Junianus Maius
Liber de priscorum proprietate verborum. Treviso, Bernhard von Köln, 1477
Los 1033
Schätzung
800€ (US$ 920)
Aus der Bibliothek des Detlev Mauss
Maius, Junianus. Liber de priscorum proprietate verborum. 326 (statt 330) nn. Bl. 2 Spalten. 51 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,9 x 13,5 cm. Format: 32,2 x 21,5 cm. Modernes Pergament (etwas beschabt und bestoßen) mit RTitel. Treviso, Bernhard von Köln, 1477.
Hain 10540. Goff M-96. Proctor 6483. Pellechet 7402. BMC VI, 892. BSB-Ink M-66. Bodleian M-031. Collijnb 683. Gamper 151. Günther 2992. Hubay: Eichstätt 643. Madsen 2599. Ohly-Sack 1852. Rhodes 1153. Sallander 1835. Walsh 3310. IDL 3050. IGI 6037. CIBN M-38. ISTC im00096000. – Zweite Ausgabe des "Liber de priscorum proprietate verborum" ("Buch über die den Alten eigenen Wortbedeutungen"), die erste in Treviso gedruckte, von dem neapolitanischen Humanisten Giuniano Maio (Junius Maius; ca. 1430-1493), einem der bedeutendsten Schüler des Lorenzo Valla. Er verfasste das über die ganze Renaissance-Epoche konsultierte Wörterbuch als ein umfassendes Lexikon des Humanismus der antiken lateinischen Sprache, das kurz vor der vorliegenden Ausgabe im Jahr 1475 in Neapel gedruckt worden war. – Es fehlen vier Blätter: a1, a3, a8 und a10. Das letzte Blatt ll10 ist an den Anfang gebunden, a2, a4-7 und a9 mit größeren, neu ergänzten Ausrissen (teils mit größerem Textverlust), einige Blätter angerändert, gebräunt und mit Gebrauchsspuren, hier und da Feuchtflecke. Am Anfang zeitgenössische Einträge mit lateinischen Sprüchen. Aus der großen Inkunabelsammlung des Detlev Mauss mit dessen Blindprägestempel.
Albertus Magnus. Compendium theologicae veritatis. 98 nn. Bl. 2 Spalten. 46 Z. Got. Typ. Schriftraum 15 x 11 cm. Format 14,4 cm. Modernes Halbleder mit Holzfurnierdeckeln in modernem Leinenschuber. Venedig, Gabriel de Grassis, 14.VI.1485.
Hain-Copinger 441. Goff A-238. Pellechet 279. Brinkhus 1096. Madsen 60. Mendes 42. Schlechter-Ries 952. Sheehan A-106. Walsh 1957. BSB-Ink H-404. BMC V, 333. IDL 123. IGI 172.ISTC ia00238000. – Die dritte venezianische Ausgabe des "Compendium theologicae veritatis", einem "Abriss der theologischen Wahrheit", das zu den erfolgreichsten und meistgelesenen theologischen Lehrbüchern des Spätmittelalters zählte.
Es handelt sich um die einzige Ausgabe bei Gabriel de Grassis, einem Nachdruck der Ausgabe von 1483, die ebenda bei Gregorius Dalmatinus und Jacobus Britannicus erschien. Das "Compendium theologicae veritatis" wird meist dem Kölner Kirchenlehrer Albertus Magnus (1200-1280) zugeschrieben, wahrscheinlicher ist jedoch, dass es von seinem Schüler Hugo Ripelin von Strassburg (1205-1270) stammt. Wie Albertus selbst wurde Ripelin damit zu einem der Wegbereiter des christlich interpretierten Aristotelismus im hohen Mittelalter. Mit dem Compendium legte er einen Grundriss der scholastischen Theologie vor, der bis in die frühe Neuzeit hinein zu den am häufigsten kopierten und ab 1470 dann auch vielfach gedruckten Werken der scholastisch-theologischen Lehre gehörte. – Das erste weiße Blatt (a1) mit hs. Titelei in Eisengallustinte (die Löcher durch Tintenfraß flächig alt hinterlegt), erstes Textblatt (a2) mit Tintenflecken, die ersten Lagen mit hs. Kolumnentiteln, von oben leicht feuchtfleckig, sonst im Block sauber. Scharf beschnitten.
Colonne, Guido delle
Historia Troiana Guidonis [und:] Historia Alesandri magni regis mace doniede preliis
Los 1035
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Colonne, Guido delle. Hystoria Troiana Guidonis [und:] Historia Alexa(n)dri magni regis macedonie de prelijs. 2 Inkunabelschriften in 1 Band. 78 nn. Bl.; 37 nn. Bl. 2 Spalten. 43 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21 x 12 cm. 24,5 x 17,5 cm. Blindgeprägtes Leder des 18. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen, RGelenk offen, Kapitale mit Einrissen und Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt. Straßburg, Georg Hausner, 1489.
I. Goff C774. H 5510*. Zehnacker 715. Polain(B) 4297. IGI 3101. IBP 1662. Kotvan 394. Sajó-Soltész 1053. IDL 1360. IBE 1704. SI 1202. Coll(U) 654. Madsen 1241. Šimáková-Vrchotka 594, 595. Martín Abad C-152. Ohly-Sack 900, 901. Borm 798. Hubay(Augsburg) 613. Schlechter-Ries 841. Voull(B) 2429. Pad-Ink 195. Kind(Göttingen) 730. Walsh 238. Rhodes (Oxford Colleges) 611. Bod-inc C-397. Sheppard 476. Pr 620. BSB-Ink G-436. GW 7231.
II. ISTC No.ia00398000. Goff A398. HC 780*. Pell 447. CIBN H-148. Hillard 1019. Zehnacker 110. Polain(B) 117. IDL 226. SI 147. IGI 291. IBP 199. CCIR A-39. Sajó-Soltész 131. Coll(U) 64. Madsen 121. Ernst(Hildesheim) I,I 17. Günt(L) 2673. Schlechter-Ries 43. Voull(B) 2426. Ohly-Sack 85. Borm 83. Kind(Göttingen) 838. Walsh 237. Oates 232. Bod-inc A-173. Sheppard 475. Pr 619. BMC I 138. BSB-Ink H-291. GW 877. – Wohl fünfte Ausgabe. Alexander der Große und die Geschichte Trojas sind beliebte Themen der griechischen Antike, welche oft rezipiert und neu erzählt wurden. – Papierbedingt gebräunt, braun- und feuchtfleckig sowie mit hs. Notizen am Rand. – Vorgebunden: Sabellico, Marco Antonio. Exemplorum libri decem. 4, XCXIX num Bl. (Straßburg), Matthias Schürer, 1511.
Biblia
Speyer, Peter Drach, 1489. Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Los 1036
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Biblia Sacra. Veteris et novi testamenti. 581 (statt 582; ohne das erste Blatt) nn. Bl. 2 bzw. 3 Spalten. 48 bzw. 53 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21,6 x 13,5 cm. Format: 27,6 x 19,8 cm. Mit 14-zeiliger Initiale "F" in Altrosa auf Blau und Blattgoldgrund im Quadrat und Hunderten von 3-11-zeiligen Lombarden in Rot und Blau. Schlichter dunkelbrauer Kalbslederband d. Z. (berieben, beschabt und bestoßen, mit Fehlstellen im Deckelbezug und an Kanten, Rücken restaurierend hinterlegt mit aufgeblendeten Stücken des urprünglichen Rückenleders) über abgefasten Holzdeckeln (mit zwei Bruchstellen, wohl Remboîtage vom Ende des 17. Jahrhunderts) mit hübscher Blindfileten-Zier (zwei- bzw. vierfach parallele Dreifachfileten in Kreuzanordnung mit einem Andreaskreuzornament, alles in dreifacher Fileten-Rahmenlinie), dreiseitiger punzierter Rotschnitt mit sich überlagernden Kreisen als Punktierpunze und Mittelstern. Speyer, Peter Drach, 1489.
Hain 3105. Hain-Copinger 3103. GW 4264. Goff B-587. Proctor 2378. Pellechet 2327. Bodleian B-296. Deckert 126. 127. Ernst I,1 90. Feigelmanas 83. Finger 195. Günther 2579. Hartig 118-120. Hubay 371. Lökkös 90. ÖNB-Ink B-374. Sallander 1624. BMC II, 497. BSB-Ink B-461. CIBN B-414. CIH 647. IBE 1029. IBP 1026. IDL 851. ISTC ib00587000. – Zweiter Speyerer Bibeldruck von Peter Drach, weitgehend kollations- und inhaltsgleicht mit der Ausgabe von 1486 (Hain 3093). – Es fehlt das erste Blatt a1 mit dem Titel "Biblia ...". Wenige kleine Randläsuren, wie vereinzelte (ein alt hinterlegter) Einrisse oder schwache Feuchtränder, Ränder hier und da gering brüchig, minimal gebräunt oder fleckig, zwei kleine Randausrisse (nur einer davon mit geringem Textverlust im Register, alt hinterlegt) und hinterlegtes Löchlein im letzten Blatt (ebenfalls kaum Textverlust, verso alte Verstärkungen). Ganz vereinzelte Lombarden leicht ausgewaschen, die Goldgrund-Initiale am Anfang etwas abgeschabt, unwesentliche, zu vernachlässigende Wurmlöchlein. Mehrfache hübsche Notabene-Händchen am Rand mit zeitgenössischer Tinte (z. B. b1 und kk1 et passim).
Obere Marge teilweise etwas kapp beschnitten (wenige Kolumnentitel-Serifen betroffen), rechter und unterer Steg jedoch bemerkenswert breitrandig, lediglich im NT einige Konkordanz-Marginalien im äußeren Steg ebenfalls etwas überschnitten. Im Gesamtkatalog (GW online) wird vermerkt: "Gesamtüberlieferung: 105 Exemplare / Fragmente in öffentlichen Einrichtungen und mindestens 1 Exemplar in Privatbesitz nachgewiesen." Mit dem vorliegenden wäre dann ein zweites in Privatbesitz nachgewiesen. Tatsächlich ist auch kein einziges Exemplar des Drach-Druckes im Jahrbuch der Auktionspreise seit Jahrzehnten nachweisbar.
Provenienz: Blatt a2 mit mehreren, teils durchgestrichenen alten Besitzeinträgen, darunter "Ex libris Joannis Klimes Canonici Wissehradensis [...]", von dem der Vysehrader Kanoniker aus Prag, eines "Joannis Jacobi zub [= sub] sacerdotis Ecclesiastici", ferner "Ex libris mag. Zdenconi Comes de Walstaijn scilicit Consilianus et Cubiculanus", bei dem es sich wohl um einen Rechtsberater und Kämmerer wohl handelte, einen Grafen Zdenko von Walstain (Zdenek von Waldstein bzw. Zdenek z Valstejna) aus Cesky Ráj bei Turnov. Der fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk "Ex Libris Procopii Stiasny Justitiarii Frauenberg[iu]s 1790" und recto weiteren Eintrag derselben Hand "Biblia Sacra Veteris et Novi Testamenti. Sine Titulo". Demnach war die Bibel im Besitz des
Gerichtshalters Procop Stiasny der Patrimonialgerichtsbarkeit (Justititarius) im böhmischen Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) der Adelsherren aus der Fürstenfamilie derer von Schwarzenberg. Interessant, dass auch schon zum Ende des 18. Jahrhunderts das Titelblatt fehlte.
Voragine, Jacobus de
Legenda Aurea, Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.
Los 1037
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Voragine, Jacobus de. Legenda aurea. 263 (statt 264) Bl. 2 Spalten. 46 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,6 x 13,8 cm. Format: 26,6 x 19 cm. Mit großer 8-zeiliger Zierinitiale "A" in Altrosa-Blattwerk mit Hellgrün und Binnenzeichnung in Weiß und mit Goldgrund gefüllt, zahlreichen 3-4-zeiligen Lombarden und durchgehender Rubrizierung mit Unterstreichungen und Absatzmarken in Rot und Blau. Halbleder vom Anfang des 19. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen und berieben, Gelenke leicht eingerissen, hs. RSchil). Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.
Hain-Copinger-Reichling . GW . Goff J-124. Proctor 622. Bodleian J-053. Chrisman C4.2.1.i. Ernst I,1 425. Feigelmanas 243. Günther 2679. Kind Göttingen 1032. Madsen 2191. Walsh 241. CR 6454. CIH 1855. CIR J-19. IBP 3005. IBS 691. IDL 2574. BSB-Ink I-96. ISTC ij00124000. - Nicht im BNC, bei Pellechet und im CIBN. – Sehr seltene 1490er Ausgabe der berühmten Stehsatz-Legenda aus der Offizin des nicht namentlich bekannten sog. "Druckers des Jordanus de Quedlinburg", dem auch die Straßburger Ausgaben von 1483 (Goff J-1017), 1485 (J-110), 1486 (J-117) und 1489 (J-122) zuzuordnen sind. Möglicherweise handelt es sich bei dem Drucker um Georg Hussner selbst oder um einen Drucker, der mit dessen Typenrepertoir in Straßburg weiterdruckte (vgl. Goff J-88 und J-92). "Der sogenante Drucker des Jordanus von Quedlinburg wird mit ihm identifiziert." (Benzing, Drucker, 410).
– Es fehlt das erste Blatt (j1) mit dem Titel, das erste der Lage M am Schluss (M1) sowie das le. w. Bl. (N8). Erste Lage unten mit hinterlegten Randausrissen, letztes Blatt mit angesetzten Rändern (jeweils nur minimaler Serifenverlust, gegen Anfang und Ende deutlich stärker, sonst nur vereinzelt stärker wasserrandig, fleckig und gebräunt, teils etwas finger-, vereinzelt tintenfleckig und angeschmutzt, im Block meist sehr gut erhalten, wiewohl mit einigen gebräunten Feuchtflecken und einigen ausgewaschenen Lombarden. Mit zahlreichen interessanten zeitgenössischen und einigen späteren Marginalien in roter und schwarzer Tinte.
Bustis, Bernardinus de.
Mariale. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496
Los 1038
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Bustis, Bernardinus de. Mariale. Mit dem Officium et missa Immaculatae Conceptionis Beatae Mariae Virginis und mit Beigaben des Domenico Ponzoni. 356 (statt 378) nn. Bl. 2 Spalten. 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20 x 12,6 cm. Format: 28 x 20 cm. Mit Hunderten von großen, 6-10-zeiligen Lombarden und durchgehender Rubrizierung mit Kapitalstrichelung, Absatzmarken, Unterstreichungen etc. Schlichter dunkelbrauner Kalbslederband d. Z. (Gelenke etwas brüchig, Bezugsfehlstellen teils alt restauriert, Rücken im 17. Jahrhundert alt geweißt, Gebrauchsspuren) mit Bordürerahmen aus 7-fachen Blindfileten und 2 vollständigen Messingschließen (Schließbänder alt erneuert, Schließbügel alt durch gehämmerte Eisenschließen ersetzt) an 4 intakten punzierten und ziselierten gotischen Schließbeschlägen. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496.
Hain-Copinger 4161. GW 5805. Goff B-1334. Proctor 704. Pellechet 3110. Collijn 272. Deckert 185. Hartig 171. 172. Hubay 498. Madsen 964. Ohly-Sack 754. Schlechter-Ries 241. Sheehan B-571. Wilhelmi 116. BMC I, 154. BSB-Ink B-1016. ÖNB-Ink B-773. CIH 865. IBE 1345. IBP 1345. IBS 323. IDL 1090. IGI 2283. ISTC ib01334000. – Illustres Hauptwerk des bedeutenden italienischen Franziskaners, Theologen und Kanzelredner des späten 15. Jahrhunderts (gestorben wohl um 1500). Er arbeitete an der Reform des Ordens der Franziskanter-Oberservanten und schriebe Hunderte von Predigten, in deren Zentrum immer wieder die Verehrung der Muttergottes Maria, wie deren Unbeflecktheit (Immaculata Conceptione Beatae Mariae Virginis) thematisisert wurde, was in dem vorliegenden Band versammelt herausgegeben wurde. Das "Mariale" gilt damit als eine der wichtigsten Quellen für die Marienverehrung der Neuzeit, nicht zuletzt auch in der bildenden Kunst der Kirchen. – Insgesamt fehlen 22 Blätter, darunter Teile der "Tabula Alphabetica", der "Prologus" ist jedoch vollständig erhalten. Es fehlen die Blätter A8, B1, bb5-6, cc1, cc3, cc5, cc8, FF5-6 GG2-6. Blatt B2 mit alt ersetzter Eckfehlstelle (winziger Textverlust), mehrere, teils alt hinterlegte Einrisse, nur wenige Flecke oder Anschmutzungen bzw. allgemeine Gebrauchsspuren,
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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