Los 79a
Hersleb, Peder
(1689-1757)Nordens Gloede da den stormøgtigste...
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6.000€ (US$ 6,897)
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Aus dem Katalog
Geschichte, Geographie und Reisen
Auktionsdatum 6.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Hersleb, Peder. Nordens Gloede da den stormøgtigste Danmarkes og Norges Arve-Fenevolds Herre Herre, Kong Friderich den femte ... tilligemed Hans kongelig Majestaets Højstelkelige Gemahl ... Dronning Louise ... sammenskrevet. 8 Bl., 175 S. Mit 2 gestochenen Porträttafeln von J. M. Preisler nach C. G. Pilo, fünf 8-zeiligen gestochenen Initialen mit szenisch-figürlichen Darstellungen, 4 großen Textkupfern und 4 großen gestochenen Schlussvignetten. 37,6 x 24,6 cm. Chamoisfarbenes Maroquin (Rücken unwesentlich gedunkelt) mit roséfarbenem goldgeprägten RSchild und reicher RVergoldung, prachtvoller Deckelornamentik im Mosaikstil mit aufgebrachten Kalbslederstücken in hellem Grün und Rosé mit reichster Goldprägung, Stehkantenvergoldung und breiter Palmetten-Innenkantenvergoldung als Rahmen um türkisfarbene Seidenbrokatspiegel und Vorsatzbezügen, dreiseitiger Goldschnitt. Schlichter Spiegel. Kopenhagen, Johan Jôrgen Höffner, (1749).
"Nordens Glæde" - "Glanz" oder "Freude des Nordens" titelt die prachtvolle Festschrift des dänisch-norwegischen Theologen und Bischofs Peder Hersleb (1689-1757), der hier seine Predigt anlässlich der feierlichen Salbung und Krönung von König Friedrichs V. und Königin Louise am 4. September 1747 in der Schlosskirche von Frederiksborg veröffentlichte.
Das ebenso kostbar wie reich ausgestattete Buch gilt das wichtiges bleibende Zeugnis dänisch-norwegischer Festkultur und Repräsentation im Zeitalter des Absolutismus. Der "Arve-Eenevolds Herre", also der absolutistische "Erbevalsherr", König Friedrich V. von Dänemark, Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein (1723-1766), heirate die Prinzessin Louise von Großbritannien, Irland und Hannover (1724-1751) in einem politischen Zweckbündnis zwischen Großbritannien und Dänemark-Norwegen vor dem Hintergrund des Machterhalts gegenüber den europäischen Festlandsmächten.
Trotz ihrer kurzen Lebenszeit - Louise wurde 27 Jahre alt - förderte die Königin die Hofkultur mit Kunst, Musik und Theater. Und ebenso prunkvoll wie sie regierte, wurde die Hochzeit gefeiert, die in den großen Textkupfern (12,6 x 15,6 cm) von C. H. de Loden dargestellt wird: festliche Umzüge, große Empfänge, Jubelfeiern in den Straßen von Kopenhagen, der triumphale Einzug des Hochzeitspaars durch die Volksspaliere, die Krönungszeremonie im Thronsaal auf Schloss Christiansborg und vieles mehr.
"Die Freude des Nordens, als der allmächtige Erbe und Alleinherrscher von Dänemark und Norwegen, König Friedrich der Fünfte … zusammen mit der hochverehrten Gemahlin Seiner Königlichen Majestät, Königin Louise
unsere allerbarmherzigste Königin (feiern) Ihre Königliche Salbung, am 4. September 1747 in der Schlosskirche von Friedrichsburg" (Titel). – Tadellos frisches Exemplar, kaum gebräunt, auf besonders kostbaren, gewalzten Schöpfbütten mit feinster Siebstruktur und gebunden in einen wahrhaft königlichen Einband mit dem gekrönten Monogramm Friedrichs V. Das "FF" in aufwendiger Doppelligatur mit der römischen Zahl "V" für die übliche Darstellung als "D.G. DAN.NOR.VAN.GOT. REX.FF.V.", lies: "Dei Gratia Daniae, Norvegiae, Vandalorum, Gothorum Rex Fredericus Quintus".
Die roséfarbene Lederauflage ist von einer herrlichen goldgeprägten Kartusche umgeben, auf der oben ein Pfau sitzt, eingerahmt von einer doppelten Goldbordüre, von denen die innere ebenfalls mit roséfarbenem Kalbsleder unterlegt wurde. Der Einbandspiegel dann mit elf großen hellgrünen Lederauflagen mit Gitterwerk-Goldprägung, umspielt von einer grandios verspielten Rokoko-Girlande in leuchtendem Gold, mit Blumen, Bouquets, Festons etc.
Verso wiederholt sich das Dekor, das in der Mitte das große Wappenschild des dänischen Königreichs umspielt: auf cognacfarbenem Maroquingrund erscheinen die drei blauen, überaus fein goldbeprägten Löwen, umgeben von den neun roten, goldkonturierten Herzchen. Bemerkenswert sind nicht zuletzt die in schillernden Gold flächig gefasste und mit Guillochen und Palmetten feinst ornamentierten Innendeckel, die - ebenso wie die fliegenden Vorsätze mit feinstem Seidenbrokat bezogen wurden. Darin mehrere verschiedene Wappendarstellungen.
Der Einband ist verso unten rechts signiert "D. L. CLEMENTS EFTF". Es handelt sich um den genialen Hofbuchbinder Daniel Louis Clément (1820-1877) bzw. dessen Nachfolger (Efterfølger), worauf sich der Einband als Terminus post quem in die Zeit nach 1877 datieren lässt. So handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Prunkband für den Glücksburger König Christian IX., dem es womöglich nie überreicht wurde.
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