Los 7052

Pechstein, Hermann Max
(1881 Zwickau - 1955 Berlin)Bildnißköpfe I (Porträt Dr. Freundlich)

Schätzung
20.000€ (US$ 22,727)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 7052 - Pechstein, Hermann Max - Bildnißköpfe I (Porträt Dr. Freundlich) - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Moderne Kunst I
Auktionsdatum 5.6.2026

Lot 7052, Auction  127, Pechstein, Hermann Max, Bildnißköpfe I (Porträt Dr. Freundlich)

"Bildnißköpfe I" (Porträt Dr. Freundlich)
Fettkreide in Schwarz und Aquarell auf festem Velin, mit eingeprägtem Papiersignet "TAUEN". 1918.
50 x 37,8 cm.
Unten rechts mit Zimmermannsbleistift monogrammiert "HMP" (ligiert) und datiert, verso mit Kreide in Schwarz betitelt und unleserlich bezeichnet.

Das Portrait seines engen Freundes, des berühmten Astrophysikers und versierten Cellisten Prof. Dr. Erwin Finlay Freundlich zeichnete Pechstein nach seiner Versetzung ein Jahr vor Kriegsende zurück nach Berlin, im Zusammenhang einer Reihe psychologisch aufgeladener Portraits, die sein feines Gespür für die Persönlichkeit, den Blick und die Miene des Dargestellten widerspiegeln und zu einem bedeutenden Teil seines Œuvres wurden. Expressiv, mit schnellem, sicherem Strich und von kräftig-bewegten Schraffuren umreißt er die Physiognomie und schildert seinen Freund konzentriert, mit einem forschenden, eindringlichen Blick. Pechstein erreicht mit harmonisch-dezentem, mitunter pointiertem Kolorit eine intensive, malerische Wirkung, die ihresgleichen sucht. Weder Beruf und sozialer Status des Dargestellten, noch seine Profession als Musiker spielen für Pechstein hier eine Rolle, sondern sein Interesse gilt allein der Psychologie. Das Antlitz Freundlichs (1885-1964) diente Pechstein als Vorlage für zahlreiche Portraits sowohl in Öl, wie auch als Zeichnung und Druckgraphik. Unsere Arbeit entstand noch vor dem ersten Gemälde "Cellospieler: Bildnis Dr. Freundlich" (Soika 1919/116) von 1919 und steht dem Holzschnitt "Bildnis Dr. Freundlich" (Krüger H 206) desselben Jahres sehr nahe. Freundlich war Direktor des Astrophysikalischen Observatoriums am Albert-Einstein-Institut in Potsdam. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Erich Mendelsohn (1887-1953) entwickelte er zwischen 1919 und 1924 ein Sonnenobservatorium für seinen Freund Albert Einstein, den sog. Einsteinturm, der heute als Hauptwerk expressionistischer Architektur gilt. Während des Zweiten Weltkriegs emigrierte Freundlich nach Schottland, wo er seine Arbeit an der Sternwarte der Universität St. Andrews fortsetzte. Verso mit einer verworfenen Tuschpinselzeichnung desselben Motivs. Die Arbeit ist der Max Pechstein Urheberrechtsgemeinschaft, Hamburg, bekannt. Wir danken Julia Pechstein, Hamburg, für wertvolle Hinweise vom 13.03.2024.

Provenienz: Nachlass Galerie Otto Stangl, München (rückseitig mit dem blauen Galeriestempel)

Literatur: Carla Schulz-Hoffmann (Hrsg.), Sammlung Otto Stangl. Von Klee bis Poliakoff, Ostfildern-Ruit 1993, S. 231, Nr. 157 (Farbabb.)

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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