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Lot 2731, Auction  128, Anschütz, Heinrich, Brief aus Triest an einen Freund in Venedig. 1827

Anschütz, Heinrich
Brief aus Triest an einen Freund in Venedig. 1827
Los 2731

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Anschütz, Heinrich, berühmter Schauspieler und Regisseur, langjähriges, führendes Mitglied des Wiener Burgtheaters, schrieb wertvolle Memoiren (1785-1865). Eigh. Brief m. U. "H. Anschütz". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 4to. Triest 5.VIII.1827.
An Herrn Walcher vom Marine-Oberkommando in Venedig. Interessanter Brief, in dem Anschütz ausführlich den nächtlichen Zusammenstoß zweier Schiffe schildert, den er mit seiner Familie auf der Fahrt nach Triest erlebte. "... In diesem Augenblicke machte ich schon mein Testament, und Alles stürzte mit bleichen Todtengesichtern aus dem unteren Raume herauf; aber wir wurden glücklich erhalten, und unser bleßirtes Fahrzeug trug uns noch glücklich in den Hafen ... Wahrscheinlich hat Alles auf beyden Schiffen geschlafen, und diese unverzeihliche Nachläßigkeit hätte beinahe vielen Menschen das Leben gekostet; wie ich höre sind die Capitains auch schon in Untersuchung gezogen ... Ihrem freundlichen Anerbieten zufolge empfehle ich Ihnen einen Bekannten, Herren Rettich, vom hiesigen Theater, der vielleicht nach Venedig kommen wird. Er ist ein junger Mann, empfänglich für alles Gute und Schöne, und Sie werden vielleicht einige Ihrer Mußestunden nicht unangenehm mit ihm zubringen; vielleicht ist er Ihnen noch von Wien aus bekannt als er beym Hoftheater war ...". Bestellt u. a. Grüße von "Stubenrauchs". - Der Maler Philipp von Stubenrauch (1784-1848) war fast 40 Jahre lang Kostüm- und Dekorationsdirektor an den Wiener Hoftheatern. - Der Schauspieler Karl Rettich (1805-1878) erhielt 1835 zusammen mit seiner Frau Julie ein lebenslängliches Engagement am Wiener Burgtheater. - Kleiner Einriss beim Siegel; die erste Seite am oberen und unteren Rand mit kleinen Notizen über Anschütz.

Lot 2732, Auction  128, Autographen-Album, einer Sammlerin in Mannheim

Autographen-Album
einer Sammlerin in Mannheim
Los 2732

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Autographen-Album einer Sammlerin in Mannheim. 128 signierte Karten, Fotos, Briefe, Albumblätter, Visitenkarten und andere kleinere Schriftstücke, fest montiert auf die Kartonblätter eines Albums. Quer-folio. Leinen d. Z. (Rückenkanten defekt). 1878-1920.
Reichhaltige Sammlung von Autographen und Autogrammen zeitgenössischer Prominenz, vor allem aus den Gebieten Literatur, Musik, Theater. Wo es sich um Postkarten handelt, haben die Autoren häufig mit Versen und Sinnsprüchen die Sammlerin angesprochen. Musiker und Theaterleute sind großenteils mit Porträt- oder Rollenfoto-Postkarten vertreten. - Vorhanden aus dem Bereich Literatur: Friedrich von Bodenstedt, Raoul Auernheimer, Georg Engel, Fritz Mauthner, Richard Schaukal (2), Wilhelm Bölsche, Heinrich Mann ("Hier ist der Autograph. Bin ich nicht brav?"), Hedwig Lachmann-Landauer, Julius Wolff, Hans Bethge, Max Halbe, Edward Stilgebauer, Victor Blüthgen, Christian Morgenstern (Bleistift-Konzept eines Gedichts), Franz Karl Ginzkey, Johannes Schlaf, Rideamus, Carl Busse, Marx Möller, Rudolf Löwenstein, Ernst Wichert, Lulu von Strauß und Torney, Will Vesper, A. de Nora (Anton Noder), Albert H. Rausch (Henry Benrath), Heinrich Lilienfein, Erich Mühsam, Clara Viebig, Klabund, Herbert Eulenberg, Ludwig Fulda, Hermine Villinger, Julius Stettenheim (Brief) und andere. - Kritiker, Journalisten: Maximilian Harden, Heinrich Bulthaupt, Oscar Bie, Siegfried Jacobsohn (Postkarte an Hermann Sinsheimer). - Komponisten, Musiker: Richard Heuberger (Notenzitat), Carl Michael Ziehrer (2), Eduard Künneke, Rosé-Quartett, Oscar Straus (Brief), Ruggiero Leoncavallo (lose Visitenkarte), Hugo Röhr (Notenzitat), Franz von Vecsey, Paul Lincke (Notenzitat), Alfred Hoehn, Quatuor Capet, Victor Hollaender, Max Bruch und andere. - Sängerinnen und Sänger: Fritzi Massary, Lillian Sanderson, Martha Leffler-Burckard, Ottilie Metzger, Franz Naval, Ejnar Forchhammer, Elisabeth Böhm-van Endert, Lilly Hafgren-Waag, Lula Mysz-Gmeiner, Paul Bender, Wilhelm Grüning, Fritz Feinhals. - Tänzerinnen: Gret Palucca, Gertrud Leistikow, Maud Allan. - Schauspielerinnen und Schauspieler: Alexander Girardi, Agnes Sorma, Robert Volkner, Alois Wohlmuth, Alexander Moissi, Henny Porten, Sylvester Schäffer, Konrad Dreher (2), Rosa Bertens, Max Pohl, Bernhard Baumeister, Tilla Durieux, Friedrich Haase, Friederike Goßmann, Paul Wegener. - Theaterleiter: Carl Hagemann (2), Max Martersteig. - Politiker: August Bebel, Paul von Braun. - Wissenschaftler: Henry Thode, Adolf von Harnack, Paul Laband, Carl Hagenbeck. - Maler: Paul Meyerheim, Albert Hertel (Brief). - Etliche weitere Autoren waren nicht eindeutig zu identifizieren. - Einige Blätter mit Zustandsmängeln. Mehrere Stücke, die sich
herauslösen ließen, wurden offenbar irgendwann entfernt. Insgesamt jedoch ordentlicher Zustand. - Auch für Händler eine wertvolle Sammlung von Schriftproben.

Lot 2733, Auction  128, Bernauer, Rudolf, Brief an Prof. Hans Knudsen + Beigabe Rudolf Forster

Bernauer, Rudolf
Brief an Prof. Hans Knudsen + Beigabe Rudolf Forster
Los 2733

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Bernauer, Rudolf, Berliner Schauspieler, erfolgreicher Bühnenautor und zeitweilig Direktor eines Theater-Konzerns in Berlin, emigrierte 1933 und lebte ab 1935 in London (1880-1953). Masch. Brief m. U. "Rud. Bernauer". 1 S. Gr. 4to. London 19.III.1953.
An Hans Knudsen, Professor der Theaterwissenschaft in Berlin, der sich bereit erklärt hatte, ein Vorwort zu den in Entstehung befindlichen Lebenserinnerungen Bernauers zu schreiben. Der Autor erklärt sich glücklich über diese Nachricht, lobt Knudsen in höchsten Tönen und legt die Vermittlung zu dem Verleger Blanvalet vertrauensvoll in Knudsens Hände. Der Brief ist insofern besonders bemerkenswert, als Knudsen seit den 1960er Jahren als "williger Mitläufer" der Nazi-Herrschaft angefeindet wurde und noch heute wird. Das große Vertrauen, das Bernauer in Knudsens Persönlichkeit setzt, läßt erkennen, dass ihm Knudsens Haltung in der NS-Zeit entweder nicht bekannt war, oder dass er in den 1920er Jahren nur gute Erfahrungen mit Knudsen gemacht hatte. "... Daß Sie wirklich bereit sind, die Einleitung zu meinen Erinnerungen zu schreiben, macht mich stolz und glücklich. Ihre Überzeugung, hierdurch das Niveau des Buches, den [gemeint ist: das der] etwas zu reißerische Titel herabdrückt, zu heben, ist auch die meine. Es ist selbstverständlich, daß Ihr Name allein schon genügt, den Ernst meiner Arbeit zu unterstreichen ... von dem Augenblick an, da Sie sich zu meiner Arbeit positiv einstellten, war es stets mein Wunsch, von Ihnen bei den Lesern eingeführt zu werden, und hat mit der Titeländerung eigentlich nichts zu tun ... Auf Ihre Frage, ob Sie in der Sache noch etwas für mich tun können, bitte ich Sie inständig, sich gleich nach Ostern mit Herrn Blanvalet in Verbindung zu setzen und auf ihn Ihren gewichtigen Einfluß auszuüben. Ich kann mir keinen besseren Fürsprecher wünschen ...". - Der Brief ist in Bernauers letztem Lebensjahr geschrieben. Seine theaterhistorisch höchst wertvollen Memoiren "Das Theater meines Lebens" erschienen erst 1955 bei Blanvalet und enthalten keine Spur von einer Mitwirkung Knudsens, auch nicht im Nachwort des Verlegers. - Dabei: Rudolf Forster, österr. Theater- und Filmschauspieler, bedeutender Charakterdarsteller in sehr zahlreichen Filmen und berühmten Theater-Inszenierungen, nach 1945 mehrfach mit hohen Auszeichnungen geehrt (1884-1968). 4 masch. Briefe m. U. "R. Forster". Zus. ca. 3 S. Groß 4to. Bad Aussee 12.II. - 3.III.1967. - An den Berliner Theater- und Filmkritiker Joachim Werner Preuß, der ihm bei der Textgestaltung und Korrektur seiner Memoiren "Das Spiel mein Leben" behilflich war. In 2 Briefen ausführlich über Änderungen, Striche und Korrekturen im Text, die eine wesentliche Mitwirkung Preuß' erkennen lassen. In der in demselben Jahr in 2 Auflagen bei Propyläen erschienenen Buchausgabe der Memoiren taucht Preuß' Name nicht auf. - Beiliegend die Durchschläge von Preuß' 6 Gegenbriefen sowie ein Schreiben des Propyläen Verlags zum Thema Forster (1966).

Lot 2734, Auction  128, Bülow, Hans von, Brief aus Berlin an Herrn Hallwachs. 1870

Bülow, Hans von
Brief aus Berlin an Herrn Hallwachs. 1870
Los 2734

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Bülow, Hans von, Dirigent und Pianist, Schwiegersohn Liszts, Hoftheaterkapellmeister in Hannover und Meiningen, großer Wagner- und Brahms-Interpret (1830-1894). Eigh. Brief mit Unterschrift "H v Bülow". 11/2 S. Doppelbl. mit gekröntem Monogramm "HB" im Briefkopf. Berlin 2.IV.1870.
An Herrn Hallwachs (?), den er seinen "liebenswürdigen Amphitryon" nennt. "... Hr Bechstein sagt mir, daß Sie mir ein wenig grollen, weil ich nichts mehr von mir habe hören lassen, seitdem ich 'ultramontan' geworden." Er habe den Adressaten nicht behelligen wollen und sei auch bis Anfang des Jahres in Florenz, seiner "neuen Heimath" gewesen. "... Gern würde ich Sie hier aufgesucht haben, allein die große Ermüdung von der unfreiwilligen Reise, eine starke Grippe u. s. w. verbieten es mir. Ferner will ich während meines hiesigen Aufenthaltes Niemanden besuchen, am wenigsten Künstler - ich muß mich sehr schonen, jedes 'Verhör' vermeiden, jede Aufregung fliehen, um nicht in einem so hundsjämmerlichen Zustand nach Italien zurückzukehren, als es vorigen Herbst der Fall war. Bitte, sagen Sie also Herrn Hofkapellmeister E. nichts von meiner Anwesenheit ...". - Gemeint ist der Berliner Hofkapellmeister Karl Eckert. - Dabei: Marie von Bülow, seine Ehefrau, österr.-dt. Schauspielerin, seit 1882 mit Hans von Bülow vermählt (1857-1941). Eigh. Brief-Karte m. U. "Hans und Marie v. Bülow". 2 S. Quer-12mo. Hamburg 17.XII.1890. - An eine Verehrerin. Dankt, auch im Namen ihres Mannes, für einen "duftigen Gruß u. das freundliche Echo, welches das letzte Konzert in Ihren warmen kunstbegeisterten Herzen hervorgerufen hat. Solches Mitempfinden ist die größte Freude, die Sie dem Künstler bereiten können ...".

Lot 2735, Auction  128, Crusell, Bernard, Brief an den Chemiker J. J. Berzelius. 1836

Crusell, Bernard
Brief an den Chemiker J. J. Berzelius. 1836
Los 2735

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Crusell, Bernard, schwed. Klarinettist und Komponist der Romantik, schrieb zahlreiche Klarinettenkonzerte (1775-1838). Eigh. Brief m. U. "B. Crusell". In schwed. Sprache. 3 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 4to. Linköping 22.VI.1836.
An den großen schwedischen Mediziner und Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779-1848) in Stockholm. Umfangreicher Brief über musikalische Themen, betreffend vor allem seine Tätigkeit als musikalischer Leiter der beiden königlichen Leibregimenter.

Lot 2736, Auction  128, Dahlke, Paul, Sein Wehrpass

Dahlke, Paul
Sein Wehrpass
Los 2736

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Dahlke, Paul, vielbeschäftigter Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler (1904-1984). Sein Wehrpass mit Foto und eigh. U. "Paul Dahlke". 52 S., davon nur S. 1-5 beschriftet. Orig.-Heftstreifen-Kartonage. Berlin 4.IV.1940.
Mit handschriftl. "Angaben zur Person", Passfoto, Wehrnummer, Bezirkskommando etc. - Beiliegend die gedruckte, ausführliche "Gestellungsaufforderung" vom 26.III.1940: "... Zur Musterung müssen Sie gewaschen, mit geschnittenem Haar und mit sauberer Wäsche erscheinen. Das Mitbringen einer Bade- oder Sporthose ist erwünscht. - Ein Anspruch auf Fahrtauslagen, Reisekosten und Entschädigung für Lohnausfall besteht nicht. - Für Sachen, die während der Musterung verlorengehen, kann Ersatz nicht gewährt werden ...". - Dahlke hatte Glück: 1944 stand der beliebte Schauspieler auf der "Gottbegnadeten"-Liste des Propaganda-Ministeriums. - Beide Teile mit stärkeren Gebrauchsspuren.

Lot 2737, Auction  128, Dawison, Bogumil, Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867

Dawison, Bogumil
Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867
Los 2737

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Dawison, Bogumil, Schauspieler polnisch-jüdischer Herkunft, bedeutender Charakterdarsteller, wirkte 10 Jahre als Rivale Emil Devrients am Dresdener Hoftheater und verbreitete seinen Ruhm auf zahlreichen Gastspielreisen in Europa und den USA (1818-1872). Eigh. Brief m. U. „B Dawison“. 2 2/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Zschachwitz bei Dresden 16.IX.1867.

Nach der Rückkehr von seiner aufreibenden Amerika-Tournee, die seiner Laufbahn durch physische, psychische und geistige Erkrankung ein Ende bereitete. An einen „liebsten Freund“, wohl einen Zeitungsredakteur. „... Ueber mein Befinden und meine Absichten coursiren in der Welt so viele falsche Gerüchte, daß ich es an der Zeit finde, Sie zu ersuchen, durch eine Notiz aus verläßlichster Quelle die Meinungen gelegentlich berichtigen zu wollen.. - Ich war recht krank, nervenkrank, aber jetzt gottlob bin ich fast ganz genesen. Die Cur in Gastein war ich genöthigt abzubrechen; sie verschlimmerte meine Aufregung und drohte mit ernster Gefahr. ‚Zehn Jahre zu früh unternommen’ - meinte der Geh. Medizinalrath Dr. Walther in Dresden. Ich kehrte nach meinem lieben Zchachwitz zurück und hier ist es die Ruhe des ländlichen Aufenthaltes, die Diät, das Fernhalten jeder Aufregung und geistigen Anstrengung, was mich heilt und auf’s neue dem Leben wiedergibt ...“. Der Arzt meinte, er könne in 4 Wochen wieder auftreten, doch er selbst glaube eher an 4 Monate. „... ich will gründlich ausgeruht sein, bevor ich wieder die Bühne betrete. Schwer wird mirs freilich, den Verlockungen zu widerstehen, doch werde ich fest bleiben. Noch nie fast haben sich die Anträge der großen Bühnen so angehäuft, wie gerade in diesem Jahre. Als die hervorragendsten nenne ich Ihnen St. Petersburg, das Carltheater in Wien (ein Saison Engagement von 7 [nicht 9] Monaten mit einer Gage von 45.000 fl.), Prag, Pesth, Berlin (Wallner), Leipzig, hannoversches Hoftheater (festes Honorar pr. Abnd 250 rh), und obenan Dresden mit einem freundlichen Antrag des Grafen Platen ...“. - Dawisons Zuversicht erfüllte sich nicht: Mit seinem Auftreten als König Lear am 21. Mai 1867 am New Yorker Stadttheater hatte seine Bühnenlaufbahn ihr vorzeitiges Ende gefunden. Große Zeitgenossen wie z. B. Gustav Freytag würdigten ausführlich Dawisons Kunst; 1978 veröffentlichte Peter Kollek die letzte größere Monographie über ihn. - Am 2. Blatt ein kleiner Randausschnitt, ferner das untere Drittel dieses Blattes abgetrennt, vielleicht wegen eines Postskriptums. - Beiliegend ein kurzer Brief des Schauspielers Emil Devrient (1805-1872), des großen Rivalen Dawisons am Dresdener Hoftheater (Dresden 28.II.1870; auf ein Untersatzblatt montiert).

Lot 2738, Auction  128, Dingelstedt, Franz von, 2 Briefe als General-Intendant des Weimarer Hoftheaters. 1858-1859

Dingelstedt, Franz von
2 Briefe als General-Intendant des Weimarer Hoftheaters. 1858-1859
Los 2738

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Dingelstedt in Weimar
Dingelstedt, Franz von, Schriftsteller, Dramaturg, anfangs dem Jungen Deutschland nahestehend, später hochrangiger Leiter der Hoftheater in München, Weimar und Wien (1814-1881). 2 Briefe m. U. "Fr Dingelstedt". Zus. 21/2 S. Doppelbl. mit Briefkopf "Großherzogl. Sächsische General-Intendantur der Hofkapelle und des Hoftheaters". Gr. 4to. Weimar 7.VII.1858 und 7.V.1859.
Der Brief von 1859 vermutlich an den Komponisten Julius Rietz (1812-1877) über die Vorbereitung von dessen Oper "Georg Neumark oder Die Gambe" (Text von Ernst Pasqué). Auf eine Anfrage des Adressaten teilt Dingelstedt mit, "daß Ihre Oper schon, und zwar ganz in der von Ihnen und dem Herrn Textverfasser gewünschten Weise, ausgetheilt worden ist und gegenwärtig unter Leitung des Herrn Musikdirektor Lassen einstudirt wird. Wenn Sie die erste Vorstellung, wo möglich auch eine oder die andere der letzten Proben, durch Ihre Anwesenheit ehren wollen, so wird dies nicht nur mir angenehm, sondern auch Ihren künstlerischen Interessen unstreitig förderlich sein ...". - Die einaktige Oper wurde am 25. Mai 1859 erstaufgeführt, war offenbar kein Erfolg und wurde nur einmal (im Juni) wiederholt. - Der Brief von 1858 an einen "Hochwohlgeboren" betrifft eine Einladung zur Jubelfeier der Universität Jena. "... Sollten dieselben vorziehen, den höchsten Herrschaften unseres Hofes den zugesagten und wohlgefällig erwarteten Besuch in einer minder geräuschvollen Zeit abzustatten, so würde als solche die Geburtsfeier Schillers zu empfehlen sein, die wir am 10. November d. J. im Großherzoglichen Hoftheater mit einer Vorstellung zum Vortheil der hiesigen Filial-Schiller-Stiftung zu begehen gedenken, und welche durch die Anwesenheit des hochverehrten Vorstandes der Dresdener Haupt-Stiftung die angemessenste Würde und Weihe empfangen würde ...". - Zu den Gründungsmitgliedern der Dresdener Schiller-Stiftung gehörten 1858 u. a. Carl Gustav Carus und Karl Gutzkow. - Faltenrisse und andere kleinere Randdefekte.

Lot 2739, Auction  128, Dirigenten, 6 nach Wien gerichtete Briefe und Postkarten. 1910-1973

Dirigenten
6 nach Wien gerichtete Briefe und Postkarten. 1910-1973
Los 2739

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Dirigenten. 6 nach Wien gerichtete Briefe und Karten. 1910-1973.
Vorhanden: Karl Böhm (1894-1981). 3 eigh. Briefe / Briefkarten und 1 Ansichtspostkarte m. U. "Karl". Mit 3 eigh. Umschlägen mit Absender "Dr. K. Böhm". - An seine Nichte Lilo. Erwähnt mehrmals Konzerte. - Franz Mannstaedt (1852-1932). 1 eigh. Ansichts-Postkarte (1912) m. U. "Franz Mannstaedt". An den Schriftsteller Oscar Maurus Fontana in Wien. Die Karte zeigt die recht hässliche Raspstraße in "Alt-München", zu der Mannstaedt ironisch bemerkt: "Welche Stadt hätte eine so sehenswürdige Strasse?". - Felix Weingartner (1863-1942). Masch. Brief m. U. "Weingartner" und Briefkopf "Staatsoper". Wien 3.V.1935. - An Dr. Anton Perger in Wien. "... Ich erinnere mich Ihres Herrn Vaters sehr wohl, ich habe schöne und anregende Stunden mit ihm verlebt ... Ich halte es absolut für verfehlt, das Leben Beethovens auf die Bühne zu bringen, und ich könnte auch in indirekter Weise nicht dazu helfen, dass eine solche Oper sich realisiert ...".

Lot 2740, Auction  128, Döhler, Theodor, Brief an den Liszt-Schüler Hermann Cohen. 1838

Döhler, Theodor
Brief an den Liszt-Schüler Hermann Cohen. 1838
Los 2740

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Döhler, Theodor, deutschstämmiger Klaviervirtuose und Komponist, geboren und verstorben in Italien, dort zum Kammervirtuosen und Baron erhoben, gastierte in ganz Europa (1814-1856). Eigh. Brief m. U. "Th. Döhler". 21/2 S. Mit 2 Zeilen Musikzitat. 12mo. O. O. "Freytag" (1838).
An den ihm befreundeten Pianisten und Liszt-Schüler Hermann Cohen (1820-1871), der in Paris tätig war und später nach exzessivem Lebensstil zum katholischen Glauben konvertierte. "... Ich sollte morgen im philharmonischen Conzert in Rouen spielen, u. eben erfahre ich, daß es ... aufgeschoben ist; ich bin also den Tag Ihres Conzertes in Rouen. es ist mir sehr leid Ihnen einen refus zu geben, aber, wie ich Ihnen schon sagte, wenn ich auch in Paris für diesen Tag seyn könnte, es wäre schrecklich das ewige [folgen 2 Zeilen Noten] herunterzuhauen ...". - Über die künstlerische Qualität des gefeierten Pianisten äußerte sich Heinrich Heine wenig schmeichelhaft. - Beiliegend ein masch. Blatt in französischer Sprache mit biographischen Informationen über Döhler und Cohen. - Selten.

Lot 2741, Auction  128, Furtwängler, Wilhelm, Signierte Porträt-Fotografie

Furtwängler, Wilhelm
Signierte Porträt-Fotografie
Los 2741

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Furtwängler, Wilhelm, Dirigent und Komponist (1886-1954). Porträt-Fotografie mit Signatur "Wilhelm Furtwängler" auf der Bildseite. 14,5 x 10 cm. O. O. u. J. (wohl um 1950).
Die Aufnahme von Jean Schneider in Luzern zeigt den Künstler, den Kopf auf die linke Hand gestützt. - Rückseitig Spuren ehemaliger Montage. - Dabei: Fotografie, die Furtwängler im Gespräch mit zwei Personen in Zürich zeigt. 20 x 18 cm. - Auch hier verso Spuren ehemaliger Montage.

Lot 2742, Auction  128, Gästebuch, des Göttinger Theater-Intendanten Dr. Hans Bauer.

Gästebuch
des Göttinger Theater-Intendanten Dr. Hans Bauer.
Los 2742

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Gästebuch des Dr. Hans Bauer, u. a. Intendant des Stadttheaters Göttingen. Ca. 120 Bl. Maschinenbütten, davon 61 S. beschrieben oder illustriert. Gr. 4to. Pergamentband d. Z. 1939-1980.
Den Zeitraum von rund 40 Jahren umfassendes Gästebuch, das eine Vielzahl von Freundinnen und Freunden des Theatermannes in schlechten wie in guten Zeiten versammelt, um Premieren, Lesungen oder familiäre Feste zu feiern. Der in Göttingen begonnene Band wanderte mit dem Inhaber umher, so daß nach Göttingen bald Essen, Göggingen und Augsburg folgten. Trotz Aufenthalt in der "Provinz" findet sich doch eine Anzahl überregional prominenter Persönlichkeiten der Theaterwelt unter den Gästen: die Komponisten und Dirigenten Carl Orff, Werner Egk, Ottmar Gerster, Cesar Bresgen und Wolfgang Sawallisch; die Schauspielerinnen Inge Meysel, Edda Seippel und Moje Forbach; der Präsident der Reichs-Theaterkammer, Ludwig Körner; die Regisseure Dr. Werner Kelch und Heinz Dietrich Kenter; die Kritiker und Dramaturgen Karlheinz Ruppel, Albert Schulze-Vellinghausen und Carl Werkshagen sowie die Schriftsteller Egon Vietta und Reinhold Schneider. - Der berühmte Fotograf Albert Renger-Patzsch schreibt sich 1942 und 1958 ein, direkt untereinander und beide Male mit Selbstkarikatur. - Die Versammlungen fanden nicht oft statt, so dass trotz des langen Zeitraums drei Viertel des opulenten Bandes leer geblieben sind. Da es indessen Goldene Hochzeit und hohe Geburtstage zu feiern gab, hat er doch auf angenehme Weise seinen Zweck erfüllt. - Eine Seitenlage gelöst.

Lot 2744, Auction  128, Karajan, Herbert von, Brief an seine Eltern. Nach 1937

Karajan, Herbert von
Brief an seine Eltern. Nach 1937
Los 2744

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Karajan, Herbert von (1908-1989). Eigh. Brief m. U. "Herbert". 4 S. (Kopierstift). Mit Briefkopf "Generalmusikdirektor Herbert von Karajan. Staatsoper Berlin". (Aachen, nach 1937).
An seine Eltern. "... Ich habe sehr gelacht über Mamas Brief. Ich bin eben für Euch noch immer der dumme Bub, der alles stehen lässt, alles verliert und alle können alles besser wie er. Hoffnungslos, ich werde doch wohl nie erwachsen. Sei's drum, ich danke Euch tausend mal für die Sendung. Geld geht heute ab. Das Bild von mir ist vor der Pariser Oper gemacht, es gehörte mir, ich habe es Olga nur geliehen und freue mich, dass es nun an die richtige Adresse gekommen ist ... Ich habe morgen und Freitag hier in Aachen die Missa, nächste Woche wird sie in Berlin wiederholt mit Staatskapelle und dem Chor von hier. Dann habe ich noch Februar in Berlin zu tun. Anfang März fahre ich nach Italien für die Vorproben für Florenz ...". - Da der Brief offenbar in Aachen verfasst wurde, ist der Briefkopf durchgestrichen.

Lot 2745, Auction  128, Kolbe, Johann Carl, 2 Briefe aus Potsdam. 1793-1797

Kolbe, Johann Carl
2 Briefe aus Potsdam. 1793-1797
Los 2745

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Kolbe, Johann Carl, in Potsdam geborener Königl. Kammermusicus und Violinist der Hofopern-Kapelle in Berlin (1762-1831). 2 Briefe, der erste eigenhändig, m. U. "J Kolbe", der zweite wohl diktiert, mit eigh. U. "Kolbe". Zus. 2 S. auf 2 Doppelbl. Kl. 8vo. Potsdam 1793 und 9.IV.1797.
Der erste Brief an einen "Hochedelgeborenen". "... übersende hiebey einige Avertissements. Wenn sich solten wieder Pränumeranten finden, so bitte mir zur bestimmten Zeit Nachricht zu geben. Sie verzeihen daß ich Ihre Güte und Dienstfertigkeit zu mißbrauchen scheine ...". - Der zweite Brief an einen Freund. "... Hätten Sie wohl wieder die Freundschaft für mich und sammleten einige Pränum: auf meine Lieder? Solten sich Liebhaber dazu finden, so bitte mir die Nahmen zu Ende diesen Monat zu schicken. Da Sie meine Sonaten noch nicht haben, so werde ich mich die Freyheit nehmen, u schicke künftig 1 Ex. mit ...". - Es scheint nicht ausgeschlossen, dass der zweite Brief von Johann Carls Vater Carl Friedrich Kolbe (ca. 1728-1802) stammt, Chordirektor und Kantor der Nicolai-Kirche in Potsdam, von dem mehr Kompositionen als von Johann Carl bekannt sind.

Lot 2746, Auction  128, Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques, 13 Briefe + Beigaben. 1874-1879

Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques
13 Briefe + Beigaben. 1874-1879
Los 2746

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques, franz. Operettenkomponist aus der Gascogne, Freund Chabriers (1838-1920). 13 eigh. Briefe m. U. Zus. 24 S. auf 9 Doppel- und 4 Einzelblättern verschiedener 8vo-Formate. Teils o. O. und o. J., meist aber Paris und Le Houga (Gers) 3.V.1874 bis 29.IV.1879.
Alle an einen Librettisten über die Operette "La Vierge du Soleil", mit Vorschlägen für zusätzliche Couplets und Textänderungen, welchen Theaterdirektoren das Stück angeboten werden soll, wer das Manuskript bereits gesehen hat etc. Lacôme nennt die Verleger Heugel und Litolff, erwähnt außerdem Jacques Offenbach. - Der Brief vom 3. Mai 1874 liest sich: "Dès le début de nos relations, j'ai cru devoir vous prévenir que j'avais sur le Chantier, deux ouvrages avec M. Gal-let, un acte pour l'op. com. et 3 autres Bouffes. Je me suis exile au Houga pour terminer ces deux ouvrages, dont le placement prochain est à peu près certain, et au parachèvement desquels les préoccupations de la vie quotidienne sur le pave de Paris, nuisaient quelque peu. Vers la fin du Mai, je compte rentrer débarrasser de ce souci, et tout dispose à mener à prompte fin notre Vierge du Soleil à laquelle je tiens beaucoup, et dont j'ai la meilleure opinion. Ceci étant une vraie lettre d'affaires, nous fixerons si vous voulez le mois de 7bre ou le commencement d'8bre pour que cette partition soit terminé ... ". - Ein weiterer Brief datiert am 13. August 1875: "Je vous annonce de même coup que j'ai fait un petit tour de force, et que je vais demain terminer la dernière page du 3e acte de la Vierge (partition d'orchestre) voilà donc notre ouvrage absolument terminé, et prêt à envoyer à la copie demain si l’on veut ...". - Ferner in einem undatierten Brief: "La Vierge du Soleil est faite et même écrite. Je suis enchante de pouvoir vous donner cette bonne nouvelle ... Je vous demandais si vous ne pensiez pas que des Couplets bouffes pour Gugman au Ier acte feraient bien? Ils pourraient rouler sur ses conquêtes. Une parodie des Mille e Tre de Don Juan ... ". - Lacôme, Ritter der Ehrenlegion, war seinerzeit als Operettenkomponist sehr erfolgreich und gilt als glänzender Orchester-Komponist. - Beiliegend 9 Autographen verschiedener, meist französischer Komponisten: 1) Marius Casadesus (1892-1981). Eigh. Brief m. U. und 1 Albumblatt mit Notenzitat. - 2) Gustave Charpentier (1860-1956). Eigh. Brief m. U. und 1 Visitenkarte. - 3) Louis Ganne (1862-1923). Eigh. musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. - 4) Benjamin Godard (1849-1895). 3 eigh. Briefe m. U. (einer davon stark fleckig). - 5) Igor Markevitch (1912-1983). Eigh. Albumblatt mit Unterschrift.

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