Los 3014

Kisch, Egon Erwin und Haasová, Jarmila
(1885-1948; 1896-1990)Der Fall des Generastaabschefs Redl

Zuschlag
2.200€ (US$ 2,558)

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Aus dem Katalog
„Egon Erwin Kisch“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 3014, Auction  118, Kisch, Egon Erwin und Haasová, Jarmila, Der Fall des Generastaabschefs Redl

Investigativjournalismus gegen die Staatsverbrechen
Kisch, Egon Erwin. Der Fall des Generalstabschefs Redl. 90 S., 1 Bl. Mit Porträttafel. 18,5 x 12 cm. Roter OPappband mit blau, rot und goldgeprägtem Rücken und VDeckelvignette sowie farbigem OUmschlag (dieser etwas brüchig an den Ränden, gebräunt und angestaubt; Entwurf: Georg Salter). Berlin, Die Schmiede, 1924.
Außenseiter der Gesellschaft, Die Verbrechen der Gegenwart, hrsg. von Rudolf Leonhard, Band 2. Melzwig 346.1. – Erste Ausgabe eines der bedeutendsten Reportagen des Egon Erwin Kisch, veröffentlicht in der Reihe der "Verbrechen der Gegenwart", mit der er nicht nur den Spionagefall selbst in die Öffentlichkeit brachte, sondern auch ein Meisterstück an investigativem Journalismus vorlegte, durch das er berühmt und zum Vorreiter von Generationen von Journalisten wurde.

Schon am 28. Mai 1913 hatte Kisch in der Zeitung Bohemia eine Notiz veröffentlicht: "Von hoher Stelle werden wir um Widerlegung der speziell in Militärkreisen aufgetauchten Gerüchte ersucht, dass der Generalstabschef des Prager Korps, Oberst Alfred Redl, der vorgestern in Wien Selbstmord verübte, einen Verrat militärischer Geheimnisse begangen und für Russland Spionage getrieben habe". Die Monarchie suchte die Affaire um den Generalstabsobersten Redl zu vertuschen, der als russischer Spion enttarnt worden und zum Selbstmord getrieben worden war.

"Allein wie es die Tendenz dieses Befehls zu freiwilligem Hinscheiden gewesen war, den monströsen Vorfall lautlos aus der Welt zu schaffen, so hat man auch nachher, als sich dieser Plan schon längst als undurchführbar erwiesen hatte, kein Wort darüber verlautbart, für welche Großmächte der Generalstabsoberst seine Spionage betrieben, was er verraten, wohin er die militärischen Dokumente geliefert, wieviel Geld er dafür bekommen und wer schließlich den ungeheuerlichen Auftrag gegeben hatte, daß sich ein Mensch selbst zu entleiben habe, wer das Harakiri überwacht und wie sich die Wirkung dieses Vorfalls auf Hof und Wehrmacht äußerte" (S. 7.). Und Kisch schließt: "So einzigartig der Kriminalfall Redl auch scheinen mag - er wird sich immer in irgendeiner Form wiederholen. Denn die Staaten sind selbst die Auftraggeber dieses Verbrechens, das die Staaten selbst bestrafen, mit dem Tod durch den Strang oder mit der Verbannung auf die Teufelsinsel oder mit dem Kommando zum Selbstmord".

Der Umschlagentwurf einer Mordszene in weißer Umrisszeichnung auf farbigem Grund stammt von dem amerikanischen Gebrauchsgrafiker Georg Salter (1897-1967), der schon mit seinem Umschlag für Döblins Berlin Alexanderplatz berühmt geworden war. – Nur die Vorsätze minimal stockfleckig, sonst sehr schön sauber und im Buchblock leicht verschoben. Auf dem Vorsatz der Besitzvermerk der "Jarmila Haasová 1924". Der Titel mit 8-zeiliger, ausführlicher Widmung Egon Erwin Kischs in blauschwarzer Tinte an dieselbe: "Milá Jarmilinko, tuto knihu - proni vytisk, ktery jsem z Berlína obdržel - dam Ti s timto ani neorthographikem venovanim a s nejlepsim pranim pro novi rok. Tvuj Egonek. Praha, Vanoce 1924". Übersetzt etwa: "Liebe Jarmilinka, ich schenke Dir dieses Buch - direkt aus den Exemplaren, den ich aus Berlin erhielt - mit dieser unorthodoxen Widmung und meinen besten Wünschen für das neue Jahr. Dein Egonek. Prag, Weihnachten 1924".

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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