Los 3106

Kisch, Egon Erwin
(1885-1948)Verschiedene Dokumente aus dem Nachlass der Jarmila Haasová

Zuschlag
600€ (US$ 698)

Aus dem Katalog
„Egon Erwin Kisch“
Auktionsdatum 13.10.2021

Kisch, Egon Erwin. Verschiedene Dokumente aus dem Nachlass der Jarmila Haasová, darunter auch eigenhändige Briefe, Karten und Notizen von Kisch, von seinen Verlegern, Umschläge, Zeitungsausschnitte, Sonderdruck etc. Verschiedene Orte ca. 1918-1972.
Dokumente, die von Kisch teils an Jarmila Haasová (1896-1990) geschickt worden, teils auch von ihr gesammelt und bewahrt wurden, vorhanden sind u. a.

1) Udatný rek kanonýr Jabůrek. (Das Lied vom Kanoniers Jaburek). Falblatt mit Text und Noten. 4 nn. S. 16 x 11 cm. O. O. und J. (wohl Prag um 1918). Das berühmte tschechische Jaburek-Lied, wohl die Inspirationsquelle für Kischs gleichnamige Reportage. "Bei der Kanone dort / Stand er und lud in einem fort / Eine Kugel kam behende / Riß vom Leib ihm beide Hände / Und er stand weiter dort / Lud er in einem fort".

2) Egon Erwin Kisch. Eigenhändige Bleistiftnotiz auf Deutsch, undatiert (wohl frühe 20er Jahre, als Jarmila in Berlin war): ;"Liebe Jarmila, Krüger, Frau Braff (Reissverlag) mit Tochter und Schwiegersohn sind hier, nur ich muss sie führen. Abends bin ich im Rokoko (wenn ich eine Loge krig). Kom' hin, so gegen 9, ja? Wenn es Dir nicht dafürsteht, hinzukönnen, so rufe mich morgen früh auf dem Wege zum Bahnhof d. i. 3 /4 10 Uhr an. Herz. Dein Egonek".

3) Egon Erwin Kisch.
Eigenhändige Postkarte an Jarmila Haasová in Prag. Konstanz, 22. September 1924. Mit Ansicht (Originalfotographie in Silber-Gelatine Abzug) von "Konstanz: Insel-Hôtel". Kisch schreibt: "Ich sitze in dem Dominikanerkloster, in dem Jan Hus verbrannt wurde, und denke an meine liebe Freundin Jarmilinka ... Dein Egonek".

4) Bertold Brecht. Die Songs der Dreigroschenoper. 26 S. Potsdam, Gustav Kiepenheuer, (1928). 15,5 x 11,5 cm. OBroschur (dezimiert, Fehlstellen, Abrisse). - Erste Ausgabe dieses kleinen Auszugs aus der Dreigroschenoper mit dem Text der Lieder. - Brüchiges Papier mit stärkeren Wasserflecken und Läsuren, Titel mit Zueignung von Kisch "Jarmila Haasová. Berlin 1929" in Bleistift. Die Uraufführung von Brechts Erfolgsstück hatte am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin stattgefunden.

5) Pokrok. Langer Brief des Verlagsleiters m. U. an "Pan Egon Erwin Kisch, spisovatel. Berlin, Güntzelstrasse 3" aus Prag, den 9. September 1929 in tschechischer Sprache. "Lieber Meister, Ihre Schriften werden trotz unserer Bemühungen nicht vertragsgemäß und für Sie und uns wünschenswert in unserem Verlag veröffentlicht. Die Schuld liegt bei der Übersetzerin, Frau Haasová, die die vertraglich vereinbarten Fristen nicht einhält. Ihre Gründe: Krankheit, Sommeraufenthalt, Beschäftigungen in andere Richtungen usw. Das bereitet und ärgerliche Schwierigkeiten ... Um Ihnen ein Bild von unseren Problemen zu geben, gebe ich hier einen Fall mit dem Buch Zaren, Popen, Bolschewiken an. Laut Vertrag sollte das Buch am 15. Mai erscheinen ... [es] wurde vereinbart, dass das endgültig druckfertige Manuskript spätestens am 2. Juli, eintreffen würde...". Bei Pokrok reichte Jarmila zahlreiche Manuskripte Kischs ein.

6) Dienstnotiz. Orangefarbenes, hs. ausgefülltes Formular mit Bescheid: "Das am 25/ 1931 bei dem Telegraphenamte Wien Z unter der Adresse Haasova, Versailles aufgegebene Telegramm ... konnte nicht zugestellt werden, weil Empfänger abgereist ohne Adresse". Ein typischer Bescheid, den Jarmila sicherlich öfters von ihrem unsteten Freund bekam.

7) Ernst Busch. Lied der Zeit. Spanien 1936-39. Lieder der XI. Internationalen Brigade. Schallplatten. 20 S. Mit Illustrationen. OKartonbroschur. (Berlin 1946). Von Busch herausgebene Lieder während des Spanischen Bürgerkriegs, "... der kämpfenden Demokratie gewidmet".

8) Einladungskarte zum 8. November 1931 für die Militärbasis "Kisch" in der Bolschoi-Kazenny Straße, in Charkow, zu eine Feier am Abend anlässlich des Jubiläums der Russischen Revolution. 1 Bl. Mit kleiner Vignette mit Lenin-Porträt. 10 x 13 cm. Auf roséfarbenem Papier. In russischer Sprache. (1931).

9) Egon Erwin Kisch. Undatierter, eigenhändiger Brief auf Tschechisch an Jarmila, in Bleistift mit Unterschrift "Tě Tvůy Egonek". Kisch berichtet über die gute Reise nach Berlin, wo er wohl aus Russland zurückkam: "Wenn Du einen stummen Baedeker für ganz Sowjetrussland haben willst, musst Du nur telegrafieren ... Ich höre, die Piscator-Premiere war ausgezeichnet, Haas [der Mann der Jarmila] hat das Filmlibretto für Tonka Šibenica geschrieben...". Erwähnt Nico Rost und andere.

10) Sándor Radó. Lenin und die Geographie. Sonderdruck aus "Petermanns Geographischen Mitteilungen", 114. J., 1970, Heft 1. 13 S. Mit Umschlag. Berlin 1970.

Weiterhin: Mehrere Briefumschläge, teils eigenhändig von Kisch an Jarmila adressiert, in denen u.a. die zahlreichen Zeitungsausschnitte zur Übersetzung nach Prag geschickt wurden, darunter ein Blatt aus der "Jarhundert-Ausgabe der Deutschen Zeitung Bohemia" vom 30. Januar 1927 (Nr. 25, S. 3-4), ein Ausschnitt des Artikels "Kisch war in Rußland" von Maria Kamp. Ferner 6 postgelaufene, gestempelte, mit Briefmarken versehene Briefkuverts, davon drei eigenhändig adressierte, aus Berlin, Rotterdam, Malines (Belgien). – Gebrauchsspuren, teils stärkere.

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