Los 1004

Gregor I., Papst und Francisco degli Abbati
Homiliae XL in Evangelia [und:] Francisco degli Abbati. Postillae super Evangelia Dominicalia

Zuschlag
19.000€ (US$ 21,839)

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Aus dem Katalog
Sonderkatalog „Apokalypse“
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 1004, Auction  117, Gregor I., Papst und Francisco degli Abbati, Homiliae XL in Evangelia [und:] Francisco degli Abbati. Postillae super Evangelia Dominicalia

Gregor I., Papst. Homiliae XL in Evangelia [und:] Francisco degli Abbati. Postillae super Evangelia Dominicalia. Lateinische Handschrift auf Pergament und Papier (im Wechsel). 2 Werke in 1 Band. 274 nn., 1 w. Bl. 2 Spalten. 39-49 Zeilen gotische Bastarda-Textura. Schriftraum: unregelmäßig 20 x 15 bis 21,2 x 14 cm. Format: 29,2 x 20,5 cm. Mit zahlreichen bis 6-zeiligen breiten Minuskel-Initialen in Rot, vereinzeltem Federwerk, Notabene-Händchen sowie durchgehender Rubrizierung. Moderner Kalbslederband im Stil d. Z. mit 5 Bünden über schweren abgeschrägten Eichenholzdeckeln mit modernem Pergamentvorsatz, 10 Zylinderbuckeln und 2 Lederschließen mit 6 teils punzierten Beschlägen im Stil d. Z. Nördliche Niederlande, möglicherweise Delft. Erste Hälfte des 15. Jahrhundert.
Die Handschrift stammt aus der Bibliothek der Nieuwe Kerk, der zentralen Hauptkirche von Delft in Zuid-Holland, die 1351 unter dem Herzog Albrecht I. von Bayern und Straubing-Holland gegründet und den Heiligen Maria und Ursula geweiht wurde. Sie war 1572 reformiert worden und diente als Grablege für die Prinzen von Oranje, u. a. des Willem van Oranje (1533-1584).
Auf Blatt 64v (am Ende der Homilien Gregors) findet sich ein kleiner 3-zeiliger Widmungsvermerk, demnach die Handschrift von einem wohlhabender Bürger (dessen Namen leider alt ausradiert wurde) nach dessen Tode dem Konvent (?) der Nieuwen Kerk St. Marien dediziert wurde. Dort steht etwa: „et post mortem suam sanctae mariae con[ventum?] in delft reddit et pro amore dei“.

Die Handschrift besteht aus zwei Teilen, deren erster die Homilien Gregors des Großen, während der zweite eine umfangreiche „Postilla super evangelia“ enthält, die meist dem Franziskanergelehrten Franciscus de Abbatibus (nachweisbar 1375-1404) zugeschrieben wird (vgl. Schneyer II, 55-59 und den Text im MS. Hamilton 27 von ca 1420-30).

Der erste Teil (Fol. 1-64) besteht aus 4 Lagen à 16 Bl., von denen Blätter 1-62 zeitgenössisch foliiert wurden. Die Papierlagen wurden jeweils außen (erstes und letztes Blatt) sowie in der Mitte bei der Bindung mit einem Doppelblatt aus Pergament umgeben, so dass jede Lage 4 Pergamentblätter und 12 Papierblätter enthält. Dieses Prinzip zieht sich - wenn auch in anderem Umfang - ebenso durch den zweiten Teil, der von einer anderen Hand stammt, während die Rubrizierung wohl durchgehend einheitlich erfolgte. In jedem Fall weisen die Wasserzeichen im Papier auf Papiermühlen derselben Region (Krone bzw. Pfeil und Bogen; vgl. Briquet). Am Schluss wurden fünf wohl weiße Blätter entnommen.
Der zweite Teil (Fol. 65-274r) besteht aus 18 Lagen zu je 12 Blättern, ganz ohne Foliierung. Die Papierlagen wurden jeweils außen (erstes und letztes Blatt) sowie in der Mitte bei der Bindung mit einem Doppelblatt aus Pergament umgeben, so dass jede Lage 4 Pergamentblätter und 8 Papierblätter enthält.

Teil I
enthält 40 Homilien des Kirchenvaters Gregor des Großen (542-604), seine Auslegungen der sonntäglichen Evangelienperikopen: Fol. 1r Prologus mit dem Widmungsbrief des Bischofs Secundinus und der Tabelle der Homelien: „Reverendissimo atque sanctissimo episcopo Gergorii“ und „Explicit prologus Incipit tabula Omeliarum beati gregorij pape qui ab codem est edite et conscripte“. Dann folgt der Index der Homelien 1-20. Fol. 1v „In illo tempore dixit ihesus discipulis suis. Erunt signa in sole & luna & stellis …“ Fol. 63r folgt eine Liste der Predigten. Darauf folgt Fol. 63v die 37. Homelie.
Die frühen exegetischen Predigten des Heiligen Georgius zu den Evangelienperikopen entstanden zu den Sonntagsmessen über das ganze Kirchenjahr hinweg. Der Papst teilte die von 590 bis 591 im Gottesdienst gehaltenen Predigten in zwei Hälften (1-20 und 21-40), von denen er die erste von einem kirchlichen Notar vorlesen lies, während er die zweite Hälfte selbst vortrug. 592 gab er sie als schriftliche Fassung heraus. Der Text ist heute in über 20 Handschriften allein in der Bibliothèque Française in Paris erhalten.

Teil II der Handschrift enthält den vollständigen Zyklus der 48 Predigten des „Proprium de tempore“, also individuelle Texte für die Sonntage, aber auch die Wochentage und „Herrenfeste“ (im Gegensatz zu dem „Proprium Sanctorum“, das die Texte für die Heiligenfeste“ enthält)“: Fol. 65r beginnt ebenfalls mit Vers 25 aus Lukas Kap. 21: „Erunt signa in sole et luna et stellis“, Fol. 71r „Cum audisset Johannes in vinculis opera Christi“, Fol. 77r „Miserunt Iudei ab Iherosolimis sacerdotes et leuitas ad iohannem“ bis zum Schluss Fol. 274v „Unde Chrysostomus plangent iudei plangent gentiles. plangent falsi christiani qui delexerunt magis mundum … et sit est finis“

Als Autor gild der Franziskaner Francisco de Asti (auch Franciscus de Abbatibus; 1375-1404), von dem neben seiner „Postilla super evangelia dominicalia“ auch noch Pfingspredigten erhalten sind (Quadragesimale). Er stammte aus dem piemontesischen Asti und gehörte zu den bedeutenden Predigern des 14. Jahrhunderts in Italien. Von der vorliegenden „Postilla“ konnten bis dato nur etwa knapp 30 Manuskripte nachgewiesen werden, davon 25 von Schneyder, die sich allesamt in europäischen Bibliotheken befinden, darüber hinaus noch zwei weitere in der British Library. Die Tatsache, dass das Predigtwerk Gregors des Großen zusammen mit den Evangelienexegesen des Franciscus de Abbatibus zusammengebunden wurden, ist einzigartig und zeichnet die vorliegende Handschrift aus, die paläographisch Ende des 14. bzw. wohl Anfang oder in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zu datieren ist (was die Papieranalyse nahelegt).

Zu den Texten Teil I vgl. Migne, Patrologia Latina LXXVI, 1075-1312. Stegmüller, Repertorium Bibliographicum II, 1950, S. 369-370, Nr. 2646. Teil II Johann Baptist Schneyer, Repertorium der Lateinischen Sermones des Mittelalters für die Zeit von 1150-1350, II, 1970, S. 55. Stegmüller, Repertorium Bibliographicum II, 1950, Nr. 2295. DHGE I, 26. Die Wasserzeichen bei Briquet 788 oder 791 (S. 2-63), 4641 (S. 66-140), 14177-78 (S. 140-150, 174-273 und 164-171), wo die Wasserzeichen als unidentifiziert, aber lokalisiert und datiert "Holland nach 1430" werden. – Sehr sauber und wohlerhalten, kaum Flecke oder Feuchtschatten. Mit wenigen alten handschriftlichen Anmerkungen. Die Vorsätze in neuem Pergament, Innengelenke etwas schwach, wenige kleine Randläsuren gegen Ende, insgesamt wohlerhalten und frisch.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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