Eyth, Max von, Ingenieur, Förderer landwirtschaftlicher Maschinen, Schriftsteller und Zeichner, Gründer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (1836-1906). Eigh. Brief m. U. "M. Eyth". 11/3 S. Mit Briefkopf "Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft". Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 1.II.1887.
An Prof. Drews in Stuttgart. "... Eigentlich habe ich das Unglück, der Mann zu sein, an den sich Alles wendet. Die Weinprobenangelegenheit in ihren Details aber ist Herrn Director Göthe in Geisenheim a./Rh. übergeben, der, obgleich nicht selbst in Frankfurt, mit den dortigen Verhältnissen genau vertraut ist. Von April an habe ich die Absicht, dorthin überzusiedeln. Ich verspreche Ihnen zum mindesten einen treuen und activen Consumenten unserer schwäbischen Weine. - Im übrigen denke ich neuerdings manchmal an ein bekanntes Verslein unseres speziellen Nationalpoeten Uhland. Wär' ich mit guter Art davon - könnt auch etc. Entschuldigen Sie diesen Stoßseufzer ...". - Mehrere von Eyths Büchern, besonders die Autobiographie des weitgereisten Ingenieurs, "Hinter Pflug und Schraubstock", erzielten hohe Auflagen.
Graefe, Albrecht von
Brief an einen Kollegen. Mit Beilagen. 1862
Los 2449
Schätzung
450€ (US$ 517)
Graefe, Albrecht von, Berliner Augenarzt, einer der bedeutendsten Ophthalmologen der Medizingeschichte, Ordinarius an der Berliner Universität, Geh. Medizinalrat (1828-1870). Eigh. Brief m. U. "A. v. Graefe". 11/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 5.VIII.1862.
An einen Kollegen, dem er Urlaubstermine nennt und bedauernd mitteilt: "... Es hat mir außerordentlich leid gethan aus Ihrem Schreiben zu erfahren, daß Sie in Ihrer Kreuznacher Position von Intriguen und Mißgunst viel verfolgt werden. Setzen Sie denselben, so weit es irgend thunlich ist, frischen Gleichmuth entgegen und gehen Sie in treuer Pflichterfüllung gegen Wissenschaft und Kranke ruhig Ihren Weg - das ist das Einzige, was ich nach meinem Dafürhalten Ihnen hierbei rathen kann ...". Er hätte gern noch "einige Berliner Plaudereien" hinzugefügt, doch der nahe Termin seiner Abreise lasse ihm dazu nicht die Zeit. - Beiliegend ein gedrucktes Foto des Berliner Graefe-Denkmals sowie Autographen von 3 weiteren Medizinern der Familie Graefe: Karl Ferdinand, Albrechts Vater (1787-1840), - Eduard Adolph, Bruder Karl Ferdinands, Chirurg (1794-1859; Vorlesungs-Ankündigung Berlin 6.IV.1846). - Alfred, Vetter Albrechts, Professor in Halle (1830-1899; 1 eigh. Brief, 1 handschr. Vis.-Karte, eine handschr. Liste von 9 Medizinern). - Insges. 8 Teile.
Juristen. 31 Autographen. Ab 1601.
Meist eigenhändige Briefe oder Vorlesungs-Ankündigungen berühmter Universitäts-Professoren. - Vorhanden: Friedrich Mommsen, Eduard Morstadt, Otto Müller, Theodor Muther (3), Max Neuda, Theodor Niemeyer (2), Georg Obrecht (Albumblatt Strassburg 1601), Friedrich Ortloff, Charles Narcisse Oulif (2), Carl Wilhelm Paetz, Alfred Pernice, Herbert Pernice, Ludwig Wilhelm Anton Pernice (2), Burkhard Wilhelm Pfeiffer, George Phillips, Ludwig Valentin Protzen, August Ludwig Reyscher, Johann Rebhan (Albumblatt Strassburg 1645), Achilles Renaud, Christian Gottlieb Riccius (Göttingen 1758), Aemilius Ludwig Richter, Christoph Philipp Richter, Carl Freiherr von Richthofen, F. W. Röstell, Karl Robert Sachsse.
Kunst- und Kulturhistoriker, Museumsdirektoren. 12 Autographen. 1851-1913.
Meist eigenhändige Briefe oder Karten. - Vorhanden: Andreas Wilhelm Bolin (finnisch-schwedischer Kulturhistoriker, in deutscher Sprache), Julius Braun, Justus Brinckmann, Bruno Bucher, Karl Eggers, Friedrich Eggers, Rudolf von Eitelberger (Direktor des Wiener k. k. Museums für Kunst und Industrie), Jeannette Eitelberger (dessen Gemahlin), August Essenwein, Jacob Falke, Karl Faulmann, Eberhard Gothein. - Teils mit Beilagen, darunter Porträts.
Literaturhistoriker, Germanisten und Sprachforscher
50 Autographen
Los 2452
Schätzung
600€ (US$ 690)
Literaturhistoriker, Germanisten und Sprachforscher. 50 Autographen. Ab 1840.
Meist eigenhändige Briefe und Vorlesungs-Ankündigungen. - Vorhanden: Bernhard Rudolf Abeken, Johann Valentin Adrian, Jean Jacques Ampère, Eduard Berend, Georg Brandes (2), Emil Brenning, Moritz Brühl, Franz Brümmer, Wilhelm Buchner (2), Peter Budik, Adalbert Cybulski, Heinrich Düntzer (2), Eduard Engel, Ernst Elster (2), Jacopo Ferrazzi (2), Ludwig Geiger (2), Rudolph Genée, Friedrich Wilhelm Genthe, Georg Gottfried Gervinus (sehr umfangreicher Brief Heidelberg 1841), Richard Adolf Gosche (2), Otto von Güntter, Eduard Guhrauer, Friedrich August Raszmann, Alexander Reifferscheid (2), Emil Roediger, Hermann Rückert, Daniel Sanders, August Sauer, Wilhelm Schott, Christian Gottfried Schütz, Moritz Gotthelf Schwartze, Eduard Sievers, Thomas Solly, Adolf Friedrich Stenzler, Carl Süssheim, Wilhelm Wackernagel, Joseph Maria Wagner, Wilhelm Franz Wilmans, Julius Zacher (2), Friedrich Zarncke, Ignaz Zingerle von Summersberg, Carl Gottlob Zumpt. - Teils mit Beilagen, darunter gestochene Porträts. - Wenige Briefe mit Randschäden.
Mediziner. Ca. 74 Autographen. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten teils stärker beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Namhafte Mediziner, oft Klinikleiter oder Professoren, mit meist eigenhändigen Briefen, Karten und Kärtchen, Vorlesungs-Ankündigungen oder Manuskripten. Wo keine Anzahl hinter dem Namen angegeben ist, handelt es sich jeweils um 1 Stück. - Vorhanden: Emil Abderhalden, Jean Louis Alibert, Eduard Albert, Friedrich August von Ammon, Ferdinand R. von Arlt, Hermann Friedrich Autenrieth, Johann Heinrich Ferdinand von Autenrieth, Robert Avé-Lallement, Heinrich Averbeck, Franz Anton Balling, Heinrich von Bamberger (2), Friedrich August Gottlob Berndt, Theodor Ludwig Wilhelm Bischoff, Ernst Blasius (2), Ludwig Böhm, Paul Albrecht Boerner, Georg Bonne, Carl Braun Ritter von Fernwald (nur abgeschnittene Unterschrift), Ernst Wilhelm Ritter von Brücke, Bernhard Carl Brühl, Johann Conrad Brunner (1653-1717), Victor von Bruns (2), Dietrich Wilhelm Heinrich Busch, Johann de Carro, Johann Ludwig Casper, Franz Chelius, Maximilian Joseph von Chelius, Hans Chiari, Hermann Cohn, Johann Wilhelm Heinrich Conradi (2), Taddeo dei Consoni, Johann Nepomuk Czermak, Ottomar Domrich, Anton Drasche (umfangreiches Manuskript "Die Pest"), Alphonse Dupasquier, M. Dyrenfurth, Hermann Friedrich Ludwig Ebert, Theodor Wilhelm Eck, Alexander Ecker, Joachim Conrad Elsner (starb 1676; Albumblatt 1660), Wilhelm Heinrich Erb, Friedrich Esmarch, Albert Eulenburg, Oscar Eversbusch, Sigmund Exner, Bernhard Christoph Faust, Leopold Fleckles, Karl Flügge, Auguste Forel, Albert Fraenkel, Friedrich Theodor von Frerichs, Alexander Freund (3), Nicolaus Friedreich, Max Fürbringer, Paul Fürbringer, Konrad Heinrich Fuchs, Georg Theodor August Gaffky, B. von Gerlach, August Maria Legis Glückselig, Ferdinand Gottlieb von Gmelin, Johann Goercke (2), Josef Michael Goetz (Schnipsel mit Signatur, aber beiliegend lithogr. Portät von Kriehuber), August B. Granville (eigentlich Bozzi; Brief 1828 an Dr. Froriep in Weimar), Julius Griffith, Karl Grube. - Teils mit Beilagen, darunter Porträts.
Moshamm, Franz Xaver Ritter von
Brief an den Kameralisten Johann Beckmann in Göttingen. 1790
Los 2454
Schätzung
300€ (US$ 345)
Moshamm, Franz Xaver von, bayerischer Jurist und Kameralist, Professor in Ingolstadt, gilt als Wegbereiter der institutionellen Kameralistik in Bayern (1756-1826). Eigh. Brief m. U. "Franz Xav. v. Moshamm". 3 S. Doppelbl. mit Adresse und Siegelresten. Folio. Ingolstadt 15.VIII.1790.
An den Nationalökonomen und Kameralisten Johann Beckmann (1739-1811), Hofrat und Professor in Göttingen, dem er voll Stolz seine Nobilitierung meldet. "... Mit meiner versprochenen Abhandlung über das Münchner Arbeitshaus bin ich nun fertig. Die Beschreibung wird ihnen hoffentlich gefallen, da dieses Arbeitshaus in vieler Rücksicht einzeln ist, nur kömmt es darauf an, ob ihnen der Stoff selbst wichtig genug scheine um in ihren Beiträgen, die schon so vortrefliche Aufsätze lieferten, aufgenommen zu werden ... Da Sie auch den wärmsten freundschaftlichen Antheil an meinen Schicksalsjahren nehmen; so kann ich ihnen vernachrichten, daß ich erst vor kurzem einen neuen Beweis von der grossen Gnade meines Fürstens erhalten habe; ich wurde von meinem Landesfürsten als dermaligem Reichs-Vicarius in den Reichsadelstand mit dem Prädikat des Heil: Röm: Reichs Ritter in Rücksicht meiner bekannten Verdienste um die Universität in Ingolstadt erhoben ... Da ich nun zuverlässig weis, daß Sie mit verschiedenen Journalisten in genauer Verbindung stehen, so könnten Sie mir einen besondern Gefallen erweisen, wenn Sie diese Erhebung in einige Journale einrücken ließen [folgt der Text der gewünschten Meldung] ... Diese Bekanntmachung, bewirkt durch ihr großes litterarisches Ansehen, würde ein besonderes Wohlgefallen bei meinen hohen Gönnern und mir neue Aufmunterung und Gewicht bei der hiesigen hohen Schule verschaffen ...".
Murhard, Friedrich
Brief an die Dieterichsche Buchhandlung in Göttingen. 1836
Los 2455
Schätzung
450€ (US$ 517)
Murhard, Friedrich W. A., hessischer oppositioneller Gelehrter und Publizist, Mathematiker, Jurist, politischer Schriftsteller und Bibliothekar, stiftete gemeinsam mit seinem Bruder die Murhardsche Bibliothek in Kassel (1778-1853). Eigh. Brief m. U. "Friedrich Murhard". 31/3 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 8vo. Kassel 14.VIII.1836.
Umfangreicher Brief an die Dieterichsche Buchhandlung in Göttingen. Ausführlich über seine Fortsetzung des von G. F. und C. de Martens gegründeten Recueil de traités d'alliance, de paix, de trève, de neutralité ... conclus par les puissances de l'Europe depuis 1761 jusqu'à present", also eine fortlaufende Reihe mit Sammlungen wichtiger internationaler Verträge, eine wertvolle Geschichtsquelle, die Murhard ab Band 10 weiterführte. Bedankt sich zunächst für Honorar und Freiexemplare dieses Bandes und fährt dann fort: "... Ueberaus angenehm war es mir zugleich von Ihnen zu vernehmen, daß der Druck eines neuen Bandes sogleich beginnen kann. Die Materialien haben sich bei der mehrjährigen - man kann sagen fünfjährigen - Unterbrechung, welche die Fortsetzung des Recueil erlitten, in unserer bewegten Zeit dergestalt gehäuft, daß wohl noch ein paar Bände nöthig seyn werden, um nur einigermaßen mit dem laufenden Jahre und den Begebenheiten des Tages in die Reihe zu kommen. Klüber, der sich ungemein für die Fortsetzung des Werkes interessirt und dem als Veteran in der Diplomatie gewiß ein gewichtiges Urtheil in dieser Beziehung zuzutrauen, schreibt mir, daß der Verlagshandlung in deren eigenem Interesse nicht genug zu rathen seyn dürfte, die Erscheinung der Bände zur Ausfüllung der noch vorhandenen Lücken in der Mittheilung der so mannigfaltigen in der jüngsten Zeit stattgehabten diplomatischen Verhandlungen und vorhandenen Aktenstücke zu beschleunigen, damit das Werk nicht etwa blos als Archiv für die Vergangenheit, sondern zugleich als nützliches Handbuch für die Gegenwart diene ...". Erörtert dann die Pläne für die nächsten Bände und bestellt aus London Jahrgänge einer ähnlichen Reihe namens "British and Foreign State-Papers". - Murhard, eine etwas schillernde Figur, verfasste neben höchst verdienstvollen Werken auch Bücher, bei denen ihm Plagiat vorgeworfen wurde. Zeit seines Lebens wegen politisch-opposioneller Schriften polizeilich verfolgt und zeitweilig mit Gefängnis betraft, gilt er heute als einer der geistigen Wegbereiter des politischen und wirtschaftlichen Liberalismus im Vormärz. - Sehr selten.
National-Ökonomen, Kameral- und Agrarwissenschaftler. 26 Autographen. 1800-1881.
Hervorragende Vertreter ihres Faches, meist als Universitäts-Professoren. Vorlesungs-Ankündigungen für das "Schwarze Brett" sowie Briefe und Karten. Vorhanden: Adolphe Jérôme Blanqui l'ainé (1798-1854), Karl Victor Böhmert (1829-1918), Johann Anton von Brentano (1803-1870), Lujo Brentano (1844-1931), Georg von Bunsen (1824-1896), Johann Friedrich Gottfried Eiselen (1785-1865), Hugo Eisenhart (1811-1893), Johannes Fallati (1809-1855), Michel Chevalier (1806-1879), Johannes Conrad (1839-1915), Heinrich Bernhard Oppenheim (1819-1880, 2), Karl Heinrich Rau (1792-1870, 3), Gustav Schmoller (1838-1917), Karl Schüz (1811-1875), Friedrich Gottlob Schulze (aus Gävernitz, 1795-1860), Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883, 2), Friedrich Benedict Weber (1774-1848, 4), Max Wirth (1822-1900).
Nettelbladt, Daniel, berühmter preuss. Jurist, einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten seiner Zeit, ab 1746 Ordentl. Professor und Hofrat in Halle (1719-1791). Eigh. Albumblatt m. U. "D. Daniel Nettelbladt". In lat. Sprache. 2/3 S. Quer-8vo. Halle (S.) 13.X.1752.
Ein Seneca-Zitat: "Ideo peccamus, quoniam de partibus vitae deliberamus omnes, de tota vero nemo deliberat." Unter dem Namenszug auch Nettelbladts Titel und Rang als königlich preussischer Hofrat und Ordinarius als Jura-Professor, jeweils in lateinischen Abkürzungen.
Numismatiker. 10 Autographen. Ca. 1810-1916.
Meist eigenhändige Briefe, an verschiedene Personen. Besonders interessant ein langer Brief des Münzfälschers C. W. Becker um 1810 an einen Fürsten. - Vorhanden: Emil Bahrfeldt, Max Bahrfeldt (2), Carl Wilhelm Becker, Josef Ritter von Bergmann, Heinrich Hermann Buchenau, Georg Karl Wilhelm Philipp Frhr von Donop, Karl Fr. W. Erbstein, Julius Theodor Erbstein, Carl Friedrich Gebert.
Orelli, Aloys von, Schweizer Rechtswissenschaftler, Professor in Zürich, Oberrichter und Abgeordneter des Zürcher Kantonsrates (1827-1892). Eigh. Brief m.. U. "Dr. A. Orelli. Prof.". 21/2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Zürich 14.X.1858.
Umfangreicher Brief an einen Fachkollegen, dem er (nach verschiedenen privaten Mitteilungen) meldet: "... Bereits habe ich mit großem Interesse einzelne Parthien Ihres Werkes durchgangen u. kann Ihnen nur zu dessen glücklicher Vollendung gratulieren. Man sieht, es ist die Frucht langjähriger eifriger u. gewissenhafter Arbeit, die Darstellung ist klar und bündig. Was ich an meinem geringen Orte für dessen Verbreitung thun kann, werde ich gern thun. Schon bald nach meiner Rückkehr sprach ich mit Prof. Dernburg über Ihren mir geäußerten Wunsch; er schien nicht ungeneigt, machte indessen keine bestimmte Zusage. Gleich nach Empfang Ihrer Sendung schickte ich ihm das für ihn bestimmte Exemplar sammt Ihrem Briefe u. sprach gestern wieder mit ihm über die Recension. Er bemerkte mir, ich möchte Ihnen Ihre gef. Zusendung bestens verdanken, allein es sei ihm jetzt mit dem besten Willen nicht möglich, die gewünschte Recension zu schreiben, weil er eben mit dem Drucke seines Pfandrechtes beschäftigt sei u. wegen dieses Buches verschiedene andere Arbeiten habe liegen lassen ... Soviel ich gehört habe, sollen von künftigen Ostern an die Heidelberger kritische Zeitschrift u. die in München erscheinende Kritische Überschau in Eine Zeitschrift verwandelt werden, wie man bei uns sagt, eine Fusion stattfinden ... Ich lege Ihnen hier zwei Arbeiten von mir bei, von welchen ich Ihnen schon in Kissingen gesprochen habe u. denen Sie wohl ein bescheidenes Plätzchen in Ihrer Bibliothek gönnen ...".
Alexander Markgaf von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth
Brief an den Fürstbischof von Bamberg. 1766
Los 2460
Schätzung
150€ (US$ 172)
Ansbach-Bayreuth. - Alexander, der letzte Markgraf von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth (1736-1806). Brief m. U. "Ew. Lbd. dienstwilliger treuer Freund und Nachbar von Herzen Alexander mpp". 1 S. Mit rotem Lacksiegel. Folio. Ansbach 24.XII.1766.
Wohl an den Fürstbischof von Bamberg gerichtete Grüße und Wünsche zum Jahreswechsel. Die Aufzählung von Alexanders Titeln und Ländereien befindet sich unter dem Text und umfaßt nicht weniger als 10 Zeilen. - Einschl. des Siegels gut erhalten.
Bebel, August, sozialdemokrat. Politiker, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der SPD (1840-1913). Eigh. Briefkarte m. U. "A. Bebel". 1 S. Quer-8vo. Schöneberg bei Berlin 30.V.1907.
Vermutlich an den Maler, Radierer und Buch-Illustrator Hermann Struck, wohl über ein ihm von Bebel gewidmetes oder versprochenes Buch. "... Da ich in der ersten Hälfte Juni wiederholt verreise, in der zweiten Hälfte aber meine Sommerreise antrete und ich nicht möchte, daß Sie sich vergeblich zu uns bemühen, erlaube ich mir Ihnen Ihr Buch anbei zu übersenden ...". - Bebel wandte sich 1913, also kurz vor dem Ersten Weltkrieg, gegen die im Reichstag beschlossene "Militärvorlage", die neben einer immensen Aufrüstung auch eine Heeresreform anstrebte, die nicht zuletzt wegen ihrer Finanzierung in der Öffentlichkeit heftig diskutiert wurde. 113 Jahre später wiederholt sich dieser Vorgang.
Blum, Robert
2 Briefe + wertvolle Beilagen. Wien 1848
Los 2462
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Robert Blum als Revolutionär in Wien
Blum, Robert, Publizist, Lexikograph, Theater-Angestellter und Revolutionär, als Volksheld in Wien standrechtlich erschossen (1807-1848). 2 eigh. Briefe m. U. "Blum". Zus. 2 S. Gr. 4to und quer-8vo. Wien 20.X. und 23.X.1848.
Mitten aus dem Wiener Revolutionsgeschehen an einen Freund im sächsischen Justizministerium mit dem Ersuchen um Unterstützung. "... Diesen Mißbrauch der ministeriellen Adresse bitte ich mit dem Umstande zu verzeihen und zu entschuldigen, daß keine Möglichkeit vorliegt, auf andere Weise Briefe durchzubringen. Dafür gebe ich Ihnen auch das Recht, den anliegenden Brief an Vogt zu lesen; d. h. ich gebe das Recht dem Mann, den Minister geht der Inhalt nichts an ... Da in dem Briefe an Vogt alles steht, was über die hiesigen Zustände zu schreiben ist, so füge ich hier nichts hinzu, als die Versicherung innigster Dankbarkeit für die gefällige Vermittluung, die ich voraussetze, und die Bereitwilligkeit zu jedem möglichen Gegendienste, wenn ich zu solchem im Stande seyn sollte ["Wien, 20. October Abends"] ... Noch einmal brauche ich Ihre Adresse, verehrter Freund, u. bitte den ganzen Inhalt meiner Frau zu senden, nachdem Sie denselben gelesen haben, damit auch diese sieht, wie es uns geht. Hoffentlich sind Ihnen Nachrichten nicht unwillkommen, jetzt, nachdem v. Könneritz weg ist, u. ich werde Ihnen in gleicher Weise diese zukommen lassen ... 1. Uhr. Eben donnern die Kanonen wieder; es scheint abermals von Auersperg. Eben bekommen wir noch 18 Stunden Bedenkzeit. bon!" [Wien 23.X.1848]. - Der sächsische Justizminister Julius Traugott von Könneritz war im März gestürzt worden und aus dem Staatsdienst ausgeschieden. - 17 Tage nach dem zweiten der hier vorliegenden Briefe wurde Robert Blum in der Brigittenau standrechtlich erschossen. - Wertvolle Beilagen: 3 eigenhändige, ausführliche Briefe (zus. 71/2 S.) von Blums Ehefrau Eugenie Blum an den sächsischen Innenminister Martin Gotthard Oberländer mit dem Ersuchen, sich für die Herausgabe des letzten Briefes von Blum an seine Familie und dann auch für die Überführung des Leichnams nach Leipzig einzusetzen. "... Die innige Theilnahme welche Sie mir, der Gattin des so schmählich Dahingemordeten durch Ihr geehrtes Schreiben bewiesen, berechtigt mich zu der inständigsten Bitte, mir durch Ihren wichtigen Einfluß die letzten Zeilen meines Gatten zu sichern. Schon sind seit der verhängnißvollen Katastrophe des 9. November 10 Tage vorüber u. ich bin noch nicht im Besitze dieses theuern Vermächtnisses. Alle Blätter u. Zeitungen sprechen von den letzten seelenvollen Worten des Märtirers für die Freiheit u. noch immer sehe ich, sehnend der Stunde der endlichen Ankunft des Briefes entgegen! Und daß Blum seine letzten Minuten noch der entfernten Gattin, den verwaisten Kindern geweiht, dafür bürgt mir die innige Liebe, mit welcher er stets, nah u. fern die Seinen umschloß. Fröbel selbst, theilte mir neul. bei seiner Durchreise nach Frankfurt mit, daß ein Lieutenant Namens Pokorny besagten Brief von dem Gemordeten eingehändigt bekommen mit dem Auftrage ihn mir zu senden u. zugleich mit an C. Vogt nach Frankfurt einen treuen Bericht abzuliefern über die letzte Stunde seines Lebens ..." [Leipzig 19.XI.1848]. - Auch die beiden weiteren Briefe Eugenie Blums an den sächsischen "Revolutions-Minister" behandeln diese Themen. - Ihr Brief vom 21. November wird begleitet von einem ebenfalls umfangreichen Schreiben eines der engsten Freunde Robert Blums, Friedrich Anton Kranitzky, der sich ebenfalls für die Überführung der sterblichen Überreste Blums nach Leipzig einsetzt. - Ferner beiliegend ein Brief und eine Postkarte (Rheinfelden 1906) von Hans Blum, dem Sohn und Biographen des Revolutionärs, an den Autographensammler Hermann Kiewy, betreffend Briefe Robert Blums. - Dazu eine Zeitungs-Annonce und ein Holzstich-Porträt Robert Blums. - Zusammen 10 Teile.
Friedrich Christian, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth
Brief an einen Fürsten in Hamburg. 1750
Los 2463
Schätzung
150€ (US$ 172)
Brandenburg-Bayreuth. - Friedrich Christian, der letzte Markgraf von Brandenburg-Bayreuth (1708-1769). Brief m. U. "Ew Lbd Dienstwilligster Vetter und Diener; Friedrich Christian M z B mpp". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Wandsbek 23.XII.1750.
Glückwünsche zum Jahreswechsel, hier zunächst an einen Grafen (Johann Georg) von Waitz adressiert, der wohl als Gesandter eines Fürsten in Hamburg residierte, an welchen der Brief eigentlich gerichtet ist. - Beiliegend eine handschriftliche Liste "Paroles auf den Monath Julii 1767" mit einer Aufstellung von 31 Parolen, wohl für militärische Zwecke, beginnend mit "1. Baireut 2. Culmbach ..." und endend mit "30. Nemmersdorff 31. Sans pareille." Unterzeichnet "Friedrich Christian MzB". Da die Unterschrift von der des Wandsbeker Briefes von 1750 stark abweicht, könnte sie vielleicht von Schreiberhand stammen.
Caprivi, Leo Graf von
Brief an einen Schriftsteller. 1871
Los 2464
Schätzung
150€ (US$ 172)
Caprivi, Leo Graf von, als Nachfolger Bismarcks der zweite deutsche Reichskanzler (1831-1899). Eigh. Brief m. U. "v Caprivi, Obstlt". 2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Troyes (Frankreich) 4.VI.1871.
Als Oberstleutnant an einen Schriftsteller, der ihm ein Buch mit einem Dankesbrief geschickt hat. "... Ich sage Ihnen meinen verbindlichsten Dank und werde die nächste Muße gern benutzen, um mich an Ihrer schriftstellerischen Leistung zu erfreuen. Sr. Excellenz dem kommandirenden Herrn General habe ich Ihre Empfehlungen übermittelt. Sie glauben Ursache zu haben mir dankbar zu sein und überschätzen aber meine Leistungen und Einwirkungen auf Ihr Geschick. Ich habe nur gethan, was meines Amtes war. Wenn Sie mir aber trotzdem ein wohlwollendes Andenken erhalten wollen, so werde ich Ihnen dankbar sein ...". Bestellt Empfehlungen an die Gemahlin des Adressaten mit "dem Wunsche, daß Sie Sich in Cöln gefallen mögen". - Der verdienstvolle, im In- und Ausland beliebte Bismarck-Gegner Caprivi konnte sich als Reichskanzler nur 4 Jahre halten, dann wurde er, nach vielen Angriffen seiner politischen Gegner, vom Kaiser entlassen.
Cobden, Richard, britischer Unternehmer, Nationalökonom und liberaler Politiker, führender Kopf der Freihandelsbewegung (1804-1865). Eigh. Brief m. U. "Rich Cobden". 12/3 S. Doppelbl. 8vo. Midhurst 5.XI.1861.
An Mad. Schwabe. "... If you have occasion to send a packet to General Garibaldi I should think that you would find no difficulty in forwarding it through the Italian Legation Park Lane London. - At all events you would be able to send it as far as Turin. - I would advice you to make inquiry there of Count Corti, Secretary of Legation ...".
Cosel, Anna Constantia Gräfin von
Brief an den Hofrat v. Wichmannshausen in Dresden. 1733
Los 2466
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Cosel, Anna Contantia Gräfin von, eine der bekanntesten und mächtigsten Mätressen König Augusts des Starken, mischte sich in die sächsische Politik ein und wurde schließlich auf die Festung Stolpen verbannt (1680-1765). Eigh. Brief m. U. "La Comtesse de Cossell". 21/4 S. Doppelblatt mit Trauerrand, Adresse und Siegelrest. 4to. Stolpen 19.III.1733.
An den Hofrat v. Wichmanshausen in Dresden. Sie dankt für dessen Brief, "habe aber Sonderliches vergnügen zu vernehmen das mein Sohn unter scharffer aufsicht gehalten wird dan seine wenige iahre und wo mich nicht irre, lebhafftigkeit u. besonders von nöhten worzu noch andre umbstände gekommen sint die mich und ihm zwar höchst Schmerzt hoff dennoch wo gott will zum besten gereichen müßen ...". Erkundigt sich nach ihren Schuldnern, insbesondere einem Grafen Altheim. "... ob graf altheim nicht aus zu fragen geweßen, dan ich nicht leugne das seine unerkentlichkeit reitzet allen fleiß an zu wenden ihm habhaft zu werden und zu den meinigen zu gelangen. Solte ich das vergnügen haben ihnen zu sprechen, würde anleitung geben können, wo des graff Altheim seine frauh in prag an zu treffen sein würde dan es sich der mühe verlohnete aus zu forschen ob er die graivin und zwey admirable schöne töchter gegen den Closterstand verwechselt habe ...". - Der Trauerrand des Briefes erklärt sich aus einem Postscriptum: "Auff deß höchstseeligen Königes ableben werden vermuhtlich unterschiedene Carmina und Epigrammata verfertiget werden, so ihnen etwaß darvon zu Händen komt bitte sie mir mit zu theilen." - Etwas gebräunt.
Courbière, Guillaume René Baron de
Signierter Kosten-Anschlag zur Festung Graudenz. 1808
Los 2467
Schätzung
350€ (US$ 402)
Courbière, Guillaume René Baron de, preuß. Generalfeldmarschall hugenott. Herkunft, Gouverneur der Festung Graudenz, die er als einzige preuß. Festung bis zum Friedensschluß von Tilsit unbesiegt verteidigte, später Generalgouverneur von Westpreußen, Ritter des Schwarzen Adlerordens und des Ordens Pour le Mérite (1733-1811). Eigh. Signatur "de Courbière" auf der abgeschnittenen unteren Hälfte eines Kostenvoranschlags. 1 S. 4to. Auf ein Untersatzblatt montiert. Graudenz (Westpreußen) 18.VI.1808.
Auf der unteren Hälfte eines ehemals foliogroßen Blattes mit einem Kostenvoranschlag für Baumaßnahmen in der Festung Graudenz im Kulmer Land. "... Die Richtigkeit des vorstehenden Anschlages wird hiemit attestirt ...". Weiter unten die einige Zeit später erfolgte Genehmigung, übermittelt durch das "Königl. Preuß. Artillerie und Ingenieur-Departement" : "Die Verwendung vorstehender Anschlags Summe von Drei Tausend, Vier Hundert, Acht und Siebzig Rh ... wird laut Cabinets Ordre vom 24ten May c. hiermit approbirt. Königsberg den 2ten July 1808." - Unterzeichnet mit 5 Signaturen hoher Militärs, darunter der Generalfeldmarschall und große Heeresreformer August Graf Neidhardt von Gneisenau (1760-1831). - Beiliegend eine ausgeschnittene weitere Signatur Courbières, montiert in eine umfangreiche handschriftliche Biographie Courbières, seiner Siege und Erfolge in zahlreichen Kriegszügen und Gefechten Friedrichs des Großen und seiner Nachfolger, am Schluß datiert "Graudenz 1874" (4 Folio-Seiten, eng beschrieben).
Deutsche und andere europäische Staatsmänner
42 Autographen
Los 2468
Schätzung
600€ (US$ 690)
Deutsche und andere europäische Staatsmänner, Politiker und Militärs. Ca. 42 Autographen.
Großenteils eigenhändige Briefe, Karten und andere Schriftstücke. - Vorhanden: Charles Baudin (franz. Admiral), Johann Ad. Graf von Bentheim-Tecklenburg-Rheda, Pierre Louis Bertin de Veaux (franz. Staatsmann), Christian Ernst K. Graf von Bentzel-Sternau (Staatsmann und Schriftsteller), Karl Blind (Politiker und Schriftsteller), Konrad Daniel Graf von Blücher-Altona (Oberpräsident von Altona), Giuseppe Graf Forni (ital. Aussenminister), Carl Fürst von Loewenstein, August Orts (belg. Staatsmann), Henry John Temple Viscount Palmerston (engl. Staatsmann), Alphonse van den Peereboom (belg. Staatsmann), Armand Jules M. H. Duc de Polignac (franz. Staatsmann), Auguste Baron Portalis (franz. Politiker), Franz und Therese Pulszky (ungar. Politiker und seine Gemahlin), Claude Philibert Barthelot, Comte de Rambuteau (franz. Staatsmann), Karl Friedrich L. Samwer (Schleswig-Holst. Staatsmann), F. C. Scheller (Parlamentsmitglied 1848), Jules Simon (franz. Staatsmann und Philosoph), Leopold Sonnemann (Politiker und Journalist), Friedrich Julius Stahl (Politiker und Staatsrechtslehrer), Eduard Stephani (sächs. Politiker), Eduard Sturm (Politiker), Isidor Severin Baron de Taylor (franz. Diplomat und Schriftsteller), Friedrich Carl Frhr von Tettenborn (General in russ. Diensten), Adolphe Thiers (franz. Staatsmann und Historiker), Leo Graf Thun-Hohenstein (Politiker), Johann Frhr von Türckheim (bad. Staatsmann; nur abgeschnittene Signatur), Friedrich Gottlob Karl Frhr von Varnbüler (württemb. Staatsmann), Eduard von Wietersheim (sächs. Kultusminister), Johann Georg August Wirth (polit. Schriftsteller), Heinrich Anton von Zeschau (sächs. Staatsmann) und 6 weitere Politiker, davon 4 aus Hamburg.
Questenberg, Gerhard Freiherr von
Brief an Hermann von Questenberg
Los 2469
Schätzung
300€ (US$ 345)
Dreißigjähriger Krieg. - Questenberg, Gerhard Frhr von, österr. Diplomat und Staatsmann, Kaiserl. Geh. Rat und Vizepräsident des Hofkriegsrates, Verhandlungsführer zwischen Kaiser und Wallenstein, mit dem er sympathisierte (ca. 1586-1646). Möglicherweise eigenhändiger Brief m. U. "Questenberg". 11/2 S. Mit etlichen Textteilen in Juristen-Latein. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Neustädtel 20.XI.1632.
An seinen Bruder Hermann von Questenberg, Reichshofrat in Wien. Über eine familiäre Immobilien-Angelegenheit, betreffend Gerhard von Questenbergs Frau, Maria Unterholzer von Kranichberg. "... In werender Zeit sol sy alle schulden bezallen, Kranichberg gar frey illorum annorum proventibus an sich lösen, u. alsdann Ihr aigenthumb sol zuestehn und darmit zue disponieren macht haben ...". - Gleichmäßig gebräunt. - Aus der Sammlung Wilhelm Künzel.
Ebert, Friedrich, sozialdemokrat. Politiker, erster Reichspräsident der Weimarer Republik (1871-1925). Eigh. Brief m. U. "Fr. Ebert". 1 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Der Reichspräsident". Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 19.II.1920.
An einen Parteigenossen. "... Gern wäre ich bereit, Ihrem Wunsche zu entsprechen. Habe ich doch selbst das dringende Bedürfnis wieder einmal frei und offen öffentlich reden zu können. Meine amtliche Stellung zwingt mir aber größte Zurückhaltung auf. Ich muß Sie deshalb auf späterhin vertrösten ...".
Ferdinand, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg
Brief im Siebenjährigen Krieg an einen Befehlshaber. Dresden 1756
Los 2471
Schätzung
200€ (US$ 230)
Ferdinand, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel, Schwager Friedrichs des Großen, preußischer Generalfeldmarschall (1721-1792). Brief m. U. "Ferdinand HZBLL". 1 S. Doppelblatt. 4to. Dresden 27.XI.1756.
Zu Beginn des Siebenjährigen Krieges, als Ferdinand eine der drei in Sachsen einrückenden Heersäulen befehligte. "... Ewd. Durchl. und Liebden haben bey der Blocquirung der Sächsischen armée 5erley Dispositionen parat gehalten, wenn die Sächsische armée entrepreniren würde, auf eine oder die andre Art suchen durchzubrechen. Wollen also dieselbe von der ausnehmenden Güte seyn, mir selbige geneigt zu communiciren - so würden dieselbe mich dadurch zum höchsten verpflichten. Ich werde es mit dem größten Dank erkennen ...". - Im ganzen Verlauf des Krieges errang Ferdinand eine Reihe von Siegen und gehörte zu den erfolgreichsten Heerführern Friedrichs des Großen.
Finckenstein, Carl Wilhelm Graf Finck von
Brief an den Herzog von Braunschweig-Bevern + Beigabe. 1767
Los 2472
Schätzung
300€ (US$ 345)
"Cartel mit der Crone Schweden"
Finckenstein, Carl Wilhelm Graf Finck von, preuß. Staats, Kabinetts- und Außenminister, enger Vertrauter Friedrichs des Großen und seiner Nachfolger (1714-1800). Brief m. U. "CW Gr. v. Finckenstein". 2 S. Gr. 4to. Berlin 13.VI.1767.
An den Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715-1781), General der Infanterie und Gouverneur von Stettin. "... Es ist an dem, wie der Herr Geheime-Rath v. Brenckenhoff Ew. Durchl. hinterbracht, daß Se. Königl. Mayest. Uns aufgetragen, eine Unterhandlung mit der Crone Schweden zu Errichtung eines Cartels zu entamiren, weßhalb Wir auch bereits an den Königl. Gesandten zu Stockholm geschrieben haben. Da aber Höchstdieselbe in der solcherhalb an Uns erlaßenen Cabinets-Ordre nur von mutueller Auslieferung der Unterthanen und besonders Enrollisten Erwähnung thun; so werden Wir nach Einlangung der Antwort aus Schweden bey Sr. Königl. Mayest. annoch anfragen müssen: ob Höchstderoselben Intention sey, dieses Cartel auch auf würkliche Soldaten, so desertiren, extendiren zu laßen? ...". Weist darauf hin, dass diese Kabinettsordre nicht rückwirkend zu verstehen sei "und also auch nicht auf diejenigen Schwedischen Unterthanen gezogen werden könne, welche sich anjetzo schon würklich in Königl. Militair Diensten befinden ...". - Mitunterzeichnet vom zweiten Staats- und Kabinettsminister Ewald Friedrich von Herzberg (1725-1795). - Dabei: Albrecht Conrad Reichsgraf Finck von Finckenstein, preuß. Generalfeldmarschall und Prinzenerzieher (1660-1735). Eigh. Signatur "AC G v Finckenstein" unter einer Lohnkosten-Aufstellung für Schanzarbeiten an der Festung Penamünde. 1 S. Doppelbl. Folio. Penamünde 28.VI.1719. - "Außzug von dem Arbeitsgeldte so das Lohnungs Comando vom 13ten biß dem 28ten Juny 1719 bey der Schantzarbeit Penamünde betrug."
Gentz, Friedrich von, dt.-österr. Politiker und Publizist, Staatstheoretiker, Berater Metternichs (1764-1832). Eigh. Brief m. U. "Gentz". In franz. Sprache. 1 S. 4to. O. O. 16.I.1830.
An eine "Hoheit", betreffend die Beförderung eines Capitaines namens Bauer. . "Le Prince de Metternich m'a dit hier qu'il n'avoit rien reçu du Prince de Hohenzollern relativement à l'avancement du Capitaine Bauer. S'il en est ainsi, Votre Altesse trouvera bien l'occasion de rappeler l'affaire au Prince de Hohenzollern. S'il en étoit autrement, c. a. d. si celui-ci avoit déjà écrit, je tâcherai d'obtenir une réponse plus satisfaisante ...". - An den 4 Ecken jeweils geringfügig beschnitten.
Ernst Landgraf von Hessen-Rheinfels
Brief an Johann Coccejus in Leiden. 1658
Los 2474
Schätzung
200€ (US$ 230)
Hessen-Rheinfels. - Ernst, Landgraf von Hessen-Rheinfels-Rotenfels (1623-1693). Eigh. Brief m. U. "Ernst Landgrave zu Hessen mpp". 2 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. Kl. 4to. "Auff der Rückraise nach Hauß den 6 Octob. 1658".
Eigenhändig an den protestantisch-reformierten Theologen Johannes Coccejus (1603-1669) in Leiden. Über theologische "Tractätlein" und deren Bezahlung. "... dass der Jenige so da mitt Ihm letztliche geordert hatt kein andrer gewesen als ich selbsten, der auch author des jenigen kleinen Teutschen Tractätleins von Israel undt Babel bin, gegen welches er sein Lateinisch tractätlein lasen ausgehen, welches ... auffs längste gegen künfftige Ostermes wiederumb beantwortet sein solle, nicht auß Zancksucht, sondern allein die ... Warheit zu vertheidigen ...". - Landgraf Ernst war 1652 zum römisch-katholichen Glauben konvertiert. - Das Adressblatt mit Einrissen vom Öffnen des Briefes.
Christian Albrecht, Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
Brief an den Grafen Nils von Bielke, Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern. 1691
Los 2475
Schätzung
300€ (US$ 345)
Holstein-Gottorf. - Christian Albrecht, Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, Gründer der Universität Kiel (1641-1694). Brief m. U. "Christian Albrecht". 2 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 4to. Reinbek (?) 18.XI.1691.
An den schwedischen Generalfeldmarschall Nils Reichsgraf von Bielke (1644-1716), Gouverneur von Schwedisch-Pommern, in Stettin. Kündigt an, daß seine Gemahlin Friederike Amalie der Einladung der Königin Ulrike Eleonore von Schweden folgen werde und in Kürze zusammen mit ihrem Sohn Friedrich die Reise nach Stockholm antreten werde, wobei sie der Weg durch Pommern führen werde. Er bitte daher, für die angemessene Bequemlichkeit ("einige commoditäten") des hohen Paares auf der Strecke zu sorgen und vor allem geeignete Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Er erinnert dabei an die langjährige Verbindung mit Schweden in den immer wieder aufflammenden Kriegen gegen Dänemark. Erst zwei Jahre zuvor hatte Christian Albrecht aus seinem Hamburger Exil nach Gottorf zurückkehren können.
Kolb von Wartenberg, Johann Casimir
2 Briefe. 1693 und 1698
Los 2476
Schätzung
450€ (US$ 517)
Kolb von Wartenberg, Johann Casimir Graf, preuß. Premierminister unter Friedrich I., führender Kopf des "Drei-Grafen-Kabinetts", geschickter, intriganter Karrierist von großem politischen Einfluß (1643-1712). 2 Briefe m. U. "Caßimir Kolb Herr von Wartenberg" bzw. "Cas K v wartenberg". Zus. 3 S., der zweite Brief mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Berlin 23.IV.1693 und 6.XII.1698.
Der erste Brief an einen Prälaten, dem er mitteilt, daß es ihm in seinem Streben, allen Ständen zu dienen, gelungen sei, den Deputierten eine Audienz beim Kurfürsten zu verschaffen. - Der zweite Brief an die Stände des Herzogtums Hinterpommern und des Fürstentums Cammin. Auf das Schreiben des Landrats von Wedel und des Syndicus Corswandt teilt er mit, dass er immer bestrebt sei, ihnen dienlich zu sein: "... So will auch bey gegenwärtiger Vorfallenheit gern alles was zu Ihrer Vergnügung gereichen kan beytragen helffen, ich zweiffle auch nicht es werden Se. Churfürstl. Durchlaucht vorgedachte Herrn Deputirten mit einer solchen gnädigsten Resolution versehen laßen, daß ... hochgeehrte Herren Bey derselben Zurückkunfft damit vergnügt zu seyn Uhrsach haben werden ...". - Dieser Brief mit 2 alt reparierten Einrissen, aber auch mit gut erhaltenem Siegel.
Kossuth, Lajos, ungarischer Nationalheld, Rechtsanwalt und freiheitlicher Politiker, Kämpfer für die Unabhängigkeit Ungarns von Österreich (1802-1894). Brief m. U. "L. Kossuth" und eigenhänd. Zusätzen. In englischer Sprache. 1 S. 4to. New York 23.VI.1852.
Im amerikanischen Exil verfasstes und nach Manchester adressiertes ausführliches Empfehlungsschreiben für den ungarischen Offizier E. A. de Kozlay, ehemals Capitaine in der II. Armee des ungarischen Freiheitskampfes. Kozlay sei erfahrener Finanz-Spezialist und möchte die vornehmsten Banken in England kennenlernen. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt Kossuths.
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