Los 6613

Schröder, Johann Heinrich
(1757-1812, Meiningen)Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban

Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 6613 - Schröder, Johann Heinrich - Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 5.6.2026

Lot 6613, Auction  127, Schröder, Johann Heinrich, Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban

Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban.
Pastell auf Velin oder Pergament. 29 x 23 cm (Rahmenausschnitt).

Als die mecklenburgische Prinzessin Luise 1793 als Verlobte des preußischen Kronprinzen in Berlin ankam, war der Grundstein zu ihrer bis heute anhaltenden verklärten Popularität, ja kultischen Verehrung, gelegt. Doch darf über diese Mythisierung nicht vergessen werden, dass sich Luise im Gegensatz zu ihrem zaudernden Ehemann Friedrich Wilhelm III. auch als weitsichtige Politikerin auszeichnete. In den Jahren napoleonischer Expansion und preußischer Zögerlichkeit setzte sie sich entschieden für ein Bündnis mit Russland und Österreich ein, suchte und verhandelte mit Bundesgenossen und förderte nach der schmachvollen Niederlage Preußens maßgeblich fortschrittliche Reformer. Aufgrund ihrer Beliebtheit entbrannte über alle Stände hinweg eine große Nachfrage nach Porträts der jungen Monarchin. Am Hofe erkannte man, dass sich mittels einer gesteuerten Bildproduktion die Außenwirkung des preußischen Königshauses beeinflussen ließe. Einfache, lebensnahe Inszenierungen und der Verzicht auf Herrschaftszeichen sollten das Bild einer bürgernahen, progressiven Monarchie zeichnen.
Unzählige Künstler konkurrierten um Sitzungen bei Luise. Als besonders erfolgreich stach der Meininger Maler Johann Heinrich Schröder hervor, der Luise zwischen 1796 und 1806 mindestens fünfmal porträtierte und in der Folge diese Bildnisse mehrmals wiederholte (vgl. Spangenberg 1995, S. 56f, Kat. 251-268; Gerrit Walczak: „Luise von Preußen und ihre Porträtisten: Kunstmarkt, Hof und Publikum in Berlin um 1800“, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, 65 (2004), S. 229). Ihren Höhepunkt erreichte Schröders Produktion in den Jahren 1799 und 1800. Die samtige Wirkung des Pastells nutzte der Porträtist, um die ebenmäßige Feinheit und Frische von Luises Antlitz wiederzugeben. Mit weichen Konturen und dabei klaren Umrissen hält er die Königin im Dreiviertelprofil im weißen Empirekleid mit blauem, goldbesticktem Mittelstreifen fest. Eine einprägsame Requisite stellt der weiße Turban mit herabfallenden, schalartigen Stoffbahnen dar, der bis auf wenige Stirnlocken ihr Haar bedeckt.

Provenienz: Christie's, London, Auktion am 14. Juni 1977, Los 225.
Privatsammlung Großbritannien.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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