner sind etwa Beatus Rhenanus, Ulrich Zasius, Johann Eck, Guillaume Budé, Jean Grolier, Georg Spalatin, Hermann von dem Busche und Konrad Peutinger. Wichtig ist die Ausgabe auch, weil Erasmus später redaktionelle Eingriffe an den Texten vornahm. – Es fehlen die zwei Erratablatt. Titel gestempelt, mit kleinem Blattausschnitt, einigen Sepiaeinträgen sowie kleinerem Braunfleck in der Bordüre. Anfangs mit verblasstem Feuchtigkeitsrand, stellenweise mit Unterstreichungen, fl. Vorsatz lose. Insgesamt nur vereinzelt fleckig. Mit zwei Exlibris.
Erythraeus, Valentin
Diagrammata + Schematismoi tes dialetikes
Los 1083
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Erythraeus, Valentin. Diagrammata (graece), hoc est, Tabulae tertij, & quarti libri partitionum dialecticarum Ioannis Sturmii, correctae, et alicubi auctae. 4 Bl., 86 S. Mit Holzschnitt-Titelbordüre mit kleiner Wappendarstellung. 31,5 x 20 cm. Marmorierter Halbpergamentband des 17. Jahrhunderts (stärker fleckig und berieben) mit goldgeprägtem Eignerbuchstaben "F" mit der Jahreszahl 1689 auf dem Vorder- und Wappensupralibros auf dem Rückdeckel. Straßburg, Christian Mylius d. Ä., 1565.
VD16 E 3894. – Zweiter Druck der zuerst 1555 ebenda erschienenen didaktischen Schrift. Der Philologe Valentin Erythräus (1521-1576) studierte in Wittenberg, wo er Schüler Luthers und Melanchthons war, bevor ihn der Humanist Johannes Sturm 1546 nach Straßburg rief, wo er für knapp 30 Jahre als Professor für Rhetorik an der Universität lehrte und mehrere Schriften didaktischen Überblickscharakters zu den Lehrbüchern Melanchthons und Sturms verfasste. Enthält die drei Abhandlungen: I. De Logices altera parte. - II. De Sophistarum reprehensionibus. - III. De Collocatione Dialectica. – Titel mit kleiner restaurierter Fehlstelle im unteren Bug, Blatt B1 mit bräunlichem Tintenwischer. Schönes und wohlerhaltenes Exemplar. – Beigebunden: Derselbe. Schematismoi tes dialetikes (graece), hoc est, Tabulae, in quatuor libros dialecticarum partitionum Ionnis Sturmii, ab authore correctae. 4 Bl., 154 S., 2 Bl. (l. w.). Ebenda 1561. - VD16 E 3906. - Zweiter Druck der zuerst 1551 ebenda erschienenen didaktischen Schrift. - Schönes und wohlerhaltenes Exemplar.
Eusebius Caesariensis u. a. Ecclesiasticae historiae autores. 6 Bl. (das fünfte weiß), 806 S., 1 w. Bl., 34 Bl. (Index). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 32 x 22 cm. Kalbslederband um 1700 (berieben, vorderes Gelenk geplatzt, Ecken bestoßen) mit reicher RVergoldung, goldgeprägtem RSchild und Wappensupralibros auf den Deckeln. Basel, (Hieronymus Froben d. Ä. und Nikolaus Episcopius d. Ä.), 1549.
VD 16 E 427. Adams E 1095. Hieronymus, GG 414. – Schöner Froben-Druck des wichtigen theologischen Sammelwerks. Mit überwiegend neuen Übersetzungen wichtiger Quellentexte zur frühen Kirchengeschichte durch den reformierten Theologen Wolfgang Musculus sowie mit bedeutenden zusätzlichen Texten (vgl. ausführlich dazu Hieronymus). Enthält neben der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea auch dessen Vita Constantini sowie Texte weiterer Autoren der Spätantike, darunter Rufinus, Sokrates Scholastikos, Sozomenos und Theodoretos. Exemplar aus der Bibliothek des Erzbischofs von Rouen, Jacques-Nicolas Colbert (1655-1707). Nach dem Tode seines älteren Bruders erbte Colbert 1690 die berühmte von Etienne Baluze betreute Bibliothek seines Vaters (Biblioteca Colbertina), die nach ihm an seinen Neffen Charles-Léonor Colbert (1689-1747) überging. Mit Jacques-Nicolas Colberts Wappensupralibros auf beiden Deckeln sowie dem hs. Vermerk auf dem Titel "Bibliotheca Colbertina" mit entsprechender Signatur, datiert 1728. – Anfangs mit Wurmspur im oberen Bug, sonst nur vereinzelte schwache Flecken. Insgesamt sauber und wohlerhalten.
(Eusebius Caesariensis u. a.). Ecclesiasticae historiae autores. 4 Bl., 818 S., 15 (Bl. (Index). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 32 x 22 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stärker fleckig und berieben, Gelenke geplatzt, VDeckel lose, mit Schabspuren, ohne die Messingschließen). Basel, (Hieronymus Froben d. Ä. und Nikolaus Episcopius d. Ä.), 1562.
VD16 E 4281. Hieronymus, GG 414. – Späterer Froben-Druck des wichtigen theologischen Sammelwerks. Mit überwiegend neuen Übersetzungen wichtiger Quellentexte zur frühen Kirchengeschichte durch den reformierten Theologen Wolfgang Musculus sowie mit bedeutenden zusätzlichen Texten (vgl. ausführlich dazu Hieronymus). Enthält neben der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea auch dessen Vita Constantini sowie Texte weiterer Autoren der Spätantike, darunter Rufinus, Sokrates Scholastikos, Sozomenos und Theodoretos. – Erste Lage lose, Titel verso mit durchschlagendem hs. Eintrag und deutlichen Leimspuren einer alten entfernten Tektierung, letzte Lage im oberen Bug gelöst. Etwas fleckig und mit alten Unterstreichungen, stellenweise mit kleinen Feuchtigkeitsrändern.
Fernel, Jean
Universa Medicina. Tribus et viginti libris absoluta
Los 1086
Schätzung
750€ (US$ 862)
Fernel, Jean. Universa Medicina. Tribus et viginti libris absoluta. 2 Teile in 1 Band. 7 Bl., 557 S.; 1 Bl., 136 S., 38 Bl., 1 l. w. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und mehreren Holzschnitt-Initialien. 34 x 23 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen, fleckig) mit RVergoldung und goldgeprägtem DVerzierung. Paris, A. Wechel, 1567.
Adams F256. Vgl. STC 163 – Wohl erste Ausgabe (laut Adams). Jean Fernel (1497-1558) war der Leibarzt von Heinrich II. und Katharina de Medici. Er führte den Begriff "Physiologie" ein und beschrieb erstmals das Rückenmark. – Mit Besitzvermerk d. Z. auf dem Titel. finger- und braunfleckig, knickspurig, mit kleinen Wurmgängen und Randläsuren.
Frischlin, Nicodemus. Operum poeticorum Nicodemi Frischlini.. Pars scenica in qua sunst comoediae 6: Rebecca, Susanna, Hildegar [dis magna] Julius redivus, Priscianus vapul ans, Helvetiogerm ani: tragoediae 2: Venus, Dido. Mit 3 Holzschnitt-Porträts auf den Titeln. 16 x 9,5 cm. Leder d. Z. (berieben und bestoßen, Gelenke offen und mit kleinen Wurmlöchern) mit goldgeprägtem RSchild. Straßburg, Bernhard Jobin, 1585.
VD 16 F 2904. Goedeke II, 140, 42. – Seltene Ausgabe der dramatischen Werke Frischlins, die gegenüber früheren Drucken um die "Helvetiogermani" vermehrt ist. Enthält außerdem: Elegia de bello helvetico, de bello germanico, in ebrietatem, Epistolae duae. – Vorsätze leimschattig, Innengelenke teils offen und mit Wurmlöchern. Titel mit hs. Besitzvermerk insgesamt leicht feuhtrandig, fleckig und knickspurig.
Gnapheus, Wilhelm. Acolastus. De filio prodigo comoedia inscripta. 39 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 15 x 9,5 cm. Neuerer Pergamentband unter Verwendung eines zeitgenössischen Handschriftenblatts. Köln, Martin Gymnich, 1546.
VD16 ZV 22126. – Vierter Kölner Druck bei Gymnich, der Erstdruck der lateinischen Schulkomödie Acolastus des niederländischen Humanisten Wilhelm Gnapheus (1493-1568) erschien 1529 in Antwerpen. Für die Entwicklung des humanistisch-bürgerlichen Theaterwesens grundlegenden Dramas, das weite Verbreitung fand und zu den erfolgreichsten Stücken des protestantischen Schultheaters zählt. "(Es) beeinflußte zahlreiche spätere 'Produgus'-Dramen, ja sogar das katholische Ordensdrama. Wie schon Burkhard Waldis griff Gnapheus auf die Geschichte vom verlorenen Sohn zurück, vermied aber konfessionelle Polemik. Ihm kam es formtechnisch darauf an, den christlich-moralischen Gehalt mit der Dramaturgie der antiken Komödie zur Deckung zu bringen. Vorbilder für Sprache, Handlungsmotive und Figuren (Schmarotzer, Hetäre) übernahm er von Terenz. Die pädagogische Zielsetzung wurde durch realistisches Szenenkolorit (z. B. Wirtshaustreiben) unterstrichen, mit dem die verschiedenen Sünden und Laster (Ungehorsam, Arbeitsscheu, Luxus, Sexus, Kartenspiel) als Gefährdung einer in der patriarchalischen Familie gegründeten Lebensordnung vorgeführt wurden" (Killy IV, 180f.). – Titel gebräunt, etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren, anfangs mit verblasstem Feuchtigkeitsrand im Bug. Studienexemplar mit zahlreichen Annotationen und Interlinearglossen eines zeitgenössischen Lesers.
Gorris, Jean de
Poetae et medici antiquissimi clarissimique alexipharmaca
Los 1089
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Gorris, Jean de. Poetae et medici antiquissimi clarissimique alexipharmaca. 70 num. Bl. 1 Bl. 16,5 x 10,5 cm. Pappband des 19. Jhr. (berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Paris, Vascosan, 1549.
Nicht im STC und Adams. – Interpretation von Jean de Gorris (1505-1577), einem französischen Arzt, zu "Alexipharmaka" von dem altgriechischen Mediziners Nikandros aus Kolophon. Diese ist einer der wenigen bis heute überlieferten Schriften des Gelehrten und ist einem Protagoras gewidmeter, Hexameter über mit dem Mund aufgenommene Gifte pflanzlicher, tierischer und mineralischer Herkunft sowie Krankheitsbild und Gegenmittel. – Papierbedingt gebräunt, feucht- und stockfleckig. Sehr selten im Handel.
Guicciardini, Lodovico
Descrittione di tutti i Paesi Bassi
Los 1090
Schätzung
30.000€ (US$ 34,483)
Früheste und prächtigste Beschreibung der Niederlande in dem kolorierten Exemplar der Sammlung Schäfer
Guicciardini, Lodovico. Descrittione […] di tutti i Paesi Bassi, altrimenti detti Germania Inferiore. Con più carte di Geographia del paese, & col ritratto naturale di più terre principali. 10 Bl., 296 S., 10 Bl. Mit 14 ockergelb kolorierten arabesken Titelrahmen und zahlreichen figürlichen Schmuckinitialen in Holzschnitt, breiter kolorierter Holzschnitt-Titelbordüre und zwei weiteren kolorierten Holzschnitt-Bordüren derselben Ädikula mit Wappen- und Porträt-Holzschnitt, 4 doppelblattgroße, grenz- und flächenkolorierten Kupferstichkarten und 10 doppelseitigen Stadtansichten bzw. -planen in Holzschnitt sowie 2 doppelblattgroßen (1 gestochene, 1 in Holzschnitt) Gebäude-Ansichten, alles koloriert (und alles in Pag.). 32,5 x 22 cm. Halbleder des 19. Jahrhunderts (Kapitale und Gelenke brüchig, teils offen, stärker beschabt und bestoßen sowie berieben) mit goldgeprägtem RTitel und etwas Filetenvergoldung. Antwerpen, Willem Silvius, 1567.
Adams G 1540. STC 90. Graesse III, 178f. Brunet II, 806. Bagrow-Skelton 492 und 497. Cockx-Indestege 360. Funck 325. Scheepvaart Museum 86. Parent 290. Schottenloher, Bibliographie III, 31576ab. Belgica Typogr. 1360. Voet 1277 Anm. – Erste Ausgabe der berühmten Beschreibung der Niederlande von dem italienischen Handelsreisenden, Geographen, Kartographen, Politiker, Schriftsteller und bedeutenden europäischen Humanisten Lodovico Guicciardini (1521-1589), erschienen im selben Jahr wie eine folgende französische Ausgabe.
Die prächtigen, hier abwechslungsreich kolorierten drei wiederholten Ädikula-Bordüren zeigen hübsche Allegorien auf einer Säulenarchitektur mit manieristischem Gesprenge, sie umgeben den typographischen Titel mit einer hübsch kolorierten Vignette "Scrutamini" und auf den folgenden beiden Seiten mit dem Wappen links und rechts einem Porträtmedaillon Philipps II. von Spanien.
Die großen Karten und die zehn doppelseitigen Stadtansichten - mal als Vedute, mal aus der Vogelperspektive, teils aber auch als Grundrissplan stammen von dem Haager Kupferstecher und Kartographen Cornelis de Hooghe (1541-1583). Sie zeigen Amsterdam, Antwerpen, "Bolduch" ('s-Hertogenbosch), Brügge, Brüssel, Gent, Löwen, Lüttich, "Malines" (Mechelen), Utrecht, Ypern etc.
Die doppelblattgroße gestochene Tafel zeigt das Rathaus, den "Domus Senatoria Antverpien", der ebenso schön kolorierte große Holzschnitt "La bella & magnifica Chiesa di nostra Donna, ritratta al naturale", die Antwerpener
Liebfrauenkathedrale, ein Höhepunkt der Brabanter Gotik. – Titel mit radiertem und ausgestrichenen alten Besitzvermerk unten, etwas gebräunt, vereinzelt etwas stock- und braunfleckig, hier und da kleiner gedunkelter Farbdurchschlag (pflanzliches Grün), etwas stramm gebunden, nahezu ohne bemerkenswerte Papierläsuren, insgesamt ein grandios schönes, breitrandiges Exemplar in überzeugendem sehr nuancierten und minutiös aufgetragenem Altkolorit mit feiner partieller Eiweißlavierung, die den Städtedarstellungen (vor allem der Rotfarbe der Dächer, Wappen etc.) einen lebendigen Glanz verleiht.
Provenienz: Unleserlicher Besitzvermerk einer zeitgenössischen oder wenig späteren Hand, Sammlung Schäfer, Schweinfurt (Auktion Schäfer III, 1995, Los 106".
Hannibaldus de Hannibaldis und Aquin, Thomas von
Secundum scriptum appellatum Super quatuor libros Sententiarum
Los 1091
Schätzung
500€ (US$ 575)
Hannibaldus de Hannibaldis und Thomas von Aquin. Secundum scriptum appellatum super quatuor libros Sententiarum, ad Hannibaldum Hannibaldensem. 72 Bl (Index), 616 S. Mit Holzschnittdruckermarke auf dem Titel. 17,5 x 10,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben und bestoßen) mit abgefassten Kanten und 2 Messingschließen. Paris, G. Chaudiere, 1574.
STC 420 (unter Thomas von Aquin). Adams A, 1453. – Frühe französische Ausgabe aus der Offizin von G. Chaudiere hier mit den Kommentaren des Thomas von Aquin. – Vorsatz mit Exlibris. Titel am Innensteg unfachmännisch restauriert sowie mit hinterlegten Fehlstellen. Die ersten sieben Blätter teils lose, papierbedingt gebräunt, vereinzelt stockfleckig und letztes Blatt auf dem Nachsatz montiert.
Hippocrates
Opera omnia quae extant in VIII sectiones ex Erotiani mente distributa
Los 1092
Schätzung
250€ (US$ 287)
Hippocrates. Opera omnia quae extant in VIII sectiones ex Erotiani mente distributa. Nunc recens latina interpretatione donata, ac dennuo separatim in lucem edita Anutio Foesio. 12 Bl., 1188 (recte: 1186) S., 38 (statt 39) Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 17 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (fleckig und berieben). Frankfurt, Erben Andreas Wechel, Claude de Marn und Johann Aubry, 1596.
VD16 H 3747. STC 406. Wellcome I, 3188. Durling 2326. – Lateinischer Druck der Werke des Hippocrates. Nach der im Vorjahr erschienenen und bis ins 19. Jahrhundert Maßstäbe in der Medizin setzenden griechisch-lateinischen Gesamtausgabe des französischen Humanisten Anutius Foes (1528-1595). "Neue Anordnung, Recension und Uebersetzung nach früheren Ausgaben und Handschriften; Text und Übersetzung sind die noch jetzt am meisten geschätzten, auch Foës' Anmerkungen sind zahlreich und werthvoll" (Choulant S. 22f., zur Ausgabe 1595). "Encore aujourd'hui la mieux renommé et ... un travail incontestablement supérieur à tous ceux qui l'ont précédée et qui l'ont suivi" (Graesse III, 281, ebenfalls zur Ausgabe 1595). – Es fehlt das Schlussblatt mit der wiederholten Druckermarke. Titel etwas stärker fleckig und mit ausradiertem Eintrag (das Papier dort sehr dünn), sonst nur gering fleckig. Die Mittelplatten des Einbands jeweils mit einer Darstellung der Salome mit dem abgetrennten Kopf von Johannes dem Täufer.
Hus, Jan. Processus consistorialis martyrii Io. Huss, cum correspondentia legis gratiae, ad jus papisticum, in simoniacos et fornicatores papistas, et de victoria Christi. 21 Bl. Ohne das l. w. Blatt. Mit zahlreichen Textholzschnitten. 19 x 14 cm. Maroquin des 19. Jahrhunderts (minimal berieben) mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägten Innenkanten (Sig. L. Smeers Rel.). O. O. (Wittenberg), C. Tr. Magd, o. J. (1529).
Adams I, 566. Nicht im STC. – Wohl erste Ausgabe. Das Werk behandelt das Konsistorialverfahren bezüglich des Martyriums von Jan Hus, nebst einem Vergleich zwischen dem Gnadenrecht und dem päpstlichen Recht in Bezug auf simonistische und unzüchtige Papisten. – Das letzte weiße Blatt fehlt "e6". Papierbedingt leicht gebräunt, sonst gutes Exemplar. Mit besonders kräftigen Holzschnitten. Im hübschen und dekorativen Einband. Selten.
Josephus, Flavius
Opera, quae ad nostram aetatem pervenerunt omnia
Los 1094
Schätzung
180€ (US$ 207)
Josephus, Flavius. Opera, quae ad nostram aetatem pervenerunt omnia. Antehac in Latinum sermonem translata, & ad exemplum Graeci codicis accurate distincta. 879 S., 26 Bl. Mit kleiner Titelholzschnitt und Druckermarke am Schluß. 18,5 x 11,5 cm. Blindgeprägtes Pergament d. Z. (etwas fleckig, hs. RTitel). Frankfurt, W. Richter für J. Feyerabend, 1599.
VD16 J 968. – Spätere Auflage. – Der Titelholzschnitt ankoloriert. Fl. Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken. Durchgehend etwas fleckig und leicht gebräunt.
Junius, Hadrianus. Batavia. In qua praeter gentis et insulae antiquitatem, originem, decora, mores, aliaque ad eam historiam pertinentia declaratur quae fuerit vetus Batavia. 10 Bl., 411 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 21 x 15 cm. Pergament d. Z. (VDeckel mit Hinterlegung, etwas fleckig). Leiden, Plantin für Raphelengius, 1588.
Adams J 442. STC 110. Bigmore-Wyman I, 379. – Erste Ausgabe. Posthum erschienenes Werk des niederländischen Humanisten und Historikers Hadrianus Junius (eigentlich Adriaen de Jonghe; 1511-1575). Das Werk gilt als wichtige Quelle für die Geschichte und Topographie der Niederlande. Zudem erregte Junius besonderes Aufsehen und Streit mit seiner Behauptung, dass das Haarlemer Kloster bereits 10 Jahre vor Gutenberg mit beweglichen Lettern Bücher druckte. – Etwas gebräunt und wasserfleckig.
Krage, Tilemann
Von dem Bilde Gottes in den ersten Menschen (+ 2 Beibände)
Los 1096
Schätzung
750€ (US$ 862)
Krage, Tilemann. Von dem Bilde Gottes in den ersten Menschen. Von der verstoerung und vernewerung des Bildes, und von den Zeychen und wercken der newgeboren kinder Gottes, Kurtze erklerung und bekendnisz, Mit einer klagrede an Deudschland. Mit einer vorrede Philippi Melanthons. 100 Bl. (letzet 2 Bl. w.). Titel in Rot und Schwarz. Mit Holzschnitt-Titelvignette. 18,5 x 13,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stärker fleckig und berieben, Rückenbezug mit Fehlstellen, obere rechte Ecke beschabt, mit 4 Schließbändern). Wittenberg, o. Dr., 1550.
VD16 ZV 9187. – Lediglich in der Onlineversion des VD 16 verzeichnete deutsche Ausgabe der Schrift De imagine Dei in primis parentibus. Mit einer Vorrede von Philipp Melanchthon. Der aus dem Wendland stammende Theologe Tilemann Krage (um 1520-nach 1577) galt als "ein gelehrter und scharfsinniger, aber hitziger und unruhiger Mann, von höchst wechselnden Lebensschicksalen. 1546 Pastor in Kiel, 1547 abgedankt, nach längerem Aufenthalt in Wittenberg, Lübeck u. a. O. 1555 Superintendent in Hildesheim, aber auch hier 1557 wegen Streitigkeiten mit Collegen und Magistrat (über Gesetz und Evangelium, gute Werke, Abendmahl) wieder entlassen, hierauf eine Zeit lang Prediger in Northeim, wegen eines Streits mit Collegen abgesetzt, dann wieder auf braunschweigischen Pfarrstellen (in Molzen bei Uelzen), wo er die Concordienformel 1577 unterschreibt. Ort und Zeit seines Todes unbekannt. Er schrieb über das Ebenbild Gottes, seine Zerstörung und Erneuerung, über die Gegenwart Christi im Abendmahl, wahrhaftige Lehre vom Gesetz, Evangelio, Sacrament, neuem Leben etc." (ADB IV, 545). – Erste Lage lose, zweite Lage gelockert, anfangs und am Schluss etwas feuchtrandig. – Beigebunden: Georg III. von Anhalt-Plötzkau. Von dem hochwirdigen Sacrament des Leibs und Bluts unsers Herren Jhesu Christi, Drey Predigten. 8 Bl., 228 S., 2 Bl. (l. w.). Leipzig, Wolfgang Günther, 1551. - VD16 G 1332. - Erster Druck der drei Predigten des Fürsten von Anhalt-Plötzkau (1507-1553), der 1534 die Reformation in Anhalt-Dessau einführte. - Am Schluss etwas feuchtrandig. - Kaspar Aquila. Ein froeliche Trostpredig, fuer die sehr geengstigten gewissen, sie muetig und erquickt zu machen, aus dem Propheten Zephania etc. 20 Bl. (l. w.). Magdeburg, Michael Lotter, 1550. - VD16 A 261. - Zweiter von nur zwei erschienenen Druck der seltenen Flugschrift des aus Augsburg stammenden und in Saalfeld sowie Wittenberg wirkenden Lutheranhängers und Reformators Kaspar Aquila (1488-1560). Die AGB überliefert eine kuriose Anekdote während seiner Zeit als Erzieher der Söhne Franz von Sickingens auf der Ebersburg, wo er nur knapp dem Tod entkommen ist: "Aquila ging 1520 nach Wittenberg, wurde 1521 Magister und Lehrer der beiden Söhne Franz von Sickingens auf der Ebersburg. Hier kam er bei der Belagerung der Burg durch die Kurfürsten von Trier, Pfalz und Hessen in große Gefahr. Die Soldaten brachten dem Aquila die erste vom Feinde hereingeschossene Stückkugel, um sie zu taufen, weil sie den Glauben hatten, der Ort könne dann nicht erobert werden. Aquila wies das Ansinnen zurück, und da er sich auch durch Drohungen dazu nicht bewegen ließ, steckten sie ihn in einen mit Pulver gefüllten Feuermörser, um ihn über die Mauer hinauszuschießen. Zum Glück zündete das Pulver nicht, und man zog Aquila wieder heraus und ließ ihn laufen" (ADB I, 509). Luther schätze ihn insbesondere als eifrigen Mitarbeiter bei seiner Bibelübersetzung. - Eine obere Ecke mit verblasstem Feuchtigkeitsrand.
Krantz, Albert
Saxonia [und:] Regnorum Aquilonarium, Daniae, Sueciae, Norvagiae, chronica
Los 1097
Schätzung
500€ (US$ 575)
Krantz, Albert. Saxonia. De Saxonia gentis vetusta origine, longinquis expeditionibus susceptis, et bellis domi pro libertate diu fortiterque gestis. Denuo, & quidem accuratius emendatiusque; quàm antè, edita. Cum praefatione D. Nicolai Cisneri. 12 Bl., 354 S., 17 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 30 x 18,5 cm. Pergamentband d. Z. mit hs. RTitel. Frankfurt, Andreas Wechel, 1580.
VD16 K 2260. – Späterer Druck der zuerst 1520 in Köln bei Johann Soter erschienenen Sachsenchronik, eines der wichtigen historischen Werke des spätmittelalterlichen Theologen und "Geschichtsschreibers des Nordens" Albert Krantz (1448-1517): "Bei der Nachwelt ist Krantz besonders als Geschichtschreiber berühmt geworden. Während seines Lebens erschienen von ihm außer einigen grammatischen und philosophischen eine Reihe theologischer und kirchlicher Schriften; aus seinem Nachlaß wurden vier umfangreiche historische Arbeiten, die 'Vandalia', die 'Saxonia', die 'Dania' und die 'Metropolis', herausgegeben und erschienen dann theilweise bis in 17. Jahrhundert hinein in mehrfach wiederholten Auflagen. Sie beruhen auf umfassenden Studien, für welche er schon von früh an auf seinen Reisen Archive und Bibliotheken durchforschte. Daß sie vielfach einen compilatorischen Charakter tragen, hängt wol damit zusammen, daß er nicht immer die letzte Hand an sie gelegt hatte. Hat er oftmals seine Quellen wörtlich aufgenommen, wie sich aus einer Vergleichung mit denselben ergibt, so darf er deshalb um so weniger für einen Plagiator gehalten werden, als nicht ersichtlich ist, was er selbst bei längerem Leben würde haben drucken lassen; zunächst hat er diese Werke sich zu seinem eigenen Gebrauche angelegt und es fehlt nicht in ihnen an Beweisen eingehender kritischer Forschung und Bearbeitung der ihm vorliegenden Quellen. Unläugbar haben aber seine Werke zur Verbreitung einer Kenntniß der Geschichte und Kirchengeschichte des nördlichen Deutschlands und des Nordens sehr viel beigetragen und sind wegen seiner Urtheile über Begebenheiten und Zustände, die bis in seine Zeit hineinragten, noch heute werthvoll" (ADB). – Am Schluss etwas feuchtrandig, mit einigen Unterstreichungen. – Beigebunden: Derselbe. Regnorum Aquilonarium, Daniae, Sueciae, Norvagiae, chronica. Accessit, supplementi cuiusdam instar, Dithmarsici belli istoria, Christiano Cilicio Cimbro autore. Cum praefatione Ioan Wolffij. 10 Bl., 505 S., 19 Bl. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. Ebenda 1583. - Titel mit unschönem Blattausschnitt. Etwas fleckig, anfangs schach feuchtrandig.
Kromer, Martin. Mitnächtischer Völckeren Historien. Durch H. Pantaleon verteuscht. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., CCCCVII, 4 Bl.; CCCCLVIII. Mit großen Holzschnittwappen verso dem Titel, und zwei doppelblattgroße Holzschnittkarten. 32 x 19,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas berieben, fleckig und mit kleinen Fehlstellen) mit hs. RTitel, montiertem Bibliotheksschild d. Z., 8 Messingbeschlägen und 2 Messingschließen. Basel, Heinrich Petri und Peter Perna, 1562.
VD 16, K 2430. Estreicher XX, 280. – Einzige deutsche Ausgabe von De origine et rebus gestis Polonorum, dem historischen Hauptwerk Martin Kromers (1512-1589), Bischof von Ermland, Diplomat und humanistischer Schriftsteller. Als humanistischer Dichter und Schriftsteller sowie als Übersetzer und Förderer der polnischen Sprache erlangte Kromer große Bedeutung in der polnischen Literatur- und Kunstgeschichte. Bereits während seiner Krakauer Studienzeit verfaßte er mehrere Gedichte und gab Übersetzungen antiker Schriften heraus. 1550-1551 arbeitete er in königlichem Auftrag in der Registratur des Kronarchivs auf dem Wawel in Krakau. Später trat er durch gelehrte literarische, musikwissenschaftliche, theologische sowie historisch-politische Abhandlungen hervor. Kromer läßt sich als Repräsentant des sog. "Goldenen Zeitalters" Polens, der Regierungszeit der beiden letzten Jagiellonenkönige, charakterisieren. Er ging in die Geschichte ebenso als bedeutender humanistischer Schriftsteller und Diplomat wie als eifriger Seelsorgebischof und Verfechter der Gegenreformation bzw. der Katholischen Erneuerung ein. (Zitiert nach Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon Band IV (1992) Spalten 681-686). – Vorsatz mit mehreren hs. Besitzvermerken, Titel mit privatem Bibliotheksstempel "Bibl. Bernhard Vratisch (?)". Innengelenk am Titel leicht offen, Papierbedingt gebräunt, stock- und fingerfleckig.
Lucilius, Gaius. Satyrarum quae supersunt reliquiae. Franciscus Iani F. Dousa collegit, disposuit, & notas addidit. 12 Bl., 139 S. 23 x 16 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig, berieben und lichtrandig; zeitgenössische Remboitage). Leiden, Plantin, 1597.
Schweiger, 571. Adams L 1642. Graesse IV, 286. – Editio princeps der erhaltenen Fragmente von Lucilius' 30 Satirenbüchern. Editionsphilologisches Hauptwerk des Leidener Gelehrten Franciscus Dousa (1577-1630), Schüler von Justus Lipsius und Freund Scaligers. Für mehr als drei Jahrhunderte die maßgebliche Ausgabe bis zu der Textedition von Friedrich Marx 1904 bis 1905. "A memorable edition of the fragments of Lucilius, in which the influence of Scaliger is apparent" (Sandys II, 301). – Titel mehrfach alt und neu gestempelt. Einige Lagen im oberen Bug mit kleiner Wurmspur, sonst nur schwach braunfleckig und mit einigen alten Unterstreichungen. Innengelenke angeplatzt.
Ludolphus de Saxonia. Vjta de Jesu Christi (domi)ni ac saluatoris nostri ex evangelio et app(ro)batis ... 9 Bl., LXIII (recte: CCIX). Mit Holzschnittbordüre und größerem Holzschnitt auf dem Titel, mehreren kolorierten Holzschnittinitialien, Rubrizierung sowie Kapitalstrichelung in Rot. Titel in Rot. 33,5 x 23,5 cm. Leder des frühen 17. Jhr. (berieben, bestoßen, kleinen Fehlstellen, Kapitelle mit Einrissen) mit hs. RSchild. Lyon, Stephan Guyenard, o. J (wohl 1507).
Baudrier XI 211-212. Nicht im STC und Adams. – Wohl frühe Ausgabe aus der Offizin von Stephan Guyenard. Die erste Ausgabe erschien 1502 in der Offizin V. Gering und B. Rembolt.
Mit seiner Vita Jesu Christi e quatuor Evangeliis et scriptoribus orthodoxis concinnata schuf Ludolph eines der populärsten Erbauungsbücher des Spätmittelalters, das wohl erstmalig im Straßburger Karthäuserkloster 1474 gedruckt worden war. Neben den Evangelien und der Apostelgeschichte dienten ihm auch Schriften der Patristen wie des Ambrosius von Mailand, Augustinus, Bernhard von Clairvaux, Gregor der Große, Hrabanus Maurus oder Origenes als Quellen seines monumentalen Werkes, mit Hilfe derer er die Erzählungen der Evangelisten ergänzt.
Das vorliegende Werk besitzt folgende Foliierung:
a7, a1, a3-4, a8-10, b8, c8, d8, e8, f8, g8, h8, i8, k8, l8, m8, n8, o8, p8, q8, r8, s8, t8, v8, x8, y8, z8, A8, B8, C8, D8, E7 – Wohl unvollständig, es fehlen die Lagen E8-L8. Titel knapp beschnitten und schon im 18. Jahrhundert auf Papier montiert "Monastery Lippensis ad Oo. SS. Ord. Erem. s. P. Augui", obere rechte Ecke fehlt (Textverlust). Letztes Blatt mit hinterlegten Fehlstellen (kleiner Textverlust). Insgesamt etwas stock-, braun- und fingerfleckig, knickspurig und mit wenigen Wurmgängen. Teils mit hs. Notizen am Rand.
Luther, Martin
In Genesin enarrationum reverendi patris
Los 1101
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Luther, Martin. In Genesin enarrationum reverendi patris, domini doctoris Martini Lutheri bona fide & diligenter collectarum, per Hieronymum Besoldum tomus tertius continens historiam duorum patriacharum Isaac et Iacob. - [Und:] Dasselbe. Tomus quartus continens historiam Sanctissimi Patriarchae Ioseph. Nunc primum in lucem editus. 18 nn., CCXVII num., 1 w. Bl.; 20 nn., CCLI (= 239) num. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 Titelholzschnitten und Holzschnitt-Schlussvignette. 31,5 x 19,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband (fleckig und berieben) mit Heiligenrolle und 2 intakten Messingschließen. Nürnberg, Johann VomBerg und Ulrich Neuber, 1560-1563.
VD16 ZV 1578. VD16 ZV 1579. – Lediglich in der Onlinevariante des Grundlagenwerks verzeichnete Nürnberger Drucke der Vorlesungen Luthers über die Geschichte von Isaak und Jakob sowie Joseph aus der Genesis. – Nur gering braun- oder fingerfleckig, stellenweise mit alten Anstreichungen, Titel mit dezentem hs. Eintrag in roter Tinte, Innenspiegel mit altem Eintrag und modernem montiertem Exlibris. Hinterer Innenspiegel mit zahlreichen alten Tinteneinträgen. Schönes und wohlerhaltenes Exemplar aus der Bibliothek des Gymnsaiums von Quedlinburg, mit entsprechendem altem Stempel auf dem Titel verso.
L(uther), M(artin). Von den guten werckenn. 57 (statt 58) nn. Bl. Mit Titeleinfassung (ohne den Holzschnitt am Schluss). Modernes Pergament im Stil d. Z. mit 4 ledernen Bindelitzen. (Wittenberg, Melchior Lotter, 1520).
VD16 L 7140. Benzing 633. Benzing-Claus 633. – Erster Druck der ersten Ausgabe eines der frühesten Hauptschriften Luthers, kenntlich an der Lesart "reychs Curfurst" auf Blatt A1verso (vgl. Claus S. 64). - Die hübsche Titelbordüre (Luther Taf. 12) zeigt einen schlafenden Zecher, einen dicken Trinker, einen Schalmeiblaser u. unten das Druckerzeichen. – Ohne das meist fehlende Schlussblatt O5 mit dem Holzschnitt von Lucas Cranach (Jahr, Cranach, 551). Titel mit kleinem alt hinterlegten Randausriss, etwas gebräunt, sonst kaum Gebrauchsspuren.
Luther, Martin
Wjder den falsch genanten geistlichen stand deß Bapsts und der Bischöffen
Los 1103
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Luther, Martin. Wjder den falsch genanten geistlichen stand deß Bapsts und der Bischöffen. 35 Bl. Mit vierteiliger Holzschnitt-Titelbordüre. 19 x 15 cm. Halbleinen des späten 19. Jahrhunderts (berieben) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. (Basel, Adam Petri) 1522.
VD16 L 7407. Benzing-Claus I, 1199. – Vierter Druck der zuerst im selben Jahr bei Nickel Schirlentz in Wittenberg erschienenen antipäpstlichen Flugschrift, zugleich der erste außerhalb Wittenbergs hergestellte Druck. Vielleicht der schärfste Angriff Luthers auf die hohe Geistlichkeit, der er vorwirft, sie würde nicht mehr die Gebote des Paulus befolgen. – Titel etwas gebräunt und fleckig sowie mit kleinem Tintenklecks, durchgehend etwas stockfleckig und mit hs. Paginierung mit Tinte. Insgesamt wohlerhalten.
Macrobius, A. A. T. In somnium Scipionis, lib. II. Saturnaliorum. lib. VII. 576 S., 36 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke und einigen Textholzschnitten, darunter 1 Weltkarte. 17 x 10,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, oberes Kapital mit Fehlstelle, Ecken bestoßen, Rücken und Vorderdeckel etwas wurmstichig) mit 2 Messingschließen (eine etwas defekt). Lyon, Sebastian Gryphius, 1548.
Adams M 67. Vgl. STC 295 und 114. – Seltener Lyoneser Druck der beiden Hauptschriften des römischen Neuplatonikers und Grammatikers Macrobius (um 385/390 - nach 430). Die Saturnalia schildern die das damalige Gelehrtentum idealisierenden Gespräche bei einem Symposion, der bei Makrobius separat überlieferte Kommentar zu Ciceros Schrift Scipios Traum gehörte zu den im Mittelalter beliebtesten Schriften der Antike. – Erste Lagen mit Wurmlöchern, Titel im Seitenrand mit gestrichenem altem Eintrag, sonst nur leicht gebräunt und gering fleckig. Mit der schönen Holzschnitt-Darstellung der Welt auf Blatt i8 (verso). Exemplar im reich verzierten Schweinslederband mit Klassiker- und Tugendrolle auf beiden Deckeln, in den Mittelfeldern jeweils mit der (stark oxidierten) goldgeprägten Darstellung eines Löwen mit Kugel und Kreuz, dem christlichen Symbol für die Herrschaft über die Welt.
Maffei, Giovanni Pietro
Historiarum Indicarum libri XVI. Selectarum item ex India.
Los 1105
Schätzung
500€ (US$ 575)
Maffei, Giovanni Pietro. Historiarum Indicarum libri XVI. Selectarum item ex India. Epistolarum eodem interprete libri III. Accessit Ignatii Loiolae vita postremo recognita. Et in opera singula copiosus index. 2 Bl., 688 S., 16 Bl. (es fehlen 9 Bl.). 22,4 x 14,8 cm. Pergament d. Z. (Remboitage mit neuem goldgeprägten RSchild, minimal abgegriffen). Lyon, Giunta, 1589.
De Backer-Sommervogel V, 298. Sabin 43770 (Anm.). Palau 43773. – Zweite Giunta-Ausgabe der berühmten "Historiarum libri XVI" des italienischen Jesuiten Giovanni Pietro Maffei (1536-1603), die als Meilenstein der frühneuzeitlichen Weltgeschichte gelten. Abgehandelt werden vor allem die den portugiesischen Entdeckungsfahrten, Eroberungen und der christlichen Missionierung im Osten (Asien und Afrika) sowie im heutigen Brasilien während des 16. Jahrhunderts. Jeanne Giunta, hier latinisiert zu Junctae, hatte die Lyoner Offizin übernommen, die ab 1589 vom Sohn Jean-Baptiste Regnauld weitergeführt wurde ("ex officina Junctarum"). – Es fehlen 9 Blätter (R-S4 T1; pp. 129-146). Die Lagenformel lautet π² A-4S⁴ 4T² a⁴ e⁴ i⁴ o⁴. Oberer Rand der Titelseite abgerissen, ohne Textverlust, unterer Rand beschnitten, vergilbt, kleine Feuchtigkeitsflecken in den Rändern, sonst gut erhalten.
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