Los 3044

Kisch, Egon Erwin
(1885-1948)Eigenhändiger Brief. Berlin, September "1925" (recte 1929).

Zuschlag
300€ (US$ 349)

Los 3044 - Kisch, Egon Erwin - Eigenhändiger Brief. Berlin, September "1925" (recte 1929). - 0 - thumb

Aus dem Katalog
„Egon Erwin Kisch“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 3044, Auction  118, Kisch, Egon Erwin, Eigenhändiger Brief. Berlin, September "1925" (recte 1929).

"Gerade streitet Arnold Zweig mit Becher, Jakob Schaffner regt sich auf, Rudolf Olden spielt den Hochnäsigen."
Kisch, Egon Erwin. Eigenhändiger Brief an Jarmila Haasová in tschechischer Sprache mit Unterschrift "Tvůj Egonek". 2 S. auf Doppelblatt. 21 x 16,5 cm. Mit eigenhändig adressiertem Kuvert. Berlin, September "1925" (recte 1929).
Haupt, Kisch, S. 79f. – Kleinformatiger, eng geschriebener und daher überaus umfangreicher Brief in blauer Tinte, der irrtümlich "1925" datiert wurde (was wohl die Empfängerin schon mit Bleistift "=29" korrigierte) und den Kisch mitten aus einer Sitzung des Schriftstellerverbandes schrieb. Der "rasende Reporter" konnte kaum eine Versammlung mitmachen, ohne nicht nebenbei seine kostbare Zeit noch mit anderem zu nutzen: "... gerade habe ich gegen die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge gesprochen, und jetzt - jeder guckt, was ich hier schreibe - antworte ich Dir auf zwei Briefe".

Mitgeschickt hat ihr Kisch den Entwurf eines Briefes an seinen Freund, den tschechischen Schriftsteller (Prosaisten, epischen Dichter) und Verleger Václav Kaplický (1895-1982), der hier beiliegt: "Ich bin sehr froh, daß Du mit meinem Brief an Kaplický zufrieden warst, er war es sicher weniger. Deinen Brief habe ich mit einem herzlichen Hinweis auf Deine unschätzbaren Eigenschaften und Deine Freundschaft an Piscator gesandt. Er erwähnt Bornstein und Longens, dann folgt eine Passage über sein 1922 erschienenes Kriegstagebuch Soldat im Prager Korps, das 1930 dann unter dem geänderten Titel Schreib das auf, Kisch! wiederveröffentlicht werden sollte. Hier geht es jedoch zunächst um die Übersetzung ins Tschechische:

"Was Deine Frage betrifft, ob der Soldat noch vor Weihnachten herauskommen soll, meine ich, daß meine Entscheidung überflüssig ist, weil das allein von Dir abhängt, ob Du ihn fertig bekommst, und vom Verlag, ob er ihn bis zu dieser Zeit herausgeben kann ... Auf alle Fälle fange ich morgen mit den Veränderungen am Soldaten an ... Zeit hatte ich bisher nicht. So wie jetzt habe ich noch nie in meinem Leben gearbeitet, ich war nur einmal im Café".

"Gerade streitet Arnold Zweig mit Becher, Jakob Schaffner regt sich auf, Rudolf Olden spielt den Hochnäsigen, und ich schreibe Jarmila". Er fragt sie, ob sie den Kabarettisten Josef Waltner, Inhaber des Prager Nachtcafés 'Montmartre', beliebten Treffpunkts der Prager Bohème, in dem Kisch und Hašek verkehrten, nicht mit einer Übersetzung unterstützen wolle: "Neulich hat mir Waltner, der ehemalige Besitzer des 'Montmartre' und jetzt ein armer Keller, geschrieben, ob ich ihm nicht eine Einleitung zu irgendeinem Erinnungsbuch schreiben könnte. Ich schicke es Dir ... Paradies Amerika ... kommt wahrscheinlich am 15. Oktober heraus ... [es] wurden 2000 Exemplare bestellt, was sehr viel ist, denn das Buch kostet 6 Mark". – Mehrfach geknickt und etwas knittrig. Der beiliegende Umschlag datiert auf den 28. September 1929. – Beiliegt der eigenhändige Briefentwurf Kischs an Václav Kaplický mit Unterschrift und mit zahlreichen Streichungen, Verbesserungen, Einfügungen als Korrekturen von der Hand der Jarmila Haasová. 2 S. 29 x 23 cm. "V Berlíně, dne 11. září 1929 - Vázený pane Kaplicý ..." - "Berlin, den 11. Oktober 1929 - Sehr geehrter Herr Kaplický...".

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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