Los 2462

Blum, Robert
(1807-1848)2 Briefe + wertvolle Beilagen. Wien 1848

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 2462 - Blum, Robert - 2 Briefe + wertvolle Beilagen. Wien 1848 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2462, Auction  128, Blum, Robert, 2 Briefe + wertvolle Beilagen. Wien 1848

Robert Blum als Revolutionär in Wien
Blum, Robert, Publizist, Lexikograph, Theater-Angestellter und Revolutionär, als Volksheld in Wien standrechtlich erschossen (1807-1848). 2 eigh. Briefe m. U. "Blum". Zus. 2 S. Gr. 4to und quer-8vo. Wien 20.X. und 23.X.1848.
Mitten aus dem Wiener Revolutionsgeschehen an einen Freund im sächsischen Justizministerium mit dem Ersuchen um Unterstützung. "... Diesen Mißbrauch der ministeriellen Adresse bitte ich mit dem Umstande zu verzeihen und zu entschuldigen, daß keine Möglichkeit vorliegt, auf andere Weise Briefe durchzubringen. Dafür gebe ich Ihnen auch das Recht, den anliegenden Brief an Vogt zu lesen; d. h. ich gebe das Recht dem Mann, den Minister geht der Inhalt nichts an ... Da in dem Briefe an Vogt alles steht, was über die hiesigen Zustände zu schreiben ist, so füge ich hier nichts hinzu, als die Versicherung innigster Dankbarkeit für die gefällige Vermittluung, die ich voraussetze, und die Bereitwilligkeit zu jedem möglichen Gegendienste, wenn ich zu solchem im Stande seyn sollte ["Wien, 20. October Abends"] ... Noch einmal brauche ich Ihre Adresse, verehrter Freund, u. bitte den ganzen Inhalt meiner Frau zu senden, nachdem Sie denselben gelesen haben, damit auch diese sieht, wie es uns geht. Hoffentlich sind Ihnen Nachrichten nicht unwillkommen, jetzt, nachdem v. Könneritz weg ist, u. ich werde Ihnen in gleicher Weise diese zukommen lassen ... 1. Uhr. Eben donnern die Kanonen wieder; es scheint abermals von Auersperg. Eben bekommen wir noch 18 Stunden Bedenkzeit. bon!" [Wien 23.X.1848]. - Der sächsische Justizminister Julius Traugott von Könneritz war im März gestürzt worden und aus dem Staatsdienst ausgeschieden. - 17 Tage nach dem zweiten der hier vorliegenden Briefe wurde Robert Blum in der Brigittenau standrechtlich erschossen. - Wertvolle Beilagen: 3 eigenhändige, ausführliche Briefe (zus. 71/2 S.) von Blums Ehefrau Eugenie Blum an den sächsischen Innenminister Martin Gotthard Oberländer mit dem Ersuchen, sich für die Herausgabe des letzten Briefes von Blum an seine Familie und dann auch für die Überführung des Leichnams nach Leipzig einzusetzen. "... Die innige Theilnahme welche Sie mir, der Gattin des so schmählich Dahingemordeten durch Ihr geehrtes Schreiben bewiesen, berechtigt mich zu der inständigsten Bitte, mir durch Ihren wichtigen Einfluß die letzten Zeilen meines Gatten zu sichern. Schon sind seit der verhängnißvollen Katastrophe des 9. November 10 Tage vorüber u. ich bin noch nicht im Besitze dieses theuern Vermächtnisses. Alle Blätter u. Zeitungen sprechen von den letzten seelenvollen Worten des Märtirers für die Freiheit u. noch immer sehe ich, sehnend der Stunde der endlichen Ankunft des Briefes entgegen! Und daß Blum seine letzten Minuten noch der entfernten Gattin, den verwaisten Kindern geweiht, dafür bürgt mir die innige Liebe, mit welcher er stets, nah u. fern die Seinen umschloß. Fröbel selbst, theilte mir neul. bei seiner Durchreise nach Frankfurt mit, daß ein Lieutenant Namens Pokorny besagten Brief von dem Gemordeten eingehändigt bekommen mit dem Auftrage ihn mir zu senden u. zugleich mit an C. Vogt nach Frankfurt einen treuen Bericht abzuliefern über die letzte Stunde seines Lebens ..." [Leipzig 19.XI.1848]. - Auch die beiden weiteren Briefe Eugenie Blums an den sächsischen "Revolutions-Minister" behandeln diese Themen. - Ihr Brief vom 21. November wird begleitet von einem ebenfalls umfangreichen Schreiben eines der engsten Freunde Robert Blums, Friedrich Anton Kranitzky, der sich ebenfalls für die Überführung der sterblichen Überreste Blums nach Leipzig einsetzt. - Ferner beiliegend ein Brief und eine Postkarte (Rheinfelden 1906) von Hans Blum, dem Sohn und Biographen des Revolutionärs, an den Autographensammler Hermann Kiewy, betreffend Briefe Robert Blums. - Dazu eine Zeitungs-Annonce und ein Holzstich-Porträt Robert Blums. - Zusammen 10 Teile.


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