Prvni Ceskomoravska Tovarna na Stroje v Praze
Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik in Prag
Los 380
Schätzung
200€ (US$ 230)
Prvni Ceskomoravska Továrna na Stroje v Praze. Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik in Prag. 37 gefalteten Bildtafeln mit erläuterndem Text. Lose in 2 illustrierter OPapp-Mappen (diese stark lädiert) mit dekorativem Jugendstilmotiv auf den Vorderseiten. (Prag, um 1890).
Neuner S. 498 (nur 19 Tafeln). – Die Tafeln, kommentiert von einem Text in Tschechisch, Deutsch, Französisch und Englisch, zeigen Dampflokomotiven und Kohlen-Container mit begleitender Querschnitt-Darstellung und Maßangaben.
Die erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik ist 1871 gegründet worden und ging 1928 in der bedeutenden tschechischen Maschinenfabrik CKD auf. Eine wichtige Rolle in der Firma spielte der 1877 eingetretene Bohuslav Marik (1854-1919), der das Unternehmen in verschiedenen Positionen "zum führenden Unternehmen dieser Art in Böhmen" entwickelte (vgl. ÖBL VI, S. 92). 1899 holte er seinen Bruder Václav (1849-1926) in die Firma und dieser gründete die Abteilung für den Bau von Lokomotiven und Tendern. Bis 1917 wurden fast 700 Lokomotiven u. 250 Tender gebaut.
"Es handelte sich dabei vor allem um Schnellzugslokomotiven mit Dampfvorwärmer, deren Verwendung einen Umsturz im österr. Eisenbahnverkehr bedeutete." (ÖBL VI, S. 92f.) Die Doppelblätter zeigen links ein Ansicht nach Fotografie sowie rechts Längs- und Querschnitt sowie Grundriß als technische Zeichnung; darunter technische Angaben. – Tafeln sauber und gut erhalten.
Raibaud
Traité de la garantie des matières et ouvrages d'or et d'argent
Los 381
Schätzung
200€ (US$ 230)
Raibaud, B. L. Traité de la garantie des matières et ouvrages d'or et d'argent. 315 S. Mit 8 lithographischen Tafeln (1 bez. "Lith. du Ministère des Finances"). 20 x 12,5 cm. Etwas späterer Halblederband (etwas beschabt, Kanten stärker). Paris, chez l'Auteur, 1825.
Einzige Ausgabe, zu der 1838 im Selbstverlag noch eine Fortsetzung "Matières d'or et d'argent" erschienen ist. Raibaud war "Contrôleur de la Garantie à Marseille" und behandelt in den beiden ersten Kapiteln das "Bureaux de Garantie" und im dritten Kapitel die Stempel "et de leur application sur les ouvrages d'or et d'argent". Hierzu auch die Tafeln, die kommunale Stempel von 1786 bis 1818 zeigen. Tafel 8 zeigt die Prägezange sowie zwei Stempel für Uhrmacher. Kapitel vier behandelt die Visiten zur Aufsicht bei Händlern, auf Auktionen und in Fabriken. Kapitel sechs über Streitfragen. – Exlibris J. A. Freilich. Etwas stockfleckig, Tafeln leicht gebräunt. Titel mit Besitzvermerk, 2 Blatt mit kurzen Eintragungen.
Roeper, Oscar. System einer beweglichen Brücke. 2 Bl., 48 S. Mit 2 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln von E. Ritter. 21 x 14 cm. Flexibler Bibliotheksumschlag d. Zt. (Umschlag gebräunt, Ränder etwas beschädigt, durchgehend gebräunt, Unterkante knapp beschnitten) mit Bibliotheksschild. Hamburg, O. Meissner, 1868.
Einzige Ausgabe. Sehr frühes Beispiel für die Konstruktion einer Hubbrücke für den Eisenbahnverkehr über die Elbe zwischen Altona und Harburg. Die große Mittelöffnung sollte 388 Fuß (ca. 120 m) überspannen, eine Weite die nur von wenigen modernen Hubbrücken überboten wird. Die Hamburger Kattwyckbrücke ist mit 96 Meter Breite heute die größte Hubbrücke Deutschlands. Roeper beschreibt in Teil 1 sein "System einer beweglichen Brücke", Teil II (S. 11-34) umfasst die "Beschreibung des Projects Harburg-Altona" (dazu die 2 Tafeln), der dritte Teil enthält eine "Kurzgefasste Berechnung der Dimensionen der Brückenbahn". Der meist in Hamburg tätige Ingenieur Oscar Roeper (1844-1896) studierte in Karlsruhe und Hannover, ging dann nach Hamburg ins Büro Westphalen, anschließend war er bis Sommer 1868 in Lübeck tätig. Seit 1876 war er Leiter des Ingenieurwesens in der Stadtabteilung der Baudeputation Hamburg. In dieser Funktion baute er zahlreiche Brücken und Schleusen in der Stadt. Denkschrift zum 50jährigem Stiftungsfest des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hamburg (1909). – Titel mit zwei alten Bibliotheks-Stempeln, Rückendeckel innen mit Abgabestempel. Beide Tafeln alt hinterlegt.
Rosenthal, Gottfried Erich. Die Zinngieser (!) und andere vor den schädlichen Folgen ihrer Arbeit beym Feuer in Sicherheit zu setzen oder Beschreibung eines neuerfundenen, sehr nützlichen Zinngieserofens nebst Abbildung in 3 Kupfertafeln. 12 S. Mit 16 Abbildungen auf 3 litographischen Tafeln. 20 x 17 cm. Moderner Halbleinen (sehr guter Zustand). Erfurt, G. A. Keyser, 1792.
Engelmann 311. Poggendorff II, 697. – Einzige Ausgabe dieser Abhandlung, "vorgelesen in der Kurfürstl. Mainzl. Akademie nützlicher Wissenschaften in Erfurt, den 2ten Dec. 1791". Der "geachtete wissenschaftliche Schriftsteller" (Karmarsch) G. E. Rosenthal (1745-1814), der eigentlich Bäcker in Nordhausen gewesen ist, hat verschiedene meteorologische Publikationen herausgegeben und sich auch mit der Entwicklung von Thermometern und anderen Geräten beschäftigt. Er hat auch das Werk "Die natürliche Magie" von J. C. Wiegleb wie auch J. K. G. Jacobssons "Technologisches Wörterbuch" fortgeführt. Zu letzterem stellte er auch eine umfangreiche Bibliographie, die "Litteratur der Technologie", zusammen. In vorliegendem Aufsatz stellt er die Erfindung des Zinngießermeisters Edler, einen weniger "Kohlendämpfe" abgebenden Zinngießer-Windofen, vor. – Behutsam gereinigtes Exemplar.
Rutter, J(ohn). Das Ganze der Gasbeleuchtung, nach ihrem jetzigen Standpunkte. Oder praktische Anweisung, das Leuchtgas aus mineralischen, vegetabilischen und animalischen Stoffen zu gewinnen, ganze Städte, sowie auch einzelne Fabrikgebäude und Wohnhäuser durch Gas auf's vortheilhafteste zu erleuchten, und tragbare Gaslampen zu verfertigen, nebst Beschreibung und Abbildung aller hierzu erforderlichen Apparate, nach ihrer zweckmäßigsten Einrichtung und Construction. Nach dem Englischen bearbeitet und mit Zusätzen vermehrt. XIV S., 1 Bl., 434 S. Mit 10 gefalteten lithographischen Tafeln.18 x 10,5 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (minimal bestoßen) mit grünem Rückenschild. Quedlinburg und Leipzig, Gottfried Basse, 1835.
Schivelbusch 152. Engelmann 316. Malberg 24. Vgl. Boase in BBA I, 958, Fiche 92. – Einzige deutsche Ausgabe. Umfangreiche Darstellung zur Geschichte und Entwicklung der Gasbeleuchtung in Großbritannien von den Anfängen bis 1835. Abschnitt 1 (S. 5-71) behandelt die verschiedenen Arten des Gases, ihre Ursprungsstoffe sowie die Produktion. Abschnitt 2 (S. 72-358) über die zur Gasherstellung erforderlichen Apparate mit Beschreibungen u.a. der Entwicklungen von Samuel Clegg, George Lowe, Edward Cowper und James Malam. Der dritte Abschnitt über die Verwendung des Gases in Gebäuden ohne öffentlichen Anschluß. Ab. S. 407 der Anhang von Rutter "Bemerkungen über Gas-Bereitung und Beleuchtung", die eine Übersetzung von dessen 1833 erschienenem Aufsatz "Practical observations on gas-lightning" darstellen. Rutter (1799-1888) war zwischen 1835 und 1888 Superintendent der "Brighton gas light and coke Co." und gilt im übrigen als "einer der führenden englischen Gasingenieure zwischen 1830 und 1850". – Etwas stockfleckig. Tafel 4 mit kleinem Loch, Tafel 9 verso im Falz gebräunt. Insgesamt gutes Exemplar.
Sammlung der wichtigeren Bauobjecte
Gr: bad: Odenwaldbahn zwischen Heidelberg und Mosbach
Los 385
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Sammlung der wichtigeren Bauobjecte der Gr: bad: Odenwaldbahn zwischen Heidelberg und Mosbach enthaltend. Nach den Materialien Grosh. Oberdirection des Wasser- und Strassenbaues geordnet, zusammengestellt & gezeichnet im Studienjahr 1862/63. 2 gefaltete Bl. Text. Mit gefaltetem lithographischen Titel mit Titelvignette (Ansicht von Heidelberg) und 64 (3 farbigen, 1 getönten) doppelblattgroßen (1 zusätzlichen gefalteten) lithographischen Tafeln. 43,5 x 30,5 cm. Halbleder d. Zt. (Etwas beschabt und bestoßen, Kapitale etwas beschädigt). Karlsruhe, J. Veith, 1862-1863.
Weech I, 453ff. Hauptkat. Landesgewerbeverein Hessen 5012. – "Das bedeutendste Bauwerk dieser Bahnstrecke ist die Brücke über den Neckar bei Neckarelz; dasselbe ist bedeutend nicht nur durch seine Grössenverhältnisse, sondern auch durch seine Stellung in Beziehung auf den Neckarlauf." (Vorrede) Diese in einem großen Bogen über den Neckar sich ziehende Gitternetzbrücke hat fünf Öffnungen zwischen 160 und 120 Fuß Länge (Gesamtlänge ca. 190 m). Sie wurde von dem badischen Oberbaurat Franz Keller (1807-1870) entworfen und von der Maschinenfabrik Esslingen unter Leitung von Moritz Schröter (1813-1867) vom Frühjahr 1860 bis in den Oktober 1862 gebaut. Enthalten sind hierzu eine Gesamtansicht (mit Tonplatte), Situationsplan sowie 10 Tafeln mit Details. Die anderen Tafeln mit Streckenverlauf und Nivellement sowie Darstellungen von Tunnelportalen bei Heidelberg, Stationsgebäuden und Bahnhofsplänen, Brücken und Viadukten, Schienenverbindungen, Signalen etc. – Leicht stockfleckig, 3 Tafeln stärker. Tafel 53 mit minimalem Bildverlust beschnitten.
Provenienz: Vorblatt mit Widmung in blauem Buntstift: "Paulsch Bausch from his friend Hector von Bayer".
Sammlung von ca. 60 farbigen Broschuren zu Automobiltypen
der 50er und wohl frühen 60er Jahre
Los 386
Schätzung
120€ (US$ 138)
Oldtimer. - Sammlung von ca. 60 farbigen Broschuren zu verschiedenen deutschen Automobiltypen der 50er und wohl frühen 60er Jahre. Verschiedene Formate. Lose in Leitzordner der Zeit. Deuschland, um 1955.
Für Oldtimerfahrer interessante Sammlung mit technischen Anleitungen, Werbematerial, Prospekten, Flyern etc. zu Autotypen der 50er Jahre, darunter Firmen und Modellen wie VW, BMW 501, Taunus 15M Kombi, VW Transporter (Bulli), Ka-Ro Tip (Isetta), Gogomobil, Goliath, DKW, Kabinenroller, NSU, Porsche, Opel Olympia Record, Auto Union, RAF Champion 400H, Mercedes 220, 170 S und 170 D, Ford Taunus 12M, VW Champion 400, Opel Kapitän 1951, Borgward, Hansa 1500 usw. – Mit Gebrauchsspuren.
Schlichtegroll, Antonin
Ueber den Nutzen der breitfelgigten Räder an Fracht- und anderm schweren Fuhrwerk, mit besonderer Rücksicht auf die Einführung derselben im Königreich Bayern und in Deutschland überhaupt
Los 387
Schätzung
200€ (US$ 230)
Schlichtegroll, A(ntonin). Ueber den Nutzen der breitfelgigten Räder an Fracht- und anderm schweren Fuhrwerk, mit besonderer Rücksicht auf die Einführung derselben im Königreich Bayern und in Deutschland überhaupt. Titel, VI, 92 S., 1 Bl. Inhalt, 1 weißes Bl. Mit 1 lithogr. Tafel. 20,5 x 12 cm. Roter Pappband d. Zt. (Kanten und Kapitale bestoßen, etwas angestaubt). München, E. A. Fleischmann, 1819.
Engelmann 340. NDB XXIII, 72. – Einzige Ausgabe. Schlichtegroll setzt sich vehement für die Einführung breitfelgiger Räder bei Fuhrwagen ein und behandelt ausführlich deren Vor- und Nachteile. Auch beschreibt er die Bedingungen, die beim Straßenbau besonders beachtet werden müssen. Im dritten Abschnitt setzt er sich mit den Erfahrungen, die in England, Frankreich und Holland bereits im 18. Jahrhundert gemacht worden sind, auseinander, die auch auf seinen eigenen Reiseerlebnissen beruhen. Der 5. Abschnitt widmet sich der besten Konstruktionsart und enthält einige Kostenvoranschläge. Als Anhang sind Übersetzungen von zwei französischen Gesetzen zum Thema aus dem Jahr 1802 bzw. 1804 beigefügt. Antonin Schlichtegroll (1793-1873) war ein Sohn von Friedrich Schlichtegroll, Generalsekretär der Bayer. Akademie der Wissenschaften und Förderer Alois Senefelders. Er avancierte später zum Oberbaurat und Konservator der Modellsammlung der Polytechn. Schule in München. 1844 publizierte er deren Katalog. Das Frontispiz ist eine Inkunabel der Lithographie (nicht bei Winkler). – Lithogr. Exlibris der "Herzogl. Kabinets-Kanzley Bibliothek". Nur wenig stockfleckiges Exemplar auf kräftigem Papier.
Simplon-Tunnel. Erinnerung an die Eröffnungs-Feier. 50 S., 1 Bl. Mit 1 mehrfach gefalteten farbig lithographischen Karte und 89 Abbildungen nach Fotografien auf 70 (4 gefalteten) Lichtdrucktafeln und einigen Abbildungen im Text. 24 x 32 cm. Rote OLeinwand (etwas berieben, bestoßen und leicht fleckig)mit goldgeprägtem DTitel. Sécheron-Genève, Société Anonyme des Arts Graphiques, 1906.
Vgl. Saitz S. 45-51. Schneider S. 192-195. – Erste Ausgabe dieses schönen Erinnerungsalbums, herausgegeben von den Schweizerischen Bundesbahnen. Mit einem beschreibenden Text zur Trassierung, Geschichte, Finanzierung, Tunnelbaumethode, Fortgang der Arbeiten, auftauchenden Hindernissen und Zufahrtslinien von Paul Zutter (übersetzt aus dem Französischen von Th. Sourbeck). Der seinerzeit längste Tunnel der Welt wurde von der Firma von Brandt, Brandau & Cie. ausgeführt, deren neu entwickelte druckwassergetriebenen Bohrmaschinen wesentlich zum Erfolg u. zum Einhalten der vorgegebenen Bauzeit beitrugen. "Brandt (1846-1899) hatte mit Übernahme dieser Bauausführung eine völlig neue Bahn auf dem Gebiete des Tunnelbaues betreten... Die am Simplontunnel schon bald nach Einführung der maschinellen Bohrung erreichten Resultate zogen die Aufmerksamkeit aller Fachleute auf sich..." (Denkschrift zum 50jährigen Stiftungsfest des Arch.- u. Ingenieurvereins zu Hamburg... 1909, S. 88). Unter den Fotos zahlreiche Ansichten der Umgebung, aber auch der Bohrmaschinen und Arbeitseinrichtungen, der eigentlichen Arbeit im Tunnel, Wassereinbrüchen bis hin zum rollenden Material. Die gefalteten Tafeln zeigen Panoramen des Monte-Leone-Massivs. – Innensteg bei wenigen Blättern offen. Teilweise etwas stockfleckig.
Smeaton John
Recherches expérimentales sur l'eau et le vent
Los 389
Schätzung
450€ (US$ 517)
Smeaton, J(ohn). Recherches expérimentales sur l'eau et le vent... d'une Introduction par M. P(ierre) S(imon) Girard. 2 Bl., XXVIII, 102 S., 1 Bl. "Table". Mit 5 gefalteten gestochenen Tafeln von N. L. Rousseau nach J. Smeaton. 27,5 x 21 cm. Hellroter Pappband d. Z. (Rücken und Kanten verfärbt. Ecken und Kapitale bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägter Bordüre auf beiden Deckeln. Paris, Courcier u. La Haye, Immerzeel, 1810.
Weinreb 45/491. Roberts-Trent S. 297, Skempton 1343 und Andrews: Hydraulics 356 (Originalausgabe). Karmarsch: Gesch. der Technologie S. 196 und 201. Singer: Hist. of Techn. IV, S. 151ff. (mit 3 Abb.). Buchheim-Sonnemann 187 (mit Abb.) Matschoss S. 254. – Erste französische Ausgabe von "Experimental Enquiry Concerning the Natural Powers of Wind and Water to turn Mills and other Machines..." (London 1794). Die vorliegende Arbeit gilt als ein Meilenstein in der Geschichte des Experiments mit Modellen in den technischen Wissenschaften. 1752 und 1753 hatte Smeaton (1724-1792) mit ober- und unterschlächtigen Wasserrädern experimentiert und die Überlegenheit der ersteren herausgefunden. 1758 überprüfte er die gängigen Theorien der Windmühlen und lieferte "werthvolle Aufklärungen über die zweckmäßige Konstruktion der Windflügel" (Karmarsch). Die Ergebnisse wurden in den "Philosophical Transactions" publiziert und posthum 1794 in einem Band herausgegeben. Für die Erforschung der Wirksamkeit von Wasserrädern und Windmühlen sind sie bahnbrechend gewesen. "Girard's enthusiastic translation of Smeaton's work early in the 19th century gave it a place of prominence in French as well as English engineering literature". (Rouse/Ince S. 121ff. mit 2 Abb., hier S. 123). Die Kupfer zeigen die Versuchsmodelle und sind gute Kopien der Originalausgabe. Teils geben sie auch noch den Maßstab in Metern an. – Vorsatz mit eigenhändiger Widmung mit Unterschrift des bedeutenden Ingenieurs, Hydraulikers und Übersetzers P. S. Girard (1765-1863) für seinen nicht weniger wichtigen Kollegen und "bon Camarade" Joseph Mathieu Sganzin (1750-1837). Titel, 1. Blatt und Tafeln mit Stempel der "Société d'encouragement (pour l') industrie nationale". Mit Bibl.- Schild. Nur wenig beschnittenes, kaum stockfleckiges und breitrandiges Exemplar.
Staricius, Johannes. Naturkündliches Bedencken uber und bey Vulcanischer auch Natürlicher Magischer Fabrefaction unnd Zubereitung der Waffen deß Helden Achillis in Griechenlandt. 50 nn. Bl. Mit etwa 19 Textholzschnitten. 18 x 14,5 cm. Flexibler roter Pergamentband d. Zt. (stark beschabt, Schließbänder fehlen). O. O. u. Drucker, 1616.
VD17 23:292869A. Brüning 1164. Jähns 986. – Zweite Ausgabe, erstmals in Frankfurt 1615 erschienen und wesentlich erweitert bis ins 18. Jahrhundert gedruckt. J. Staricius (Stariz; 1580-16XX) ist auch als Komponist und Dichter hervorgetreten, lt. Vorrede war er 1615 Notar und Gerichtsprokurator in Aschaffenburg. Der erste Teil enthält ein Rezeptbuch für Soldaten mit vielen Rezepten zu unterschiedlichen Bereichen. Der zweite Teil (ab Blatt J1 verso) mit dem Titel "Von Artillerey oder Büchsenmeisterey: Item/ von Pulvermachen unnd Feuerwercken" u.a. mit Absätzen zum Guß von Geschützen und der Anwendung des "Büchsenzirkels. – Spiegel mit wohl zeitgenössishen, jedoch schwer lesbaren Einträgen und/oder Besitzvermerken. Vorsatz und hinterer Spiegel mit Besitzvermerk Samuel Ebertus (d.i. ev. Samuel Ebert [1747-1807], seit 1791 Prediger an der St. Georgenkirche in Leipzig; vgl. Döring: Gelehrte Theologen S. 353). Vorsatz mit Eintrag: "Kiehne Hamburg, 9. März 1942". Spiegel mit Stempel: "Manfred K. Walther Nr. [hs.] 251".
Papier lappig, leicht gebräunt, vereinzelte Wasseränder und Tintenflecke. Blatt B1 mit kleinem Ausriss, einige kleinere Einrisse. Selten.
Voch, Lucas. Strombau an dem Lech und Wertach. 70 S., (7 S., 3 S. Anzeigen). Mit 10 mehrfach gefalteten gestochenen Tafeln nach Zeichnungen des Verfassers. 16 x 10 cm. Halbleder d. Z. (beschabt) mit goldgeprägtem RSchild und Sprenkelpapierbezug. Augsburg, E. Klett Wittwe und Franck, 1778.
Engelmann 414. Baader I, 297. Andrews: Science and Engineering of Water S. 276, 2 Abb. – Einzige Ausgabe. Der Augsburger Architekt und Ingenieur Lukas Voch (1728-1783) lernte bei seinem Vater die architektonischen und mathematischen Grundlagen, bevor er sich in Berlin in den ingenieurwissenschaftlichen Bereichen fortbildete. Später war er als Ingenieur in Augsburg tätig und "war ein guter praktischer Baumeister" (Baader). Das vorliegende Werk ist eine Fortsetzung von Vochs 1767 erschienener "Anleitung zum Wasserbau". Besonders wichtig ist ihm Kapitel 6, in dem er drei hölzerne Wasserwehre bei Landsberg und Augsburg beschreibt, die er möglicherweise selbst entworfen hat. Glonner lernte bei seinem gleichnamigen Vater in Nymphenburg und bei François Cuivillés d. Ä. Es folgten Aufenthalte in Frankreich, Köln, Danzig und München. – Gestempelt Wappenexlibris "Franç. Antoine Glonner a: BurgHausen", d.i. Franz Anton Glonner II. (1750-1834; seit 1777 Stadt- und Hofmaurermeister des Rentamtes der Stadt Burghausen (vgl. AKL 56, S. 213). Spiegel mit Kauf- und Buchbinderpreis (1 Gulden, 9 Kreuzer). Tafeln gering knittrig. Exlibris mit Lacksiegel und handschriftlicher Nummer 457 (auf dem Rücken).
Vuigner, Emile
Mémoire relatif aux travaux exécutés du camp de Chalons
Los 392
Schätzung
750€ (US$ 862)
Im Wappeneinband von Napoleon III.
Vuigner, Emile. Mémoire relatif aux travaux exécutés pour l'établissement de l'embranchement du camp de Chalons (Atlas). 4 Bl. Mit 18 doppelblattgroßen gestochenen Tafeln. 34,5 x 28 cm. Dunkelgrüner Chagrinlederband d. Z. (Ecken minimal bestoßen, unteres Kapital mit kleiner Fehlstelle, die Gelenke dort schwach angeplatzt) mit ornamentaler RVergoldung, goldgeprägtem RTitel, breiten ornamentalen Deckelfileten mit Wappensupralibos von Napoleon III., doppelten Stehkantenfileten, Innenkantenbordüre und Goldschnitt. Paris, Dunod, 1863.
Nicht bei Engelmann und Metzeltin. – Seltene architektonische Dokumentation über die Errichtung verschiedener Eisenbahnbrücken auf und in der Region des Truppenübungsplatzes von Camp de Châlons Nahe Châlons-en-Champagne, einem ca. 10.000 Hektar großen Militärareal, das im Auftrag von Napoleon III. errichtet und am 30. August 1857 feierlich eröffnet wurde, bei den Olympischen Sommerspielen von Paris 1924 diente es als Austragungort für Schießwettkämpfe. Der Pariser Ingenieur Emile Vuigner (1798-1865) war am Bau verschiedener Brücken- und Eisenbahnlinien während des Zweiten Französischen Kaiserreichs beteiligt, darunter die Kanalbrücke Clignon sowie die Eisenbahnlinie Paris-Est-Nancy. Enthält neben den detaillierten Bauplänen auch eine Generalkarte des Paradeareals mit Umgebung. – Etwas stockfleckig. Persönliches Exemplar für den Auftraggeber Napoleon III. (1808-1873) im prächtigen Wappeneinband aus dessen Privatbibliothek.
Weidenkeller, Johann Jakob
Von dem Nutzen und der Nothwendigkeit der technisch ökonomischen Erziehungs-Institute verbunden mit Kultivirung des bisher unkultivirten Landes in allen europäischen Staaten
Los 393
Schätzung
400€ (US$ 460)
Weidenkeller, J(ohann) J(akob). Von dem Nutzen und der Nothwendigkeit der technisch ökonomischen Erziehungs-Institute verbunden mit Kultivirung des bisher unkultivirten Landes in allen europäischen Staaten. Nebst einem Bericht über das von Sr. Majestät dem Könige Ludwig von Bayern allergnädigts in der Art gegründete Institut zu Nürnberg. X, 256 S. Mit 7 gefalteten lithographischen Tafeln. 17 x 10 cm. Bayrisch-blauer Pappband d. Zt. (etwas berieben, Silberprägung teils oxidiert, Gelenke angeplatzt, Rücken verfärbt und mit Bibl.-Schild) mit silbergeprägtem Rücken und Deckeln sowie dreiseitigem Silberschnitt. Nürnberg, im Verlag beim Verfasser, 1839.
Vgl. ADB XLI, 447 und Bosl 827. – Erste Ausgabe. Der aus Kempten gebürtige Veterinärmediziner Weidenkeller (1789-1851) "war auch ein engagierter Philantrop: Im Jahre 1833 rief er eine 'Arme-Knaben-Erziehungsanstalt' in der (Nürnberger) Vorstadt Lichtenhof ins Leben, die er bis zu seinem Tode leitete." (Berühmte Nürnberger S. 392). Diese Anstalt war der "Kgl. Kreislandwirtschafts- und Gewerbeschule" angegliedert, die bis 1931 existiert hat (vgl. Stadtlexikon Nürnberg S. 584). Die vorliegende Arbeit enthält einen Bericht über die ersten Jahre der Schule, von besonderem Interesse ist die Beschreibung einer "im Jahr 1838 unternommenen technisch-landwirthschaftlichen Reise durch den größeren Theil des Königreichs Bayern", der die S. 114-234 umfasst. Ab S. 241 folgt ein 190 Positionen umfassendes "Verzeichniß der Mitstifter" der Anstalt inkl. der jährl. Beiträge. Das Frontspiz (Bildgr. ca. 16 x 45 cm) zeigt eine Gesamtansicht, die übrigen Tafeln mit Darstellung von Hohenschwangau, Vertreter der Schüler sowie landwirtschaftliche Geräte. – Tafeln etwas stockfleckig, innen sonst gut erhalten.
Weltausstellung Chicago
Folge von 18 Chromo-Lithographischen Tafeln
Los 394
Schätzung
750€ (US$ 862)
Weltausstellung Chicago. Folge von 18 Chromolithographischen Tafeln. Mit erläuterndem Text auf den montierten Seidenpapierhemdchen. Jeweils unter Passepartout. 56 x 43 cm. Lose in OMappe (stark lädiert, Deckel lose). 1893.
Folge von Ansichten der Weltaustellung Chicago 1893, mit ihr wurde der 400. Jahrestag der Landung von Kolumbus in der "Neuen Welt" gefeiert. Für das aufwendig produzierte Portfolio wurden verschiedene Künstler beauftragt, die das "Weltereignis" in stimmungsvollen, detailgenauen Abbildungen festhielten. – Einige der Seidenpapierhemdchen eingerissen.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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