Schott, Heinrich Wilhelm
8 eigenh. Briefe und Schriftstücke 1834-1836
Los 2571
Schätzung
300€ (US$ 341)
Schott, Heinrich Wilhelm, österreichischer Botaniker und Gärtner (1794-1865). Konvolut aus 8 eigenh. Briefen und Schriftstücken. Zusammen 11 S. Verschiedene Formate. Schönbrunn u. a., 1834-1836.
Botanisch-wissenschaftliches Konvolut aus Briefen an Fachkollegen und Notizen. Die Dokumente behandeln den Tausch von Herbarbelegen (u. a. Saxifragaceen und Cyperaceen) sowie Bezüge zur zeitgenössischen Literatur, etwa zu Mohls Pflanzenanatomie. Ein umfangreicherer Entwurf widmet sich der morphologischen Terminologie und diskutiert die Definition einer "vollkommenen Reihe" unter Einbeziehung von Begriffen wie Androeceum und Stamina. Ferner ist ein detaillierte gezeichnetes Diagramm, das die Entwicklungslinien von der Blüte (Flos) über die Frucht (Fructus) bis zum Samen (Semen) grafisch gliedert. - Papierbedingt gebräunt, teils mit zeitgenössischen Faltspuren und Korrekturen.
Schweitzer, Albert
Briefkarte an Adolf Deißmann + Beilage. 1933
Los 2572
Schätzung
300€ (US$ 341)
Schweitzer, Albert, Arzt, Theologe, Philanthrop und Musiker (1875-1965). Eigh. Foto-Brief m. U. "Albert Schweitzer". 1 S. Auf der Rückseite einer Foto-Karte, die unter dem Bild noch die eigh. Legende nebst der Unterschrift Schweitzers enthält. Quer-8vo. Günsbach (Elsass) 15.I.1933.
An den Theologie-Professor Adolf Deißmann (1866-1937), dem er 100 Reichsmark für die Unterstützung armer Studenten überweist. "... Sie haben mich dazu bewogen, die 'Selbstdarstellung' für Meiner [d. h. den Meiner Verlag] zu schreiben. Hätten Sie nicht insistiert, hätte ich es nie getan. Nun trägt die überarbeitete Selbstdarstellung etwas ein. Von dem Honorar lässt H. Meiner 100 Mark auf meine Anweisung an Sie gelangen. Bitte verwenden Sie diese 100 M. für arme Studenten, wie es Ihnen geboten scheint. Es ist nicht mehr als billig, dass Sie etwas von dem Zehnten dieser Erndte, die durch Sie einkam, bekamen ...". Das Foto auf der Rückseite zeigt einen kleinen Patienten Schweitzers in Lambarene, ein stark bandagiertes Eingeborenenkind. Unter dem Bild handschriftlich Schweitzers Signatur und seine dem Kind in den Mund gelegten Worte: "Ich warte auf den Verbandwechsel". - Schweitzers Buch "Aus meinem Leben und Denken" war zuerst 1931 im Leipziger Meiner Verlag erschienen. - Beiliegend der masch. Brief mit Unterschrift Deißmanns, in dem er sich für Schweitzers Gabe bedankt (19.I.1933). - Beide Teile gelocht.
Spencer, Herbert
Brief über seine Evolutionstheorie. 1880
Los 2573
Schätzung
100€ (US$ 114)
Spencer, Herbert, engl. Philosoph und Soziologe, gilt manchen als Begründer des "Sozialdarwinismus" (1820-1903). Eigh. Brief m. U. "Herbert Spencer". 2 S. Doppelblatt. 8vo. (London) 29.XII.1880.
An eine Dame, die mit ihm über seine evolutionstheoretischen Aussagen diskutieren möchte. "... You must excuse me if I do not enter at length into discussion upon the point you raise. If you will compare the higher types of all organized creatures with the lower in respect of the totality of their powers of meeting the destructive forces in the environment, you will find that the more highly evolued they are the greater these powers become. Your difficulty arises from thinking only of the destructive effects of the inorganic environment and neglecting the organic ...". - Spencer vertrat u. a. die These, dass ein Mensch jede Freiheit habe, solange er nicht in die Freiheit eines anderen eingreife.
Tausch, Ignaz Friedrich
Nomenklatur von Zierpflanzen. Ca 1820
Los 2574
Schätzung
120€ (US$ 136)
Tausch, Ignaz Friedrich, böhmischer Botaniker (1793-1848). Eigenh. Nomenklatur. 2 S. (Bleistift und Tinte). Qu.-Folio. O. O. u. J. (wohl Prag, erste Hälfte 19. Jahrhundert).
Tabellarisch angelegtes botanisch-gärtnerisches Arbeitsdokument - ein Fragment eines umfangreicheren Registers. Wohl entstanden im Zusammenhang mit der Tätigkeit Tauschs, der von 1815-1826 als Professor am Botanischen Garten des Grafen Emmanuel von Canal (1745-1826) in Prag wirkte und dort die Pflanzenbestände erfasste und katalogisierte (Grundlage seines Hauptwerks Hortus Canalius).
Verzeichnet sind in fortlaufender Nummerierung verschiedene Zierpflanzensorten, u. a. "Aurantiaca magnif., Aurea miniata, Aurelia, Battle rival, Beatrix, Beauty in the Bush, Beauty of Battersea, Beauty of England, Beauty of Lulington, Bella Mathilde, Bellona" und weitere. Die Einträge sind spaltenweise gegliedert und erfassen u. a. morphologische Merkmale, darunter Pflanzenhöhe (Altudo), Beschaffenheit des Stängels (Caulis), Blattmerkmale (Folia), Blütendurchmesser (Diamet.) sowie Farbe (Color) und weiteres. - Papierbedingt gebräunt, einmal gefaltet.
Tempsky, Friedrich
2 Briefe und eine Karte an Eugen von Halácsy. 1872-1892
Los 2575
Schätzung
150€ (US$ 170)
Tempsky, Friedrich, österreichisch-böhmischer Buchhändler, Verleger sowie Politiker (1821-1902). 2 eigenh. Briefe und 1 Briefkarte m. U. "F. Tempsky". Zusammen 4 S. Prag 31. V.1872 - 21. V. 1892.
An den Wiener Botaniker Eugen von Halácsy (1842-1913). Die Korrespondenz dokumentiert in kalligraphischer Feder den Austausch über den Erwerb botanischer Sammlungen und taxonomische Detailfragen. Im Dezember 1891 bestellt Tempsky die "Centurie XII" von Heldreichs Herbarium graecum normale und übermittelt als Gegenwert "fl 17. 45 Kr. Oesterr. Währ." Im Mai 1872 sendet er Belegexemplare der Gattung Scleranthus (Knäuelkraut) per Postpaket und bittet Halácsy um einen Abgleich mit dessen Publikationen. Dabei äußert er Zweifel an der bisherigen Systematik: "...doch scheint als ob unter annuus und perennis allerlei Verschiedenes untergebracht sei". - Papierbedingt gebräunt, leicht bestoßen an den Rändern.
Vaihinger, Hans
Brief über seine "Philosophie als Ob". 1913
Los 2576
Schätzung
180€ (US$ 205)
Vaihinger, Hans, Philosoph, führender Neukantianer, Professor in Halle (1852-1933). Brief m. U. "Vaihinger" und eigh. Nachschrift. 41/2 S. Gr. 8vo. Halle (Saale) 7.XI.1913.
An einen Kollegen. Er habe erfahren, daß in den "Beiträgen zur Geschichte des Mittelalters", Festschrift für Clemens Baeumker, ein Artikel des Adressaten erschienen sei, "welcher schon im Titel auf meine 'Philosophie des Als Ob' Bezug nimmt ... Ich lege schon darum besonderen Wert auf die nähere Bekanntschaft mit diesem Ihrem Artikel, als er gerade in einer Festschrift für Bäumker erschienen ist, den ich besonders verehre ... ganz besonders muß es mir ja natürlich am Herzen liegen, einen Artikel kennen zu lernen, welcher das Problem der Gottes-Erkenntnis mit bezug auf die 'Philosophie des Als Ob' erörtert. - Ich weiß nicht, ob Sie schon die 2. Aufl. meines Buches bei der Abfassung Ihres Artikels berücksichtigt haben ... Es freut mich ganz besonders, daß die Theologen sich näher mit meinem Buch beschäftigen, sind doch die Theologie-Gelehrten, insbesondere auch die katholischen, mit den philosophischen Strömungen und Problemen der Gegenwart meistens ganz gründlich bekannt. Einen besonderen Wert lege ich auch darauf, die wissenschaftlichen Beziehungen mit der katholischen Theologie aufrecht zu erhalten ...". In einer eigenhändigen Nachschrift teilt Vaihinger mit, daß er den Hinweis auf den Aufsatz von Professor Strauch erhalten habe, und in einem weiteren Postskriptum auf einem Extrablatt schreibt er: "Ich habe in meinem Buch aus der mystischen Literatur einige Als Ob-Stellen angeführt: sollten Ihnen noch einige sonst bekannt sein oder vorkommen, so werde ich Ihnen für die Mitteilung sehr verbunden sein." - Beiliegend ein Sonderdruck der Vorrede zur 2. Auflage sowie ein Verlags-Prospekt zu Vaihingers Werk. - Ferner beigegeben ein eigh. Brief-Couvert (in 2 Teilen) des Philosophen Edmund Husserl an den Philosophen Georg Simmel (Freiburg i. Br. 1935).
Wattenbach, Wilhelm
18 Briefe und 1 Karte an Rosa von Gerold. 1880-1890
Los 2577
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Wattenbach, Wilhelm, deutscher Historiker und Paläograf, Professor in Heidelberg und Berlin, Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica und Quellenforscher des 19. Jahrhunderts (1819-1897). 18 eigh. Briefe und 1 Karte m. U. Meist Doppelblätter. 8vo. Berlin u.a. 13.XI.1880-14.IX.1890.
Umfangreiche, über nahezu zehn Jahre geführte Korrespondenz an Rosa von Gerold (1829-1907) in Wien, in der sich persönliche und kulturhistorische Themen mischen. Wattenbach schreibt u. a. über seine Reisen in Italien und Griechenland ("Corfu kenne ich bisher nicht, es soll ja ganz paradiesisch schön sein ...die Akropolis bleibt immer schön, ganz vorzüglich auch bei Mondenschein"), über den gemeinsamen Bekannten Heinrich Schliemann (1822-1890), den Archäologen und Entdecker des mythischen Troja, dessen Brief er ihr mit "besonderem Vergnügen" übersendet, sowie über literarische und familiäre Angelegenheiten. Ein Kondolenzschreiben aus Halle vom 8. Oktober 1884 bezeugt seine Anteilnahme am Tod ihres Gatten: "In meiner größten Bestürzung erfahre ich eben...die erschütternde Nachricht....Gestatten Sie mir den Ausdruck meiner tiefgefühlten Teilnahme - ich fühle mich außer Stande, noch weitere Worte darüber hinzuzufügen." Weitere Schreiben zeugen von persönlicher Anteilnahme, familiären Mitteilungen und einem geistigen Austausch über ihre Werke, um deren Zusendung er mehrfach ersucht.
Altötting
Pergamenturkunde zur Übereignung eines Stück Landes. 1424
Los 2578
Schätzung
800€ (US$ 909)
Spätmittelalterliches Bairisch: Erweiterung der Kirchgüter zu Altötting
Altötting. Pergamenturkunde zur Übereignung eines Stück Landes an die Pfarrei von St. Nikolaus in Altötting. Deutsche Handschrift auf Pergament. 22 Zeilen. Schriftraum 10,5 x 19,5 cm. Format 15,6 x 23 cm. Braunschwarze Kanzlei-Bastarda mit 7-zeiliger kalligraphischer Initiale "J". Altötting 1424.
Im bayerischen Idiom verfasste Pergamenturkunde zur "Übereignung eines Krautackers an die Pfarrei St. Niklas durch Albrecht den Vragner, der bereits früher einen Jahrtag dieser Pfarrei vermacht hatte. Etwaige spätere Einwände der Leibeserben Vragners werden mit den üblichen Formeln abgeschlossen." (H. Eis). Im Wortlaut:
"Albrecht der vragner purger zw Oting vergich fur mich mein hausfrauen und fur all unser erben offenlich mit dem brief daz ich mit guetem meinem willen und mit gueter vernunft doc ich ez wol geun macht um daz hail ... vermacht han dem wirdigen goczhaus der pfarr zu sand Nykla in der Stat zu Oting zu dem Jartag den ich vor gemacht han zu einer pesserung da mit er dester mynner ab gen mug meinen krautakcher der gelegen ist in den weiten garten auf der obern gewanten zu nachst an Albrecht dez schusters akcher mit allem zuugehorung [...]". Veröffentlicht in Helko Eis, Zwei unbekannte Altöttinger Privaturkunden, in: Ostbairische Genzmarken Jg. XV, 1973. S. 245f. – Sauber und wohlerhalten, Plica ausgefaltet und ohne einst angehängtes Siegel. Sonderdruck beiliegend. Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Günther Eis (1908-1982) in dessen eigenhändig bezeichneten Umschlag mit Kaufvermerkt "Hs. 190". – Beiliegt eine weitere Urkunde aus Altötting. Urkunde des Rappolt von Liuttach. Deutsche Handschrift auf Pergament. Liuttach 1382. - Beiliegt die Publikation des Sonderdrucks von Heiko Eis. Zwei unbekannte Altöttinger Privaturkunden, in: Ostbairische Genzmarken Jg. XV, 1973. S. 245f.
Bayern.
Billet an seinen Sohn Otto, König von Griechenland. 1856
Los 2579
Schätzung
150€ (US$ 170)
Bayern. - Ludwig I., König von Bayern (1786-1868). Eigh. Billet an seinen Sohn Otto. 5 x 6,7 cm. (München) 1856.
"Seinem geliebten Sohne Otto giebt dieses von der Ruine Limpurg d. 13. August 1856 durch ihn abgepflückte Epheublatt, sein Vater." - Die Tinte teilweise verwischt. - Das Schriftstück zusammen mit dem Efeublatt und einer kleinen Abschrift mit Foto-Ecken lose auf ein Untersatzblatt montiert.
Bayern. - Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Urkunde m. U. "Ludwig" und papiergedecktem Siegel. 1 S. Mit lithographisch gestalteten Kopfzeilen. Folio. München 1.VIII.1866.
Beförderung des Oberleutnants Christoph Freiherrn von Godin zum "Hauptmann 2. Classe". - Gut erhalten.
Bayern.
Urkunde: Patent als Generalmajor für Oberst von Godin. 1885
Los 2581
Schätzung
550€ (US$ 625)
Bayern. - Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Urkunde m. U "Ludwig" und Wappen als Blindstempel. 1 S. Folio. München 24.III.1885.
Beförderung des Obersten Christoph Freiherrn von Godin zum Generalmajor. - Gegengezeichnet vom bayerischen Kriegsminister Joseph Ritter von Maillinger, fünf Wochen vor dessen Entlassung. - Etwas eng beschnitten; dennoch dekorative Urkunde.
Billstein, Conradt
Brief aus Schwedens Krieg gegen Kurbrandenburg. 1676
Los 2582
Schätzung
300€ (US$ 341)
Billstein, Conradt, wohl Offizier in schwedischen Diensten. Eigh. Brief m. U. "Conradt Billstein". In deutscher Sprache. 1 S. Verso mit Adresse und Siegel. 4to. Nyhusen 20.X.1676.
An den Baron Jean Creutz, Senator, Reichsrat und Botschafter des Königs von Schweden, über den Abzug russischer Truppen. "... habe hiemit unterthänigst berichten sollen, wie daß die Muskowiter, nachdem sie heute ... ihr schwartzes Thuech und die fenstern durch einen Obristen welcher 60 pferde bey sich gehabt, in größester eile weggenommen, nun gantz unsere gräntzen quittiret, es ist aber Pronzeschoff mit dem Meisner der letzte gewesen, ihr aufbruch wahr gantz frühe und stille, Sie hätten anfangs nur 1 Compagnie Reuter nach sich gelaßen aber, ich halte davor, als sie vernommen daß unsere Reuter eben umb die Zeit ankahmen, ließen sich in der geschwindigkeit 3 Comp: sehen, welche sich auf dem felde stelleten, ihre hütten stecketen sie in den brand, ich fürchte daß das Dorf auch wird noth gelitten haben, indehm sie das thuech abnahmen, ist nichts sonderliches vorgefallen, nur der mit commandirte Officier hat zu unsere Leute gesaget, es wehre numehro kalt, sie könnten darumb, und aus mangell an Fourage nicht länger stehen, Sie wolten also ihren, und wir möchten unsern Weg gehen ...". - Um diese Zeit befand sich Brandenburg unter dem Großen Kurfürsten mit Schweden im Kriegszustand, und nach der Schlacht bei Fehrbellin (1675) rückten die brandenburgischen Truppen unaufhaltsam in Pommern vor. - Kleine Randläsuren außerhalb der Schrift.
Bregenz
Urkunde des Grafen Hugo von Monfort. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1422
Los 2583
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Bregenz. Urkunde des Grafen Hugo von Monfort. Deutsche Handschrift auf Pergament. 28 Zeilen. Schriftraum ca. 18,5 x 36 cm. Format 24,8 x 42 (Plica eingefaltet). Saubere Kanzleibastarda in graubrauner Tinte mit kalligraphischer Initiale "W", Plica mit Siegelstreifen (ohne Siegel). Bregenz 1422.
Urkunde über die Stiftung und den Bau einer Kapelle in der Grafschaft Bregenz von Hugo XII. Graf von Montfort (1357-1423), der als Verfasser lyrisch-didaktischer Dichtungen bekannt ist und im Heer der Herzöge von Österreich diente:
"Wir Graf Hugo von Montfort Herre ze pregentz und ze pfannenberg Bekennen offentlich mit dem brief und thun kunt allen den die ingehent oder hörent lesen alls am Cappell gebuwen und gemacht in unserm hof und unsern zwingen und bannen. Die selb Cappelln gestift und gewycht ist in der Ere user lieben frowen sant Marien und ander hailigen. Und als der Erbar priester Chunrad Leber unser Capplan den hailigen dreyer küng altar in der pfarr krichn zu pregentz und ander erbar lût ir almüsen zis und gelt zu der selbn Capell an ain ewige meß gebn und gestift hand.". Datiert ist der Brief "Geben zu pregentz den sant Urbans tag nach Christi geburt Vierzehenhundert Jar und darnach in dem zway und zwaintzigsten Jare". – Kaum Flecke, seltene Gebrauchsspuren, sehr gut erhalten. Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982).
Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt
Bericht über sein Ableben und Begräbnis. 1682
Los 2584
Schätzung
280€ (US$ 318)
Breslau. - Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt, Kardinal und Fürstbischof von Breslau (1616-1682). Zeitgenöss. Bericht über sein Ableben und Begräbnis. Manuskript. 31/2 S. auf 3 Bl. Folio. Breslau, Februar 1682.
"Extract Schreibens aus Breßl. den 5. Febr. 1682." An einen Grafen Nostitz adressierter Bericht über den Tod und das Begräbnis des Fürstbischofs von Breslau. "... Der Todt des Herrn Cardinals ist bekandt. Er soll allzeit bei gutem Verstande gwesen sein, tages vor seinem tode hatt er zu Mittage communiciret, bald darauf die lezte Öhlung empfangen, und zugleich allen Weltlichen valediciret, da dann niemand alß sein beichtvater, & ... der Barbier, so ihm stets müssen in Halß spritzen, bei ihm verblieben. Und obwohl 2 Canonici zu ihm gewollt, sind sie doch abgewiesen worden ...". Weiter über alle folgenden Einzelheiten und auch das Ergebnis der Obduktion des Leichnams. Daran schließt sich auf 21/2 Seiten die genaue Beschreibung aller 21 Abteilungen des Leichenzuges mit ihren Attributen. Der Schlußsatz lautet: "Entlich folgete der gemeine Mann, und Dorffschafften, wenig von FrauenZimmer." - Gleichmäßig gebräunt.
Deutsche Urkunden
Sammlung des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982).
Los 2585
Schätzung
1.600€ (US$ 1,818)
Deutsche Urkunden. Sammlung des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis. 12 spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden in deutscher Sprache, davon 11 auf Pergament, teils mit Plica, Siegelresten und Signaturen. Verschiedene Formate. Deutschland 1363-1739.
Sammlung des aus Aussig stammenden Germanisten und Paläographen, Mittelalter- und Handschriftenexperten Gerhard Eis (1908-1982), die er meistens im Antiquariat Jacques Rosenthal bei Koch kaufte. Mit einigen Begleitschreiben, Zetteln mit Transkriptionen, zur Identifikation und auch Korrespondenzen an den Forscher, der sich vielfach Rat bei Kollegen holte. Vorhanden sind:
1) Halberstadt. Streitschlichtungsurkunde des Bischofs Ludwig zu Halberstadt. Deutsche Handschrift auf Pergament. Halberstadt 1363. Eis Hs. 19.
2) Straubing. Privaturkunde über eine Erbschaftsangelegenheit eines Straubinger Bürgers. Deutsche Handschrift in Kanzlei-Bastarda auf Pergament. "Sonntags vor dem weissen Suntag" 1394. Eis Hs. 179.
3) Siegmund der Fraunberger. Erbschaftsurkunde. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1397. Eis Hs. 175.
4) Makulaturstreifen einer deutschen Pergamenturkunde. 14. Jahrhundert. 7 Makulaturstreifen mit Textfragmenten in deutscher Kanzlei-Bastarda. Eis Hs. 125 aus Eis Hs. 122.
5) Hof. Erbschaftsurkunde. Deutsche Handschrift auf Papier. Beurkundung eines Rudi Hegli ab de Berg. Datiert 1478. Eis Hs. 178.
6) Buchbinderbrief. Deutsche Handschrift auf Papier, adressiert "Dem ersamen und beschaiden hans prünner puchpynter tzu nordlingen". Nördlingen, datiert "1504. Eis. Hs. 71.
7) Steinhausen. Umfangreiche Finanzurkunde eines Heinrich Wäber aus Steinhausen über Geldgeschäfte, Leihgelder, Verzinsungen. Deutsche Handschrift in Kanzlei-Bastarda auf Pergament. Mit großer kalligraphischer Zierinitiale "J". Steinhausen (wohl bei Schussenried in Bayern) 1534. Eis 185.
8) Fulnek in Böhmen. Pergamenturkunde in deutscher Faktura-Kalligraphie, Einbandmakulatur mit entsprechenden Fehlstellen und Bräunungen. Fulnek 16. Jahrhundert. Eis 24.
9) Erbschaftsurkunde, Fragment aus Einbandmakulatur. Deutsche Kanzleikurrent auf Pergament. Privaturkunde eines Erblassers. Deutschland 16. Jahrhundert. Eis Hs. 79.
10) Viehhausen bei Regensburg. Beurkundung einer Erbauseinandersetzung über Weiler in Viehhausen, Kirchdorf und der Gemeinde mit dem Schloss im Landkreis Regensburg. Makulaturfragment einer deutschen Handschrift auf Pergament. Viehausen 1580. Eis Hs. 150.
11) Kloster Medingen bei Bad Bevensen in Niedersachsen mit einem Erbschaftserlass der Obersten des Frauenklosters "Catharina Abbatissa" und "Clara Anna Priorissa". Deutsche Handschrift auf Pergament. Medingen 1688. Eis Hs. 170. Eis. Hs. 176.
12) Regensburger Urkunde. Deutsche Handschrift auf Papier. 2 Seiten. Bittbrief des Heiligen Römischen Reichs Fürsten Joannis Theodor. Regensburg 1739. Eis Hs. 140. – Dem Alter und teils der Verwendung als Einbandmakulatur entsprechende Gebrauchsspuren. Einige der Urkunden wurden "nach den Grundsätzen der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin ... aufgenommen" und tragen eine aufmontierte Fiche auf dem von Eis eigenhändig beschrifteten Umschlag, d. h. sie wurden als deutsche Sprachmonumente in den damaligen Katalog der heutigen Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu Berlin aufgenommen. – Beiliegen einige weitere Urkunden und Dokumente aus der Sammlung Gerhard Eis.
Deutsch-Französischer Krieg
Tagebuch eines Offiziers aus Sachsen-Weimar
Los 2586
Schätzung
200€ (US$ 227)
Deutsch-französischer Krieg. - Tagebuch eines Offiziers aus Sachsen-Weimar. Eintragungen mit Tinte und Bleistift in dem gedruckten Schreibkalender "Neuer Schreib-Almanach für das Großherzogthum Sachsen-Weimar Eisenach auf das Jahr 1870" (Weimar, Hofbuchdruckerei, 1869). Ca. 183 gedr. Blätter, fast durchgehend mit leeren Blättern durchschossen und streckenweise beschriftet. 8vo. Schlichter HLeinenband d. Z. (beschabt, Gebrauchsspuren). 1.I. - 31.XII.1870.
Von einem Offizier namens Roese (Besitzvermerk) geführtes Tagebuch, das von Januar bis Mitte Juli 1870 zunächst nur sporadisch in knapper Form die Geschehnisse und Erledigungen des militärischen und privaten Alltags verzeichnet, jedoch ab 16. Juli, dem Tag der Mobilmachung, in dichter Folge die Märsche, Kämpfe und sonstigen Kriegsereignisse in Frankreich beschreibt. Interessante Berichte von verschiedenen Schauplätzen, darunter auch Sedan (1. Sept. 1870), bis die Eintragungen am 31. Dezember enden: "frh: zum Major u. krank gemeldet um nach Versailles zurück zu gehen. Komp. übergeben, Nachm. gepackt u. dann zu Major. Falkenorden erhalten." - Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 ist zwar vielfach dokumentiert, aber von Frontsoldaten geführte Tagebücher sind seltener erhalten.
Elsass
Konvolut von 4 Elsässer Urkunden, teils auf Pergament
Los 2587
Schätzung
800€ (US$ 909)
Elsass. Konvolut von 4 Elsässer Urkunden, teils auf Pergament, aus der Sammlung des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis. Unterschiedliche Formate und Orte, teils mit Plica und Siegelresten. Elsass 1324-1655.
Vorhanden sind: Hagenau im Elsass. Urkunde eines Heinrich von Reveningen. Deutsche Handschrift auf Pergament. Kanzleibastarda in Sepia. Hagenau 1324. - Eis Hs. 184. - Wilhelm Bischof von Straßburg. Lehensbrief. Deutsche Handschrift auf Pergament. Urkunde in brauner Kanzlei-Bastarda mit Plica und gebrochenen Lacksiegelresten. Lehensbestätigung für die Herren Egenolff und Jorge von Waldstein. Straßburg 1425. Eis Hs. 186. - Matzenheim im Elsass. Erbschaftsurkunde eines Hans von Matzenheim Deutsche Handschrift auf Pergament in Kurrentschrift mit Sepiatinte und großer kalligraphischer Initiale "J". Matzenheim 1518. - Eis Hs. 189. - Hanau, Zweibrücken. Ratifizierungsurkund des Grafen Johann Reinhardt zu Hanau, Kieneck und Zweibrücken. Deutsche Handschrift auf Pergament. Mit Kalligraphie und Siegelresten an der Plica. Wohl Hanau 1655. Eis Hs. 180. – Mit üblichen Gebrauchsspuren, meist wohlerhalten, interessantes Forschungsmaterial aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982) mit dessen eigenhändig beschrifteten Umschlägen.
Francke, Gotthilf August
Brief an einen Theologie-Professor. 1733
Los 2588
Schätzung
180€ (US$ 205)
Francke, Gotthilf August, Theologe, Sohn des Stiftungen-Gründers August Hermann Francke in Halle, auch dessen Nachfolger als Direktor der Stiftungen sowie Professor an der Universität Halle (1696-1769). Brief m. U. "G A Francke". 1 S. Doppelblatt. 4to. Halle 19.V.1733.
An einen Professor. Dessen Sendung "nebst denen Commentariis der Kaiserl. academie Ihres ortes" sei ihm überliefert worden, und er werde sie an Herrn Bel in Preßburg weiterbefördern, da es ihm jederzeit ein Vergnügen sei, dem Adressaten gefällig zu sein. "... Bey dieser Gelegenheit sende die 33. Cont. derer ostInd.. Miss. Berichte, welche Ew. HochEdl. verhoffentl. angenehm seyn wird, bitte aber zugleich beygeschloßenes paquet an Hrn. Pastor Nazzium gütigst überliefern zu laßen ...". - Wie die "Ostindischen Missionsberichte" zeigen, war die Missionsarbeit ein besonderes Anliegen Franckes.
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an einen Gefolgsmann Hauptquartier Frankfurt 1793
Los 2589
Schätzung
250€ (US$ 284)
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. "Fr Wilhelm". 2/3 S. Quer-8vo. Hauptquartier Frankfurt a. M. 25.II.1793.
Aus der Zeit der Belagerung von Mainz an einen Gefolgsmann, der angeboten hatte, "nützliche Dienste zu leisten". Der König bedankt sich. "... da Ich die Hofnung unterhalte, es werde Demselben nicht entgegen stehen, Sich auch in der bevorstehenden Campagne in gleicher Maaße auszeichnend thätig zu bezeigen, so will Ich Mir vorbehalten, ... bey eintretender Wiederherstellung des Friedens die Danknehmung in der That zu erkennen zu geben ...". - Kleiner Faltenriss.
Gesine von Bilolvesheim
Beurkundung einer Mitgift. Deutsche Handschrift auf Pergament.
Los 2590
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Gerine von Bilolvesheim. Beurkundung einer Mitgift. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1 Bl. mit 1 S. Sehr saubere Bastarda. 36 Zeilen. Schriftraum ca. 23,8 x 17,8 cm. Format ca. 27,4 x 18,4 cm. Straßburg, um 1300.
Auflistung der Grundstücke, die Gerine von Bilolvesheim zu ihrem Eintritt ins Dominikanerinnenkloster St. Johannes bei Straßburg diesem Kloster als Mitgift übergeben hat. Gerine von Bilolvesheim stammt aus einer edelfreien Familie, die bis ins 14. Jahrhundert urkundlich nachgewiesen ist. Bilolvesheim (heute Bilwisheim) liegt ca. 25 km nördlich von Straßburg.
Textanfang: „Diz sint die ackere der frowen von sancte johannesu zu strazburc die sie habent in dem banne zu schaftolzheim die men in gab zu swester gerine von bilolvesheim. Diz ist daz ober velt zwene ackere neben hern frizemannes dritehalbes ackere an der gebrieten, anderhalb acker neben dem von sweinheim ... "
Die Lage jedes Grundstückes (meist Äcker) und seiner Grenzen werden genau angegeben, ebenso die Namen der Besitzer der benachbarten Grundstücke. In den letzten Zeilen handelt es sich um die Einkünfte aus einigen Grundstücken und deren Verwendung. Es handelt sich um eine Abschrift des Textteils (Dispositio) einer Urkunde, die wohl zu Verwaltungszwecken angefertigt wurde. – Die letzten sieben Zeilen mit Textauskratzungen, mehrere kleine Braunfleckchen durch Tropfen, unten mit wenigen Tintenverläufen, meist aber sehr gut erhalten und in bemerkenswert sauberer Handschrift.
Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982), der auf dem das Blatt bergenden Umschlag schreibt: "Hs. 192. Mitgift für Schwester Gerine von Bilolvesheim." 1 Bl. Perg. Straßburg 13. Jh. [korr.: "14. Jh."]. Gekauft am 22. Juni 1971 bei Jacques Rosenthal."
Beigegeben: Niederdeutscher Brief "Ich Heinrich soon von Eich, here zu Oelbruch (Ölbruch in Westfalen?) ind Barbel, myne elig …". Behandelt die Übernahme einer Bürgschaft. Datiert 23. April 1421. Pergament, 9 x 14,5 cm, 10 Zeilen, an der rechten Seite unvollständig (mit Textverlust).
Gossner, Johannes Evangelista
Brief an Dr. von Arnim in Berlin. 1841
Los 2591
Schätzung
90€ (US$ 102)
Gossner, Johannes Evangelista, Theologe, Kirchenlieddichter und berühmter Missionar, Gründer der nach ihm benannten weltweiten Missions-Organisation, Prediger in Berlin (1773-1858). Eigh. Brief m. U. "Gossner". 1 S. Doppelbl. mit Adresse. 4to. Berlin 12.XII.1841.
An den Arzt Dr. von Arnim in Berlin, Schützenstraße 66, der ihm den umstrittenen Text einer "Berichtigung" in einem Streit über Homöopathie zurückgeschickt hatte."... Ich danke Ihnen, daß Sie mir die Berichtigung wieder schickten - es war schon gestern mein Wunsch, wenn ich sie nur wieder hätte! Ich wollte anfangs auch gar nicht, aber da andere darauf drangen, und mich überstimmten, willigte ich auch ein. Sie haben Recht, Dr. Vehsemeyer mag für sich selbst kämpfen. Übrigens waren Sie gar nicht dabei gemeint, wir wissen, dass Sie gar keine Störung machten. Hätte die Frl. v. H. das auch gethan, und sich passiv, wie wir alle, verhalten, so hätte die Homöopathie keine Entschuldigung und es wäre alles im Frieden geblieben oder abgegangen ...". - Gleichmäßig gebräunt.
Hegener, Offiziersfamilie
Teil ihres schriftlichen Nachlasses. 1811-1926
Los 2592
Schätzung
600€ (US$ 682)
Hegener, von. Ostpreußische Offiziersfamilie. Teil ihres schriftlichen Nachlasses, bestehend aus Urkunden und anderen Dokumenten zur militärischen Laufbahn, mit Signaturen von zwei preußischen Königen und anderen hochgestellten Personen sowie einer größeren Anzahl privater Briefe und Telegramme. Zus. über 60 Teile. 1811-1926.
Aus den Offizierslaufbahnen der Herren von Hegener sind folgende Dokumente hervorzuheben: Friedrich Wilhelm III., König von Preußen (1770-1840). Patent für einen Hegener als Compagnie-Chef im Vierten Ostpreußischen Infanterie-Regiment. Berlin 1812. - Friedrich Wilhelm III., König von Preußen. Brief an einen Hegener. Berlin 1830. - Beiliegend ein Fragment des Patents als Oberst für einen Hegener, mit Unterschrift Friedrich Wilhelms III. - Wilhelm, Prinz von Preußen, General der Kavallerie, Generalgouverneur der Rheinprovinzen und General der Bundesfestung Mainz (1783-1851). Brief an einen Hegener mit Gratulation zur Beförderung zum Major. Berlin 1811. - August, Prinz von Preußen, General der Infanterie (1779-1843). Brief an einen Hegener mit Gratulation zur Beförderung zum Oberstleutnant. Berlin 1818. - Wilhelm I., König von Preußen, Deutscher Kaiser (1797-1888). Patent für Alexander von Hegener als Oberstleutnant. Berlin 1863. - Wilhelm I., König von Preußen, Deutscher Kaiser. Verleihung des Roten Adler-Ordens III. Kl. an Alexander von Hegener. Bad Ems 1871. - Wilhelm I., König von Preußen, Deutscher Kaiser. Verleihung des Kronen-Ordens III. Kl. an Alexander von Hegener. Berlin 1874. - Wilhelm I., König von Preußen, Deutscher Kaiser. Verleihung der Schleife zum Roten Adler-Orden III. Kl. an Alexander von Hegener. Berlin 1881. - Gerhard von Scharnhorst, preuß. General, der große Heeresreformer (1755-1813). Eigh. Brief an einen Hegener mit Gratulation zur Beförderung zum Major. Berlin 1811. - Karl G. H. E. von Hake, preuß. General und Kriegsminister (1769-1835). Brief an einen Hegener wegen Anstellung beim 4. Ostpreuß. Infanterieregiment. Berlin 1812. - Ferner 29 teils militärische, meist aber familiäre Schriftstücke und 9 Telegramme, 5 Familienfotos (davon wohl eines das Porträt Alexanders von Hegener) und eine Anzahl früher Foto-Kopien von Familiendokumenten. - Da in den Urkunden und Briefen vor 1850 hier kaum jemals ein Vorname des Adressaten genannt wird, muß die Zuordnung dieser Schriftstücke einem Forscher überlassen bleiben. - Die Offizierspatente jeweils gefaltet, einige rückseitig angeschmutzt oder mit Faltenrissen. - Mit 6 Schriftstücken preußischer Könige, 2 Schriftstücken preußischer Prinzen und einem eigenhändigen Brief Scharnhorsts eine interessante Sammlung von Dokumenten zur Chronik einer hochgestellten Offiziersfamilie im 19. Jahrhundert.
Foucauld, Charles Vicomte de
Brief aus Algerien an Maxime Caron. 1909
Los 2593
Schätzung
600€ (US$ 682)
Heiliger. - Foucauld, Charles Vicomte de, franz. Offizier, Abenteurer, bedeutender Afrika-Forscher, Trappisten-Mönch und Eremit, 2022 heiliggesprochen (1858-1916, in seiner Klause ermordet). Eigh. Brief m. U. "Fr[ère] Ch[arles] de Jesus". 51/2 S. auf 3 Bl. Gr. 8vo. Tamanrasset (Algerien) 2.VIII.1909.
An den Ordensgeistlichen Maxime Caron (1845-1929), den er im Namen der Clarissen von Nazareth um die Abfassung einer ausführlichen Biographie von deren Ordensmutter Elisabeth du Calvaire bittet. Mit Foucaulds Emblem (Herz mit Kreuz zwischen JESUS und CARITAS bzw. neben JESUS) am Beginn jeder Seite. - Abgedruckt in: "XXV lettres inédites du Père de Foucauld", Paris 1947, S. 81-86 (Kopie beiliegend). - Ferner beiliegend ein eigh. Brief der Äbtissin der Clarissen von Nazareth, Mère Saint-Michel, an Maxime Caron. 8 S. Gr. 8vo. 31.VIII.1905. - Sehr selten.
Heinrich, Prinz von Preußen
Brief an den Kommerzienrat Sartorius in Königsberg. 1776
Los 2594
Schätzung
750€ (US$ 852)
Heinrich, Prinz von Preußen, Bruder Friedrichs des Großen, erfolgreicher Feldherr, residierte meist in Rheinsberg (1726-1802). Brief m. U. "Heinrich". 1/2 S. 4to. Zarskoje Selo (Russland) 3./14.V.1776.
In der dritten Person an den Kommerzienrat Sartorius in Königsberg, dem er mitteilen läßt, "wie es Höchstdenenselben angenehm seyn würde wenn derselbe anbey gehende und Höchstgedacht Sr. König: Hoheit zu gehörige zwei Kisten mit Thé und Rabarbre in Empfang nehmen und sogleich an die Printz. Heinrichsche Domainen Cammer zu Berlin, welche in der Anlage ordre erhält, die Speesen zu zahlen, abgehen laßen wolte ...". - Geschrieben bei Prinz Heinrichs zweitem Besuch bei der Zarin Katharina (der Großen). - In der unteren Hälfte leicht fleckig.
1430 - der Hussiten-Einfall in Franken
Hussiten-Kriege. - Johann Has, Geistlicher in Franken. Eigh. (?) Brief an einen Amtskollegen. In deutscher Sprache mit lateinischen Passagen. 1 S. Mit rückseitiger Adresse. 4to. O. O. 1430.
Ausführlicher Bericht an seinen Amtsbruder Engelhard Guspach, Pfarrer an der Marienkirche in Theuerstadt bei Bamberg, dem er die Verwüstungen und Plündereien der aus Sachsen in Franken eingefallenen Hussiten schildert. Nachdem sie das sächsische Plauen erobert hatten, drangen Orebiten und Taboriten in Franken ein, besetzten Bayreuth und Kulmbach und andere Orte, drangsalierten die Bewohner, brandschatzten und plünderten fünf Tage lang, bis sie sich vereint nach Bamberg wandten, das sie aber nach Zahlung eines Lösegeldes ("Brandschatzung") verschonten. Has berichtet über Fluchtversuche, den Raub von Getreide und Wein bei sich und anderen Bürgern. Schreibtische, Truhen und Hausrat bis hin zur Bratpfanne wurden zerschlagen. "... staffelstein ist halp verbrant, lichtenfelß hat sich erwert, cronach hat sich erwert, Schefflicz potenstein weischenfelt kupferperg höff kulmnach peyerreut, alz aufgebrant, zu ebermanstat zu pretfelt haben sy geprant ...". - Ein Faltenriss; als sonst gut erhaltener Privatbrief aus dem Spätmittelalter von großer Seltenheit.
Ingelheim am Rhein und Schlegel, Velten
Beurkundung zum Bau einer Kirche in Zotzenheim bei Ingelheim
Los 2596
Schätzung
300€ (US$ 341)
Ingelheim am Rhein. - Schlegel, Velten, päpstlicher Schreiber. Beurkundung zum Bau einer Kirche in Zotzenheim bei Ingelheim am Rhein. Deutsche Handschrift auf Pergament. Kanzlei-Bastarda in Schwarzbrauner Tinte. 22 Zeilen. Schriftraum ca. 15 x 14,5 cm. Format 25,4 x 18,2 cm. Ingelheim 1522.
In sauberer, regelmäßiger Kanzleischrift, wohl für ein Kopiarbuch kalligraphisch abgeschriebene Pergamenturkunde aus Ingelheim am Rhein, zwei Weiler betreffend, nämlich Welgesheim und Hatzenheim sowie einen Kirchbau zu Zotzenheim, akkreditiert vom "Capitel Partenheim", dem zuständigen Sprengel, alles gelegen im der heutigen Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen, Rheinhessen.
Als Verfasser nennt sich der "päpstliche Schreiber" Velten Schlegel, der hier ein rechtsgüliges Urteil (ein "Wystumb" bestätigt): "Uff bit und beger beider gemeiyn Hotzenheym und welgescheym So sie begert haben von uns eyn wystumbe nach gebrauche und gewonheit unsers Capitels partenheym, Wem gebür zu bawen den Chore und Bauch der kirchen zu zotzenheim wyßen wir nach gebrauche und loeblicher gwonheit unsers stuls partenheim wie uff uns komme das die pastoren den Chore in zimlichen und gewonliche baw stellen und halten und die lehen und zehen hern den bauch der Kirche in gewonliche baw stellen [...]. Und Ich Velten Schlegel babstlicher Freyheit offner Schriber diß erkentniß und entscheydung also wie obsteet gegeben beken und bezug Ich mit dißer myner eygne hantschrifft." – Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Günther Eis (1908-1982) in dessen eigenhändig bezeichneten Umschlag mit Kaufvermerkt "Hs. 168 Ingelheimer Urkunde von Velten Schlegel, Pergamenths. 1522. Gekauft am 17.II.1971 bei Jacques Rosenthal."
Joseph II., röm.-dt. Kaiser
Brief an die Wiener Kameraladministration. 1786
Los 2597
Schätzung
250€ (US$ 284)
Joseph II., röm.-dt. Kaiser (1741-1790). Brief m. U. "Joseph". 1/2 S. Doppelblatt mit Adresse und papiergedecktem Siegel. Folio. Wien 24.VI.1786.
An die "Kameraladministrazion" in Wien. Über die für das Niederösterreichische Waldamt bestimmten Klafter-Maße, die mit Messing statt mit Eisenblech beschlagen werden sollen. - Das Papiersiegel durch Öffnen des Briefes zerteilt.
Leopold II., röm.-dt. Kaiser
Brief an einen Fürsten, vor der Krönungsreise. 1790
Los 2598
Schätzung
300€ (US$ 341)
Leopold II., röm.-dt. Kaiser, Großherzog der Toscana, regierte als Kaiser nur 11/2 Jahre (1747-1792). Brief m. U. "freundwilligst Leopold mpp". 1/2 S. Folio. Wien 17.IX.1790.
Vermutlich an den Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, Franz Ludwig von Erthal, der von 1779-1795 regierte. Leopold bedankt sich für dessen Brief und teilt die Stationen seiner bevorstehenden Krönungs-Reise mit. "... Ich reise den 23. von hier ab, sehe zu Neuburg den Herrn Kurfürsten von Pfalz, gehe von da nach Mergentheim, und folge weiters der Einladung des Herrn Kurfürsten zu Mayntz nach Aschaffenburg. Nach Meiner Abreise von Frankfurt wird es für Mich wahre Herzensfreude seyn, Euer Liebden in Würzburg zu umarmen ...". - Am 30. September wurde Leopold zum Kaiser gewählt und am 9. Oktober in Frankfurt gekrönt. - Beiliegend ein Kupferstich-Porträt Leopolds, gestochen von J. Baker nach Krezinger (auf Untersatzpapier montiert; mit kleinem Defekt).
Maria Theresia, Kaiserin von Österreich
Pergament-Urkunde mit gezeichneter Ornamentik. 1743
Los 2599
Schätzung
600€ (US$ 682)
Maria Theresia, Kaiserin von Österreich (1717-1780). Urkunde m. U. "Maria Theresia" unter der Plica. Prächtige Kalligraphie auf Pergament, mit sehr reicher, teils figürlicher Ornamentik in Orig.-Federzeichnung auf allen vier Rändern. 1 S. Quer-imperial-folio (55 x 72 cm). Gefaltet. Wien 12.II.1743.
Verleihung des Tuchlauben-Rechtes an Leopold Benedl und seine Erben. Mit Angabe der Bedingungen. Die Kopfzeile sowie die 7-12 cm breiten Ränder mit reicher Ornamentik in Orig.-Federzeichnung gefüllt. - Teilweise angestaubt;die Schrift an einzelnen Stellen beschabt oder verblasst; die Signatur der Kaiserin wohl durch Feuchtigkeit stark ausgeblichen; 3 Löcher in der Plica von der ehem. Befestigung des - fehlenden - Siegels. - Trotz der Erhaltungsmängel eine beeindruckend prächtige Pergament-Urkunde aus der Frühzeit der Regierung Maria Theresias.
Monroe, James, amerik. Politiker, 5. Präsident der Vereinigten Staaten (1758-1831). Scheck mit Unterschrift "Jas Monroe". 1 S. 10,2 x 20,3 cm. Paris 27.III.1796.
Handschriftlicher Wechsel (check) über die Zahlung von 500 Dollars an James Yard. "At thirty days sight of this my second of exchange (first of same date and tenor unpaid) pay to the order of James Yard, Five Hundred Dollars, value in account, and pass the same as advised by Jas Monroe". - Faltenrisse. - Beiliegend eine amerikanische Beschreibung dieses frühen Checks: "Request by James Monroe later 5th President of the United States to John Rutledge of Charleston, South Carolina (a signer of the American Constitution) to pay Dollars 500.00 to one James Yard. This represents also an example of an early American Check."
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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