Ovidius Naso, Publius. Sammelband von 5 Schriften. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 16 x 10 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (beschabt, fleckig, bestoßen, ohne die zwei Messingschließen) über Holzdeckel und mit abgefassten Kanten. Köln, Walther Fabritius, 1560-1564.
VD16 O 1616, 1600 (vgl.; Ausgabe 1555), 1674, 1695 (vgl.; 1558). – Vorhanden sind: I. Fastorum libri sex. 190 S. - II. Elegiarum sive amorum lib. 353 S., 1 Bl. - III. Sulmonensis. Heroidum epistolarum liber. 157 S., 1 Bl. - IV. De ponto libri IIII. 108 S., 2 Bl. - V. De tristibus libri V. 120 S. – Titel mit großer Fehlstelle, insgesamt gebräunt, braun- und feuchtfleckig sowie leicht knickspurig.
Paracelsus, Theophrast
Opus chyrurgicum. Wund und Artzney Buch [und:] Astronomia magna
Los 1121
Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)
Paracelsus, Theophrast. Opus chyrurgicum. Wund und Artzney Buch. Darinnen begriffen welcher Massen allerhandt Kräncke, Gebresten und Mängel, so dem menschlichen Geschlecht täglich zu gewarten. Sampt vier Büchern so jetzt erst hinzu kommen. In Truck geben, durch Adamum von Bodenstein. 14 Bl., CCCCCCCVI S., 1 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit Holzschnitt-Portrait auf dem Titel, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und 35 Textholzschnitten, meist von Jost Amman. 31 x 19,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (wurmstichig, etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Frankfurt, Martin Lechler für Siegmund Feyerabend und Simon Hüter, 1566 (Impressum: 1565).
VD 16 P 462. Sudhoff 81. – Titelauflage der ersten illustrierten Ausgabe von 1565, in der nur die Vorstücke von 9 auf 14 Blatt erweitert wurden; der noch nicht illustrierte Erstdruck erschien 1564 in Straßburg. Sammlung chirurgischer Schriften des bedeutenden Schweizer Arztes, Naturphilosophen und Alchemisten Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541). – Schwach gebräunt oder braunfleckig, am Schluss mit kräftiger werdendem Braunfleck im Bug, die letzten Blatt auch mit kleiner Wurmspur im weißen Seitenrand. Vorsätze stärker leimschattig. Insgesamt wohlerhalten. – Vorgebunden: Derselbe. Astronomia magna: Oder Die gantze Philosophia sagax der großen und kleinen Welt. Darinn er lehrt des gantzen natürlichen Liechts vermögen, und unvermögen, auch alle philosophische, und astronomische Geheimnussen der grossen und kleinen Welt. 16 nn., 165 num., 1 nn. Bl., 1 w. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. Frankfurt, Martin Lechler für Hieronymus Feyerabend, 1571. - VD 16 P 401. Sudhoff 131. Wellcome I, 4782. Zinner 2551. - Erste Ausgabe. "Das Hauptwerk seines ganzen Lebens. Astronomia magna ist soviel wie geistige Naturgeschichte, eine adaptische Philosophie, die Kunst die durchzusehen vermag, die unter der Oberfläche die bewegenden geheimen Kräfte findet. Mit dieser Schrift entspringt der große Traum des 16. und 17. Jahrhunderts, die weiße Magie" (Peuckert, Paracelsus, S. 365). - Anfangs mit etwas kräftigerem, dann schwächer werdendem Braunfleck im Bug. Titel mit etwas tieferem Randeinriss und kleinerer Wurmspur, recto alt gestempelt und verso mit altem Bibliotheksschildchen (Exemplar aus der historischen Bibliothek des Minoritenklosters im bayrischen Maihingen). Sonst nur schwach gebräunt.
Perez von Valencia, Jacobus
Divine plane Expositiones: in Centum et quinquaginta psalmos Davidicos
Los 1122
Schätzung
600€ (US$ 690)
Perez von Valencia, Jacobus. Divine plane Expositiones: in Centum et quinquaginta psalmos Davidicos. 2 Teile in 1 Band. 10 nn., CCCCCXXII num. Bl.; 6 nn. Bl., Bl. CCCCCXXIII-CCCCCXCII. Bl. Mit 4 Holzschnitt-Titelbordüren, 4 Holzschnitt-Titelvignetten und 2 Holzschnitt-Druckermarken sowie 1 ganzseitiger Textholzschnitt. Titel in Rot und Schwarz. 19,5 x 14 cm. Lederband des frühen 18. Jahrhunderts (berieben, bestoßen und mit abgeplatzten Stellen) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. (Lyon, Johannes Moylin, für Jacques und François Giunta, 1525-1526).
Vgl. STC 58. Adams B-1408. – Auslegung der 150 Psalmen Davids durch den spanischen Theologen Jacobus Pérez de Valencia (1408-1490), hier in einer sehr seltenen Ausgabe aus der Druckerei des Johannes Moylin in Lyon für den frühneuzeitlichen Großverleger Giunta, für Jacopo und Francesco Giunta aus Florenz. Die bibliographisch schwer zu erfassende Ausgabe gleicht der bei Adams unter B-1408 verzeichneten, auch wenn dort andere Daten genannt werden. Statt "2 kal. Feb." bzw. "2 kal. Feb. 1525" haben wir hier "Millesimo quingentesimo vigesimo quinto mensis Decembris die. xxij" bzw. Anno a virginis nuncio millesimo quingentesimo vigesimo sexto. Mensis Februarij die. viij". – Besonders am Anfang und am Schluss papierbedingt gebräunt und fleckig. Sehr vereinzelt mit alten Annotationen, Unterstreichungen und Sepiamarginalien. Das letzte Blatt des zweiten Teils mit größeren Randeinrissen und kleinen Fehlstellen (Verlust der Foliierung und einer gedruckten Marginalie).
Perottus, Nicolaus
Cornucopiae, seu latinae linguae commentarii locupletissimi
Los 1123
Schätzung
450€ (US$ 517)
Perottus, Nicolaus. Cornucopiae, seu latinae linguae commentarii locupletissimi. 70 Bl., 1400 Sp., 12 Bl. Mit breiter szenischer Holzschnitt-Titelbordüre nach Holbein d. J. von Herman und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 34 x 22 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, Rückdeckel auch mit Schabspuren, ohne die Messingschließen). Basel, Valentin Curio, 1532.
VD16 M 1164. Adams P 727. Graesse V, 205. Ebert 16210. Katalog Holbein-Ausstellung Basel 1960, Nr. 371. – Dritte Baseler Ausgabe, die zweite bei Curio. Schöner Druck mit der prächtigen, unten links mit dem Monogramm "HH" signierten Titelbordüre Holbeins. Perottus "bedeutendstes Werk aber ist Cornucopiae, welches zugleich einen vollständigen Kommentar zum Martial enthält, eine der Schriften, welche auf die klassischen Studien außerordentlich einflußreich gewesen sind" (Meyer). – Titel fleckig und gestempelt, mit gestrichenem altem Besitzeintrag, vertikaler Quetschfalte, kleineren Fehlstelle im weißen Rand sowie leicht ankoloriert (durchschlagend). Insgesamt etwas fleckig, das Schlussblatt auch mit Quetschfalte,
Petrarca, Francesco
Il Petrarcha con l'espositione d' A. Vellutello. Di novo ristampato
Los 1124
Schätzung
450€ (US$ 517)
Petrarca, Francesco. Il Petrarcha con l'espositione d' A. Vellutello. Di novo ristampato. Mit Holzschnitt-Drukkermarke auf dem Titel und einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 15 x 10 cm. 8 nn., 316 num., 3 nn. Bl. Flexibles Pergament d. Z. (leicht fleckig, hs. Besitzvermerk) mit spansichen Kanten. Venedig, Speranza, 1550.
Speck-Neumann 259. STC 504. Nicht bei Adams. – Alessandro Vellutello stellte hier die Gedichte des Canzoniere zusammen und schildert somit die Liebe zwischen Petrarca und Laura. Die Erstausgabe dieses erfolgreichen Werkes war 1525 erschienen. – Kleine hs. Nummerierung auf dem Titel, 1 Bl. mit kleiner Farbspur (minimaler Textverlust), moderner Besitzvermerk auf dem letzten weißen Bl. Aus der Sammlung Edwin Redslob mit seinem Exlibris auf Vorsatz.
Petrarca, Francesco
Il Sonetti del Petrarcha colla spositione di Misser Giovanni Andrea Gesualdo
Los 1125
Schätzung
300€ (US$ 345)
Petrarca, Francesco. Il Sonetti del Petrarcha colla spositione di Misser Giovanni Andrea Gesualdo. 5 Bl., CCCLXXXIIII num. Bl. 20,5 x 14,5 cm. Pergament des 18. Jhr. (berieben, bestoßen und mit kleinen Fehlstellen an den Kapitellen) mit goldgeprägtem RSchild. Venedig, J. A. di Nicolin und Fratelli da Sabbio, o. J. (1533).
Adams P, 801. – Frühe Ausgabe der Sonette von Francesco Petrarca (1304-1374) mit dem Kommentar von Giovanni Andrea Gesualdo. – Titel teils stärker berieben und gebräunt, insgesamt etwas braun- und stockfleckig, knickspurig, mit Wurmgängen und mit hs. Notizen und Unterstreichungen im Text.
Platina, Bartholomaeus
De vitis ac gestis summorum pontificum
Los 1126
Schätzung
450€ (US$ 517)
Platina, Bartholomaeus. De vitis ac gestis summorum pontificum, ad sua usque tempora, liber unus. Huic additae sunt vitae ac res gestae eorum qui interim fuere pontificum, a Paulo videlicet II. ad Paulum huius nominis III. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 314 S., 1 Bl.; 92 S., 5 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke, Holzschnitt-Titelbordüre und einigen mehrzeiligen Holzschnitt-Initialen von A. Woensam. 29,5 x 20 cm. Leder d. Z. (berieben, Kapitale defekt) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Köln, Eucharius Cervicornus für Gottfried Hittorp, 1540.
VD16 P 3261. Adams P 1418. Vgl. Merlo, Woensam 452, 492 und 538 (s. a. Butsch, Tafel 83 A). – Zweiter Druck der zuerst ebenda 1529 erschienenen Geschichte der Päpste. Mit Beiträgen von Giovanni Battista Almadiani, Carlo Berardi und Johannes Trithemius. Behandelt auf Seite 119 auch den Legendenstoff der Päpstin Johann. – Titel und Index mit Feuchtigkeitsfleck im Seitenrand, Titel mit längerem zeitgenössischem Eintrag in Sepia. Stellenweise mit nicht störenden verblassten Feuchtigkeitsrändern, vereinzelt auch mit alten Unterstreichungen und Marginalien. Zwei Blatt der Vorstücke mit kleinem Loch im Satzspiegel. Insgesamt schönes und wohlerhaltenes Exemplar aus der Bibliothek des aus Bourges stammenden französischen Geistlichen und Diplomaten Bernardin Bochetel, der von 1558 bis 1565 im Bistum Rennes wirkte und Sekretär von König Franz II. und Heinrich III. war. Mit dessen Besitzeintrag auf dem Titel sowie dem hs. Motto "Spes mea deus" (Gott ist meine Hoffnung).
(Platon. Opera quae extant omnia. Ex nova J. Serrani interpretatione, perpetuis eiusdem notis illustrata. Henr. Stephani de quorundam locorum interpretatione iudicium, & multorum contextus Graeci emendatio). Teile II und III (von 3). 4 Bl., 992 S.; 4 Bl., 416, 139 S. Mit einigen Holzschnitt-Initialen und -Kopfstücken. 38,5 x 24,5 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig, berieben und lichtrandig, oberes Kapital von Band II mit tieferem Einriss, Rücken von Band III stärker lädiert, VDeckel von Band III großer Schnittspur). (Genf), H. Estienne, 1578.
Adams P 1439. Renouard 145-146. Moeckli 93. – Erste vollständige Gesamtausgabe der berühmten Stephanus-Edition mit griechisch-lateinischem Paralleltext, hier allerdings ohne den Band I und den Haupttitel, die vorliegenden Bände II und III jeweils mit Zwischentitel. "Henri Estienne's monumental edition of Plato, the first complete edition, which for two centuries remained the indispensable instrument of Platonic studies; to this day its pagination is universally accepted as the standard system of reference to the text of Plato. Of all Henri Estienne's publications the 'Plato' is perhaps the most lavishly decorated ... it is the only publication in which Estienne used his entire series of decorative headpieces. Although this sumptuous 'Plato' further contributed to Estienne's financial ruin, it is also (after the 'Thesaurus') the work which most contributed to his fame" (Schreiber 201). – Etwas gebräunt und stockfleckig, stellenweise mit schmalen Feuchtigkeitsrändern. Beide Zwischentitel alt gestempelt. Mit einigen Unterstreichungen.
Plinius Secundus, Gaius. Historiae mundi libri XXXVII. Opus omni quidem commendatione Maius, sed nullis ad hunc diem editionibus. 23 Bl., 1 w. Bl., 901 S., 109 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 39 x 25 cm. Kalbsleder d. Z. (berieben und bestoßen, Kapitale etwas lädiert) mit floraler RVergoldung. Lyon, Bartholomäus Honoratus, 1587.
Schweiger 789. – Erste von dem französischen Botaniker Jacques Daléchamps (1513-1588) herausgegebene Ausgabe, auf Grundlage von sechs Handschriften, "deren abweichende Lesarten er vorzüglich mittheilte" (Schweiger). Großzügiger Foliodruck. – Titel mehrfach gestempelt (ausgeschiedenes Dublettenexemplar einer Franziskanerbibliothek). Etwas fleckig, stellenweise mit kleinen Wasserrändern im Bug, zahlreiche Lagen auch im Rand betroffen (das Papier dort etwas wellig), fl. Vorsatz mit modernem Exlibris.
Priscianus Caesariensis. Libri omnes. De octo partibus orationis XVI. De XII. primis Aeneid. librorum carminibus. De accentibus tam nominum quàm verborum. De ponderibus et mensuris. De praeexercitamentis rhetor, ex Hermog. De versibus comicis. Rufini item de metris comicis et oratorijs numeris. Cum indice copiosißimo. 3 Bl., 936 S., 9 Bl. 16 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit 2 intakten Messingschließen. Basel, Nikolaus Brylinger, 1545.
VD16 P 4840. Schweiger II, 824. – Erster Druck bei Brylinger, der Text nach dem venezianischen Aldus-Druck von 1527. Behandelt systematisch die klassische lateinische Grammatik mit gelegentlichen Vergleichen zur griechischen, ferner mit einem Vergil-Kommentar und der Abhandlung De ponderibus et mensuris. – Titel lose, fleckig und mit kleineren Randläsuren sowie gelöschtem Stempel (das Papier dort dünn und mit Loch). Stellenweise mit verblassten Feuchtigkeitsrändern. Innenspiegel mit altem Besitzeintrag und modernem Exlibris. Der intakte Einband datiert "1545" und mit den Eignerinitialen "ERS" auf dem Vorderdeckel.
Quintilianus, Marcus Fabius. Institutiones oratoriae libri XII cum commento Raphaelis Regii. 200 (statt 201) nn. Bl. Mit einigen schwarzgrundigen Initialen. 30 x 21,5 cm. Flexibler marmorierter Pappband des 18. Jahrhunderts (stärker berieben, mit 2 Papierrückenschildern). (Venedig, Albertino da Lessona), 12.V.1506.
Panzer IX, 109, 23. Proctor-Isaac 13280. Schweiger II, 842. STC 546. EDIT 16 CNCE 59363. Nicht bei Adams. – Venetianische Postinkunabel vom Hauptwerk des römischen Rhetorikers Marcus Fabius Quintilianus (35-96). Bei den Institutiones oratoriae handelt es sich um das wichtigste und am umfangreichsten erhalten gebliebene Handbuch der antiken Redekunst, verfasst wurde es von Quintilian während seiner Amtszeit als erster staatlich besoldeter Lehrer der Rhetorik in Rom. Mit den wertvollen editionsphilologischen Kommentaren des aus Padua stammenden humanistischen Gelehrten Raffaele Regio (1450-1520), in denen er als erster textkritische Änderung an Quintilians Text vornahm. – Es fehlt ein Textblatt. Titel etwas stärker fleckig, mit Feuchtigkeitsrand und großer angestückter Ecke aus altem Papier, im Bug mit kleinen hinterlegten Fehlstellen. Erste Blatt ebenfalls mit angestückten Seitenrand, in den Rändern auch etwas gebräunt. Durchgehend mit kleinerem Feuchtigkeitsrand in der oberen rechten Ecke. Ein Doppelblatt am Schluss lose. Eleganter Postinkunabeldruck.
Reuchlin, Johannes. De rudimentis hebraicis. 1, 621, 1 S., 2 Bl. (mit dem zusätzlichen halben Einschaltblatt S. 589/90). Mit großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und großem, halbseitigem koloriertem Wappenholzschnitt, vereinzelter Rubrizierung mit roten und blauen Initialen und Alineazeichen. 28 x 20,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stärker berieben und vor allem an den Ecken bestoßen) über vier Doppelbünden und auf abgefasten Holzdeckeln (ohne die Schließen). Pforzheim, Thomas Anshelm, 1506.
VD16 R 1252. Adams R-383 od. R-384. Proctor 11754. Panzer VIII, 228,9. Benzing, Reuchlin 90. Knaake II, 920. – Erste Ausgabe des berühmten Werks Johannes Reuchlins (1455-1522) zur Erlernung der hebräischen Sprache in einem besonderen Exemplar: Die zahlreichen handschriftlichen Anmerkungen zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk. Die gleichmäßig eingemalten Initialen in Druck und Handschrift belegen die planmäßige Entstehung des Kodex. Der Wappenholzschnitt ist sorgfältig altkoloriert. Obwohl das Werk in lateinischer Sprache angelegt ist, läuft die Blattzählung von rechts nach links, wie bei hebräischen Büchern. Das handschriftliche Register A-Z läuft dagegen von links nach rechts.
Reuchlins "De rudimentis hebraicis" gilt als grundlegend für die christliche Hebraistik und wurde unter anderem auch von Martin Luther benutzt. Auch druckgeschichtlich ist das Werk bedeutend, weil es als das erste mit beweglichen hebräischen Lettern gedruckte Buch im deutschen Sprachraum gilt. Der Drucker Thomas Anshelm erscheint 1488 in Straßburg als Drucker, wechselte 1496/ 1500 nach Pforzheim, 1511 nach Tübingen und 1516 schließlich nach Hagenau, wo er wohl bis 1522 druckte. 1523 übernahm Johann Setzer seine Druckerei. Thomas Anshelm gilt neben Johannes Froben als der bedeutendste humanistische deutsche Buchdrucker (Schottenloher, NDB 1, 1953, S. 312).
Der altkolorierte Holzschnitt zeigt das Wappen Reuchlins, welches ihm von Kaiser Friedrich III. bei der Erhebung in den Stand eines Hofpfalzgrafen verliehen wurde. – Spiegel und Vorsätze mit zahlreichen zeitgenössischen und frühen hs. Einträgen, weitere zahlreiche zeitgenössische Marginalien, Unterstreichungen und Anmerkungen passim im Text. Das Vordergelenk mit Makulaturstreifen aus einem Manuskript des 13. Jahrhunderts. Der Buchblock zu Beginn und am Schluss leicht fleckig, teils mit leichtem Feuchtrand. Letzte Blätter mit größerem Wurmgang im Bundsteg, ohne Textverlust. Kleines Wurmloch im Holzschnitt. Zwei Textblätter mit Einriss, ein Textblatt mit Fehlstelle im weißen Fußsteg. Einband mit zeitgenössischem zehnzeiligem hs. Eintrag auf dem Vorderdeckel (weitestgehend unlesbar).
Vorgebunden wurden 42 Blätter, davon 21 mit einem vierspaltigen, rund 50-zeiligen lateinischen Register A-Z mit ca. 8.000 (!) Einträgen in einer sehr ebenmäßigen und sauberen zeitgenössischen Handschrift. Dieses Register wurde von gleicher Hand wie der gedruckte Text mit rot und blau eingemalten Initialen versehen, war also noch vor der Bindung integraler Teil des Buches. Die weiteren Blätter enthalten ein unvollständig gebliebenes lateinisches Register unter hebräischen Kapitelbuchstaben von einer anderen frühen Hand.
Zur Provenienz: Das vorliegendes Exemplar stammt aus dem humanistischen Umfeld des frühen 16. Jahrhunderts, eventuell sogar aus dem direkten Umkreis Reuchlins. Eine wissenschaftliche Untersuchung der handschriftlichen Enträge führt möglicherweise zu einer genaueren Zuschreibung. Unter den zahlreichen Einträgen befindet sich auf dem vorderen Spiegel ein etwa halbseitiger Text unter dem Titel: Ad hebrey lingua studiu(m) exhortatio (Eine Ermahnung zum Studium der hebräischen Sprache). Danach sind zwei Besitzer nachweisbar: M. Christopher Vogel, Theologiestudent, Weißenfels/ Meissen 1664 und C. D. Haßler, Theologiestudent aus Degenfelde-Wartenberg, Leipzig 1822 (beide hs. Einträge auf dem Titel).
Rhazes
Parva Opera [und:] Divisiones Rasis filii Zacharie
Los 1132
Schätzung
5.000€ (US$ 5,747)
(Rhazes. Parva Opera) [und:] Divisiones Rasis filii Zacharie. Viaticum Constantini monachi. CCLXXXIIII num. Bl.; LXVII, 1 Bl. Ohne Titel. 15,5 x 10 cm. Flexibles Pergament d. Z. (berieben, knickspurig und leicht fleckig; ohne die Verschlussbändchen) mit hs. RTitel und spanischen Kanten. Lyon, Gilbert de Villiers, 1511.
STC 321 (Eine Ausgabe von 1510 und 1511). Adams 223 (Nur die Ausgabe 1511). – Wohl zweite Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien laut STC 1510. Der persischer Arzt Rhazes, (865-925) eigentlich Abū Bakr Muḥammad bin Zakaryā ar-Rāzī, verfasste unter anderem ein umfangreiches Sammelwerk der klinischen Medizin. Er konzentrierte sich auf die psychischen Seiten der Medizin und der Heilung, wobei das Verhältnis von Seele und Leib, seiner Meinung nach von der Seele bestimmt wurde. Er vertrat die Theorie, dass ein Mediziner stets als "Seelenartz" agieren sollte. – Titel fehlt. Innengelenk vereinzelt offen. Feucht- und braunfleckig und teilweise knickspurig. Sehr selten.
Santa Maria sopra Minerva und Romae indulgentia
- Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament
Los 1133
Schätzung
800€ (US$ 920)
Seltene gedruckte Ablassbescheinigung von Santa Maria sopra Minerva in Rom
Rom. - Santa Maria sopra Minerva. Indulgentia - Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament. Satzspiegel ca. 44 x 31,5 cm. Blattgröße ca. 66 x 45 cm. Mit ausgefüllten Vacat-Stellen, Überschrift in farbigen Versalien und breiter dreiteiliger Bordüre mit Malerei in Pinselgold und Farben. Rom 1594.
Päpstliche Indulgentia ausgestellt unter Clemens VIII. (1536-1605), von der Erzbruderschaft des an der Kirche Santa Maria sopra Minerva und ihrer Titularkirche Santa Maria in Cosmedin. Die bedeutende Kirche gehörte dem "Ordo Praedicatorum", also dem Predigerorden der Dominikaner. Das kalligraphisch-handschriftlich ausgefüllte und prachvoll illuminierte Dokument ist eine notarielle Beglaubigung im Namen der Bischöfe, des Erzbischofs und des Papstes als oberster Pontifex aus Rom, in der die Administratoren der Erzbruderschaft an der Kirche Santa Maria sopra Minerva ein päpstliches Schreiben von Papst Gregor XIII. bestätigen (Transsumpt). Der Papst würdigt darin die Tätigkeit der Bruderschaft und gewährt den Mitgliedern besondere Sündenablässe (Indulgenzen) beim Eintritt in den Orden und an hohen Feiertagen: "In Christi nomine nos Arcanius Columna miseratione divina Santae Mariae in Cosmedin S. R. E. Diaconus Cardinalis Piae & Universalis Archiconfraternitatis Sacratissimi Corporis Nostri Iesu Christi in Ecclesia Domus Beatae Mariae supra Minervam Urbe, ordinis fratrum Praedicatorum erectae .[...]. GREGORIVS Papa Decimustertius, Volens ciu dem Archionfraternitatis Confratres, Indulgentiarum, & gratiarum muneribus prosequi, quasdam eis conceßit literas, quarum tenor de verbo ad verbum fequitur, & est talis. ("Gregor XIII., der die Brüder der Erzbruderschaft mit Ablässen und Gnadengaben begünstigen wollte, gewährte ihnen bestimmte Urkunden, deren Wortlaut wie folgt lautet […] "). Die Jahreszahl folgt unten: "Datum Romae in sacrario ipsius Ecclesiae Beatae Mariae supra Minervam ... Anno à Nativitate D. N. Iesu Christi millesimo quingentesimononagesimo IIII".
Die hübsche Bordürenmalerei zeigt oben drei Tondi mit einer Darstellung der Maria Eleusa, mit zwei Engeln um den Kelch mit der Hostie und dem Spruch "Verbum caro factum est" sowie dem Heiligen Michael als Seelenwäger. Links und rechts die Bischofs- und Kardinalswappen in Ovaltondi. Unten über der Plica mehrere zeitgenössische Unterschriften in blasser Sepiatinte und ein Locus Sigilli mit einem eingemalten Sternsiegel mit Kreuz "NP".
Ausgestellt wurde die Ablassurkunde den Beschützern des Wahren Glaubens ("Protector[es]") und Unterstützern der römisch-katholischen Kirche, einer Gemeinschaft von drei Personen, davon dem Erbischof von Dubrovnik (dem damaligen Ragusa), Paulus Alberus Archiepiscopus Ragusinus (auch Paulo Alveri oder Paolo Álvaro), der den dalmatischen Bischofsitz zwischen 1588 und 1591 innehatte. Der zweite Ablassspender war der Mailänder Geistliche Alfonso Ricci (gest. 26. Februar 1597), einem apostolischen Protonotar und Kleriker der Episkopalkammer ("Alfonsus Riccius, Proton[otarius] ap[ostoli]cus, Cl[er]icus [Camerae]") sowie einem römischen Patrizier mit Namen "Octavius Gabrielius Patritius Romanus". – Etwas stärker wellig, knittrig, mit kleinen Ausbrüchen, Löchlein und Einrissen und Abreibungen nahezu ohne Textverlust, von oben zwei größere Einrisse durch die Bordüre, unten wenige Braunflecke. Vielleicht etwas restaurierungsbedürftig, jedoch insgesamt ein eindrucksvolles Stück für die Ablasswirtschaft der Katholische Kirche auch schon viele Jahre nach Luther. In bibliographischen Katalogen nicht nachweisbar, sehr selten.
Rüxner, Georg
Anfang, Ursprung und Herkommen des Turniers in Teutscher Nation
Los 1134
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Rüxner, Georg. Anfang, Ursprung und Herkommen des Turniers in Teutscher Nation. CCXIII num. Bl., 4 Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Schluss, 77 (2 ganzseitigen) Wappenholzschnitten und 41 (1 doppelblattgroßen) Textholzschnitten. 31,5 x 22 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, fleckig, mit Fehlstellen und Einrissen bei den Kapitellen) mit hs. RTitel und zwei Messingschließen und vier Messingbeschlägen. Simmern, Hieronimus Rodlers, 1532.
VD16 R 3542. STC 760. Vgl. Lipperheide Tb 10. Adams II, 877. – Zweite Ausgabe des erstmals 1530 erschienen, berühmten Turnierbuchs mit den schönen Holzschnitten des Herzogs Johann II. von Pfalz-Simmern (1492-1557). Beschrieben werden 36 Turniere, abgehalten in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz, mit Nennung aller daran beteiligten Personen, was für die Genealogie des deutschen Adels und für die Heraldik von großer Bedeutung ist. "Rüxner [ist der] Verfasser der vielberufenen Schrift 'Anfang, Ursprung und Herkommen des Thurniers in Teutscher Nation' (Simmern 1530), die durch ihre fabelhaften, lügnerischen Angaben im Gebiete der Genealogie so viel Unheil angerichtet hat" (ADB XXX, 62). – Titel mit hs. Besitzvermerk der Zeit. Papierbedingt gebräunt, braun-, finger- und feuchtfleckig, mit Randläsuren, kleinen Fehlstellen sowie knickspurig.
(Rüxner, Georg). Thurnier Buch. Von Anfang, Ursachen, Ursprung, und herkommen, der Thurnier im heyligen Römischen Reich Teutscher Nation. (Teil 1 von 3). 6 nn., CCXXLIII (recte:CCXXLII), 3 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette, 80 (teils wiederholten) teils kolorierten Textholzschnitten sowie zahlreichen teils kolorierten Wappenholzschnitten von Jost Amman und Hans Bocksberger. Leder d. Z. (Rücken unter Verwendung des Ursprünglichen erneuert, berieben, fleckig) über 5 Bünden mit 2 goldgeprägten DEmblemen. Frankfurt, (Georg Rab für Sigmund Feyerabend und Simon Hüter), 1566.
VD 16 R 3544. Lipperheide 2887 Tb 10 Anm. Adams R 877. STC 760. Fairfax Murray 374. Becker, Amman 47, 8a. – Dritte Ausgabe des berühmten Turnierbuchs, die erste bei Feyerabend mit den Holzschnitten von Jost Amman und Hans Bocksberger ("HB"). Neben der Beschreibung von 36 Turnieren (mit Nennung aller Teilnehmer) sind die Holzschnitte kostümkundlich und kulturgeschichtlich besonders bemerkenswert. Das Werk ist zudem eine wichtige Quelle für Ritterwesen und Heraldik. Die Turniere fanden u. a. in Braunschweig, Göttingen, Konstanz, Nürnberg, Schaffhausen, Stuttgart, Trier und Zürich statt. – Beigebunden: Johannes von Francolin. Thunier Buch. Warhafftige Beschreibunge aller kurtzweil und Ritterspil. 4 Bl., LXXXI (recte: LXXX). Mit großer Holzchnittdrucker-Marke am Schluss, 40 Textholzschnitten, ein doppelblattgroßer teilkolorierter Tafelholzschnitt und 4 Wappenholzschnitte auf Tafeln. Frankfurt 1566. - VD16 F 2208. Nicht im Adams und STC.
Ryff, Peter
Kurtzs Handtbüchlin, und Experiment vieler Artzneyen
Los 1136
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Ryff, Peter. Kurtzs Handtbüchlin, und Experiment vieler Artzneyen, durch den gantzen Cörper. 8 Bl., 203 S., 1 Bl. Mit zahlreichen kolorierten Text-Holzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. Blindgeprägtes Schweinsleder (stark berieben undgebräunt, mit ausgebesserten Fehlstellen) mit 2 Messingschließen. Frankfurt, T. Rebarth und Erben Weygand Hanen, o. J. (1570).
VD16 3958. – Frühe Auflage. Die erste Auflage erschien 1549 in Straßburg in der Offizin von Wendel Rihel. – Vorsätze erneuert. Papierbedingt gebräunt, und ersten acht Blätter mit Japan-Hinterlegungen an dern Stegen. Braun- und fingerfleckig, mit hinterlegten Fehlstellen und Einrissen.
Sachsenspiegel
Auffs newe ubersehen, mit Summariis und newen Additionen
Los 1137
Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)
Sachsenspiegel. Auffs newe ubersehen, mit Summariis und newen Additionen. Durch den Hochgelarten Herrn Christoff Zobel mit besonderm fleis zugericht. 6 nn., DXXVIII num. (recte: 540), 43 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit blattgroßem Wappenholzschnitt, Holzschitt-Druckermarke und Holzschnittvignette am Schluss. 31,5 x 20,5 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen, Rückenbezug mit kleinerem Loch) mit hs. RTitel. Leipzig, Johann Steinmann, 1582.
VD16 D 739. – Vierte der sogenannten Zobelschen Ausgaben. "Der Sachsenspiegel ist nicht nur das älteste umfassende deutsche Rechtsbuch, sondern zugleich auch das erste große Prosawerk in deutscher Sprache und stellt somit ein für seine Zeit einzigartiges Rechts- und Sprachdenkmal dar. Mit ihm beginnt die eigentliche Geschichte des deutschen Rechts und eine deutsche Rechtswissenschaft, und die in ihm niedergelegten Rechtssätze sind so mächtig, daß sie noch nach Jahrhunderten dem eindringenden römischen Recht erfolgreich widerstehen können. Mit ihm beginnt zugleich eine geschriebene deutsche Rechtssprache, welche die bis dahin übliche lateinische schließlich zu verdrängen vermag“ (Kaspers, zitiert nach Sauer-Auvermann, Europäische Rechtsgeschichte, 1972). – Titel mit geglätteten Quetschfalten, zwei Blatt der Vorrede mit Loch im Satzspiegel (etwas Wortverlust). Etwas gebräunt und braunfleckig.
Sadoleto, Jacopo. Epistolarum libri sexdecim. Nunc multò quàm antehac unquàm diligentius recogniti, atque in lucem aediti. Eiusdem ad Paulum Sadoletum epistolarum liber unus. His insuper adiectus commentarius Antonij Florebelli vitam autoris eleganter declarans. 8 Bl., 743 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 15,5 x 9,5 cm. Grüngestrichener Pergamentband d. Z. (stärker berieben, ohne Schließbänder). Köln, Peter Horst, 1580.
VD16 S 1261. – Sechster Kölner Druck der gesammelten Briefe des italienischen Kardinals und humanistischen Gelehrten Jacopo Sadoleto (1477-1547). – Stellenweise mit verblassten Feuchtigkeitsrändern.
Sallustius Crispus, Gaius
De L. Sergii Catilinae coniuratione, ac bello Iugurthino historiae
Los 1139
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Sallustius Crispus, Gaius. De L. Sergii Catilinae coniuratione, ac bello Iugurthino historiae. 186 S. Mit Holzschnittvignette auf dem Titel. 11 x 7 cm. Blindgeprägtes Leder d. Z. (Rücken fehlt, mit Fehlstellen und ohne die Messingschließen) über Holzdeckel. Lyon, Godefrid & Marcell Beringos, 1546.
Vgl. STC 392. Adams S 157. Brunet V, 85 (diverse Ausgaben bei S. Gryphius in Lyon), nicht bei Ebert, nicht bei Graesse und Schweiger. – Frühe Ausgabe des mehrfach verlegten Werkes von Gaius Crispus Sallustius (86-13 v. Chr.). – Vorderes Innengelenk offen, Titel mit hs. Besitzvermerken der Zeit. Gebräunt, braun- und fingerfleckig, knickspurig sowie mit hs. Unterstreichungen im Text.
Schenck v. Grafenberg, Johannes. Observationum medicarum, rararum, novarum, admirabilium et monstrosarum libri tertii, de partibus naturalibus. Sectio posterior... Teil VI-VII (von 7) in 1 Band. 8 Bl., 607 S., 15 Bl.; 8 Bl., 470 S., 18 Bl. 15,5 x 10 cm. Pergament d. Z. (stark berieben, fleckig und mit Wurmgängen) hs. RTitel und spanischen Kanten. Freiburg, Martin Böckler, 1596.
VD16 S 2599. VD16 S 2601. Vgl. Garrison-M. 2272. Hirsch-Hübotter V, 64. Durling 4116. Wellcome I, 5826. – Erste Ausgabe der Teile VI und VII. Der erste Teil erschien erstmalig 1584. "Schenck was the greatest compiler of his day. His, 'Observationes' from the earliest sourcebook for the pathological observations of Sylvius, Vesalius, and Columbus, and present a life-time of medical reading and experience" (G.-M.). – Innengelenke offen, etwas stock-, finger- und feuchtfleckig. Mit Unterstreichungen und Notizen im Text.
Serlio, Sebastiano
Regole Generali di Architettura sopra le cinque maniere de gliedifici, cioè, thoscano, dorico, ionico, corintho; e composito, con gliessempi de l' antiquita, che per la maggior parte concordano con la dottrina di Vitruvio
Los 1141
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Serlio, Sebastiano. Regole Generali di Architettura sopra le cinque maniere de gliedifici, cioè, thoscano, dorico, ionico, corintho; e composito, con gliessempi de l' antiquita, che per la maggior parte concordano con la dottrina di Vitruvio. 76 römisch numerierte Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen Illustrationen, Auf- u. Grundrissen etc. in Holzschnitt. 32,5 x 23,5 cm. Moderner flexibler Pergament mit goldgeprägtem Mittelstück auf den Deckeln und Schließbändern. Venedig, Francesco Marcolini da Forli, 1540.
Fowler 314. Kruft 80 ff. – "Second edition. The title page and illustrations are from the original blocks of the 1537 (= first) edition, with new typesetting of text and errors corrected" (Fowler). Serlio hat von seinem mehrteiligen Architekturtraktat zuerst das hier vorliegende IV. Buch veröffentlicht, weil er es für das wichtigste hielt. "Es enthält die Lehre von den fünf Säulenordnungen, die hier zum ersten Mal in der Architekturtheorie systematisiert wird. Die Ordnungen ... werden in ihren Säulenhöhen als ganzzahlige Vielfache ihres unteren Säulendurchmessers festgelegt, ebenso die Postamente. Damit ist der starre Säulenkanon entstanden, den weder die Antike noch das Quattrocento kannten. Die Herausstellung der Lehre von den Säulenordnungen durch Serlio selbst ... und ihre isolierte Publikation begründen eine Tradition, die sich in den zahllosen Säulenbüchern ... im 16. Jahrhundert niederschlägt" (Kruft). – Leicht gebräunt oder braunfleckig, untere Ecke durchgehend fingerfleckig. Num. Bl. 44-45 mit gr. Braunfleck.
Stephanus, Henricus
Epistolia, dialogi breves, oratiunculae, poematia, Ex variis utriusque
Los 1142
Schätzung
200€ (US$ 230)
Stephanus, Henricus. Epistolia, dialogi breves, oratiunculae, poematia, Ex variis utriusque (sc. Graecae et Latinae) linguae scriptoribus. Inter poematia autem est Satyra elegantissima, quae inscribitur Lis, non prius edita. 2 Bl., 276, 120 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16,5 x 10 cm. Leder des 18. Jahrhunderts (berieben). (Genf), H. Stephanus, 1577.
Renouard, Estienne 145,4. Brunet II, 1081. Ebert 6854 (unter Epistolia). Schweiger II,779. – Auswahl klassischer Muster für den kurzen und präzisen Ausdruck in den im Titel genannten Literaturgattungen. Der aus Lübeck gebürtige, früh verstorbene Ianus Gulielmus (eig. Wilms od. Wilhelms, 1555-84) war der bedeutendste deutsche Latinist des späten 16. Jahrhunderts. 1583 wandte er sich nach Paris, von den führenden französischen Humanisten wie Scaliger, Puteanus, de Thou u.a. herzlich begrüßt. "In Paris veröffentlichte er 1583 als Frucht seiner eindringenden Beschäftigung mit Plautus seine reifste Arbeit, den 'Plautinarum quaestionum commentarius'" (Bursian 241). – Beide Werke gebräunt und durchgehend etwas wasserrandig und mit teils mehreren Wurmspuren im Satzspiegel. I. gegen Ende auch moderfleckig, die letzten 3 Bl. mit alt überklebten Einrissen und etwas Textverlust. Erster Titel gestempelt (Gymnasium Zittau). – Beigebunden: Ianus Gulielmus. Plautinarum quaestionum commentarius. 16 Bl., 324 S., 5 Bl. Mit Holzschn.-Druckermarke auf dem Titel. Paris, G. Beys, 1583.
Tacitus, Cornelus. Opera Omnia quae Exstant. Quorum index pagina sequenti. I. Lipsius denuò castigauit, & recensuit. 8 Bl., 600 S., 7 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 17 x 11 cm. Leder d. Z. (stark lädiert, Rücken mit großer Fehlstelle, beschabt und bestoßen). Antwerpen, Plantin 1581.
Adams T 32. STC 195. Vgl. Voet 2279B. – "Printed in the Officina Plantiniana in Leiden, but part of the edition received a title-page with Plantin's Antwerp imprint" (Voet). – Vorderes Innengelenk offen, Titel mit hinterlegter Fehlstelle (wohl radierter Besitzstempel) sowie hs. Besitzvermerken. Etwas gebräunt, mit Wurmlöchern und -gängen, knickspurig und mit hs. Unterstreichungen und Notizen im Text.
Tartaglia, Niccolò
La nova scientia con una gionta al terzo libro
Los 1144
Schätzung
450€ (US$ 517)
Tartaglia, Niccolò. La nova scientia con una gionta al terzo libro. 6 Bl., 34 fol. Bl., 95 S. Ohne die Holzschnitt-Tafel. 20 x 14 cm. Leder d. 19. Jahrhunderts (stark berieben, Kapitale bestoßen, am unteren Rücken Reste eines Signaturschilds) mit goldgeprägtem RSchild. (Venedig, 1546).
Nicht im KVK. Vgl. Poggendorff 1069 (Erstausgabe von 1537). – Reich illustrierte Ausgabe von Tartaglias (1499-1557) grundlegender Schrift "Nova Scientia", deren Erstdruck 1537 erschien. Es gilt als die erste veröffentlichte Abhandlung zur Ballistik überhaupt und ist somit ein Meilenstein der Bewegungslehre, die später zu den Erkenntnissen Galileis und anderer Wegbereiter führte.
Das Titelblatt zeigt einen großformatigen Holzschnitt mit dem Wappen Francesco Maria II. della Roveres, Herzog von Urbino. Darunter eine beinahe ganzseitige allegorische Darstellung, in der Tartaglia im Zentrum verschiedener - weiblich personifizierter - Wissenschaftsdisziplinen erscheint, umgeben von Autoritäten der Antike wie Euklid, Aristoteles und Platon. – Die fehlende Übersichtsstafel durch Kopie ergänzt. Innenspiegel mit zwei montierten Bibliotheksschildern (eines fast entfernt). Stockfleckig und papierbedingt gebräunt. Die letzten Lagen mit Stauchspuren am Rand. Die letzte Textabbildung mit schmalem Papierstreifen überklebt.
Ursinus, Fulvius
Familiae Romanae quae reperiuntur in antiquis numismatibus
Los 1145
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Ursinus, Fulvius. Familiae Romanae quae reperiuntur in antiquis numismatibus ab urbe condita ad tempora divi Augusti. 4 Bl., 403 (recte: 407) S., 6 Bl. (Index). Mit Kupfertitel (in Pag.), Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und 223 Münzkupfern im Text. 34,5 x 23,5 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, VDeckel mit kleinem Loch) mit ornamentaler Goldprägung auf beiden Deckeln (das Wappensupralibros auf dem VDeckel ausgeschabt) und hs. RTitel. Rom, Erben Franciscus Tramezzino, 1577.
Mortimer 330. Adams U 71. Lipsius 408. Cicognara 3027. – Erste Ausgabe. Geschichte der großen Familien im antiken Rom, mit Münzkupfern reich illustriert. Im Anhang Antonio Agustíns Libro de familiis Romanorum. Selbst aus einer bedeutenden römischen Familie stammend, betrieb Fulvio Orsini (1529-1600) historische Forschungen über antike Gemmen und Münzen. Er war u. a. Bibliothekar von Kardinal Alessandro Farnese. Seine bedeutende Sammlung von Büchern und Handschriften ging nach seinem Tod in die Vatikanische Bibliothek über. – Etwas stockfleckig, am Schluss im oberen Bug etwas feuchtrandig, Titel recto mit gestrichenem Besitzeintrag in Sepia und verso alt gestempelt. Vorderes Vorsatz alt erneuert und angerändert.
Valerius Maximus, C.
Dictorum factorumque memorabilium exempla
Los 1146
Schätzung
200€ (US$ 230)
Valerius Maximus, C. Dictorum factorumque memorabilium exempla. Adiecto indice propriorum nominum, rerumque memoria dignarum locupletissimo. 517 S., 10 Bl., 3 w. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 12 x 7 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (fleckig und berieben). Lyon, Sebastian Gryphius, 1550.
Adams V 111. – Lyoneser Taschenausgabe der weit verbreiteten Anekdotensammlung des Valerius Maximus (um 20 v. Chr.-50 n. Chr.), kompiliert aus den Schriften des Cicero, Livius, Sallust, Pompeius Trogus, Marcus Terentius Varro und anderer. Die Kaiser Tiberius gewidmete Sammlung von Denkwürdigkeiten, nach sachlichen Gesichtpunkten geordnet, war als Hilfsmittel für Redner und Schriftsteller gedacht. – Innengelenke angeplatzt, rechte untere Ecke mit schwacher Stauchspur.
Vergilius Maro, Publius. Opera, quae quidem extant, omnia: cum iustis et doctis in Bucolica, Georgica, et Aeneida commentarijs Tib. Donati et Servij Honorati, summa cura ac fide à Georgio Fabricio Chemnicense primò collectis et emendatis. 12 Bl., 2174 Sp., 24 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 31,5 x 20 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stark berieben, mit Kratzspuren, ohne Schließen) mit hs. RTitel. Basel, Sebastian Henricpetri, 1586.
VD16 V 1387. Schweiger 1165. – Neudruck der Ausgabe Basel 1575. – Titel lose und lädiert, gestempelt und gebräunt. Este Lage ausgebunden und mit Randläsuren. Blatt Ttt4 mit breit überklebter Spalte (Textverlust). Das Schlussblatt mit der Druckermarke ebenfalls etwas gebräunt und mit kleineren Randläsuren. Sonst nur schwach gebräunt und etwas fleckig.
Vergilius Maro, Publius
Collatione scriptorum Graecorum illustratus
Los 1148
Schätzung
180€ (US$ 207)
Vergilius Maro, Publius. Collatione scriptorum Graecorum illustratus, opera et industria Fulvii Ursini. 8 Bl., 473 S., 2 Bl. 16 x 10,5 cm. Pergament d. Z. (nachgedunkelt und etwas fleckig). Antwerpen, Christoph Plantin, 1567.
Schöner Platin-Druck der Vergil-Erläuterungen des italienischen Späthumanisten und Altertumsforscher Fulvio Orsini (1529-1600). – Vereinzelte geringe Flecken, Innengelenke angeplatzt, sonst wohlerhalten. Innenspiegel mit modernem Exlibris.
Vergilius Maro, Publius. Priores duo libri georgicorum. 2 Teile in 1 Band. 8 Bl., 159 S., 1 Bl.; 12 Bl., 166 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 15,5 x 9,5 cm. Moderner Halbpappband (Rücken restauriert, brüchig) mit hs. RTitel und unter Verwendung der ursprünglichen Pergamentdeckel (fleckig, bestoßen). Görlitz und Leipzig, Ambrosius Fritsch und Jakob d. Ä. Apel, 1571-1572.
VD16 V 1563. Nicht im STC und Adams. – Erste Ausgabe aus der Offizin von Ambrosius Fritsch und Jakob d. Ä. Apel. Die erste Ausgabe erschien 1501 in der Offizin von Henrick Quentel. – Papier bedingt gebräunt, Innengelenk am Titel und am Schluss offen. Titel mit großer hinterlegter Fehlstelle und mit hs. Besitzvermerk (halb entfernt) etwas feucht- und stockfleckig und leicht knickspurig. Sehr selten.
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