Los 6735

Adam, Albrecht
(1786 Nördlingen - 1862 München)Der Rückzug von Napoleons Grand Armée aus Moskau

Ergebnis
29.520€ (US$ 33,931) *

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Aus dem Katalog
Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 11. Juni 2021

Lot 6735, Auction  117, Adam, Albrecht, Der Rückzug von Napoleons Grand Armée aus Moskau

Der Rückzug von Napoleons Grand Armée aus Moskau.
Aquarell über Spuren von Bleistift, alt auf Untersatz montiert. 35,4 x 51,3. Unten rechts signiert und datiert "AAdam / 1844." sowie unterhalb der Darstellung auf dem Untersatz betitelt "Der Rückzug der französischen Armee. / Jm November 1812.".

Nach der desaströsen Besetzung von Moskau befahl Napoleon am 13. Oktober den Rückzug der Grand Armée aus der Stadt. Die schlechte Verpflegungslage und Ausrüstung, Krankheiten sowie die zunehmende Auflösung des Heeres kulminierten mit dem Einbrechen der klirrenden Winterkälte in eine der größten militärischen Katastrophen des Jahrhunderts. Unter der fast halben Million Männern, die wenige Monate zuvor in Russland einmarschiert waren, befand sich auch der ehemalige Konditor und nunmehr erfolgreiche Schlachten- und Pferdemaler Albrecht Adam. Er war seit 1809 Hofmaler von Napoleons Stiefsohn und Vizekönig von Italien Eugène de Beauharnais und begleitete die Kampagne als künstlerischer Berichterstatter. Während der Heereszug immer tiefer in das Land eindrang, skizzierte und malte Adam ununterbrochen die einzelnen Stationen und Geschehnisse. Die detaillierten und umfangreichen Studien fanden zusammen mit seinen Erinnerungen Eingang in das vielbeachtete Lithographiewerk „Voyage pittoresque“ (1827-1833) und dienten in den folgenden Jahrzehnten als Arbeitsgrundlage für eine Vielzahl von Werken. Am Glorreichen oder gar Pittoresken fehlt es unserem Aquarell allerdings in jeglicher Hinsicht. In einer weiten Schneelandschaft sehen wir die sich zurückziehenden Truppen. Zu Grunde gegangene Männer und Pferde säumen die ungeordneten Kolonnen. Am Horizont bedrängt ein Kosakeneinfall den erschöpften Zug, im Vordergrund vermittelt ein im Eis eingebrochenes Fuhrwerk das Ausmaß des Desasters.
Adam widmete sich hier keinem leichten Stoff. Nicht zufällig kommt er erst nach mehreren Jahrzehnten, 1844, auf das erschütternde Ereignis zurück. Nach der Fertigstellung unseres Aquarells arbeitete er die Katastrophe noch mehrmals künstlerisch auf. Im Artillerie Museum in St. Petersburg ist eine Variation unserer Zeichnung in Öl aufbewahrt, 1852 schuf er das private Werk „Das Ende“ und 1854 widmete er sich erneut dem Ereignis, als er für Eugènes Sohn Maximilian, Herzog von Leuchtenberg, ein monumentales und vieldiskutiertes Gemälde schuf (ehem. Sammlung Leuchtenberg). Adam war jedoch nicht selbst Augenzeuge des Rückzugs, da er bereits Ende September die Rückreise angetreten hatte. Die Nachrichten erreichten ihn in München: „Unterdessen trafen die erschütternden Berichte über den unglücklichen Rückzug der Armee in München ein. Eine Trauerpost folgte der andern. Das verhängnisvolle 29. Bulletin legte ein offenes Bekenntnis vom gänzlichen Untergange der Armee ab. Es bildete einen furchtbaren Kontrast zu den früheren napoleonischen Bulletins voll Bombast und Prahlerei.“ (Albrecht Adam: Aus dem Leben eines Schlachtenmaler. Selbstbiographie nebst einem Anhange, Stuttgart 1886, S. 262).

Provenienz: Wohl aus der Sammlung Kaiser Franz Josephs I. (Stempel nicht bei Lugt).

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

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