Faraday, Michael, engl. Naturforscher, einer bedeutendsten Experimentalphysiker, entdeckte zahlreiche physikalische und chemische Gesetze, Namensgeber des "Faradayschen Käfigs" (1791-1867). Eigh. Brief m. U. "M Faraday". 11/2 S. Doppelblatt. 8vo. (London), Royal Institution, 19.XII.1853.
An einen Wissenschaftler, der sich mit einer Bewerbung an ihn gewandt hatte. "... Though I am not familiar with the department of practical knowledges all important as it is, to which they relate yet I can respect ... its matters ...". Erörtert die ihn erwartenden Ansprüche und Probleme. "... How much healthy, mental pleasure must have been added to that portion of engagement which you would desire for the beauty of the country itself ...".
Faraday, Michael (1791-1867). Eigh. Brief m. U. "M Faraday". 1 S. Doppelblatt. 8vo. (London) Royal Institution, 19.III.1856.
An einen Mr. Irving. Über den Fund eines alten Papiers mit der Beschreibung eines Messgerätes, von Faraday auf das Jahr 1836 datiert. "... I would not at all remember it."
Freud, Sigmund
Eigenhändiges Diagramm über "Sexualerlebnisse unter Affekt". 1926
Los 2563
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Freud, Sigmund, österr. Arzt, Begründer der Psychoanalyse (1856-1939). Eigh. Diagramm über Sexualverhalten in Altersstufen. 1 S. Mit einem Umschlag. Quer-gr. 8vo. (Wien, Januar 1926?).
"Sexualerlebnisse, die unter Affekt (Sexdifferenz) erweckt werden, wobei Denkhemmung entsteht". Tabelle mit Freuds Eintragungen von menschlichen Altersstufen mit Zuordnung von Sexualverhalten und dessen Erklärung. Rückseitig 2 Notizen: "Der Freiheit letzter Schluss! (vor-)?". - "Vorsicht! Nicht stürzen!" - Beiliegend ein Briefumschlag, gestempelt Wien 29.I.1926 und adressiert an ein "Fräulein" in Berlin. Ob der Umschlag zu dieser Tabelle gehört, ist nicht ganz sicher.
Gagern, Hans Christoph von
Brief an den Verleger Wilmans. 1808
Los 2564
Schätzung
120€ (US$ 136)
Gagern, Hans Christoph Freiherr von, Staatsmann und Historiker, oberster Gerichtspräsident und leitender Minister des Fürstentums Nassau, Vater des Politikers Heinrich von Gagern, ab 1813 in preußischen Diensten unter dem Freiherrn vom Stein, dessen Briefe er auch herausgab (1766-1852). Eigh. Brief m. U. "v Gagern". 11/2 S. 4to. Wiesbaden 10.II.1808.
An den Verleger Wilmans in Frankfurt a. M., dem er das Manuskript zu seinem Buch "Die Resultate der Sittengeschichte. Bd I: Die Fürsten" übersendet und Bedingungen nennt, da das Buch nicht ohne politische Brisanz ist. "... Es wird wohl leserlich seyn. Ob auch lesbar, das ist eine andere Frage. Ich habe so viel Vertrauen auf Ihre Redlichkeit und Rechtlichkeit als auf Ihren Kunstfleiß. Daher genehmige ich ohne Discussion alles was Sie schreiben. Bestimmen Sie den Vorschuß den ich leisten soll ... Sie wählen also gute Setzer und Correctoren. - 1. Es hängt von Ihnen ab auf das Titelblatt den Nahmen des Druckortes und Verlages zu setzen. - 2. Meine Initial-Buchstaben sind so deutlich, daß sich niemand irren wird und das Incognito ist auch nicht mein Zweck. ... 5. Sonst habe ich alles, Dedication, Inhalt etc. so schreiben lassen, wie ich auch wünsche, daß es in der Naehe gedruckt werde ...". - Auf Gagerns "Resultate der Sittengeschichte", die in 9 Teilen bis 1847 erschienen, folgte ab 1813 eine vierbändige "Nationalgeschichte der Deutschen", während Gagern sich zugleich weiterhin bis an sein Lebensende intensiv politisch betätigte.
Gruson, Johann Philipp
Brief an den Verleger Franke. 1793
Los 2565
Schätzung
250€ (US$ 284)
Gruson, Johann Philipp (urspr. Jean-Philippe), Berliner Mathematiker und vielseitiger Schriftsteller hugenott. Herkunft, Professor am Kadettenkorps, an der Bauakademie und an der Friedrich-Wilhelms-Universität, Erfinder einer Rechenmaschine, veröffentlichte zahlr. Werke zur Mathematik, reformierte den Mathematik-Unterricht, war Träger des Roten Adler-Ordens und ordentl. Mitglied der Preuß. Akademie der Wissenschaften (1768-1857). Eigh. Brief m. U. "Gruson" sowie Adresse und Siegel. 3 S. Doppelblatt. 8vo. Berlin 12.II.1793.
An den Verleger Franke, dem er zwei Manuskripte schickt und etliche weitere anbietet. "... 1. Von der Eitelkeit mehr zu verlangen als nöthig ist. Aus dem englischen übersetzt. Die Abh. ist zwar nur einen Bogen stark, aber sehr gut ausgeführt, u. wenn ich nicht irre, so verlegen die Herren Buchhändler lieber kleine als weitläuftige oder große Werke. 2. Des griechischen Weltweisen Sallust, Abhandlung von den Göttern u. der Welt, mit kurzen Anmerkungen. Ich denke ich habe bey dieser vortreflichen Schrift als Übersetzer meine Pflicht gethan, sie enthält 5 Bogen, u. ist Sr Excellenz von Wöllner gewidmet. Ich denke daß Sie es gewiß billig finden werden wenn ich für jeden dieser Bogen nur ein Friedrichsdor verlange. - Da ich noch nicht lange von Magdeburg hier bin, so ist diese meine erste Schrift die ich hier verlegen laße, sonst habe ich immer außerhalb vorzüglich in Halle bey Hendel alles in Verlag gegeben. Allein ich fänge an, die Schwierigkeit u. das unangenehme zu empfinden, welches ein von dem Verfasser weit entlegener Druckort ist ... u. frage zugleich an ob EE. ausser diesen 6 Bogen, auch ähnliche kleine Abhandlungen, die ich fertig liegen habe, bis zur Oster-Messe liefern können u. wollen ... Ausserdem habe ich eine sehr gute Sammlung ebenfalls von 50 bis 60 B. von Kinderschauspielen gesammlet, meisten Theils aus dem englischen u französischen uebersetzt ... Es ist billig daß Sie den Mann näher kennen mit den [!] Sie in solche Unterhandlungen treten sollen. Ich bin durch einige mathem. u. physikal.-physophische [!] Schriften, u. Romane bekannt, neuerlich erst durch eine erfundene Rechenmaschine, u. durch eine Sammlung algebraischer Aufgaben, nebst Einleitung in die Buchstabenrechenkunst u. Algebra, wovon der erste Theil bey Hr. Hendel in Halle erschienen ist, u. jede Messe fortgesetzt wird, auch wird zu Michaelis bey Hr. Oemigke dem jüngern eine Anleitung zur Buchstabenrechenkunst erscheinen ...". Erbittet für "morgen Nachmittag" den Besuch des Verlegers. - Die genannte "Excellenz von Wöllner" war der umstrittene Theologe, Landwirt, Minister, Freimaurer und Rosenkreuzer Johann Christoph von Woellner (1732-1800), der bekanntlich großen Einfluss auf König Friedrich Wilhelm II. von Preußen ausübte.
Herschel, Sir John F. W.
2 Briefe an Fachkollegen. 1839-1864
Los 2566
Schätzung
450€ (US$ 511)
Herschel, Sir John F. W., engl. Astronom, Entdecker zahlreicher Sternnebel und Sternhaufen, Pionier der Stellarphotographie, führte die Bezeichnungen "Negativ" und "Positiv" in die Photographie ein (1792-1871). Eigh. Brief m. U. "J. F. W. Herschel". 4 S. Doppelbl. mit Adresse. Slough 23.VI.1839.
An den Astronomen Kreil am Observatorium in Mailand. Umfangreicher Brief über wissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter eine Übersetzung von Gauß' Aufsatz über Magnetismus. Auch diesem Brief fügte er (hier nicht mehr vorhandene) "papers" bei, mit denen er bestimmte Ansichten widerlegte. "... I am not sorry on the whole that it was so as an opportunity now offers to accompany this letter with some papers which cannot fail to interest you. - You will see by them, that the British Govt. and the East Indian Company have taken of the subject of terrestrial magnetism on a scale worthy of the subject and of our nation and we may justly hope therefore that in every country in Europe there will be found observers ready to avail themselves of so important an opportunity for extending corresponding their nations on the system of the German Magnetic Association, and communicating their results to the Royal Society ...". Geht dann noch weiter auf dieses und auf meteorologische Themen ein. - Beiliegend ein weiterer eigh. Brief Herschels (22/3 S. 8vo. Colingwood 1864) an einen anderen Adressaten; gleichfalls über fachliche Angelegenheiten.
Liebig, Justus von
Eigenhändiges Manuskript-Fragment zu seinem Werk "Die Tier-Chemie". 1846
Los 2567
Schätzung
8.000€ (US$ 9,091)
Liebig, Justus von, der große Chemiker (1803-1873). Eigenhändiges Manuskript (Rohfassungt). 60 Bl., meist einseitig eng beschrieben und oftmals aus mehreren Teilen zusammengesetzt oder ergänzt. Gr. 8vo, 4to und folio (gefaltet). Lose Bl., einzeln eingelegt jeweils zwischen Büttenblätter in einer modernen Ledermappe, diese wiederum in einer modernen Leinen-Kassette. O. O. (ca. 1846-1847).
Umfangreiches, stark korrigiertes und vielfach durch montierte Textstreifen gebildetes oder ergänztes Rohmanuskript zu Liebigs Werk "Die Thierchemie, oder die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologe und Pathologie", zuerst 1842 in Braunschweig erschienen. Bei unserem Manuskript handelt es sich wohl um einen Teil der 3., veränderten Auflage von 1847 (Paoloni 494). Liebig hat seine "Organische Chemie" für die 3. Auflage erstmals umgearbeitet, vor allem den 2. Teil, und dazu seinen mehr allgemeinen Betrachtungen der 1. und 2. Auflage nun wissenschaftliche Untersuchungen zugrunde gelegt. Bei Vergleich unseres Manuskripts mit dem Druck zeigt sich, dass das Manuskript einen Großteil der Kapitel 18-22 sowie den nahezu kompletten 2. Teil, "Die Metamorphosen der Gebilde" - "Die Methode", umfaßt. Allerdings enthält unser Manuskript wesentlich mehr Text, vor allem für den 2. Teil, während sich in den Kapiteln 18-22 hauptsächlich Wort- und Satzänderungen zeigen. Ein Blatt enthält rückseitig das Datum "Gießen 11 Febr. 1846", was auch auf benutztes Konzeptpapier hindeuten kann, jedoch immerhin einen Terminus post quem bietet. - Wertvolles Zeugnis der Arbeitsweise und Präsentation unbekannter Texte des großen Gelehrten. - Wissenschaftliche Manuskripte Justus von Liebigs, insbesondere von solchem Umfang, sind von größter Seltenheit.
Martius, Carl Friedrich Philipp von
Brief an den Berliner Kartographen Heinrich Kiepert. 1856
Los 2568
Schätzung
300€ (US$ 341)
Martius, Carl Friedrich Philipp von, bayerischer Naturforscher, Botaniker und Ethnograph, bereiste 3 Jahre Brasilien mit dem Amazonasgebiet (1794-1858). Eigh. Brief m. U. "Martius". 3 S. auf 2 Bl. Gr. 8vo. Schlehdorf bei Murnau 21.IX.1856.
Umfangreicher Brief an den Berliner Geographen, Kartographen und Universitätsprofessor Heinrich Kiepert (1818-1899), dessen Besuch aus Österreich er "mit größter Freude" erwarte. Gibt ausführliche Empfehlungen zu verschiedenen Reiserouten nach Murnau, einschließlich eines Treffens mit seinem Bruder, dem Pharmakologie-Professor Theodor Martius, der sich zur Kur in Bad Reichenhall aufhalte. Zeigt sich interessiert an Kieperts Eindrücken von der Alpenwelt und hofft, ihm "dann auch noch einige Punkte in unserem schönen Gebirg, favente coruscante Phoebo, zeigen zu können".
Moleschott, Jacob, niederländ. Physiologe, studierte in Deutschland, Professor für Physiologie in Rom (1822-1893). Eigh. Brief m. U. "Jac. Moleschott". In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Rom 12.VIII.1885.
An einen Kollegen. "... am 23. August begeht die Stadt Pistoja eine Feier zu Ehren Pacini's. Ich selbst habe versprochen bei der Gelegenheit dort zu reden. - Ich werde Ihnen außerordentlich verbunden sein, wenn Sie mir rechtzeitig einige Zeilen schicken wollen, in denen Sie erklären, daß Sie im Geiste der Feier beiwohnen. Ich wünsche die betreffenden Briefe berühmter Verehrer Pacini's der Stadt Pistoja als Andenken zu überlassen ...". - Der Anatom Filippo Pacini (1812-1883) gilt u. a. als der Entdecker des Cholera-Erregers.
Palibin, Iwan Wladimirowitsch
4 Briefe an einen Fachkollegen. St. Petersburg 1909-1912
Los 2570
Schätzung
250€ (US$ 284)
Palibin, Iwan Wladimirowitsch, russischer Botaniker und Paläobotaniker, Professor, Direktor mehrerer Botanischer Gärten (u. a. Batumi, Leningrad), Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (1872-1949). 4 eigh. Briefe m. U. In deutscher Sprache. Zus. 9 S. 8vo bis Folio. St. Petersburg 28.III.1909 - 6.XI.1912.
Wissenschaftliche Korrespondenz über Flechtensammlungen aus Nordrussland, der Küste des Stillen Ozeans, der nördlichen Mongolei und Transbaikalien. Palibin übersendet mehrfach Sammlungen ("eine kleine Sammlung von Flechten aus nordrussischem Gebiet, etwas nach Süden von der Mündung des Flusses Amur") und bittet um deren Bearbeitung, Bestimmung und gemeinsame Publikation in deutscher Sprache. Er behandelt sowohl "Phanerogamen" als auch "Cryptogamen" und erwähnt den russischen Reisenden, Offizier W. K. Arsenjew, dessen Material er gemeinsam mit dem finnischen Botaniker Viktor F. Brotherus (1849-1929) und dem Adressaten auswerten un publizieren möchte. Außerdem weist er auf einen weiteren Gelehrten hin, der die Bearbeitung der Meeresalgen der Ozeanküste übernehmen müsste, und fragt: "Kennen Sie nicht vielleicht, Herr Doctor, einen Gelehrten für diese Arbeit?" Die Publikation schlägt er in den "Annalen" des Adressaten oder in einer Ausgabe der "Kaiserl. Akad. der Wissenschaften zu St. Petersburg" vor. In weiteren Schreiben erkundigt er sich nach dem Erhalt der Sendungen, berichtet von neuen Sammlungen aus dem östlichen Transbaikalien, beschreibt Standorte und klimatische Bedingungen ("die Gegend ist sehr interessant in floristischer Hinsicht, da sie noch bis jetzt sehr wenig bekannt ist") und schildert ein Missverständnis im Botanischen Museum, bei dem ein Kasten seiner Flechten versehentlich fehlgeleitet wurde.
Schott, Heinrich Wilhelm
8 eigenh. Briefe und Schriftstücke 1834-1836
Los 2571
Schätzung
300€ (US$ 341)
Schott, Heinrich Wilhelm, österreichischer Botaniker und Gärtner (1794-1865). Konvolut aus 8 eigenh. Briefen und Schriftstücken. Zusammen 11 S. Verschiedene Formate. Schönbrunn u. a., 1834-1836.
Botanisch-wissenschaftliches Konvolut aus Briefen an Fachkollegen und Notizen. Die Dokumente behandeln den Tausch von Herbarbelegen (u. a. Saxifragaceen und Cyperaceen) sowie Bezüge zur zeitgenössischen Literatur, etwa zu Mohls Pflanzenanatomie. Ein umfangreicherer Entwurf widmet sich der morphologischen Terminologie und diskutiert die Definition einer "vollkommenen Reihe" unter Einbeziehung von Begriffen wie Androeceum und Stamina. Ferner ist ein detaillierte gezeichnetes Diagramm, das die Entwicklungslinien von der Blüte (Flos) über die Frucht (Fructus) bis zum Samen (Semen) grafisch gliedert. - Papierbedingt gebräunt, teils mit zeitgenössischen Faltspuren und Korrekturen.
Schweitzer, Albert
Briefkarte an Adolf Deißmann + Beilage. 1933
Los 2572
Schätzung
300€ (US$ 341)
Schweitzer, Albert, Arzt, Theologe, Philanthrop und Musiker (1875-1965). Eigh. Foto-Brief m. U. "Albert Schweitzer". 1 S. Auf der Rückseite einer Foto-Karte, die unter dem Bild noch die eigh. Legende nebst der Unterschrift Schweitzers enthält. Quer-8vo. Günsbach (Elsass) 15.I.1933.
An den Theologie-Professor Adolf Deißmann (1866-1937), dem er 100 Reichsmark für die Unterstützung armer Studenten überweist. "... Sie haben mich dazu bewogen, die 'Selbstdarstellung' für Meiner [d. h. den Meiner Verlag] zu schreiben. Hätten Sie nicht insistiert, hätte ich es nie getan. Nun trägt die überarbeitete Selbstdarstellung etwas ein. Von dem Honorar lässt H. Meiner 100 Mark auf meine Anweisung an Sie gelangen. Bitte verwenden Sie diese 100 M. für arme Studenten, wie es Ihnen geboten scheint. Es ist nicht mehr als billig, dass Sie etwas von dem Zehnten dieser Erndte, die durch Sie einkam, bekamen ...". Das Foto auf der Rückseite zeigt einen kleinen Patienten Schweitzers in Lambarene, ein stark bandagiertes Eingeborenenkind. Unter dem Bild handschriftlich Schweitzers Signatur und seine dem Kind in den Mund gelegten Worte: "Ich warte auf den Verbandwechsel". - Schweitzers Buch "Aus meinem Leben und Denken" war zuerst 1931 im Leipziger Meiner Verlag erschienen. - Beiliegend der masch. Brief mit Unterschrift Deißmanns, in dem er sich für Schweitzers Gabe bedankt (19.I.1933). - Beide Teile gelocht.
Spencer, Herbert
Brief über seine Evolutionstheorie. 1880
Los 2573
Schätzung
100€ (US$ 114)
Spencer, Herbert, engl. Philosoph und Soziologe, gilt manchen als Begründer des "Sozialdarwinismus" (1820-1903). Eigh. Brief m. U. "Herbert Spencer". 2 S. Doppelblatt. 8vo. (London) 29.XII.1880.
An eine Dame, die mit ihm über seine evolutionstheoretischen Aussagen diskutieren möchte. "... You must excuse me if I do not enter at length into discussion upon the point you raise. If you will compare the higher types of all organized creatures with the lower in respect of the totality of their powers of meeting the destructive forces in the environment, you will find that the more highly evolued they are the greater these powers become. Your difficulty arises from thinking only of the destructive effects of the inorganic environment and neglecting the organic ...". - Spencer vertrat u. a. die These, dass ein Mensch jede Freiheit habe, solange er nicht in die Freiheit eines anderen eingreife.
Tausch, Ignaz Friedrich
Nomenklatur von Zierpflanzen. Ca 1820
Los 2574
Schätzung
120€ (US$ 136)
Tausch, Ignaz Friedrich, böhmischer Botaniker (1793-1848). Eigenh. Nomenklatur. 2 S. (Bleistift und Tinte). Qu.-Folio. O. O. u. J. (wohl Prag, erste Hälfte 19. Jahrhundert).
Tabellarisch angelegtes botanisch-gärtnerisches Arbeitsdokument - ein Fragment eines umfangreicheren Registers. Wohl entstanden im Zusammenhang mit der Tätigkeit Tauschs, der von 1815-1826 als Professor am Botanischen Garten des Grafen Emmanuel von Canal (1745-1826) in Prag wirkte und dort die Pflanzenbestände erfasste und katalogisierte (Grundlage seines Hauptwerks Hortus Canalius).
Verzeichnet sind in fortlaufender Nummerierung verschiedene Zierpflanzensorten, u. a. "Aurantiaca magnif., Aurea miniata, Aurelia, Battle rival, Beatrix, Beauty in the Bush, Beauty of Battersea, Beauty of England, Beauty of Lulington, Bella Mathilde, Bellona" und weitere. Die Einträge sind spaltenweise gegliedert und erfassen u. a. morphologische Merkmale, darunter Pflanzenhöhe (Altudo), Beschaffenheit des Stängels (Caulis), Blattmerkmale (Folia), Blütendurchmesser (Diamet.) sowie Farbe (Color) und weiteres. - Papierbedingt gebräunt, einmal gefaltet.
Tempsky, Friedrich
2 Briefe und eine Karte an Eugen von Halácsy. 1872-1892
Los 2575
Schätzung
150€ (US$ 170)
Tempsky, Friedrich, österreichisch-böhmischer Buchhändler, Verleger sowie Politiker (1821-1902). 2 eigenh. Briefe und 1 Briefkarte m. U. "F. Tempsky". Zusammen 4 S. Prag 31. V.1872 - 21. V. 1892.
An den Wiener Botaniker Eugen von Halácsy (1842-1913). Die Korrespondenz dokumentiert in kalligraphischer Feder den Austausch über den Erwerb botanischer Sammlungen und taxonomische Detailfragen. Im Dezember 1891 bestellt Tempsky die "Centurie XII" von Heldreichs Herbarium graecum normale und übermittelt als Gegenwert "fl 17. 45 Kr. Oesterr. Währ." Im Mai 1872 sendet er Belegexemplare der Gattung Scleranthus (Knäuelkraut) per Postpaket und bittet Halácsy um einen Abgleich mit dessen Publikationen. Dabei äußert er Zweifel an der bisherigen Systematik: "...doch scheint als ob unter annuus und perennis allerlei Verschiedenes untergebracht sei". - Papierbedingt gebräunt, leicht bestoßen an den Rändern.
Vaihinger, Hans
Brief über seine "Philosophie als Ob". 1913
Los 2576
Schätzung
180€ (US$ 205)
Vaihinger, Hans, Philosoph, führender Neukantianer, Professor in Halle (1852-1933). Brief m. U. "Vaihinger" und eigh. Nachschrift. 41/2 S. Gr. 8vo. Halle (Saale) 7.XI.1913.
An einen Kollegen. Er habe erfahren, daß in den "Beiträgen zur Geschichte des Mittelalters", Festschrift für Clemens Baeumker, ein Artikel des Adressaten erschienen sei, "welcher schon im Titel auf meine 'Philosophie des Als Ob' Bezug nimmt ... Ich lege schon darum besonderen Wert auf die nähere Bekanntschaft mit diesem Ihrem Artikel, als er gerade in einer Festschrift für Bäumker erschienen ist, den ich besonders verehre ... ganz besonders muß es mir ja natürlich am Herzen liegen, einen Artikel kennen zu lernen, welcher das Problem der Gottes-Erkenntnis mit bezug auf die 'Philosophie des Als Ob' erörtert. - Ich weiß nicht, ob Sie schon die 2. Aufl. meines Buches bei der Abfassung Ihres Artikels berücksichtigt haben ... Es freut mich ganz besonders, daß die Theologen sich näher mit meinem Buch beschäftigen, sind doch die Theologie-Gelehrten, insbesondere auch die katholischen, mit den philosophischen Strömungen und Problemen der Gegenwart meistens ganz gründlich bekannt. Einen besonderen Wert lege ich auch darauf, die wissenschaftlichen Beziehungen mit der katholischen Theologie aufrecht zu erhalten ...". In einer eigenhändigen Nachschrift teilt Vaihinger mit, daß er den Hinweis auf den Aufsatz von Professor Strauch erhalten habe, und in einem weiteren Postskriptum auf einem Extrablatt schreibt er: "Ich habe in meinem Buch aus der mystischen Literatur einige Als Ob-Stellen angeführt: sollten Ihnen noch einige sonst bekannt sein oder vorkommen, so werde ich Ihnen für die Mitteilung sehr verbunden sein." - Beiliegend ein Sonderdruck der Vorrede zur 2. Auflage sowie ein Verlags-Prospekt zu Vaihingers Werk. - Ferner beigegeben ein eigh. Brief-Couvert (in 2 Teilen) des Philosophen Edmund Husserl an den Philosophen Georg Simmel (Freiburg i. Br. 1935).
Wattenbach, Wilhelm
18 Briefe und 1 Karte an Rosa von Gerold. 1880-1890
Los 2577
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Wattenbach, Wilhelm, deutscher Historiker und Paläograf, Professor in Heidelberg und Berlin, Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica und Quellenforscher des 19. Jahrhunderts (1819-1897). 18 eigh. Briefe und 1 Karte m. U. Meist Doppelblätter. 8vo. Berlin u.a. 13.XI.1880-14.IX.1890.
Umfangreiche, über nahezu zehn Jahre geführte Korrespondenz an Rosa von Gerold (1829-1907) in Wien, in der sich persönliche und kulturhistorische Themen mischen. Wattenbach schreibt u. a. über seine Reisen in Italien und Griechenland ("Corfu kenne ich bisher nicht, es soll ja ganz paradiesisch schön sein ...die Akropolis bleibt immer schön, ganz vorzüglich auch bei Mondenschein"), über den gemeinsamen Bekannten Heinrich Schliemann (1822-1890), den Archäologen und Entdecker des mythischen Troja, dessen Brief er ihr mit "besonderem Vergnügen" übersendet, sowie über literarische und familiäre Angelegenheiten. Ein Kondolenzschreiben aus Halle vom 8. Oktober 1884 bezeugt seine Anteilnahme am Tod ihres Gatten: "In meiner größten Bestürzung erfahre ich eben...die erschütternde Nachricht....Gestatten Sie mir den Ausdruck meiner tiefgefühlten Teilnahme - ich fühle mich außer Stande, noch weitere Worte darüber hinzuzufügen." Weitere Schreiben zeugen von persönlicher Anteilnahme, familiären Mitteilungen und einem geistigen Austausch über ihre Werke, um deren Zusendung er mehrfach ersucht.
Altötting
Pergamenturkunde zur Übereignung eines Stück Landes. 1424
Los 2578
Schätzung
800€ (US$ 909)
Spätmittelalterliches Bairisch: Erweiterung der Kirchgüter zu Altötting
Altötting. Pergamenturkunde zur Übereignung eines Stück Landes an die Pfarrei von St. Nikolaus in Altötting. Deutsche Handschrift auf Pergament. 22 Zeilen. Schriftraum 10,5 x 19,5 cm. Format 15,6 x 23 cm. Braunschwarze Kanzlei-Bastarda mit 7-zeiliger kalligraphischer Initiale "J". Altötting 1424.
Im bayerischen Idiom verfasste Pergamenturkunde zur "Übereignung eines Krautackers an die Pfarrei St. Niklas durch Albrecht den Vragner, der bereits früher einen Jahrtag dieser Pfarrei vermacht hatte. Etwaige spätere Einwände der Leibeserben Vragners werden mit den üblichen Formeln abgeschlossen." (H. Eis). Im Wortlaut:
"Albrecht der vragner purger zw Oting vergich fur mich mein hausfrauen und fur all unser erben offenlich mit dem brief daz ich mit guetem meinem willen und mit gueter vernunft doc ich ez wol geun macht um daz hail ... vermacht han dem wirdigen goczhaus der pfarr zu sand Nykla in der Stat zu Oting zu dem Jartag den ich vor gemacht han zu einer pesserung da mit er dester mynner ab gen mug meinen krautakcher der gelegen ist in den weiten garten auf der obern gewanten zu nachst an Albrecht dez schusters akcher mit allem zuugehorung [...]". Veröffentlicht in Helko Eis, Zwei unbekannte Altöttinger Privaturkunden, in: Ostbairische Genzmarken Jg. XV, 1973. S. 245f. – Sauber und wohlerhalten, Plica ausgefaltet und ohne einst angehängtes Siegel. Sonderdruck beiliegend. Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Günther Eis (1908-1982) in dessen eigenhändig bezeichneten Umschlag mit Kaufvermerkt "Hs. 190". – Beiliegt eine weitere Urkunde aus Altötting. Urkunde des Rappolt von Liuttach. Deutsche Handschrift auf Pergament. Liuttach 1382. - Beiliegt die Publikation des Sonderdrucks von Heiko Eis. Zwei unbekannte Altöttinger Privaturkunden, in: Ostbairische Genzmarken Jg. XV, 1973. S. 245f.
Bayern.
Billet an seinen Sohn Otto, König von Griechenland. 1856
Los 2579
Schätzung
150€ (US$ 170)
Bayern. - Ludwig I., König von Bayern (1786-1868). Eigh. Billet an seinen Sohn Otto. 5 x 6,7 cm. (München) 1856.
"Seinem geliebten Sohne Otto giebt dieses von der Ruine Limpurg d. 13. August 1856 durch ihn abgepflückte Epheublatt, sein Vater." - Die Tinte teilweise verwischt. - Das Schriftstück zusammen mit dem Efeublatt und einer kleinen Abschrift mit Foto-Ecken lose auf ein Untersatzblatt montiert.
Bayern. - Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Urkunde m. U. "Ludwig" und papiergedecktem Siegel. 1 S. Mit lithographisch gestalteten Kopfzeilen. Folio. München 1.VIII.1866.
Beförderung des Oberleutnants Christoph Freiherrn von Godin zum "Hauptmann 2. Classe". - Gut erhalten.
Bayern.
Urkunde: Patent als Generalmajor für Oberst von Godin. 1885
Los 2581
Schätzung
550€ (US$ 625)
Bayern. - Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Urkunde m. U "Ludwig" und Wappen als Blindstempel. 1 S. Folio. München 24.III.1885.
Beförderung des Obersten Christoph Freiherrn von Godin zum Generalmajor. - Gegengezeichnet vom bayerischen Kriegsminister Joseph Ritter von Maillinger, fünf Wochen vor dessen Entlassung. - Etwas eng beschnitten; dennoch dekorative Urkunde.
Billstein, Conradt
Brief aus Schwedens Krieg gegen Kurbrandenburg. 1676
Los 2582
Schätzung
300€ (US$ 341)
Billstein, Conradt, wohl Offizier in schwedischen Diensten. Eigh. Brief m. U. "Conradt Billstein". In deutscher Sprache. 1 S. Verso mit Adresse und Siegel. 4to. Nyhusen 20.X.1676.
An den Baron Jean Creutz, Senator, Reichsrat und Botschafter des Königs von Schweden, über den Abzug russischer Truppen. "... habe hiemit unterthänigst berichten sollen, wie daß die Muskowiter, nachdem sie heute ... ihr schwartzes Thuech und die fenstern durch einen Obristen welcher 60 pferde bey sich gehabt, in größester eile weggenommen, nun gantz unsere gräntzen quittiret, es ist aber Pronzeschoff mit dem Meisner der letzte gewesen, ihr aufbruch wahr gantz frühe und stille, Sie hätten anfangs nur 1 Compagnie Reuter nach sich gelaßen aber, ich halte davor, als sie vernommen daß unsere Reuter eben umb die Zeit ankahmen, ließen sich in der geschwindigkeit 3 Comp: sehen, welche sich auf dem felde stelleten, ihre hütten stecketen sie in den brand, ich fürchte daß das Dorf auch wird noth gelitten haben, indehm sie das thuech abnahmen, ist nichts sonderliches vorgefallen, nur der mit commandirte Officier hat zu unsere Leute gesaget, es wehre numehro kalt, sie könnten darumb, und aus mangell an Fourage nicht länger stehen, Sie wolten also ihren, und wir möchten unsern Weg gehen ...". - Um diese Zeit befand sich Brandenburg unter dem Großen Kurfürsten mit Schweden im Kriegszustand, und nach der Schlacht bei Fehrbellin (1675) rückten die brandenburgischen Truppen unaufhaltsam in Pommern vor. - Kleine Randläsuren außerhalb der Schrift.
Bregenz
Urkunde des Grafen Hugo von Monfort. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1422
Los 2583
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Bregenz. Urkunde des Grafen Hugo von Monfort. Deutsche Handschrift auf Pergament. 28 Zeilen. Schriftraum ca. 18,5 x 36 cm. Format 24,8 x 42 (Plica eingefaltet). Saubere Kanzleibastarda in graubrauner Tinte mit kalligraphischer Initiale "W", Plica mit Siegelstreifen (ohne Siegel). Bregenz 1422.
Urkunde über die Stiftung und den Bau einer Kapelle in der Grafschaft Bregenz von Hugo XII. Graf von Montfort (1357-1423), der als Verfasser lyrisch-didaktischer Dichtungen bekannt ist und im Heer der Herzöge von Österreich diente:
"Wir Graf Hugo von Montfort Herre ze pregentz und ze pfannenberg Bekennen offentlich mit dem brief und thun kunt allen den die ingehent oder hörent lesen alls am Cappell gebuwen und gemacht in unserm hof und unsern zwingen und bannen. Die selb Cappelln gestift und gewycht ist in der Ere user lieben frowen sant Marien und ander hailigen. Und als der Erbar priester Chunrad Leber unser Capplan den hailigen dreyer küng altar in der pfarr krichn zu pregentz und ander erbar lût ir almüsen zis und gelt zu der selbn Capell an ain ewige meß gebn und gestift hand.". Datiert ist der Brief "Geben zu pregentz den sant Urbans tag nach Christi geburt Vierzehenhundert Jar und darnach in dem zway und zwaintzigsten Jare". – Kaum Flecke, seltene Gebrauchsspuren, sehr gut erhalten. Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982).
Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt
Bericht über sein Ableben und Begräbnis. 1682
Los 2584
Schätzung
280€ (US$ 318)
Breslau. - Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt, Kardinal und Fürstbischof von Breslau (1616-1682). Zeitgenöss. Bericht über sein Ableben und Begräbnis. Manuskript. 31/2 S. auf 3 Bl. Folio. Breslau, Februar 1682.
"Extract Schreibens aus Breßl. den 5. Febr. 1682." An einen Grafen Nostitz adressierter Bericht über den Tod und das Begräbnis des Fürstbischofs von Breslau. "... Der Todt des Herrn Cardinals ist bekandt. Er soll allzeit bei gutem Verstande gwesen sein, tages vor seinem tode hatt er zu Mittage communiciret, bald darauf die lezte Öhlung empfangen, und zugleich allen Weltlichen valediciret, da dann niemand alß sein beichtvater, & ... der Barbier, so ihm stets müssen in Halß spritzen, bei ihm verblieben. Und obwohl 2 Canonici zu ihm gewollt, sind sie doch abgewiesen worden ...". Weiter über alle folgenden Einzelheiten und auch das Ergebnis der Obduktion des Leichnams. Daran schließt sich auf 21/2 Seiten die genaue Beschreibung aller 21 Abteilungen des Leichenzuges mit ihren Attributen. Der Schlußsatz lautet: "Entlich folgete der gemeine Mann, und Dorffschafften, wenig von FrauenZimmer." - Gleichmäßig gebräunt.
Deutsche Urkunden
Sammlung des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982).
Los 2585
Schätzung
1.600€ (US$ 1,818)
Deutsche Urkunden. Sammlung des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis. 12 spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden in deutscher Sprache, davon 11 auf Pergament, teils mit Plica, Siegelresten und Signaturen. Verschiedene Formate. Deutschland 1363-1739.
Sammlung des aus Aussig stammenden Germanisten und Paläographen, Mittelalter- und Handschriftenexperten Gerhard Eis (1908-1982), die er meistens im Antiquariat Jacques Rosenthal bei Koch kaufte. Mit einigen Begleitschreiben, Zetteln mit Transkriptionen, zur Identifikation und auch Korrespondenzen an den Forscher, der sich vielfach Rat bei Kollegen holte. Vorhanden sind:
1) Halberstadt. Streitschlichtungsurkunde des Bischofs Ludwig zu Halberstadt. Deutsche Handschrift auf Pergament. Halberstadt 1363. Eis Hs. 19.
2) Straubing. Privaturkunde über eine Erbschaftsangelegenheit eines Straubinger Bürgers. Deutsche Handschrift in Kanzlei-Bastarda auf Pergament. "Sonntags vor dem weissen Suntag" 1394. Eis Hs. 179.
3) Siegmund der Fraunberger. Erbschaftsurkunde. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1397. Eis Hs. 175.
4) Makulaturstreifen einer deutschen Pergamenturkunde. 14. Jahrhundert. 7 Makulaturstreifen mit Textfragmenten in deutscher Kanzlei-Bastarda. Eis Hs. 125 aus Eis Hs. 122.
5) Hof. Erbschaftsurkunde. Deutsche Handschrift auf Papier. Beurkundung eines Rudi Hegli ab de Berg. Datiert 1478. Eis Hs. 178.
6) Buchbinderbrief. Deutsche Handschrift auf Papier, adressiert "Dem ersamen und beschaiden hans prünner puchpynter tzu nordlingen". Nördlingen, datiert "1504. Eis. Hs. 71.
7) Steinhausen. Umfangreiche Finanzurkunde eines Heinrich Wäber aus Steinhausen über Geldgeschäfte, Leihgelder, Verzinsungen. Deutsche Handschrift in Kanzlei-Bastarda auf Pergament. Mit großer kalligraphischer Zierinitiale "J". Steinhausen (wohl bei Schussenried in Bayern) 1534. Eis 185.
8) Fulnek in Böhmen. Pergamenturkunde in deutscher Faktura-Kalligraphie, Einbandmakulatur mit entsprechenden Fehlstellen und Bräunungen. Fulnek 16. Jahrhundert. Eis 24.
9) Erbschaftsurkunde, Fragment aus Einbandmakulatur. Deutsche Kanzleikurrent auf Pergament. Privaturkunde eines Erblassers. Deutschland 16. Jahrhundert. Eis Hs. 79.
10) Viehhausen bei Regensburg. Beurkundung einer Erbauseinandersetzung über Weiler in Viehhausen, Kirchdorf und der Gemeinde mit dem Schloss im Landkreis Regensburg. Makulaturfragment einer deutschen Handschrift auf Pergament. Viehausen 1580. Eis Hs. 150.
11) Kloster Medingen bei Bad Bevensen in Niedersachsen mit einem Erbschaftserlass der Obersten des Frauenklosters "Catharina Abbatissa" und "Clara Anna Priorissa". Deutsche Handschrift auf Pergament. Medingen 1688. Eis Hs. 170. Eis. Hs. 176.
12) Regensburger Urkunde. Deutsche Handschrift auf Papier. 2 Seiten. Bittbrief des Heiligen Römischen Reichs Fürsten Joannis Theodor. Regensburg 1739. Eis Hs. 140. – Dem Alter und teils der Verwendung als Einbandmakulatur entsprechende Gebrauchsspuren. Einige der Urkunden wurden "nach den Grundsätzen der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin ... aufgenommen" und tragen eine aufmontierte Fiche auf dem von Eis eigenhändig beschrifteten Umschlag, d. h. sie wurden als deutsche Sprachmonumente in den damaligen Katalog der heutigen Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu Berlin aufgenommen. – Beiliegen einige weitere Urkunden und Dokumente aus der Sammlung Gerhard Eis.
Deutsch-Französischer Krieg
Tagebuch eines Offiziers aus Sachsen-Weimar
Los 2586
Schätzung
200€ (US$ 227)
Deutsch-französischer Krieg. - Tagebuch eines Offiziers aus Sachsen-Weimar. Eintragungen mit Tinte und Bleistift in dem gedruckten Schreibkalender "Neuer Schreib-Almanach für das Großherzogthum Sachsen-Weimar Eisenach auf das Jahr 1870" (Weimar, Hofbuchdruckerei, 1869). Ca. 183 gedr. Blätter, fast durchgehend mit leeren Blättern durchschossen und streckenweise beschriftet. 8vo. Schlichter HLeinenband d. Z. (beschabt, Gebrauchsspuren). 1.I. - 31.XII.1870.
Von einem Offizier namens Roese (Besitzvermerk) geführtes Tagebuch, das von Januar bis Mitte Juli 1870 zunächst nur sporadisch in knapper Form die Geschehnisse und Erledigungen des militärischen und privaten Alltags verzeichnet, jedoch ab 16. Juli, dem Tag der Mobilmachung, in dichter Folge die Märsche, Kämpfe und sonstigen Kriegsereignisse in Frankreich beschreibt. Interessante Berichte von verschiedenen Schauplätzen, darunter auch Sedan (1. Sept. 1870), bis die Eintragungen am 31. Dezember enden: "frh: zum Major u. krank gemeldet um nach Versailles zurück zu gehen. Komp. übergeben, Nachm. gepackt u. dann zu Major. Falkenorden erhalten." - Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 ist zwar vielfach dokumentiert, aber von Frontsoldaten geführte Tagebücher sind seltener erhalten.
Elsass
Konvolut von 4 Elsässer Urkunden, teils auf Pergament
Los 2587
Schätzung
800€ (US$ 909)
Elsass. Konvolut von 4 Elsässer Urkunden, teils auf Pergament, aus der Sammlung des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis. Unterschiedliche Formate und Orte, teils mit Plica und Siegelresten. Elsass 1324-1655.
Vorhanden sind: Hagenau im Elsass. Urkunde eines Heinrich von Reveningen. Deutsche Handschrift auf Pergament. Kanzleibastarda in Sepia. Hagenau 1324. - Eis Hs. 184. - Wilhelm Bischof von Straßburg. Lehensbrief. Deutsche Handschrift auf Pergament. Urkunde in brauner Kanzlei-Bastarda mit Plica und gebrochenen Lacksiegelresten. Lehensbestätigung für die Herren Egenolff und Jorge von Waldstein. Straßburg 1425. Eis Hs. 186. - Matzenheim im Elsass. Erbschaftsurkunde eines Hans von Matzenheim Deutsche Handschrift auf Pergament in Kurrentschrift mit Sepiatinte und großer kalligraphischer Initiale "J". Matzenheim 1518. - Eis Hs. 189. - Hanau, Zweibrücken. Ratifizierungsurkund des Grafen Johann Reinhardt zu Hanau, Kieneck und Zweibrücken. Deutsche Handschrift auf Pergament. Mit Kalligraphie und Siegelresten an der Plica. Wohl Hanau 1655. Eis Hs. 180. – Mit üblichen Gebrauchsspuren, meist wohlerhalten, interessantes Forschungsmaterial aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982) mit dessen eigenhändig beschrifteten Umschlägen.
Francke, Gotthilf August
Brief an einen Theologie-Professor. 1733
Los 2588
Schätzung
180€ (US$ 205)
Francke, Gotthilf August, Theologe, Sohn des Stiftungen-Gründers August Hermann Francke in Halle, auch dessen Nachfolger als Direktor der Stiftungen sowie Professor an der Universität Halle (1696-1769). Brief m. U. "G A Francke". 1 S. Doppelblatt. 4to. Halle 19.V.1733.
An einen Professor. Dessen Sendung "nebst denen Commentariis der Kaiserl. academie Ihres ortes" sei ihm überliefert worden, und er werde sie an Herrn Bel in Preßburg weiterbefördern, da es ihm jederzeit ein Vergnügen sei, dem Adressaten gefällig zu sein. "... Bey dieser Gelegenheit sende die 33. Cont. derer ostInd.. Miss. Berichte, welche Ew. HochEdl. verhoffentl. angenehm seyn wird, bitte aber zugleich beygeschloßenes paquet an Hrn. Pastor Nazzium gütigst überliefern zu laßen ...". - Wie die "Ostindischen Missionsberichte" zeigen, war die Missionsarbeit ein besonderes Anliegen Franckes.
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an einen Gefolgsmann Hauptquartier Frankfurt 1793
Los 2589
Schätzung
250€ (US$ 284)
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. "Fr Wilhelm". 2/3 S. Quer-8vo. Hauptquartier Frankfurt a. M. 25.II.1793.
Aus der Zeit der Belagerung von Mainz an einen Gefolgsmann, der angeboten hatte, "nützliche Dienste zu leisten". Der König bedankt sich. "... da Ich die Hofnung unterhalte, es werde Demselben nicht entgegen stehen, Sich auch in der bevorstehenden Campagne in gleicher Maaße auszeichnend thätig zu bezeigen, so will Ich Mir vorbehalten, ... bey eintretender Wiederherstellung des Friedens die Danknehmung in der That zu erkennen zu geben ...". - Kleiner Faltenriss.
Gesine von Bilolvesheim
Beurkundung einer Mitgift. Deutsche Handschrift auf Pergament.
Los 2590
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Gerine von Bilolvesheim. Beurkundung einer Mitgift. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1 Bl. mit 1 S. Sehr saubere Bastarda. 36 Zeilen. Schriftraum ca. 23,8 x 17,8 cm. Format ca. 27,4 x 18,4 cm. Straßburg, um 1300.
Auflistung der Grundstücke, die Gerine von Bilolvesheim zu ihrem Eintritt ins Dominikanerinnenkloster St. Johannes bei Straßburg diesem Kloster als Mitgift übergeben hat. Gerine von Bilolvesheim stammt aus einer edelfreien Familie, die bis ins 14. Jahrhundert urkundlich nachgewiesen ist. Bilolvesheim (heute Bilwisheim) liegt ca. 25 km nördlich von Straßburg.
Textanfang: „Diz sint die ackere der frowen von sancte johannesu zu strazburc die sie habent in dem banne zu schaftolzheim die men in gab zu swester gerine von bilolvesheim. Diz ist daz ober velt zwene ackere neben hern frizemannes dritehalbes ackere an der gebrieten, anderhalb acker neben dem von sweinheim ... "
Die Lage jedes Grundstückes (meist Äcker) und seiner Grenzen werden genau angegeben, ebenso die Namen der Besitzer der benachbarten Grundstücke. In den letzten Zeilen handelt es sich um die Einkünfte aus einigen Grundstücken und deren Verwendung. Es handelt sich um eine Abschrift des Textteils (Dispositio) einer Urkunde, die wohl zu Verwaltungszwecken angefertigt wurde. – Die letzten sieben Zeilen mit Textauskratzungen, mehrere kleine Braunfleckchen durch Tropfen, unten mit wenigen Tintenverläufen, meist aber sehr gut erhalten und in bemerkenswert sauberer Handschrift.
Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982), der auf dem das Blatt bergenden Umschlag schreibt: "Hs. 192. Mitgift für Schwester Gerine von Bilolvesheim." 1 Bl. Perg. Straßburg 13. Jh. [korr.: "14. Jh."]. Gekauft am 22. Juni 1971 bei Jacques Rosenthal."
Beigegeben: Niederdeutscher Brief "Ich Heinrich soon von Eich, here zu Oelbruch (Ölbruch in Westfalen?) ind Barbel, myne elig …". Behandelt die Übernahme einer Bürgschaft. Datiert 23. April 1421. Pergament, 9 x 14,5 cm, 10 Zeilen, an der rechten Seite unvollständig (mit Textverlust).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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