Los 456

Tsingtau Vogelschauplan
Federzeichnung und Aquarell auf grundierter Gaze.

Zuschlag
10.000€ (US$ 11,628)

Los 456 - Tsingtau Vogelschauplan - Federzeichnung und Aquarell auf grundierter Gaze.  - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 12.11.2021

Lot 456, Auction  118, Tsingtau Vogelschauplan, Federzeichnung und Aquarell auf grundierter Gaze.

Tsingtau Vogelschauplan. Federzeichnung und Aquarell auf grundierter Seidengaze (Shirting). Ca. 92 x 142 cm. Unter Glas in Holzleiste gerahmt ca. 106 x 156 cm. Tsingtau zwischen 1898 und 1899.
Besonders großer, detailliert gezeichneter und hübsch kolorierter sowie bemerkenswert gut erhaltener Vogelschauplan von Tsingtau, der heutigen chinesischen Stadt Qingdao, die als "Grüne Insel" (chin. "Tsingtao Shih") zwischen 1898 und 1919 innerhalb der Kolonie Kiautschou zum Deutschen Reich gehörte. Der Plan datiert in die früheste Zeit laut Beischrift "Im 24. Jahr des Kaisers Guāngxù (1874-1908)".

Bei den deutsche Kolonialherren waren die teils naiven, meist aber durch ihren Detailreichtum und die Exaktheit der Darstellung wie die dekorative Kolorierung überzeugenden Vogelschaupläne der Marinestadt Tsingtau höchst begehrt. So entstanden einige dieser Aquarelle als feinste Pinselzeichnungen meist auf Seidengaze, die dann minutiös koloriert wurden, um dann - wie ein Stadtplan - zusammengefaltet zu werden und mit ihren Besitzern die lange Reise ins "Mutterland" nach Deutschland anzutreten.

Eine jüngste Publikation befasst sich ausführlich mit diesen Tsingtau-Plänen, die sie abbildet und verzeichnet. Der uns vorliegende ist aber wohl bis dato unbekannt geblieben, er rangiert unter den qualitätsmäßig besten seines Genres.

Zur Publikation erscheint der Klappentext: "Tsingtau ist nach Kiel und Wilhelmshaven die dritte deutsche Marinestadt, 1897 gegründet und bis 1914 in deutschem Besitz. Aus dieser Zeit gibt es zahlreiche Vogelschaupläne, die die Gründung der Stadt und ihr Wachstum anschaulich darstellen. Die in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Quingdao entstandene deutsch-chinesische Publikation beschreibt die Vorgeschichte, die Gründung, das Wachstum und das Ende der deutschen Marinestadt. Sie dokumentiert mit den Vogelschauplänen und mit historischen und aktuellen Fotos von Gebäuden und Schiffen die verschiedenen Phasen der Stadtentwicklung. Die Vogelschaupläne wurden von chinesischen Künstlern gezeichnet und von deutschen Marineangehörigen als Erinnerungsdokumente nach Deutschland mitgenommen. Heute befinden sich die meisten Vogelschaupläne in öffentlichen Archiven, Bibliotheken und Museen oder in Privatbesitz" (Gert Kaster, Die Vogelschaupläne von Tsingtau, Kiel 2018).

Der hier angebotene gehört als zu den wenigen noch in Privatbesitz befindlichen Plänen. Er zeigt die von einer blauen Hügelkette umgebenen Stadt an der "Bucht von Tsingtau", die einen natürlichen, schwer einnehmbaren Hafen bildet. Deutlich kann man die Kasernen sehen, ebenso wie die öffentlichen Gebäude, die beiden christlichen Kirchen (die katholische und die protestantische), den Söller mit dem Leuchtturm im Hafenbecken, den Pier, das Artillerielager in den Bergen rechts, die Warenmagazine, über denen mehrfach die Fahnen des Deutschen Kaiserreichs wehen. Bis hin zu den kleinesten Details wurde die Koloniehauptstadt dargestellt. So sieht man auf den Hügeln kleine schwarze Kanonen für die Verteidigung, Gaslaternen in den Straßen, den Beobachtungsturm auf der Bergstation und vieles mehr. Jeweils ein Dampfer steuert aus der Tsingtau Bay und oben aus der Kiautschau Bay das offene Meer an.

Zahlen verweisen auf eine Legende, die wohl einmal dem Plan beilag (oder sich verso findet). Oben der Titel in Pinjin: "Tsingtau, Im 24. Jahr gezeichnet unter dem Kaiser Guanzu", was den Jahren 1898-1899 westlicher Zeitrechnung enstpricht. – Nicht ausgerahmt, Versand ist jedoch nur ohne den monumentalen, schweren Rahmen möglich. Wenige Oberflächenläsuren, kaum Abrieb, mit den üblichen Knicken, insgesamt von ausgezeichneter, frischer Farbigkeit und in bester Erhaltung.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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