Los 421

Jud Süß-Schraubthaler und Oppenheimer, Joseph Süß
Schraubtaler mit dem Porträt Joseph Süß Oppenheimers. Süddeutschland um 1738

Schätzung
2.000€ (US$ 2,083)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Lot 421, Auction  125, Jud Süß-Schraubthaler und Oppenheimer, Joseph Süß, Schraubtaler mit dem Porträt Joseph Süß Oppenheimers. Süddeutschland um 1738

Ein Bilderzyklus in barocker Spottmedaille - Jud Süß im Miniaturformat
Jud Süß-Schraubtaler. Schraubtaler aus zweiteiligem reliefierten und versilberten Zinn mit dem Brustporträt des Joseph Süß Oppenheimer im Profil nach links auf der Schauseite und mit der Darstellung seines Galgenplatzes auf der Rückseite. Im Inneren mit 19-teiliger kolorierter Kupfersticheinlage mit Ansichten aus dem Leben Oppenheimers im Tondoformat. Durchmesser 4 cm. Süddeutschland um 1738.
Die vorliegende barocke Schraubmedaille gehört zu den sogenannten Spottmedaillen und zeigt in 19 nummerierten und fein kolorierten Rundbild-Miniaturen zentrale Stationen im Leben des Hofbankiers Joseph Süß Oppenheimer (1698-1738). Sein Aufstieg und Fall gelten heute als Mahnmal gegen Justizwillkür und Antisemitismus. Der Bildzyklus im Inneren reicht von Oppenheimers Geburt und Jugend über seine Erfolge als Finanzberater und Höfling am Hofe Herzog Karl Alexanders von Württemberg bis hin zu Verhaftung, Gefangenschaft und Hinrichtung.

Oppenheimer, in einer angesehenen jüdischen Kaufmannsfamilie geboren, erlangte als Finanzberater und Geheimer Finanzrat des Herzogs Carl Alexander von Württemberg Wohlstand. Der Herzog, der zum Katholizismus konvertiert war, litt unter chronischem Geldmangel und sah in Oppenheimers Reformvorschlägen zur finanziellen Konsolidierung eine Lösung. Diese Reformen stießen jedoch bei den protestantischen Landständen und einer breiten Bevölkerungsschicht auf Widerstand, was zu zunehmenden antijüdischen Ressentiments führte. Nach dem plötzlichen Tod des Herzogs im Jahr 1737 wurde Oppenheimer Opfer einer politischen Intrige, zum Tode verurteilt und 1738 öffentlich gehängt. Sein Leichnam wurde anschließend für sechs Jahre in einem eisernen Käfig öffentlich zur Schau gestellt, bevor er auf Betreiben des neuen Herzogs Carl Eugen, des Sohnes Carl Alexanders, abgenommen wurde.

Die spöttische Umschrift "Aus disem Vogel Haus schaugt Süs der Schelm hinaus" auf der Rückseite des Thalers, in der der Begriff Schelm im historischen Kontext Verbrecher oder Leichnam bedeutete, weist auf die öffentlichen Diffamierungen und den antisemitischen Impetus hin, mit dem Oppenheimer verunglimpft wurde. Die Schraubmedaille dokumentiert somit eine gezielte Hetzkampagne und bietet als Artefakt einen aufschlussreichen Einblick in die Rolle medialer Darstellung und Inszenierung im 18. Jahrhundert. – Teils mit kleinen Faltspuren, Anplatzungen und Oberflächenabrieb, Verbindungsstück zwischen Rundbild 6 und 12 mit Einriss, sonst in guter Erhaltung im kräftigen Kolorit. Selten.


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