Molitor, Martin von
zugeschrieben. Berglandschaft mit Felsvorsprung
Los 6590
Schätzung
600€ (US$ 682)
zugeschrieben. Felslandschaft in der Sächsischen Schweiz.
Feder in Grau, grau laviert, teils mit Gummi arabicum gehöht, auf Malkarton. 16,8 x 23,6 cm. Verso bez. "Carolafelsen 1831".
Gainsborough, Thomas
Flusslandschaft mit Brücke im Lake District
Los 6591
Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)
Flusslandschaft mit Brücke im Lake District.
Pinsel in Grau über Spuren von schwarzem Stift auf Bütten. 27,2 x 43,1 cm. Verso von fremder Hand bezeichnet "Gainsborough". Wz. Bekröntes Lilienwappen mit angehängten Buchstaben GR.
Obgleich Thomas Gainsborough im späten 18. Jahrhundert einer der gefragtesten Bildnismaler Englands war, wuchs in ihm mit zunehmendem Alter der Wunsch heran, der High Society zu entfliehen, um sich zurückgezogen seiner Leidenschaft für die Landschaftsmalerei zu widmen. Zeit dafür fand er schließlich in seinen späteren Lebensjahren. Die anfänglichen pastoralen Szenerien lösten bald grandiose, sublime Naturveduten ab. Entscheidend für diese Neuausrichtung war ein Ausflug in den pittoresken Lake District im Nordwesten von England, den Gainsborough auf der Suche nach dramatischen, unverbrauchten Motiven im Sommer 1783 mit seinem Freund Reverend Samuel Kilderbee bereiste. Nach heutigem Wissensstand stellt die vorliegende Zeichnung zusammen mit zwei weiteren, technisch eng verwandten Blättern (vgl. John Hayes: The Drawings of Thomas Gainsborough, London 1970, Kat.-Nr. 577 und 578) alles dar, was von der ursprünglich sicherlich umfangreicheren künstlerischen Ausbeute dieser Reise erhalten geblieben ist. Die exakte Verortung der Ansicht ist bislang nicht restlos geklärt, doch wurde in Vergangenheit vorgeschlagen, dass es sich um die Folly Bridge in Borrowdale handeln könnte.
Provenienz: Sotheby's, London, Auktion am 8. Juli 2011, Los 311.
Weite Flusslandschaft mit Wanderern.
Pinsel in Grau auf Bütten. 37,5 x 51 cm. Unten links signiert "N. Wicaart inv.".
Bewachsene Felsen am Wasser.
Pinsel in Graubraun auf Bütten. 16,4 x 20,3 cm.
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung AR (A. Rub, Mannheim?, Lugt 164a).
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 164.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Ideale südliche Küstenlandschaft.
Feder in Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide. 17,2 x 21,5 cm.
Theaterprospekt mit Rundbogenbrücke, im Hintergrund ein Hafen mit Galeeren.
Feder in Schwarz und Grau, grau laviert, über Spuren von schwarzem Stift. 37,2 x 53,5 cm. Wz. Nebenmarke "IV".
Nicolle, Victor Jean
Der belebte Largo di Castello mit dem Castel Nuovo in Neapel
Los 6596
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Der belebte Largo di Castello mit dem Castel Nuovo in Neapel.
Feder in Braun und Grau, aquarelliert, alt aufgezogen. 20,5 x 31,2 cm. Unten rechts auf der Mauer signiert "V. J. Nicolle", verso bezeichnet "Vue dela place ditte Largo del Castello, et du Mont Vésuv; à Naples.".
Odysseus bei den Phäaken.
Feder in Braun, braun laviert, weiß gehöht, mit schwarzer Kreide quadriert, auf rosafarbenem Bütten. 22,8 x 34 cm (im Oval); 24,3 x 35,2 cm (Blattgröße).
Aufgrund seines Talents wird Gagneraux 1776 mit dem Prix de Rome ausgezeichnet und beginnt 1778 sein Studium in der Ewigen Stadt. Zunächst verdient er seinen Lebensunterhalt mit der Anfertigung von Kopien nach alten Meistern und als Dekorationsmaler. König Gustav III. von Schweden wird auf ihn aufmerksam und macht ihn zu seinem Schützling. Seinen ersten großen öffentlichen Erfolg erlangte Gagneraux mit dem 1785 in Auftrag gegebenen Werk "Das Treffen zwischen Gustav III. und Pius VI." (Nationalmuseum Stockholm). Auch nach der Ermordung Gustavs III. im Jahr 1792 arbeitet Gagneraux für den schwedischen Hof, aber auch für die römische Nobiltà und französische Aristokraten. Als Monarchist muss er 1793 nach Florenz fliehen und wird dort zum Professor an der Akademie ernannt. 1794 wird ihm der Titel eines schwedischen Hofmalers verliehen. Laut einer handschriftlichen Notiz auf dem Untersatz wurde die alte Zuschreibung an Giuseppe Cades von Anthony Morris Clark, Minneapolis, in einem Brief vom 18. September 1967 verworfen und dem zur gleichen Zeit in Rom tätigen Bénigne Gagneraux zugewiesen.
Provenienz: Karl & Faber, München, Auktion am 6. November 1963.
Sammlung Herbert List (Lugt 4063).
um 1790. Statue der Roma in einer Halle.
Schwarze Feder, braun laviert, Spuren von Graphit. 42,2 x 48 cm. Wz. undeutlich.
um 1790. Der Tod der Virginia.
Feder in Grau über schwarzem Stift, grau laviert, auf D&C Blauw-Bütten. 35,1 x 75,1 cm. Unten links signiert "J. Schmitt fec. Romae", verso abermals signiert "JSchmitt f:".
Caucig, Franz
Kompositionsentwurf zu einer mythologischen Hochzeitsszene
Los 6601
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Kompositionsentwurf zu einer mythologischen Hochzeitsszene.
Feder in Schwarz, Pinsel in Braun, braun laviert. 38,9 x 57,5 cm. Wz. Pro Patria.
Der aus der slowenischen Stadt Gorizia stammende Maler Franz Caucig studierte zuerst an der Wiener Akademie und bildete sich ab 1779 in Bologna und Rom weiter, wo er sich dem Neoklassizismus zuwandte und freundschaftliche Beziehungen zu Felice Giani und Antonio Canova knüpfte. Caucig verbrachte insgesamt ein Jahrzehnt (1781-1791) in der Ewigen Stadt, die in diesen Jahren zu einem Zentrum klassizistischer Kunst avancierte. Ein längerer Studienaufenthalt in Venedig (1791-97) bildete den Abschluss der italienischen Wanderjahre. Nach seiner Rückkehr nach Wien erhielt Caucig 1798 eine Professur an der dortigen Akademie und war seit 1820 bis zu seinem Tod Direktor dieser Lehranstalt, von wo aus er die Ideale eines rigorosen Klassizismus energisch postulierte. Hauptbestandteil des malerischen und umfangreichen zeichnerischen Œuvres - die Graphische Sammlung der Akademie der bildenden Künste in Wien allein beherbergt über 2.000 Blätter - bildeten dabei antike Themen klassischer griechischer und römischer Autoren, von Homer über Ovid und Plutarch bis hin zum jüngsten unter ihnen, Diogenes Laertius. Rozman schrieb dazu: "His works with antique motifs present episodes from ancient history, art, philosophy, literature and politics, which we know, have forgotten or have never known." (vgl. Ksenija Rozman: Franz Kavčič / Cauzig: Themes of Antiquity, Ausst. Kat. National Gallery of Slovenia, Ljubljana 2010/2011, S. 11). Eine mögliche Deutung unseres Themas könnte die Hochzeit von Iphis und Ianthe sein, mit Juno bzw. Isis als Ehestifterin im Himmel, Venus und Cupido sowie Hymenaios, der Gott der Hochzeit, als Begleitfiguren. Entnommen den Metamorphosen des Ovid (Buch 9, Vers 666-797) beschreibt der Mythos die Geschichte der Iphis, Tochter des verarmtenLigdus, der droht, das Kind, falls es nicht als Junge geboren wird, zu töten. Die Göttin Isis hilft der verzweifelten Mutter Telethusa beim frommen Betrug das Neugeborene für einen Jungen auszugeben, und dies dem Vater zu verheimlichen. Jahre später verlobt der Vater Iphis mit dem Mädchen Ianthe. Die Verzweiflung der Liebenden ist groß, denn die Jungfrau brennt für die Jungfrau, und die Hochzeit naht. Da Träume und Vorzeichen nicht helfen, bringt Telethusa die Iphis in den Tempel der Isis und erfleht Erbarmen und Hilfe. Isis gibt ein Zeichen, und beim Weggang folgt der Iphis der Mutter: Aber mit größerem Schritt als sonst; auch bleibet die Weiße nicht im Gesicht, und es mehrt sich die Kraft, und die Mienen erhalten schärferen Zug [...] Mut auch, wie er im Weib nicht war, drängt jetzt. Zum Vermählungsfest erscheinen Hymenaios und Venus und Juno und Iphis als Mann sich vereinigt mit seiner Ianthe.
Schmutzer, Jakob Matthias
Bildnis eines jungen Mannes mit Harnisch
Los 6602
Schätzung
400€ (US$ 455)
Bildnis eines jungen Mannes mit Harnisch.
Rötelzeichnung. 54,4 x 41,8 cm. Oben links in brauner Feder bezeichnet "B.N. 2 [?]".
Jakob Matthias Schmutzer bildete sich zunächst in Wien und später in Paris bei Johann Georg Wille aus. Die angewandte Zeichentechnik mit dem Rötelstift, auch Braunstift genannt, wird Schmutzer direkt von Wille übernommen haben. Letzterer war mit dem acht Jahre älteren Jean-Baptiste Greuze befreundet, durch welchen Schmutzer wiederum zu der Bildgattung angeregt worden sein dürfte. Mehr noch als um ein reales Bildnis handelt es sich bei diesen von Schmutzer zahlreich ausgeführten Zeichnungen um Ausdrucksstudien, wie sie in Frankreich in der Nachfolge Charles Le Bruns und seiner 1698 veröffentlichten theoretischen Abhandlung Conférence sur l'expression génerale et particulière gelehrt wurden. Die disziplinierte Zeichentechnik erinnert an die Methodik des Kupferstechens - Schmutzer war bereits während seiner frühen Zeit in Wien zum Kupferstecher ausgebildet worden.
19. Jh. Studienblatt mit Venusmuscheln.
Feder in Schwarz, braun und grau laviert, alt montiert. 35,4 x 24,1 cm.
Niederländisch
19. Jh. Stehender Mann mit Flöte in Rückenansicht
Los 6604
Schätzung
600€ (US$ 682)
19. Jh. Stehender Mann mit Flöte in Rückenansicht.
Schwarze Kreide auf Velin. 42,4 x 21,2 cm.
um 1800. Wandernder Geselle mit Guitarre.
Schwarze und rote Kreide auf der Seite eines alten Rechnungsbuches. 31,3 x 20,3 cm. Wz. Siebenzackige Schellenkappe.
Deutsch oder Niederländisch
um 1800. Entwürfe zu einem Palazzo mit Rustikaverzierung
Los 6606
Schätzung
450€ (US$ 511)
um 1800. Entwürfe zu einem Palazzo mit Rustikaverzierung und zwei Dachlaternen: Frontal- und Seitenansicht, Durchschnitt.
3 Zeichungen, je Feder in Grau, grau laviert mit Spuren von Deckweißhöhungen auf J. Honig & Zoonen-Bütten. Je ca. 47,5 x 59 cm. Ein Blatt mit Maßstabsangaben.
Deutsch oder Niederländisch
um 1800. Entwürfe zu einem Palazzo im Stil der italienischen Renaissance mit Grotten
Los 6607
Schätzung
750€ (US$ 852)
um 1800. Entwürfe zu einem Palazzo im Stil der italienischen Renaissance mit Grotten: Ansicht der Hauptfassade, Ansicht des Gebäudes von der Seite, Durchschnitt, Grundriss.
4 Zeichungen, je Feder in Braun, braun und grau laviert, teils alt auf Untersatzpapier montiert. 2 Blatt ca. 44,2 x 58,5 cm; 52,7 x 48,3 cm, 57,5 x 47,2 cm. Zwei Blatt mit Maßstabsangaben.
Die fein ausgeführten Entwürfe projektieren einen Palazzo im Stil Palladios. Das komplette Untergeschoss wird durch eine Sala Terrena ausgefüllt, die zwei Brunnen aufweist. Beigegeben zwei weitere Entwürfe für ein Gebäude im klassizistischen Stil (70,8 x 99,5 cm und 24,7 x 30,7 cm), ebenfalls um 1800.
Deutsch oder Niederländisch
um 1800. Entwürfe zu einem Küchengebäude in Gestalt einer künstlichen Ruine
Los 6608
Schätzung
600€ (US$ 682)
um 1800. Entwürfe zu einem Küchengebäude in Gestalt einer künstlichen Ruine.
2 Zeichnungen, je Feder in Braun, grau laviert auf Bütten. 38 x 26,4 cm und 40,2 x 32,1 cm. Mit eigenh. Maßstabsangaben und Bezeichnungen "Castrol" und "Banck".
Beigegeben eine weitere Zeichnung um 1800: Entwurf für ein oktogonales Gebäude mit umlaufendem Wassergraben (Feder in Schwarz und Braun, grau, blau und gelb laviert. 47,5 x 58,8 cm).
um 1820. Zug der Aurora. Gouache über Umrissradierung nach Guido Reni. 21,2 x 38,5 cm (lichtes Maß). Montiert in einen Rahmen von Alphonse Giroux (1776-1848), Paris, verso mit dessen Etikett. (Gerahmt beschrieben).
um 1820. Aurora im Streitwagen. Gouache über Umrissradierung nach Giovanni Volpato. 21,2 x 38,5 cm (lichtes Maß). Montiert in einen Rahmen von Alphonse Giroux (1776-1848), Paris, verso mit dessen Etikett. (Gerahmt beschrieben).
Appiani, Andrea - zugeschrieben
Zwei Frauen mit einer Lyra
Los 6611
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
zugeschrieben. Zwei Frauen mit einer Lyra.
Schwarze, rote und weiße Kreide auf beigefarbenem Bütten. 30,2 x 20,8 cm. Wz. Traube.
Der Mailänder Künstler Andrea Appiani war ein begabter Zeichner und ein höchst produktiver Maler, der in der Kunstpolitik Napoleons zur Zeit der französischen Besatzung Mailands eine einflussreiche Rolle spielen sollte. Aus einfachen Verhältnissen stammend, studierte er bei verschiedenen Lehrern in Mailand und ab 1776 an der Accademia di Brera. Er schuf erste Fresken in Mailand und weiteren Städten und arbeitete für das Theater. Zu Studienzwecken reiste er nach Rom, Neapel, Florenz, Bologna und Parma. 1796 wurde er nach der Ankunft der Franzosen in Mailand zum commissario superiore ernannt und war damit für die Auswahl der nach Paris zu verschickenden Kunstwerke in der Lombardei und im Veneto verantwortlich. 1804 reiste er zur Krönung Napoleons nach Paris und traf hier mit Jacques-Louis David zusammen. 1805 wurde er zum premier peintre du roi ernannt und führte in den folgenden Jahren zahlreiche große Freskenaufträge aus, bevor er ab 1813 nach einem Schlaganfall nicht mehr arbeiten konnte.
Die vorliegende anmutige Studie zeigt zwei Frauen, die auf einer Lyra spielen. Mit zarten, aber sicheren Linien und Schraffuren in trois crayons Manier hat der Künstler die Gesichter, Gesten und die Lyra entworfen und am oberen Rand eine weitere Handhaltung studiert. Ein ähnlich verfeinerter, vorsichtiger Duktus findet sich auch in Zeichnungen Appianis in Mailand (Accademia di Brera, Album aus der Sammlung G. Vallardi, Inv. Nr. 461). Die proportionale Ungleichheit der Figuren - Kopf und Körper der Sitzenden sind in der Relation deutlich größer als die der Stehenden - dürfte darauf hinweisen, dass es sich um Figuren für ein auf die Untersicht angelegtes Fresko handelt. Ähnliche Größenverhältnisse finden sich beispielsweise in detailliert ausgearbeiteten Kartons im Louvre zur Apotheose Napoleons (Inv. MI 754 ff.) und weiteren Szenen.
Deutsch
19. Jh. . 12 Skizzenblätter mit den Grabstätten berühmter Berliner Persönlichkeiten
Los 6612
Schätzung
750€ (US$ 852)
19. Jh. Skizzenblätter mit den Grabstätten berühmter Berliner Geistesgrößen (Philosophen, Musiker, Künstler, Schriftsteller).
12 Zeichnungen, je Bleistift, Feder in Braun, braun laviert. Je ca. 19 ,5 x 11,5 cm. Sämtlich ausführlich bez. in brauner Feder sowie tlw. Bleistift.
Darunter befinden sich die Darstellungen der Grabmäler und Grabstätten folgender bedeutenden Persönlichkeiten und Familien in Berlin im 19. Jahrhundert: Adelbert von Chamisso, Ludwig Devrient, Johann Gottlieb Fichte, August Wilhelm Iffland, Charlotte Kirch-Pfeiffer, Albert Lortzing, Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Christian Daniel Rauch, Karl Friedrich Schinkel, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher sowie die Grabstätte der Familie Humboldt in Tegel bei Berlin. Die Grabmäler, beinahe sämtlich mit den ausführlich bez. Grabtafeln, befinden sich auf verschiedenen Berliner Friedhöfen wie dem Jerusalemer Friedhof, I. Französischer Friedhof in der Oranienburger Vorstadt, Dorotheenstädtischer Friedhof, Luisen-Friedhof, Sophien-Friedhof, Dreifaltigkeits-Friedhof sowie dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee.
Beigegeben sieben weitere Grabmaldarstellungen wohl von anderer Hand, meist mit Darstellungen verschiedener Grabmäler auf Friedhöfen in Dresden, sowie schließlich die beiden Grab- bzw. Ehrengrabmäler Ludwig van Beethovens und Wolfgang Amadeus Mozarts, jeweils in Wien.
Schröder, Johann Heinrich
Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban
Los 6613
Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)
Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban.
Pastell auf Velin oder Pergament. 29 x 23 cm (Rahmenausschnitt).
Als die mecklenburgische Prinzessin Luise 1793 als Verlobte des preußischen Kronprinzen in Berlin ankam, war der Grundstein zu ihrer bis heute anhaltenden verklärten Popularität, ja kultischen Verehrung, gelegt. Doch darf über diese Mythisierung nicht vergessen werden, dass sich Luise im Gegensatz zu ihrem zaudernden Ehemann Friedrich Wilhelm III. auch als weitsichtige Politikerin auszeichnete. In den Jahren napoleonischer Expansion und preußischer Zögerlichkeit setzte sie sich entschieden für ein Bündnis mit Russland und Österreich ein, suchte und verhandelte mit Bundesgenossen und förderte nach der schmachvollen Niederlage Preußens maßgeblich fortschrittliche Reformer. Aufgrund ihrer Beliebtheit entbrannte über alle Stände hinweg eine große Nachfrage nach Porträts der jungen Monarchin. Am Hofe erkannte man, dass sich mittels einer gesteuerten Bildproduktion die Außenwirkung des preußischen Königshauses beeinflussen ließe. Einfache, lebensnahe Inszenierungen und der Verzicht auf Herrschaftszeichen sollten das Bild einer bürgernahen, progressiven Monarchie zeichnen.
Unzählige Künstler konkurrierten um Sitzungen bei Luise. Als besonders erfolgreich stach der Meininger Maler Johann Heinrich Schröder hervor, der Luise zwischen 1796 und 1806 mindestens fünfmal porträtierte und in der Folge diese Bildnisse mehrmals wiederholte (vgl. Spangenberg 1995, S. 56f, Kat. 251-268; Gerrit Walczak: „Luise von Preußen und ihre Porträtisten: Kunstmarkt, Hof und Publikum in Berlin um 1800“, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, 65 (2004), S. 229). Ihren Höhepunkt erreichte Schröders Produktion in den Jahren 1799 und 1800. Die samtige Wirkung des Pastells nutzte der Porträtist, um die ebenmäßige Feinheit und Frische von Luises Antlitz wiederzugeben. Mit weichen Konturen und dabei klaren Umrissen hält er die Königin im Dreiviertelprofil im weißen Empirekleid mit blauem, goldbesticktem Mittelstreifen fest. Eine einprägsame Requisite stellt der weiße Turban mit herabfallenden, schalartigen Stoffbahnen dar, der bis auf wenige Stirnlocken ihr Haar bedeckt.
Provenienz: Christie's, London, Auktion am 14. Juni 1977, Los 225.
Privatsammlung Großbritannien.
Piazza Reale in Messina.
Bleistift auf blauem Bütten. 18 x 34 cm. Unten links von fremder Hand bez. "Piazza Reale Messina" und nummeriert "25".
Ein Jahr nach Schinkels Tod erwarb der preußische Staat von den Erben des Künstlers seinen gesamten Nachlass, aus dem später das berühmte Schinkel-Museum hervorging. Im 19. Jahrhundert gab es weitere kleine Schinkel-Sammlungen, die sich im Besitz von Mäzenen, Auftraggebern und Freunden befanden. Im Laufe der Jahre wurden die meisten dieser Sammlungen vom Schinkel-Museum gekauft oder diesem geschenkt.
Eine Ausnahme bildet eine kleine, seltene Sammlung an Zeichnungen, die im Auftrag der Nachkommen des Künstlers am 11. Oktober 1993 bei Christie’s zum Verkauf angeboten wurde; in dieser auch vorliegende Zeichnung, die auf Schinkels erster Italienreise 1804-05 entstanden sein muss.
Provenienz: Aus dem Nachlass der Erben Schinkels.
Christie's, London, Auktion "German and Austrian Art" am 11. Oktober 1995, Los 20 (zusammen mit fünf weiteren Bleistiftzeichnungen italienischer Städte).
Schadow, Johann Gottfried
Diana im Bade - Wiederholung nach einem der "lebenden Bilder" auf dem Künstlerball, Berlin 1843
Los 6615
Schätzung
800€ (US$ 909)
Diana im Bade - "Lebendes Bild" auf dem Künstlerball, Berlin 1843.
Bleistift und Rötel auf Velin. 17,7 x 21,4 cm. Am Unterrand in Bleistift bez. "1843 Zeichnung zu den lebenden Bildern zum Künstlerball in der kgl. Akademie zu Berlin Unter den Linden 1843 Diana und ihre Nymphen" sowie unten rechts "G Sch".
Die Arbeit wurde als Vorzeichnung verwendet zu einem der zehn Zinkdrucke in Schadows Heft "Bericht über die Vorstelllung lebender Bilder, welche im Saale der königlichen Akademie der Künste zu Berlin am 5ten Mai 1843" stattfand, zu dem der Künstler im darauffolgenden Monat Text und Abbildungen zusammenstellte. Insgesamt 36 Bilder wurden bei zwei Veranstaltungen nachgestellt. Die vorliegende Komposition stellt die Gruppe der Diana mit ihren Nymphen auf dem Bild "Das Bad der Diana" von Karl Ferdinand Sohn nach. Schadow schreibt zu diesem Bild "Die letzte Vorstellung, No. 36, Diana im Bade, nach einem Gemälde des Malers G. Sohn in Düsseldorf. Die Göttin erblickt den unbesonnenen Akteon und befiehlt seine Strafe. Bei der Schönheit dieser Gruppe lieferte sie doch nur wenig vortheilhafte Momente, weshalb nur die eine Ansicht in Umriß beigeht". Eine weitere Zeichnung Schadows nach einem der lebenden Bilder mit der Darstellung der drei Grazien bewahrt das Stadtmuseum Berlin (s. Sibylle Badstübner-Gröger, Claudia Czok, Jutta von Simson: Johann Gottfried Schadow. Die Zeichnungen, Berlin 2006, Katalog II, S. 759, Nr. 2006 mit Abb.). Wir danken Claudia Czok, Berlin, für wertvolle Hinweise.
Deutsch
1838. Blick auf die Kirche SS. Giovanni e Paolo in Rom
Los 6616
Schätzung
450€ (US$ 511)
1838. Blick auf die Kirche SS. Giovanni e Paolo in Rom.
Bleistift, grau und blau laviert. 13,5 x 21,5 cm. Unten rechts bezeichnet und datiert "Rom / Von den Kaiserl. Paläst. / Sept. 27 [18]38".
Landschaft bei Frascati.
Bleistift mit Aquarell auf Velin. 14,9 x 22,6 cm. Unten links signiert und betitelt "F. Nadorp / Frascati".
Valle dell’Inferno bei Tivoli.
Feder in Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide auf Velin. 27,1 x 37,4 cm. Verso von fremder Hand in Bleistift bezeichnet "Kaiser". (1829). Wz. "FVD".
Motiv und Datierung sind abzuleiten aus zwei sowohl künstlerisch als auch motivisch eng verwandten Blättern identischer Größe, die in den letzten Jahren auf dem Berliner Auktionsmarkt angeboten wurden, eines mit der Inschrift "Roma di 10 Janajo [18]29 Valle del inferno". Adolph Kaiser wurde 1826 vom Weimarer Großherzog Karl August zusammen mit Friedrich Preller nach Italien entsandt. Zunächst an der Akademie in Mailand verbrachte er den Winter 1828/29 in Rom, wo er etwa eine Woche nach Entstehung vorliegender Zeichnung an der Gründung des dortigen Kunstvereins mitbeteiligt war.
um 1810. Landschaft bei Tivoli.
Feder in Braun über Spuren von schwarzer Kohle auf Bütten. 23,2 x 29,5 cm. Unten bezeichnet "Tivoli 28. Mai".
Beigegeben eine Federzeichnung von Christian Georg Schütz d. J.: Blick auf die Burgruine Liebenstein im Rheintal (18,9 x 24 cm. Unten links eigenhändig bezeichnet, signiert und datiert „Liebenstein . Gezeichnet / von C. G. Schütz 1800“).
Steiner, Emanuel
Römische Landschaft mit Maultiertreiber
Los 6620
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Römische Landschaft mit Maultiertreiber.
Feder in Schwarz auf C&I Honig-Bütten. 29,4 x 40 cm.
Zusammen mit Carl Anton Graff (1736-1813) hielt sich der aus Winterthur stammende Emanuel Steiner von 1801 bis 1803 in Rom auf, wo er zahlreiche Studienblätter anlegte, die er nach seiner Rückkehr in die Schweiz auswertete. Auch das vorliegende Blatt ist nicht in Italien entstanden, sondern erst in den Jahren danach. Steiner kompiliert hier Motive aus einem Blick über Tivoli (Kunstmuseum Winterthur) mit den Bäumen aus einer Landschaftsstudie mit römischem Kastell (Hamburger Kunsthalle). Steiner arrangiert die Motive aus den genannten Studien auf eindrucksvolle Weise und schafft eine höchst effektvolle Landschaft, die in ihrer zeichnerischen Behandlung ähnlichen Landschaften Heinrich Theodor Wehles (1778-1805) und Carl Friedrich Rumohrs (1785-1843) nahesteht.
Provenienz: Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 555b und 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Nr. 109.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Ausst. Kat. Deutsch-römische Malerei und Zeichnung 1790-1830, Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig 1926, Nr. 358 (als Johann Christian Reinhart).
Ausst. Kat. 100 Jahre deutsche Zeichenkunst 1750-1850, Sammlung Konsul Heumann Chemnitz, Chemnitz 1930, Nr. 192 (als Johann Christian Reinhart).
Ausst. Kat. Deutsche Landschaftskunst 1750-1850, Breslau 1933, Nr. 129.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 109.
Ulf Martens: "Landschaftszeichnungen von Emanuel Steiner (1778-1831)", in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Bd. 31 (1974), S. 247 mit Abb. 8.
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