Handbuch der gemeinnützigsten Kenntnisse
von Schiffahrt und dem Seewesen besonders zum Gebrauch für Handlungsschulen
Los 352
Schätzung
600€ (US$ 690)
Handbuch der gemeinnützigsten Kenntnisse von Schiffahrt und dem Seewesen besonders zum Gebrauch für Handlungsschulen und zur Erklärung neuerer Seereisen in alphabetischer Ordnung abgefaßt. 14 S., 400 S. Mit 8 gefalteten Kupfertafeln. 17,5 x 10 cm. Schwarzer marmorierter Pappband wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert. Stettin, J. S. Kaffke, 1795.
Commerzbibliothek Hamburg Sp. 698. Nicht im Katalog Nederland. Scheepv. Museum, bei Holzmann-Boh. und der Sammlung Seemann. – Einzige Ausgabe des seltenen anonym erschienenen Lexikons zur Schiffahrt. Das eigentliche Lexikon enthält auf den S. 1-291 "eine Erläuterung der wichtigsten Kunstwörter aus der Seesprache und Seehandlung mit Hinweisung auf Kupfer, welchen zu mehrerer Deutlichkeit noch eine Erklärung und Benennung der Theile, Gestalt und Einrichtung verschiedner Schiffe vorgedruckt ist." Anschließend folgen "für Handlungsbeflissene verschiedne Formulare von Schiffsdokumenten", schließlich eine Reihe von kürzeren Berichten unterschiedlicher Begebenheiten (Schiffbrüche, Bau des Hafens von Cherbourg, Beobachtungen über die Magnetnadel, Der Schottländer auf einer öden Klippe, Von Ebbe und Fluth etc.). Die schönen Kupfer zeigen Takelage, Schiffsaufrisse und -querschnitte sowie verschiedene Schiffstypen. Das etwa 120 Namen umfassende Subskribentenverzeichnis meist mit Personen aus Berlin, Breslau und Stettin. – Ohne das Blatt mit dem Druckfehlerverzeichnis. Titel mit großer hinterlegter Fehlstelle. Spiegel mit Vermerk-Kugelschreiber. Vorderer Vorsatz entfernt. Etwas stock- und schmutzfleckig. Einige leichte Wasserränder und Eselsohren.
Hartmann, Carl F. A.
Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls
Los 353
Schätzung
300€ (US$ 345)
Hartmann, Carl F. A. Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls. Ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlarbeiter jedes Faches, namentlich für Grob-, Zeug- und Waffenschmiede, Schlosser... insbesondere aber auch für Gewerbvereine und polytechnische Anstalten. VIII, 313 S. Mit 26 Textholzstichen. 17 x 11 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem Rschild. Frankfurt, C. Jügel, 1853.
Baldamus, Gewerbskunde S. 53 (2. Aufl.). – Erste deutsche Ausgabe von "The manufacture of steel" (Philadelphia, 1851). Der bekannte Berg- und Hütteningenieur Hartmann (1796-1863) hebt in seiner Vorrede die wachsende Bedeutung der Stahlproduktion hervor und weist darauf hin, dass ein verständliches und "wohlfeiles" deutschsprachiges Werk zum Thema noch nicht erschienen sei. Die Bearbeitung des aktuellen Werkes von Overman soll diese Lücke schließen, indem sie alle Aspekte der Stahlherstellung und -verarbeitung behandelt. Overman (ca. 1803-1852) war aus Köln gebürtig und galt in den USA als Fachmann für Metallurgie. Die meisten seiner Werke "were published at a time when it was difficult to obtain scientific information on such subjects, and they were accepted as authority and passed through several editions". (Appletons cyclopaedia of American biography). – Vorsätze etwas leimschattig. Papierbedingt leicht gebräunt und stockfleckig.
Hegenberg, Friedrich Anton
Deutliche und vollständige Anweisung ohne Winkel-Meßinstrumente
Los 354
Schätzung
150€ (US$ 172)
Hegenberg, F(riedrich) A(nton). Deutliche und vollständige Anweisung ohne Winkel-Meßinstrumente nicht nur Aecker, Gärten, Wiesen, Waldungen, Flüsse etc., sondern auch ganze Feldmarken zu vermessen und zu berechnen...VIII, 232 S. Mit 9 gefalt. Kupfertafeln (die erste signiert F. Guimpel).17,5 x 10,5 cm. Marmorierter Pappband d. Zt. (etwas berieben). Berlin, Maurer, 1819.
Grewe 935. Ersch, Lit. der Mathematik, Sp. 944, 4052 (nur 8 Tafeln). Hamberger-Meusel XXII/2, 634. – Zweite verbesserte Auflage. Gegenüber der ersten Ausgabe von 1818 aller Wahrscheinlichkeit nach nur in Kleinigkeiten korrigiert. Hegenberg war kgl. preuß. Conducteur und behandelt die Vermessung auf sehr praktische Art und Weise. Die Kupfer mit geometrischen Darstellungen. – Leicht gebräunt. Titel mit altem Besitzvermerk und im Gelenk etwas gelöst. wenige Bl. leicht braunfleckig.
Hehl, Johann
Der Begleiter auf der Donaufahrt von Wien bis zum schwarzen Meere
Los 355
Schätzung
300€ (US$ 345)
Hehl, Johann. Der Begleiter auf der Donaufahrt von Wien bis zum schwarzen Meere. Mit besonderer Rücksicht auf die bestehende Dampfschiff-Fahrt auf diesem Flusse. X, 102 S. Mit 1 gefalteten Tabelle und einer teilkolorisierten lithographischen Stromkarte von Alexander Pitsch auf zwei mehrfach gefalteten Blättern. 13,5 x 10,5 cm. Typographischer OPappband (etwas fleckig und bestoßen). Wien, C. Gerold, 1836.
Einzige Ausgabe dieses Reiseführers über die Dampfschifffahrt auf der unteren Donau. Die ersten 72 Seiten enthalten eine Beschreibung der wichtigsten Orte am Ufer der Donau. Es folgt ein Anhang zur Gründungsgeschichte der "Ersten Österreichischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft" durch Johann Andrews und Pritsch, die Statuten derselben sowie das "Reglement den Dienst der Dampfschiffe auf der Donau betreffend". Die Tabelle enthält die Fahrpreise inkl. Weiterfahrt nach Konstantinopel. – Gering stockfleckiges, insgesamt aber gutes Exemplar dieses nicht häufigen Werkes.
Heider, Eduard J.
Theorie der schiefen Gewölbe und deren praktische Ausführung
Los 356
Schätzung
150€ (US$ 172)
Heider, Eduard J. Theorie der schiefen Gewölbe und deren praktische Ausführung. VIII, 91 S. Mit 2 Kupfertafeln von Wernigk. 21,5 x 13,5 cm. Marmoriertes Halbleder d. Zt. mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (minimal berieben). Wien, C. Gerold, 1846.
Engelmann Suppl. 47. Neuner S. 402 und 1333. – Erste Ausgabe. "Der Zweck, den die vorliegende Schrift zu erreichen sucht, ist es... nachzuweisen, daß ein schiefes Gewölbe nicht nur größten Theils mit derselben Leichtigkeit wie ein senkrechtes hergestellt werden könne, sondern auch für jede Lage und Form der Widerlager, für jede Fläche und jedes Baumateriale ohne Ausnahme, den Gesetzen der Stabilität entsprechend möglich sey." (Vorwort) J. Heider (1818-1876) war Beamter bei der General-Direktion der österreichischen Staats-Eisenbahnen, später technischen Direktor der Arsenals-Bauten des österreichschen Lloyd in Triest. – Leicht stockfleckig.
Provenienz: Titel mit Stempel des Bau Departements des Hannoverschen Oberhofmarschallsamtes "O.H.M.A. / Bau Departement".
(Helzel, Brüder). Katalog über Beleuchtungsgläser. Mit 46 (23 farbigen) Tafeln. 26 x 32 cm. Weinroter OUmschlag (lichtrandig, leicht fleckig, knickspurig und mit Randläsuren) mit goldgeprägtem Titel und seitlicher Kordelbindung. (Kreibitz, Selbstverlag, ca. 1930).
Vgl. Clearwater LG-290. – Vorhanden sind die Tafeln 47-88 sowie 151-154. Sie zeigen eine Fülle unterschiedlicher Lampenformen teilweise zur direkten Befestigung an Wand oder Decke, zum Aufhängen an Kordeln und Ketten sowie kleinere Stehlampen. Einige Tafeln zeigen Fransenschirme in Baraccord-Ausführung, eine Tafel mit Universal-Leuchten, eine mit Urnenleuchten mit modernen (Art déco) Dekoren. Alle mit Maßangaben, einige Tafeln mit (handschriftl.) Preisen. – Umschlag, Tafel 47 und 82 verso mit Stempel "Ange Haddad, 11, Rue Salem - Tunis". Papierbedingt gebräunt, vereinzelt etwas fleckig, knickspurig und mit wenigen kleinen Randläsuren.
Héricart de Thury, Louis Étienne François
Geologische und physikalische Betrachtungen über das Entstehen von Springquellen durch gebohrte Brunnen
Los 358
Schätzung
400€ (US$ 460)
Héricart de Thury, (Louis Étienne François). Geologische und physikalische Betrachtungen über das Entstehen von Springquellen durch gebohrte Brunnen, nebst Untersuchungen über den Ursprung und die Erfindung des Erdbohrers, den gegenwärtigen Standpunkt der Brunnenbohrkunst, und über den Grad von Wahrscheinlichkeit des Gelingens der Bohrbrunnen. Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Anhange vermehrt, von C. W. Frommann. XXXII, 375, (1) S. Mit 8 (7 gefaltet, 3 teilkoloriert) lithographischen Tafeln. 20 x 12 cm. Marmorierter Pappband d. Zt. (Rücken verfärbt) mit RSchild. Koblenz, K. Bädecker, 1833.
Engelmann 148. Bruckmann, Wegweiser 37 (ausführlich). – Einzige deutsche Ausgabe von Héricarts "Considérations géologiques et physiques sur la cause du jaillissement des puits forés et des fontaines artificielles" (Paris 1823; 2. Aufl. 1829). Nach kurzer historischer Einleitung zur Entwicklung des Erdbohrers beschreibt Héricart das Brunnenbohrwesen u.a. in Frankreich, England, Italien, China und den USA (S. 24-64). Die nächsten Absätze über die verschiedenen Gebirgsformationen und die Bildung von unterirdischen Wasseransammlungen und Quellen (S. 65-168). Ab S. 185 über Bohrbrunnen in Frankreich. Der Anhang von Frommann (S. 307-375) u.a. über Bohrbrunnen in Deutschland, mit einer Beschreibung des Seilbohrens sowie über die Anlegung eines artesischen Brunnens in der Festung Saarlouis, die von Frommann selbst geleitet worden war (S. 326-353; Tafel 7). Héricart de Thury (1776-1854) war Ingénieur-en-chef des Mines sowie Direktor der öffentlichen Bauten im Seine-Department und ist vor allem durch seine Tätigkeit bei den Bauten zur Verhütung des Einsturzes der Pariser Katakomben bekannt geworden. – Stempel der Fürstl. Bibliothek in Corvey und der Fürstl. Hofbibliothek Donaueschingen verso Titel. 1 Tafel mit ausgebessertem Randausriss (kein Bildverlust).
Heß, Heinrich Georg August
Das Project des Rostock-Berliner Schifffahrtskanals
Los 359
Schätzung
150€ (US$ 172)
Heß, (Heinrich Georg August). Das Project des Rostock-Berliner Schifffahrtskanals. Mit einem Bericht im Auftrage des Comité's für den Rostock-Berliner Kanal von Moritz (Karl Georg) Wiggers. 3 Teile in 1 Band. 126 S.; 119 S.; XLIII, 144 S. Mit jeweils 2 mehrfach gefalteten Karten und Längenprofilen sowie zahlreichen Tabellen und Statistiken im Text. 20,5 x 13,5 cm. Schlichter Leinen d. Z. (mit Bibliotheks-RSchild). Rostock, E. Kuhn und W. Werther, 1873-1875.
Vgl. ADB L, 278ff (zu Heß) sowie ADB XXXII, 465ff. und Biogr. Lex. für Mecklenburg II, 275ff. (zu Wiggers). Vgl. Eckholt, Flüsse und Kanäle 255ff. – Einzige Ausgabe. Der für seine Meliorationsarbeiten in Niedersachsen bekannt gewordene Wasserbauinspektor August Heß (1827-1894) hat auch verschiedene Kanalprojekte bearbeitet. Unter diesen besitzt das Projekt eines Kanals zwischen Rostock und Berlin große Bedeutung für die Anbindung der neuen Reichshauptstadt an die Ostsee wie auch für die Vergrößerung des Rostocker Hinterlandes. Der Kanal sollte von Rostock über Güstrow, Malchow und den Müritzsee nach Canow führen. Ab dort schlug Heß zwei Varianten, eine über die Havel, eine über Rheinsberg vor, die erst bei Oranienburg wieder zusammentreffen sollten. Der Rostocker Politiker und "Märtyrer des Liberalismus" Moritz Wiggers (1816-1894) propagierte dieses Projekt seit den 60er Jahren und gründete dafür das genannte Komitee. Durchgeführt wurde der Bau jedoch nicht. – Vorderes Innengelenk teils geöffnet. Vorsatz mit zeitgenössischen Besitzvermerk Anton Bernhardt von 1875. Titel verso mit Stempel der Bibl. des ZK der SED. Minimal gebräunt. Eine Karte mit zwei Einrissen.
Hoch, Julius
Der Geldschrankbau. Die Konstruktion von Geldkassetten und Geldschränken
Los 360
Schätzung
700€ (US$ 805)
Hoch, Julius (Stephan Wilhelm). Der Geldschrankbau. Die Konstruktion von Geldkassetten und Geldschränken durch Querschnitte dargestellt für Geldschrankfabrikanten, Schlossermeister, Banken u.s.w. sowie als Vorlageblätter zum Gebrauche an Fach- und Werkmeister-, Handwerker- und Gewerbeschulen, sowie an gewerblichen Fortbildungsschulen. 2 Bl. Mit 23 doppelblattgroßen farbig lithographierten Tafeln. 45 x 27 cm. Lose in OHalbleinenmappe (angestaubt und etwas berieben). Dresden, G. Kühtmann, 1893.
Degener (1909) 597. Vgl. Darmstaedter 431 und 596 (zu Chubb), sowie 888 (zu Fabian). – Einzige Ausgabe des lt. Vorwort einzigen bisher in Deutschland erschienenen Werkes, das die eigentliche Konstruktion der Tresore näher erläutert. Die äußerst detaillierten Abbildungen geben die Maße in Millimetern an und zeigen neben allgemeineren Konstruktionen (Geldkassette, Hamburger Export-Kiste, verschiedene Geldschränke) auch Modelle namentlich genannter Hersteller. Nur mit Mühe war es Hoch gelungen, die entsprechenden Angaben zu erhalten. Es finden sich darunter J. L. Hein und Carl Hermann (beide Nürnberg), J. F. Baum (Chemnitz), G. Schnizer (Stuttgart), St. Sommermeyer (Aachen), Franz Endres (Mainz) und Heinrich Haltaufderheide (Kassel). Besonders hervorzuheben sind die Modelle nach Konstruktionen von Charles Chubb (London), der zuerst gehärtete Stahlplatten verwendet hat, und Jakob Ostertag (Aalen), dessen Firma schon 1869 mit dem Bau von Geldschränken begonnen hatte und seinerzeit einen guten Ruf besaß; außerdem M. Fabian aus Berlin, dessen Modell auf eine amerikanische Entwicklung der Marvie Safe Company zurückgeht. Hoch (1855-1928) war seinerzeit Lehrer an der Gewerbeschule in Lübeck und gründete 1894 die Deutsche Schlosserschule in Roßwein, ging jedoch 1890 wieder nach Lübeck zurück. – Tafeln vereinzelt etwas fingerfleckig, 1 Tafel mit horizontaler Faltspur.
(Hochstetter, Carl von). Der Spiegel-Sextant, ein nüzliches Instrument für den Ingenieur. 3 Bll., 18 S. Mit 4 gefalteten Kupfertafeln von Balthasar Friedrich Leizelt. 22,5 x 18,5 cm. Schlichter Pappband d. Z. (Einband fleckig, verblasst und mit Bibliothekschildern, Rücken erneuert). Stuttgart, Chr. Fr. Cotta, 1794.
VD18 11416211. Hamberger-Meusel III, S. 357 und XIV, S. 149. Ersch, Literatur der Mathematik... Sp. 101, Nr. 891. Nicht bei Engelmann, Grewe, Poggendorff, Roller-Goodman und Gradmann, Gel. Schwaben. – Einzige Ausgabe. Der aus Schwaben stammende Verfasser (ca. 1760-nach 1810) war seinerzeit Russisch-Kaiserlicher Hauptmann und will mit seiner Abhandlung den Sextanten auch dem (militärischen) Ingenieur nahebringen. In 6 Kapiteln behandelt er die Erfindung, die technische Beschreibung, die mathematische Erklärung, den geometrischen Gebrauch, die Vorzüge vor anderen Instrumenten und den Nutzen für den Ingenieur. Die Kupfer von dem Augsburger Künstler Leizelt mit 2 Seitenansichten eines Sextanten sowie schematischen Messbeispielen. Die Vorrede datiert "Warschau am Grünendonnerstag 1795." Aus der Fürstlichen Bibliothek Donaueschingen (Vorsatz mit Bibl.-Sign. von Joseph von Laßberg). – Kupfer bis zur Einfassungslinie beschnitten und auf kräftiges Papier montiert.
Hoffmann, Ferdinand. Der Bau der Ketten-Brücken, begründet auf die Gesetze des Gleichgewichtes der dabei in Wechselwirkung tretenden Kräfte, und bearbeitet für das praktische Bedürfniss ohne Hilfe der Differential- und Integral-Rechnung. 2 Bll., VIII, 111 S., 1 Bl. Mit 7 (1 gefalteten) gestochenen Tafeln. 25 x 15,5 cm. Halbleder d. Z. (stärker bestoßen, Gelenke angeplatzt). Wien, C. Gerold, 1850.
Neuner S. 402 und 1335 (zu Hoffmann). Malberg 135. André 46. – Einzige Ausgabe. Ferdinand Hoffmann (1805-1882) hatte bereits 1825 Naviers "Rapport et Mémoires sur les ponts suspendus" kennengelernt und daraufhin den Entschluss gefasst, "jene Theorie, wenn schon nicht ihrem ganzen Umfange nach, so doch in ihren wesentlichsten Theilen ohne Hilfe der Differential- und Integral-Rechnung mathematisch zu begründen, und durch ihre Veröffentlichung in der deutschen Sprache und ohne Anschluss weitläufiger, die Kosten der Auflage so sehr vergrössernder Detail-Zeichnungen schon bestehender Brücken" weiteren Kreisen bekannt zu machen. Seine Tätigkeit als Ingenieur der österreichischen Eisenbahnen hinderte ihn jedoch daran, dieses Vorhaben früher als 1850 in die Tat umzusetzen. Eine deutsche Übersetzung von Naviers Werk war 1829 in Lemberg erschienen. – Vereinzelt etwas stockfleckig, Tafeln an den Rändern teils umgeknickt. Falttafel in den Falzen hinterlegt. Häufig gestempeltes Bibl.-Exemplar.
Hogrewe, Johann Ludwig
Praktische Anweisung zum planimetrischen Vermessen der Feldmarken
Los 363
Schätzung
300€ (US$ 345)
Hogrewe, J(ohann) L(udwig). Praktische Anweisung zum planimetrischen Vermessen der Feldmarken und wie davon die Carten auszuarbeiten, zu berechnen und die Vermeß-Register einzurichten sind. VII, (1), 221 S. Mit 12 (8 teilkoloriert) gestochenen Tafeln von J. F. Salzenberg. 23 x 18 cm. Halbleder d. Z. (Ecken bestoßen, etwas beschabt, RSchild etwas unvollständig) mit RSchild. Hannover, J. Th. Lamminger, 1797.
VD18 10355456. Grewe 833. – Erste Ausgabe. Die entscheidenden Impulse für eine umfassende und vor allem exakte topographische Aufnahme Deutschlands gingen in der Mitte des 18. Jahrhunderts vom Militär aus. In diesen Zusammenhang gehört auch der Verfasser vorliegenden Werkes, der braunschweigische, später hannoversche Ingenieur-Offizier J. L. Hogrewe (auch Hogreve oder Hogrefe; 1737-1814), der seit 1767 maßgeblich an der "Kurhannoverischen Landesaufnahme" beteiligt gewesen ist. Zum Zweck der praktischen Anwendung wählte er "eine eingebildete Feldmark" aus, anhand derer er alle praktischen Fragen behandelt. Er behandelt das Messen der Linien und Winkel, die specielle Vermessung, die Übertragung auf Papier und die Berechnung der Karten. Im letzten Abschnitt berichtet er über die Einrichtung eines Vermess-Registers (S. 185-221). "Der Nachwelt ist H. bekannt als 'Seele' der Kurhannoverischen Landesaufnahme und als Verfasser ausgezeichneter, meistens als 'Praktische Anweisung' betitelter Lehrbücher." (NDB IX, S. 475). – Bibliotheksschild von Friedrich Knoll(e) (1807-1877), Kupferstecher in Braunschweig, auf dem Innendeckel. Gestochenes Exlibris monogrammiert und datiert: "JH 1941", wohl von Kurt W. J. Albrecht (1885-1964), Geodät und Buchbinder in Gandersheim. Mit Kaufvermerk von 1939 auf S. 33. Jahreszahl auf dem Titel mit Tusche in "1807". Vereinzelt mit leichten Gebrauchsspuren, sonst gutes Exemplar.
Hölzel, Thomas. Neuestes Schlosserbuch, oder gründliche Darstellung und Beschreibung der neuesten und vorzüglichsten fertigen Schlosser-Arbeiten im modernsten Wiener, Pariser und Lond'ner Geschmack. Neue verbesserte und vermehrte Auflage. 2 Teile in 1 Band. 35 Bl.; 57 Bl. Mit 2 lithographischen Titeln von Niederhofer bzw. Jos. Hellig und 192 lithographischen Tafeln. 21 x 25 cm. Halbleder d. Z. (Kanten beschabt und bestoßen, Rückengelenke erneuert) mit RSchild. Prag, J. G. Calve, 1835.
Engelmann 161. Vgl. Kat. Ornamentstichslg Berlin 1320 (EA jedoch nur die ersten 12 Hefte mit 72 Taf.). – Der erste Teil des umfangreichen Werkes (Heft 1 bis 22 mit 131 Tafeln) ist von 1827 bis 1830 in Lieferungen erschienen, Teil 2 mit eigenem Titel "Die Combinations- und Sicherheits-Schlösser von der ältesten bis auf die gegenwärtige Zeit" und einer Vorrede von J. G. Altmütter folgte 1831 bis 1834. Die vorliegende Gesamtausgabe erschien dann 1835 und dürfte eines der umfangreichsten Musterbücher zum Thema Schloss und Schlosserei darstellen. Neben Schlössern und Schlüsseln werden auch Geldkassetten, Beschläge, verschiedenste Gitter, Laternenträger, Grabkreuze, Spindelpressen, Öfen, Wendeltreppen und Bratenwender, darunter einer mit Windradantrieb (!; Taf. 113) abgebildet und teilweise ausführlich erläutert. "Über die Zeichnungen sollten die Schlosser und Schmiede 'die Kenntniß der Mechanik' erlangen. Seine Quellen waren Dinglers Polytechnisches Journal ... englische Patentschriften, Zeitschriften ... sowie Produkte im Handel aus Österreich und Sachsen, aber auch aus Rheinland und Westfalen ... Hölzels Werk spiegelt ... das kunstgewerbliche Wissen seiner Zeit wider. Zugleich ist es Beispiel für die zeitgenössische Vermittlung von Produktionstechniken." (Kat. Mein Feld ist die Welt; 1984, Nr. 97). – Vorderer Spiegel mit ehemaligen Besitzereintrag. Der erste Drucktitel inkomplett (geringer Textverlust). Unterschiedlich stockfleckig und teils stärker gebräunt. Tafel 109 etwas kleiner im Format. Einige größere Einrisse geschickt restauriert, eine Tafel mit kleinem Eckabriss.
Hutton, Charles
Tracts on mathematical and philosophical subjects; comprising, among numerous important articles, the theory of bridges, with several plans of recent improvement
Los 365
Schätzung
500€ (US$ 575)
Hutton, Charles. Tracts on mathematical and philosophical subjects; comprising, among numerous important articles, the theory of bridges, with several plans of recent improvement. Also the results of numerous experiments on the force of gunpowder, with applications to the modern practice of artillery. 3 Bände. I: X S., 1 Bl. Inhalt., 485 S., (1 S.). II; 2 Bll., 384 S. III; 2 Bll., 383 S. Mit gestochenen Frontispiz-Porträt von C. Turner nach H. Ashby, 10 (9 gefalt.) gestochenen Tafeln und einigen Textholzschnitten. 22,5 x 13,5 cm. Pappbände d. Zt. (Rücken im Stil der Zeit geschickt erneuert) mit RSchildern. London, F. C. and J. Rivington, 1812.
Skempton 712. Roberts-Trent 170. Poggendorff I, 1159. DSB VI, 576f. – Umfangreiche Sammelausgabe, die eine Reihe wichtiger Arbeiten aus dem Schaffen des zwischen 1773 und 1807 an der Militär-Akademie zu Woolwich lehrenden Mathematikers Ch. Hutton (1737-1823) enthält. Band I fasst seine Arbeiten zum Brückenbau und zu allgemeineren mathematischen Fragen zusammen, darunter u.a. eine umgearbeitete Fassung der erstmals 1772 erschienenen "Principles of Bridges" (S. 1-114), die erste englische Brückenbautheorie. Anschließend Aufsätze zum Bau der London-Bridge sowie eine "History and Practice of Iron Bridges" (S. 144-166), die bis 1805 reicht. Band II enthält seine Arbeiten zur Dichte und Anziehungskraft der Erde sowie weitere algebraische und geometrische Aufsätze. Band III zu Fragen der Artillerie. – Gelenke innen verstärkt. Ränder leicht gebräunt, teils gering stockfleckig. Unbeschnittenes Exemplar.
Kohn, Ferdinand. Iron and steel manufacture. XII, 270 S. Mit Holzstich-Frontispiz, 64 (17 gefalteten) Holzstich-Tafeln und zahlreichen Holzstichen im Text. 36,5 x 26,5 cm. OHalbleder (etwas angeschmutzt, Kanten bestoßen). London, W. Mackenzie, 1869.
Roberts-Trent 187. – Umfassendes Werk zur Metallurgie der späten 60er Jahre des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen Darstellungen verschiedener Eisenhütten und Stahlwerke. Das Kapitel "Steel manufacture" (S. 72-131; acht Tafeln) ausführlich über das Bessemer-Verfahren sowie die neuesten Entwicklungen von Emil und Pierre Martin sowie C. W. Siemens, das Kapitel "Air and Gas Furnaces" (S. 132-146; sechs Taf.) über die von F. Siemens entwickelte Regenerativfeuerung. Das folgende Kapitel über Dampfhämmer, Schmiedepressen und Walzwerke. Im Zusammenhang mit der Pariser Weltausstellung wird auch die Fa. Krupp (mit einer Abb. ihrer 50-Tonnen-Kanone) vorgestellt. Gegenüber der Artikelserie in "Engineering" um Beschreibungen verschiedener Werke durch Zerah Colburn, Aufsätze von W. Fairbairn, Th. E. Vickers u.a. sowie verschiedene Tafeln erweitert. F. Kohn (1837-1871) war in den 60er Jahren bei der Einführung des Bessemer wie des Siemens-Martin-Verfahrens in Österreich beteiligt. – Vorsatz vorne etwas fleckig. Tafel XII knittrig und angeschmutzt sowie mit zwei Einrissen, Tafel X mit kleinem Einriss im Falz.
Koller, Leopold
Preis-Courant von Grab- und Kirchen-Laternen
Los 367
Schätzung
100€ (US$ 115)
Koller, Leopold. Preis-Courant von Grab- und Kirchen-Laternen. 2 Bl. Mit 43 Abbildungen auf 6 lithographischen Tafeln. 27 x 21 cm. Gelber OUmschlag (fleckig, knickspurig und winzigen Randläsuren) mit DTitel. Urfahr-Linz, Ph. Krausslich, (ca. 1870).
Leopold Koller bietet fünfzehn Laternenformen, häufig in neu-gotischem Stil an, die jedoch mit unterschiedlicher Befestigung geliefert werden können. Sie waren "sämmtlich mit feinem Farbenglas" ausgestattet. Tafel 6 zeigt neun Kerzenständer und Kandelaber. Die Druckerei von Philipp Krausslich (1826-1900) ist 1861 in Urfahr bei Linz gegründet worden und wurde vor allem durch ihre weltlichen Lied-Flugblattdrucke bekannt (vgl. K. M. Klier: Die weltl. Lied-Flugblattdrucke von Ph. Krausslich. In: Jb. der Stadt Linz 1952., S. 69ff.). – Knickspurig, leicht fingerfleckig und etwas knickspurig.
Leupold, Jacob. Theatrum Staticum (Universale), Das ist: Schau-Platz der Gewicht-Kunst und Waagen. 4 Teile in 1 Band. 5 (statt 6) Bl., 332 (recte 232) S., 2 Bl. (Register). Mit 57 ausfaltbaren Kupfertafeln. 35 x 24 cm. Pergamentband d. Zt. mit goldgeprägtem RTitel (mit schwachen Resten von Bibl.-Schildern). Leipzig, Chr. Zunkel, 1726.
Erste Ausgabe des 5. Bandes von Leupolds "Theatrum Machinarum Generale". "Von den technischen Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts unterscheidet sich Leupold aber insbesondere durch die Systematisierung der Darstellung. Leupold schreitet von der Beschreibung der einzelnen Grundelemente zur Behandlung des funktionalen Zusammenhangs. Es ist vor allem diese stärkere rationale Durchdringung, die Leupold gegenüber seinen Vorgängern auszeichnet." (H. Hilz: Theatrum Machinarum S. 114). Teil 1 behandelt Gewicht-Kunst und Waagen im Allgemeinen, Teil 2 über Wasserwagen (Hydrostatik), Teil 3 über Barometer, Thermometer, Hygrometer etc., Teil 4 über Horizontalwaagen (Theatrum libellationis). Mit zahlreichen Detaildarstellungen auf den Tafeln. – Vortitel fehlt (war nie eingebunden). Etwas gebräunt und stockfleckig.
Lilienthal, Otto
Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst
Los 369
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Lilienthal, Otto. Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst. Ein Beitrag zur Systematik der Flugtechnik. VIII, 187 S. Mit farbigem Frontispiz, 80 Textholzschnitten und 8 gefalteten lithographischen Tafeln. OLeinen mit goldgeprägtem Rücken- und VDeckeltitel. Berlin, R. Gaertner, 1889.
Borst 3808. Neufforge 540. Darmstaedter 887. Brockett 7557. Liebmann-Wahl 1324. – Erste Ausgabe des bahnbrechenden, grundlegenden Werkes aus der Feder des "ersten fliegenden Menschen", das den Beginn der modernen Luftfahrt darstellt. Seit 1871 hatte Lilienthal gemeinsam mit seinem Bruder Gustav Experimente veranstaltet und intensive Forschungen betrieben. Erst durch die Ergebnisse, wie sie in dem vorliegenden Buch niedergelegt sind, wurde die Konstruktion von Flugzeugen möglich. Im Jahre 1891 konstruierte Lilienthal aufgrund dieser Forschungen seinen ersten Gleitflieger. – Nur ganz minimal hier und da etwas fleckig und mit winzigen Gebrauchsspuren. Ein winziger Randeinriss am Vorsatzblatt mit Frontispiz sowie ein weiterer an der ersten Falttafel, sonst in sehr guter Erhaltung.
Macdonald, John
A Treatise on Telegraphic Communication, Naval, Military, and Political
Los 370
Schätzung
500€ (US$ 575)
MacDonald, John. A Treatise on Telegraphic Communication, Naval, Military, and Political: in which the known Defects of the Present System of Telegraphic Practice by Sea and Land are obviated by the Introduction of a Numerical Portable Dictionary... IV, 186 S. Mit 5 (1 kolor.) gest. Tafeln von S. Neele. 21 x 13 cm. Neues Halbleder (guter Zustand) mit RVergoldung. London, Military Library, 1808.
Nicht in der Ronalds Libr. Vgl. Poggendorff II, 5. – "Lieutenant-Colonel John Macdonald (1759-1831), F.R.S., who was already favourably known by two Reports on the Diurnal Variation ... publishes two treatises upon his 'Terrestrial Telegraph' ... His contrivance consists of thirteen boards or shutters arranged, like those of Edelcrantz, into three vertical ranks representing hundreds, tens and units. Twelve of the boards are capable of producing 4095 distinct combinations, and the thirteenth or auxiliary board, which is mounted over the centre of the apparatus, doubles that number. A flag or vane is added to the hundred side to distinguish it in whatever direction it may be viewed, and a ball sliding upon the staff which supports it affords the means of again doubling the number, so that, on the whole, 16,380 distinct signals can be obtained." (Mottelay S. 399). Macdonald diente lange bei der East India Company, bevor er um 1800 nach England zurückkehrte und sich neben seinem Militärdienst vor allem Fragen des Erdmagnetismus widmete. – Leicht gebräunt, 2 Blatt mit alt restauriertem Ausriss.
Mattenheimer, A. Die Rückladungs-Gewehre. Fragmente ihrer Entstehungs- und Entwickelungs-Geschichte in lithographirten und colorirten Blättern. (Beitrag zur Handfeuerwaffen-Lehre). Nach den Original-Waffen, Photographien und Original-Zeichnungen. 3 Bll. Mit 92 (1 gefalteten, meist kolorierten) lithographischen Tafeln. 21 x 33 cm. OLeindwand (berieben und bestoßen, Kapitale mit Einrissen und RDeckel mit größerem Knick) mit goldgeprägtem DTitel. Darmstadt und Leipzig, E. Zernin, 1869.
Zwischen 1866 und 1869 in 5 Lieferungen erschienen; ohne das Supplement von 1875, das noch weitere 10 Tafeln enthält. Umfassende Darstellung der Rücklader seit ca. 1480 mit Schwerpunkt auf dem frühen 19. Jahrhundert, darunter Gewehre nach den Systemen Johann Nikolaus von Dreyse (4 Taf.), Philo Remington (2 Taf.), Samuel Colt (2 Taf.), Henry bzw. Henry-Winchester (3 Taf.), Spencer (3 Taf.), Ludwig Werder (5 Taf.) u.a. Äußerst detailgetreue Darstellungen auch vieler technischer Einzelheiten mit umfangreichen Erläuterungen (diese in lithographischer Handschrift). A. Mattenheimer war Hauptmann im k. b. 14. Infanterie-Regiment. – Titel mit Besitzstempel "Bücherei des Archivs für Waffen und Uniformkunde". Ränder leicht gebräunt, teilweise fingerfleckig.
Newlands, James. The carpenter and joiner's assistant: being a comprehensive treatise on the selection, preparation, and strength of materials, and the mechanical principles of framing with their application in carpentry, joinery, and hand-railing ... XIII, 208 S., 23 Bl. Mit Titelvignette, 100 Tafeln und zahlreichen Textabbildungen. 34 x 24 cm. OHalbleder (berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. London, Blackie & Son, (1880).
Handbuch für Tischler- und Schreinerlehrlinge mit einer umfassenden Abhandlung über die Auswahl, Vorbereitung und Festigkeit von Werkstoffen vom Schottischen Bauingenieur James Newlands (1813-1871). – Innengelenk offen. Mit mehreren Knickfalten, Vortitel mit größerem Einriss und etwas stockfleckig.
Nicholson, John. Der praktische Mechaniker und Manufacturist oder Erläuterung der mechanischen Künste und Fabriken England's. Nach der ersten und zweiten Auflage des englischen Originals bearbeitet. 2 Teile (Teil 2 = Supplement). XVI, 704 S.; IV, 139 S. Mit 118 (teils gefalteten) lithographischen Tafeln. Halbleder d. Z. (etwas beschabt). Weimar 1826-1834.
Engelmann 268. – Erste deutsche Ausgabe. Behandelt Dampfmaschinen, hydraulische Aparate, Drehbänke, Bohrmaschinen, Notenpressen, Uhren, Glas, Lack, Stahl, Baumwollfabrikation, Leinen, Seide, Wolle, Papier etc. Ein hervorragender Überblick über den Stand der Industrialisierung in England in der ersten Hälfte des 19. Jhdts. – Titel mit ausgeschiedenem Stempel der Leopoldina in Halle, einige der Tafeln verso gestempelt. Vorsätze erneuert und leimschattig. Titelblatt und erste Tafel leicht braunfleckig, sonst sauberes Exemplar.
Nosban, Louis
Vollkommenes Handbuch für Meubel- und Gebäudeschreiner
Los 374
Schätzung
180€ (US$ 207)
Nosban, Louis. Vollkommenes Handbuch für Meubel- und Gebäudeschreiner, zum Gebrauche für Tischler, Lackirer, Zimmerleute, Ebenisten und Liebhaber der Tischlerkunst. Titel, 638 S. Mit 4 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln. 17 x 10 cm. Marmorierter Halbleder (Rücken und Kanten beschabt) mit Buntpapierbezügen, rotem goldgeprägten RSchild und etwas RVergoldung. Ulm, J. Ebner, 1829.
Engelmann 270. – Einzige deutsche Ausgabe des in der Edition Roret erschienen "Manuel du Menuisier en Meubles et en Bâtimens" (EA 1827, 2. Ausgabe 1829). Dieses umfangreiche Handbuch erlebte im 19. Jahrhundert mehrere französische Ausgaben und wurde auch noch im 20. Jahrhundert wiederholt aufgelegt. Die Rezension in der Jenaischen Allgemeine Literaturzeitung (30. Jg., Erg.-Bl., Bd. 2, Nr. 93, Sp. 356-357) äußert sich sehr positiv: "Wir finden in dieser Schrift nicht allein viel Erfahrung, sondern auch sehr viele neue Entdeckungen, die dem aufmerksamen Schreiner sehr wohl zu Statten kommen werden. Bekanntlich ist der Luxus in Meublen hoch gestiegen, einzig durch die Franzosen ... Deshalb ist diese Anweisung eines ausgezeichneten französischen Künstlers für die Beförderung der Kunst sehr wichtig." Das Werk beschreibt verschiedene Holzarten, die nötigen Werkzeuge, die Holzbearbeitung, die Herstellung verschiedenster Möbel (u.a. Bibliotheksleitern), Firniss sowie Färben und Kolorieren des Holzes. – Bis auf vereinzelte schwache Wasserränder gut erhalten.
Outhofs, Gerhardus
Verhaal van alle hooge watervloeden, in meest alle plaatsen van Europa
Los 375
Schätzung
150€ (US$ 172)
Outhofs, Gerhardus. Verhaal van alle hooge watervloeden, in meest alle plaatsen van Europa, van Noachs tydt af tot op den tegenwoordigen tydt toe. M.e. breede beschryvinge v.d. zwaaren kerstvloedt van 1717. 11 Bl., 886 S. 16 x 9 cm. Mit gefalteter Kupferkarte. Leder d. Z. (berieben, bestoßen und mit größeren Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel. Embden, Hermann van Senden, 1720.
Haitsma Mulier 368A. Bierens de Haan 3666. – Zweite Auflage, die erste erschien im Jahre 1717. Seltenes Werk über Hochwasser, mit einer Abhandlung über Astronomie. – Innengelenk am Titel offen, insgesamt papierbedingt gebräunt, leicht stock- und fingerfleckig, Seite 343-346 lose.
Ozanne, Nicolas-Marie
Marine militaire ou recueil des differens vaisseaux
Los 376
Schätzung
1.300€ (US$ 1,494)
Ozanne, (Nicolas-Marie). Marine militaire ou recueil des differens vaisseaux, qui servent à la guerre suivis des manoeuvres qui ont le plus de rapport au combat ainsi qu'à l'attaque et le defense des ports. 50 Kupfertafeln. 26 x 19 cm. Modernes Kalbspergament mit goldgeprägtem RTitel und Filetenvergoldung. Paris, Chereau, um 1760-1770.
Polak 7234. Cohen-Ricci 778. Sander 1482. Graesse V, 99. Ebert 15614. NHSM 750. Ornamentstichsammlung 1463. Scheepvaart-Museum 750 (nur 47 Tafeln). Nagler XII, 3. – Komplett gestochenes, bedeutendes Marine-Lehrbuch von dem Marineingenieur und Marinemaler Nicolas-Marie Ozanne (1728-1811). Das Werk diente als visuelle Enzyklopädie der französischen Kriegsmarine des 18. Jahrhunderts. Es enthält detaillierte Darstellungen verschiedener Schiffstypen (wie Linienschiffe, Fregatten, Galeeren und Brander) sowie Erläuterungen zu Seetaktiken, Flottenmanövern und dem Angriff bzw. der Verteidigung von Häfen.
– Gestochenes Titelblatt unten rechts mit größerem Braunfleck, teils etwas angestaubt und nur leicht fleckig, winziges rundes Wurmlöchlein im Rand, sonst nur ganz vereinzelte Gebrauchsspuren
Pambour, Francois Marie
Abhandlung über Dampfwagen auf Eisenbahnen
Los 377
Schätzung
200€ (US$ 230)
Pambour, F(rançois) M(arie) G(uyonneau comte) de. Practische Abhandlung über Dampfwagen auf Eisenbahnen. Aus dem Englischen (von August Leopold Crelle?). 262 S. Mit 4 gefalteten lithographischen Tafeln. 25 x 19,5 cm. Leinen d. Zt. (gebräunt, leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel. Berlin, G. Reimer, 1837.
Engelmann 274. Haskell 836. Metzeltin, Bahn 2750. Vgl. Poggendorff II, 350, DSB X, 286 und Metzeltin: Lokomotive 91. – Erste deutsche Ausgabe. Besonders abgedruckt aus Crelle's Journal für die Baukunst, Band X. Übersetzt nach der englischen Ausgabe "A practical treatise on locomotive engines upon railways" (London 1836), die wiederum auf der französischen Originalausgabe von 1835 basierte. Diese war nach den Arbeiten von Thomas Tredgold und Nicholas Wood (beide 1825) mit das erste umfangreiche und bedeutungsvolle Werk zur Theorie und Praxis der Dampflokomotiven gewesen. Insbesondere war es Françoise Pambours (1795-1878) Verdienst, die theoretische Duchdringung der Thematik zu leisten, die er in seiner 1837 erschienenen "Théorie de la machine à vapeur" vertieft hat. Er behandelt in vorliegendem Werk u.a. die Spannung der Dämpfe in den Dampfmaschinen, die Theorie der Bewegung der Dampfwagen, die verschiedenen Nebenteile der Maschinen nebst ihren Wirkungen sowie auch das Verhalten der Lokomotiven auf den Schienen. Pambour war bis 1828 Artillerieoffizier und später als Ingenieur tätig. 1839 wurde er korrespondierendes Mitglieder der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Ob Crelle auch der Übersetzer dieser Abhandlung gewesen ist, geht aus dem Vorwort nicht eindeutig hervor, ist jedoch wahrscheinlich, da er sich in zahlreichen Aufsätzen mit Problemen des Eisenbahnwesens auseinandergesetzt hat. – Leicht gebräunt, Titel gestempelt. Insgesamt gutes Exemplar.
Poenitz, Carl Eduard
Die Eisenbahnen und ihre Benutzung als militärische Operazionslinien
Los 378
Schätzung
200€ (US$ 230)
(Poenitz, Carl Eduard). Die Eisenbahnen und ihre Benutzung als militärische Operazionslinien von Pz. XII, 287 S. Mit 1 gefalteten lithographischen Karte. 21 x 13 cm. Marmoriertes Halbleder d. Zt. (etwas berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Adorf, Verlags-Bureau, 1853.
Neuner 304. Holzmann-Bohatta II 468. Vgl. Röll IV,139f. – Zweite (umgeänderte) Ausgabe. Gegenüber der ersten Ausgabe von 1842 wesentlich verändert. "Mit diesen Worten (den letzten Sätzen der ersten Ausgabe als Zitat) schlossen wir vor eilf Jahren die erste Ausgabe der vorliegenden Schrift, müssen aber heute das Geständnis ablegen dass wir damals uns geirrt haben. Jetzt erst... sind wir in den Stand gesetzt worden auf der Grundlage, zu welcher wir im Jahre 1842 die Werkstücke lieferten, weiter fortzubauen und eine militärische Benutzung der Eisenbahnen in Vorschlag zu bringen, wie wir sie zwar schon damals im Auge hatten, wozu aber noch manche wesentliche Bedingung fehlte." (Vorwort). – Titel mehrfach gestempelt. Gering stockfleckig.
Poppe, Johann Heinrich Moritz
Theoretisch-praktisches Wörterbuch der Uhrmacherkunst
Los 379
Schätzung
600€ (US$ 690)
Poppe, Johann Heinrich Moritz. Theoretisch-praktisches Wörterbuch der Uhrmacherkunst, oder Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter, welche bey der Verfertigung, Reparatur und dem Gebrauche aller Arten von Uhrwerken nebst den dazugehörigen Werkzeugen und andern Einrichtungen, vorkommen. 2 Bände. XX, 412 S.; 1 Bl., 530 S. Mit 12 litographischen Tafeln. 20,5 x 12 cm. Pappbände d. Zt. (etwas beschabt und bestoßen, Deckel teilw. verblasst. 1 Rücken mit kleinem Brandfleck, 1 Rückenschild inkomplett) mit rotem Rückenschild. Leipzig, Sommer, 1799-1800.
Engelmann 289. ADB XVI, 418ff. Nicht bei Bromley. – Erste Ausgabe. "Der Mathematiker und Physiker Johann Heinrich Moritz von Poppe (1776-1854) ist einer der fruchtbarsten Verfasser von deutschsprachigen Uhrenbüchern überhaupt. Die Qualität seiner fast 150 Schriften ... schwankt stark. Sein 'Wörterbuch' gehört zu seinen bedeutenderen Werken, da es inhaltlich solide ist und in der Form der Darstellung neue Wege beschreitet. Poppe vermisst ... in bisherigen Handbüchern 'eine systematische Ordnung, wo der Inhalt vom Anfange bis ans Ende die Kenntnisse des Lesers stufenweise vermehren muß.' (XV) Die mangelnde Gliederung und Didaktik versucht das Werk durch 'die jetzt in Handbüchern so beliebte alphabetische Ordnung' (XVII) und Zuspitzung der Einzelthemen zu vermeiden. Die Zeichnungen sind 'dem vortrefflichen Berthoudschen Werke entlehnt.' (XIX)" (Graf: Der kunstreiche Uhrmacher. Kat. Dt. Uhrenmuseum 2010, S. 100; vgl. S. 68). – Vorsätze mit Eintrag "H K K (?) Rumann". Mit gedruckter Widmung an Franz von Zach. Leicht gebräunt (Band I etwas stärker) und stockfleckig. Tafeln in Band II etwas knittrig und mit leichtem Wasserrand.
Prvni Ceskomoravska Tovarna na Stroje v Praze
Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik in Prag
Los 380
Schätzung
200€ (US$ 230)
Prvni Ceskomoravska Továrna na Stroje v Praze. Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik in Prag. 37 gefalteten Bildtafeln mit erläuterndem Text. Lose in 2 illustrierter OPapp-Mappen (diese stark lädiert) mit dekorativem Jugendstilmotiv auf den Vorderseiten. (Prag, um 1890).
Neuner S. 498 (nur 19 Tafeln). – Die Tafeln, kommentiert von einem Text in Tschechisch, Deutsch, Französisch und Englisch, zeigen Dampflokomotiven und Kohlen-Container mit begleitender Querschnitt-Darstellung und Maßangaben.
Die erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik ist 1871 gegründet worden und ging 1928 in der bedeutenden tschechischen Maschinenfabrik CKD auf. Eine wichtige Rolle in der Firma spielte der 1877 eingetretene Bohuslav Marik (1854-1919), der das Unternehmen in verschiedenen Positionen "zum führenden Unternehmen dieser Art in Böhmen" entwickelte (vgl. ÖBL VI, S. 92). 1899 holte er seinen Bruder Václav (1849-1926) in die Firma und dieser gründete die Abteilung für den Bau von Lokomotiven und Tendern. Bis 1917 wurden fast 700 Lokomotiven u. 250 Tender gebaut.
"Es handelte sich dabei vor allem um Schnellzugslokomotiven mit Dampfvorwärmer, deren Verwendung einen Umsturz im österr. Eisenbahnverkehr bedeutete." (ÖBL VI, S. 92f.) Die Doppelblätter zeigen links ein Ansicht nach Fotografie sowie rechts Längs- und Querschnitt sowie Grundriß als technische Zeichnung; darunter technische Angaben. – Tafeln sauber und gut erhalten.
Raibaud
Traité de la garantie des matières et ouvrages d'or et d'argent
Los 381
Schätzung
200€ (US$ 230)
Raibaud, B. L. Traité de la garantie des matières et ouvrages d'or et d'argent. 315 S. Mit 8 lithographischen Tafeln (1 bez. "Lith. du Ministère des Finances"). 20 x 12,5 cm. Etwas späterer Halblederband (etwas beschabt, Kanten stärker). Paris, chez l'Auteur, 1825.
Einzige Ausgabe, zu der 1838 im Selbstverlag noch eine Fortsetzung "Matières d'or et d'argent" erschienen ist. Raibaud war "Contrôleur de la Garantie à Marseille" und behandelt in den beiden ersten Kapiteln das "Bureaux de Garantie" und im dritten Kapitel die Stempel "et de leur application sur les ouvrages d'or et d'argent". Hierzu auch die Tafeln, die kommunale Stempel von 1786 bis 1818 zeigen. Tafel 8 zeigt die Prägezange sowie zwei Stempel für Uhrmacher. Kapitel vier behandelt die Visiten zur Aufsicht bei Händlern, auf Auktionen und in Fabriken. Kapitel sechs über Streitfragen. – Exlibris J. A. Freilich. Etwas stockfleckig, Tafeln leicht gebräunt. Titel mit Besitzvermerk, 2 Blatt mit kurzen Eintragungen.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge