Los 1088

Gnapheus, Wilhelm
Acolastus

Schätzung
350€ (US$ 402)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 1088 - Gnapheus, Wilhelm - Acolastus - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Alte Drucke, Theologie, Orientalia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 1088, Auction  128, Gnapheus, Wilhelm, Acolastus

Gnapheus, Wilhelm. Acolastus. De filio prodigo comoedia inscripta. 39 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 15 x 9,5 cm. Neuerer Pergamentband unter Verwendung eines zeitgenössischen Handschriftenblatts. Köln, Martin Gymnich, 1546.
VD16 ZV 22126. – Vierter Kölner Druck bei Gymnich, der Erstdruck der lateinischen Schulkomödie Acolastus des niederländischen Humanisten Wilhelm Gnapheus (1493-1568) erschien 1529 in Antwerpen. Für die Entwicklung des humanistisch-bürgerlichen Theaterwesens grundlegenden Dramas, das weite Verbreitung fand und zu den erfolgreichsten Stücken des protestantischen Schultheaters zählt. "(Es) beeinflußte zahlreiche spätere 'Produgus'-Dramen, ja sogar das katholische Ordensdrama. Wie schon Burkhard Waldis griff Gnapheus auf die Geschichte vom verlorenen Sohn zurück, vermied aber konfessionelle Polemik. Ihm kam es formtechnisch darauf an, den christlich-moralischen Gehalt mit der Dramaturgie der antiken Komödie zur Deckung zu bringen. Vorbilder für Sprache, Handlungsmotive und Figuren (Schmarotzer, Hetäre) übernahm er von Terenz. Die pädagogische Zielsetzung wurde durch realistisches Szenenkolorit (z. B. Wirtshaustreiben) unterstrichen, mit dem die verschiedenen Sünden und Laster (Ungehorsam, Arbeitsscheu, Luxus, Sexus, Kartenspiel) als Gefährdung einer in der patriarchalischen Familie gegründeten Lebensordnung vorgeführt wurden" (Killy IV, 180f.). – Titel gebräunt, etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren, anfangs mit verblasstem Feuchtigkeitsrand im Bug. Studienexemplar mit zahlreichen Annotationen und Interlinearglossen eines zeitgenössischen Lesers.


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