"Shantung dress, wool jacket"
Faserschreiber in Schwarz und Rot auf Skizzenblockpapier. Um 1965.
48,5 x 36 cm.
Oben rechts mit Faserscheiber in Schwarz bezeichnet "ZR." sowie "Shantung dress" und mittig "wool jacket".
Früher Modeentwurf des Designers aus den 1960er Jahren, entstanden für Tiziani, Rom. Strenge und Eleganz in feiner Balance kennzeichnen die Modellzeichnungen Lagerfelds.
Provenienz: Archiv Tiziani, Rom
Nachlass Raf Ravaioli
Privatsammlung Palm Beach, Florida
Palm Beach Fine Art Auctions, Palm Beach, Auktion 18.04.2019, wohl Lot 105
Sammlung Henning Lohner, Berlin
Modezeichnung (Mantel & Kapitänsmütze)
Faserschreiber in Schwarz, Bleistift und Faserstift, verso mit Stecknadel beimontiertes Stoffmuster, auf leichtem Velinkarton. Um 1965.
49,8 x 21,5 cm.
Oben links (von fremder Hand?) mit Blei- und Farbstiftstift bezeichnet "782/A", unten "Gabriella" und oben rechts "Daniela", unten rechts mit angeheftetem Etikett "Tessuti Moda", dort bezeichnet "793 camello viola", verso "Antonietta", "Giammona" (...).
In zeichenhafter Reduktion auf wenige schwingende Linien erfasst Lagerfeld das Modell, unten die Rückenansicht dazu. Zu den Lieblingskünstlern des Modezaren zählten deutsche Expressionisten ebenso wie russische Konstruktivisten. Die Klarheit der Zeichnung vermittelt das Gefühl, dem Künstler beim raschen Aufsetzen seiner Linie über die Schulter schauen zu können.
Provenienz: Archiv Tiziani, Rom
Nachlass Raf Ravaioli
Privatsammlung Palm Beach, Florida
Palm Beach Fine Art Auctions, Palm Beach, Auktion 18.04.2019, Lot 8
Sammlung Henning Lohner, Berlin
Lagerfeld, Karl
Entwurf langes Kleid (ceinture écharpe)
Los 7213
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Entwurf langes Kleid (ceinture écharpe)
Feder in Schwarz, Faserstift und Pastellkreiden auf Velin. Wohl um 1980.
29,7 x 21 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz bezeichnet "ceinture écharpe".
Opulente Falten charakterisieren den schwungvoll und in eleganter Lineatur gezeichneten Designentwurf mit attraktiven farbigen Akzenten.
Provenienz: Sammlung Healy Murray
100 Dessins de Karl Lagerfeld. Collection de Madame Murray, Pierre Bergé et Associés, Auktion Paris, 28.10.-04.11.2020, Lot 32
Privatbesitz
Christie's, Paris, Auktion 21261, 26.04.-03.05.2022, Lot 84
Sammlung Henning Lohner, Berlin
1,- DM
Öl auf Tuch. 1966.
60 x 70 cm.
Verso mit Farbstift in Blau signiert "Hödicke".
In breiten, zügigen Bahnen und mit gestischer Bewegung rollt Hödicke die teils wässrige, kräftiggrüne Farbe auf den unbehandelten Malgrund, auf dem stellenweise Orange und Gelb durchschimmern. Souverän bewegt er sich mit seiner Darstellung sowohl kompositorisch als auch technisch im Bereich der Abstraktion, setzt darüber jedoch die leuchtend helle Schrift wie eine Preisauszeichnung, eine in diesem Zusammenhang rätselhafte Chiffre. Hödicke gilt als einer der Wegbereiter des deutschen Neoexpressionismus und als engagierter Professor an der Berliner Hochschule der Künste; er war zudem einer der wichtigsten Anreger der sogenannten Neuen Wilden. "Die ruppig-schnell gemalten Bilder sind kühl konstruiert - das ist kaum zu merken, erst der zweite und dritte Blick erkennen das; darum ermatten Hödicke-Bilder nicht, fallen nach der Überraschung des ersten Augenblicks nicht in flaue Langeweile, Spontaneität aus dem Kopf des Malers." (Hermann Wiesler, in: Hödicke Stadtbilder, Ausst.-Kat. München 1994, o. S.). Hödicke hielt sich von 1966 bis 1967 in Amerika auf, wo er experimentelle Kurzfilme produzierte, die zumeist seinen New-York-Aufenthalt reflektieren.
Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 41, 26.11.1994, Lot 334
Privatsammlung Berlin
Ohne Titel
Gouache auf Velin.
100 x 69,5 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Hödicke".
Gigantische Unterschenkel und Füße baumeln scheinbar aus dem blauen Himmel, grob und gestisch gemalt, ganz im Stil der 1980er Jahre. Hödicke gilt als einer der Wegbereiter des deutschen Neoexpressionismus und als engagierter Professor an der Berliner Hochschule der Künste. Er war außerdem einer der wichtigsten Anreger der sogenannten Neuen Wilden.
Provenienz: Galerie Gmyrek, Düsseldorf
Privatbesitz Rheinland
"Gezielter Sound"
Graphit und Farbstift auf Schoeller-Durex-Velin. 1972.
72,5 x 51 cm.
Unten mittig mit Bleistift signiert "Klaus Vogelsang" und datiert, verso nochmals signiert, datiert, betitelt, mit den Maßangaben sowie bezeichnet "Nr. 327".
Überlebensgroß, in dicht komponierter Nahsicht und einer geradezu sinnlichen Stofflichkeit zeichnet Vogelsang den Gitarristen. Frühe Zeichnung des Künstlers, eines bedeutenden Berliner Vertreters des Kritischen Realismus. Die sorgsamen Schattierungen sind für seine frühen Arbeiten charakteristisch; "dieser realismus ist ein wesentlicher teil meiner geschichte als bildermacher, mit dem ich seiner zeit einen gewissen bekanntheitsgrad erlangte" (klausvogelsang.de, Zugriff 09.02.2026).
Provenienz: Sammlung Karl Horst Hartmann, Berlin
Privatbesitz Rheinland
Munsky, Maina-Miriam
Daniel, als er noch ganz klein war
Los 7217
Schätzung
2.000€ (US$ 2,273)
"Daniel, als er noch ganz klein war"
Graphit und Farbstifte auf festem braunen Velin. 1975.
70 x 95,2 cm.
Unten mittig mit Bleistift signiert "MAINA-M. MUNSKY" und datiert, verso nochmals signiert, datiert und betitelt.
Unemotional, in perfektionistischer Detailliebe, so objektiv und realistisch wie möglich und zugleich konzentriert auf das Wesentliche, zeichnet Munsky ihren 1972 geborenen Sohn als Neugeborenen. Eine eigene Fotografie diente ihr, wie häufig und insbesondere auch bei den Operationsbildern, als Vorlage. Immer wieder setzte sich Munsky mit der Rolle der Frau auseinander: "Ich male Eingriffe in das Leben der Frau, des Kindes. Ich male Operationen, Geburt und den Tod, Grenzsituationen des Menschen, seiner Hilflosigkeit, seines Ausgeliefertseins. Ich male meine Bilder so objektiv, so wahrheitsgemäß, wie es mir möglich ist." (Maina-Miriam Munsky, zit. n. poll-berlin.de/Galerie/die-angst-wegmalen-2, 09.03.2020). Ihre politische Kunst stellte neben Operationen und Geburten auch Abtreibungen dar, die zu ihrer künstlerisch aktiven Zeit in den 1970er Jahren durch die geforderte Streichung des Paragraphen 218 heftig debattiert wurden. Die Künstlerin zählte mit ihrem Ehemann Peter Sorge, Klaus Vogelsang, Wolfgang Petrick und Ulrich Baehr zu den Künstlern des Kritischen Realismus. Sie gehörten zu den Gründungsmitgliedern der "Gruppe Aspekt", die von 1972 bis 1978 die Berliner Kunstszene mit prägte. Munskys Werke beschreiben ein konkretes Zeitgefühl der Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Neben dem MoMA in New York finden sie sich in vielen weiteren internationalen Sammlungen.
Provenienz: Privatbesitz Rheinland
Literatur: Maina-Miriam Munsky. Bilder und Zeichnungen, NBK (Neuer Berliner Kunstverein), Heft 47, Berlin 1981, o.S.
Maina-Miriam Munsky. Die Angst wegmalen. Bestandsverzeichnis der Gemälde und Zeichnungen 1964-1998, Bönen 2013, S. 101, 168, 171 (Z1975/09)
T inclinada
Farbiges Carborundum auf Velin. 1972.
58,5 x 78 cm.
Signiert "tàpies". Auflage 75 num. Ex.
Galfetti 293.
Großformatiger Druck, herausgegeben und gedruckt bei La Polígrafa, Barcelona, hier in den Maßen minimal von Galfettis Angaben abweichend. Ganz prachtvoller Druck der formatfüllenden Komposition mit wunderbarerer Reliefwirkung und dem vollen Rand.
"H/S 6"
Collage. Leinwand auf schwarzem Karton. Um 1972.
50 x 65 cm.
Unten rechts mit Faserschreiber in Schwarz signiert "MARCA-RELLI" und (schwer lesbar) datiert, unten links bezeichnet "H/S 6".
Die ausdrucksstarke Dynamik der kraftvollen Collagen Marca-Rellis zeigt seinen künstlerischen Bezug zum Abstrakten Expressionismus. Sein bevorzugtes Medium handhabte er mit souveräner Vereinfachung der Formsprache und zurückgenommener Farbigkeit. 1956 nahm Marca-Relli an der XXVIII. Biennale von Venedig teil, und 1959 wurden seine Werke auf der documenta 2 in Kassel ausgestellt. 1967 veranstaltete das Whitney Museum of American Art eine große Retrospektive seiner Kunst. Die Collage wurde vom Archivio Marca-Relli, Parma, per Email am 16.01.2026 bestätigt.
Provenienz: Privatsammlung Paris
Privatbesitz Brandenburg
Kleines Figurentuch
Zinnfigur, Wachs, Kunststoffschnur, Leinwand, Reißnägel und Öl auf Holz, in Objektkasten. 1974.
65 x 50 cm (Kasten).
Oben mittig in der Darstellung mit Bleistift signiert "Brodwolf" und datiert.
Brodwolfs skulpturale Figurenkompositionen besitzen einen tief berührenden, oft narrativen Charakter. Die in Kästen und Objektbildern eingesetzten menschenähnlichen Figuren von archetypischem, idolhaftem Charakter rufen häufig Situationen von Gefangenschaft wach, gemahnen an äußere und innere Zwänge, erinnern an elementare, existentielle Fragen. Die Tubenfigur, erstes Urbild seiner eigenen "inneren Figur", verwendet er seit den 1970er Jahren in seinen Objektbildern.
Provenienz: Gimpel & Hanover Galerie, Zürich (mit deren Klebeetikett verso auf dem Kasten, dort typographisch bezeichnet, dort 1976 erworben)
Privatsammlung Frankfurt
Grisebach, Berlin, Auktion 214, 01.06.2013, Lot 1202
Privatbesitz Rheinland
Ohne Titel
Mischtechnik auf festem Velin. 1970.
106,5 x 76,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "PRACHENSKY" und datiert, verso bezeichnet "2".
Blatt 2 aus der "Hannover"-Serie. Ein vehementer gestischer Farbauftrag bestimmt die expressive Zeichnung in Hellrot und Pink-Violett. "Rot lenkt den Blick auf die schnellen, heftigen Bewegungen des Malers und macht das Ziel Prachenskys, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, deutlich." (Ingrid Mössinger, in: Markus Prachensky, Ausst.-Kat. Kunstsammlungen Chemnitz 2004, S. 6). Prachensky gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Informel in Österreich. Er studierte Architektur und parallel dazu ab 1953 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1956 gründete er gemeinsam mit Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer die Künstlergruppe um die Galerie nächst St. Stephan, geleitet von Otto Mauer. Seit seiner Anfang der 1960er Jahre entstandenen Serie "Rot und Rot - Berlin" entwickelte sich seine typische tachistische, expressive Malweise, und auch fortan benannte er seine Werkgruppen nach seinen jeweiligen Aufenthaltsorten. 1970 arbeitete Prachensky an seiner "Hanover-Series", deren charakteristischen Gestus unsere Zeichnung zeigt.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
Ohne Titel (Kleine Barrieren)
Radierung mit Aquatinta auf Velin. 1978.
53 x 76,2 cm (62,5 x 88,8 cm).
Signiert "Alena Kučerová" und datiert. Auflage 60 num. Ex.
Ab 1950 ausgebildet an der Prager Hochschule für Graphik und der dortigen Akademie für angewandte Kunst, stellte die Künstlerin seit den 1960er Jahren ihre experimentellen Druckgraphiken her. Um 1965 begann sie, das Metall der Druckplatten mit einer Schuhmacherahle zu perforieren und nach dem Druck die perforierten Blechmatrizen auch als eigenständige Kunst auszustellen; damit wurde sie zu einer der markantesten Künstlerinnen der tschechischen Szene. Ganz prachtvoller, großformatiger Lochplattendruck mit klar zeichnenden Perforationen, fein differenziertem Aquatintaton und kleinem Rand.
Ohne Titel (Waldwiese)
Radierung mit Aquatinta auf Velin. 1992.
53 x 76,2 cm (62,5 x 88,8 cm).
Signiert "Alena Kučerová" und datiert. Auflage 60 num. Ex.
Flirrende, großformatige Komposition in Kučerovás charakteristischer, experimenteller Perforationstechnik, die im Druck einen nahezu plastischen, reliefhaften Effekt erzielt. Ganz prachtvoller Lochplattendruck mit unzähligen winzigen Perforationen, intensivem Aquatintaton und kleinem Rand.
Ohne Titel
Prägedruck auf Velin. 1971.
40 x 40 cm (45 x 44,5 cm).
Signiert "Uecker" und datiert. Auflage 250 num. Ex.
Prachtvoller, prägnanter Druck der rhythmisch bewegten und nahezu blattfüllenden Nagelanordnung, mit dem vollen, kleinen Rand.
Duo
Prägedruck auf festem Velin. 2020.
69,5 x 50 cm.
Signiert "Uecker" und datiert. Auflage 100 num. Ex.
Erschienen anlässlich des 300jährigen Jubiläums des Kupferstichkabinetts Dresden, herausgegeben von dessen Freundeskreis, 2020. Dynamisches Muster, bestehend aus zwei interagierenden Spiralwirbeln, die in entgegengesetzte Richtungen angeordnet sind und im mittleren Teil der Komposition ineinander laufen. Charakteristische, komplexe Komposition von wunderbar reliefhafter Wirkung. Ganz prachtvoller, klarer Prägedruck mit dem vollen Rand.
EA (1973)
Farbserigraphie auf Velinkarton. 1973.
26,2 x 35,3 cm (38 x 56 cm).
Mit dem Künstlersignet "A." und datiert sowie bezeichnet "EA". Auflage 100 num. Ex.
Danilowitz 222.
Nach dem Glasbild "Lauben" (Bowers) von 1929. Josef Albers wirkte zunächst am Bauhaus, bevor er 1933 nach Machtergreifung der Nationalsozialisten in die USA floh, wo er am Black Mountain College in North Carolina tätig war. Beeinflusst von De Stijl und dem amerikanischen Abstract Painting experimentierte er in unterschiedlichen Medien mit Farben, Formen, Linien und Flächen und ihren Wechselwirkungen auf die kognitive wie subjektive Wahrnehmung. Exemplarisch dafür begann er ab 1950 mit seiner Serie "Homage to the Square". Sein Wirken als abstrakter und konkreter Künstler hatte großen Einfluss auf die amerikanische Farbfeldmalerei und die Op Art. In den frühen 1970er Jahren griff Albers einige seiner frühen Werke aus der Bauhauszeit wieder auf und druckte die Motive als Serigraphien in kleineren Auflagen. Prachtvoller, farbintensiver Druck in Gelb und Schwarz mit dem vollen Rand.
Stehende junge Frau (Morgen Gesche)
Zimmermannsbleistift und Farbstift in Braun auf Bütten. 1971.
34,6 x 22,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Janssen" und datiert, mittig rechts mit einer Widmung von Gesche Tietjens.
Horst Janssen beherrschte das Zeichnen wie kaum ein anderer. In sanftem Farbton portraitiert er seine damalige Partnerin Gesche Tietjens und spannt die Figur in den oberen und unteren Rand eines schmalen Hochformats nach japanischem Vorbild. Ihr noch verschlafenes Gesicht kurz nach dem Aufwachen wird von kinnlangen, leicht verstrubbelten Haaren fast ganz verdeckt. Strichelung und Farbigkeit der Haare gehen über in ein gleich gestaltetes, langes, geöffnetes Nachtgewand, das den ansonsten nackten Körper überdeckt. Die leise Erotik des Aktes zeigt Janssens ganze Vielseitigkeit und verleiht dem Blatt eine große Intimität. Motivgleich, aber spiegelverkehrt, existiert eine Druckgraphik mit dem Titel „Morgen Gesche“ aus demselben Jahr (Frielinghaus 1971/12).
Provenienz: Privatbesitz Berlin (Geschenk von Gesche Tietjens)
Flötenspielerin ("Roswitha")
Bleistift, teils gewischt, farbige Kreiden und Deckweiß auf Velin. 1972.
29,5 x 17,8 cm.
Unten rechts mit Bleistift zweifach datiert, unten links (schwer lesbar) bezeichnet "Roswitha (...)".
Die markante Gestalt der stehenden Flötistin erfasst der Künstler aus der Untersicht im schmalen Hochformat, mit charakteristisch stilisierten Schattierungen und Schraffuren. Die Vorzeichnung für Janssens ebenfalls im November 1972 entstandene Radierung "Roswitha" (Frielinghaus 1972/119) entstand während der kurzen Liebesbeziehung des Künstlers mit Roswitha Harting, die er auf der zweiten Tessin-Reise 1972 kennenlernte.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Wanderer ("Vielen Dank für den Kaffee")
Zimmermannsbleistift und farbige Kreiden auf festem bräunlichen Karton. 1972.
18,6 x 21 cm.
Oben rechts mit Bleistift signiert "Janssen" und datiert, oben mittig gewidmet.
Einsam durchzieht der Wanderer die Landschaft in Richtung der fast überirdisch hell beleuchteten Kirchenruine. Mit lockeren Schraffuren und effektvollen farbigen Akzenten erfasst Janssen die kompositorisch an altmeisterliche Landschaftsdarstellungen erinnernde Szenerie.
Provenienz: Privatbesitz Berlin (Geschenk des Künstlers)
Frauenstudie (Palermo)
Bleistift auf Velin. 1974.
16,3 x 12 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Tübke", datiert und bezeichnet "Palermo".
Charmante, mit äußerster Feinheit plastisch durchmodellierte Bildnisstudie einer sitzenden jungen Frau. Im rechten Rand des Studienblattes notiert Tübke die Skala der Farbwerte für eine künftige Umsetzung des Motivs in Malerei. 1974 unternahm Tübke seine dritte Reise nach Italien, die sein Werk deutlich beeinflusste, sowohl motivisch, als auch mit einer der Renaissance nahen Bildsprache. Immer wieder vermischt der Künstler Epochen: "Tübke kann in Einzelfiguren oder Gruppen von stabilen, fast akademischen Renaissanceformen ausgehen, die sich unter der Hand in ein morbides oder sprühendes Rokoko mit zerbröselnden, verwehenden Formen verwandeln. Sein analytisches Zeichnen verfolgt die Gegenwart in die Vergangenheit, entrückt Zeitgenössisches in historische Ferne (...)." (Eduard Beaucamp, in: Ausst.-Kat. Kunsthandlung Fichter, Frankfurt/Main 2004, S. 10). Vermutlich entstand die Zeichnung im Zusammenhang mit Tübkes Gemälde "Erinnerung an Sizilien", 1974 (Museum der Bildenden Künste Leipzig).
Provenienz: Ehemals Ladengalerie Berlin (lt. Annotation verso)
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Venus à la Girafe
Bronze mit silberner Patina, auf Bronzeplinthe montiert. 1973.
56,8 x 27,5 x 9 cm.
Auf der Plinthe signiert "Dalí" sowie seitlich mit dem Stempel "Fuso alla Venturi Arte Bologna Italia" und dem Editionsvermerk "euro art". Auflage 1000 num. Ex.
Descharnes 69.
Bereits seit dem Jahr 1963 finden sich in Dalís Schaffen die Elemente Venus und Giraffe, ebenso wie die Schubladen und Krücken, als wiederkehrende gestalterische Ausdrucksmittel. Die vorliegende Bronze ist eine Variation und Kombination dieser Motive. Herausgegeben von Venturi Arte, Bologna. Prachtvoller Guss mit der silberfarbenen Patina.
Weiblicher Akt nach links
Bleistift auf glattem Maschinenpapier. 1972.
35 x 25 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Antes".
Die charakteristische Figur des Künstlers erinnert mit ihrem gedrungenen Körperbau an Antes' Kopffüßler. Linear erfasst er den stehenden weiblichen Akt, dessen Kopf er, wie immer, im Profil zeigt, so dass die Unnahbarkeit der Gestalt gewahrt bleibt. Auf der Linie, die den Raum andeuten könnte, scheint die Figur zugleich wie auf einem Seil zu balancieren.
Provenienz: Galerie Beyeler, Basel (mit deren Klebeetikett auf der Rahmenrückseite, dort typographisch bezeichnet und mit der Nummer 7573)
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 292, 25.06.1992, Lot 10
Privatbesitz Hessen
La Saint-Charlemagne
3 Farblithographien und 1 Bl. Titel mit Impressum auf Arches-Velin. Die Lithographien lose mit Metallklammern unter Plexiglas-Platten fixiert, in Orig. Halbleinen-Faltmappe sowie ein broschiertes Buch in magnetisiertem Kartonschuber. 1976.
51 x 34 x 5 cm (Faltmappe und Kartonschuber).
Die Lithographien je signiert "Max Ernst", im Impressum zudem von Robert Lebel und François Di Dio signiert. Auflage 100 num. Ex.
Nicht mehr bei Spies/Leppien.
Die komplette Vorzugsausgabe des Buches "La Saint-Charlemagne" von Robert Lebel, mit schwarzer Faltmappe und drei signierten Farblithographien von Max Ernst in verschiedenen Farbvarianten. Herausgegeben von Le Soleil Noir, Paris 1976. Die Graphiken wurden gedruckt von Pierre Chave, Vence, die magnetisierte Faltmappe mit dem Buchobjekt wurde vom Atelier Duval gefertigt. Prachtvolle, farbfrische Drucke mit dem vollen Rand.
Clown M R
Öl auf Hartfaser. 1985.
59 x 47 cm.
Seitlich rechts in der Darstellung mit Pinsel in Graubraun signiert "TICHA" und datiert, verso mit Faserstift in Schwarz nochmals signiert und bezeichnet "85/25".
Ticha 85/25.
"Agitpop statt Popart in der DDR" (Antje Schunke, Deutschlandfunk Kultur, 13.12.2025): Mit feinsinnigem Humor, geometrisierten Formen und klaren Farben setzt Ticha den stilisierten Clown in akkurater Malweise kontrastreich ins Bild. Die Einflüsse der russischen Konstruktivisten und von Agitprop sind darin deutlich spürbar. Von 1965 bis 1970 studierte er zunächst Malerei und dann Gebrauchsgraphik an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee, u.a. bei Werner Klemke, Arno Mohr und Klaus Wittkugel. Im Prenzlauer Berg gehörte Ticha später zur subversiven Künstlerszene. Er schuf nicht nur Gemälde, Zeichnungen, Plakate und Druckgraphik, sondern illustrierte auch zahlreiche Bücher, Umschläge und Einbände. Im Winter 2025/26 zeigte die Kunsthalle Rostock eine umfassende Retrospektive seines Werkes.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Jäterin
Bronze mit goldbrauner Patina. 1978/79.
15,2 x 7 x 16,5 cm.
Unter dem linken Schienbein mit dem Künstlersignet sowie mit dem Gießerstempel "GUSS BARTH RINTELN". Auflage 10 num. Ex.
Fritschen/Hartog 1122.
Tradition und Moderne vereinigen sich in den figürlichen Plastiken des Künstlers. Ein kraftvolles, vereinfachtes und knappes Formenvokabular, ohne Tendenz zum Ornamentalen und Dekorativen, ist typisch für seine Darstellungsweise. Marcks wandelte sich im plastischen Werk seiner späteren Jahre stilistisch zunehmend hin zu eher naturalistischen, aber dennoch strengen und auf das Wesentliche reduzierten Figuren. Prachtvoller, schön ziselierter Guss mit lebendig schimmernder Patina.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Hommage à Picasso
Acryl auf Leinwand.
55 x 38 cm.
In seinem charakteristischen, zwischen Surrealismus und Pop Art angesiedelten Stil setzt Erró das ikonische Picasso-Gemälde comicartig vereinfacht um, mit plakativen Farben und harten schwarzen Konturlinien. Picassos Bildnis "Jacqueline mit Blumen" entstanden 1954, kurz nachdem dieser bei Madoura in Vallauris seine zweite Ehefrau Jacqueline Roque kennengelernt hatte, zitiert der isländische Künstler ironisch und stellt es in einen verstörenden neuen Zusammenhang mit dem flüchtenden kleinen Mädchen. Der Künstler gehört der 1960 in Paris gegründeten Gruppe der "Narrative Figuration" an. "Gleichermaßen pop und barock, plakativ und erzählerisch, gesellschaftskritisch und humorvoll, moralisch und abgründig schuf er innerhalb der letzten 50 Jahre ein opulentes, unverwechselbares Werk, das sich jeder Kategorisierung widersetzt." (schirn.de, Zugriff 04.03.2026).
Provenienz: Galerie MC, Paris (mit deren Klebeetikett/Fragment auf der Rahmenrückseite)
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Bigbee, Brett
Sitzender Frauenakt (Ann BInder, die Frau des Künstlers)
Los 7237
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Sitzender Frauenakt (Ann Binder, die Frau des Künstlers)
Öl auf Leinwand.
58 x 47 cm.
Verso mit Pinsel in Schwarz signiert "Brett Bigbee".
Die Frau des Künstlers, geschildert in aufrechter, aufmerksamer Haltung, sorgfältig und detailliert, mit einem nahezu fotorealistischen Maß an Präzision. Das von einem hellen Gelbton erfüllte Interieur vermittelt ein Gefühl stiller Intimität, das eindringlich und genau beobachtete Gesicht und der blasse Schimmer des Inkarnats lassen die innige Vertrautheit des Künstlers mit seinem Modell erkennen. Zugleich erscheint sie einsam und isoliert in dem begrenzten, hell ausgeleuchteten Raum. Wichtige Motive seines an der Formensprache der Renaissance und an den Werken Balthus' orientierten Schaffens lieferte für Bigbee immer seine Familie: in den frühen Jahren seine Frau Ann Binder und später sein Sohn Joe. Ausgebildet wurde der Künstler an der Pennsylvania Academy of Fine Arts.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
"Johanna 2"
Skulptur aus Fundstücken. Verschiedene Metalle und Knochen auf Holzsockel unter Glassturz. 1981.
21 x 22 x 13 cm.
An der Unterseite mit Faserstift in Schwarz signiert bzw. mit dem Künstlersignet "Otto B", datiert und betitelt.
"Ab 1978 verwendete Otto Beckmann auch Knochen als Fundobjekte. Bemerkenswert ist, dass das Material Knochen von Künstlern eher selten verwendet wurde, wohl aber von Schamanen zur Herstellung ihrer Kultobjekte. Er selbst dokumentierte diese neuerliche Hinwendung zur Magie 1979 mit der Kunstfigur des Duralei D. Dopotopoff und nannte die entstehenden Arbeiten: Neumagische Objekte des Kultismus." (archiv-otto-beckmann.com, Zugriff 02.03.2026).
Provenienz: Privatbesitz Österreich
Ohne Titel
Skulptur aus Fundstücken. Verschiedene Metalle und Knochen auf Holzsockel unter Glassturz. Um 1981.
21 x 22 x 13 cm.
An der Metallbasis unten rechts mit dem Künstlersignet.
"Es sind Idole und fiktive Kultobjekte der Magie, die oft zu rätselhaften Szenen gruppiert, künstlerisch verdichtet wurden. Neben Knochen fanden auch technische Versatzstücke Anwendung." (archiv-otto-beckmann.com, Zugriff 02.03.2026).
Provenienz: Privatbesitz Österreich
Liegende mit schwebenden Gebeinen
Öl auf Hartfaser. 1987.
70 x 100 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "HZ" und datiert.
Verführung und Morbides, Reiz und Bedrohung liegen hier dicht nebeneinander. Die Schönheit und die Abgründigkeit der Welt zeigt Zander mit seinem charakteristischen, altmeisterlich wirkenden Malstil. Unterschiedliche Bilderzählungen deuten sich in der Darstellung synchron an, vor allem aber scheint sich Zander auf das Motiv von Venus und Amor am Band zu beziehen. Das sinnlich durchmodellierte Gesicht und der reizvoll drapierte Körper der Frau wirken zunächst anziehend, das marmorbleich-steingraue Inkarnat erschreckt jedoch in seiner Kälte und Perfektion, während das pralle Kissen unter ihrem Oberkörper vergleichsweise lebensvoll erscheint. Erschreckend sind auch die Attribute der liegenden Schönheit: Neben der am roten Bändchen schwebenden Knochenassemblage mit angedeuteten Flügeln liegen unter ihren Beinen unbestimmbare, an die Haut eines Tieres oder einen Vogelbalg erinnernde, schlaff-gewundene Objekte. Besonders effektvoll wirkt die virtuos in detailreicher Manier umgesetzte Szenerie durch den Kontrast mit der Leere des tiefschwarzen Hintergrundes.
Provenienz: Erhard Kaps, Leipzig (Geschenk des Künstlers)
Privatbesitz Leipzig
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