Agend Büchlein
für die Pfarrherren auff dem Land (+ 2 Beibände)
Los 1040
Schätzung
300€ (US$ 345)
ALTE DRUCKE VOR 1600
Agend Büchlein, für die Pfarrherren auff dem Land. 88 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 19,5 x 14,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stärker fleckig und berieben) mit 2 (modernen) Messingschließen. Nürnberg, Nikolaus Knorr, 1586.
VD16 A 654. – Frühe Ausgabe des zuerst 1543 erschienenen Agendbüchleins, das von dem Reformator Veit Dietrich (1506-1549 ebenda) im Auftrag der Stadt Nürnberg bearbeitet und herausgegeben wurde. Regional wichtiges Handbuchs der Kirchenordnung für die Pfarrer der Kirchen in der reformierten Stadt Nürnberg, das neben den üblichen Fragen auch Grundsätzliches zum Protestantismus enthält. – Beigebunden: Christliche Vermanung, alle Sontage, vor der Predigt und Communion, der Gemeine fiirzulesen. 10 nn. Bl. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. Nürnberg, (Katharina Gerlach), 1591. - VD16 ZV 16652. - Collecten, auch Tauff und Traubiichlein. 50 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 50 Bl. Ebenda 1591. - VD16 ZV 16612. - Vorsätze modern erneuert, alle drei Drucke fast durchgehend im Seitenrand fachmännisch mit Japanpapier verstärkt (anfangs dort Fehlstellen), Titel vom Agendbüchlein verso gestempelt. Durchgehend in der oberen rechten Ecke mit Bleistift foliiert.
Ambrosius von Mailand
(Opera omnia quae extant). Bände IV und V in 1 Band.
Los 1041
Schätzung
300€ (US$ 345)
Ambrosius von Mailand. (Opera omnia quae extant). Bände IV und V (von 5) in 1 Band. 593 S.; 414 S., 21 Bl. 33,5 x 22,5 cm. Mächtiger blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (Ecken teils sauber restauriert, Vorsätze erneuert, leicht abgegriffen) über 4 Doppelbünden und schweren abgefasten Holzdeckeln mit 2 vollkommen intakten ziselierten Messingschließen. Basel (Hieronymus Frobenius und Nicolaus Eposcopius), 1538.
VD16 A 2181. Adams A 937. – Die maßgebliche zweite große Kirchenväterausgabe mit den Werken des Heiligen Ambrosius von Mailand (339-397), die Erasmus von Rotterdam (1466-1536) philologisch bearbeitet und herausgegeben hat. Ihm verdanken wir auch die übersichtliche textkritische Gliederung in fünf Bände sowie die höchste typografische Qualität der Offizin von Froben und Episcopius.
Der imposante Band enthält die Teile IV und V. Diese Bände umfasst die exegetischen und allegorischen Kommentare zu den Büchern des Alten Testaments (Band IV) und die Auslegungen des Neuen Testaments. Der fünfte Band geriet zu dem mit Abstand bedeutendsten und umfangreichsten Werk der Gesamtausgabe. – Nur vereinzelte, wenige Feuchtränder und Flecken von unten, sonst sehr sauber, auf sehr weißem, höchst breitrandigen guten Papier - eindrucksvoll gebunden.
Appianus Alexandrinus
Romaika (graece.). Rom. historiarum
Los 1042
Schätzung
600€ (US$ 690)
Appianus Alexandrinus. Romaika (graece.). Rom. historiarum. Punica, sive Carthaginiensis, Syrica, Partihca, Mithridatica, Iberica, Annibalica, Celticae & Illyricae fragmenta quaedam. Item De bellis civilibus libri V. Henr. Steph. annotationes. 6 Bl., X S., 1 w. Bl., 767, 72 S., 18 Bl. (l. w.). Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34 x 22 cm. Pergament d. Z. (fleckig und berieben, Rückdeckel mit kleinerer Stauchspur, mit hs. RTitel). (Genf), H. Estienne (Stephanus), 1592.
IA 106.591. Adams A 1352. Renouard 155, 4. Schreiber 223. – Zweite Estienne-Ausgabe von Appians Geschichtswerk, in welchem er vor allem die römische Kriegsgeschichte behandelt. Mit hervorragend gedrucktem griechisch-lateinischem Paralleltext. "In this second edition Henri Estienne incorporates the Iberica and Hannibalica, which had not yet been discovered when the edition princeps was published. Estienne has also added 72 pages of very valuable annotations" (Schreiber). – Schwach gebräunt und etwas fleckig, sonst schönes und wohlerhaltenes Provenienzexemplar aus zwei bedeutenden Gelehrtenbibliotheken des 18. Jahrhunderts: Des an der Universität Halle wirkenden Juristen und Historikers Johann Peter von Ludewig (1668-1743), mit dessen großformatigem, von Johann Christoph Sysang gestochenem Wappenexlibris auf dem Innenspiegel sowie eigenhändigem Besitzeintrag auf dem Titel verso, datiert 1701. Und des Leipziger Historikers Friedrich August Wilhelm Wenck (1741-1810), mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk ebenfalls auf dem Innenspiegel, datiert 1777.
Aristoteles. Opera quae quidem extant omnia, latinitate vel iam olim, vel nunc recens a viris doctissimis donata, & graecum ad exemplar diligentissime recognita. Item Io. Lodovici vivis Valentini, de libris Aristotelicis censura, nunc recens & nata & edita. Ad haec de vita Aristotelis per Philippum Melanchthonem. Teil I (von 2). 6 Bl., 843 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34,5 x 21,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, insgesamt nachgedunkelt; ohne die Schließen) mit 2 alten Papierrückenschildern. Basel, (Johann Oporinus), 1538.
VD16 A 3282. Adams A 1741. – Lateinischer Oporinus-Druck der Schriften des Aristoteles, hier allerdings nur der Teil I der zweibändigen Ausgabe. – Titel gestempelt und mit hs. Besitzeintrag. Etwas fleckig und feuchtrandig sowie mit zwei kleinen Wurmgängen im Seitenschnitt.
Aristoteles
Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes
Los 1044
Schätzung
500€ (US$ 575)
Aristoteles. Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes, Græcé & Latiné. Iul. Pacius recensuit. 4 Bl., 831 S. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen schematischen Holzschnitt-Illustraionen. 24,5 x 16,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen; ohne Schließbänder). (Morges), Guillaume de Leymarie, 1584.
Adams A 1866. IA 108.668. Lonchamp 152. – Erster Druck der von dem hoch angesehenen Genfer Rechtsgelehrten Julius Pacius (1550-1635) besorgten und kommentierten Edition der logischen Schriften des Aristoteles, eine zweite Auflage erschien 1597 bei Andreas Wechel in Frankfurt. Mit lateinisch-griechischem Paralleltext. – Durchgehend mit stellenweise stärkerem Braunfleck im oberen Rand, anfangs auch im unteren Rand. Einige Seiten der Analytik mit ausführlicheren Annotationen in einer Miniaturkursive. Dekorativer Schweinslederband, die Mittelplatten mit allegorischen Darstellungen der Justitia mit ihren Attributen Richtschwert und Waage (Vorderdeckel) und der sich erdolchenden Lukretia (Rückdeckel). Mit in Tinte aufgetragenen Eignerinitialen "IPB".
Aristoteles. Politicorum sive de republica libri octo. Aretino interprete cum D. Thomae Aquinatis explanatione ... Hic accessere ipsius D. Thomae de regimine principum libri quatuor ... Oeconomia etiam ex antiqua interpretatione ... sunt addita. Iul. Martiani Rotae labore. 8 nn., 27 num., 1 w., 168 num. Bl. Mit 2 Druckermarken. 31,5 x 21,5 cm. Pergament d. Z. (etwas berieben und fleckig, RSchild) mit hs. RTitel. Venedig, Giunta, 1568.
IA 108.550. Adams A 1919. EDIT16 CNCE 27304. – Nachdruck der 1558 bei Giunta in Venedig erschienen Ausgabe (vgl. Hoffmann I, 366). – Titel etwas fleckig, sonst kaum gebräunt. Vorsatz und Titel mit offenbar ausgeschiedenen Bibliotheksstempeln der Zentralbibliothek Kapuziner-Kloster und Bibliothek des Konvents der Minderen Brüder Kapuziner in der Schweiz.
Arnobius. Disputationum adversus gentes libri octo. Nunc primum in lucem editi. 5 nn., 100 (statt 102) röm. pag., 1 nn. Bl. 32 x 21,5 cm. Blindgeprägter Kalbslederband des späten 19. Jahrhunderts (mit leichten Schab- und Kratzspuren) mit neuerem RSchild. Rom, Franziskus Priscianese, 1542.
IA 108.890. Adams A 1994. STC 56. Brunet I, 491. Ebert 1219. – Erste Ausgabe dieser zwischen 304 und 310 verfassten Streitschrift gegen das Heidentum. Hieronymus zufolge kandidierte der aus Sicca in Nordafrika stammende Rhetor Arnobius (um 330) mit diesem Werk für die Zulassung zur Taufe und seine Überzeugung für den christlichen Glauben. – Es fehlen die beiden Textblatt Diii und Div (durch Kopien ergänzt) sowie das jeweils weiße Anfangs- und Schlussblatt. Etwas fleckig, Titel auch etwas angestaubt sowie mit mehreren Tinteneinträgen, mehrere Lagen mit etwas stärkerem Braunfleck im oberen Rand, am Schluss auch mit schmalem Feuchtigkeitsrand. Mit alten Annotationen und Unterstreichungen.
Athanasius Alexandrinus
Operain, quatuor tomos distributa
Los 1047
Schätzung
450€ (US$ 517)
Athanasius Alexandrinus. Opera, in quatuor tomos distributa: quorum tres sunt à Petronanio Alcmariano, ad Graecorum exemplarium fidem iam primum conversi, exceptis paucis antehac imperfectis ab eo denuo plenius & latinius redditis: Quartus, Latina multorum interpretatione ferè totus seorsim emissus, nunc in unum digestus & concinnatus. Index sub finem additus. 4 Bl., 730 S., 142 S., 13 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken und zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 32,5 x 21 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. unter Verwendung einer zeitgenössischen Handschrift (fleckig und berieben, Rücken lädiert, VUmschlag mit 2 Einrissen). Basel, Hieronymus Froben d. Ä. und Nikolaus Episcopius d. Ä., 1556.
VD16 A 3980. – Typographisch ansprechender, von Erasmus von Rotterdam besorgter Frobendruck mit den in vier Teile gegliederten Schriften des Kirchenlehrers Athanasius von Alexandria (um 300-373), der mit seiner Disputatio contra Arrium die Irrlehren des Arrianismus abwehrte und ihm den Beinamen "Vater der Orthodoxie" eintrug. Die Teile I bis III mit durchgehender Paginierung, der Teil IV mit eigenem Zwischentitel und eigener Kollation. – Innenspiegel mit historischem und modernem Exlibris. Erste Blatt in der unteren rechten Ecke leicht gestaucht, Titel mit altem Eintrag. Sonst nur etwas fleckig und vereinzelt mit kleinen Wurmlöchern.
August Kurfürst von Sachsen
Ehe wirdt vornemlich, von wegen der Blutfreuntschafft
Los 1048
Schätzung
800€ (US$ 920)
(August, Kurfürst von Sachsen). Die Ehe wirdt vornemlich, von wegen der Blutfreuntschafft, Darnach auch von wegen der Schwegerschafft, wie folgend zusehen, verboten [und:] Volget nun von Personen und graden, so von wegen der Schwegerschaft, zu Ehelichen verboten. 19,5 x 15 cm. 12 nn. Bl. Mit doppelblattgroßer Holzschnitt-Tafel. Ohne Einband. (Dresden, Mathhes Stöckel), 1557.
VD16 S 871 und 874. – Erster Druck der ersten offiziellen sächsische Eheordnung aus der Reformationszeit. Herausgegeben wurde sie von Kurfürst August von Sachsen (1526-1586) und im Jahr 1557 in Dresden von dem Hofbuchdrucker Matthäus Stöckel in zwei Teilen gedruckt, um vor allem der Inzucht beizukommen. Der Druck ist Teil der 64 Seiten unmfassenden "General Articul und gemeiner bericht, wie es in den Kirchen mit den Pfarherrn, Kirchendienern ... gehalten werden soll (siehe VD16 S 874 mit 64 Seiten), meist wurden aber nur diese beiden Teile separat verteilt. Passend dazu wurde dem Werk zur Verdeutlichung ein Arbor Consanguinitatis als Falttafel in Holzschnitt beigegeben, in Form eines knorrigen, gut verwurzelten Baumes "Das ist der Baum der angebornen Mageschafft, und des angebornen geblütes nach gemeiner Sechsischer sprache", in dessen Mitte der Stammvater als Pater familias in einem Clipeus erscheint, von dem aus sich in Ästen die Verwandten ausbreiten, links die "Agnati. Schwertmagen." und rechts die "Cognati Spielmagen". – Gering gebräunt, winziges Wurmlöchlein, Tafel und letztes Blatt mit kleinem Loch, letztes Blatt auch mit Randausriss (ohne Textverlust). Ohne die anderen 52 Bl. "Articuln" des Gesamtwerks.
August, Kurfürst von Sachsen
General Articul und gemeiner bericht
Los 1049
Schätzung
350€ (US$ 402)
August, Kurfürst von Sachsen. General Articul und gemeiner bericht, wie es in den Kirchen mit den Pfarherrn, Kirchendienern, den Eingepfarten ... werden soll. Teil I (von 2). 52 Bl. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 19,5 x 15 cm. Fadenheftung, ohne Einband. (Dresden, Stöckel), 1557.
VD16 S 874 (gibt fälschlich 62 Bl. an). Richter, Kirchenordnungen II, 178. Nicht im STC. – Einer von zwei Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, bei dem ersten Dresdner Hofbuchdrucker Matthäus Stöckel. Der zweite Teil über die Ehehindernisse wegen Blutsverwandschaft ist hier nicht dabei. – Gebräunt. Titel mit Wasserfleck und hs. Bemerkung der Zeit, diese auch im Text. Unscheinbare Wurmspur. Selten im Handel.
Augustinus, Aurelius
De summa Trinitate. Mit Holzschnitt-Vignette und breiter Bordüre
Los 1050
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Johann Koberger lässt in Lyon drucken
Augustinus, Aurelius. De summa Trinitate. 110 num. Bl. (ohne die 6 Bl. Index am Schluss). Mit großer szenischer Holzschnitt-TVignette (Magister cum discipulo), breiter vierteiliger Holzschnitt-Bordüre und Titel in Schwarz- und Rotdruck. 29 x 20 cm. Moderes Pergament mit hs. RTitel und 4 Bindebändern. (Lyon, Jacques Sacon für Nürnberg, Johann Koberger), 1520.
VD16 ZV 24636. IA 110.151. BNHCat. A 740. – Erste Ausgabe der bedeutenden Schrift über die Trinität des Kirchenvaters Augustinus aus der Lyonneser Offizin des Jacques Sacon, der diese in Auftrag des berühmten Nürnberger Verlegers Johann Koberger anfertigte. Es ist ein frühes Beispiel für die immer internationaler werdenden Beziehungen und Vertriebssysteme im Bereich des verhältnismäßig neuen Mediums "Druck" und ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-französischer Zusammenarbeit. Finanziert und in Auftrag gegeben wurde das Werk von Johann Koberger d. Ä. (1454-1543), dem Vetter des bedeutenden Druckers Anton Koberger, der das von Jacques Sacon gedruckte Werk in seinen Vertrieb nahm. Im Kolophon nennen sich beide - Drucker wie Verleger: "Jmpressi lugduni ere et impressis circumspecti viri Joannis koburger civis Nurembergensis. Arte tamen ac pervigili cura Industrij viri Jacobi saccon. Anno virginei partus quingentesimo super millesimum secundo Kalendas Augustas".
Der hübsche szenische Titelholzschnitt zeigt ganz in der Tradition der "Magister cum dicipulis" den heiligen Kirchenvater am Pult und vor ihm ein nacktes Kind, das mit einem Löffel einen Teller leert, ein ikonographisches Sinnbild für die Unfassbarkeit Gottes und die Grenzen des menschlichen Verstands.
Ab 1504 hatte Koberger seinen Konzert vom Drucker auf das Verleger- und Verlagsgeschäft umgestellt und immer mehr bei verschiedenen Druckern in Europa drucken lassen, wie bei Jacques Sacon in Lyon. Lyon war zu dieser Zeit nach Paris das zweitwichtigste Druckzentrum Frankreichs Die Produktion, die Löhne für Setzer und das Papier waren dort zeitweise günstiger oder qualitativ konkurrenzfähiger als im kriegs- und reformationsgeschüttelten Deutschland jener Jahre. – Es fehlen die letzten sechs Blätter Register, sonst vollständig, nur vereinzelt gering fleckig, vom rechten Rand gelegentlich blasse Feuchtränder. Titel mit altem Monogrammstempel (Lambda-Phi), sonst sehr schön erhaltene Postinkunabel.
Augustinus, Aurelius
Liber Epistolarum . Compluriusque sanctorum & illustrium virorum ad ipsium Augustinum rescribentium.
Los 1051
Schätzung
500€ (US$ 575)
Aus den Bibliotheken eines Dresdner Privatgelehrten und eines Bautzener Domherren aus Schirgiswalde
Augustinus, Aurelius. Liber Epistolarum. Compluribusque sanctorum & illustrium virorum ad ipsium Augustinum rescribentium. 8 nn., 162 num., 32 nn. Bl. (d. le. w.). Mit großer vierteiliger Holzschnitt-Titelbordüre und Druckermarke des Jean Petit und zahlreichen 3-15-zeiligen Holzschnitt-Initialen. 31,5 x 21 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas fleckig, angestaubt und abgegriffen, kaum Fehlstellen) über vier Doppelbünden und kantigen Holzdeckeln mit 2 Messingschließen (Gelenkbänder erneuert) sowie altem Schnitttitel "EPLE.AUG". (Paris, Johannes Parvus und Jodocus Badius, 1515).
IA BP16 102675. Renouard, Badius, II, 60f. – Ausgabe des Briefcorpus aus der Feder des Heiligen Augustinus von Hippo, herausgegeben von Badius und Parvus (Jean Petit) in deren Pariser Offizin. Ein sehr schöner Postinkunabeldruck. – Titel und ersten Blätter mit restauriertem Wurmgang (minimaler Darstellungs-, aber kein Textverlust), weitere kleine Risshinterlegungen, auch in den Vorsatzblättern, etwas unschönes Einlaufen von roter Tinte vom rechten oberen Schnitt, sonst im Block gut erhalten.
Titel mit hs. Besitzvermerken: "Exlibris Joan. Josephi Drosche Dresda comeptis 1684", also erworben von Johann Drosche, der zwischen 1678 bis 1681 als Pfarrer im sächsischen Schirgiswalde nachweisbar ist, und: "Nunc Jacobi Thaddaei Gersky [?] Can[onici] Acsidentis Buddessin 1727", wohl "Jetzt [im Besitz] des Jacob Thaddäus Gersky, Domherr Akzidentiar, 1727." Die Ortschaft
Schirgiswalde unterstand direkt dem Domstift St. Petri in Bautzen. Die dortigen Domherren verwalteten die katholischen Besitztümer der Region. Jacob Thaddäus Gersky war demnach ein Kanonikus des Bautzener Domstifts. Als Akzidentiar (Acidentii) war er im Jahr 1727 konkret dafür zuständig, die anfallenden Sondergebühren und Abgaben (Akzidenzien) - unter anderem aus der katholischen Enklave Schirgiswalde - für das Bistum bzw. das Domkapitel abzurechnen.
Beaucaire, François
Oratio de victoria, qua Carolus IX. Galliarum rex Francisci Lotharingi Guisae ducis, necnon et Annae Monmorencii equitum magistri auspiciis rebelles causam religionis pretexentes ingenti clade superavit
Los 1052
Schätzung
200€ (US$ 230)
Beaucaire, François. Oratio de victoria, qua Carolus IX. Galliarum rex Francisci Lotharingi Guisae ducis, necnon et Annae Monmorencii equitum magistri auspiciis rebelles causam religionis pretexentes ingenti clade superavit. 10 Bl. 19 x 14 cm. Marmorierter Umschlag (leicht berieben) mit handschriftlichem Titelschild. Brescia, G. B. Bozzola für D. Turlino, 1563.
Adams B 412. Jöcher I, 878. – Erste Ausgabe. Rede vor den in Trient versammelten Konzilsvätern über den Sieg, den der Herzog von Guise, Franz v. Lothringen, am 19. Dezember 1562 über die Hugenotten errungen hatte. François Beaucaire (hier Belcarius) de Péguillon war der vom Hause Lothringen eingesetzte Bischof von Metz. – Titel etwas verstaubt und mit altem Besitzvermerk.
Bembo, Pietro
De gliasolani di M. Pietro nequali si ragiona d'amore
Los 1053
Schätzung
600€ (US$ 690)
Bembo, Pietro. De gliasolani di M. Pietro nequali si ragiona d'amore. 2. Ausgabe. 104 S. 15 x 9,5 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen und oberes Kapital mit Einriss) mit goldgeprägtem RSchild, RVergoldung. O. O. und Dr., 1539.
Nicht bei Adams. – Sehr selten. Von uns konnte nur ein weiteres Exemplar aus der Universitätsbibliothek Regensburg bestimmt werden. – Ersten zwei Blätter gebräunt, erstes Blatt mit hinterlegter Fehlstelle, insgesamt etwas stockfleckig.
Biblia germanica
Das Newe Testament, verdeutscht. Durch D. Johan. Dietenberger.
Los 1054
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Biblia germanica. - Das Newe Testament, verdeutscht. Durch D. Johan. Dietenberger. (Bl. CCCCXLV)-CCCCCLXXVIII, 4 nn. Bl. Mit 2 wiederholten vierteiligen Holzschnittbordüren mit Wappendarstellungen auf dem Titel und am Schluss und 28 szenischen Textholzschnitten von Hans Sebald Beham, Anton Woensam u. a. sowie zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 4. 31 x 23 cm. Moderner Halbpergamentband (mit schwächeren Schabspuren) mit RTitel. Mainz und Köln, Peter Jordan für Peter Quentell, 1534.
VD16 B 2693. Vgl. Darlow-Moule 4211. NDB 3, 667. – Erster Druck der berühmten Dietenberger-Bibel, die als katholische "Gegenbibel" der Lutherübertragung Konkurrenz machte und bis ins späte 18. Jahrhundert die verbreitetste Bibelübersetzung in allen deutschsprachigen katholischen Regionen war. Sie erlebte etwa 100 Auflagen. Vorliegend allerdings nur das Neue Testament mit der dramatischen Holzschnittfolge (21) zur Apokalypse des Johannes. – Titel alt gestempelt, mit kleinem Loch im weißen Seitenrand und mit Besitzeintrag in Sepia im oberen Rand, Blatt ll1 verso und ll2 recto stärker fleckig, einige Blatt verbunden, stellenweise etwas gebräunt oder braunfleckig. Am Schluss mit verblasstem Feuchtigkeitsrand im unteren Bug, das Schlussblatt auch etwas wurmstichig und mit kleiner hinterlegter Fehlstelle (geringer Wortverlust).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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