Bower, Robert
Illustrated Record of Important Events Through [und:] The Campaign of Waterloo
Los 61
Schätzung
300€ (US$ 345)
(Bower, Robert). Illustrated Record of Important Events Through the Years 1812, 1813, 1814 & 1815 [und:] The Campaign of Waterloo. 2 Teile in 1 Band. 76 S., 13 nn. Bl., 10 S.; 1 Bl., 34 S. Mit 23, teils doppelblattgroße kolorierten Radierungen, 3 Tafelradierungen und 2 gestochenen Karten. 47 x 32 cm. Halbleder d. Z. (berieben, bestoßen) goldgeprägter RTitel und RVergoldung. London, T. Bensley, 1815.
Das Werk enthält zahlreiche Ansichten zu europäischen und russischen Städten, wie Moskau, Leipzig, Paris, Dantzig, Hamburg, Deen Haag, Frankfurt, Dresden, Amsterdam, Rosières, Hanau. Zudem werden wichtige Ereignisse, wie die Schlacht bei Waterloo oder die Schlacht bei Leipzig dargestellt. – Vorsätze etwas leimschattig. Finger- und braunfleckig. Ansichten in sehr kräftigem Kolorit.
Braun, Georg und Franz Hogenberg
Zurych. Tigurum, sive Turegum
Los 62
Schätzung
180€ (US$ 207)
Braun, Georg und Franz Hogenberg. Zurych. Tigurum, sive Turegum... Kolorierte Radierung. 36 x 47,5 cm (Plattenrand). Unter Glas mit Passepartout in goldgeprägter Holzprofilleiste. Köln, 1616.
Karte von Zürich aus "Urbium praecipuarum totius Mundi liber tertius". – Mit Mittelfalz. Stärker gebräunt, mit mehreren teils ausgebesserten Fehlstellen und etwas berieben. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.
Camocio, Giovanni Francesco. Fortezza di Macarsca. Kupferstichkarte. 17,5 x 23 cm (Plattenrand). 1570.
Dargestellt ist die Hafenstadt Makarska. – Teils knapp beschnitten, leicht fleckig und mit kleinen Wurmlöchern im Rand. Dekorativ.
Camocio, Giovanni Francesco. Golfo di Lepanto. Kupferstichkarte. 15 x 20 cm (Plattenrand). 1570.
Dargestellt ist der Golf von Korinth in Griechenland. – Teils knapp beschnitten, leicht fleckig und mit kleinen Wurmlöchern im Rand. Dekorativ.
Camocio, Giovanni Francesco
Il vero sitto overo contado de Modon
Los 65
Schätzung
300€ (US$ 345)
Camocio, Giovanni Francesco. Il vero sitto overo contado de Modon. Kupferstichkarte. 16,5 x 23 cm (Plattenrand). 1570.
Dargestellt ist die Belagerung der griechischen Hafenstadt Methoni. – Teils knapp beschnitten, leicht fleckig und gewellt. Dekorativ.
Camocio, Giovanni Francesco
Santo Erini et Thiresia insule poste nell'arcipelago
Los 66
Schätzung
300€ (US$ 345)
Camocio, Giovanni Francesco. Santo Erini et Thiresia insule poste nell'arcipelago. Kupferstichkarte. 16 x 22,5 cm (Plattenrand). 1570.
Dargestellt ist die Insel Santorini und Thirasia von Giovanni F. Camocio (1501-1575), der als Kartenverleger und Buchhändler zwischen 1558 und 1575 in Venedig tätig war. – Teils knapp beschnitten, leicht fleckig und leicht gewellt.
Camocio, Giovanni Francesco
Spallato città nobile et antiqua patria di Dioclesiano
Los 67
Schätzung
300€ (US$ 345)
Camocio, Giovanni Francesco. Spallato città nobile et antiqua patria di Dioclesiano. Kupferstichkarte. 15 x 20 cm (Plattenrand). 1570.
Dargestellt ist die Hafenstadt Split in Kroatien. – Teils knapp beschnitten, leicht fleckig und mit kleinen Wurmlöchern im Rand. Dekorativ.
Capri
Ansicht von Norden mit der Marina Grande, dem Solaro und reicher Segelschiff-Staffage
Los 68
Schätzung
1.600€ (US$ 1,839)
Capri. - Ansicht von Norden mit der Marina Grande, dem Solaro und reicher Segelschiff-Staffage. Gouache auf Karton. Darstellung 42,5 x 64 cm. Mit Passepartout unter Glas in vergoldeter Holzprofilleiste 67,5 x 89,5 cm. Italien um 1840.
Kurz vor Sonnenaufgang schwimmt die zauberhafte Insel im Tyrrhenisches Meer. Während drei kleine Fischerboote und fünf größere weiße Segler im Golf von Neapel ihre Wege ziehen, fährt von Osten, also vom Porto die Napoli ein großer Dreimaster mit goldener Gallionsfigur und blähender Flagge auf den Hafen der Marina Grande am Nordufer der Stadt zu, über der sich - vom Morgenlicht schon beleuchtet, der schroffe Monte Solaro erhebt. – Kaum Gebrauchsspuren, kaum Fleckchen. Prachtvolle, sehr nuancierte Gouache in leuchtenden und frischen Farben. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.
Carte de Belgique,
indiquant toutes les voies de communication
Los 69
Schätzung
200€ (US$ 230)
Carte de Belgique, indiquant toutes les voies de communication, dressée au dépot de la guerre. Grenz- bzw. flächenkolorierte lithographische Landkarte. 64 Segmente, auf Leinen montiert. Format: ca. 150 x 200 cm. (Brüssel) 1877. - Großformatige Landkarte im Maßstab 1:160.000. - Etwas fleckig.
Constable, John. English Landscape Scenery. 4 Bl. Mit 30 Stahlstich-Tafeln in Schabkunstmanier von David Lucas nach J. Constable. 43 x 29 cm. HLederband d. Z. (bestoßen und beschabt; Rücken defekt und teils fehlend; VDeckel gelöst) mit KGoldschnitt. London, H. G. Bohn, 1855.
Schöne Mezzotintofolge des englischen Kupferstechers, Schüler von S. W. Reynolds. Stimmungsvolle, belebte Bilder mit Ansichten von Dörfern und Schlössern, Landschaften, Parks, vom Meer und von Schiffen. – Vortitel mit Besitzvermerk von alter Hand; die Textbl. mit Anmerkungen in Bleistift; Ränder leicht gebräunt; die Tafeln durchweg schön.
Danet, G. L'Europe divisée dans ses principaux états. Grenzkolorierter Kupferstich von Jean L'Huillier. 50,5 x 72,5 cm (Plattenrand). Paris, Danet, 1713.
Hübsche Karte Europas mit bekränzender Wappenbordüre. – Mit Mittelfalz, gebräunt, fleckig, berieben, mit Randläsuren und hinterlegten Fehlstellen. Insgesamt mit stärkerern Gebrauchsspuren.
Danet, G.
L'Europe divisée dans ses principaux états subdivisés en leurs principales
Los 72
Schätzung
300€ (US$ 345)
Danet, G. L'Europe divisée dans ses principaux états subdivisés en leurs principales. Kolorierte Kupferstichkarte. 51,5 x 74 cm (Plattenrand). Paris, Danet, 1760.
Hübsche Karte Europas mit bekränzender Wappenbordüre. – Mit Mittelfalz, gebräunt, mit hinterlegten Einrissen, Randläsuren, etwas fleckig und knickspurig. Dekorativ.
Dieterich, Michael
Reise auf der Donau von Ulm bis Wien
Los 73
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
(Dieterich, Michael). Reise auf der Donau von Ulm bis Wien, mit genauer Angabe sowohl aller Städte, Flecken, Dörfer und Schlösser, die an beiden Ufern liegen, als auch aller Flüsse, die sich mit der Donau vereinigen, nebst den vorzüglichsten Merkwürdigkeiten der einzelnen Orte und Gegenden. Zweite vermehrte und verbesserte Ausgabe, mit und ohne Kupfern (!). Titel, 1 Bl. Widmung, (S. 3)-14, (17)-142 S., 1 Bl. Anzeigen. Mit 26 gestochenen Tafeln, davon 24 bei Herzberg und 2 bei E. Ebner, beide in Augsburg. 17,5 x 11 cm. Marmorierter Pappband d. Zt. (gering berieben umd bestoßen) mit RSchild. Ulm, J. Ebner, 1818.
Nebehay-Wagner 545 und 2. Nachtrag 240 (nur 22 Tafeln). Heyd III, 3354o. Weyermann: Neue Nachrichten 63, Nr. 6 bzw. Weyermann: Ulm (zu Becker). – Die erste Ausgabe mit nur 95 S. und ohne Kupfer war 1813 bei Beck in Nördlingen erschienen. Mit Ansichten von Ulm, Lauingen, Gegend unter Neuburg, Ingolstadt, Voering, Herum und Hinum, Wackerstein, Gegend unterhalb Kelheim, Abach, Donaustauf, Pfäling, Wintzen, Das Dorf Wintzen, Filshofen, Das Schloß Heckersdorf, Der Gränz- oder Iochenstein, Aschau, Ottensheim, Spilberg, Die Stadt Ens, Ausfahrt aus dem Strudel, Der Wirbel, Maria Taferl, Kloster Melck (!), Stein und Krems und Mautern, Nussdorf, der Kahlenberg und Leopoldsberg. Ein zufälligerweise im Internet abgebildetes Exemplar einer Folge von 12 Blatt mit den 24 Ansichten von Herzberg zeigt, dass die nummerierten Ansichten 1-12 jeweils auch den Titel "Donau gegenden" (!) tragen, während die nicht nummerierten Ansichten ohne Titel und nur mit Bildunterschrift, einige auch mit Verlegervermerk erschienen sind (wie in vorliegendem Exemplar). Die Ansicht Wintzen bez. "G. Adam fec." (sehr wahrscheinlich der Nürnberger Kupferstecher Georg Adam (1784-1823), von dem radierte Landschaftsansichten bei Herzberg nachweisbar sind; vgl. AKL 1, S. 296). Dieterich (1767-1853) hat seine Reise 1812 unternommen und beschreibt zuerst die allgemeinen Reiseumstände und schließt seine historisch-topographischen Beschreibungen an. Er hatte in Jena Theologie studiert, arbeitete anschließend als Hauslehrer und später als Pfarrer in Langenau. Das Widmungsblatt des Verlegers Jakob Friedrich Ebner (1783-1837) wohl für seinen Onkel, den Mitarbeiter in der Stettinschen Buchhandlung in Ulm Karl Friedrich Becker (geb. 1768). – Vorsatz mit zeitgenössischen (?) Besitzvermerk W. Goett (?) Dr. med. Spiegel mit kleinem Exlibris G. Wolff. Vereinzelt leicht stockfleckig. Ab S. 99 im unteren Rand mit zwei Braunflecken (nicht in Text oder Abb. reichend).
General-Karte des Herzogthums Steyermark
nach der Specialkarte gezeichnet im K. K. militaerischen geographischen Institute in Wien
Los 74
Schätzung
150€ (US$ 172)
General-Karte des Herzogthums Steyermark nach der Specialkarte reduzirt und gezeichnet im K. K. militaerischen geographischen Institute in Wien 1842. Kupferstichkarte in 4 separaten Teilen mit jeweils 6 Segmenten, auf Gaze montiert. Format: ca. 80 x 80 cm. In marmorierter Pappdecke und Pappschuber d. Z. Wien 1842. - Etwas braun- und stockfleckig.
Golf von Neapel. - 2 Ansichten. Gouache auf ovalem Karton. Darstellung Je 29 x 39 cm. Mit Ovalpassepartout unter Glas lackierten Holzkehlenrahmen (diese mit wenigen Kratzern, Druckstellen, Abschabungen). 43 x 53 cm. Italien um 1860.
Zwei, als Paar gerahmte, sehr suggestive Ansichten des "Golfo di Napoli" als Querovaltondos von besonderem Reiz. Die eine Vedute zeigt die Gesamte Bucht, wohl von Capo Miseno oder dem Monte di Procida gesehen. Oben auf der Anhöhe ergehen sich zwei weißgekleidete Benediktinermönche in den Weinbergen, die schon von Herbstlaub umrahmt werden. Links die Baia mit der Stadt Neapel, überragt von der majestätischen Vulkanlandschaft mit dem Vesuv. Unten rechts am Auslauf des Phlegräischen Gebirges die Insel Nisida, die auf der zweiten Tafel von Norden, etwa von Rione Terra gesehen wird - mit hübschen Segelboten und Barken mit Fischern, die ihre Netze auswerfen oder einholen. – Minimaler Randeinriss von oben und winziger Eckabbruch unten, sonst sehr schön erhaltene, duftige Gouache, die überzeugend mit der Lichtregie, Schattenverteilung im den Himmel rosa färbenden Abendlicht umgeht. Bemerkenswert schön ist auch der vergoldete Holzrahmen, der ein Schitzwerk von reliefierten Margariten auf Riefelgrund zeigen, umgeben von Kymation-Bordüre im Außrenrand. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.
Golf von Neapel
Ansicht von San Fernando in Napoli auf den Golf mit dem Vesuv und dem Monte Somma
Los 76
Schätzung
800€ (US$ 920)
Golf von Neapel. - Ansicht von San Fernando in Napoli auf den Golf mit dem Vesuv und dem Monte Somma. Gouache auf Karton. Darstellung 25,5 x 32,5 cm. Mit Passepartout unter Glas in ornamental geschnitzer und vergoldeter Holzprofilleiste (mit wenigen Kratzern und Ausbrüchen) 44,5 x 49 cm. Italien um 1855.
Rechts im Bilde überschnitten sieht man noch einen Turm des Castel Nuovo, links die hübschen Häuserzeilen des Lungomare di Napoli. En face der majestätische Blick auf die Gebirgskette und im Vordergrund der sich aus dem Monte Somma erhebende rauchende Krater des Vesuv. Besonders hübsch sind auch die zahlreichen Staffagefiguren am Pier im Vordergrund, die Barken, Fischerbote und Segelschiffe, die sich im Horizont verlieren. – Bildträger etwas wellig, jedoch kaum fleckig oder gebräunt. Kaum Gebrauchsspuren, kaum Fleckchen. Sehr dekorative Gouache in leuchtenden und frischen Farben. Bemerkenswert schön ist auch der vergoldete Holzrahmen, der ein Schitzwerk von reliefierten Margariten auf Riefelgrund zeigen, umgebn von Kymation-Bordüre im Außrenrand. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.
Gourdault, Jules. A travers Venise. Ouvrage illustré de nombreuses gravures dans le texte et de treize eaux-fortes par les premiers artistes. 1 Bl., 62 S., 1 Bl. Mit 13 Radierungen, meist von Léon Gaucherel und Francesco Guardi, sowie 29, teils blattgroßen Textabbildungen. 39 x 28,5 cm. OLeinen (fleckig, berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem Deckeltitel. Paris und London, Librairie de l'art, 1883.
Mit hübschen Ansichten von der Piazetta, Piazza San Marco, Santa Maria della Salute, San Giorgio Maggiore, Dogenpalast und einer Szene mit Perlenstickerinnen und weiteres – Stockfleckig.
Heine, Maximilian. Bilder aus der Türkei. Nach eigener Anschaung skizzirt. XIV Bl., 233 S., 1 Bl. (lithographischer Titel fehlt). 18,5 x 11,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas bestoßen, Fehlstelle am Rücken hinterlegt). St. Petersburg, J. Brieff, 1833.
Engelmann II, 993. – Einzige Ausgabe. Reisebericht von Heinrich Heines Bruder Maximilian Heine (1804-1879), der als Arzt im Dienst der Kaiserlichen Russischen Armee in St. Petersburg lebte. Dieses Werk ist seine erste Buchveröffentlichung in der er seine Erlebnisse des Balkanfeldzuges im Russisch-Türkischen Krieg beschreibt. – Der lithographische Titel fehlt. Etwas gebräunt.
Hempel, Christian Friedrich
Leben, Thaten und betrübter Fall des weltberufenen russischen Grafen Burchards Christophs von Münnich
Los 79
Schätzung
750€ (US$ 862)
Hempel, Christian Friedrich. Leben, Thaten und betrübter Fall des weltberufenen russischen Grafen Burchards Christophs von Münnich, gewesen Kayserlichen Ersten Ministers, und General-Feld-Marschalls, in Russland. 9 Bl., 352 S. Mit gestochenem Frontispiz und 2 gefalteten Tabellen. 17 x 10 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen und Kapitele mit kleinen Fehlstellen). Bremen, Nathanael Saurmann, 1742.
Seltene erste Ausgabe. Das Werk erzählt von den Thaten und Erlebnissen des deutschstämmigen Generalfeldmarschall und russischen Premierminister Burchard Christoph von Münnich (1683-1767). – Mit kleinen Gebrauchsspuren sonst gutes Exemplar.
Hersleb, Peder. Nordens Gloede da den stormøgtigste Danmarkes og Norges Arve-Fenevolds Herre Herre, Kong Friderich den femte ... tilligemed Hans kongelig Majestaets Højstelkelige Gemahl ... Dronning Louise ... sammenskrevet. 8 Bl., 175 S. Mit 2 gestochenen Porträttafeln von J. M. Preisler nach C. G. Pilo, fünf 8-zeiligen gestochenen Initialen mit szenisch-figürlichen Darstellungen, 4 großen Textkupfern und 4 großen gestochenen Schlussvignetten. 37,6 x 24,6 cm. Chamoisfarbenes Maroquin (Rücken unwesentlich gedunkelt) mit roséfarbenem goldgeprägten RSchild und reicher RVergoldung, prachtvoller Deckelornamentik im Mosaikstil mit aufgebrachten Kalbslederstücken in hellem Grün und Rosé mit reichster Goldprägung, Stehkantenvergoldung und breiter Palmetten-Innenkantenvergoldung als Rahmen um türkisfarbene Seidenbrokatspiegel und Vorsatzbezügen, dreiseitiger Goldschnitt. Schlichter Spiegel. Kopenhagen, Johan Jôrgen Höffner, (1749).
"Nordens Glæde" - "Glanz" oder "Freude des Nordens" titelt die prachtvolle Festschrift des dänisch-norwegischen Theologen und Bischofs Peder Hersleb (1689-1757), der hier seine Predigt anlässlich der feierlichen Salbung und Krönung von König Friedrichs V. und Königin Louise am 4. September 1747 in der Schlosskirche von Frederiksborg veröffentlichte.
Das ebenso kostbar wie reich ausgestattete Buch gilt das wichtiges bleibende Zeugnis dänisch-norwegischer Festkultur und Repräsentation im Zeitalter des Absolutismus. Der "Arve-Eenevolds Herre", also der absolutistische "Erbevalsherr", König Friedrich V. von Dänemark, Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein (1723-1766), heirate die Prinzessin Louise von Großbritannien, Irland und Hannover (1724-1751) in einem politischen Zweckbündnis zwischen Großbritannien und Dänemark-Norwegen vor dem Hintergrund des Machterhalts gegenüber den europäischen Festlandsmächten.
Trotz ihrer kurzen Lebenszeit - Louise wurde 27 Jahre alt - förderte die Königin die Hofkultur mit Kunst, Musik und Theater. Und ebenso prunkvoll wie sie regierte, wurde die Hochzeit gefeiert, die in den großen Textkupfern (12,6 x 15,6 cm) von C. H. de Loden dargestellt wird: festliche Umzüge, große Empfänge, Jubelfeiern in den Straßen von Kopenhagen, der triumphale Einzug des Hochzeitspaars durch die Volksspaliere, die Krönungszeremonie im Thronsaal auf Schloss Christiansborg und vieles mehr.
"Die Freude des Nordens, als der allmächtige Erbe und Alleinherrscher von Dänemark und Norwegen, König Friedrich der Fünfte … zusammen mit der hochverehrten Gemahlin Seiner Königlichen Majestät, Königin Louise
unsere allerbarmherzigste Königin (feiern) Ihre Königliche Salbung, am 4. September 1747 in der Schlosskirche von Friedrichsburg" (Titel). – Tadellos frisches Exemplar, kaum gebräunt, auf besonders kostbaren, gewalzten Schöpfbütten mit feinster Siebstruktur und gebunden in einen wahrhaft königlichen Einband mit dem gekrönten Monogramm Friedrichs V. Das "FF" in aufwendiger Doppelligatur mit der römischen Zahl "V" für die übliche Darstellung als "D.G. DAN.NOR.VAN.GOT. REX.FF.V.", lies: "Dei Gratia Daniae, Norvegiae, Vandalorum, Gothorum Rex Fredericus Quintus".
Die roséfarbene Lederauflage ist von einer herrlichen goldgeprägten Kartusche umgeben, auf der oben ein Pfau sitzt, eingerahmt von einer doppelten Goldbordüre, von denen die innere ebenfalls mit roséfarbenem Kalbsleder unterlegt wurde. Der Einbandspiegel dann mit elf großen hellgrünen Lederauflagen mit Gitterwerk-Goldprägung, umspielt von einer grandios verspielten Rokoko-Girlande in leuchtendem Gold, mit Blumen, Bouquets, Festons etc.
Verso wiederholt sich das Dekor, das in der Mitte das große Wappenschild des dänischen Königreichs umspielt: auf cognacfarbenem Maroquingrund erscheinen die drei blauen, überaus fein goldbeprägten Löwen, umgeben von den neun roten, goldkonturierten Herzchen. Bemerkenswert sind nicht zuletzt die in schillernden Gold flächig gefasste und mit Guillochen und Palmetten feinst ornamentierten Innendeckel, die - ebenso wie die fliegenden Vorsätze mit feinstem Seidenbrokat bezogen wurden. Darin mehrere verschiedene Wappendarstellungen.
Der Einband ist verso unten rechts signiert "D. L. CLEMENTS EFTF". Es handelt sich um den genialen Hofbuchbinder Daniel Louis Clément (1820-1877) bzw. dessen Nachfolger (Efterfølger), worauf sich der Einband als Terminus post quem in die Zeit nach 1877 datieren lässt. So handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Prunkband für den Glücksburger König Christian IX., dem es womöglich nie überreicht wurde.
Homann, Johann Baptist. Prospect der Konigl. Schwed. Haupt und Residenz-Stadt Stockholm mit einigen derselben vornehmsten u. herrlichsten Palaesten. Kolorierter Kupferstich. 53,5 x 61 cm (Blattgröße). 50,3 x 58,5 cm (Plattenrand). Um 1740.
Mit einer großen Vedute im unteren Viertel, darüber zwölf weitere verschiedene Detailansichten. – Mehrfach gefaltet, Hinterlegungsreste auf der Mittelfalz. Kleine Randläsuren.
Inselin, Charles
Carte nouvelle et curieuse du royaume d'Espagne
Los 81
Schätzung
300€ (US$ 345)
Inselin, Charles. Carte nouvelle et curieuse du royaume d'Espagne. Grenzkolorierte Kupferstichkarte. 64 x 92 cm (Plattenrand). Paris, Jaillot, 1782.
Karte Spaniens und Portugal von Charles Iselin mit großer figürlicher Titelkartusche und zwei Legenden. – Mit Mittelfalz, knickspurig, geknickt, fleckig und mit kleinen Einrissen
James, John Thomas. Journal of a tour in Germany, Sweden, Russia, Poland, during the years 1813 and 1814. 2 Bände. XII, 454 S., 1 Bl.; IV, 435 S., 1 l. w. Bl. Mit 2 Frontispizen in Aquatinta und 10 radierten Tafeln. 21 x 13 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben) mit goldgeprägtem RSchild. London, J. Murray, 1817.
Vgl. Abbey, Travel 16. – Zweite Ausgabe. Die Tafeln mit Ansichten von Berlin, Moskau, Kiew, Krakau, Petersburg, Stockholm etc. – Vorsatz mit hs. Widmung. Etwas stock- und fingerfleckig und leicht knickspurig.
Keyssler, Johann Georg
Neueste Reisen durch Deutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweitz, Italien und Lothringen
Los 83
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Keyßler, Joh. Georg. Neueste Reisen durch Deutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweitz, Italien und Lothringen. 2 Bände. 3 Bl., 810 S., 1 Bl.; 2 Bl., 1344 S., 88 S., 16 S., 29 Bl. Mit gestochenem Frontispiz, und gestochener Titelvignette, 6 teils gefalteten teils doppelblattgroßen Kupfertafeln. 20,5 x 16 cm. Leder d. Z. (beschabt und fleckig) mit goldgeprägtem RTitel und reicher RVergoldung und goldgeprägten Stehkanten. Hannover, Nicolai Förster und Erben Sohn, 1740-1741.
Griep-Luber 689. Tresoldi 38. Kuhn, Arcadien 46. Hayn-Gotenberg III, 543. Vgl. Cox I, 133f. Pescarzoli 87 (engl. Ausgabe 1760). – Reisebericht des Hofmeisters Joh. Georg Keyßler, der den jungen Grafen Bernstorff begleitete. "Ist mit seiner umfangreichen und sorgfältigen Sammlung von Material für lange Zeit das wichtigste Nachschlagwerk über Italien gewesen. Man sieht es in der Hand Goethes, Jean Paul diente es als Hintergrund für sein Bild der Isola Bella" (Kuhn)."Handelt auch von Hermaphroditen und Priapischen Altertümern" (Hayn-Gotenberg). – Vorsatz mit teils rasiertem Bibliotheksschildchen "Bibliothéque du ..." Papierbedingt gebräunt und etwas fleckig sonst wohlerhalten. Dekorative Einbände.
La Spezia
"Renseignements sur La Spezia". Französische Handschrift auf Papier und grenzkolorierter Lageplan
Los 84
Schätzung
800€ (US$ 920)
Einzigartiges Dokument zur Militärspionage Frankreichs in den Militäranlagen von La Spezia
La Spezia. "Renseignements sur La Spezia". Französische Handschrift auf Papier und grenzkolorierter Lageplan des Hafenarsenals. 2 Bl. 31 x 19 cm und ca. 22 x 22 cm. Frankreich um 1870.
Klandestin von einem französischen Spion wohl für die Regierung unter Napoleon III. angefertigte handschriftliche Beschreibung der Militäranlagen des Arsenals von La Spezia im italienischen Ligurien am Mittelmeer. Nachdem Napoleon Bonaparte die wegen ihrer tiefen Bucht strategisch enorm bedeutende Hafenstadt im Jahr 1805 als Teil von Ligurien direkt dem Ersten Französischen Kaiserreich angegliedert hatte, wurde La Spezia erst im März 1861 mit der Gründung des Königreichs Italien wieder und "offiziell" italienisch. Schon 1857 wurde der Architekt und General Domenico Chiodo (1823-1870) von dem piemontesische Ministerpräsidenten Cavour beauftragt, Pläne für einen Marinestützpunkt in La Spezia zu erstellen. Dieser entwarf daraufhin das monumentale Militärarsenal von La Spezia ("Arsenale Militare Marittimo"), mit dem das junge Königreich sein Selbstbewusstsein auch gegenüber dem Frankreich Napoleons III. manifestierte. Dieser wiederum unterhielt in dieser Zeit enge diplomatische und militärische Kontakte zu Italien. Französische Ingenieure, Spione und Marineoffiziere beobachteten den Bau des strategisch extrem wichtigen Tiefwasserhafens im sogenannten "Golfo dei Poeti" genauestens.
So zeigt der minutiös auf dünnes Seidenpapier gezeichnete Plan die Bucht von La Spezia, die vorgelagerte Insel Terrizzo, das Küstenprofil und das Hinterland mit allen für die Verteidigung relevanten Einrichtungen wie Berge (M. Castellazo", "M. Parodi" etc.) mit Bastionen und Beobachtungspunkten, die Eisenbahnlinie ("chemin de fer du littoral"), die Festungen ("Fort Muzzerone"), die Militäranlagen "Arsenal", den berühmten Deich "Diga foranea" zur Verteidigung und Abriegelung ("Digue a fleur d'eau") und vieles mehr.
Detailliert beschreibt der Informant auf dem angehefteten Blättchen "Renseignements sur La Spezia" die Einrichtungen in tabellarischer Form: "Inauguration de l'Arsenal": "L'arsenal a été inauguré le 28 Août 1869. A coûté environ 70 millions sans compter les 60 millions nécessites par la digue et les forts" (in Blau hinzugesetzt: "Prix = 130 Millions). Es folgen exakte Angaben zur Anzahl und den Abmessungen und einzelnen Anlagen der Werften ("Darses"), die Trockendocks ("Bassins de radoub"), die Kräne ("Grue ... possède une grue de 160 tonnes", die Schiffbauhellinge bzw. -plätze ("Cales de Construction"), die Kohlevorräte ("Dépôts de charbon"), die Bewehrung mit Waffen ("Artillerie - L'Artillerie est établie à San-Vito") und genaue Angaben über die Munitions- und Sprengstofflager ("Les poudres se trouvent à Panigaglia et dans le Val de Lochi"). Auch die Lagerung der die für die Zündung notwendige Schießbaumwolle findet historisch seine vollkommen richtige Erwähnung ("Le fulmi-coton est a Ferrazzola").
Die Tabellen verso enthalten eine in besonders winziger, wiewohl gut lesbarer Handschrift aufgeführte "Liste des forts, batteries redoutés, ouvrages avancés etc.", gegliedert nach "défendant la passe", "contre un barbardement du large", "contre une attaque de l'Est" und "contre une attaque de NO". Links auf derselben Seite wird der Damm ("Digue") in seiner Lokation, seinen Ausmaßen und seiner Bestückung mit Kannonen etc. detailliert beschrieben: "Digue [...] Sera défendue par les cannoniers 'Castor et Pollux' armées chacune de 2 Canons de 120 K. et par le cuirassé 'Roma' [...]". – Etwas gebräunt, die Eisengallustinte nur auf dem Seidenpapier mit kleinen Einrissen durch geringen Tintenfraß, jedoch ohne Bild- oder Textverluste. - Eindrucksvolles Dokument der französischen Spionage im Risorgimento.
(Lovisa, Domenico). Il gran teatro di Venezia ovvero raccolta delle principali vedute e pitture che in essa si contegono. 2 Teile in 1 Band. 2 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit 114 (statt 122) Kupfertafeln. 51,5 x 70,5 cm. Pappband d. Z. (stärkere Gebrauchsspuren, Deckel mit Knickspur). (Venedig, Domenico Lovisa, 1720).
Brunet II, 1696. Cicognara 4100. Thieme-Becker XXXVI, 576. Ornamentstichsammlung 2693. – Beide Teile des prachtvollen Tafelwerks mit den großformatigen Kupfertafeln, der Band I mit 60 (statt 65) herrlichen Ansichten von Venedig, der Band II mit 54 (statt 57) religiösen und geschichtlichen Szenen nach Gemälden der großen italienischen Künstler. Das "Gran Teatro di Venezia" wurde um 1715 von einem Gremium venezianischer Aristrokraten geplant, die die "Splendori della Repubblica" und ihrer Kunstsammlungen darstellen wollten und den Kupferdrucker und dem Verleger Domenico Lovisa (1690-1750) dafür den Auftrag gaben. Ursprünglich beabsichtigten sie, eine Sammlung von 100 Illustrationen mit Ansichten von Venedig und eine zweite Serie von 100 Stichen mit Abbildungen der bedeutendsten Gemälde, Kunst- und Kultgegenstände etc., jeweils mit erklärendem Text, zu veröffentlichen, woraus dann allerdings zwei - in sich vollständige - Galeriewerke mit zusammen "nur" 122 Tafeln (Teil I 65, Teil II 57 Tafeln) wurden. – Teils etwas fleckig und mit Quetschfalten, die ersten sechs Tafeln mit Einriss im oberen Rand, mehrere Tafeln etwas gebräunt.
Luzern. - Rigi Kaltbad Hotel auf dem Berg Rigi. Aquarell auf Papier. 21 x 29,5 cm.
Um 1900.
Sehr detailierte und filigrane Aquarellzeichnung mit Staffage und Blick auf das Hotel Rigi Kaltbad sowie die Landschaft. – Rechte untere Ecke abgerissen (ohne Bildverlust) und mit Transparentstreifen verso montiert, leicht gebogen und verso mit Montageresten.
Merian, Matthäus. Theatri Europaei. Sechster und letzter Theil. Das ist ausführliche Beschreibung der Denckwürdigsten Geschichten, so sich hin und wieder durch Europam, als in Hoch- und Nieder-Teutschland (...) vom Jahr Christi 1647 biß 1651 (...) zugetragen (...) beschrieben, Durch J. G. Schlederum. 7 Bl., 1206 (von 1208) S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, gestochener Kopfvignette, 10 (2 gefaltet) Kupferstichkarten, 10 Kupfertafeln, 27 militärische Kupferpläne und 147 gestochene Porträts teils auf Tafeln. 34 x 20,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, bestoßen, fleckig und mit wenigen kleinen Wurmlöchern) RSchild, goldgeprägtem und gezeichnetem Wappen auf dem Rücken sowie 2 Messingschließen. Frankfurt, Erben Merians, 1663.
Wüthrich III, 133, 102. – Laut Tafelverzeichnis bis auf ein Kupfer komplett. Unter den Stadtansichten eine große Ansicht von Prag und eine mehrfach gefaltete Karte von Bordeaux. Die Karten zeigen u. a. die Insel Kreta und Deutschland. Unter den historischen Ansichten die Hinrichtung des englischen Königs Karls I.
gestochenem Porträt, 5 gefalteten Karten, 31 militärischen Plänen und Skizzen (statt 32), 47 Portraits und 22 Ansichten von historischen Szenen und Städten. Mit zahlreichen Abbildungen (meist Portraits) im Text. – Es fehlt ein Textblatt und siebzehn Seiten Register. Laut Tafelregister vollständig. Papierbdingt leicht gebräunt, teils etwas fleckig und gewellt, mit wenigen Knickspuren, wenige Tafeln mit Randläsuren.
Münster, Sebastian
L'effigie de la utille de Constantinoble
Los 88
Schätzung
150€ (US$ 172)
Münster, Sebastian. L'effigie de la utille de Constantinoble selon qu'elle est nostre temps soubz le Turc. 20 x 37 cm (Darstellung). Basel, Henry Pierre, 1550.
Eine frühe, detailreiche Karte aus "Cosmographia" von Sebastian Münster. Dargestellt ist Konstantinopel aus der Vogelperspektive in der damaligen Zeit unter der Herrschaft der Türken. – Mit Mittelfalz, etwas fleckig mit Einrissen und kleinen teils unfachmännisch restauriert Fehlstellen.
Neapel
Ansicht von San Fernando in Napoli auf den Golf mit dem Vesuv und dem Monte Somma
Los 89
Schätzung
800€ (US$ 920)
Neapel. - Ansicht der Bucht bis zum Castel del'Ovo, Monte Somma und Vesuv, über der Stadt die Festung des Castel Sant'Elmo. Gouache auf Karton. Darstellung 24,5 x 32 cm. Mit Passepartout unter Glas in ornamental geschnitzer und vergoldeter Holzprofilleiste (mit wenigen Kratzern und Ausbrüchen) 44,5 x 49 cm. Italien um 1855.
Der Lungomare mit hübscher Staffage, lagernden Fischern und Fischerinnen, diskutierenden und gestikulierenden Napoletanern, Hunde Pfrde, Kutschen entlang der zur Bucht ausgerichteten bunten Häuser, die sich bis zum mächtigen Castel Sant'Elmo den Hügel hochziehen. Vor der Bergkulisse im Hintergrund sieht man rechts die charakteristische Vulkanlandschaft mit dem rauchenden Vesuv und davor, wie eine im Meer schwimmende Insel das Castel del'Ovo. – Minimaler Randeinriss von oben und winziger Eckabbruch unten, sonst sehr schön erhaltene, duftige Gouache, die überzeugend mit der Lichtregie, Schattenverteilung im den Himmel rosa färbenden Abendlicht umgeht. Bemerkenswert schön ist auch der vergoldete Holzrahmen, der ein Schitzwerk von reliefierten Margariten auf Riefelgrund zeigen, umgeben von Kymation-Bordüre im Außrenrand. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.
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