Los 8007

Liebermann, Max
(1847-1935, Berlin)Tennisplatz am Meer - Studie

Schätzung
75.000€ (US$ 87,209)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 8007 - Liebermann, Max - Tennisplatz am Meer - Studie - 0 - thumbLos 8007 - Liebermann, Max - Tennisplatz am Meer - Studie - 1 - thumbExtragroße Abbildung

Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 4.12.2021

Lot 8007, Auction  118, Liebermann, Max, Tennisplatz am Meer - Studie

Tennisplatz am Meer - Studie
Öl auf Malpappe. 1901.
46 x 56 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "MLiebermann", rückseitig auf dem Künstlerkarton mit Bleistift numeriert "B62", sowie zwei Ausstellungsetiketten (Nationalgalerie Berlin / Stuttgarter Kunstkabinett) und ein Fragment eines alten Etiketts.
Eberle 1901/16.

Man riecht förmlich die salzige Frische und spürt das Kitzeln und Strahlen der Seeluft am sommerlichen Nordseestrand in Scheveningen. Hinter der grünen Rasenfläche erstreckt sich der Strandstreifen, das blaue Meer und der graue Himmel verschmelzen in der Ferne miteinander. Trotz der grauen Wolkendecke liegt die Szene in dem für die Nordsee so charakteristischen leuchtend hellen Licht. Ein flüssiger, breiter Pinselstrich erfasst die Szenerie mit den beiden locker hingemalten Damen und ihren Strandkörben rechts im Bild. Das noch fehlende Netz und der nach oben noch offene Sprossenzaun verleihen der ungewöhnlich großflächigen Komposition Offenheit und Weite, der diagonale Raumzwickel der Rasenkante vorne links hingegen steigert die Dynamik.
Wir sehen um 1900 einen Motivwechsel in Liebermanns Schaffen: Statt Szenen des Arbeitslebens, des Alltags und dörflicher Landschaften beschäftigen ihn nun vor allem Strandszenen auf seinen sommerlichen Reisen an die niederländische Nordseeküste: Badende, Reiter und eben Tennisspieler. "Lawntennis" und Reiten waren beim bürgerlichen Publikum in den niederländischen Seebädern um die Jahrhundertwende besonders fashionable Urlaubsvergnügungen - so auch bei Liebermanns damals 15-jähriger Tochter Käthe. Vor dem Hotel d’Orange, wo er in Scheveningen logierte, gab es seit 1899 einen Rasenplatz, auf dem eifrig Tennis gespielt wurde. Max Liebermann war der erste deutsche Künstler, der sich malerisch intensiv mit diesen modernen neuen Sportarten auseinandersetzte. Neben unserer Studie entstand im Sommer 1901 im Nordseebad Scheveningen noch eine ebenfalls in Öl ausgeführte Kompositionsskizze (Eberle 1901/15) sowie zahlreiche Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen zum Motiv des Tennisplatzes am Meer. Der Raumausschnitt in unserem Bild ist nahezu identisch mit dem in der ersten Fassung des großformatigen Gemäldes "Tennisspieler am Meer" (Eberle 1901/27). Unser Tennisplatz am Meer zeichnet sich neben der herrlichen Ruhe und seiner heiteren Grundstimmung durch eine besondere Lockerheit und Spontaneität der Wiedergabe aus.

Provenienz: Dr. Conrad Doebbeke, Berlin
Lempertz, 451. Auktion, Köln 28.10.1958, Nr. 173
Stuttgarter Kunstkabinett Ketterer, 33. Auktion, 29.5.1959, Nr. 506
Rosa C. Klein, 1986
Sotheby`s, London, 19.3.1986, Nr. 104
Galerie Neumeister, München 1986
Privatbesitz Norddeutschland

Ausstellung: Max Liebermann in seiner Zeit, Nationalgalerie Berlin 1979, Nr. 81

Literatur: Weltkunst, Band LVI, 1986, Heft 5, farbige Abbildung S. 733
Holly Prentiss Richardson, Landscape in the work of Max Liebermann, Ann Arbor 1991, II, S. 145, Nr. 402

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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