Bergen, Claus
Straßenszene in Kairo: "Feigen, Feigen, süßer als meine Augen!"
Los 6330
Schätzung
750€ (US$ 852)
Straßenszene in Kairo: "Feigen, Feigen, süßer als meine Augen!".
Deckfarben in Weiß, Grau und Schwarz auf graubraunem Karton, original auf chamoisfarbenen Trägerkarton montiert. 20 x 30,7 cm. Am Unterrand signiert und datiert "Claus Bergen [19]09".
Vorzeichnung zu der Illustration "Im Lande des Mahdi I" (Karl Mays Gesammelte Werke, Bd. XIV, S. 41).
Muskatreibe.
Bräunierter Stahl mit Silberfassung. Korpus: Manufaktur Matthew Boulton, Birmingham 1795; Silberfassung: Matthew Linwood & Son, Birmingham ab 1813 (Punze im Boden). Höhe 8,4 cm, Breite 4,2 cm, Tiefe 2,6 cm. Gesamtgewicht 59,7 g. England, um 1820.
Der Muskatnussbaum war ursprünglich nur auf den Banda-Inseln und den nördlichen Molukken in Indonesien beheimatet. Nachdem der portugiesische Seefahrer Afonso de Albuquerque den Weg zu den sogenannten Gewürzinseln gefunden hatte, begannen die Portugiesen ab 1512 damit, die Muskatnuss als Handelsware von den Banda-Inseln erstmals nach Europa einzuführen. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts entwickelte sich die Muskatnuss zum sprichwörtlichen Gold Ostindiens. Briten, Spanier, Portugiesen und Niederländer bekriegten sich wegen der Frucht des Muskatnussbaumes. Als die Muskatnuss in England in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als die einzig wirksame Medizin gegen die Pest gepriesen wurde, waren die Preiserhöhungen nicht mehr aufzuhalten. Der Verkaufspreis in Europa lag zeitweise mehr als 300-mal höher als der Einkaufspreis auf den Banda-Inseln.
Im Souk von Tanger.
Aquarell und Deckweiß, mit späteren Überarbeitungen in Aquarell auf J. Whatman-Velin. 23,8 x 35,7 cm. Unten links in brauner Feder signiert, datiert und eigenh. bez. "Ludwig Hans Fischer 1882" und "Tanger", ferner in schwarzer Feder bez. "Suk".
Bodenehr I., Gabriel
Prospect der Stadt Caschan in Persien
Los 6333
Schätzung
300€ (US$ 341)
Prospect der Stadt Caschan in Persien, fünff tag reisen von Isphahan.
Radierung auf zwei zusammengefügten Bögen. 17,9 x 48,8 cm. (Augsburg, um 1720). Nicht bei Le Blanc. Wz. Doppelkreis mit angehängtem S.
Gesamtansicht der Seidenweberstadt Keshan im heutigen Iran basierend auf einer Darstellung von Olearius. Ausgezeichneter Druck unten mit dem Text, sonst bis an die Darstellung bzw. mit sehr feinem Rändchen. Leicht angestaubt, Trockenfalte sowie vertikale Faltspuren, Knitterfalten rechts, Rostfleck über der Hügelspitze links, weitere kleine Flecken, sonst in guter Erhaltung.
Regnault de Maulmain, Émile
Die Heimführung der Braut: Eine kleine Karawane in der Wüste mit Kamel und Howdah
Los 6334
Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)
Die Heimführung der Braut: Eine kleine Karawane in der Wüste mit Kamel und Howdah.
Öl auf Leinwand, doubliert. 33 x 46 cm. Unten links signiert und datiert "E. Regnault [18]82".
Eine kleine Gruppe von Reitern auf Pferden und Kamelen sowie einigen Beduinen zu Fuß geleiten eine Braut zu ihrem zukünftigen Ehemann. Die Braut befindet sich im Howdah, einer auf dem Rücken des Kamels befestigten Sänfte. Kostbare Tücher verbergen die Frau vor den Augen ihrer Begleiter. Émile Regnault de Maulmain, Schüler von Louis Lamothe und Alberto Pasini, reüssierte vor allem mit seinen orientalistischen Gemälden und Veduten, die er zwischen 1863 und 1882 im Salon in Paris ausstellte.
Lastenkamele in einem Beduinenlager.
Bleistift auf Velin. 19,2 x 27,4 cm. Rechts signiert und datiert "Hubert Sattler 1846".
Hubert Sattler bereiste in zwei Reisen ausgiebig den Orient. 1842 führte ihn seine Reiseroute in das Heilige Land von Syrien, Libanon bis Alexandria. Nur zwei Jahre später von 1844 bis 1845 erkundete er Ägypten, Sinai und Nubien bis Wadi Halfa. Anschließend präsentierte Sattler in mehr als 300 Kosmoramen das Gesehene dem mitteleuropäischen Publikum - pharaonische Altertümer, Landschaften, Szenen aus dem modernen Leben. Sattler gibt sogar hieroglyphische Inschriften exakt wieder, wobei er die umfassende Motivsammlung erst zu Hause in Öl umgesetzt hat. Seine Orientmalerei diente der Verbreitung von Wissen über die fernen Länder.
Niederländisch
um 1700. Studienblatt mit der afrikanischen Seidenpflanzenheuschrecke
Los 6336
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
um 1700. Studienblatt mit der afrikanischen Seidenpflanzenheuschrecke.
Aquarell auf Bütten, aufgezogen. 44,3 x 28,1 cm. Wz. Bekröntes Straßburger Bandenwappen (s. Churchill Nr. 432: 1686).
Die Afrikanische Seidenpflanzenheuschrecke (Phymateus morbillosus) ist eine große Kegelkopfschrecke mit leuchtend rotem Kopf und Beinen, die vornehmlich in Südafrika vorkommt und für ihre Giftigkeit bekannt ist. Das Exemplar könnte durch die Niederländische Ostindien-Kompanie, die seit 1652 in Südafrika die Kapkolonie unterhielt, nach Europa gekommen sein und dort von einem Zeichner detailgetreu festgehalten worden sein. Denkbar ist auch, dass ein Künstler auf einer der Reisen an das Kap dabei war, explizit um Studien nach der fremden Natur anzufertigen.
Werner, Carl Friedrich Heinrich
Sphinx und Pyramiden in Gizeh
Los 6337
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Die Sphinx und Pyramiden in Gizeh.
Aquarell über Bleistift. 23,4 x 40,3 cm. Unten rechts signiert und datiert "C. Werner f. 1880.".
Carl Werner, Mitglied des Londoner Royal Institute of Painters in Watercolours, gründet in den 1850er Jahren ein Meisteratelier für Aquarellmalerei in Venedig. 1862 bricht er zu einer ersten Orientreise nach Jerusalem, Palästina und Ägypten auf, zwei Jahre später finden wir ihn erneut in Ägypten. Während seiner Reisen hielt er alltägliche Szenen und die Monumente, darunter die Pyramiden von Gizeh und das Grab des Schech Ababde, in etlichen Skizzen fest, aus denen er später Aquarelle fertigte.
Provenienz: Sammlung Kurt Klemperer, Brasilien (Lugt 5268).
Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 22 am 6. November 1973, Los 937.
Werner, Carl - nach
"Grabmal des Schech Ababde in Minieh" (Al-Minya) in Mittelägypten
Los 6338
Schätzung
400€ (US$ 455)
nach. "Grabmal des Schech Ababde in Minieh" (Al-Minya) in Mittelägypten.
Aquarell über Bleistift, weiß gehöht. 26 x 38,7 cm. Bezeichnet und datiert unten rechts "K. Stöcker. / 187[?]".
Als Frucht der zweiten Orientreise veröffentlichte Werner im Wandsbecker Gustav W. Seitz Verlag ab 1871 eine Folge von 24 seiner entstandenen Aquarelle in Form von Chromolithographien. Dieser folgte 1878 eine englische Ausgabe und 1881 im Seitz-Verlag eine verkleinerte Edition. Das feinsinnig ausgeführte Aquarell wird in Nachfolge dieser Publikationen entstanden sein.
Löffler, August
Sonnenuntergang über dem Nil, im Hintergrund die Pyramiden von Gizeh
Los 6339
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Sonnenuntergang über dem Nil, im Hintergrund die Pyramiden von Gizeh.
Öl auf Leinwand. 36,7 x 61 cm. Unten links signiert, datiert und bezeichnet "Aug. Löffler 1853 München".
Der Maler August Löffler reist 1849 nach Ägypten, Palästina, Syrien und Kleinasien. 1864 veröffentlicht er zusammen mit Moritz Busch die Publikation „Bilder aus dem Orient“, darin schildert er eindrücklich die Erfahrungen seiner Orientreise. Für ihn „bestand das Bild des Orients aus Namen, Stimmungen, vor allem aber aus dem Licht der ‚Sonne des Südens‘. Den Künstler begeisterte die orientalische ‚Lichtatmosphäre von zauberhaftem Reiz‘, das ‚falbe Zwielicht‘, der ‚tief orange-gelbe Abendhimmel‘, das ‚brennende warme Violet von Gebirgen unter diesem Himmel‘ und ‚das flimmernde Goldgelb von Wüsten und der Gluth des Mittags‘“ (Karin Rhein: Deutsche Orientmalerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Bristol u.a. 2003, S. 141). Sicherlich inspiriert durch das geschichtsphilosophische Bewusstsein seines Lehrers Carl Rottmann, bricht auch Löffler mit dem idealisierten Landschaftsbild und stellt geschichtlich bedeutsame Orte in ihrem gegenwärtigen Zustand als Denkmäler der Menschheitsgeschichte dar. Das vorliegende Gemälde drückt ein Gefühl der Zeitlosigkeit und Unberührtheit aus, das vor allem durch die menschliche Abwesenheit und die distanzierte Sichtweise hervorgerufen wird. Erkennt der Betrachter im Vordergrund die Palmen und Sträucher des dicht bewachsenen Nilufers noch deutlich, so taucht die Farbenglut der untergehenden Sonne den Hintergrund in ein dramatisches, rot-oranges Licht, in dem sich in der Ferne die Silhouetten der berühmten Pyramiden von Gizeh nur noch schwach abzeichnen.
Alizard, Joseph-Paul
Bildnis eines Mannes mit Fes im türkisen Gewand mit Goldstickerei
Los 6340
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Bildnis eines Mannes mit Fes im türkisen Gewand mit Goldstickerei.
Öl auf Leinwand. 55 x 46 cm. Unten links signiert, datiert und bez. "Paul Alizard. 12 Juillet 1891 Rennes".
Ein junger Mann mit Fes und golddurchwirktem Gewand blickt sehnsuchtsvoll in die Ferne, hinter ihm eine unbestimmte Landschaft, die im roten Abendlicht versinkt. Alizard zeigt das romantisch verklärte Bild eines Menschen, der der Kleidung nach zu urteilen, aus dem nördlichen Afrika stammt. Alizard studierte ab 1888 in Rennes und später in Paris, wobei sich in diesem Werk insbesondere die auch in Frankreich stark ausgeprägte Faszination der Künstler für den Vorderen Orient widerspiegelt.
Dahabiah am Nilufer.
Aquarell über Bleistift auf dünnem Karton. 20,5 x 28,4 cm. Unten links signiert und datiert "B. Fiedler 1869", unten rechts eigenh. bezeichnet "Dahabia am Nil.", mit dem alten Etikett der Wiener Galerie Herrmann verso auf dem Rahmen.
Im Souk in Kairo.
Aquarell über Bleistift auf dünnem Karton. 21,2 x 31,8 cm. Unten links signiert "Fiedler", mit dem alten Etikett der Wiener Galerie Herrmann verso auf dem Rahmen.
Kosler, Franz Xaver
Grab mit Baldachin in der Nekropolis von Kairo
Los 6343
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Grab mit Baldachin in der Nekropolis von Kairo.
Öl über Bleistift auf Spanplatte. 24,5 x 35,8 cm. Um 1903.
Bei der Ölstudie handelt es sich um eine Vorstudie für das muslimische Grabmal, das sich am linken Bildrand des großformatigen, 1903 datierten Gemäldes "Das Totenfest an den Gräbern bei Kairo" befindet, das im Jahr 2007 bei Sotheby's, London (Auktion am 27. Juni, Los 129 als "Orientalischer Friedhof bei Kairo") angeboten wurde. - Kosler lernte an der Wiener Akademie der bildenden Künste in der Spezialschule für Historienmalerei bei dem Orientmaler Leopold Carl Müller, bevor er Studienreisen auf den Balkan und nach Ägypten unternahm. In Kairo hatte Kosler seine erste Ausstellung, die ihm verschiedene Aufträge einbrachte. Seine sorgfältig ausgeführten Gemälde, die deutlich den Einfluss seines Lehrers erkennen lassen, zeigen fast ausschließlich orientalische Sujets, wobei die meisten Motive aus Äypten stammen.
Audienz beim Großwesir am Ufer des Nils.
Aquarell und Deckfarben über Feder in Grau, alt aufgezogen und hinter ein Passepartout montiert. 24 x 38 cm. Signiert und datiert "Swebach 1811".
Das ursprünglich aus der Sammlung des Marquis René d'Andigné stammende Aquarell ist eine Vorzeichnung für eine der Porzellanplatten aus dem sogenannten "Service Égyptien" der Manufaktur Sèvres. Swebach entwarf für dieses Teeservice, das im Jahr 1810 von der Kaiserin Josephine in Auftrag gegeben wurde, etwa 40 bis 50 Kompositionen. Bereits in den Jahren 1811-1812 wurde das umfangreiche Service der Auftraggeberin in das Château de Malmaison bei Paris geliefert. - Nach seiner Ausbildung bei dem Maler Michel H. Duplessis arbeitete Swebach in Paris, wo er sich eine Reputation als Pferde- und Militärmaler erwarb. Von 1802 bis 1813 war er der Premier Peintre an der Porzellanmanufaktur in Sèvres, wo er für die Dekorationen verschiedener bedeutender Service verantwortlich war. In dieser Funktion entwickelte er auch diese vielfigurige Komposition für das Service im "Gout Egyptien", ein Thema, das sich dieser Zeit größter Beliebtheit erfreute.
Provenienz: Sammlung Marquis René d'Andigné (1862-1929).
Heymann Antiquités, Paris.
Roberts, David - nach
Ansichten aus Ägypten und Jordanien
Los 6345 [*]
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
nach. Ansichten aus Ägypten und Jordanien: Pyramide of Geezeh; Entrance to the tombs of the kings of Thebes - Biban-el-Molook; Grand entrance to the Temple of Luxor; Site of Petra.
4 Farblithographien von Louis Haghe. Folio. London, F. G. Moon, 20 Threadneedle Street. 1842/1848.
Besonders infolge von Napoleons Ägyptischem Feldzug stieg in Europa die Faszination für die Kultur, Kunst und Architektur des alten Ägyptens und Vorderen Orients sprunghaft an. Expeditionen und wissenschaftliche Unternehmungen ließen ein neues Bild dieser Länder entstehen - verbreitet durch die noch junge Technik der Lithographie, die detailreiche Darstellungen in größerem Umfang zugänglich machte. Der schottische Künstler David Roberts bereiste zwischen 1838 und 1840 Ägypten, die Sinai-Halbinsel, Palästina, Jordanien und die Küste des Libanon, und hielt seine Eindrücke in zahlreichen Zeichnungen fest. Die auf dieser Reise entstandenen Vorlagen bildeten die Grundlage für seine später publizierten Lithographien, die durch ihre Verbindung von architektonischer Genauigkeit und atmosphärischer Wirkung maßgeblich zur Orientbegeisterung des 19. Jahrhunderts beitrugen.
"Il tempio d'Osiri": Bühnenbild für einen ägyptischen Tempel.
Feder in Grau, aquarelliert, mit einer Einfassung in Schwarz, auf Bütten. 28,6 x 37,9 cm.
Antonio Basoli zählt zu den genialsten und produktivsten italienischen Theatermalern und Bühnenarchitekten der ersten Hälfte des Ottocento. Nach einer Ausbildung an der Accademia Clementina in Bologna - zu seinen Lehrern zählten Gaetano und Mauro Gandolfi, Angelo Venturoli und Vincenzo Mazzi - erhielt Basoli 1793, noch vor dem Abschluss des Studiums, eine Anstellung als Szenograph am Teatro Taruffi in Bologna. Bereits in seinem Frühwerk vollzog sich der Bruch mit der barocken Tradition Bibienas und eine Hinwendung zum Neoklassizismus. Vorliegende Zeichnung ist wohl eine Vorzeichnung für Tafel 1 seiner Serie "Raccolta di Prospettive serie, Rustiche, e di Paesaggio..." von 1810 (Berliner Ornamentstichkat. 4165).
Ridinger, Martin Elias
Camel mit einem Höcker ...; Ein Camel mit zwei Höckern ...; Kamele in ganzen u. halben Figuren; Kamele mit Becken- und Paukenschlägern
Los 6347
Schätzung
400€ (US$ 455)
Camel mit einem Höcker; Ein Camel mit zwei Höckern; Kamele in ganzen u. halben Figuren; Kamele mit Becken- und Paukenschlägern.
4 Radierungen nach Johann Elias Ridinger. Je ca. 32 x 21,5 cm. Um 1745. Thienemann 530, 531, 533, 534.
Aus einer, laut Inschrift nach dem Leben gezeichneten Serie mit sechs Blatt zu Kamelen und zwei Blatt mit Büffeln. Ganz ausgezeichnete Drucke mit Rand. Besonders in den Rändern etwas angestaubt, ein Blatt mit Knickfalte durch die linke untere Ecke, ansonsten in sehr guter Erhaltung.
Englisch
1. Hälfte 19. Jh. . Ein Reiter auf seinem Kamel in der weiten Steppe
Los 6348
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
1. Hälfte 19. Jh. Ein Reiter auf seinem Kamel in der weiten Steppe.
Öl auf Leinwand. 35,5 x 44,3 cm.
19. Jh. Felucken im Nildelta in Ägypten.
Aquarell, aufgezogen. 31,3 x 41,5 cm. Monogrammiert "A.W.R.".
Französisch oder Italienisch
um 1900. Die Ruinen von Karnak bei Luxor in Theben
Los 6350
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
um 1900. Die Ruinen von Karnak bei Luxor in Theben.
Öl auf Papier, auf Leinwand kaschiert. 33,2 x 47 cm. Unten rechts von fremder Hand bez. "L. H. Fischer".
Ägypten entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts zum beliebten Reiseziel für viele Künstler und avancierte ähnlich wie zuvor Italien zu einem Ort der Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Besonders die pharaonischen Denkmäler wurden zunehmend zum Fokuspunkt vieler Reisezeichnungen. Oft fertigten die Künstler vor Ort nur Studien an, wie der Maler im linken Bildfeld, der seinen Blick zum Obelisken und der Säulenhalle des Tempel von Karnak richtet. Die zum Teil noch verschütteten Ruinen luden zur verweilenden Erkundung ein, die zahlreichen vornehm gekleideten europäischen Personen im Bild verdeutlichen dies. Eine ähnlich angelegte Szenerie, jedoch mit differierendem Monument, stellt Johann Victor Krämers (1861-1949) Der Felsentempel von Abu Simbel aus dem Jahr 1899 im Wien Museum dar (Inv. Nr. 75456). Die durch Leopold Carl Müller verbreitete Wiedergabe der Nilregion in atmosphärischen, sonnengetränkten Landschaften wird auch den Maler der größten Tempelanlage Ägyptens in Theben beeinflusst haben, die in der späten Abendsonne in hellem Beige und Rot erstrahlt.
Hildebrandt, Eduard
Nillandschaft mit Pyramiden im Abendlicht
Los 6351
Schätzung
8.000€ (US$ 9,091)
Nillandschaft mit Pyramiden im Abendlicht.
Öl auf Leinwand, auf Spanplatte kaschiert. 96 x 141 cm. Unten rechts signiert und datiert "E. Hildebrandt 1852".
Hildebrandts Landschaftsbilder zeugen von seinen umfassenden Reisen um den Globus, durch die er sich ein hohes Ansehen und 1855 eine Professur an der Akademie der Künste in Berlin verdiente. Die Bekanntschaft mit Alexander von Humboldt und das durch ihn erwirkte Reisestipendium des Künstlers nach Nordamerika und Brasilien (1844-1845), auf das die Anstellung als königlicher Hofmaler am preußischen Hof unter Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) folgte, war der Beginn seiner lebensumspannenden Reisetätigkeiten. Die vierte große Reise in königlichem Auftrag führte ihn 1851-1852 über Italien nach Ägypten, Syrien und Palästina, in die Türkei und nach Griechenland. Die Szene eines Viehtreibenden mit den berühmten Pyramiden von Gizeh im rechten Hintergrund wird wohl nach vor Ort entstandenen Skizzen erstellt worden sein. Ein fulminanter Sonnenuntergang über dem Nil zeichnet die Landschaft in Rot und Orange. Dramatisch senkt sich der leuchtende Feuerball unterhalb einer dunklen Wolke über dem Wasser hinab und taucht das antike Weltwunder in gleißendes Licht.
Provenienz: Privatsammlung Sachsen.
Ibisse im Schilf.
Öl auf Leinwand. 104,5 x 137 cm. Unten links signiert und datiert "PNeuenborn 1899".
um 1880. Palmenhain in einer Oase.
Öl auf Holz. 22 x 32 cm.
Der Maler dieser Oasendarstellung legt ein besonderes Augenmerk auf die technisch raffinierten, auf der Arabischen Halbinsel Faladsch genannten Bewässerungssysteme, die in den Wüstenstaaten eine ganzjährige Wasserversorgung durch ein ausgeklügeltes Netz von Kanälen ermöglichen.
Corrodi, Hermann David Solomon
Wasserträgerinnen am Nilufer bei den Pyramiden von Gizeh
Los 6354
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Wasserträgerinnen am Nilufer bei den Pyramiden von Gizeh.
Öl auf Holz. 36 x 18,7 cm. Unten links signiert und bezeichnet "H. Corrodi / Kairo".
Der bei Rom geborene Corrodi spezialisierte sich zu Beginn seiner Laufbahn auf Ansichten seiner Heimatstadt, Landschaften aus der Campagna und Genrebilder, bis er durch wiederholte Reisen nach Ägypten, Syrien, Konstantinopel, Montenegro und Korsika eine Fülle frisch aufgefasster Studien heimbrachte. Von da an avancierte er zu einem der glänzendsten Schilderer einer freilich westlichen Vision des Orients.
Profilbildnis eines Arabers.
Kohle, teils gewischt, auf Bütten. 57,1 x 42,1 cm. Unten rechts signiert "Leopold Carl Müller", verso zur Übertragung teils geschwärzt. Wz. "PL BAS".
Deutsch
um 1900. Stillleben mit Vase und Steinschlosspistole auf Leopardenfell
Los 6356
Schätzung
750€ (US$ 852)
um 1900. Stillleben mit Vase und Steinschlosspistole auf Leopardenfell.
Aquarell und Gouache, auf festen Karton aufgezogen. 56,3 x 46,6 cm. Links unten bezeichnet "Jos. C. Schröder", rechts unten bezeichnet und datiert "Brachmann / 25.6.03".
Dagnan-Bouveret, Pascal Adolph
Studie eines arabischen Dolches in verzierter Lederscheide
Los 6357
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Studie eines arabischen Dolches in verzierter Lederscheide.
Aquarell über Spuren von schwarzer Kreide auf Velin. 26 x 16 cm. Rechts unterhalb der Darstellung signiert "Pas. Dagnan-B." sowie oben rechts und links eigenh. datiert und bez. "3 mars 1874 à bord du Mendoza / Dakar".
Die Studie des Dolches entstand nach Auskunft des Experten Brice Leibundgut (Paris) auf der Rückreise einer Expedition nach Brasilien, die Dagnan-Bouveret 1874 gemeinsam mit seinem Bruder unternommen hatte. Das Schiff, die Mendoza, legte auf der Rückfahrt nach Europa einen Stop in Dakar ein.
Liegender Löwe.
Radierung nach Albrecht Dürer. 9,4 x 12,6 cm. Pennington 2094, Turner (New Hollstein) 819.
Ganz ausgezeichneter Abzug mit Rändchen um die Plattenkante. Etwas stockfleckig, unten links dünne Papierstelle, insgesamt leicht gewellt, links schwache vertikale Faltspur, sonst schön.
Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm
Zwei Leoparden mit ihren Jungen vor einer Höhle
Los 6359
Schätzung
18.000€ (US$ 20,455)
Zwei Leoparden mit ihren Jungen vor einer Höhle.
Schwarze Kreide, Feder in Braun, Aquarell, weiß gehöht, in zeitgenössischer Montierung. 32,1 x 40,8 cm. Um 1810-20.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte man in Kassel Wundersames bestaunen: ein gutes Dutzend Affen, allerlei exotische Vögel, darunter Papageien und Pelikane, ein weißes Kamel, Mufflons aus der fernen Insel Korsika, und natürlich der größte Blickfang - ein indischer Elefant. Versammelt waren sie mit vielen anderen Tieren in der Menagerie der Grafen von Hessen-Kassel. Dort wohnte seit 1771 auch ein Leopardenpaar, das sich - unüblich für die damalige Zeit in Europa - rasch vermehrte. Vielleicht waren es diese Raubkatzen, die Tischbein sah, als er in Kassel seinen älteren Bruder Johann Heinrich besuchte, der dort die Gemäldegalerie leitete. In Kassel sah Tischbein sicherlich auch die Leoparden auf Johann Heinrich Roos' monumentalem Tierstück, das viele Exemplare der gräflichen Menagerie abbildet. Und von seinem Bruder besaß Tischbein auch eine Radierung, die eine Leopardin mit ihren beiden Jungen zeigt. Es mögen diese unterschiedlichen Eindrücke gewesen sein, die Tischbein zu vorliegender Zeichnung inspirierten.
Die Tierwelt studierte Tischbein geradezu obsessiv, sie bildet einen der motivischen Schwerpunkte in seinem zeichnerischen Werk. Kennzeichnend ist dabei weniger der Naturalismus als vielmehr die ausgeprägte charakterliche Ausdruckskraft der Tiere. Tischbein war tief beeinflusst von der Physiognomielehre Johann Kaspar Lavaters und anderer Zeitgenossen. Er übertrug deren Prinzipien auf die Tierwelt in der Überzeugung, dass man Analogien zwischen tierischen und menschlichen Wesensarten sichtbar machen könne. Auch auf unserem Blatt zeigen die Gesichter der Raubkatzen fast menschlich anmutende Gemütsregungen. Wirkt die über ihren Jungen stehende Leopardin nicht etwa hilfesuchend, der liegende Leopard gar mürrisch? Tischbein vertrat die Auffassung, der Charakter eines Menschen lasse sich aus der Ähnlichkeit mit bestimmten Tieren erschließen - so sei ein schafähnlicher Mensch sanftmütig, ein löwenähnlicher stolz und wild. Hieraus erwuchs eine wunderbare Sammlung von rund 700 Tierzeichnungen, unter denen das vorliegendes Blatt eines der künstlerisch vollendetsten Beispiele darstellt.
Provenienz: Bis 2003 in der Privatbibliothek der Großherzöge von Oldenburg.
Deren Auktion bei Christie's, New York: Drawings by J. H. W. Tischbein, Auktion am 22. Januar 2003, Los 131 (mit dem für die Werke aus dieser Auktion entworfenen Stempel, Lugt 5025).
Privatsammlung Schweiz.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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